[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Giessen von geschmolzenem Metall.
[0002] Um die Reinheit von diversen Legierungen, insbesondere von solchen Legierungen wie
z.B. Stahl, die durch steigende Giessmethoden vergossen werden, zu erhöhen, ist es
besonders nützlich das Metall mit Hilfe eines keramischen Schaumfilters zum Zweck
der Entfernung der Feststoffeinschlüsse und in gewissen Fällen der flüssigen Einschlüsse
zu filtrieren. Der Filtrationsprozess hat daher einen positiven Effekt auf die Qualität
des resultierenden Metallgusses. Es sind eine Vielzahl von Metallschmelzefiltern
als Stand der Technik bekannt, z.B. beschrieben in der US-A-3'962'081.
[0003] Steigende Giessmethoden machen gewöhnlich Gebrauch von einem üblichen Einguss und
einer Vielzahl von Giessformen sowie Zuführungen vom Einguss zu den Giessformen. Das
Filter kann in einem kleinen Giesstrog zwischen Giesspfanne und dem Kopf des Eingusses
angeordnet sein. Eine andere Anordnungsmöglichkeit, nämlich die Plazierung des Filters
direkt stromaufwärts am Giessblock, bietet aber Vorteile.
[0004] Jedoch haften diesen Anordnungen Nachteile an. Die Anordnung des Filters am Kopf
des Eingusses ermöglicht eine Wiederoxidierung der Metallschmelze nach dem Filter.
Zudem muss eine grössere Menge an Metallschmelze vom Filter am Kopf des Eingusses
getragen werden, da das gesamte Metall für alle Giessformen durch den Einguss läuft.
[0005] Wie bereits oben beschrieben, hat die Anordnung des Filters direkt an den Giessblock
Vorteile. Diese Einrichtung ist relativ einfach, erlaubt nur geringe Wiederoxidationsmöglichkeiten
der Schmelze unterhalb des Filters und ermöglicht den Gebrauch von mehreren Filtern,
um jedes Gussstück mit dem Ergebnis individuell anzupassen, dass weniger Metalldurchfluss
durch das Filter nötig ist als wenn ein gewöhnliches Filter am Kopf des Eingusses
eingesetzt würde. Jedoch hat diese Methode gewisse Unzulänglichkeiten. Es kann schwierig
sein, das Filter mit der Schmelze zu füllen. Es gibt kaum Möglichkeiten zum Vorheizen
des Filters. Auch ist das Filter hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, die möglicherweise
zu einem Bruch führen, z.B. sind Eingüsse gewöhnlich 3 bis 6 Meter hoch, und es wird
daher ein hoher metallostatischer Druck aufgebaut.
[0006] Ein Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Giessen von geschmolzenem
Metall unter Verwendung eines Filters und Anwendung der steigenden Giessmethode zu
schaffen.
[0007] Ein zusätzliches Ziel der vorliegenden Erfindung ist, eine Vorrichtung der vorgenannten
Art zu schaffen, welche das Filter direkt am Giessblock nach oben in Strömungsrichtung
nutzt.
[0008] Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist, eine Vorrichtung der vorgenannten
Art zu schaffen, die eine normale Füllung des Filters ermöglicht und die die mechanische
Beanspruchung des Filters und damit die Möglichkeit des Bruchs desselben reduziert.
[0009] Ein noch weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist, eine Vorrichtung der vorgenannten
Art zu schaffen, die einfach, zweckdienlich und schnell im Produktionsmassstab zu
handhaben ist.
[0010] Es wurde nun gefunden, dass die vorgenannten Ziele und Vorteile vollkommen mit der
vorliegenden Erfindung, die sich nach dem Wortlaut des Anspruchs 1 auszeichnet, erreicht
werden können. Weitere Ausführungsformen der erfindungsgemässen Vorrichtung ergeben
sich durch die Merkmale der Ansprüche 2 bis 9.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung.
