(19)
(11) EP 0 318 710 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(21) Anmeldenummer: 88118207.5

(22) Anmeldetag:  02.11.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4G08B 25/00, H02G 3/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR LI LU NL SE

(30) Priorität: 07.11.1987 DE 8714846 U

(71) Anmelder: Asea Brown Boveri Aktiengesellschaft
D-68309 Mannheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Zachmann, Bernd
    D-6920 Sinsheim (DE)
  • Reichenbach, Josef
    D-6914 Rauenberg 3 (DE)
  • Janda, Herbert
    D-6830 Schwetzingen (DE)
  • Cestaro, Volker
    D-6940 Weinheim (DE)
  • Rohrbacher, Hans
    D-6806 Viernheim (DE)

(74) Vertreter: Rupprecht, Klaus, Dipl.-Ing. et al
c/o ABB Patent GmbH, Postfach 10 03 51
68128 Mannheim
68128 Mannheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Gefahrenmeldezentrale


    (57) Die Zentrale einer Gefahrenmeldeanlage ist so verklein­ert worden, daß sie in eine vorhandene Unterputzdose eingeschnappt werden kann. Trotzdem hat die Anlage An­schlußmöglichkeiten für zwei Meldelinien (Brand + Ein­bruch) und parallele Signalausgänge. Die Anlage weist ferner einen Summer, Anzeigelämpchen (3) und ein Schaltrelais auf und ist durch einen externen Klin­gel-Transformator mit Spannung versorgbar.




    Beschreibung


    [0001] Die Neuerung bezieht sich auf eine Gefahrenmeldezentra­le, die über eine akustische und optische Anzeige ver­fügt, die an eine externe Stromversorgung anschließbar und an die mindestens eine Meldelinie anschaltbar ist. Der Gegenstand der Anmeldung ist eine Gas-, Wasser-, Feuer- und Einbruchmeldeanlage.

    [0002] Unter einer Gefahrenmeldezentrale werden nach VDE 0833 Anlagen zum Schutz gegen Brand, Überfall und Einbruch und zur Erkennung von Störungen (Gas, Temperatur, Druck, Feuchte) verstanden. Das "Nervenzentrum" jeder Gefahren­meldezentrale ist die Zentrale, die alle Signale der Melder unterschiedlicher Funktionsprinzipien aufnimmt, nach logischen Gesichtspunkten verarbeitet und je nach Erfordernis einen externen Alarm bei der Polizei, einen örtlichen Alarm mittels Sirenen oder Blinkleuchten oder einen Telefon-Notruf auslöst. In der Zentrale kann die gesamte Stromversorgung für eine Gefahrenmeldezentrale sowie die Notstromversorgung integriert sein, so daß bei Ausfall der Netzspannung mehrere Stunden lang ein siche­rer Betrieb über eingebaute Akkumulatoren gewährleistet ist.

    [0003] An die Zentrale einer Gefahrenmeldeanlage können für die Branderkennung Rauchmelder (Ionisationskammer-Prinzip oder lichtoptisches Prinzip), Flammenmelder, Thermo-Ma­ximal-Melder oder Druckknopf-Feuermelder angeschaltet werden. In der Überfall- und Einbruchmeldetechnik werden Bewegungsmelder (Infrarot-, Ultraschall-, Doppler-Ra­dar-Prinzip), Glasbruchmelder, Erschütterungsmelder, Kontaktmelder, Körperschallmelder und Lichtschranken eingesetzt. Anlagen für Branderkennung und Einbruchmel­detechnik sind aus technischen Gründen normalerweise nicht in einer gemeinsamen Zentrale untergebracht.

    [0004] An eine Gefahrenmeldezentrale werden gemäß VDE 0833 be­stimmte Forderungen gestellt. Zusatzanforderungen und umfangreiche Begriffsbestimmungen werden gemäß den Richtlinien für automatische Brandmeldeanlagen und Richtlinien für Einbruchmeldeanlagen (gewerbliche und Hausratsrisiken) des Verbandes der Sachversicherer ge­fordert.

    [0005] Eine Gefahrenmeldeanlage wird durch die Erfüllung sämt­licher Normen und Vorschriften natürlich aufwendig, groß und teuer.

    [0006] Aufgabe der vorliegenden Neuerung war es deshalb, eine Gefahrenmeldeanlage zu finden, deren Zentrale einfach und klein aufgebaut ist, über optische und akustische Anzeigen verfügt und sowohl Brand-, Einbruch-, Gas- und Wassermeldungen verarbeitet.

    [0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentan­spruchs 1 gelöst. Ausgestaltungen sind aus den Unteran­sprüchen ersichtlich.

    [0008] Vorteilhaft bei der neuartigen Gefahrenmeldezentrale ist besonders der kompakte Aufbau und die dadurch mögliche Unterbringung in einer genormten 55mm-Unterputzdose. Dabei werden alle wichtigen Anforderungen an eine Gefah­renmeldezentrale erfüllt. Die Zentrale kann auf einfache Art scharf geschaltet werden, sie verfügt über optische und akustische Signalgeber, sie weist einen potential­freien Signalausgang auf und wird auf einfache Art über den bereits vorhandenen Klingel-Transformator mit Span­nung versorgt. Selbst ungeschulte Installateure können eine derartige Anlage einbauen.

    [0009] Denkbar ist auch, daß aufgrund des niedrigen Stromver­brauches ein eigenes Netzgerät mit in die Gefahrenmelde­zentrale eingebaut wird. Denkbar ist auch, daß bereits in der Unterputzdose vorhandene oder nicht mehr benutzte Drähte verwendet werden, so daß auch ein nachträglicher Einbau ohne zusätzlichen kostenaufwendigen Installati­onsaufwand möglich ist.

    [0010] Vorteilhaft ist weiter, daß sowohl Einbruch- wie auch Brand-, Gas- und Wassermelder in einem Gerät angeschlos­sen werden können. Wahlweise können aber auch zwei Mel­delinien für Innenraum- und/oder Außenhautüberwachung oder jegliche andere Überwachungsart vorgesehen sein. Der eingebaute akustische Alarmgeber (Summer) macht zu­dem einen Alarmfall sehr deutlich wahrnehmbar, so daß sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

    [0011] In einer Anlage einfachster Art werden nur eine Melde­linie und eine Spannungszuführung (zusammen also vier Drähte) benötigt, um eine zwar einfache, aber vollwerti­ge Alarmanlage zu schaffen.

    [0012] Weitere Vorteile sind aus der nachfolgenden Beschreibung ersichtlich.

    [0013] Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher erläutert.

    Fig. 1 zeigt die Vorderansicht der neuen Gefahrenmel­dezentrale, die in einer Unterputz-Schalterdose einge­baut ist.

    Fig. 2 zeigt die Rückansicht mit Befestigung und den wesentlichen Bauelementen.



    [0014] Gemäß Fig. 1 besteht die gesamte Gefahrenmeldezentrale aus einem Gehäuse 1, das in eine nicht gezeigte genormte 55mm-Unterputzdose eingesetzt ist. In die Frontseite des Gehäuses 1 sind zwei Tastschalter 2 eingebaut, die beide jeweils ein Anzeigelämpchen 3 (meistens Leuchtdiode) aufweisen. Das Gehäuse 1 ist auf der Frontseite (Bedien­seite) mit einer Blende 4 abgedeckt, wobei die Blende über Durchbrüche für die Tastschalter verfügt. Um die Blende 4 herum, und damit den Übergang von der Gefahren­meldezentrale auf die umgebende Wand bildend, ist ein Abdeckrahmen 5 angeordnet. Von außen sieht die gesamte Zentrale wie ein zweipoliger Lichtschalter herkömmlicher Bauart aus. Ein eventueller Eindringling vermutet nie­mals hinter einem derartigen "Lichtschalter" eine voll­wertige Alarmanlage, zumal sich die Gefahrenmeldezentra­le auch leicht designmäßig an ein bestehendes Schalter­programm anpassen läßt.

    [0015] Fig. 2 zeigt die Gefahrenmeldezentrale von hinten. In das Gehäuse 1 ist eine Platine 6 mit der Elektronik ein­gesetzt. Auf der Platine sind noch ein Relais 7, ein Summer 8 und eine Klemmenleiste 9 befestigt. Unter der Klemmenleiste befindet sich ein Anschlußraum für die ankommenden und abgehenden Drähte. Zur Befestigung der gesamten Gefahrenmeldezentrale in der Unterputzdose sind Schnappfedern 10 vorgesehen, die am Gehäuse 1 befestigt sind und über eine Metallbrücke verdrehsicher in die Unterputzdose einrasten.

    [0016] Zu einer vollwertigen Gefahremeldezentrale gehören min­destens eine Meldelinie für Brand und eine Meldelinie für Einbruch. Ferner muß eine akustische und eine opti­sche Anzeige für den Gefahrenfall vorhanden sein. Ein Relaiskontakt, der einen Alarmbefehl an eine externe Stelle weiterleitet, wird ebenfalls verlangt. Diese ge­nannten Forderungen erfüllt die neue Gefahrenmeldezen­trale.

    [0017] Die Spannungsversorgung über zwei Anschlüsse auf der rückseitigen Klemmenleiste 9 erfolgt bei der neuartigen Gefahrenmeldezentrale in vorteilhafter Weise aus einem extern bereits vorhandenen Klingel-Transformator. Da die Gefahrenmeldezentrale aber nur einen geringen Stromver­brauch aufweist, kann auch ein geeigneter Transformator mit in die Anlage und damit in die Unterputzdose ein­gebaut werden.

    [0018] Die Anlage kann auch aus einem 12V-Akku gespeist werden.

    [0019] In das Gehäuse 1 sind zwei von der Blende 4 umgebene Tastschalter 2 mit Anzeigelämpchen 3 eingebaut. Im Ruhe­zustand sind die Lämpchen (Leuchtdioden) ausgeschaltet. Durch einmaligen Druck auf den Schalter 2 wird die ent­sprechende Linie scharf geschaltet. Die Anzeigelampe 3 zeigt nun Dauerlicht und dient als Aktivanzeige für eine scharf geschaltete Linie. Wenn in der Meldelinie ein Alarmfall eintritt, blinkt die Anzeigelampe 3, der Sum­mer 8 gibt ein akustisches Signal ab, und das Relais 7 gibt einen Steuerbefehl auf die Klemmenleiste 9. Die Anzeigelampe 3 verfügt über einen parallelen Ausgang, der ebenfalls auf die Klemmenleiste 9 geführt ist. Zum Quittieren bzw. Rücksetzen der Linie nach einem Alarm­fall wird erneut auf den Schalter 2 gedrückt. Die Anzei­gelampe erlischt nun wieder. Durch erneutes Drücken des Schalters 2 wird die Linie wieder aktiviert. Jede Linie besitzt also einen eigenen Tastschalter 2.

    [0020] Die an die Klemmenleiste 9 anschaltbaren Meldelinien werden extern mit einem Abschlußwiderstand beschaltet, so daß jede Linie wie bei aufwendigen Gefahrenmeldeanla­gen auf Unterbruch und Kurzschluß überwacht wird (Diffe­rentialmeldelinie). Dadurch können an jede Linie sowohl Rauch- bzw. Wassermelder als auch Einbruchmelder ange­schaltet werden. Eine Kombination aller Melder ist mög­lich.

    [0021] Die neuartige Gefahrenmeldezentrale kann in vorteilhaf­ter Weise an eine bereits vorhandene Alarmzentrale zuge­schaltet werden und erweitert diese Anlage um zusätzli­che Meldelinien.

    [0022] Die Schnappfedern 10 am Gehäuse 1 erlauben auf einfache Art ein problemloses Einstecken der gesamten Anlage in die Unterputzdose. Dazu ist in der Unterputzdose eine spezielle Metallbrücke vorhanden, in die die Federn 10 eingreifen. Ein Verschrauben ist nicht mehr erforderlich und das Montieren der gesamten Anlage wird wesentlich erleichtert. Selbstverständlich ist auch die Montage in ein Aufputzgehäuse möglich.


    Ansprüche

    1. Gefahrenmeldezentrale mit einer akustischen und optischen Anzeige, die an eine externe Stromversorgung anschließbar und an die mindestens eine Meldelinie an­schaltbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Gefahrenmeldezentrale in einer handelsüblichen Unter­putzdose vorgesehen ist, daß auf der Frontseite der Zen­trale mindestens ein Tastschalter (2) mit der optischen Anzeige (3) zum Zu- oder Abschalten und Quittieren der Meldelinien angeordnet ist, daß in der Zentrale eine Klemmenleiste (9) zum Anschluß an die externe Stromver­sorgung und die Meldelinien vorgesehen ist und daß sie weiterhin ein Schaltrelais (7) zum Ansteuern von Ver­brauchern vergleichweise hoher Ströme aufweist.
     
    2. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stromversorgung durch einen in der Zentrale integrierten Transformator erfolgt.
     
    3. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Klemmenleiste (9) ein Re­lais-Arbeitskontakt des Schaltrelais (7) vorhanden ist, der extern beliebig beschaltbar ist.
     
    4. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Klemmenleiste (9) Parallel­Ausgänge der auf der Frontseite vorhandenen Anzeige (3) vorgesehen sind.
     
    5. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Zentrale in die Unterputzdose einschnappbar ist.
     
    6. Gefahrenmeldezentrale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Zentrale in ein Aufputz­gehäuse montierbar ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht