[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen eines Hohlprofiles - vorzugsweise
zur Herstellung eines insbesondere mit Trockenmittel gefüllten hohlen Abstandhalter-Rahmens
für Isolierglasscheiben - mit einer etwa in Zuführrichtung des Profiles und dessen
Längerstreckung liegenden Spannvorrichtung zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen
Profilbereiches, mit einer Einrichtung zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels sowie
mit einem Widerlager zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krümmung
und mit einem an der Außenseite der Biegestelle unter Anpreßdruck relativ zu dem Widerlager
bewegbaren und an die Außenseite des Profiles anpreßbaren Werkzeug insbesondere in
Form einer wenigstens einen Teil des an der Außenseite der Biegung befindlichen Profilsteges
beaufschlagenden Druckwalze, - rolle od.dgl..
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE-OS 33 12 764 bekannt und
hat sich insbesondere für Profile mit ausreichender Wandstärke bewährt. Dabei kann
während des Biegevorganges die Außenseite der Biegung von dem dort anpreßbaren Werkzeug,
vorzugsweise einer Rolle oder Walze, gelängt und gestreckt werden, wobei diese Walze
unter Umständen mit hoher Frequenz hin- und herbewegbar ist.
[0003] Es besteht jedoch mehr und mehr die Forderung, Profile mit sehr dünnen Wandstärken
oder aus einem preiswerten Metall zu verwenden, um den Herstellungspreis zu senken.
[0004] Bei sehr dünnen Stegen ist nun aber nicht genügend Werkstoff vorhanden, um diesen
noch auswalzen zu können. Darüberhinaus erfolgt die Verformung sehr dünner Stege unter
der Einwirkung eines an ihnen angepreßten Werkzeuges unkontrolliert und kann zu Falten
und Verwerfungen führen. Ein preiswerteres Metall hingegen, beispielsweise Eisen oder
Stahl, setzt einem Längen und strecken durch eine Walze einen erheblichen Widerstand
entgegen.
[0005] Es besteht deshalb die scheinbar widersprüchliche Aufgabe, eine Vorrichtung zum Biegen
eines Hohlprofiles der eingangs erwähnten Art zu schaffen, mit welcher Hohlprofile
mit sehr engem Innenradius gefertigt werden können, ohne daß es zu Verwerfungen und
Faltenbildung kommt, so daß also die Vorteile des vorbekannten Verfahrens und der
vorbekannten Vorrichtung ebenfalls erzielt werden, wobei aber das Hohlprofil sehr
dünne Wandstärken haben können soll oder aus einem sehr preiswerten Metall bestehen
darf.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß der lichte Abstand des an der Außenseite
der entstehenden Biegung des Profiles angreifenden Werkzeuges und des demgegenüber
innenliegenden Widerlagers zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise
kleiner als die Höhe der Seitenwände des Profiles ist und daß die quer zur Profil-Längserstreckung
orientierte Abmessung der wirksamen Fläche des Widerlagers und/oder des Werkzeuges
geringer als die Profilbreite und geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände
des Profiles ist.
[0007] Durch diese Kombination von Merkmalen und Maßnahmen ergibt sich, daß die beiden die
Innen- und Außenecke des gebogenen Profiles begrenzenden Stege während der kritischen
Phase der Biegung zwischen dem Widerlager und dem Werkzeug einerseits sowie zwischen
den Seitenwänden des Profiles andererseits eingespannt sind, da aufgrund der genannten
Abmessungen das das profil außen beaufschlagende Werkzeug unter Eindrückung der von
ihm beaufschlagten äußeren Profilwandung zwischen die Seitenstege des Profiles eintauchen
und ohne Rissebildung oder Verwerfungen diese äußere Wandung in den Innenbereich des
Profiles verformen kann, wo ein entsprechend kürzerer Biegungsweg gegeben ist, wobei
ein Teil dieser Außenwandung und/oder auch der Seitenwand gegenüber der stehenden
Seitenwand nach innen umgelegt und dieser mehr oder weniger angenähert werden kann.
Gegebenenfalls kann auch das Widerlager und der von diesem beaufschlagte Steg etwas
zwischen die Seitenwandungen des Profiles verformt werden. Somit können insbesondere
bei guter seitlicher Führung der Seitenwände mit Hilfe von Anschlägen, Niederhaltern
od. dgl. eine kontrollierte Biegung auch eines sehr dünnwandigen Profiles durchgeführt
werden, ohne daß ein Ausweichen der Stege oder Wandungen in eine ungewollte Richtung
möglich ist, wobei aber auch ein Walzen oder Strecken nicht oder allenfalls nur in
geringem Maße erforderlich ist. Versuche haben gezeigt, daß selbst Profile mit sehr
dünnen Wandstärken auf diese Weise problemlos und ohne nachteilige Faltenbildung oder
den entstehenden Rahmen unbrauchbar machende Verformungen der Wandungen und Stege
Präzise mit einer engen Innenecke gebogen werden können.
[0008] Um dabei eine noch bessere Führung und Kontrolle vor allem der zwischen den Seitenwandungen
umzubiegenden Stege des Profiles zu erreichen ist es nach einer besonders zweckmäßigen
Ausführungsform der Erfindung vorteilhaft, wenn die von Widerlager und Werkzeug beaufschlagten
Stege zumindest während des Biegens an ihren einander zugewandten Flächen mittelbar
oder unmittelbar gegeneinander abgestützt sind. Da sie von ihren Außenseiten her von
Widerlager und Werkzeug beaufschlagt und abgestützt sind, können sie auf diese Weise
nach keiner Seite irgendwelche unkontrollierten Verformungen oder Verwerfungen erfahren.
[0009] Diese gegenseitige Abstützung der im Biegungsbereich zwischen die Seitenwände zu
verformenden Stege kann besonders einfach dadurch erzielt werden, daß der lichte Abstand
des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profilesa angreifenden Werkzeuges
und des demgegenüber inneliegenden Widerlagers zumindest während des Biegevorganges
wenigstens zeitweise zumindest gleich der Gesamtstärke der beiden von ihnen beaufschlagten
und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stege oder Wandungen des Hohlprofiles
oder gleich der Gesamtstärke der beiden Stege zuzüglich einer gegenüber der Gesamthöhe
des Profiles in ihrer Ausdehnung vorzugsweise verminderten Trockenmittel-Zwischenlage
ist. Im ersteren Falle der vorgenannten Alternative können sich in besonders zweckmäßiger
Weise die Innenflächen der beiden Stege gegenseitig abstützen, so daß diese Stege
während der kritischen Phase der Biegung zwischen dem Widerlager und dem Werkzeug
sowie gegeneinander eingespannt sind. Gegebenenfalls kann aber dabei zwischen diesen
einander zugewandten Flächen dann noch eine in ihrer Ausdehung allerdings vorzugsweise
verminderte Trockenmittel-Zwischenlage vorgesehen sein, falls das Hohlprofil von vorneherein
zumindest teilweise mit Trockenmittel gefüllt ist. Da Trockenmittel in der Regel
sandartig reagiert, kann auch dadurch eine recht gute Abstützung der beiden Stege
gegeneinander erzielt werden, wenngleich eine trockenmittelfreie Biegung dann zu
bevorzugen ist, wenn die Stege möglichst genau in eine bestimmte Position relativ
zu den Seitenwänden verformt und unmittelbar gegeneinander abgestützt werden sollen.
Dies gilt vor allem dann, wenn die beiden Stege möglichst nahe zu der neutralen Faser
des Profiles hin gebracht werden sollen.
[0010] Besonders zweckmäßig ist es, wenn die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte
Abmessung des Widerlagers und/oder des Werkzeuges zumindest um zwei Wandstärken des
Profiles geringer als der lichte innere Abstand der Seitenwände des Profiles ist,
wodurch die erwähnte teilweise Umbiegung der Seitenwände im Biegungsbereich gut geführt
und ohne Faltenbildung insbesondere bei Vorhandensein äußerer Niederhalter erzielt
werden kann. Die als Werkzeug dienende Druckrolle kann nahe ihrem als Arbeitsfläche
wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen umlaufend sein und die größere Breite der
Druckrolle kann gleich oder kleiner dem inneren lichten Abstand der Seitenwänd des
Profiles sein, während der schmalere Bereich der Druckrolle in seiner Breite etwa
der Breite eines an dem Profil außenliegenden Stegbereiches entsprechen kann, von
welchem jeweils schräge Stegbereiche zu den Seitenwänden hin abfallen. Eine solche
Ausgestaltung der Vorrichtung eignet sich vor allem zum Biegen von Hohlprofilen mit
einem Querschnitt, der zumindest im Außenbereich etwa trapezförmig ist. Im Eckbereich
brauchen dann die schräg abfallenden Seitenwandbereiche nicht unmittelbar von der
Arbeitsfläche der Druckrolle beaufschlagt zu werden, um allmählich eingedrückt werden
zu können, bis der äußere Wandungsbereich an dem von dem widerlagerbeaufschlagten
innenliegenden Steg des Profiles berührt wird.
[0011] Dabei können die Abschrägungen an den Seitenflächen der Biege- oder Druckrolle eine
radiale Breite haben, die gleich oder größer den Eintauchtiefe der Biegerolle beim
Biegen und Eindrücken des Außensteges in Richtung zu dem Widerlager hin ist. Diese
Abschrägungen an den Seitenflächen des Werkzeuges haben dabei noch den Vorteil, daß
eine zu scharfe Umbiegung des äußeren Steges gegenüber den Seitenstegen oder Seitenwandungen
vermieden wird, weil der nach innen umgebogene randnahe Stegbereich etwas schräg
gegenüber dem Außensteg bleiben kann.
[0012] Um die gewünschte scharfe Biegung vor allem an der Innenseite des Biegebereiches
zu erzielen und dabei das gegenseitige Aneinanderliegen und Führen der Profilwände
mit Sicherheit zu erreichen, ohne daß aber der Außensteg zu tief nach innen eingeformt
werden muß, ist es zweckmäßig und von ganz besonderer Bedeutung, wenn das an der
Innenseite der Biegung be findliche Widerlager ein Formstück ist, dessen Außenkontur
der Innenkontur der herzustellenden Innenbiegung entspricht und welches wenigstens
zeitweise während des Biegens gegenüber den beiden nach dem Biegen im Winkel zueinanderstehenden
Innenseiten oder -stegen der Rahmenschenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung
und des Profiles vorsteht, so daß die Innenseite der Biegung eine Einbuchtung erhält.
Auf diese Weise kommt praktisch die Innenseite der Biegung während des Biegevorganges
der von außen her eingedrückten Aussenseite entgegen, so daß sich die beiden Stege
während des Biegens zumindest zeitweise und zwar vor allem während der wichtigsten
und kritischsten Phase gegenseitig berühren, stützen und führen können.
[0013] Gegebenenfalls kann das Widerlager oder das als Widerlager dienende Formstück zur
Anpassung an unterschiedliche Profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar
sein.
[0014] Eine Möglichkeit, den Biegevorgang und die Verformung vor allem des Innensteges zu
optimieren, kann darin bestehen, daß das Widerlager während des Biegevorganges, insbesondere
gesteuert, tiefer in die Biegung bewegbar oder verschiebbar ist, als es bei seiner
Ausgangslage angeordnet ist. Somit geht mit der zunehmenden Umbiegung auch gleichzeitig
eine stärkere Einbuchtung der Innenseite der Biegung einher.
[0015] Ausgestaltungen und Abwandlungen des Widerlagers und verschiedene Möglichkeiten,
wie während des Biegevorganges das Widerlager mehr und mehr in die Biegung hineinbewegbar
ist, sind Gegenstand der Ansprüche 10 bis 17. Dabei betreffen vor allem die Ansprüche
11, 12, 14, 16 u.17 eine Lösung, bei welcher das Widerlager proportional zum Biegevorgang
schwenkbar ist, so daß seine Außenseite die Profilinnenseite gewissermaßen mitzieht
und sich vor allem in den Ausführungsbeispielen, in denen das Widerlager einen in
Schwenkrichtung größer werden den Vorsprung aufweist, praktsich in die die Innenseite
des zu biegenden Profiles und in die Innenbiegung mehr und mehr "einrollt". Darüberhinaus
betreffen einzelne der genannten Ansprüche auch Lösungen, bei denen das Widerlager
etwa proportional zum Biegefortschritt tiefer und tiefer in die Innenbiegung eingedrückt
wird, ohne dabei verschwenkt zu werden.
