(19)
(11) EP 0 318 678 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(21) Anmeldenummer: 88116636.7

(22) Anmeldetag:  07.10.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B63B 21/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE ES FR GB GR IT NL SE

(30) Priorität: 10.10.1987 DE 3734309

(71) Anmelder: OBERLEDINGER MASCHINENBAUGESELLSCHAFT MBH
D-2957 Westoverledingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Sacklowski, Siegbert,Dipl.-Ing.
    D-2970 Emden-Uphusen (DE)

(74) Vertreter: Jabbusch, Wolfgang, Dr.Jur. Jabbusch, Wehser & Lauerwald Patentanwälte  
Koppelstrasse 3
D-26135 Oldenburg
D-26135 Oldenburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
     
    Bemerkungen:
    Die Bezeichnung der Erfindung wurde geändert (Richtlinien für die Prüfung im EPA, A-III, 7.3).
     


    (54) Einrichtung zum landseitigen Festmachen eines Schwimmkörpers, wie z.B. Ponton, in gezeitenabhängigen Gewässern


    (57) Ein Schwimmkörper, wie Ponton (2) oder dergleichen, hat eine Einrichtung zum Festmachen in gezeitenabhängigen Gewässern an we­nigstens zwei landseitigen Haltepunkten (3, 4), wie Pollern oder der­gleichen. Die Einrichtung zum Festmachen weist wenigstens zwei zum Land hin auslegende, mit jeweils einem Haltepunkt (3 bzw.4) in Wirk­verbindung bringbare Riegel (14, 22) auf. Eine lotrechte Freiführung (5, 6, 7) ist für jeden Riegel vorgesehen, wobei wenigstens einer der beiden Riegel mittels einer zweiten Führung (18) zusätzlich waage­recht und parallel zur Längsachse des Schwimmkörpers ver­schiebbar gehalten ist. Die zweite Führung (18) umfaßt einen waage­rechten Brückenträger (19), der endseitig in lotrechten Freiführun­gen (5, 6) gehalten ist und an dem wenigstens ein Riegel (22) längsver­schiebbar geführt ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein schwimmendes Gerät, wie Ponton oder dergleichen, mit einer Einrichtung zum Festmachen in tidenab­hängigen Gewässern an wenigstens zwei landseitigen Haltepunk­ten, wie Poller oder dergleichen.

    [0002] Bei schwimmenden Geräten bedarf es in tidenabhängigen Ge­wässern einer Einrichtung zum Festmachen, durch die gezeiten­abhängige Wasserstandsänderungen ausgeglichen werden können. Ein Ponton, wie er z. B. für das sogenannte Roro-Umschlagver­fahren benötigt wird, bei dem Container mit üblichen Lastkraft­fahrzeugen über eine Heck- oder Bugpforte eines Spezialschif­fes in dessen Laderaum eingefahren werden, muß so festgemacht werden, daß der Ponton seine Position am Liegeplatz auch wäh­rend der gezeitenabhängigen Wasserstandsänderungen während des Umschlagbetriebes nicht verändert. Ein solcher Ponton muß auch häufig verlegt bzw. verholt werden. Dabei hat das in der Schif­fahrt übliche Festmachen mit Leinen gerade für einen solchen Ponton erhebliche Nachteile. Leinen auszubringen und zu bele­gen dauert recht lange, so daß für ein Verholen des Pontons viel Zeit verloren geht, die für einen Warenumschlag nicht mehr nutzbar ist. Gerade bei dem Roro-Umschlagverfahren werden Leinen und Trossen sehr hoch belastet, so daö die Gefahr des Bruchs besteht. Außerdem erfordert das Festmachen mit Leinen in tidenabhängigen Gewässern eine ständige Bedienung mit un­zumutbaren Betriebsunterbrechungen während des Umschlagver­fahrens.

