[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäden oder Bänder
von Spulen.
[0002] Auf vielen Gebieten müssen elastische Fäden oder Bänder von Spulen abgewickelt und
der Verarbeitung zugeführt werden; als spezielle Beispiele sollen die Herstellung
von Windeln mit "Gummizügen" zur Abdichtung im Beinund Leistenbereich sowie die Bekleidungsindustrie
genannt werden, wo ebenfalls solche Gummizüge eingesetzt werden.
[0003] Ursprünglich wurden diese Gummizüge als Bündel in einem Karton zwischengespeichert
und durch einen Schlitz herausgezogen und der Verarbeitung zugeführt. Im Verlaufe
der Zeit wurde diese sehr umständliche Handhabung durch das Abwickeln der Gummibänder
von Spulen ersetzt.
[0004] In letzter Zeit ist es jedoch üblich geworden, statt solcher relativ maßiver und
gut zu handhabender elastischer Bänder auch Fäden aus Polyurethan-Elastomeren einzusetzen,
wie sie beispielsweise unter dem Warenzeichen "Lyncra" vertrieben werden. Dieses
Material hat eine hohe dehnungs elastische Beanspruchbarkeit und findet besonders
in der Bekleidungsindustrie vielfache Verwendung.
[0005] Diese sehr feinen Fäden lassen sich nur von Spulen abwickeln, so daß entsprechende
Beschickungsaggregate in der Nähe der Verarbeitungsstelle aufgestellt werden müssen.
[0006] Da sowohl elastische Bänder, in aller Regel Gummibänder einerseits als auch solche
Fäden aus Polyurethan-Elastomeren andererseits für bestimmte Anwendungsfälle besondere
Vorteile haben, ist es üblich geworden, wahlweise jeweils das bevorzugte Material
einzusetzen und die jeweiligen Beschickungsaggregate je nach Bedarf gegeneinander
auszutauschen. Dies erfordert jedoch einen hohen konstruktiven Investitionsaufwand
in Verbindung mit dem immensen Platzbedrf für die Aufstellung zweier, voneinander
unabhängiger Aggregate.
[0007] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Abwickeln
elastischer Bänder oder Fäder von Spulen zu schaffen, bei der die oben erwähnten Nachteile
nicht auftreten. Insbesondere soll eine Vorrichtung vorgeschlagen werden, mit der
wahlweise entweder elastische Bänder oder elastische Fäden abgewickelt werden können.
[0008] Dies wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale erreicht.
[0009] Zweckmäßige Ausführungsformen werden durch die Merkmale der Unteransprüche definiert.
[0010] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile beruhen auf der Entwicklung eines "Kombinationsaggregates",
das einen festen Grundkörper enthält, der wahlweise mit den verschiedenen Komponenten
für das Abwickeln elastischer Fäden einerseits oder elastischer Bänder andererseits
bestückt werden kann. Die hierzu erforderlichen Antriebskomponenten sind bereits in
dem Grundkörper integriert, so daß diese speziellen Komponenten nur noch mittels Schnellkupplungen
mit dem Grundkörper verbunden werden müssen. Es ergibt sich ein sehr kompakter und
damit nur wenig Platzt erfordernder Aufbau.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Grundkörper mit Rollen versehen und
damit fahrbar, so daß dieses "Kombinationsaggregat" jeweils direkt zu der Verarbeitungsstelle
gefahren und dort eingesetzt werden kann.
[0012] Der Aufbau sollte symmetrisch ausgelegt werden, so daß beispielsweise auf jeder Seite
des Grundkörpers eine vorgegebene Zahl von Spulen für die Fäden oder Bänder vorgesehen
werden kann.
[0013] Außerdem läßt sich in diesen Grundkörper eine Heizung für die Erwärmung der Bänder,
wodurch das Abziehen erleichtert wird, und auch eine Vorreckeinrichtung integrieren,
wie sie ebenfalls für das Abwickeln von Bändern zweckmäßig ist.
[0014] Auch diese Zusatzkomponenten können bei Bedarf mit wenigen Handgriffen an den Grundkörper
angeschlossen werden.
[0015] Beim Abwickeln der Fäden ist keine Vorreckung erforderlich, so daß die Führung der
Fäden nur über leicht laufende Rollen erfolgt, die möglichst geringe mechanische Kräfte
auf die empfindlichen Fäden ausüben.
