[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Bestimmen der Kraftstoffeinspritzmenge
für eine Brennkraftmaschine gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs.
[0002] Ein Steuergerät bestimmt die Kraftstoffeinspritzmenge aus den Ausgangssignalen für
den angesaugten Luftmassenstrom und die Drehzahl der Brennkraftmaschine. Ein dabei
verwendeter Luftmassenmesser mit beheiztem Sensor gibt jedoch nur in eingeschwungenem
Zustand, d. h., wenn sein beheizter Sensor auf Betriebstemperatur aufgeheizt ist,
ein von dem angesaugten Luftmassenstrom eindeutig abhängiges Ausgangssignal ab. Beim
Start der Brennkraftmaschine ist dies jedoch nicht der Fall. Der Stromfluß zum Aufheizen
des beheizten Sensors wird von der Meßschaltung nicht von einem durch einen Luftmassenstrom
verursachten Stromfluß unterschieden. Dementsprechend ergibt sich ein Ausgangssignal,
das einem zu großen Luftmassenwert entspricht.
[0003] In der europäischen Patentschrift 0 064 664 ist deshalb vorgeschlagen worden, das
Ausgangssignal des Luftmassenmessers während des Startvorganges der Brennkraftmaschine
bis zum Ablauf eines Zeitgliedes zu unterdrücken und an seiner Stelle ein Ersatzsignal
zu verwenden. Damit kommt der durch den Aufheizstrom bewirkte Fehler nicht zur Wirkung.
[0004] Versuchsreihen haben jedoch gezeigt, daß beim Warmstart der Brennkraftmaschine ein
weiterer Fehler beim Ausgangssignal des Luftmassenmessers auftritt. Dieser Fehler
führt ebenfalls zu fälschlich erhöhten Luftmassenwerten und klingt nur langsam ab.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, eine Anordnung zum Bestimmen der
Kraftstoffeinspritzmenge für eine Brennkraftmaschine so auszuführen, daß dieser Fehler
vermieden wird.
[0006] Die erfindungsgemäße Lösung ist im Patentanspruch gekennzeichnet.
[0007] Es hat sich gezeigt, daß der Fehler beim Warmstart dann auftritt, wenn vorher bei
Stillstand der Brennkraftmaschine die Zündung und damit auch der Luftmassenmesser
eingeschaltet war. Da im Stillstand der Brennkraftmaschine keine Luftmasse angesaugt
wird, kommt es wegen fehlender Kühlung zu einer Erwärmung des Lufttemperaturfühlers
über Wärmeleitung durch den beheizten Sensor. Der Lufttemperaturfühler dient zur Kompensation
der Temperatur der angesaugten Luft. Liegt seine Temperatur jedoch durch den vorbeschriebenen
Effekt über der Temperatur der Umgebungsluft, so liefert der Luftmassenmesser beim
Wiederstart der Brennkraftmaschine fälschlich erhöhte Meßwerte. Diese Meßfehler treten
so lange auf, bis der Lufttemperaturfühler durch den Luftmassenstrom wieder auf die
Temperatur der Umgebungsluft abgekühlt ist.
[0008] Um diese Fehlerquelle zu beseitigen ist erfindungsgemäß vorgesehen, die Stromversorgung
des Luftmassenmessers abzuschalten, wenn die Drehzahl der Brennkraftmaschine einen
bestimmten Schwellwert unterschreitet. Dieser Schwellwert liegt unterhalb der kleinsten
Betriebsdrehzahl der Brennkraftmaschine, die der Anlaßdrehzahl entspricht. Ein Unterschreiten
des Schwellwertes ist somit gleichbedeutend mit dem Stillstand der Brennkraftmaschine.
[0009] Durch das Abschalten der Stromversorgung wird das Aufheizen des Lufttemperaturfühlers
vermieden. Die Wiederinbetriebnahme des Luftmassenmessers beim nächsten Anlassen der
Brennkraftmaschine ist gewährleistet, da der die Abschaltung auslösende Schwellwert
der Drehzahl unterhalb der Anlaßdrehzahl liegt.
[0010] Die Erfindung wird anhand der FIG erläutert. Die FIG zeigt eine Anordnung zum Bestimmen
der Kraftstoffeinspritzmenge für eine Brennkraftmaschine.
[0011] Ein Luftmassenmesser besteht aus einer Brückenschaltung 1, einer Meßschaltung 2
und einer Stromversorgung 3. Ein beheizter Sensor 11 und ein Lufttemperaturfühler
12 im Ansaugtrakt einer Brennkraftmaschine, sowie weitere Abgleichwiderstände 13 bilden
die Brückenschaltung.
[0012] Der detaillierte Aufbau und die Wirkungsweise eines solchen Luftmassenmessers ist
bekannt und zum Beispiel in der deutschen Patentanmeldung 36 l4 118 beschrieben. In
der FIG sind die elektrischen Verbindungen zwischen der Brückenschaltung 1 und der
Meßschaltung 2, bzw. Stromversorgung 3, deshalb nur durch eine strichlierte Wirkverbindung
angedeutet. Die aktiven elektronischen Bauteile der Meßschaltung 2 und der Stromversorgung
3 sind von der Brückenschaltung 1 räumlich getrennt in einem Steuergerät 6 integriert.
Das hat den Vorteil, daß in dem hohen Temperaturen ausgesetzten Ansaugtrakt der Brennkraftmaschine
nur die passiven Bauteile der Brückenschaltung 1 angeordnet sind. Die Lebensdauer
der aktiven elektronischen Bauteile wird dadurch wesentlich erhöht. Das Steuergerät
6 ist im wesentlichen ein Mikroprozessor mit Beschaltung, der aus den Ausgangssignalen
des Luftmassenmessers und eines Drehzahlmessers 4 die Kraftstoffeinspritzmenge für
die Brennkraftmaschine berechnet. Der Drehzahlmesser 4 ist dabei ein beliebiger Drehzahlmesser,
der in Lage ist, ein zur Verarbeitung in einem Mikroprozessor geeignetes Ausgangssignal
abzugeben.
[0013] Ein Zündschalter 5 dient zum Ein- und Ausschalten des Steuergeräts 6 und damit der
gesamten Anordnung. Dieser Zündschalter 5 ist identisch mit dem in Kraftfahrzeugen
üblicherweise verwendedeten Schalter zum Aktivieren der elektrischen Systeme des
Fahrzeugs.
[0014] Wird die Brennkraftmaschine über den Zündschalter 5 abgestellt, so ist damit auch
die Stromversorgung 3 des Luftmassenmessers abgeschaltet und es kann zu keiner unzulässigen
Erwärmung des Lufttemperaturfühlers 12 kommen. Ist dagegen die Brennkraftmaschine
zum Stillstand gekommen und der Zündschalter 5 bleibt eingeschaltet, wird der beheizte
Sensor 11 des Luftmassenmessers weiterhin auf eine konstante Übertemperatur gegenüber
der Temperatur des Lufttemperaturfühlers 12 eingeregelt. Da im Stillstand der Brennkraftmaschine
jede Kühlung durch einen Luftmassenstrom entfällt wird der Lufttemperaturfühler 12
über die mechanischen Halterungen mittels Wärmeleitung und auch über direkte Wärmestrahlung
vom beheizten Sensor 11 her erwärmt. Damit gibt der Luftmassenmesser beim Wiederstart
der Brennkraftmaschine ein fehlerhaftes Ausgangssignal ab.
[0015] Dieser Zustand - Zündschalter 5 ein und Stillstand der Brennkraftmaschine - kann
unter Umständen länger anhalten. Dies ist z. B. der Fall beim Benutzen elektrischer
Verbraucher im Stillstand der Brennkraftmaschine, die über den Zündschalter 5 geschaltet
werden. Je länger dieser Zustand bestehen bleibt, desto größer wird der Meßfehler
für die Luftmasse nach dem Wiederstart der Brennkraftmaschine.
[0016] Um dies zu verhindern ist ein Prüfteil 61 in dem Steuergerät 6 vorgesehen, dem das
Ausgangssignal des Drehzahlmessers 4 zugeführt ist und das die Stromversorgung 3
des Luftmassenmessers ein- und ausschalten kann. Das Prüfteil 61 ist eine Schwellwertstufe,
die beim Unterschreiten der Anlaßdrehzahl der Brennkraftmaschine die Stromversorgung
abschaltet und erst beim Wiedererreichen dieses Schwellwertes wieder einschaltet.
Damit wird beim Stehenbleiben der Brennkraftmaschine die Stromversorgung 3 des Luftmassenmessers
abgeschaltet und der Lufttemperaturfühler 12 damit nicht unzulässig erwärmt, obwohl
der Zündschalter 5 eingeschaltet bleibt. Da bereits beim Anlaßvorgang der Brennkraftmaschine
der Schwellwert der Drehzahl überschritten ist, wird die Stromversorgung 3 beim Wiederanlassen
sofort wieder eingeschaltet.
Anordnung zum Bestimmen der Kraftstoffeinspritzmenge für eine Brennkraftmaschine,
- mit einem Luftmassenmesser,
-- der eine Brückenschaltung 1) mit einem beheizten Sensor (11) und einem Lufttemperaturfühler
(12) im Ansaugtrakt der Brennkraftmaschine aufweist,
-- der eine Meßschaltung (2) und eine Stromversorgung (3) für die Brückenschaltung
(1) hat und
-- der ein von dem angesaugten Luftmassenstrom abhängiges Ausgangssignal abgibt,
- mit einem Drehzahlmesser (4), der ein von der Drehzahl der Brennkraftmaschine abhängiges
Ausgangssignal abgibt,
- mit einem Steuergerät (6), das unter Verwendung der Ausgangssignale des Luftmassenmessers
und des Drehzahlmessers (4) die der Brennkraftmaschine zuzuführende Kraftstoffeinspritzmenge
bestimmt,
- mit einem Zündschalter (5) zum Ein-und Ausschalten der Anordnung,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuergerät (6) ein Prüfteil (61) enthält, das beim Unterschreiten eines Schwellwerts
für die Drehzahl der Brennkraftmaschine, der unterhalb der Anlaßdrehzahl liegt, die
Stromversorgung (3) des Luftmassenmessers abschaltet.