    [0003] Es ist bereits bekannt, einen Ponton, z. B. bei Landungs­brücken, an ortsfesten lotrechten Führungen festzulegen, in welche der Ponton mit entsprechenden Gleitelementen oder der­gleichen eingreift. Dadurch ist ein freies Auf- und Abschwim­men während der gezeitenabhängigen Wasserstandsänderungen mög­lich. Ortsfeste lotrechte Führungen, an denen der Ponton fest­gelegt ist, jedoch noch auf- und abschwimmen kann, sind jedoch nur für einen Ponton geeignet, der seinen Liegeplatz stets un­verändert beibehält. Ein an unterschiedlichen Standorten fest­zumachendes Gerät, insbesondere ein vorbeschriebener Ponton für das Roro-Umschlagverfahren, ist auf die am jeweiligen Lie­geplatz vorhandenen Haltepunkte angewiesen. Dies sind bei Ha­fenanlagen die auf den Kaimauern installierten Poller, die mit Abständen untereinander über die Länge der Kaimauer verteilt sind.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein schwimmendes Ge­rät derart auszurüsten, daß ein schnelles Festmachen und Los­werten unter Ausnutzung der vorhandenen landseitigen Halte­punkte möglich ist und eine gezeitenabhängige Wasserstandsände­rung selbsttätig ausgegleichen wird.

    [0005] Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die Einrichtung zum Festmachen wenigstens zwei zum Land hin ausle­gende, mit jeweils einem Haltepunkt in wirkverbindung bringba­re Riegel aufweist, daß eine lotrechte Freiführung für jeden Riegel vorgesehen ist und daß wenigstens einer der beiden Rie­gel mittels einer zweiten Führung zusätzlich waagerecht und pa­rallel zur Längsachse des schwimmenden Gerätes verschiebbar ge­halten ist.

    [0006] Die Riegel sind dabei so ausgebildet, daß sie sich an einem Haltepunkt, insbesondere einem Poller, festlegen lassen. Jeder siegel kann z. B. als den Poller umgreifende Klaue ausgebildet sein, aber auch jede beliebige Art, die ein Verkuppeln mit ei­nem Poller oder dergleichen Haltepunkt zuläßt, ist geeignet. Jeder Riegel ist in einer lotrechten Freiführung frei beweg­ lich gehalten, wobei die lotrechte Freiführung ein Teil eines Aufbaus des schwimmenden Gerätes und somit ein Teil der Ein­richtung zum Festmachen ist, die den Ponton über den Riegel fest am Haltepunkt hält, wobei der Ponton aufgrund der lotrech­ten Freiführung frei auf- und abschwimmen kann, um gezeitenab­hängige Wasserstandsänderungen auszugleichen. Die lotrechte Freiführung weist deshalb eine Länge auf, die in der Lage ist, den am jeweiligen Einsatzort gegebenen Tidenhub zu über­brücken.

    [0007] Da wenigstens einer der beiden Riegel noch zusätzlich in einer zweiten Führung waagerecht und parallel zur Längsachse des schwimmenden Gerätes verschiebbar gehalten ist, kann der Ab­stand zwischen zwei einander benachbarten Riegeln auf den Ab­stand zwischen zwei Haltepunkten, die zum Festmachen des schwimmenden Gerätes benutzt werden sollen, angepaßt werden. Das schwimmende Gerät kann mit der erfindungsgemäßen Einrich­tung zum Festmachen deshalb an verschiedenen Stellen befestigt werden, wobei die jeweils vorhandenen Haltepunkte problemlos ausgenutzt werden können. Der gesamte Aufbau kann unverändert und ohne entsprechende Nachrüstung auf dem schwimmenden Gerät fest installiert bleiben, wobei der Abstand zwischen zwei Rie­geln am jeweiligen Liegeplatz des Pontons nur noch auf die ge­gebenen Abstände zwischen zwei Haltepunkten einzustellen ist.