[0016] Nach einer bevorzugten Ausführungsform sind die jeweiligen Spulenkerne drehbar auf
frei schwenkbar gelagerten Kniehebeln gehalten, so daß die einzelnen Spulen an geschwindigkeitsgeregelten
Abwickelrollen anliegen. Die Gewichtsverteilung von Kniehebel und zugehöriger Spule
ist so mit den auftretenden Drehmomenten abgestimmt, daß die Andruckkraft zwischen
der Spule und der zugehörigen Abwickelrolle durch das Gewicht der Spule selbst geliefert
wird.
[0017] Als Alternative hierzu ist es auch möglich, die Spule und/oder die Schwenkhebel
durch externe Kräfte gegen die Abwickelrolle zu drücken, beispielsweise durch pneumatisch
erzeugte Kräfte.
[0018] Die Antriebseinrichtungen sollten nach einer bevorzugten Ausführungsform in die Seitenwände
des Grundkörpers integriert sein, wo sie frei zugänglich sind und ihre Kopplung mit
den jeweiligen, auszuwechselnden Komponenten keine Probleme bereitet.
[0019] Dieses Kombinationsaggregat läßt sich auch so umrüsten, daß Elastikbänder oder Fäden
verarbeitet werden können, die sich aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften, aber
auch wegen ihrer Wickelstruktur nicht für die Abwicklung mittels einer Abziehrolle
eignen, die an der jeweiligen Wickelspule anliegt. In einem solchen Fall dienen die
angetriebenen Vorreckrollen als Abziehrollen, während die Welle der Wickelspule mit
einer in der Regel elektronisch gesteuerten Bremse ausgerüstet ist.
[0020] Schließlich kann dieses Kombinationsaggregat auch für das Abziehen von lose geschütteten
Gummibändern bzw. Gummifäden aus einem Karton eingesetzt werden; zu diesem Zweck
wird an einer Seitenwand ein Träger angebracht, der an seinem vorstehenden Ende mit
einer Rolle versehen ist, die sich über dem Karton mit den Gummibändern bzw. Gummifäden
befindet.
[0021] Die Abziehspule wird durch eine Anpreßwalze ersetzt, um die die Gummibänder bsw.
Gummifäden geführt werden, so daß aufgrund der Drehung der an der Anpreßwalze anliegenden
Antriebswalze die Gummibänder bzw. Gummifäden abgezogen werden.
[0022] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegenden, schematischen Zeichnungen naher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 und Fig. 2 zwei verschiedene Seitenansichten,
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Bänder von insgesamt
vier Spulen,
Fig. 4 und Fig. 5 zwei verschiedene Seitenansichten,
Fig. 6 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 1, die jedoch auf das Abwickeln
elastischer Fäden von insgesamt acht Spulen umgerüstet worden ist,
Fig. 7 eine Ansicht einer ersten Ausführungsform einer Wickelspule,
Fig. 8 eine Ansicht einer weiteren Wickelspule mit anderer Wickelstruktur,
Fig. 9 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach der Umrüstung für das Abziehen von
Elastikbändern, die sich aufgrund ihrer Wickelstruktur nicht für den Oberflächenantrieb
eignen, und
Fig. 10 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach der Umrüstung auf das Abziehen von
lose geschütteten Gummibändern bzw. Gummifäden aus einem Karton.
[0023] Die Fig. 1 bis 3 zeigen die Ausrüstung dieses "Kombinationsaggregates" für das Abwickeln
von Bändern, während die Ausrüstung für das Abwickeln von Polyurethan-Elastomerfäden,
wie sie beispielsweise unter dem Warenzeichen "Lycra" verkauft werden, in den Fig.
4 bis 6 dargestellt ist.
[0024] Diese, allgemein durch das Bezugszeichen 10 angedeutete Vorrichtung weist eine Basisplatte
12 mit vier, an den Ecken rechteckigen Basisplatte vorgesehenen Rädern 14 auf, so
daß die Vorrichtung 10 auf den Rädern an den Einsatzort geschoben werden kann.
[0025] An den kurzen Seiten der rechteckigen Basisplatte 12 sind lotrecht nach oben vorstehende
Seitenwände 16 vorgesehen, die sich nur über den zentralen Teil der jeweiligen Seite
erstrecken (siehe Fig. 3), während die langen Seiten nicht mit Seitenwänden versehen
sind, so daß der etwa quaderförmige Raum zwischen den Seitenwänden 16 frei zugänglich
ist, wie man aus der Darstellung nach Fig. 2 erkennt.
