[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Umstellvorrichtung für bewegliche Teile einer
Schienenweiche im Ablenkungsbereich einer Weiche, insbesondere Zungenschienen, Einschienenablenkungsvorrichtungen
oder bewegliche Backenschienen, bei welcher die beweglichen Schienen an starre Weichenteile
zur Anlage bringbar sind.
[0002] Bei einer aus der AT-PS 328 488 bekanntgewordenen Konstruktion der Abstützung der
Flügelschienen wurde die Weichenverstellung in konventioneller Weise durchgeführt
und es wurde mit den zu verschiebenden Teilen jeweils eine in Verschieberichtung
verlaufende Schieberstange verbunden. Aus der US-PS 1 269 444 ist bereits eine Ausbildung
bekannt, bei welcher an ein Herzstück wechselweise in Anlage bringbare, bewegliche
Schienenteile über zwischen feste Widerlager an den Schwellen und den Stegen der Schienen
angreifende Keile verstellt werden. Bei derartigen Ausbildungen muß der Verschiebeantrieb
gelenkig an den Keilen angreifen, da die Keile in Anlage an den Schienensteg gehalten
werden müssen. Eine exakte Führung der Verstellmechanismen ist bei einer derartigen
Ausbildung nicht ohne weiteres möglich, und es ist vor allen Dingen eine definierte
Endstellung nicht ohne weiteres gewährleistet. Die Keile müssen bei der bekannten
Ausbildung mit den beweglichen Schienen mitverschwenkt werden und es ergeben sich
bei dieser Verschwenkung auf Grund der Geometrie der Anlenkung Längenänderungen in
der Antriebsverbindung und die bekannte Ausbildung erscheint daher für mit hoher
Geschwindigkeit befahrene Strecken in keiner Weise die erforderliche Sicherheit zu
bieten.
[0003] Für die Verstellung von beweglichen Teilen einer Schienenweiche im Ablenkungsbereich
einer Weiche, insbesondere Zungenschienen, sind bisher eine Reihe von Weichenantrieben
entwickelt worden, welche in Richtung der Verschiebebewegung der Zungenschienen wirksam
wurden, wobei die jeweils eingenommene Endlage mit entsprechenden Verschlüssen verriegelt
wurden. Ein bekanntes Beispiel für derartige Verschlüsse ist der sogenannte Klammerzungenverschluß.
[0004] Insbesondere für Hochgeschwindigkeitsweichen mit hohen Krümmungsradien ergeben sich
bei derartigen konventionellen Weichenantrieben eine Reihe von bisher nicht gelösten
Problemen für die korrekte Verstellung. So ist beispielsweise für derartige Hochgeschwindigkeitsweichen
die Verstellung der Weiche an nur einer Stelle mit einem konventionellen Weichenantrieb
in der Regel nicht ausreichend, um über einen längeren Bereich den gewünschten großen
Kurvenradius aufrechtzuerhalten und die Befahrbarkeit mit hoher Geschwindigkeit sicherzustellen.
Die Vervielfachung konventioneller Weichenantriebe für Zungenschienen führt aber
zu einer Reihe von Justierungsproblemen, da die entsprechenden, der gleichen Zungenschiene
in Längsrichtung derselben zugeordneten Antriebe unter Aufrechterhaltung des geforderten
Kurvenradius betrieben werden müssen.
[0005] Die Erfindung zielt nun darauf ab, eine Umstellvorrichtung der eingangs genannten
Art für die beweglichen Teile einer Schienenweiche im Ablenkungsbereich einer Weiche,
insbesondere für die Zungenschienen oder beweglichen Backenschienen, und im besonderen
für mit hoher Geschwindigkeit durchfahrbare Weichen zu schaffen, mit welcher es in
einfacher Weise möglich ist, während der Umstellung den gewünschten Kurvenradius
exakt einzuhalten und gleichzeitig eine sichere Spurhaltung zu gewährleisten. Insbesondere
soll die erfindungsgemäße Umstellvorrichtung auch den Aufwand, wie er bei einer Mehrzahl
von Verschlüssen herkömmlicher Bauart getrieben werden müßte, herabsetzen und die
Anzahl der erforderlichen Antriebe, insbesondere bei zur Erzielung großer Kurvenradien
entsprechend langem, verschieblich gelagerten Bereich der Zungenschienen wesentlich
herabsetzen. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht die Erfindung im wesentlichen darin,
daß die beweglichen Schienen durch in Schienenlängsrichtung verlaufende, an den Schwellen
bzw. Unterlagsplatten in Längsrichtung der Schienen verschiebbar geführte Abstützstangen
in ihrer anliegenden Lage abgestützt sind, und daß die Abstützstangen als Stellglied
für die Umstellung ausgebildet sind und Schubstützen aufweisen, welche mit Schubstützen
der beweglichen Schienen zur Verschiebung der Schienen zusammenwirken, wobei wenigstens
eine der miteinander zusammenwirkenden Flächen der Schubstützen von Schiene und/oder
Abstützstange von einer Keilfläche gebildet ist, welche in eine zur Längsrichtung
der Abstützstange im wesentlichen parallele Stützfläche übergeht, welche Stützfläche
in der anliegenden Stellung der Schiene mit der Schubstütze der Schiene zusammenwirkt.
Durch die Abstützung der Abstützstangen an den Schwellen bzw. an den Unterlagsplatten
wird eine exakte Führung dieser Abstützstangen sichergestellt und durch die Anordnung
von Schubstützen an der Abstützstange bzw. an der beweglichen Schiene kann gleichzeitig
ein Stellantrieb verwirklicht werden, welcher in seiner jeweiligen Endlage eine Sicherung
der beweglichen Schienen gegen Horizontalkräfte bewirkt. Gleichzeitig mit dieser
Sicherung gegen insbesondere bei mit hoher Geschwindigkeit befahrenen Weichen auftretende
horizontale Kräfte, kann aber die Verstellung durch Auswahl der jeweils miteinander
in Wirkverbindung tretenden Flächen der Schubstützen in einer Weise erfolgen, daß
an einer Mehrzahl von in Schienenlängsrichtung nebeneinanderliegenden Teilbereichen
der beweglichen Schienen die Verstellung unter Aufrechterhaltung des geforderten großen
Krümmungsradius erfolgt, so daß die Befahrbarkeit mit hoher Geschwindigkeit sichergestellt
ist. Die in der Endlage jeweils eintretende Abstützung ist durch die in der Endlage
zur Wirkung gelangenden, im wesentlichen parallelen Stützflächen sichergestellt und
es wird nach dem Auflaufen auf die an die schrägen Flächen anschließenden zur Schienenlängsrichtung
im wesentlichen parallelen Stützflächen ein definierter Verstellweg für die Verstellung
der beweglichen Schienen sichergestellt, und dies auch dann, wenn beispielsweise
auf Grund von Temperaturschwankungen sich Längenänderungen in der Abstützstange oder
der beweglichen Schiene ergeben. Derartige Längenänderungen auf Grund von Temperaturschwankungen
sind insbesondere auf Grund des über eine große Schienenlänge verschieblichen Teilbereiches
der Zungenschiene einer Hochgeschwindigkeitsweiche von besonderer Bedeutung.
[0006] Um die Reibungsverluste an den Schubstützen herabzusetzen, kann mit Vorteil die Ausbildung
so getroffen sein, daß eine der beiden miteinander zusammenwirkenden Schubstützen
eine Rolle aufweist. Die Keilflächen selbst können von ebenen Keilflächen gebildet
werden, wobei es naturgemäß ohne weiteres denkbar ist, die Keilflächen als gekrümmte
Flächen, insbesondere als konkav gekrümmte Flächen, auszubilden.
[0007] Insbesondere auf Grund der großen Kurvenradien bei Hochgeschwindigkeitsweichen und
auf Grund der Tatsache, daß bei derartigen großen Kurvenradien der gleitend geführte
Teilbereich der beweglichen Schienen entsprechend lang ist, ist mit Vorteil die Ausbildung
so getroffen, daß in Längsrichtung angeordnete Schubstützen der Abstützstange(n) und/oder
der beweglichen Schienenteile unterschiedliche Höhe und/oder Neigung der Keilflächen
aufweisen. Im Falle der Verwendung von konventionellen Weichenstellantrieben wären
bei derartigen Ausbildungen für Hochgeschwindigkeitsweichen ohne weiteres drei oder
auch vier Weichenantriebe konventioneller Bauart erforderlich, deren Abstimmung und
aufeinander bezogene Steuerung mit einem wesentlich höheren Aufwand verbunden wäre
und gleichzeitig im Falle von Temperaturschwankungen und entsprechenden Längenveränderungen
nur mit entsprechendem Spiel an den Zungenschienen angreifen könnte.