[0012] Die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung enthält eine Form zum Giessen von geschmolzenem
Metall mit einem Bodenteil, ein Filter, welches sich quer zur Strömung des flüssigen
Metalls im Einguss befindet, so dass das gesamte geschmolzene Metall das Filter passieren
muss, und eine Wanne unterhalb des besagten Einlasses und Filters. Zusätzlich sind
Einrichtungen, die das Filter am vorgesehenen Platz halten, vorgesehen. Vorteilhaft
enthalten diese Einrichtungen eine Trägerplatte mit einem sich über den gesamten
Einguss oberhalb des Filters erstreckenden, mindestens einen Durchlass für den Durchfluss
des geschmolzenen Metalls aufweisenden Ring. Vorteilhaft sind im Ring mehrere Durchlässe
in Abständen angeordnet. Gewöhnlich sind eine Mehrzahl von besagten Giessformen mit
einem üblichen Einguss und mit Zuführungen von dem Einlass zu jeder Giessform versehen.
[0013] Die Wanne weist üblicherweise ein Volumen auf, das zwischen dem zweifachen und unter
dem zehnfachen des Filtervolumens liegt. Als Zufluss des flüssigen Metalls zu der
Wanne enthält eine bevorzugte Ausführungsform einen gekrümmten Einlasskanal für
das flüssige Metall, um eine Durchwirbelung der Metallschmelze hervorzurufen. In einer
bevorzugten Ausführungsform ist eine Metallfolie, welche einen niedrigeren Schmelzpunkt
als das geschmolzene Metall hat, unter dem besagten Filter angebracht.
[0014] Die vorliegende Erfindung kann ohne Einschränkung für irgendein flüssiges Metall
benutzt werden, besondere Vorteile ergeben sich jedoch bei Legierungen auf Eisen-oder
Nickelbasis.
[0015] Es ist ersichtlich, dass die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung einfach an bestehende
Systeme adaptierbar ist, ohne dass wesentliche Veränderungen bei letzteren vorgenommen
werden müssen. Es kann des weiteren gesehen werden, dass die Vorrichtung nach der
vorliegenden Erfindung den Gebrauch des Filters stromaufwärts direkt am Giessblock
mit den daraus resultierenden Vorteilen ermöglicht. Die erfindungsgemässe Vorrichtung
erlaubt einen hohen Filtrationsgrad, relativ einfache Installation und Anwendung
und eine wesentliche Befreiung von den Problemen des Befüllens des Filters mit Metallschmelze
sowie dessen mechanischer Beanspruchung. Die Einbringung einer Wanne ergibt weitere
wesentliche Vorteile. Es wurde nämlich gefunden, dass, wenn die Metallschmelze in
Kontakts mit dem Filter kommt, eine über die gesamte Oberfläche des Filters sich erstreckende
Metallhaut gebildet wird. Die Wanne unterhalb des Filters bildet einen Raum, um die
Metallschmelze in Kontakt mit der Metallhaut zu halten und diese wieder aufzuschmelzen.
[0016] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden
Ausführungen.
Fig. 1 zeigt schematisch eine typische Anlage in Seitenansicht für die steigende
Giessmethode.
Fig. 2 zeigt schematisch mehrere an einem gewöhnlichen Einguss über Zuführungen angeschlossene
Giessformen.
Fig. 3 zeigt im Schnitt Details einer typischen erfindungsgemässen Zuführung sowie
die Wanne und den Einlass der Metallschmelze zu der Giessform.
Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf eine Trägerplatte zur Fixierung des Filters.
Fig. 5 zeigt eine Ansicht ähnlich Fig. 3 mit gekrümmtem Metallschmelzeeintrittskanal
für den Metallfluss zur Wanne.
Fig. 6 zeigt ebenfalls eine Ansicht wie Fig. 3 in einer anderen Auführungsform.
[0017] Eine typische Metallschmelzegiessvorrichtung ist schematisch in Figur 1 dargestellt,
wobei eine Quelle 10 der Metallschmelze 11 vorgesehen ist, welche Metallschmelze
11 von oben wie gezeigt, vom Giesspfannenboden oder direkt vom Ofen vergossen werden
kann. Die Quelle 10 der Metallschmelze 11 befindet sich oberhalb des Giesstrichters
12, welcher dann als Einfüllstutzen dient und ein Reservoir für die Metallschmelzetransfereinheiten
oder für den in direkter Verbindung mit dem Giesstrichter 12 stehenden Einguss 13
bildet. Die Metallschmelzetransfereinheiten können aus einem Einguss 13 oder mehreren
Eingüssen 13 bestehen, welche/r zu einer oder mehreren Zuführung/en 14, die schliesslich
die Giessform/en 15 mit Schmelze beliefern, führt/führen. Eine Vielzahl von solchen
Giessformen 15 und Zuführungen 14 sind gewöhnlich radial von einem gemeinsamen Einlass
13 angeordnet. Fig. 2 zeigt fünf Giessformen 15 mit Zuführungen 14. Typischerweise
sind eine Vielzahl derartiger Zuführungen 14 und Giessformen 15 vorgesehen, z.B. 3
bis 8.
