(19)
(11) EP 0 314 857 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.05.1989  Patentblatt  1989/19

(21) Anmeldenummer: 88103518.2

(22) Anmeldetag:  07.03.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65H 49/32
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 05.11.1987 DE 3737590

(71) Anmelder: NORDSON CORPORATION
Westlake Ohio 44145-1148 (US)

(72) Erfinder:
  • Claassen, Henning J.
    D-2121 Wendisch-Evern (DE)

(74) Vertreter: Schwabe - Sandmair - Marx 
Stuntzstrasse 16
81677 München
81677 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäden oder Bänder von Spulen


    (57) Eine Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäden oder Bänder von Spulen weist mindestens eine angetriebene Abziehrolle (32), die zwischen zwei Seitenwänden (16) eines Grundkörpers angeordnet ist, sowie eine lösbar mit den Seitenwänden verbundene Schwenkachse (18) auf die drehbar mindestens einen Hebel (22) für einen Spulendorn (24) trägt, dessen Spule (26) an der Abziehrolle (32) anliegt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäden oder Bänder von Spulen.

    [0002] Auf vielen Gebieten müssen elastische Fäden oder Bänder von Spulen abge­wickelt und der Verarbeitung zugeführt werden; als spezielle Beispiele sollen die Herstellung von Windeln mit "Gummizügen" zur Abdichtung im Bein­und Leistenbereich sowie die Bekleidungsindustrie genannt werden, wo eben­falls solche Gummizüge eingesetzt werden.

    [0003] Ursprünglich wurden diese Gummizüge als Bündel in einem Karton zwischenge­speichert und durch einen Schlitz herausgezogen und der Verarbeitung zuge­führt. Im Verlaufe der Zeit wurde diese sehr umständliche Handhabung durch das Abwickeln der Gummibänder von Spulen ersetzt.

    [0004] In letzter Zeit ist es jedoch üblich geworden, statt solcher relativ maßiver und gut zu handhabender elastischer Bänder auch Fäden aus Poly­urethan-Elastomeren einzusetzen, wie sie beispielsweise unter dem Waren­zeichen "Lyncra" vertrieben werden. Dieses Material hat eine hohe dehnungs­ elastische Beanspruchbarkeit und findet besonders in der Beklei­dungsindustrie vielfache Verwendung.

    [0005] Diese sehr feinen Fäden lassen sich nur von Spulen abwickeln, so daß ent­sprechende Beschickungsaggregate in der Nähe der Verarbeitungsstelle auf­gestellt werden müssen.

    [0006] Da sowohl elastische Bänder, in aller Regel Gummibänder einerseits als auch solche Fäden aus Polyurethan-Elastomeren andererseits für bestimmte Anwen­dungsfälle besondere Vorteile haben, ist es üblich geworden, wahlweise je­weils das bevorzugte Material einzusetzen und die jeweiligen Beschickungs­aggregate je nach Bedarf gegeneinander auszutauschen. Dies erfordert jedoch einen hohen konstruktiven Investitionsaufwand in Verbindung mit dem immensen Platzbedrf für die Aufstellung zweier, voneinander unabhängiger Aggregate.

    [0007] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Ab­wickeln elastischer Bänder oder Fäder von Spulen zu schaffen, bei der die oben erwähnten Nachteile nicht auftreten. Insbesondere soll eine Vorrich­tung vorgeschlagen werden, mit der wahlweise entweder elastische Bänder oder elastische Fäden abgewickelt werden können.

    [0008] Dies wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale erreicht.

    [0009] Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale der Unteransprüche definiert.

    [0010] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen auf der Entwicklung eines "Kombinationsaggregates", das einen festen Grundkörper enthält, der wahl­weise mit den verschiedenen Komponenten für das Abwickeln elastischer Fäden einerseits oder elastischer Bänder andererseits bestückt werden kann. Die hierzu erforderlichen Antriebskomponenten sind bereits in dem Grundkörper integriert, so daß diese speziellen Komponenten nur noch mittels Schnell­kupplungen mit dem Grundkörper verbunden werden müssen. Es ergibt sich ein sehr kompakter und damit nur wenig Platzt erfordernder Aufbau.

    [0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Grundkörper mit Rollen ver­sehen und damit fahrbar, so daß dieses "Kombinationsaggregat" jeweils direkt zu der Verarbeitungsstelle gefahren und dort eingesetzt werden kann.

    [0012] Der Aufbau sollte symmetrisch ausgelegt werden, so daß beispielsweise auf jeder Seite des Grundkörpers eine vorgegebene Zahl von Spulen für die Fäden oder Bänder vorgesehen werden kann.

    [0013] Außerdem läßt sich in diesen Grundkörper eine Heizung für die Erwärmung der Bänder, wodurch das Abziehen erleichtert wird, und auch eine Vorreckein­richtung integrieren, wie sie ebenfalls für das Abwickeln von Bändern zweckmäßig ist.

    [0014] Auch diese Zusatzkomponenten können bei Bedarf mit wenigen Handgriffen an den Grundkörper angeschlossen werden.

    [0015] Beim Abwickeln der Fäden ist keine Vorreckung erforderlich, so daß die Führung der Fäden nur über leicht laufende Rollen erfolgt, die möglichst geringe mechanische Kräfte auf die empfindlichen Fäden ausüben.

    [0016] Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die jeweiligen Spulenkerne drehbar auf frei schwenkbar gelagerten Kniehebeln gehalten, so daß die ein­zelnen Spulen an geschwindigkeitsgeregelten Abwickelrollen anliegen. Die Gewichtsverteilung von Kniehebel und zugehöriger Spule ist so mit den auf­tretenden Drehmomenten abgestimmt, daß die Andruckkraft zwischen der Spule und der zugehörigen Abwickelrolle durch das Gewicht der Spule selbst ge­liefert wird.

    [0017] Als Alternative hierzu ist es auch möglich, die Spule und/oder die Schwenk­hebel durch externe Kräfte gegen die Abwickelrolle zu drücken, beispiels­weise durch pneumatisch erzeugte Kräfte.

    [0018] Die Antriebseinrichtungen sollten nach einer bevorzugten Ausführungsform in die Seitenwände des Grundkörpers integriert sein, wo sie frei zugänglich sind und ihre Kopplung mit den jeweiligen, auszuwechselnden Komponenten keine Probleme bereitet.

    [0019] Dieses Kombinationsaggregat läßt sich auch so umrüsten, daß Elastikbänder oder Fäden verarbeitet werden können, die sich aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften, aber auch wegen ihrer Wickelstruktur nicht für die Abwick­lung mittels einer Abziehrolle eignen, die an der jeweiligen Wickelspule anliegt. In einem solchen Fall dienen die angetriebenen Vorreckrollen als Abziehrollen, während die Welle der Wickelspule mit einer in der Regel elektronisch gesteuerten Bremse ausgerüstet ist.

    [0020] Schließlich kann dieses Kombinationsaggregat auch für das Abziehen von lose geschütteten Gummibändern bzw. Gummifäden aus einem Karton eingesetzt wer­den; zu diesem Zweck wird an einer Seitenwand ein Träger angebracht, der an seinem vorstehenden Ende mit einer Rolle versehen ist, die sich über dem Karton mit den Gummibändern bzw. Gummifäden befindet.

    [0021] Die Abziehspule wird durch eine Anpreßwalze ersetzt, um die die Gummibän­der bsw. Gummifäden geführt werden, so daß aufgrund der Drehung der an der Anpreßwalze anliegenden Antriebswalze die Gummibänder bzw. Gummifäden ab­gezogen werden.

    [0022] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen naher erläutert. Es zeigen

    Fig. 1 und Fig. 2 zwei verschiedene Seitenansichten,

    Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Bänder von insgesamt vier Spulen,

    Fig. 4 und Fig. 5 zwei verschiedene Seitenansichten,

    Fig. 6 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 1, die jedoch auf das Abwickeln elastischer Fäden von insgesamt acht Spulen umgerüstet worden ist,

    Fig. 7 eine Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Wickel­spule,

    Fig. 8 eine Ansicht einer weiteren Wickelspule mit anderer Wickelstruktur,

    Fig. 9 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach der Umrüstung für das Abziehen von Elastikbändern, die sich aufgrund ihrer Wickelstruktur nicht für den Oberflächenantrieb eignen, und

    Fig. 10 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach der Umrüstung auf das Abziehen von lose geschütteten Gummibändern bzw. Gummifäden aus einem Karton.



    [0023] Die Fig. 1 bis 3 zeigen die Ausrüstung dieses "Kombinationsaggregates" für das Abwickeln von Bändern, während die Ausrüstung für das Abwickeln von Polyurethan-Elastomerfäden, wie sie beispielsweise unter dem Warenzeichen "Lycra" verkauft werden, in den Fig. 4 bis 6 dargestellt ist.

    [0024] Diese, allgemein durch das Bezugszeichen 10 angedeutete Vorrichtung weist eine Basisplatte 12 mit vier, an den Ecken rechteckigen Basisplatte vorgesehenen Rädern 14 auf, so daß die Vorrichtung 10 auf den Rädern an den Einsatzort geschoben werden kann.

    [0025] An den kurzen Seiten der rechteckigen Basisplatte 12 sind lotrecht nach oben vorstehende Seitenwände 16 vorgesehen, die sich nur über den zen­tralen Teil der jeweiligen Seite erstrecken (siehe Fig. 3), während die langen Seiten nicht mit Seitenwänden versehen sind, so daß der etwa quader­förmige Raum zwischen den Seitenwänden 16 frei zugänglich ist, wie man aus der Darstellung nach Fig. 2 erkennt.

    [0026] In die Seitenwände 16 sind noch zu erläuternde Antriebseinrichtungen inte­griert.

    [0027] Im unteren Bereich der Seitenwände 16 sind auf jeder Seite kurze Vorsprünge 20 vorgesehen, die in der Mittelebene der Seitenwände liegen und sich etwa bis zu einer Stelle lotrecht über der Kante der rechteckigen Basisplatte 12 erstrecken. Die beiden Vorsprünge 20 auf der gemäß der Darstellung in Fig. 1 rechten Seite der Seitenwände 16 nehmen eine ersten Schwenkachse 18 (siehe Fig. 3) und die beiden Vorsprünge 20 auf der gemäß der Darstellung in Fig. 1 linken Seite nehmen eine zweite Schwenkachse 18 auf. Die Schwenk­achsen 18 können mittels einer schnell lösbaren Verbindung in den Vorsprün­gen 20 montiert werden.

    [0028] Auf den stationären Schwenkachsen 20 sind frei drehbar Kniehebel 22 gela­gert, wobei das eine Ende der Kneihebel 22, nämlich das gemäß der Darstel­lung in Fig. 1 innen liegende Ende, einen Dorn 24 (s. Fig. 3) für die Auf­nahme von Spulen 26 trägt, während die gegenüberliegenden Enden, also die gemäß der Darstellung in Fig. 1 äußeren Enden der Kniehebel 22, durch Stan­gen 28 mit ebenfalls auf den Schwenkachsen 18 sitzenden, einarmigen Hebeln 30 verbunden sind.

    [0029] Bei dem dargestellten "Kombinationsaggregat" 10 sind auf jeder Seite zwei Spulenkerne 24 und entsprechend zwei Spulen 26 vorgesehen, so daß bei die­ser Ausführungsform auf jeder Seite zwei Kniehebel 22 auf den zugehörigen Schwenkachsen 18 gelagert sind. Die Kniehebel 22 und damit die zugehörigen Dorne 24 mit den Spulen 26 können gemäß der Darstellung in Fig. 1 nach außen geschwenkt werden, indem die Kniehebel 22 mittels der Stangen 28 um die Schwenkachsen 18 gedreht werden.