[0008] Mit Vorteil ist die Ausbildung so getroffen, daß jede Abstützstange und jede Schiene
wenigstens je drei Schubstützen aufweisen, wodurch längere, bewegliche Schienenabschnitte
in einem exakt definierten Ausmaß verschoben werden können und der gewünschte Kurvenradius
exakt eingestellt werden kann. Die Schienen selbst können in konventioneller Weise
durch Spurstangen miteinander verbunden sein, so daß die Verschiebung einer der beweglichen
Schienen in Richtung einer Anlage an einen starren Weichenteil gleichzeitig eine Verschiebung
der gegenüberliegenden, beweglichen Schiene unter Einhalten eines vorbestimmten Abstandes
vom jeweils gegenüberliegenden, starren Weichenteil erfolgt. Prinzipiell können hiebei
für jede bewegliche Schiene gesonderte Abstützstangen vorgesehen sein, wobei der Antrieb
in einer Weise phasenverschoben erfolgen muß, daß zum Zwecke der Verschiebung einer
Schiene in Anlage an einen starren Weichenteil die jeweils vom starren Weichenteil
abzuhebende, gegenüberliegende Schiene zunächst aus ihrer Verriegelungsposition freigegeben
wird.
[0009] Die Ausbildung kann aber auch erfindungsgemäß in besonders einfacher Weise so verwirklicht
werden, daß zu beiden Seiten einer Abstützstange Schubstützen angeordnet sind, deren
zur Längsrichtung der Abstützstange im wesentlichen parallele Stützflächen in Längsrichtung
der Abstützstange versetzt angeordnet sind. Bei einer derartigen Ausbildung wird es
möglich, mit nur einer Abstützstange gleichzeitig eine bewegliche Schiene an einen
starren Weichenteil anzustellen und eine gegenüberliegende, bewegliche Schiene von
dem starren Weichenteil abzuheben, wofür beispielsweise die Ausbildung in besonders
einfacher Weise so getroffen sein kann, daß die Schubstützen an Kopplungsgliedern
einander zugeordneter beweglicher Schienen angreifen. Die Ausbildung kann aber hiebei
auch so getroffen sein, daß die mit einer Abstützstange verbundenen Schubstützen gekröpfte,
sich quer zur Längsachse der Abstützstange erstreckende Leisten aufweisen, deren
der Schubstütze zugewandte und abgewandte Flanken mit je wenigstens einem Gegenanschlag,
insbesondere Rolle, der Schubstütze der Schiene zusammenwirken. Auch mit einer derartigen
Ausbildung wird es möglich, mit nur einer Abstützstange die gleichzeitige Verstellung
von zwei beweglichen Schienen in einer Weise vorzunehmen, daß jeweils eine Schiene
in Anlage an einen starren Weichenteil gelangt und die jeweils andere Schiene von
einer derartigen Anlage an starre Weichenteile abgehoben wird.
[0010] Zusätzlich zu den im wesentlichen zur Schienenlängsrichtung parallelen Stützflächen
der Schubstütze, kann eine weitere Abstützung zwischen den Schubstützen in einfacher
Weise dadurch erzielt werden, daß zwischen Schubstützen einer Abstützstange und/oder
einer Schiene Anschläge für die Abstützung der beweglichen Schiene in Anlage an starre
Schienenteile angeordnet sind, welche bei Verschiebung der Abstützstangen in Längsrichtung
derselben außer Eingriff gelangen, wobei der Verschiebeweg der beweglichen Schienen
freigegeben wird.
[0011] Die für die Positionskontrolle erforderlichen Sicherungs- und Kontrolleinrichtungen
können in einfacher Weise so ausgebildet sein, daß die Abstützstangen mit Einrichtungen
zum Erfassen der Stellung der Abstützstangen, wie z.B. elektromagnetischen Endlagestellungsgebern
oder induktiven Näherungsschaltern, verbunden sind.
[0012] In bevorzugter Weise wird erfindungsgemäß so vorgegangen, daß die Abstützstange(n)
in mit den Schwellen bzw. Unterlagsplatten verbundenen und sich in Längsrichtung
der Schienen erstreckenden Führungen, beispielsweise Winkelprofilen, verschiebbar
geführt ist (sind), wobei die Winkelprofile mit Vorteil mit den Unterlagsplatten verschweißt
sein können. Derartige Winkelprofile dienen dabei neben einer Abstützung und Führung
der Abstützstangen auch bei zusätzlicher Aufnahme der Querkräfte.