[0016] Die Ansprüche 18 bis 20 betrffen vor allem den oder die Niederhalter, welche die
Seitenflächen des Hohlprofiles während des Biegevorganges im richtigen Maß halten
und in diesen Bereichen Verwerfungen und Verformungen vermeiden, die zu einer Verfälschung
des Außenabstandes führen könnten.
[0017] Die Ansprüche 21 bis 24 betreffen Ausgestaltungen, die die Anwendung der erfindungsgemäßen
Biegevorrichtung und insbesondere dabei das Zusammendrücken der innen- und außenliegenden
Wandungen und Stege auch bei mit Trockenmittel gefüllten Profilen erlauben, indem
der Biegebereich von Trokkenmittel zumindest zeitweise befreit wird, bevorzugt mit
Hilfe von Druckluft.
[0018] Vor allem bei Kombination der vorbeschriebenen Merkmale und Maßnahmen ergibt sich
eine Biegevorrichtung, mit der auch sehr dünnwandige Hohlprofile präzise und ohne
Beschädigungen mit einer engen Innenbiegung versehen werden können, wobei dennoch
der Außenabstand sehr präzise beibehalten bleibt und Verwerfungen und dgl., die diesen
Abstand verfälschen könnten, vermieden werden. Vor allem ist es dabei zweckmäßig,
wenn das Widerlager während des Biegens etwa bis in den Bereich der neutralen Faser
des zu biegenden Profiles ragt oder bewegbar oder verschiebbar ist, so daß dann die
beiden gegenseitig geführten und aneinanderliegenden Stege oder Wandungen des Profiles
in dieser neutralen Faser zu liegen kommen, wo sie entsprechend geringen Zug- oder
Stauchkräften ausgesetzt sind.
[0019] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren ihr als wesentlich zugehörenden Einzelheiten
anhand der Zeichnung in mehreren Ausführungsbeispielen noch näher beschrieben. Es
zeigt in schematisierter Darstellung:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Biegevorrichtung mit einem schwenkbaren und einen in
die Innenseite der Biegung ragenden Vorsprung aufweisenden Widerlager und einem außen
am Profil angreifenden Werkzeug in Form einer Druckrolle, wobei die Ausgangsposition,
eine Zwischenstellung und die Endlage der Biegung darge stellt sind, in vergrößertem
Maßstab
Fig. 2 einen Querschnitt des zu biegenden Profiles in Ausgangslage, wobei es sich
zwischen einer Auflage und einem Niederhalter einerseits und zwischen dem Widerlager
und der Biegerolle andererseits befindet,
Fig. 3 eine der Fig.2 entsprechende Darstellung im Augenblick bzw. vor allem in der
Endphase des Biegevorganges,
Fig. 4 und 5 die Wirkungsweise des mit einem sich in Schwenkrichtung zunehmend vergrößernden
Vorsprung versehenen Widerlagers zunächst in Ausgangslage und dann in der Endlage
nach dem Biegen, wobei die Druckrolle der besseren Übersicht wegen weggelassen ist,
wobei man wie in Fig.3 auch in Fig.5 gut erkennt, daß die beiden innen- bzw. außenliegenden
Stegwände aneinander zu liegen kommen,
Fig. 6 eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Biegevorrichtung,
bei welcher das Widerlager zusätzlich zu seiner Schwenkbewegung eine Hin- und Herbewegung
durchführt, um die innere Profilwandung in das Profil hinein und gegen die Außenwand
hin zu verformen, sowie
Fig. 7 eine wiederum abgewandelte Ausführungsform, bei welcher das Widerlager lediglich
schräg zu dem Profil stehend angeordnet ist und bleibt und in seiner Erstreckungsrichtung
tiefer in die Innenbiegung verstellbar ist.
Fig. 8 eine Darstellung gemäß Fig. 8 aber mit einer Trockenmittel-Füllung.
[0020] Eine in allen Ausführungsbeispielen insgesamt mit 1 bezeichnete Vorrichtung dient
zum Biegen eines Hohlprofiles 2, wobei vor allem in Fig.6 angedeutet ist, daß es
sich dabei um die Herstellung eines mit Trockenmittel 3 gefüllten hohlen Abstandhalter-Rahmens
für Isolierglasscheiben handeln kann. In einem solchen Falle würde das Profil 2 viermal
gebogen werden können, falls der Rahmen aus einem einzigen Stück bestehen soll. An
einer Längsseite könnten dann die beiden Profilenden stumpf aufeinanderstoßen und
verbunden werden.
[0021] Etwa in Zuführrichtung des Profiles 2 ist an der Vorrichtung 1 eine Spannvorrichtung
4 zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches vorgesehen. Ferner
hat die Vorrichtung 1 eine Einrichtung 5 zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels
sowie ein Widerlager 6 zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krümmung.
Ferner ist in den Figuren 1, 6 u.7 angedeutet und in Fig.2, 3 u. 8 näher dargestellt,
daß an der Außenseite er Biegestelle ein unter Anpreßdruck relativ zu dem Widerlager
6 bewegbares und an die Außenseite des Profiles anpreßbares Werkzeug, im Ausführungsbeispiel
in Form einer wenigstens einen Teil des an der Aus seneite der Biegung befindlichen
Profilsteges 7 beaufschlagende Druckwalze oder - rolle 8 vorgesehen ist, die in den
Figuren 1, 6 u. 7 in unterschiedlichen Positionen dargestellt ist, um ihre Bewegung
zu verdeutlichen.