[0026] In die Seitenwände 16 sind noch zu erläuternde Antriebseinrichtungen integriert.
[0027] Im unteren Bereich der Seitenwände 16 sind auf jeder Seite kurze Vorsprünge 20 vorgesehen,
die in der Mittelebene der Seitenwände liegen und sich etwa bis zu einer Stelle lotrecht
über der Kante der rechteckigen Basisplatte 12 erstrecken. Die beiden Vorsprünge 20
auf der gemäß der Darstellung in Fig. 1 rechten Seite der Seitenwände 16 nehmen eine
ersten Schwenkachse 18 (siehe Fig. 3) und die beiden Vorsprünge 20 auf der gemäß der
Darstellung in Fig. 1 linken Seite nehmen eine zweite Schwenkachse 18 auf. Die Schwenkachsen
18 können mittels einer schnell lösbaren Verbindung in den Vorsprüngen 20 montiert
werden.
[0028] Auf den stationären Schwenkachsen 20 sind frei drehbar Kniehebel 22 gelagert, wobei
das eine Ende der Kneihebel 22, nämlich das gemäß der Darstellung in Fig. 1 innen
liegende Ende, einen Dorn 24 (s. Fig. 3) für die Aufnahme von Spulen 26 trägt, während
die gegenüberliegenden Enden, also die gemäß der Darstellung in Fig. 1 äußeren Enden
der Kniehebel 22, durch Stangen 28 mit ebenfalls auf den Schwenkachsen 18 sitzenden,
einarmigen Hebeln 30 verbunden sind.
[0029] Bei dem dargestellten "Kombinationsaggregat" 10 sind auf jeder Seite zwei Spulenkerne
24 und entsprechend zwei Spulen 26 vorgesehen, so daß bei dieser Ausführungsform
auf jeder Seite zwei Kniehebel 22 auf den zugehörigen Schwenkachsen 18 gelagert sind.
Die Kniehebel 22 und damit die zugehörigen Dorne 24 mit den Spulen 26 können gemäß
der Darstellung in Fig. 1 nach außen geschwenkt werden, indem die Kniehebel 22 mittels
der Stangen 28 um die Schwenkachsen 18 gedreht werden.
[0030] Das Gewicht der Kniehebel 22, ihre Hebelverhältnisse, ihre Schwerpunkte und das Gewicht
der Dorne 24 sowie der Spulen 26 sind so aufeinander abgestimmt, daß die Spulen 26
sich zur Mitte der Vorrichtung 10 hin bewegen wollen.
[0031] In der Nähe der Mitte der Vorrichtung 10 und symmetrisch zu ihrer Mittellinie erstrecken
sich zwei parallel zueinander angeordnete Abziehrollen 32, die mit zugehörigen Antriebseinrichtungen
(nicht dargestellt) in den Sei tenwänden 16 gekuppelt sind. Diese Abziehrollen 32,
die sich über den gesamten Bereich zwischen den beiden Seitenwänden 16 erstrecken
(siehe Fig. 3), werden durch einen geschwindigkeitsgeregelten Antrieb gedreht; die
Außenflächen der Spulen 26 liegen aufgrund der erläuterten Schwenkbewegung an den
Rollen 32 an, so daß die Spulen 26 von den Rollen 32 gedreht werden. Zwischen den
beiden Rollen 32 ist auf der Basisplatte 12 eine schematisch angedeutete Heizeinrichtung
34 angeordnet, die dazu dient, die von den Spulen 26 abgewickelten Gummibänder 36
auf eine Temperatur von etwa 30 bis 40° C zu erwärmen und dadurch das Abziehen der
Bänder 36 zu erleichtern.
[0032] Den Spulen 26 sind Vorreckrollen 38 zugeordnet, die sich etwa in der Mitte der Vorrichtung
10 über den Spulen 26 befinden. Diese Vorreckrollen 38 sind über Schnellkupplungen
mit einem zugehörigen Antrieb in den Seitenwänden 16 (nicht dargestellt) verbunden
und werden mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gedreht, die jedoch höher als
die Abziehgeschwindigkeit der elastischen Bänder von den Spulen 26 ist, so daß sich
die angestrebte Vorreckung in der Größenordnung von 20 bis 30 % ergibt.