[0013] Um insbesondere bei langen Abstützstangen, wie sie für Weichenantriebe erforderlich
erscheinen, welche für extrem große Kurvenradien ausgelegt sind, die Gleitreibung
herabzusetzen und die Dimensionierung der Antriebe klein halten zu können, ist die
Ausbildung erfindungsgemäß mit Vorteil so getroffen, daß die Abstützstange(n) in den
Führungen über Rollen gleitend und/oder federnd abgestützt ist (sind). Eine derartige
federnde Abstützung stellt insbesondere sicher, daß bei schlecht gestopften Geleisen
und damit bei nicht fluchtenden Oberkanten der Schwellen eine sichere Führung der
Abstützstangen auch über große Längen gewährleistet ist.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In dieser zeigen Fig.1 eine erfindungsgemäße
Umstellvorrichtung für die beweglichen Zungenschienen einer Weiche; Fig.2 eine andere
Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Umstellvorrichtung für bewegliche Zungenschienen
einer Weiche; Fig.3 eine erfindungsgemäße Umstellvorrichtung für bewegliche Backenschienen
einer Weiche; Fig.4 eine erste Ausführungsform einer Abstützstange mit zu beiden Seiten
angeordneten Schubstützen in gegenüber den vorangehenden Figuren vergrößertem Maßstab,
und Fig.5 eine andere Ausführungsform einer Doppelschubstützenanordnung in einer
zu Fig.4 analogen Darstellung.
[0015] In Fig.1 sind starre und mit nicht näher dargestellten Schwellen unter Zwischenschaltung
von Unterlagsplatten od.dgl. fix verschraubte Backenschienen mit 1 und 2 und bewegliche
Zungenschienen mit 3 bezeichnet. Zur Umstellung und Abstützung der Zungenschienen
3 sind Abstützstangen 4 vorgesehen, welche in Längsrichtung der geradlinig verlaufenden
Backenschiene l angeordnet sind und in schematisch angedeuteten und beispielsweise
auf Schwellen festgelegten Führungen 5 geführt sind. Zur Betätigung der Abstützstangen
4 zur Umstellung der Zungenschienen sind Antriebe 6 vorgesehen, welche beispielsweise
von Elektrohubmotoren oder Hydraulikzylindern gebildet sein können. Zur Verstellung
und Abstützung der Zungenschienen weisen die Abstützstangen 4 Schubstützen 7 auf,
welche jeweils eine Keilfläche 8 aufweisen, welche in eine zur Längsrichtung der Abstützstangen
4 im wesentlichen parallele Stützfläche 9 übergeht. Die Schubstützen 7 wirken mit
ihren Keilflächen 8 bzw. ihren im wesentlichen zu den Abstützstangen 4 parallelen
Stützflächen 9 mit an den Zungenschienen 3 vorgesehenen Schubstützen 10 zusammen.
Die Zungenschienen sind über schematisch angedeutete Zungenverbindungen 11 miteinander
verbunden. In Fig.1 sind weiters Zungenstützen 12 zwischen den Backenschienen 1 bzw.
2 und den Zungenschienen 3 angedeutet.
[0016] Bei der in Fig.1 dargestellten Ausbildung werden die beiden Abstützstangen bzw. Schubstützen
4 von den Antrieben 6 in jeweils gleicher Richtung beaufschlagt, wobei zum Umstellen
der in Fig.1 gezeigten Stellung eine Bewegung der gerade ausgebildeten und sich nur
in Längsrichtung bewegenden Schubstangen 4 durch den Pfeil 13 angedeutet ist. Bei
einer gleichsinnigen und gleichzeitigen Bewegung der Schubstangen 4 erfolgt zuerst
ein Lösen der gesicherten Stellung dadurch, daß die Schubstützen 10 der an der Backenschiene
1 anliegenden Zungenschiene 3 mit den parallel zur Schubstange 4 verlaufenden Flächen
9 außer Eingriff gelangen, worauf bei einer weiteren Verschiebung der Schubstangen
4 in Richtung des Pfeiles 13 die Keilflächen 8 der der zweiten Zungenschiene 3 zugeordneten
Schubstützen 7 mit den Schubstützen 10 dieser Zungenschiene in Eingriff gelangen
und unter Vermittlung der Zungenverbindungen 11 eine Umstellung der Weiche bewirken.
Die Verriegelung in der Endlage erfolgt dabei wiederum durch ein Anliegen der Flächen
9 an den Schubstützen 10 in der Endstellung der Schubstangen 4. Um dem Krümmungsverhalten
der Zungenschienen bei im wesentlichen parallel zur Backenschiene 1 angeordneten Schubstangen
4 Rechnung zu tragen, sind die an den Zungenschienen 3 vorgesehenen, mit den Schubstützen
7 zusammenwirkenden Schubstützen 10 mit unterschiedlichen Abmessungen ausgebildet
und es weisen die Schubstützen 7 entsprechend dem Krümmungsverhalten der Zungenschienen
3 unterschiedlich geneigte Keilflächen 8 und in unterschiedlichem Abstand von den
Schubstangen 4 parallel zu diesen verlaufende Stützflächen 9 auf.