[0018] Fig. 2 ist eine vergrösserte Detailansicht einer solchen direkt zu den Giessformen
15 führenden Zuführung 14. Wie in Figur 3 gezeigt, führt die Zuführung 14 zum Zuführungseinlass
20, welcher direkt an die Wanne 21 anschliesst. Die Giessform 15 ist mit einem Basisteil
22, das einen Metallschmelzeeinlass 23 enthält, versehen. Ein Filter 24 ist in seiner
Position derart sicher über den Metallschmelzeeinlass 23 gelagert, dass die gesamte
Metallschmelze durch das Filter 24 laufen muss. Die Sicherung der Lage des Filters
24 kann durch Verkitten oder durch angebrachte Flansche mit gegebenenfalls entsprechenden
Dichtungen erfolgen. Selbstverständlich muss ein Filter 24 von ausreichender Stärke,
um die Belastungen zu ertragen, verwendet werden. Auch muss das Filtermaterial gegenüber
dem verwendeten Metall resistent sein. Obwohl eine umfangreiche Vielfalt von Filtern
benutzt werden kann, sind für den Prozess besonders geeignete in dem eingangs genannten
US-A-3'962'081 als auch in dem US-A-4'610'832 beschrieben. Es sind vorteilhaft Anordnungen
30 am besagten Einlass 23 angebracht, um das Filter 24 in der vorbestimmten Lage zu
halten. In einer bevorzugten Ausführungsform, wie Fig. 4 deutlich zeigt, enthalten
diese Anordnungen eine Trägerplatte 30 mit sich über den Einlass 23 erstreckendem
Ring mit wenigstens einem Durchlass 31 bzw. 32 für die Metallschmelze. Vorteilhaft
sind eine Vielzahl von Durchlässen 31 vorhanden. Wie die Ausführungsform nach Fig.
4 zeigt, ist der besagte Ring sowohl mit einem zentralen Durchlass 32 als auch mit
um diesen herum kreisförmig angeordneten Durchlässen 31 versehen. Die Trägerplatte
30 ist vorgesehen, um eine mechanische Beschädigung des Filters aufgrund hoher Wärmebeeinflussung
zu verhindern. Die Trägerplatte 30 schränkt die Brauchbarkeit des darunter liegenden
Filters 24 nicht ein, sondern bietet nur eine Stütze, um eine Beschädigung desselben
zu verhindern.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform kann eine tiefer schmelzende Metallfolie 40
an der Eintrittsseite 41 des Filters 24, wie es Fig. 5 zeigt, angebracht werden. Zum
Beispiel, wenn eine Legierung auf Eisenbasis mit Nickel vergossen wird, kann eine
Folie 40 aus einer Nickellegierung verwendet werden. Die Metallschmelze schmilzt
die Folie 40 auf und bildet eine tiefer schmelzende Legierung, welche so das Füllen
des Filters 24 ermöglicht.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung, wie sie Fig. 5 zeigt, enthält der
Zuführungseinlass 20a einen umlaufenden Kanal 25 für den Metallfluss zur Wanne 21,
um eine Turbulenz der Schmelze zu erzeugen. Eine noch weitere Ausgestaltung zeigt
Fig. 6. Die Zuführung 14a kann sich unterhalb der Wanne 21 und seitlich darüber hinaus
erstrecken, um Turbulenz zu erzeugen und um zudem ein grösseres Reservoir von Metallschmelze
unterhalb des Filters 24 zu erhalten.
[0021] Im allgemeinen soll die Wanne 21 wenigstens das doppelte Volumen des Filters 24 aufweisen.
Die oberste Grenze des Volumens der Wanne 21 ist nicht besonders kritisch, jedoch
wird ein Volumen der Wanne 21 unterhalb des zehnfachen Volumens des Filters 24 bevorzugt.
Bei einer typischen Anwendung werden beispielsweise Wannen 21 mit einer Tiefe von
5 bis 25 cm zweckdienlich mit Filtern einer Tiefe von 2,5 bis 3,75 cm benutzt.
