[0001] Die Neuerung bezieht sich auf eine Gefahrenmeldezentrale, die über eine akustische
und optische Anzeige verfügt, die an eine externe Stromversorgung anschließbar und
an die mindestens eine Meldelinie anschaltbar ist. Der Gegenstand der Anmeldung ist
eine Gas-, Wasser-, Feuer- und Einbruchmeldeanlage.
[0002] Unter einer Gefahrenmeldezentrale werden nach VDE 0833 Anlagen zum Schutz gegen Brand,
Überfall und Einbruch und zur Erkennung von Störungen (Gas, Temperatur, Druck, Feuchte)
verstanden. Das "Nervenzentrum" jeder Gefahrenmeldezentrale ist die Zentrale, die
alle Signale der Melder unterschiedlicher Funktionsprinzipien aufnimmt, nach logischen
Gesichtspunkten verarbeitet und je nach Erfordernis einen externen Alarm bei der Polizei,
einen örtlichen Alarm mittels Sirenen oder Blinkleuchten oder einen Telefon-Notruf
auslöst. In der Zentrale kann die gesamte Stromversorgung für eine Gefahrenmeldezentrale
sowie die Notstromversorgung integriert sein, so daß bei Ausfall der Netzspannung
mehrere Stunden lang ein sicherer Betrieb über eingebaute Akkumulatoren gewährleistet
ist.
[0003] An die Zentrale einer Gefahrenmeldeanlage können für die Branderkennung Rauchmelder
(Ionisationskammer-Prinzip oder lichtoptisches Prinzip), Flammenmelder, Thermo-Maximal-Melder
oder Druckknopf-Feuermelder angeschaltet werden. In der Überfall- und Einbruchmeldetechnik
werden Bewegungsmelder (Infrarot-, Ultraschall-, Doppler-Radar-Prinzip), Glasbruchmelder,
Erschütterungsmelder, Kontaktmelder, Körperschallmelder und Lichtschranken eingesetzt.
Anlagen für Branderkennung und Einbruchmeldetechnik sind aus technischen Gründen
normalerweise nicht in einer gemeinsamen Zentrale untergebracht.
[0004] An eine Gefahrenmeldezentrale werden gemäß VDE 0833 bestimmte Forderungen gestellt.
Zusatzanforderungen und umfangreiche Begriffsbestimmungen werden gemäß den Richtlinien
für automatische Brandmeldeanlagen und Richtlinien für Einbruchmeldeanlagen (gewerbliche
und Hausratsrisiken) des Verbandes der Sachversicherer gefordert.
[0005] Eine Gefahrenmeldeanlage wird durch die Erfüllung sämtlicher Normen und Vorschriften
natürlich aufwendig, groß und teuer.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Neuerung war es deshalb, eine Gefahrenmeldeanlage zu finden,
deren Zentrale einfach und klein aufgebaut ist, über optische und akustische Anzeigen
verfügt und sowohl Brand-, Einbruch-, Gas- und Wassermeldungen verarbeitet.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Ausgestaltungen
sind aus den Unteransprüchen ersichtlich.
[0008] Vorteilhaft bei der neuartigen Gefahrenmeldezentrale ist besonders der kompakte Aufbau
und die dadurch mögliche Unterbringung in einer genormten 55mm-Unterputzdose. Dabei
werden alle wichtigen Anforderungen an eine Gefahrenmeldezentrale erfüllt. Die Zentrale
kann auf einfache Art scharf geschaltet werden, sie verfügt über optische und akustische
Signalgeber, sie weist einen potentialfreien Signalausgang auf und wird auf einfache
Art über den bereits vorhandenen Klingel-Transformator mit Spannung versorgt. Selbst
ungeschulte Installateure können eine derartige Anlage einbauen.
[0009] Denkbar ist auch, daß aufgrund des niedrigen Stromverbrauches ein eigenes Netzgerät
mit in die Gefahrenmeldezentrale eingebaut wird. Denkbar ist auch, daß bereits in
der Unterputzdose vorhandene oder nicht mehr benutzte Drähte verwendet werden, so
daß auch ein nachträglicher Einbau ohne zusätzlichen kostenaufwendigen Installationsaufwand
möglich ist.
[0010] Vorteilhaft ist weiter, daß sowohl Einbruch- wie auch Brand-, Gas- und Wassermelder
in einem Gerät angeschlossen werden können. Wahlweise können aber auch zwei Meldelinien
für Innenraum- und/oder Außenhautüberwachung oder jegliche andere Überwachungsart
vorgesehen sein. Der eingebaute akustische Alarmgeber (Summer) macht zudem einen
Alarmfall sehr deutlich wahrnehmbar, so daß sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden
können.
[0011] In einer Anlage einfachster Art werden nur eine Meldelinie und eine Spannungszuführung
(zusammen also vier Drähte) benötigt, um eine zwar einfache, aber vollwertige Alarmanlage
zu schaffen.
[0012] Weitere Vorteile sind aus der nachfolgenden Beschreibung ersichtlich.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt die Vorderansicht der neuen Gefahrenmeldezentrale, die in einer Unterputz-Schalterdose
eingebaut ist.
Fig. 2 zeigt die Rückansicht mit Befestigung und den wesentlichen Bauelementen.
[0014] Gemäß Fig. 1 besteht die gesamte Gefahrenmeldezentrale aus einem Gehäuse 1, das in
eine nicht gezeigte genormte 55mm-Unterputzdose eingesetzt ist. In die Frontseite
des Gehäuses 1 sind zwei Tastschalter 2 eingebaut, die beide jeweils ein Anzeigelämpchen
3 (meistens Leuchtdiode) aufweisen. Das Gehäuse 1 ist auf der Frontseite (Bedienseite)
mit einer Blende 4 abgedeckt, wobei die Blende über Durchbrüche für die Tastschalter
verfügt. Um die Blende 4 herum, und damit den Übergang von der Gefahrenmeldezentrale
auf die umgebende Wand bildend, ist ein Abdeckrahmen 5 angeordnet. Von außen sieht
die gesamte Zentrale wie ein zweipoliger Lichtschalter herkömmlicher Bauart aus. Ein
eventueller Eindringling vermutet niemals hinter einem derartigen "Lichtschalter"
eine vollwertige Alarmanlage, zumal sich die Gefahrenmeldezentrale auch leicht designmäßig
an ein bestehendes Schalterprogramm anpassen läßt.
[0015] Fig. 2 zeigt die Gefahrenmeldezentrale von hinten. In das Gehäuse 1 ist eine Platine
6 mit der Elektronik eingesetzt. Auf der Platine sind noch ein Relais 7, ein Summer
8 und eine Klemmenleiste 9 befestigt. Unter der Klemmenleiste befindet sich ein Anschlußraum
für die ankommenden und abgehenden Drähte. Zur Befestigung der gesamten Gefahrenmeldezentrale
in der Unterputzdose sind Schnappfedern 10 vorgesehen, die am Gehäuse 1 befestigt
sind und über eine Metallbrücke verdrehsicher in die Unterputzdose einrasten.
[0016] Zu einer vollwertigen Gefahremeldezentrale gehören mindestens eine Meldelinie für
Brand und eine Meldelinie für Einbruch. Ferner muß eine akustische und eine optische
Anzeige für den Gefahrenfall vorhanden sein. Ein Relaiskontakt, der einen Alarmbefehl
an eine externe Stelle weiterleitet, wird ebenfalls verlangt. Diese genannten Forderungen
erfüllt die neue Gefahrenmeldezentrale.
[0017] Die Spannungsversorgung über zwei Anschlüsse auf der rückseitigen Klemmenleiste 9
erfolgt bei der neuartigen Gefahrenmeldezentrale in vorteilhafter Weise aus einem
extern bereits vorhandenen Klingel-Transformator. Da die Gefahrenmeldezentrale aber
nur einen geringen Stromverbrauch aufweist, kann auch ein geeigneter Transformator
mit in die Anlage und damit in die Unterputzdose eingebaut werden.
[0018] Die Anlage kann auch aus einem 12V-Akku gespeist werden.
[0019] In das Gehäuse 1 sind zwei von der Blende 4 umgebene Tastschalter 2 mit Anzeigelämpchen
3 eingebaut. Im Ruhezustand sind die Lämpchen (Leuchtdioden) ausgeschaltet. Durch
einmaligen Druck auf den Schalter 2 wird die entsprechende Linie scharf geschaltet.
Die Anzeigelampe 3 zeigt nun Dauerlicht und dient als Aktivanzeige für eine scharf
geschaltete Linie. Wenn in der Meldelinie ein Alarmfall eintritt, blinkt die Anzeigelampe
3, der Summer 8 gibt ein akustisches Signal ab, und das Relais 7 gibt einen Steuerbefehl
auf die Klemmenleiste 9. Die Anzeigelampe 3 verfügt über einen parallelen Ausgang,
der ebenfalls auf die Klemmenleiste 9 geführt ist. Zum Quittieren bzw. Rücksetzen
der Linie nach einem Alarmfall wird erneut auf den Schalter 2 gedrückt. Die Anzeigelampe
erlischt nun wieder. Durch erneutes Drücken des Schalters 2 wird die Linie wieder
aktiviert. Jede Linie besitzt also einen eigenen Tastschalter 2.
[0020] Die an die Klemmenleiste 9 anschaltbaren Meldelinien werden extern mit einem Abschlußwiderstand
beschaltet, so daß jede Linie wie bei aufwendigen Gefahrenmeldeanlagen auf Unterbruch
und Kurzschluß überwacht wird (Differentialmeldelinie). Dadurch können an jede Linie
sowohl Rauch- bzw. Wassermelder als auch Einbruchmelder angeschaltet werden. Eine
Kombination aller Melder ist möglich.
[0021] Die neuartige Gefahrenmeldezentrale kann in vorteilhafter Weise an eine bereits
vorhandene Alarmzentrale zugeschaltet werden und erweitert diese Anlage um zusätzliche
Meldelinien.
[0022] Die Schnappfedern 10 am Gehäuse 1 erlauben auf einfache Art ein problemloses Einstecken
der gesamten Anlage in die Unterputzdose. Dazu ist in der Unterputzdose eine spezielle
Metallbrücke vorhanden, in die die Federn 10 eingreifen. Ein Verschrauben ist nicht
mehr erforderlich und das Montieren der gesamten Anlage wird wesentlich erleichtert.
Selbstverständlich ist auch die Montage in ein Aufputzgehäuse möglich.
1. Gefahrenmeldezentrale mit einer akustischen und optischen Anzeige, die an eine
externe Stromversorgung anschließbar und an die mindestens eine Meldelinie anschaltbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Gefahrenmeldezentrale in einer handelsüblichen Unterputzdose vorgesehen
ist, daß auf der Frontseite der Zentrale mindestens ein Tastschalter (2) mit der
optischen Anzeige (3) zum Zu- oder Abschalten und Quittieren der Meldelinien angeordnet
ist, daß in der Zentrale eine Klemmenleiste (9) zum Anschluß an die externe Stromversorgung
und die Meldelinien vorgesehen ist und daß sie weiterhin ein Schaltrelais (7) zum
Ansteuern von Verbrauchern vergleichweise hoher Ströme aufweist.
2. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromversorgung
durch einen in der Zentrale integrierten Transformator erfolgt.
3. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Klemmenleiste
(9) ein Relais-Arbeitskontakt des Schaltrelais (7) vorhanden ist, der extern beliebig
beschaltbar ist.
4. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Klemmenleiste
(9) ParallelAusgänge der auf der Frontseite vorhandenen Anzeige (3) vorgesehen sind.
5. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte
Zentrale in die Unterputzdose einschnappbar ist.
6. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte
Zentrale in ein Aufputzgehäuse montierbar ist.