[0017] Bei entsprechender Anordnung der Schubstützen 7 an den Schubstangen 4 ist ohne weiteres
auch eine gegensinnige Bewegungsrichtung der Schubstangen beim Umstellen und Verriegeln
der Zungenschienen denkbar. Für eine Verminderung der Reibung der Schubstützen 10
an den Keilflächen 8 bei der Umstellung können im Bereich der Anlagefläche der Schubstützen
10 beispielsweise Rollen vorgesehen sein, wobei weiters für ein leichtes Abrollen
derartiger Rollen von einer geradlinig verlaufenden Keilfläche 8 abweichende Keilflächenverläufe
gewählt werden können. Weiters können die Schubstützen 10 wenigstens über einen Teilbereich
mit entsprechend der damit zusammenwirkenden Schubstütze ausgebildeter Neigung abgeschrägt
ausgebildet sein.
[0018] Bei der Darstellung gemäß Fig.2 wurden für gleiche Bauteile die Bezugszeichen der
Fig.1 beibehalten. Zur Umstellung der Zungenschienen 3 werden wiederum im wesentlichen
in Längsrichtung der Backenschiene l verlaufende Abstützstangen vorgesehen, wobei
bei der in Fig.2 dargestellten Ausführungsform diese Abstützstangen geteilt ausgebildet
sind und die Teile der Abstützstangen mit 14 bzw. 15 bezeichnet sind. An den Abstützstangen
14, 15 sind wiederum Schubstützen 7 mit Keilflächen 8 und im wesentlichen zur Längsrichtung
der Abstützstangen 14,15 parallel verlaufenden Stützflächen 9 vorgesehen, welche mit
Schubstützen 10 für eine Verstellung und Verriegelung der Zungenschienen in jeweils
an den Backenschienen anliegender Stellung zusammenwirken. Der Antrieb bei der Ausführungsform
gemäß Fig.2 wird von einem etwa mittig der Länge der gesamten Abstützstangen 14,15
schematisch angedeuteten Motor 16 gebildet, wobei weiters Getriebe 17 angedeutet sind.
Die Umsetzung der Drehbewegung des Motors auf eine rein translatorische Bewegung der
Abstützstangen 14,15 erfolgt beispielsweise über Zahnstangen 18, über welche die Abstützstangen
14,15 miteinander verbunden si:d.
[0019] Anstelle der in den Fig.1 und 2 gezeigten Antriebe können andere bekannte Antriebe
vorgesehen sein, wobei beispielsweise anstelle der Antriebe 6 der Fig.1 ein gemeinsamer
Antrieb für eine Translationsbewegung der Abstützstangen 4 denkbar ist, bei welchem
die Abstützstangen miteinander gekoppelt sind. Es ist weiters die Verwendung von Winkelhebeln
zur Übertragung einer Verstellbewegung eines Antriebes in eine rein translatorische
Bewegung der Abstützstangen denkbar, wobei diese Winkelhebel in an sich bekannter
Weise geeignete Kulissenführungen oder Ausnehmungen aufweisen. Diese Winkelhebel können
dabei auch an Drehtellern od.dgl. vorgesehen sein, welche beispielsweise mit einer
quer zur Schienenlängsrichtung angeordneten, herkömmlichen Umstellvorrichtung für
Weichen gekoppelt sind.
[0020] In Fig.3 ist eine Umstellvorrichtung für eine Einschienenablenkungsvorrichtung mit
bewegbarer Backenschiene gezeigt. Dabei sind die beweglichen Abschnitte der Backenschiene
mit 19 bezeichnet und die starren, an nicht näher dargestellten Schwellen bzw. Unterlagsplatten
fix befestigten Zwischenschienen mit 20 und 21 bezeichnet, wobei die Zwischenschienen
20 Teile der Backenschienen darstellen und die Zwischenschienen 21 als Teile der
Zungenschienen im Vergleich mit den Fig.1 und 2 anzusehen sind. Weiters sind Verbindungsschienen
22 dargestellt. Die beweglichen Abschnitte der Backenschienen 19 sind über Verbindungsstangen
23 ähnlich zu den Verbindungsstangen 11 der Fig.1 und 2 miteinander verbunden. Zur
Umstellung bzw. Verriegelung der Backenschienen 19 sind wiederum in Längsrichtung
angeordnete Abstützstangen 24 vorgesehen, welche in schematisch angedeuteten und wiederum
mit 5 bezeichneten Führungen geführt und abgestützt sind. Als Antrieb sind wiederum
Elektrohubmotoren oder hydraulische Zylinder-Kolbenaggregate 25 vorgesehen. Die Abstützstangen
24 weisen wiederum Schubstützen 7 mit Keilflächen 8 und im wesentlichen zur Längsrichtung
der Abstützstangen 24 parallel verlaufenden Stützflächen 9 auf. Die mit den Schubstützen
7 zusammenwirkenden Schubstützen 10 der beweglichen Teile der Backenschienen 19 sind
dabei ebenso wie die einzelnen Schubstützen entsprechend dem Krümmungsverhalten der
Backenschiene 19 unterschiedlich voneinander ausgebildet.
