[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zweiwellenvakuumpumpe mit einem Schöpfraum-Gehäusering,
mit zwei seitlich daran befestigten Lagerscheiben, mit jeweils einem SchöpfraumDichtring
zwischen den Stirnseiten des Gehäuseringes und den Lagerscheiben, mit von außen an
den Lagerscheiben angeflanschten Lagerkammer-Gehäusen und mit mindestens einer die
Lagerscheiben durchsetzenden, die Lagerkammern miteinander verbindenden Leitung. Diese
Leitung hat die Aufgabe, Druckdifferenzen in den Öl enthaltenden Lagerkammern zu
vermeiden. Zweckmäßig ist es, zwei Verbindungsleitungen vorzusehen, von denen eine
oberhalb und die andere unterhalb des Ölspiegels in den Lagerkammern angeordnet ist.
Druck- und Ölstandsausgleich sind dann sichergestellt.
[0002] Eine Zweiwellen-Vakuumpumpe dieser Art ist aus der DE-PS 19 39 717 bekannt. Zur Verbindung
der seitlichen Lagerkammern sind zwei Kanäle vorgesehen, von denen einer als Bohrung
im Gehäusering und der andere als gas- und öldichtes durch den Wälzkolben-Arbeitsraum
geführtes Rohr ausgebildet ist. Bei beiden Ausführungen besteht die Gefahr, daß im
Bereich des Durchtritts der Verbindungskanäle durch die Lagerscheiben - z. B. infolge
thermischer Bewegungen nach dem Aufheizen des Öls - Lecks auftreten. Das aus den Lecks
austretende Öl gelangt in den Schöpfraum und kontaminiert das geförderte Medium. ZweiwellenVakuumpumpen,
insbesondere Wälzkolbenpumpen, werden jedoch vorzugsweise dort eingesetzt, wo ein
ölfreies Fördern unbedingt erwünscht ist. Im Falle eines Lecks im Bereich der durch
die Lagerscheiben hindurchtretenden Verbindungsleitungen zwischen den seitlichen
Lagerkammern verliert die Pumpe ihre Eigenschaft, ölfrei fördern zu können.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, selbst im Falle eines Lecks
im Bereich der Durchtrittsstellen der Verbindungsleitungen durch die Lagerscheiben
die Ölfreiheit des Schöpfraums sicherzustellen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Durchtrittsstelle der
Verbindungsleitung durch die Lagerscheiben außerhalb der Schöpfraumdichtringe liegt.
Treten bei einer in dieser Weise ausgebildeten ZweiwellenVakuumpumpe im Bereich der
Durchtrittsstelle der Verbindungsleitungen Lecks auf, dann verhindern die Schöpfraumdichtringe
dennoch ein Eindringen von austretendem Öl in den Schöpfraum. Das Lecköl tritt nach
außen auf, womit der Vorteil verbunden ist, daß die Leckstelle frühzeitig erkannt
werden kann. Bei der Zweiwellen-Vakuumpumpe nach dem Stand der Technik war das Erkennen
eines Lecks nur an der Verseuchung des Fördermediums möglich.
[0005] Zweckmäßigerweise liegen die Durchtrittsstellen der Verbindungsleitung auch außerhalb
der Dichtringe, die die Lagerkammergehäuse gegenüber den Lagerscheiben abdichten.
Diese Maßnahme und auch die Anordnung der Durchtrittsstellen der Verbindungsleitung
in einer der Ecken des Querschnitts der Pumpe ermöglichen eine kompakte Bauweise.
Unter "Ecken" sollen dabei diejenigen Bereiche verstanden werden, die zwischen dem
ovalen Schöpfraumquerschnitt und dem umschriebenen Rechteck liegen.
[0006] Weiterhin ist es vorteilhaft, zwei Verbindungsleitungen zwischen den Lagerkammern
vorzusehen, deren Durchtrittsstellen jeweils in diagonal zueinander angeordneten
Ecken angeordnet sind. Bei einer derartigen Anordnung der Verbindungsleitungen liegt
- unabhängig von der Durchgangslage - stets einer der Verbindungskanäle unterhalb
und der zweite Verbindungskanal oberhalb des Ölspiegels. Druck- und Ölstandsausgleich
sind dadurch gewährleistet. Außerdem liegen die Verbindungsleitungen nicht - wie beim
Stand der Technik - auf den Hauptachsen des Schöpfraumovals, sondern in den Ecken,
so daß auch bei zwei Verbindungsleitungen eine kompaktere Bauweise möglich ist.
[0007] Die Anordnung einer oder beider Verbindungsleitungen in den Ecken der Pumpe hat außerdem
noch den Vorteil, daß ein die Verbindungsleitungen bildendes Rohr nicht - wie beim
Stand der Technik - durch den Eintrittsstutzen der Pumpe geführt werden muß. Im Eintrittsstutzen
der Pumpe muß ein Rohr dieser Art so ausgebildet sein, daß es den häufig aggressiven
Fördermedien widersteht. Bei der erfindungsgemäßen Pumpe besteht diese Forderung nicht,
da die Verbindungsrohre den Schöpfraum oder Eintritts- bzw. Austrittsstutzen nicht
durchsetzen.
[0008] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sollen anhand von in den Figuren
1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert werden.
[0009] Die in den Figuren dargestellte Zweiwellenpumpe 1 (Wälzkolbenpumpe) umfaßt im wesentlichen
die folgenden Bauteile: Schöpfraumgehäusering 2, Lagerscheiben 3 und 4 sowie Rotoren
5 und 6 (Fig. 2), die mit ihren Wellenstümpfen 7 und 8 in den Lagerscheiben 3 und
4 drehbar gelagert sind. Im Schöpfraum 9 befinden sich bei einer Zweiwellenvakuumpumpe
jeweils zwei Rotoren, die etwa 8-förmig (Wälzkolbenpumpe), klauenförmig (Northey-Pumpe).
schraubenförmig (Schraubenpumpe) oder ähnlich ausgebildet sein können. Insgesamt ergibt
sich ein im wesentlichen ovaler Querschnitt. In den Lagerscheiben 3 bzw. 4 sind jeweils
zwei Wellenstümpfe 7 bzw. 8 gelagert.
[0010] Außerhalb der Lagerscheiben 3 und 4 befinden sich die Seitenräume bzw. Lagerkammern
11 und 12. Sie werden gebildet von Lagerkammergehäusen 13 bzw. 14, die von außen am
Lagerflansch 3 bzw. 4 befestigt sind. Die Lagerkammern 11 und 12 sind teilweise mit
Öl gefüllt und enthalten neben den Lagern 15 und 16 Synchronisationsräder 17, Spritzscheiben
18, 19 usw. Innerhalb der Lagerkammer 12 ist einer der Wellenstümpfe 8 mit der Antriebswelle
21 verbunden.
[0011] Zur Herstellung der Verbindungen zwischen dem Schöpfraumgehäusering 2 und den Lagerscheiben
3, 4 einerseits sowie zwischen den Lagerscheiben 3, 4 und den Lagerkammergehäusen
13, 14 andererseits dienen schematisch angedeutete Schrauben 22, von denen insgesamt
zwölf auf dem Umfang verteilt angeordnet sind. Zwischen den Stirnseiten des Schöpfraumgehäuses
2 und den Lagerscheiben 3, 4 befinden sich die Schöpfraumdichtungen 23, 24. In entsprechender
Weise sind zwischen den Lagerscheiben 3, 4 und den Lagerkammergehäusen 13, 14 die
Dichtungen 25, 26 angeordnet.
[0012] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 sind die Lagerkammern 11, 12 über die generell
mit 31 bezeichnete Leitung miteinander verbunden. Diese Leitung 31 umfaßt ein außerhalb
des Schöpfraumgehäuseringes 2 geführtes Rohr 32, dessen Stirnseiten im Bereich der
Dichtflächen zwischen den Lagerkammergehäusen 13 bzw. 14 und den Lagerscheiben 3
bzw. 4 enden. Konzentrisch zum Rohr 32 sind die Flansche der Lagerkammergehäuse 13,
14 mit Bohrungen 33 und 34 ausgerüstet. Zur Abdichtung der Stirnseiten des Rohrs
32 nach außen dienen die Dichtringe 35 und 36.
[0013] Die Durchtrittsstellen des Rohrs 32 durch die Lagerscheiben 3 und 4 liegen außerhalb
der Schöpfraumdichtungen 23 und 24. Dadurch ist sichergestellt, daß im Falle eines
Lecks der Verbindungsleitung 31, z. B. im Bereich der Dichtungen 35, 36, austretendes
Öl nicht in den Schöpfraum 9 gelangen kann. Weiterhin liegen die Durchtrittsstellen
des Rohrs 32 durch die Lagerscheiben 3,4 ebenfalls außerhalb der Dichtungen 25 und
26 zwischen den Lagerscheiben 3,4 und den Lagerkammergehäusen 13, 14.