[0022] Der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles 2
angreifenden Werkzeuges 8 und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers 6 ist, wie
vor allem in den Figuren 3, 5 u.8 verdeutlicht, zumindest während des Biegevorganges
wenigstens zeitweise kleiner als die Höhe der Seitenwände 10 des Profiles 2 und außerdem
ist die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung A der wirksamen, d.h.
mit den Stegen oder Wandungen 7 und 9 des Profiles in Berührung kommenden Fläche
des Widerlagers 6 und die entsprechende Abmessung B des Werkzeuges 8 geringer als
die Profilbreite und dabei auch geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände
10 des Profiles 2. Somit können die Wandungen und Steg 7 und 9 während des Biegens
durch das Widerlager 6 und vor allem auch das Werkzeug 8 zwischen die Seitenwände
10 verformt werden bzw. kann vor allem das Werkzeug 8 zwischen die Seitenwände 10
eintauchen und den beim Biegen besonders beanspruchten, weil außenliegenden Steg
7 in einen Bereich eines kleineren Biegeradius bringen, wo entsprechend geringere
Zugkräfte auftreten.
[0023] Um dabei unerwünschte und unkontrollierte Verformungen vor allem der Stege oder Wandungen
7 und 9 auszuschalten, die vor allem bei sehr dünnen Wandstärken bei einem Biegevorgang
eines Hohlprofiles eine Gefahr darstellen und für einen auch im Biegebereich präzise
bemessenen Abstandhalterrahmen vermieden werden müssen, sind die von Widerlager 6
und Werkzeug 8 beaufschlagten Stege 7 und 9 zumindest während des Biegens an ihren
einander zugewandten Flächen mittelbar oder - wie im Ausführungsbeispiel nach Fig.
3 u. 5 dargestellt - unmittelbar gegeneineinander abgestützt. Dabei wird dies dadurch
erreicht, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des
Profiles 2 angreifenden Werkzeuges 8 und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers
6 zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise etwa gleich der Gesamtstärke
der beiden von ihnen beaufschlagten und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten
Stegen oder Wandugen 7 und 9 des Hohlprofiles 2 ist. In Fig. 5 ist dabei allerdings
das Werkzeug 8 der besseren Übersicht wegen nicht dargestellt. Durch diese Maßnahme
werden die beiden Stege 7 und 9 während des Biegens bestmöglich eingespannt und geführt,
so daß sie auch bei sehr dünner Wandstärke keine unkontrollierten Verformungen, Verwerfungen
oder Faltenbildungen erfahren können. Es liegt vielmehr durch Widerlager 6 und Werkzeug
8 genau fest, wie und wo diese Stege 7 und 9 im Biegebereich zu liegen kommen, so
daß also schon vorher die optimale Lage dieser Stege vorbestimmt sein kann.
[0024] Dies gilt vor allem für ein trockenmittelfrei zu biegendes und erst später zu befüllendes
Hohlprofil oder ein solches, bei welchem die Biegebereiche trockenmittelfrei gehalten
oder gemacht werden, bevor die Biegung stattfindet. Gemäß Fig.8 kann aber auch bei
einem ganz oder teilweise mit Trockenmittel gefüllten Profil die Abstützung der beiden
Stege 7 u. 9 mittelbar dadurch geschehen, daß zwischen ihnen noch eine gegenüber der
Gesamthöhe C des profiles in ihrer Dicke verminderte Trockenmittel-Zwischenlage vorhanden
ist. Bevorzugt ist allerdings eine direkte Abstützung der beiden Stege 7 u. 9 gegeneinander,
weil sie dann auch in die für ein Biegen günstigste Faser des Hohlprofiles verformt
werden können.
[0025] In den Figuren 2 u. 3 ist verdeutlicht, daß die quer zur Profil-Längserstreckung
orientierte Abmessung A des Widerlagers 6 und die entsprechende Abmessung B des Werkzeuges
8 geringer als die Profilbreite und dabei sogar geringer als der innere lichte Abstand
der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist. Fig. 3 verdeutlicht sogar, daß die quer zur
Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung A des Widerlagers 6 und die entsprechende
Abmessung B des Werkzeuges 8 sogar um mehr als zwei Wandstärken der Profilstege 10
geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist. Somit
kann in der in Fig. 3 u.8 dargestellten Weise die Druckrolle 8 unter Mitnahme eines
Teiles der Außenwandung 7 zwischen die Seitenwände 10 in das Profil eintauchen und
die Außenwand 7 gegen die Innenwand 9 hin verformen, die ihrerseits in noch zu beschreibender
Weise nach innen verformt wird, so daß beide Wandungen 7 u.9 gem.Fig.2 und auch gem.
Fig.5 aneinander zu liegen kommen und sich gegenseitig führen und stützen und vor
allem an ungewollten und unkontrollierten Verwerfungen und Faltungen hindern. Fig.
5 verdeutlicht dabei, wie die beiden Wandungen 7 u.9 allmählich einander angenähert
werden, bis sie sich im Biegebereich selbst tatsächlich berühren. Die schmalere Biegerolle
8 und die noch zu beschreibenden Niederhalter 11 u.12, deren letzterer eine Auflage
sein kann, bewirken dabei die gezielte und präzise Derformung der einzelnen Stege
7 u.9, so daß diese innerhalb der Biegung teilweise nahezu parallel zu den Außenwänden
10 verlaufen. Dies erlaubt nicht nur die gewünschte enge Biegung, sondern führt auch
zu einer entsprechend steifen und stabilen Formgebung in dem Biegebereich trotz der
vorhergehenden Verformungen. Somit können auch sehr dünnwandige Hohlprofile mit engen
Biegungen mit möglichst geringem Krümmungsradius an der Innenseite mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 hergestellt werden.