[0021] Zur Abstützung der jeweiligen Endlage der beweglichen Backenschienen 19 sind weiters
an den Zwischenschienen 22 Anschläge 26 und an Schwellen oder Unterlagsplatten in
nicht näher dargestellter Weise festgelegte Anschläge 27 vorgesehen. Bei einer Umstellung
der Weiche werden die Antriebe 25 so gesteuert, daß zuerst die durch das Zusammenwirken
der Schubstützen 10 mit den Stützflächen 9 erzielte Verriegelung gelöst wird, worauf
durch eine Verschiebung der Abstützstangen 24 durch ein Zusammenwirken der Keilflächen
8 mit den Schubstützen 10 eine Umstellung der Backenschienen in die andere Endposition
erfolgt. Für eine derartige Umstellung von beweglichen Backenschienen werden große
Kräfte auf dieselben übertragen, so daß eine entsprechend stabile und massive Ausbildung
der Abstützstangen 24 mit einem entsprechenden Antrieb vorgesehen sein muß.
[0022] In Fig.4 ist in gegenüber den vorangehenden Figuren vergrößerter Darstellung eine
Zungenschiene 28 dargestellt, welche an einer Backenschiene 29 anliegt. Mit der Zungenschiene
28 ist eine Schubstütze 30 verbunden, in welcher Rollen 31 gelagert sind, welche mit
Schubstützen 32 einer nur in Längsrichtung der Schiene beweglichen Abstützstange 33
zusammenwirken. Die Schubstützen 32 weisen wiederum geneigte Keilflächen 34 sowie
im wesentlichen zur Längsrichtung der Abstützstange 33 parallel verlaufende Stützflächen
35 auf.
[0023] Bei der in Fig.4 dargestellten Stellung erfolgt die Verriegelung der Zungenschiene
durch das Zusammenwirken der der Schiene zugewandten Stützfläche 35 mit einer in der
Ebene der Rolle 31 vorgesehenen Anschlagfläche 36. Für eine Öffnung bzw. ein Umschalten
der Zungenschiene erfolgt bei einer Bewegung der Abstützstange 33 in Richtung des
Pfeiles 37 zuerst eine Entriegelung der aneinander anliegenden Flächen 35 und 36,
woran anschließend die der Zungenschiene 28 entferntere Rolle 31 mit der außenliegenden
Keilfläche 34 in Eingriff gelangt und somit die Zungenschiene 28 von der Backenschiene
29 abzieht. Für die Abstützung der Zungenschiene 28 über ihre gesamte Länge sind
analog wie zu den vorangehenden Figuren in Längsrichtung eine Mehrzahl von Schubstützen
an der Abstützstange 33 angeordnet. Bei einer derartigen Ausführungsform einer Doppelschubstützenanordnung
kann eine Kopplung der Zungenschienen, wie dies in Fig.1 und 2 dargestellt ist, entfallen,
da über die Schubstützen nicht nur eine Umstellung und Verriegelung sondern auch durch
die auf der anderen Seite der Abstützstange angeordnete Schubstütze eine Öffnung
der entsprechenden Zungenschiene erfolgt. Bei entsprechender Stabilität der Abstützstange
und bei Vorhandensein eines entsprechend leistungsstarken Antriebes kann eine Ausbildung
einer Abstützstange mit zu beiden Seiten derselben angeordneten Schubstützen 32 auch
mit einer Verbindungsstange bzw. Spurstange zwischen den Zungenschienen zusammenwirken,
so daß für die Umstellung beider Zungenschienen mit einer einzigen Abstützstange
das Auslangen gefunden werden kann. Zu diesem Zweck ist die in Fig.4 dargestellte
Schubstütze 30, welche mit der Zungenschiene 28 verbunden ist, als Zungenverbindung
ausgebildet, wie sie in Fig.1 beispielsweise mit 11 bezeichnet wurde.