[0022] Die vorliegende Erfindung wird verständlicher durch die nachfolgenden beispielhaften
Angaben.
[0023] Es wurde rostfreier Stahl 304 zu einem Barren mit einem Gewicht von etwa 3035 kg
gegossen. Ein einziger Barren wurde durch einen gewöhnlichen Giesstrichter und Eingusskanal
gegossen. Die Barrengrösse betrug 53x53x185cm.
[0024] Der gewöhnliche Giesstrichter war ca. 300 cm hoch und hatte einen Durchmesser von
10 cm. Es wurde eine Vorrichtung, wie sie Fig. 5 zeigt, mit einer eine Tiefe von 15
cm aufweisender Wanne und umlaufender Schräge unterhalb der Wanne zur Erzeugung von
Turbulenz verwendet. Der Durchmesser der Wanne betrug 20 cm.
[0025] Das Filter, welches am oberen Ende der Wanne und im Metallschmelzeeinlass zum Giessblock
plaziert war, hatte einen Durchmesser von 20 cm und war 3,75 cm dick. Das Filter war
ein keramisches Schaumfilter auf ZrO₂-Al₂O₃-Keramik-Basis mit einer Porengrösse von
ungefähr 5 ppi (pores per inch).
[0026] Bei diesem Giessversuch wurde der Ofen bei einer Temperatur von 1567°C angezapft.
Das Filter benötigte 15 Sek. zum Füllen. Die Barrenform wurde innerhalb von 85 Sek.
vollständig gefüllt, was 0,118 kg/cm² Sek. entspricht. Das Füllen des Filters war
rasch, ebenfalls das Füllen der Barrenform, wodurch ein einschlussfreier Barren von
guter Qualität resultierte.
[0027] In einem Vergleichsversuch ohne Filter hatte der Barren eine Tendenz, Einschlüsse
zu enthalten und wies damit eine schlechtere Qualität auf. In zusätzlichen Vergleichsversuchen
ohne Wanne, aber mit Filter zeigte sich, dass das Filter eine Tendenz zum mechanischen
Bruch aufwies und nicht gefüllt wurde.
[0028] Es sei unterstrichen, dass die Erfindung nicht durch die hierin beschriebenen Angaben
und Beispiele begrenzt ist. Diese sind nur gedacht, um die beste Auführungsform der
Erfindung zu illustrieren und können in Form, Grösse, Anordnung der Einzelheiten
und Details der Ausführung modifiziert werden. Derartige Veränderungen sind in der
Erfindung miteingeschlossen und liegen im Rahmen des Erfindungsgedankens, insbesondere
im Rahmen des Schutzumfangs, wie er durch die Ansprüche festgehalten ist.
1. Vorrichtung zum Giessen von geschmolzenem Metall,
dadurch gekennzeichnet,
dass diese eine Giessform (15) mit einem Basisteil (22), einen am Basisteil (22) befindlichen
Schmelzeeinlass (23), eine quer über den Schmelzeeinlass (23) derart angeordnetes
Filter (24), dass die gesamte Metallschmelze durch das Filter (24) fliessen muss,
und eine Wanne (21) unterhalb des Metallschmelzeeinlasses (23) und des Filters (24)enthält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese Befestigungsanordnungen
für das Filter (24) enthält.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsanordnungen
eine über dem Filter (24) befindliche Trägerplatte (30) mit sich über dem Metallschmelzeeinlass
(23) erstreckenden Ring mit wenigstens einem Durchlass (31,32) für die Metallschmelze
enthält.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (30)
in Abständen Durchlässe (31) enthält.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Vielzahl von
Giessformen (15) mit einem gewöhnlichen Einguss (13) und Zuführungen (14), welche
vom Einguss (13) zu jeder Giessform (14) führen, enthält.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wanne (21) wenigstens
das doppelte Volumen des Filters (24) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wanne (21) ein unterhalb
des zehnfachen Volumens des Filters (24) liegendes Volumen aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen umlaufenden,
an der Wanne (21)anliegenden Metallschmelzeeinlasskanal (25) für den Metallschmelzefluss
zu der Wanne (21) enthält, um eine Umwirbelung der Metallschmelze zu bewirken.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese unter dem Filter
(24) eine einen niedrigeren Schmelzpunkt als die zu giessende Metallschmelze aufweisende
Metallfolie (40) enthält.