    [0008] Nach einer Weiterbildung ist vorgesehen, daß die zweite Füh­rung einen waagerechten Brückenträger umfaßt, der endseitig in lotrechten Freiführungen gehalten ist und an dem wenigstens ein Riegel längsverschiebbar geführt ist. Der gesamte Brücken­träger kann sich in seinen lotrechten Freiführungen auf- und abbewegen, um gezeitenabhängige Wasserstandsänderungen auszu­gleichen. Der entsprechende Riegel, der mit einem Haltepunkt an Land, beispielsweise einem Poller, verkuppelt wird, kann entlang dem Brückenträger verschoben werden, um die Abstände zwischen zwei Riegeln den Abständen zwischen zwei Haltepunkten anzupassen.

    [0009] Selbstverständlich ist es auch möglich, insbesondere bei klei­neren schwimmenden Geräten, mehr als einen Riegel an einem Brückenträger längsverschiebbar zu führen.

    [0010] Jede lotrechte Freiführung ist vorzugsweise eine auf dem Gerät stehende Säule, die entweder selbst als Führungsbahn dient oder die mit entsprechenden Konstruktionen als Führungsbahnen ausgerüstet ist.

    [0011] Ein schwimmendes Gerät, welches insbesondere als Ponton beim Roro-Umschlagverfahren eingesetzt wird, ist dabei mit Vorteil so ausgebildet, daß es an einem seiner Enden an der dem Land zugekehrten Seite eine Säule als lotrechte Freiführung für ei­nen Riegel aufweist und daß es im Bereich seines jeweils ande­ren Endes zwei in vorbestimmtem Abstand nebeneinander stehende Säulen als lotrechte Freiführungen für je ein Ende des waage­rechten Brückenträgers hat. Jeder Riegel kann an einem an der jeweils zugeordneten Führung längsverschiebbar gehaltenen Schiebekörper angeordnet sein. Der Schiebekörper dient der Ver­bindung des Riegels mit der Führung, die beispielsweise als Säule ausgebildet ist, und dient gleichzeitig der lotrechten Verschiebung des Riegels entlang der Führung, um das freie Auf- und Abschwimmen bei Wasserstandsänderungen zu ermöglichen oder die Verschiebung entlang des Brückenträgers zu ermögli­chen, um den Abstand zwischen zwei zueinander benachbarten Rie­geln zu ändern.

    [0012] Dabei kann jede Führung eine von der Kreisform abweichende Querschnittsform, vorzugsweise Vierkantform aufweisen. Die Säu­le und auch der Brückenträger weisen Vierkant-Querschnitte auf, mit dem Vorteil, daß die umfassenden Schiebekörper ver­drehfest geführt werden und sich lediglich in Längsrichtung der jeweiligen Führung frei bewegen lassen.

    [0013] Zur Erleichterung der Verschiebebewegungen der Schiebekörper entlang einer jeweils zugeordneten Führung, können über Seile und Umlenkrollen angelenkte Kontergewichte in an sich bekann­ ter Bauweise vorgesehen sein. Es ist auch zweckmäßig, Taljen oder Hubwinden für eine zwangsweise Verschiebung der Schiebe­körper entlang ihrer zugeordneten Führungen zu verwenden, was beispielsweise dann in Frage kommt, wenn die Riegel zum An- oder Ablegen eines Pontons bei niedrigem Wasserstand auf die Höhe der Kaimauer angehoben werden müssen, um die Verbindung mit einem Poller herzustellen oder wieder zu lösen.

    [0014] Jeder Schiebekörper kann im Bereich seiner Führungsflächen Gleitelemente aufweisen. Die Gleitelemente können auswech­selbare Verschleißteile sein, die insbesondere zur Übertragung hoher Kräfte geeignet sind. Statt der Gleitelemente können je­doch auch Rollelemente im Bereich der Führungsflächen in die Schiebekörper eingebaut sein, was sich insbesondere bei weni­ger belasteten Festmacheinrichtungen anbietet.