[0033] Bei der Verwendung der Vorrichtung 10 entsprechend der Ausrüstung nach den Fig. 1
bis 3 zum Abwickeln der Bänder 36 von den Spulen werden die Kniehebel 22 mittels
der Stangen 28 nach außen geschwenkt, so daß insgesamt vier Spulen 26 mit Bändern
36 auf die zugehörigen Dorne 24 geschoben werden können. Nun werden die Kniehebel
22 wieder nach innen geschwenkt, so daß die Außenflächen der Bänder 36 auf den Spulen
26 in Anlage an die beiden Abziehrollen 32 kommen. Die von den Spulen 26 abgezogenen
Bänder werden um die beiden Vorreckrollen 38 geführt, d. h., das Band 36 von jeder
Spule 26 umschlingt teilweise die beiden Vorreckrollen 38 und wird dabei durch die
unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten der beiden Rollen 38 im gewünschten Maße gereckt.
Um die für diese Vorreckung erforderlichen Reibungskräfte zu erzeugen, können die
beiden Rollen 38 mit einer entsprechenden Friktionsbeschichtung, beispielsweise auf
der Basis von Polytetrafluorethylen, versehen sein.
[0034] Während des Abziehens werden die Bänder 36 durch die Heizeinrichtung 34 erwärmt
und dabei auf der angestrebten Temperatur in der Größenordnung von 30 bis 40° C gehalten.
[0035] Soll die Vorrichtung 10 nun auf das Abziehen von Polyurethan-Elastomeren-Fäden 40
umgerüstet werden, so wird die nun nicht mehr erforderliche Heizeinrichtung 34 ausgebaut
und auch die Schwenkachsen 18 mit den Kniehebeln 22 und den Dornen 24 herausgenommen.
[0036] Obwohl es im Prinzip möglich ist, nun die Kniehebel 22 und damit die Dorne 24 von
den Schwenkachsen 18 zu trennen und diese mit neuen Kniehebeln 22 zu versehen, dürfte
es in der Praxis zweckmäßig sein, für diese beiden Anwendungsfälle jeweils getrennte
Module aus Schwenkachsen 18, 18′ Kniehebeln 22, 22′ und zugehörigen Dornen 24, 24′
in Bereitschaft zu halten.
[0037] Bei der Umrüstung auf das Abwickeln von Fäden 40 werden also neue Schwenkachsen
18′ zwischen den Vorsprüngen 20 montiert; diese Schwenkachsen 18′ tragen bei der aus
den Fig. 4 bis 6 ersichtlichen Ausführungsform jeweils vier Kniehebel 22 die wiederum
jeweils mit einem Dorn 24′ für die Aufnahme der Spulen 26′ für die Fäden versehen
sind. Die Spulen 26′ für die Fäden sind wesentlich schmaler als die Spulen 24 für
die Bänder, so daß entsprechend schmale Dorne 24′ verwendet werden können.
[0038] In Fig. 6 sind nur jeweils die linken Dorne 24′ auf jeder Seite der Vorrichtung
10 dargestellt. Es läßt sich erkennen, daß jeder Kniehebel 22 an seinem außen liegenden,
von den Spulen 26′ abgewandten Ende über eine parallel zu der zugehörigen Schwenkachse
18 verlaufende Stange 28′ und einen weiteren, einarmigen Hebel 30′ mit der Schwenkachse
18′ verbunden ist.
[0039] Schließlich werden noch die angetriebenen Vorreckrollen 38 gegen nicht angetriebene,
in den Seitenwänden 16 frei drehbar gelagerte Rollen 38′ ausgetauscht. Hierbei ist
wesentlich, daß sich die Rollen 38′ mit möglichst geringer Reibung frei drehen können,
damit sie das Abziehen der empfindlichen elastomeren Fäden 40 möglichst wenig beeinflussen.
[0040] Nach dieser Umrüstung werden in entsprechender Weise, wie es für die Ausstattung
nach den Fig. 1 bis 3 beschrieben wurde, die Spulen 26′ mit den elastomeren Ployurethan-Fäden
40 auf die Dorne 24′ geschoben, wodurch die Spulen 26′ nach innen geschwenkt werden
und in Anlage an die Abziehrollen kommen. Nun werden die abgezogenen Fäden 40 um die
Rollen 38′ und dann der weiteren Verarbeitung zugeführt. Je nach Anwendung werden
die Fäden 40 auch um die Stangen 28′ geführt, die mit entsprechenden, den einzelnen
Spulen 26′ zugeordneten Führungsbereichen versehen sind.