[0024] Bei der Ausbildung gemäß Fig.5 ist die Zungenschiene 28 wiederum in Anlage an eine
Backenschiene 29 dargestellt und mit einer Schubstütze 38 verbunden. Die Schubstütze
38 weist Rollen 39 und 40 auf, welche in einem Fortsatz 41 der Schubstütze 38 gelagert
sind und eine Leiste 42 umgreifen, welche mit einer mit der Abstützstange 33 verbundenen
Schubstütze 43 verbunden ist. Die beispielsweise außerhalb der Ebene der Abstützstange
33 verlaufende Leiste 42 weist dabei eine erste Keilfläche 44, welche in eine erste
zur Längsrichtung der Abstützstange 33 im wesentlichen parallel verlaufende Abstützfläche
45 übergeht und mit welcher die Rolle 39 zusammenwirkt, sowie eine zweite Keilfläche
bzw. geneigte Fläche 46 auf, welche in eine zweite Stützfläche 47 übergeht. Bei einer
Bewegung der Abstützstange 33 in Richtung des Pfeiles 37 für ein Öffnen bzw. Umschalten
der Zungenschiene 28 gelangt zuerst die Rolle 39 außer Eingriff mit der Stützfläche
45, worauf durch ein Zusammenwirken der Rolle 40 mit der zweiten Keilfläche 46 der
Leiste die Zungenschiene 28 von der Backenschiene 29 abgehoben wird. Zur Führung der
Abstützstange 33 ist eine mit nicht näher dargestellten Schwellen verbundene Führung
48 angedeutet, welche Führungsrollen 49 für ein reibungsfreies Gleiten der Abstützstange
33 aufweist, wobei zur Verbesserung der Führung weitere Führungsrollen 50 angedeutet
sind. Analog wie bei der Ausbildung gemäß Fig.4 kann bei der gezeigten Ausführung
eine Abstützstange mit Schubstützen für den Fall, daß jeder Zungenschiene eine derartige
Schubstütze zugeordnet ist, auf Verbindungsstangen bzw. Spurstangen zwischen den
Zungenschienen verzichtet werden. Es kann aber auch mit einer einzigen derartigen
Abstützstange zum Umschalten der Weiche das Auslangen gefunden werden, wenn eine Verbindung
zwischen den zwei Zungenschienen vorgesehen ist, da auch bei der in Fig.5 gezeigten
Ausführungsform durch die Ausbildung und Anordnung der Keilflächen und Stützflächen
bei einer Verschiebung der Abstützstange sowohl eine Umstellbewegung als auch eine
gleichzeitige Öffnungsbewegung erzielt wird.
[0025] Der Einsatz von Umstellvorrichtungen für eine Weiche mit in Längsrichtung der Schienen
verlaufenden, nur translatorisch bewegten Abstützstangen gemäß der vorliegenden Erfindung
ist besonders vorteilhaft für Weichen mit großen Bogen, bei welchen mehrere Verschlüsse
herkömmlicher Bauart vorgesehen werden müßten. Durch die erfindungsgemäße Umstellvorrichtung
kann für die Verstellung und Sicherung mit beweglichen Schienen zugeordneten Abstützstangen
das Auslangen gefunden werden und es kann eine gezielte Abstützung und Einstellung
der Krümmung der beweglichen Teile der Weiche durch eine gewünschte Anzahl von entsprechend
ausgebildeten Schubstützen an diesen Abstützstangen, welche mit entsprechend dimensionierten
Anschlägen an den beweglichen Weichenteilen zusammenwirken, in einfacher Weise erzielt
werden. Weiters ergeben sich die Vorteile, daß keine Verschlußfelder für das Vorsehen
von gesonderten Verschlüssen notwendig sind, daß keine Teile in das Schotterbett ragen
und daß bei Verwendung von Antrieben, wie sie in den Fig.1 bis 3 dargestellt wurden,
keine seitlichen Antriebe und Antriebslagerungen vorgesehen werden müssen. Weiters
wird durch die Umstellung und Verriegelung der Endpositionen der beweglichen Schienenteile
über die Schubstützen, welche die Keilflächen und im wesentlichen parallel zur Längsrichtung
der Abstützstangen verlaufende Stützflächen aufweisen, ermöglicht, daß die Zungenöffnung
auf ein Minimum reduziert werden kann und der engste Durchgang immer garantiert ist.