[0026] Für die gezielte Verformung eines Teiles der Außenwandung 7 nach innen ist die Druckrolle
8 nahe ihrem als Arbeitsfläche 13 wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen 14 umlaufend
abgeschrägt. Diese Schrägung ist in Fig.2 mit 15 bezeichnet. Vor allem Fig. 3 verdeutlich
dabei, daß die größere Breite er Druckrolle 8 gleich oder kleiner dem inneren lichten
Abstand der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist und daß der schmalere Bereich 13 der
Druckrolle 8 in seiner Breite etwa der Breite eines an dem Profil 2 außenliegenden
Stegbereiches 7a entspricht, von welchem jeweils schräge Stegbereiche 7b zu den Seitenwänden
10 hin abfallen (vgl. vor allem Fig.2). Die Abschrägungen 15 an den Seitenflächen
14 der Biege- oder Druckrolle 8 haben dabei eine radiale Breite, die gleich oder -
im Ausführungsbeispiel - größer als die Eintauchtiefe der Biegerolle 8 beim Biegen
und Eindrücken des Außensteges 7 in Richtung zu dem Widerlager 6 hin hat. In Fig.
3 erkennt man, daß noch ein Stück der Abschrägung 15 nach dem Eindrücken der Rolle
8 in das profil 2 aus diesem vorsteht.
[0027] Wichtig für einen schnellen und problemlosen Verlauf der Verformung beim Biegen
ist das schon mehrfach erwähnte Widerlager 6. Dieses ist ein in den verschiedenen
Ausführungsbeispielen jeweils etwas abgewandelt gestaltetes Formstück, dessen Außenkontur
der Innenkontur der herzustellenden Innenbiegung entspricht, wie es beispielsweise
in Fig. 5 verdeutlicht ist. Das Widerlager 6 steht dabei wenigstens zeitweise während
des Biegels gegenüber den beiden nach dem Biegen im Winkel zueinanderstehenden Innenseiten
oder Stegen der Rahmenschenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung und des
Profiles vor, so daß also die Innenseite der Biegung eine Einbuchtung erhält, wie
es in Fig.1 und vor allem in Fig.5, aber auch in Fig. 3 verdeutlich ist. Dadurch wird
nämlich auch der an der Innenseite der Biegung liegende Steg 9 etwas nach innen verformt
und eingedrückt und dem von außenher eingedrückten Steg 7 bis zur Berührung mit diesem
angenähert. Diese Maßnahme dient also ebenfalls dazu, die beiden am stärksten während
des Biegens belasteten Wandungen oder Stege 7 u.9 unmittelbar gegeneinander zu führen
und so an unkontrollierten Verformungen zu hindern.
[0028] Gegebenenfalls kann das Widerlager 6 oder das als Widerlager dienende Formstück zur
Anpassung an unterschiedliche Profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar
sein. Somit kann die Biegevorrichtung 1 vor allem auch für Profile unterschiedlicher
Abmessungen eingesetzt werden. Gegebenenfalls ist es dabei auch zweckmäßig, die Druckrolle
8 auswechselbar zu gestalten.
[0029] Um eine allmähliche Verformung auch an der Innenseite der Biegung zu erzielen ist
es zweckmäßig, wenn das Widerlager 6 in noch zu beschreibender Weise während des Biegevorganges
- ggf. gesteuert - tiefer und tiefer in die Biegung hineinbewegbar oder verschiebbar
ist. Somit wird zu Beginn eines Biegevorganges natürlich noch nicht erreicht sein,
daß sich Innenwandung 9 und Außenwandung 7 des Profiles tatsächlich berühren. Nach
einer gewissen Biegezeit ist dies jedoch dann erreicht und zwar so frühzeitig, daß
vor allem die immer mehr zunehmende Biegung dann bei aneinanderliegenden Wandungen
7 u.9 ablaufen kann. In den Fig.1, 6 u.7 erkennt man dabei deutlich, daß das schwenk-
und/oder verschiebbare Widerlager 6 in Vorschubrichtung unmittelbar benachbart hinter
der Spannvorrichtung 4 zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches
angeordnet ist. Es ist also gegenüber dieser Spannvorrichtung 4 getrennt, kann also
unabhängig von dieser Bewegungen zur Optimierung des Biegevorganges durchführen.
[0030] Bei den Ausführungbeispielen gemäß Fig.1 u.6 hat das Widerlager 6 an seinem während
des Biegens an der Innenseite der entstehenden Biegung anliegenden Druckbereich eine
Fortsetzung 16 als Anschlag für den umzubiegenden Schenkel hinter der Biegung. In
diesem Falle ist das Widerlager 6 mit seiner als Anschlag dienenden Fortsetzung 16
beim Biegevorgang mit einem den umzubiegenden Rahmenschenkel an der Außenseite beaufschlagenden
Biegeanschlag 17 zusammen verschwenkbar, wobei das Profil zwischen der Widerlager-Fortsetzung
16 und diesem Biegeanschlag 17 eingespannt ist, so daß diese Teile praktisch die Einrichtung
5 zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels bilden. Lediglich bei der noch näher zu
erläuternden Ausführungsform gem. Fig. 7 sind diese Einrichtung 5 und das Widerlager
6 mit seiner Fortsetzung unabhängig voneinander.
[0031] Es wurde bereits erwähnt, daß des Widerlager 6 allmählich in das Innere des Profiles
2 eintaucht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn es während des Biegens etwa bis in
den Bereich der neutralen Faser des zu biegenden Profiles 2 ragt oder bewegbar oder
verschiebbar ist. Dabei zeigen die Figuren 1,4 u.5 ein besonders zweckmäßiges Ausführungsbeispiel,
bei welchem das Widerlager 6 einen gegenüber seiner Fortsetzung 16 seitlich und insbesondere
exzentrisch vorstehenden Vorsprung 6a zum Eindrücken in die entstehende Innenseite
der Biegung hat, dessen Abmessung in Richtung seiner Verschwenkung in dem Sinne zunimmt,
daß durch die Verschwenkung der Fortsetzung 16 und des Widerlagers 6 gemäß dem Pfeil
Pf 1 in Fig.4 der Vorsprung 6a zunehmend tiefer in die Innenseite der Biegung eintritt,
wie man es deutlich beim Vergleich der Figuren 4 u.5 erkennt. Dabei sind in den Figuren
4 u.5 Maßlinien L im Bereich des Vorsprunges a ausgehend von einem zentralen Punkt
M jeweils zur Peripherie des Vorsprunges 6a dargestellt, um durch deren entgegen dem
Pfeil Pf 1 immer größer werdende Länge die Exzentrizität des Vorsprunges 6a und das
dadurch bewirkte allmählich stärkere Eindringen des Widerlagers 6 in das Profil 2
zu verdeutlichen. Der Pfeil Pf 1 ist dabei auch in Fig. 1 eingezeichnet. Ferner erkennt
man so, daß die Außenseite des Vorsprunges 6a mitgeschwenkt wird und die Wandung 9
gewissermäßen mitzieht. Abgewandelte Lösungen bezüglich des allmählichen tieferen
Eintretens des Widerlagers 6 in die Innenseite der Biegung zeigen die Figuren 6 u.7,
wobei in beiden Fällen das Widerlager und eine an ihm befindliche Fortsetzung 16
in einem spitzen Winkel zu dem ankommenden noch nicht gebogenen Profil 2 angeordnet
und in dieser Orientierungsrichtung gemäß den Pfeilen Pf 2 bzw. Pf 3 verschiebbar
gelagert sind. Somit kann gemäß der strichpunktierten Darstellung des Widerlagers
6 und seiner Fortsetzung 16 wiederum der Bereich der Innenseite der entstehenden Biegung
nach innen eingebuchtet werden, wobei in diesem Falle das das Widerlager 6 bildende
Formstück praktisch eine bogen- oder kreisbogenförmige Aussenkontur hat.
[0032] Bei der Lösung nach Fig.6 ist vorgesehen, daß der Verschwenkbewegung des verschwenkbaren
Widerlagers 6 mit seiner Fortsetzung 16, welches mit seiner Oberfläche während der
Verschwenkung an der Innenseite der Biegung im Sinne des Profilvorschubes wirkend
angreift, wenigstens eine in Orientierungsrichtung der Fortsetzung 16 gerichtete
Verschiebebewegung gemäß dem Doppelpfeil Pf 2, im Ausführungsbeispiel eine solche
Verschiebebewegung kurz nach dem Beginn der Biegung und eine weitere derartige Verschiebebewegung
kurz vor Vollendung der Biegung, überlagert ist. Dabei ist dies im Ausführungsbeispiel
nach Fig. 6 dadurch realisiert, daß das Widerlager 6 und seine Fortsetzung 16 einen
in eine Steuerkurve 18 eingreifenden Vorsprung 19 hat, wobei die Steuerkurve 18 im
wesentlichen entsprechend der Verschwenkung dieses Vorsprunges 19 beim Verschwenken
des Widerlagers 6 orientiert ist und Auslenkungen 18a für die überlagerten Verschiebebewegungen
hat. In diesem Falle wird also eine ganz präzise gesteuerte Bewegung des Widerlagers
6 mit Hilfe dieser Steuerkurve 18 und des Vorsprunges 19 bewirkt, wobei diese Steuerung
mechanisch erfolgt. Selbstverständlich ist aber auch eine andereKupplung der Schwenkbewegung
einerseits mit einer solchen Verschiebebewegung des Widerlagers 6 andererseits möglich
und bei der Ausführungsform nach Fig.7 auch nötig, weil dort das Widerlager 6 mit
seiner Fortsetzung 16 in seiner schräg zum ankommenden Profil liegenden Position bleibt
und in dieser Position gemäß dem Pfeil Pf 3 verstellbar ist, während die Einrichtung
5 den zu verbiegenden Schenkel des Profiles 2 aus der Ausgangslage mehr und mehr verbiegt,
wie es strichpunktiert in Fig. 7 dargestellt ist.
[0033] Es wurde bereits erwähnt, daß Niederhalter 11 bzw. eine Auflage 12 und ein Niederhalter
11 für die Seitenwände 10 des Profiles 2 im Biegerbereich vorgesehen sind, deren Abstand
auf die Breite des Profiles 2 und den späteren lichten Abstand zweier Glasscheiben
einstellbar ist. Somit werden während des Biegevorganges Ausweichbewegungen der Seitenwände
10 vermieden, wie es vor allem durch Fig. 3 verdeutlicht ist. Dabei ist wenigstens
einer dieser beidseits des Profiles 2 an dessen Seitenwänden 10 angreifenden Niederhalter
11 zustellbar und wieder aus dem Bereich des Profiles 2 wegbewegbar, was nicht nur
das Einlegen und Entnehmen des Profiles 2 oder des gebogenen Rahmens erleichtert,
sondern auch die Anpassung an unterschiedliche Profilbreiten erleichtert.
[0034] Dabei kann in nicht näher dargestellter Weise im Bereich des Biegewerkzeuges 8 ein
von dem Widerlager 6 gegen die Innenseite der Biegung gerichteter Auswerfer od.dgl.
vorgesehen sein, der nach dem Biegen das Entnehmen des verformten profiles erleichtert.
Gegebenenfalls könnte sogar das Widerlager 6 vor allem bei der Lösung nach Fig.7
durch eine weitere Verschiebung in Richtung des Pfeiles Pf 3 als Auswerfer dienen.
[0035] Es wurde schon erwähnt, daß die Vorrichtung 1 beispielsweise dazu eingesetzt werden
kann, mit Trockenmittel gefüllte hohle Abstandhalter-Profile zu Abstandhalter-Rahmen
für Isolierglasscheiben zu biegen. Dabei ist es dann jedoch wichtig und zweckmäßig,
um die Profilwandungen 7 u.9 während des Biegevorganges wenigstens zeitweise aneinanderdrücken
zu können, wenn das Innere des Profiles 2 im Biegerbereich während des Biegevorganges
ganz oder wenigstens teilweise frei von dem Trockenmittel 3 ist. Dies läßt sich natürlich
auf verschiedene Weisen bewirken. Im Ausführungsbeispiel gem. Fig.6 ist eine Lösung
für einen solchen Fall dargestellt, bei welchem das Hohlprofil 2 auf der Innenseite
der entstehenden Biegung perforiert ist, damit das Trockenmittel später auch gegen
den Scheibenzwischenraum hin wirksam wird. Man erkennt in Fig.6 im Bereich der Innenseite
der Biegung an der Biegevorrich-- tung 1 eine Einrichtung zum wenigstens zeitweiligen
Verdrängen oder Beseitigen von Trockenmittel 3 aus dem zu biegenden Bereich in Form
einer gegen die Perforierung des Profiles 2 gerichteten Druckluftdüse 20. Dabei ist
diese zum Verdrängen von Trockenmittel 3 aus dem Biegebereich dienende Druckluftdüse
20 nahe dem Widerlager 6 und der innenseitig angeordneten Spannvorrichtung 4 angeordnet.
In diesem Falle durchsetzt sie sogar diese Spannvorrichtung 4 und mündet unmittelbar
vor dem Biegebereich und vor dem Widerlager 6, so daß die Luft den Biegebereich freiblasen
kann.
[0036] Die Luftdüse 10 ist in der Ausführungsform nach Fig.6 schräg gegen die Innenseite
des vor der Biegung befindlichen Bereiches des Profiles 2 gerichtet und schließt
mit dem vor der Biegung verbleibenden Schenkel und der Vorschubrichtung des Profiles
2 beim Einführen in die Biegevorrichtung 1 einen spitzen Winkel ein. Somit wird ein
größer Teil des Trockenmittels 3 in Erstreckungsrichtung des Profiles 2 vorwärtsgeblasen
werden, während aber auch ein Teil durch den entstehenden Überdruck zurückgeblasen
wird. In Fig. 6 ist deutlich erkennbar, daß der Biegebereich selbst von dem Trockenmittel
frei ist, während dieses sich beidseits dieses Trockenmittelfreien Bereiches etwas
aufgestaut hat, weil es von der Druckluft verdrängt wurde. Somit kann insbesondere
unter fortgesetzter Einblasung von Luft die Biegung durchgeführt werden, ohne daß
das Trockenmittel 3 dies behindert, so daß auch die Wandungen 7 u.9 sich gemäß Fig.3
trotz des Trockenmittels 3 berühren können.
[0037] Dabei könnte sogar im Biegebereich etwas Trockenmittel verbleiben oder wieder hingelangen,
da gemäß Fig. 3 zwischen den nach innen verformten Stegbereichen 7b und den Seitenwandungen
10 ein Zwischenraum verbleibt oder verbleiben kann.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, zunächst ein leeres Profil 2 zu biegen und
dann Trockenmittel nachträglich einzufüllen, insbesondere bevor das Profil endgültig
geschlossen wird, gegegenenfalls auch bevor die letzte Biegung durchgeführt wird,
wobei es nicht unbedingt erforderlich ist, daß alle Schenkel des Rahmens anschließend
vollständig mit Trockemittel gefüllt sind.
[0038] Es sie noch erwähnt, daß die Biegerolle 8 zur Anpassung an unterschiedliche und vor
allem unterschiedlich breite Profile 2 austauschbar sein kann.
[0039] Alle in der vorstehenden Beschreibung, der nachfolgenden Zusammenfassung, den Zeichnungen
und den Ansprüchen dargestellten Merkmale und Konstruktionsdetails können sowohl
einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
1. Vorrichtung (1) zum Biegen eines Hohlprofiles (2) - vorzugsweise zur Herstellung
eines insbesondere mit Trockenmittel (3) gefüllten hohlen Abstandhalter-Rahmens für
Isolierglasscheiben - mit einer etwa in Zuführrichtung des Profiles (2) liegenden
Spannvorrichtung (4) zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches,
mit einer Einrichtung (5) zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels sowie mit einem
Widerlager (6) zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krümmung
und mit einem an der Außenseite der Biegestelle unter Anpreßdruck relative zu dem
Widerlager (6) und dem Profil (2) bewegbaren und an die Außenseite des Profiles anpreßbaren
Werkzeug (8) insbesondere in Form einer wenigstens einen Teil des an der Außenseite
der Biegung befindlichen Profilsteges (7) beaufschlagenden Druckwalze, -rolle (8)
od.dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles
(2) angreifenden Werkzeuges (8) und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers
(6) zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise kleiner als die Höhe
der Seitenwände (10) des Profiles (2) ist, und daß die quer zur Profil-Längserstreckung
orientierte Abmessung (A) der wirksamen Fläche des Widerlagers (6) und/oder des Werkzeuges
(8) geringer als die Profilbreite und geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände
(10) des Profiles (2) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von Widerlager (6)
und Werkzeug (8) beaufschlagten Stege (7, 9) während des Biegens an ihren einander
zugewandten Flächen mittelbar oder unmittelbar gegeneinander abgestützt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Abstand
des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles (2) angreifenden Werkzeuges
(8) und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers (6) zumindest während des Biegevorganges
wenigstens zeitweise wenigstens gleich der Gesamtstärke der beiden von ihnen beaufschlagten
und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stege oder Wandungen (7, 9) des
Hohlprofiles (2) oder gleich der Gesamtstärke der beiden Stege (7 u.9) zuzüglich einer
gegenüber der Gesamthöhe des Profiles in ihrer Ausdehnung vorzugsweise verminderten
Trockenmittel-Zwischenlage ist.
4. Vorrichtung nach einem der Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die quer
zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung (A) des Widerlagers (6) und/oder
des Werkzeuges (8) zumindest um zwei Wandstärken und Profilstege (10) geringer als
der innere lichte Abstand der Seitenwände (10) des Profiles (2) ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckrolle
(8) nahe ihrem als Arbeitsfläche (13) wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen (14)
umlaufend abgechrägt (15) ist und daß die größere Breite der Druckrolle (8)größer,
gleich oder kleiner dem inneren lichten Abstand der Seitenwände (10) des Profiles
(2) ist und daß der schmalere Bereich (13) der Druckrolle (8)in seiner Breite etwa
der Breite eines an dem Profil (2) außenliegenden Stegbereiches (7a) entspricht, von
welchem jeweils schräge Stegbereiche (7b) zu den Seitenwänden (10) hin abfallen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschrägungen
(15) an den Seitenflächen (14) der Biege- oder Durckrolle (8) eine radiale Breite
haben, die gleich oder größer der Eintauchtiefe der Biegerolle (8) beim Biegen und
Eindrücken des Außensteges (7) in Richtung zu dem Widerlager (6) hin ist.
7. Vorrichtung nach Oberbegriff des Anspruches 1 und insbesondere einem der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das an der Innenseite der Biegung befindliche
Widerlager (6) ein Formstück ist, dessen Außenkontur der Innenkontur der herzustellenden
Innenbiegung entspricht und welches wenigstens zeitweise während des Biegens gegenüber
den beiden nach dem Biegen im Winkel zueinander stehenden Innenseiten oder -stegen
der Rahmenschenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung und des Profiles vorsteht,
so daß die Innenseite der Biegung eine Einbuchtung erhält
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) oder das als Widerlager dienende Formstück zur Anpassung an unterschiedliche
profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) während des Biegevorganges, insbesondere gesteuert, tiefer in die
Biegung bewegbar oder verschiebbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
schwenk- und/oder verschiebbare Widerlager (6) in Vorschubrichtung unmittelbar benachbart
zu der Spannvorrichtung (4) zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches
angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) an seinem während des Biegens an der Innenseite der entstehenden Biegung
anliegenden Druckbereich eine Fortsetzung (16) als Anschlag für den umzubiegenden
Schenkel hat.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) mit seiner als Anschlag dienenden Fortsetzung (16) beim Biegevorgang
mit einem den umzubiegenden Rahmenschenkel an der Außenseite beaufschlagenden Biegeanschlag
(17) zusammen verschwenkbar ist, wobei das Profil zwischen der Widerlager-Fortsetzung
(16) und diesem Biegeanschlag (17) vorzugsweise eingespannt ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnte, daß das
Widerlager (6) während des Biegens etwa bis in den Bereich der neutralen Faser des
zu biegenden Profiles (2) ragt oder bewegbar oder verschiebbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) einen gegenüber seiner Fortsetzung (16) vorzugsweise seitlich und
insbesondere exzentrisch vorstehenden Vorsprung (6a) zum Eindrücken in die entstehende
Innenseite der Biegung hat, dessen Abmessung in Richtung seiner Verschwenkung in dem
Sinne zunimmt, daß durch die Verschwenkung der Fortsetzung (16) und des Widerlagers
(6) der Vorsprung (6a) zunehmend in die Innenseite der Biegung eintritt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) und eine an ihm befindliche Fortsetzung (16) in spitzem Winkel zu
dem ankommenden noch nicht gebogenen Profil (2) angeordnet und in seiner Orientierungsrichtung
verschiebbar gelagert sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
Verschwenkbewegung des verschwenkbaren Widerlagers (6), welches mit seiner Oberfläche
während der Verschwenkung an der Innenseite der Biegung im Sinne des Profilvorschubes
wirkend angreift, wenigstens eine in Orientierungsrichtung der Fortsetzung (16) des
Widerlagers gerichtete Verschiebebewegung, vorzugsweise eine solche Verschiebebewegung
kurz nach dem Beginn der Biegung und eine weitere derartige Verschiebebewegung kurz
vor Vollendung der Biegung, überlagert ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das
Widerlager (6) und/oder seine Fortsetzung (16) einen in eine Steuerkurve (18) eingreifenden
Vorsprung (19) od.dgl. hat, wobei die Steuerkurve (18) im wesentlichen entsprechend
der Verschwenkung dieses Vorsprunges (19) beim Verschwenken des Widerlagers (6) orientiert
ist und Auslenkungen (18) für die überlagerten Verschiebebewegungen hat.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß Niederhalter
(11) oder eine Auflage (12) und ein Niederhalter (11) od.dgl. Führungen für die Seitenwände
(10) des Profiles (2) im Biegebereich vorgesehen sind, deren Abstand auf die Breite
des Profiles (2) und den späteren lichten Abstand zweier Glasscheiben einstellbar
ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
einer der beidseits des Profiles (2) an dessen Seitenwänden (10) angreifenden Niederhalter
(11) od.dgl. zustellbar und wieder aus dem Bereich des Profiles (2) wegbewegbar ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich des Biegewerkzeuges (8) ein von dem Widerlager (6) gegen die Innenseite der
Biegung gerichtete Auswerfer od.dgl. vorgesehen sind.
21. Vorrichtung zum Biegen eines mit Trockenmittel gefüllten hohlen Abstandhalter-Profiles
für Isolierglasscheiben nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
daß das Innere des Profiles (2) im Biegebereich während des Biegevorganges ganz oder
wenigstens teilweise frei von Trockenmittel (3) ist.
22.Vorrichtung zum Biegen eines mit Trockenmittel gefüllten Hohlprofiles, welches
auf der Innenseite der entstehenden Biegung perforiert ist, nach einem der Ansprüche
1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Innenseite der Biegung an der
Biegevorrichtung (1) eine Einrichtung zum wenigstens zeitweiligen Verdrängen oder
Beseitigen von Trockenmittel (3) aus dem zu biegenden Profilbereich vorgesehen ist,
insbesondere eine gegen die Perforierung des Profiles (2) gerichtete Druckluftdüse
(20).
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die
zum Verdrängen von Trockenmittel (3) aus dem Biegebereich dienende Druckluftdüse (20)
nahe dem Widerlager (6) und/oder der innenseitig angeordneten Spannvorrichtung (4)
angeordnet ist, vorzugsweise diese Spannvorrichtung (4) durchsetzt und unmittelbar
vor dem Biegebereich des Profiles mündet.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die
Luftdüse (20) schräg gegen die Innenseite des vor der Biegung befindlichen Bereiches
des Profiles (2) gerichtet ist und mit diesem vor der Biegung verbleibenden Schenkel
und der Vorschubrichtung des Profiles (2) beim Einführen in die Biegevorrichtung
(1) einen spitzen Winkel einschließt.
25. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Biegerolle (8)zur Anpassung an unterschiedliche und vor allem unterschiedlich
breite Profile (2) austauschbar ist.