[0041] Wie man aus Fig. 5 erkennt, sind die Rollen 38′ in getrennte Bereiche unterteilt;
jeder Bereich ist einer bestimmten Spule 26′ zugeordnet, so daß der Faden 40 von dieser
Spule 26′ über ein genau definiertes Führungsstück läuft. Da bei der dargestellten
Ausführungsform insgesamt acht Spulen 26′ eingesetzt werden können, sind auf jeder
Rolle 38′ insgesamt vier Führungsbereiche vorgesehen.
[0042] Um die erwähnte, möglichst reibungsfreie Drehung der Führungsbereiche zu ermöglichen,
werden die Rollen 38 durch zylindrische Stangen 42 gebildet, die fest oder auch drehbar
in den Seitenwänden 16 gelagert sind. Auf jeder Stange 42 sitzen frei drehbar vier
Hülsen 44, die jeweils an ihren Enden mit Verdickungen versehen sind und sich nicht
berühren sollten, um die erörterte, freie Drehung der einzelnen Hülsen 44 nicht zu
beeinträchtigen. Die Hülsen 44 bilden also die einzelnen Führungsbereiche.
[0043] Bei der dargestellten Ausführungsform werden die Spulen 26 bzw. 26′ durch ihr Eigengewicht
an die Abziehrollen gedrückt. Als Alternative hierzu ist es auch möglich, die erforderlichen
Andruckkräfte auf andere Weise zu erzeugen, beispielsweise auf mechanischem oder auf
pneumatischem Wege.
[0044] Insbesondere beim Abziehen der Bänder 36 bei der Ausrüstung nach den Fig. 1 bis 3
kann es zu statischen Aufladungen kommen, die die weitere Verarbeitung der Bänder
36 beeinträchtigen. Um diese Aufladungen zu verhindern, kann zwischen den beiden Vorreckwalzen
eine Antistatik-Bürste 46 vorgesehen werden, die während des Vorreckens an den Bändern
36 anliegt und die vorhandenen Ladungen ableitet.
[0045] Figur 7 zeigt eine Ansicht einer Wickelspule 60 für Elastikbänder mit einer ersten
Wickelstruktur, bei der die Elastikbänder gleichmäßig über die gesamte Länge der
Wickelspule zwischen ihren beiden Seitenflanschen 62 aufgewickelt sind. Der Wickelradius
bleibt über die gesamte Länge gleich, so daß bei dieser Wickelstruktur die Elastikbänder
mittels des "Oberflächenantriebs" entsprechend der Ausführungsform nach den Figuren
1 bis 3 abgezogen werden können.
[0046] Figur 8 zeigt eine Wickelspule 64 mit einer anderen Wickelstruktur, bei der nur im
zentralen Bereich die Elastikbänder den gleichen Wickelradius haben, während der Wickelradius
nach außen zu den Flanschen 62 hin abnimmt. Bei dieser Wickelstruktur ist der Oberflächenantrieb
entsprechend der Ausführungsform nach den Figuren 1 bis 3 mit den Abziehrollen 32
nicht möglich.
[0047] Figur 9 zeigt die Umrüstung der Vorrichtung auf das Abziehen der Elastikbänder von
Wickelspulen 64 mit der Struktur nach Figur 8. Diese Wickelspulen 64 werden entsprechend
der Ausrüstung des Kombinationsaggregates nach den Figuren 1 bis 3 auf den Kniehebeln
22 montiert, die jedoch nicht frei schwenkbar, sondern mit Hilfe von Stützen 66 in
der dargestellten Lage fixiert sind. Diese Lage ist so festgelegt, daß die Wickelspulen
64 nicht an den Abziehrollen 32 anliegen, die bei dieser Variante keine Funktion erfüllen.
[0048] Der Dorn 24 jeder Wickelspule 64 ist mit einer elektronisch gesteuerten, pneumatischen
Bremse 65 versehen, um die aufgrund der Massenträgheit der Wickelspule 64 auftretenden
Geschwindigkeitsdifferenzen auszugleichen.
[0049] Das Elastikband 36 verläuft von der Wickelspule 64 über die angetriebenen Vorreckrollen
38, die bei dieser Ausführungsform als Antriebsrollen dienen, und wird von dort nach
außen abgeführt, wie durch den Pfeil angedeutet.