Bei Verwendung der Umstellvorrichtung zum Umstellen einer Zungenvorrichtung in der
in den Fig.1 und 2 dargestellten Ausführungsart wird die Zunge unter Vermittlung
der Verbindungsstangen jeweils bei geeigneter Anordnung der Anschläge an den Zungenschienen
zwischen den Schubstützen eingespannt, wodurch ein Verwinden oder Verdrehen der Zungenschienen
ausgeschlossen ist und somit die ordnungsgemäße Anlage der Zungenschienen an jeder
Stelle und die Exaktheit des Fahrkantenverlaufes immer garantiert ist.
1. Umstellvorrichtung für bewegliche Teile (3,19,28) einer Schienenweiche im Ablenkungsbereich
einer Weiche, insbesondere Zungenschienen, Einschienenablenkungsvorrichtung oder
bewegliche Backenschienen, bei welcher die beweglichen Schienen an starre Weichenteile
(1,2,20,21,29) zur Anlage bringbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die beweglichen
Schienen (3,19,28) durch in Schienenlängsrichtung verlaufende, an den Schwellen bzw.
Unterlagsplatten in Längsrichtung der Schienen verschiebbar geführte Abstützstangen
(4,14,15,24,33) in ihrer anliegenden Lage abgestützt sind, und daß die Abstützstangen
als Stellglied für die Umstellung ausgebildet sind und Schubstützen (7,32,43) aufweisen,
welche mit Schubstützen (10,30,38) der beweglichen Schienen (3,19,28) zur Verschiebung
der Schienen zusammenwirken, wobei wenigstens eine der miteinander zusammenwirkenden
Flächen der Schubstützen von Schiene und/oder Abstützstange von einer Keilfläche (8,34,44,46)
gebildet ist, welche in eine zur Längsrichtung der Abstützstange (4,14,15,24,33) im
wesentlichen parallele Stützfläche (9,35,45,47) übergeht, welche Stützfläche in der
anliegenden Stellung der Schiene mit der Schubstütze (10,30,38) der Schiene zusammenwirkt.
2. Umstellvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine der beiden
miteinander zusammenwirkenden Schubstützen (30,38) eine Rolle (31,39,40) aufweist.
3. Umstellvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede Abstützstange
(4,14,15,24) und jede Schiene (3,19) wenigstens je drei Schubstützen (7) aufweisen.
4. Umstellvorrichtung nach Anspruch l, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zu beiden
Seiten einer Abstützstange (33) Schubstützen (32) angeordnet sind, deren zur Längsrichtung
der Abstützstange im wesentlichen parallele Stützflächen (35) in Längsrichtung der
Abstützstange versetzt angeordnet sind.
5. Umstellvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
einer Abstützstange (33) verbundenen Schubstützen (43) gekröpfte, sich quer zur Längsachse
der Abstützstange erstreckende Leisten (42) aufweisen, deren der Schubstütze zugewandte
und abgewandte Flanken (44,46) mit je wenigstens einem Gegenanschlag, insbesondere
Rolle (39,40), der Schubstütze (38) der Schiene (28) zusammenwirken.
6. Umstellvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schubstützen
(32,43) an Kopplungsgliedern einander zugeordneter beweglicher Schienen angreifen.
7. Umstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
in Längsrichtung angeordnete Schubstützen (7,10,30,32,38,43) der Abstützstange(n)
(4,14, 15,24,33) und/oder der beweglichen Schienenteile (3,19,28) unterschiedliche
Höhe und/oder Neigung der Keilflächen (9,35,44,46) aufweisen.
8. Umstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Schubstützen (7,10) einer Abstützstange (4,14,15,24) und/oder einer Schiene
(3,19) Anschläge (27) für die Abstützung der beweglichen Schiene (3,19) in Anlage
an starre Schienenteile (1,2,20,21) angeordnet sind, welche bei Verschiebung der Abstützstangen
(4,14,15,24) in Längsrichtung derselben außer Eingriff gelangen, wobei der Verschiebeweg
der beweglichen Schienen (3,19) freigegeben wird.
9. Umstellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abstützstange(n) (4,14,15, 24,33) in mit den Schwellen bzw. Unterlagsplatten verbundenen
und sich in Längsrichtung der Schienen erstreckenden Führungen (5, 48), insbesondere
Winkelprofilen, verschiebbar geführt ist (sind).
10. Umstellvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützstange(n)
(33) in den Führungen (48) über Rollen (49,50) gleitend und/oder federnd abgestützt
ist (sind).