    [0015] Jeder Riegel ist als vom Verschiebekörper getragene Gabelklaue ausgebildet, die eine betätigbare Gabelmaulsperre aufweist. Die Gabelklaue kann nach Art einer Klammer über einen Poller geschoben werden und wird hinter dem Poller mit der Gabelmaul­sperre gesichert. Die Gabelmaulsperre kann eine einfache La­sche sein, die durch Bolzen in einer Sperrstellung gehalten ist, so daß ein unbeabsichtigtes Lösen der Gabelklaue vom Pol­ler nicht auftreten kann.

    [0016] Auch die lotrecht geführten Enden des Brückenträgers sind mit jeweils zugeordneten Kontergewichten verbunden, die das Ge­wicht des Brückenträgers einschließlich des daran geführten Gleitkörpers mit Riegel ausgleichen, wodurch die gesamte Anord­nung in den lotrechten Führungen leicht auf- und abbewegbar ist.

    [0017] Um zu gewährleisten, daß der Brückenträger stets rechtwinklig zu den Führungsbahnen der lotrechten Führungen steht, daß sich also die beiden geführten Enden des Brückenträgers gleichmäßig und gleichzeitig entlang der Führungen bewegen, ist vorgese­hen, daß den lotrecht geführten Enden des Brückenträgers eine Gleichlaufeinrichtung zugeordnet ist. Die Gleichlaufeinrich­tung kann z.B. an jedem Ende des Brückenträgers angeschlagene Seile umfassen, die über Umlenkrollen nach einem Befestigungs­punkt am Kontergewicht des jeweils anderen Endes des Brücken­trägers verlaufen. Als Gleichlaufeinrichtungen können jedoch auch lotrechte Verzahnungen an jeder Brückenträgerfreiführung vorgesehen sein, mit denen an den Enden des Brückenträgers ge­lagerte, auf einer gemeinsamen Achse sitzende Ritzel kämmen. Mit den Gleichlaufeinrichtungen ist es möglich, einen Gleich­lauf des Brückenträgers bei der höhenmäßigen Verstellung ent­lang der lotrechten Führungen zu erreichen.

    [0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, aus dem sich weitere er­finderische Merkmale ergeben, ist in der Zeichnung darge­stellt. Es zeigen:

    Fig. 1 eine schematische Ansicht eines als Ponton ausgeführ­ten schwimmenden Gerätes mit einer Einrichtung zum Festmachen an landseitigen Haltepunkten,

    Fig. 2 eine Ansicht des Teils der Einrichtung zum Festma­chen mit lotrechter und zusätzlicher waagerechter Verschiebemöglichkeit,

    Fig. 3 eine schematische Draufsicht des Teils der Einrich­tung zum Festmachen nach Fig. 2,

    Fig. 4 eine schematische Seitenansicht des Teils der Ein­richtung zum Festmachen, die allein eine lotrechte Verschiebemöglichkeit aufweist und

    Fig. 5 eine Draufsicht auf das Teil nach Fig. 4 im Schnitt.



    [0019] Fig. 1 zeigt schematisch einen Teil einer Kaimauer 1, vor der ein schwimmendes Gerät, hier ein Ponton 2 liegt. Oben auf der Kaimauer befinden sich Haltepunkte 3 und 4, die als an sich be­kannte Poller ausgebildet sind. Auf dem Deck des Pontons 2 ste­hen lotrechte Freiführungen 5, 6 und 7, die, wie hier angedeu­tet, als Säulen 8, 9 und 10 ausgebildet sind. Die Säule 10, welche die Freiführung 7 bildet, steht in dem Bereich des En­des 12 des Pontons 2. Die Säulen 8 und 9, welche die Freifüh­ rungen 5 und 6 bilden, stehen in einem vorbestimmten Abstand nebeneinander im Bereich des Endes 11 des Pontons 2.