[0014] Der Fig. 2, die einen Schnitt in Höhe der Linie II-II in Fig. 1 darstellt, ist die
Lage der Verbindungsleitung 31 entnehmbar. Sie liegt in einer der unteren Ecken des
im wesentlichen ovalen Querschnitts. Das Lagerkammergehäuse 13 ist in diesem Bereich
mit einer entsprechenden Ausformung versehen.
[0015] Fig. 2 zeigt noch eine weitere Verbindungsleitung 37, und zwar in der zur Ecke mit
der Verbindungsleitung 31 diagonalen Ecke. Fig. 1 kann als Längsschnitt durch die
Wälzkolbenpumpe 1 nach den Linien I-I in Fig. 2 angesehen werden. Die Verbindungsleitung
37 ist deshalb in Fig. 1 nicht sichtbar. Die Anordnung der Verbindungsleitungen 31,37
in diagonal zueinander angeordneten Ecken bewirkt, daß die Verbindungsleitung 31 unterhalb
des Ölspiegels in den Lagerkammern 11,12 liegt, während sich die Verbindungsleitung
37 oberhalb des Ölspiegels befindet. Anhand der dargestellten Anschlußflansche 38,39
in Fig. 2 ist erkennbar, daß die dargestellte Wälzkolbenpumpe 2 eine vertikale Durchgangsrichtung
hat. Dreht man die Wälzkolbenpumpe um ihre Längsachse um 90°, um eine horizontale
Durchgangslage zu erreichen, dann ist ebenfalls eine der beiden Verbindungsleitungen
31,37 unterhalb und die andere oberhalb des Ölspiegels in den Lagerkammern 11,12 angeordnet.
[0016] Die Erfindung ist bei allen Zweiwellenpumpen - unabhängig vom Arbeitsprinzip - anwendbar,
bei denen ein Druck- und/oder Ölausgleich zwischen den Seitenkammern erwünscht ist.
1. Zweiwellenpumpe (1) mit einem Schöpfraumgehäusering (2), mit zwei seitlich daran
befestigten Lagerscheiben (3,4), mit jeweils einer Schöpfraumdichtung (23 bzw. 24)
zwischen den Stirnseiten des Gehäuseringes (2) und den Lagerscheiben (3 bzw. 4),
mit von außen an den Lagerscheiben angeflanschten Lagerkammergehäusen (13, 14) und
mit mindestens einer die Lagerscheiben durchsetzenden, die Lagerkammern (11, 12) miteinander
verbindenden Leitung (31 bzw. 37) dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsstellen der Verbindungsleitung (31 bzw. 37) durch die Lagerscheiben
(3, 4) außerhalb der Schöpfraumdichtungen (23, 24) liegen.
2. Zweiwellenpumpe (1) nach Anspruch 1, bei der zwischen den Lagerscheiben (3, 4)
und den Lagerkammergehäusen (13, 14) Dichtringe (25, 26) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsstellen der Verbindungsleitung (31 bzw. 37) durch die Lagerscheiben
(3, 4) außerhalb dieser Dichtringe (25, 26) liegen.
3. Zweiwellenpumpe (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsstellen der Verbindungsleitung (31 bzw. 37) in einer der Ecken
des Querschnitts der Pumpe (1) angeordnet sind.
4. Zweiwellenpumpe (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Verbindungsleitungen (31, 37) vorgesehen sind, deren Durchtrittsstellen
jeweils in diagonal zueinander angeordneten Ecken angeordnet sind.
5. Zweiwellenpumpe (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsleitungen (31, 37) von Rohren (32) gebildet werden.
6. Zweiwellenpumpe (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseiten der die Verbindungsleitungen bildenden Rohre (32) in der Dichtfläche
zwischen den Lagerscheiben (3, 4) und den Lagerkammergehäusen (13, 14) enden.
7. Zweiwellenpumpe (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnseiten der Verbindungsrohre (32) mit einem Dichtring (35, 36) ausgerüstet
sind.
8. Zweiwellenpumpe (1) nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die die Rohre (32) bildenden Verbindungsleitungen (31, 37) außerhalb des Schöpfraumgehäuseringes
(2) verlaufen.