[0050] Figur 10 zeigt schließlich eine Variante des Kombinationsaggregates, mit der lose
aufgeschüttete Gummibänder 36 aus einem Karton 70 abgezogen werden. Bei dieser Ausführungsform,
die dem Grundtyp nach den Figuren 1 bis 3 entspricht, ist an der oberen Ecke einer
Seitenwand 16 ein Träger 72 angebracht, dessen mit einer Rolle 76 versehenes Ende
sich über dem Karton 70 befindet. Das andere, mit der Ecke der Seitenwand 16 zusammenfallende
Ende des Trägers 72 weist ebenfalls eine Rolle 74 auf.
[0051] Bei dieser Variante ist auf dem drehbaren Dorn 24 statt einer Wickelspule 26 eine
Anpreßwalze 78 angebracht, die an der zugehörigen Abziehrolle 32 anliegt, wodurch
der Elastikfaden 36 transportiert wird.
[0052] Der Elastikfaden 36 verläuft also von dem Karton 70 über die Rollen 76, 74 um die
Anpreßwalze 78, wird durch den Reibungseingriff zwischen der Anpreßwalze 78 und der
Abziehrolle 32 mitgenommen und verläuft dann um die Vorreckrollen 38, bis er in Richtung
des Pfeils der weiteren Verarbeitung zugeführt wird.
[0053] In gleicher Weise wie die Gummibänder 36 können auch lose geschüttete Gummifäden
aus dem Karton 70 abgezogen werden.
1. Vorrichtung zum Abwickeln elastischer Fäder oder Bänder von Spulen
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
a) zwischen zwei Seitenwänden (16) eines Grundkörpers ist mindestens eine angetriebene
Abziehrolle (32) angeordnet; und
b) eine lösbar mit den Seitenwänden (16) verbundene Schwenkachse (18, 18′) trägt drehbar
mindestens einen Hebel (22, 22′) für einen Spulendorn (24, 24′), dessen Spule ( 26,
26′) an der Abziehrolle (32) anliegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper mit Rollen
(14) versehen ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf
der bzw. jeder Schwenkachse (18, 18′) Kniehebel (22, 22′) mit den Spulendornen (24,
24′) gelagert sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß symmetrisch
zur Mittellinie des Grundkörpers auf jeder Seite eine Abziehrolle (32) und eine Schwenkachse
(18, 18′)) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
äußeren Enden der Kniehebel (22, 22′) durch parallel zur Schwenkachse (18, 18′) verlaufende
Stangen (28, 28′) mit benachbarten Hebeln (30, 30′) verbunden sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Abziehen von Bändern (36) an der Abziehrolle (32) eine Heizeinrichtung (34) vorgesehen
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim
Abziehen von Bändern (36) von den Spulen (26) eine lösbar in dem Grundkörper angeordnete
Vorreckeinrichtung (38) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorreckeinrichtung
durch zwei mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehbare, in den Seitenwänden (16)
gelagerte, angetriebene Rollen (38) gebildet wird.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Vorreckeinrichtung (38) eine Antistatikeinrichtung (46) zur Ableitung von Ladungen
zugeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Abziehen von Fäden (40) jeder Spule (26) eine frei drehbar in den Seitenwänden (16)
des Grundkörpers gelagerte Führungsrolle (38′) zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spulen (26, 26′) durch ihr Eigengewicht oder durch äußere mechanische Kräfte, insbesondere
durch pneumatische Kräfte, in Anlage an den zugehörigen Abziehrollen (32) gehalten
sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch Stützen (66)
zur Fixierung der Winkelhebel (22) in einer Lage, in der die Wickelspulen (64, 68)
nicht an den Abziehrollen (32) anliegen, wobei die Vorreckrollen (38) die Abziehkraft
liefern, und durch eine Bremse (65) für die Welle der Wickelspule (64, 68).
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremse eine elektronisch
gesteuerte, pneumatische Bremse (65) ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sum
Abziehen von lose geschütteten Fäden oder Bändern aus einem Karton (70) mindestens
eine Spule (26) durch eine Anpreßwalze (78) ersetzt ist, die an der Abziehrolle (32)
anliegt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch einen Träger (72) mit frei
drehbaren Rollen (74, 76) für die Führung der Fäden oder Bänder, von denen sich eine
Rolle (76) über dem Karton (70) befindet.