    [0020] Die durch die Säule 10 gebildete lotrechte Freiführung 7 führt einen Schiebekörper 13, an welchem ein Riegel 14 angelenkt ist, der hier als Gabelklaue 15 ausgebildet ist und den Halte­punkt 4, den Poller, umklammern kann. Bei gezeitenabhängigen Wasserstandsänderungen, bei denen der Ponton 2 vor der Kaimau­er 1 auf- und abschwimmt, kann sich der Schiebekörper 13 an der durch die Säule 10 gebildeten Freiführung 7 auf- und ab­bewegen, wobei die Halteklaue 15 mit dem Haltepunkt 4 in Verbindung bleibt.

    [0021] Gleichartige Schiebeteile 16 und 17 werden auch an den durch die Säulen 8 und 9 gebildeten lotrechten Freiführungen 5 und 6 verschiebbar geführt. Eine zweite waagerecht und parallel zur Längsachse des Pontons 2 ausgerichtete Führung 18 wird durch einen Brückenträger 19 gebildet, der die beiden Schiebefüh­rungen 16 und 17 verbindet. An dem Brückenträger 19 ist ein weiterer Schiebeteil 20 waagerecht verschiebbar geführt, wobei an diesem Schiebekörper wiederum ein als Halteklaue 21 ausge­bildeter Riegel 22 angelenkt ist, der an dem Haltepunkt 3, dem Poller, angreift. wit den Riegeln 14 und 22 ist der Ponton 2 an den Haltepunkten 3 und 4 festgemacht, wobei gezeitenabhän­gige Wasserstandsänderungen durch die lotrechten Freiführungen 5, 6 und 7 und die daran geführten Schiebekörper 13 und Schie­beteile 16 und 17 ausgeglichen werden.

    [0022] Da ein Ponton 2, insbesondere ein Ponton, der für ein Roro-Um­schlagverfahren verwendet werden soll, häufig an unterschied­lichen Einsatzorten festzumachen ist, die Abstände zwischen zwei oder mehreren zueinander benachbarten Haltepunkten 3 und 4 jedoch nicht immer konstant sind, kann die Anpassung an un­terschiedliche Abstände durch die waagerechte Führung des Schiebekörpers 20 an dem Brückenträger 19 erfolgen.

    [0023] Fig. 1 verdeutlicht lediglich den prinzipiellen Aufbau bzw. das Funktionsprinzip der vorbeschriebenen Einrichtung zum Fest­machen eines Pontons an einer Kaimauer in tidenabhängigen Ge­wässern.

    [0024] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der beiden lotrechten Führun­gen 5 und 6, welche durch die auf dem Deck des Pontons 2 ste­henden Säulen 8 und 9 gebildet sind. Die beiden Säulen 8 und 9 sind konstruktiv gleich ausgebildet, wobei zur Vereinfachung der Darstellung die Säule 8 teilweise aufgeschnitten darge­stellt ist. Fig. 2 läßt erkennen, wie der waagerechte Brücken­träger 19 mit seinen Enden in den Säulen 8 und 9 lotrecht auf- und abbewegbar geführt ist. Der am waagerechten Brückenträger 19 verschiebbar gehaltene Schiebekörper ist wieder mit 20 be­zeichnet. Die oberen freien Enden der beiden Säulen 8 und 9 sind aus Stabilitätsgründen mit einem darübergelegten Träger 23 miteinander verbunden. Das Innere jeder Säule 8 und 9 ist, wie bei der Säule 8 dargestellt, als Führungsbahn für je ein Kontergewicht 24 ausgebildet, welches an einem angedeuteten Seil 25 hängt, das über eine obere Umlenkrolle 26 zum in der Säule 8 lotrecht geführten Ende des Brückenträgers 19 geführt ist und dort bei 27 angeschlagen ist. In der Säule 9 ist eine gleiche Anordnung eines Kontergewichtes getroffen, die hier je­doch nicht dargestellt ist.

    [0025] Um Parallellauf der beiden in den Säulen 8 und 9 geführten En­den des Brückenträgers 19 zu gewährleisten, ist bei 28 am lin­ken Ende des waagerechten Brückenträgers 19 ein weiteres Seil 29 angeschlagen, welches über eine im Fußbereich der Säule 8 befindliche Umlenkrolle 30 zur rechten Säule 9 verläuft und mit dem unteren Ende des in der Säule 9 geführten, nicht wei­ter dargestellten Kontergewichtes für das rechte Ende des Brückenträgers 19 verbunden ist. Ebenso ist das rechte Ende des Brückenträgers 19 über ein in gleicher Weise geführtes Seil 31, welches über entsprechende Umlenkrollen verläuft, von denen hier lediglich die der rechten Säule 8 zugeordnete unte­re Umlenkrolle 32 sichtbar ist, mit dem Kontergewicht 24 ver­bunden, das in der rechten Säule 8 geführt ist.

    [0026] In Fig. 3 ist eine schematische Draufsicht der Fig. 2 darge­stellt. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszahlen be­zeichnet. Fig. 3 läßt erkennen, daß der waagerechte Brücken­träger 19 in lotrechten Führungsbahnen der Säulen 8 und 9 mit endseitig angeordneten, eingesetzten Gleitsteinen 33 und 34 ge­führt ist. Der Schiebekörper 20, der am waagerechten Brücken­träger hin- und herbewegbar geführt ist, hat eine zur Landsei­te des Pontons gerichtete Ausladung, wobei an seinem freien En­de über ein Gelenk 35 ein Riegel 22 angelenkt ist, der, wie hier angedeutet, als doppelte Halteklaue 21 ausgebildet ist, die an einen hier nicht sichtbaren Doppelkopfpoller ansetzbar ist. Mit 36 und 37 sind als Laschen ausgebildete Gabelmaulsper­ren bezeichnet. Die Laschen sind über Bolzen 38 und 39 schwenk­bar an den jeweils äußeren Maulbacken der Gabelklaue 21 ange­ordnet. Durch Steckbolzen 40 und 41 oder dergleichen Arretie­rungselemente kann jede Gabelmaulsperre in der dargestellten Position festgesetzt werden, um den Riegel 22 mit einem Halte­punkt, z.B. einem Doppelkopfpoller, zu verriegeln.

    [0027] Fig. 4 zeigt eine schematische Seitenansicht der lotrechten Freiführung 7, die auf dem Ponton 2 im Bereich seines Endes 12 steht und diese Seite des Pontons (Fig. 1) vor der Kaimauer 1 hält. Die Säule 10 wird vom Schiebekörper 13 umfaßt, der eben­so wie der Schiebekörper 20 ausgebildet ist (Fig. 3) und einen als Gabelklaue 15 ausgebildeten Riegel 14 trägt. Bei tidenab­hängigen Änderungen der Schwimmlage des Pontons 2 gegenüber der Kaimauer kann sich der Schiebekörper 13 entlang der Säule 10 frei auf- und abverschieben, wobei sich die Position des Pontons 2 gegenüber der Kaimauer 1 nicht ändert, da der Ponton mit seinen Riegeln 14 und 22 an den Haltepunkten 3 und 4 auf der Kaimauer fesgelegt ist (Fig. 1).

    [0028] Fig. 5 zeigt noch einmal eine schematische Draufsicht auf die Säule 10 mit daran geführtem Schiebekörper 13. Gleiche Bautei­le sind mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet. Der Riegel 14 ist, wie auch in Fig. 3 dargestellt, als doppelte Gabelklaue ausgebildet, wobei wiederum Gabelmaulsperren vorgesehen sind.

    [0029] Fig. 5 läßt erkennen, daß der Schiebekörper 13 in Bereichen seiner Führungsflächen an der Säule 10 mehrere Gleitelemente 44 aufweist, die als auswechselbare Verschleißteile ausgebil­det sind. Bei leichteren Konstruktionen können die Gleitelemen­te 44 auch durch Rollelemente ersetzt werden.