    [0030] Das Gewicht der Kniehebel 22, ihre Hebelverhältnisse, ihre Schwerpunkte und das Gewicht der Dorne 24 sowie der Spulen 26 sind so aufeinander abge­stimmt, daß die Spulen 26 sich zur Mitte der Vorrichtung 10 hin bewegen wollen.

    [0031] In der Nähe der Mitte der Vorrichtung 10 und symmetrisch zu ihrer Mittel­linie erstrecken sich zwei parallel zueinander angeordnete Abziehrollen 32, die mit zugehörigen Antriebseinrichtungen (nicht dargestellt) in den Sei­ tenwänden 16 gekuppelt sind. Diese Abziehrollen 32, die sich über den gesamten Bereich zwischen den beiden Seitenwänden 16 erstrecken (siehe Fig. 3), werden durch einen geschwindigkeitsgeregelten Antrieb gedreht; die Außenflächen der Spulen 26 liegen aufgrund der erläuterten Schwenkbewegung an den Rollen 32 an, so daß die Spulen 26 von den Rollen 32 gedreht werden. Zwischen den beiden Rollen 32 ist auf der Basisplatte 12 eine schematisch angedeutete Heizeinrichtung 34 angeordnet, die dazu dient, die von den Spulen 26 abgewickelten Gummibänder 36 auf eine Temperatur von etwa 30 bis 40° C zu erwärmen und dadurch das Abziehen der Bänder 36 zu erleichtern.

    [0032] Den Spulen 26 sind Vorreckrollen 38 zugeordnet, die sich etwa in der Mitte der Vorrichtung 10 über den Spulen 26 befinden. Diese Vorreckrollen 38 sind über Schnellkupplungen mit einem zugehörigen Antrieb in den Seitenwänden 16 (nicht dargestellt) verbunden und werden mit unterschiedlichen Geschwindig­keiten gedreht, die jedoch höher als die Abziehgeschwindigkeit der elasti­schen Bänder von den Spulen 26 ist, so daß sich die angestrebte Vorreckung in der Größenordnung von 20 bis 30 % ergibt.

    [0033] Bei der Verwendung der Vorrichtung 10 entsprechend der Ausrüstung nach den Fig. 1 bis 3 zum Abwickeln der Bänder 36 von den Spulen werden die Knie­hebel 22 mittels der Stangen 28 nach außen geschwenkt, so daß insgesamt vier Spulen 26 mit Bändern 36 auf die zugehörigen Dorne 24 geschoben werden können. Nun werden die Kniehebel 22 wieder nach innen geschwenkt, so daß die Außenflächen der Bänder 36 auf den Spulen 26 in Anlage an die beiden Abziehrollen 32 kommen. Die von den Spulen 26 abgezogenen Bänder werden um die beiden Vorreckrollen 38 geführt, d. h., das Band 36 von jeder Spule 26 umschlingt teilweise die beiden Vorreckrollen 38 und wird dabei durch die unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten der beiden Rollen 38 im gewünschten Maße gereckt. Um die für diese Vorreckung erforderlichen Reibungskräfte zu erzeugen, können die beiden Rollen 38 mit einer entsprechenden Friktions­beschichtung, beispielsweise auf der Basis von Polytetrafluorethylen, ver­sehen sein.

    [0034] Während des Abziehens werden die Bänder 36 durch die Heizeinrichtung 34 er­wärmt und dabei auf der angestrebten Temperatur in der Größenordnung von 30 bis 40° C gehalten.

    [0035] Soll die Vorrichtung 10 nun auf das Abziehen von Polyurethan-Elastomeren-­Fäden 40 umgerüstet werden, so wird die nun nicht mehr erforderliche Heizeinrichtung 34 ausgebaut und auch die Schwenkachsen 18 mit den Knie­hebeln 22 und den Dornen 24 herausgenommen.

    [0036] Obwohl es im Prinzip möglich ist, nun die Kniehebel 22 und damit die Dorne 24 von den Schwenkachsen 18 zu trennen und diese mit neuen Kniehebeln 22 zu versehen, dürfte es in der Praxis zweckmäßig sein, für diese beiden Anwen­dungsfälle jeweils getrennte Module aus Schwenkachsen 18, 18′ Kniehebeln 22, 22′ und zugehörigen Dornen 24, 24′ in Bereitschaft zu halten.

    [0037] Bei der Umrüstung auf das Abwickeln von Fäden 40 werden also neue Schwenk­achsen 18′ zwischen den Vorsprüngen 20 montiert; diese Schwenkachsen 18′ tragen bei der aus den Fig. 4 bis 6 ersichtlichen Ausführungsform jeweils vier Kniehebel 22 die wiederum jeweils mit einem Dorn 24′ für die Aufnahme der Spulen 26′ für die Fäden versehen sind. Die Spulen 26′ für die Fäden sind wesentlich schmaler als die Spulen 24 für die Bänder, so daß ent­sprechend schmale Dorne 24′ verwendet werden können.

    [0038] In Fig. 6 sind nur jeweils die linken Dorne 24′ auf jeder Seite der Vor­richtung 10 dargestellt. Es läßt sich erkennen, daß jeder Kniehebel 22 an seinem außen liegenden, von den Spulen 26′ abgewandten Ende über eine parallel zu der zugehörigen Schwenkachse 18 verlaufende Stange 28′ und einen weiteren, einarmigen Hebel 30′ mit der Schwenkachse 18′ verbunden ist.

    [0039] Schließlich werden noch die angetriebenen Vorreckrollen 38 gegen nicht angetriebene, in den Seitenwänden 16 frei drehbar gelagerte Rollen 38′ ausgetauscht. Hierbei ist wesentlich, daß sich die Rollen 38′ mit möglichst geringer Reibung frei drehen können, damit sie das Abziehen der empfind­lichen elastomeren Fäden 40 möglichst wenig beeinflussen.

    [0040] Nach dieser Umrüstung werden in entsprechender Weise, wie es für die Aus­stattung nach den Fig. 1 bis 3 beschrieben wurde, die Spulen 26′ mit den elastomeren Ployurethan-Fäden 40 auf die Dorne 24′ geschoben, wodurch die Spulen 26′ nach innen geschwenkt werden und in Anlage an die Abziehrollen kommen. Nun werden die abgezogenen Fäden 40 um die Rollen 38′ und dann der weiteren Verarbeitung zugeführt. Je nach Anwendung werden die Fäden 40 auch um die Stangen 28′ geführt, die mit entsprechenden, den einzelnen Spulen 26′ zugeordneten Führungsbereichen versehen sind.

    [0041] Wie man aus Fig. 5 erkennt, sind die Rollen 38′ in getrennte Bereiche unterteilt; jeder Bereich ist einer bestimmten Spule 26′ zugeordnet, so daß der Faden 40 von dieser Spule 26′ über ein genau definiertes Führungsstück läuft. Da bei der dargestellten Ausführungsform insgesamt acht Spulen 26′ eingesetzt werden können, sind auf jeder Rolle 38′ insgesamt vier Führungsbereiche vorgesehen.

    [0042] Um die erwähnte, möglichst reibungsfreie Drehung der Führungsbereiche zu ermöglichen, werden die Rollen 38 durch zylindrische Stangen 42 gebildet, die fest oder auch drehbar in den Seitenwänden 16 gelagert sind. Auf jeder Stange 42 sitzen frei drehbar vier Hülsen 44, die jeweils an ihren Enden mit Verdickungen versehen sind und sich nicht berühren sollten, um die erörterte, freie Drehung der einzelnen Hülsen 44 nicht zu beeinträchtigen. Die Hülsen 44 bilden also die einzelnen Führungsbereiche.

    [0043] Bei der dargestellten Ausführungsform werden die Spulen 26 bzw. 26′ durch ihr Eigengewicht an die Abziehrollen gedrückt. Als Alternative hierzu ist es auch möglich, die erforderlichen Andruckkräfte auf andere Weise zu erzeugen, beispielsweise auf mechanischem oder auf pneumatischem Wege.

    [0044] Insbesondere beim Abziehen der Bänder 36 bei der Ausrüstung nach den Fig. 1 bis 3 kann es zu statischen Aufladungen kommen, die die weitere Verarbei­tung der Bänder 36 beeinträchtigen. Um diese Aufladungen zu verhindern, kann zwischen den beiden Vorreckwalzen eine Antistatik-Bürste 46 vorge­sehen werden, die während des Vorreckens an den Bändern 36 anliegt und die vorhandenen Ladungen ableitet.

    [0045] Figur 7 zeigt eine Ansicht einer Wickelspule 60 für Elastikbänder mit einer ersten Wickelstruktur, bei der die Elastikbänder gleichmäßig über die ge­samte Länge der Wickelspule zwischen ihren beiden Seitenflanschen 62 auf­gewickelt sind. Der Wickelradius bleibt über die gesamte Länge gleich, so daß bei dieser Wickelstruktur die Elastikbänder mittels des "Oberflächen­antriebs" entsprechend der Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 3 abge­zogen werden können.

    [0046] Figur 8 zeigt eine Wickelspule 64 mit einer anderen Wickelstruktur, bei der nur im zentralen Bereich die Elastikbänder den gleichen Wickelradius haben, während der Wickelradius nach außen zu den Flanschen 62 hin abnimmt. Bei dieser Wickelstruktur ist der Oberflächenantrieb entsprechend der Ausfüh­rungsform nach den Figuren 1 bis 3 mit den Abziehrollen 32 nicht möglich.

    [0047] Figur 9 zeigt die Umrüstung der Vorrichtung auf das Abziehen der Elastik­bänder von Wickelspulen 64 mit der Struktur nach Figur 8. Diese Wickelspu­len 64 werden entsprechend der Ausrüstung des Kombinationsaggregates nach den Figuren 1 bis 3 auf den Kniehebeln 22 montiert, die jedoch nicht frei schwenkbar, sondern mit Hilfe von Stützen 66 in der dargestellten Lage fi­xiert sind. Diese Lage ist so festgelegt, daß die Wickelspulen 64 nicht an den Abziehrollen 32 anliegen, die bei dieser Variante keine Funktion er­füllen.

    [0048] Der Dorn 24 jeder Wickelspule 64 ist mit einer elektronisch gesteuerten, pneumatischen Bremse 65 versehen, um die aufgrund der Massenträgheit der Wickelspule 64 auftretenden Geschwindigkeitsdifferenzen auszugleichen.

    [0049] Das Elastikband 36 verläuft von der Wickelspule 64 über die angetriebenen Vorreckrollen 38, die bei dieser Ausführungsform als Antriebsrollen dienen, und wird von dort nach außen abgeführt, wie durch den Pfeil angedeutet.

    [0050] Figur 10 zeigt schließlich eine Variante des Kombinationsaggregates, mit der lose aufgeschüttete Gummibänder 36 aus einem Karton 70 abgezogen wer­den. Bei dieser Ausführungsform, die dem Grundtyp nach den Figuren 1 bis 3 entspricht, ist an der oberen Ecke einer Seitenwand 16 ein Träger 72 ange­bracht, dessen mit einer Rolle 76 versehenes Ende sich über dem Karton 70 befindet. Das andere, mit der Ecke der Seitenwand 16 zusammenfallende Ende des Trägers 72 weist ebenfalls eine Rolle 74 auf.

    [0051] Bei dieser Variante ist auf dem drehbaren Dorn 24 statt einer Wickelspule 26 eine Anpreßwalze 78 angebracht, die an der zugehörigen Abziehrolle 32 anliegt, wodurch der Elastikfaden 36 transportiert wird.

    [0052] Der Elastikfaden 36 verläuft also von dem Karton 70 über die Rollen 76, 74 um die Anpreßwalze 78, wird durch den Reibungseingriff zwischen der An­preßwalze 78 und der Abziehrolle 32 mitgenommen und verläuft dann um die Vorreckrollen 38, bis er in Richtung des Pfeils der weiteren Verarbeitung zugeführt wird.

    [0053] In gleicher Weise wie die Gummibänder 36 können auch lose geschüttete Gummifäden aus dem Karton 70 abgezogen werden.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäder oder Bänder von Spulen gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:

    a) zwischen zwei Seitenwänden (16) eines Grundkörpers ist mindestens eine angetriebene Abziehrolle (32) angeordnet; und

    b) eine lösbar mit den Seitenwänden (16) verbundene Schwenkachse (18, 18′) trägt drehbar mindestens einen Hebel (22, 22′) für einen Spulendorn (24, 24′), dessen Spule ( 26, 26′) an der Abziehrolle (32) anliegt.


     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper mit Rollen (14) versehen ist.
     
    3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der bzw. jeder Schwenkachse (18, 18′) Kniehebel (22, 22′) mit den Spulendornen (24, 24′) gelagert sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß symmetrisch zur Mittellinie des Grundkörpers auf jeder Seite eine Ab­ziehrolle (32) und eine Schwenkachse (18, 18′)) vorgesehen sind.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Enden der Kniehebel (22, 22′) durch parallel zur Schwenk­achse (18, 18′) verlaufende Stangen (28, 28′) mit benachbarten Hebeln (30, 30′) verbunden sind.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abziehen von Bändern (36) an der Abziehrolle (32) eine Heiz­einrichtung (34) vorgesehen ist.
     
    7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim Abziehen von Bändern (36) von den Spulen (26) eine lösbar in dem Grundkörper angeordnete Vorreckeinrichtung (38) vorgesehen ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorreck­einrichtung durch zwei mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehbare, in den Seitenwänden (16) gelagerte, angetriebene Rollen (38) gebildet wird.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorreckeinrichtung (38) eine Antistatikeinrichtung (46) zur Ab­leitung von Ladungen zugeordnet ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zum Abziehen von Fäden (40) jeder Spule (26) eine frei drehbar in den Seitenwänden (16) des Grundkörpers gelagerte Führungsrolle (38′) zugeordnet ist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Spulen (26, 26′) durch ihr Eigengewicht oder durch äußere mechanische Kräfte, insbesondere durch pneumatische Kräfte, in Anlage an den zugehörigen Abziehrollen (32) gehalten sind.
     
    12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch Stützen (66) zur Fixierung der Winkelhebel (22) in einer Lage, in der die Wickelspulen (64, 68) nicht an den Abziehrollen (32) anliegen, wobei die Vorreckrollen (38) die Abziehkraft liefern, und durch eine Bremse (65) für die Welle der Wickelspule (64, 68).
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremse eine elektronisch gesteuerte, pneumatische Bremse (65) ist.
     
    14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sum Abziehen von lose geschütteten Fäden oder Bändern aus einem Kar­ton (70) mindestens eine Spule (26) durch eine Anpreßwalze (78) ersetzt ist, die an der Abziehrolle (32) anliegt.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch einen Träger (72) mit frei drehbaren Rollen (74, 76) für die Führung der Fäden oder Bänder, von denen sich eine Rolle (76) über dem Karton (70) befindet.
     




    Zeichnung




























    Recherchenbericht