    Ansprüche

    1. Schwimmendes Gerät, wie Ponton oder dergleichen,mit einer Ein­richtung zum Festmachen in tidenabhängigen Gewässern an wenig­stens zwei landseitigen Haltepunkten, wie Pollern oder derglei­chen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Einrichtung zum Festmachen wenigstens zwei zum Land hin auslegende, mit jeweils einem Haltepunkt (3, 4) in Wirk­verbindung bringbare Riegel (14, 22) aufweist, daß eine lot­rechte Freiführung (5, 6, 7) für jeden Riegel (14, 22) vorge­sehen ist und daß wenigstens einer der beiden Riegel (22) mit­tels einer zweiten Führung (18) zusätzlich waagerecht und pa­rallel zur Längsachse des schwimmenden Gerätes (2) verschieb­bar gehalten ist.
     
    2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Führung (18) einen waagerechten Brückenträger (19) umfaßt, der endseitig in lotrechten Freiführungen (5, 6) gehalten ist und an dem wenigstens ein Riegel (22) längsverschiebbar geführt ist.
     
    3. Gerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß jede lotrechte Freiführung (5, 6, 7) eine auf dem Gerät (2) stehen­de Säule (8, 9, 10) ist.
     
    4. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß es an einem Ende (12) an der dem Land zugekehr­ten Seite eine Säule (10) als lotrechte Freiführung für einen Riegel (14) aufweist und daß es im Bereich seines jeweils ande­ren Endes (11) zwei in vorbestimmtem Abstand nebeneinanderste­hende Säulen (8, 9) als lotrechte Freiführung (5, 6) für je ein Ende des waagerechten Brückenträgers (19) hat, an dem der zweite Riegel (22) waagerecht verschiebbar gehalten ist.
     
    5. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß jeder Riegel (14, 22) an einem an der jeweils zu­geordneten Führung (7, 18) längsverschiebbar gehaltenen Schie­bekörper (13, 20) angeordnet ist.
     
    6. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß jede Führung (7, 18) eine von der Kreisform ab­weisende Querschnittsform, vorzugsweise Vierkantform, auf­weist.
     
    7. Gerät nach einen der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeich­net, daß jeder Schiebekörper (13, 20) im Bereich seiner Füh­rungsflächen Gleitelemente (44) aufweist.
     
    8. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeich­net, daß jeder Schiebekörper (13, 20) im Bereich seiner Füh­rungsflächen Rollelemente aufweist.
     
    9. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß jeder Riegel (14, 22) als vom Schiebekörper (13, 20) getragene Gabelklaue (15, 21) ausgebildet ist, die eine be­tätigbare Gabelmaulsperre (36, 37) aufweist.
     
    10. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß jedes lotrecht geführte Ende des Brückenträgers (19) mit einem jeweils zugeordneten Kontergewicht (24) verbun­den ist.
     
    11. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeich­net, daß der Schiebekörper (13) des lotrecht geführten Riegels (14) mit einem in der Säule (10) geführten Kontergewicht ver­bunden ist.
     
    12. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn­zeichnet, daß den lotrecht geführten Enden des Brückenträgers (19) eine Gleichlaufeinrichtung zugeordnet ist.
     
    13. Gerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleich­laufeinrichtung an jedem Ende des Brückenträgers angeschlagene Seile (29, 31) umfaßt, die über Umlenkrollen (30, 32) nach ei­nem Befestigungspunkt am Kontergewicht des jeweils anderen En­des des Brückenträgers (19) verlaufen.
     
    14. Gerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Gleich­laufeinrichtung lotrechte Verzahnungen an jeder Brückenträger­freiführung (5, 6) umfaßt, mit denen an den Enden des Brücken­trägers (19) gelagerte, auf einer gemeinsamen Achse sitzende Ritzel kämmen.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht