(19)
(11) EP 0 318 748 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(21) Anmeldenummer: 88118909.6

(22) Anmeldetag:  12.11.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B21D 53/74, E06B 3/66, B21D 7/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(30) Priorität: 03.12.1987 DE 3740921

(71) Anmelder: Franz Xaver Bayer Isolierglasfabrik KG
79212 Elzach (DE)

(72) Erfinder:
  • Bayer, Franz
    D-7807 Elzach (DE)

(74) Vertreter: Schmitt, Hans, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dipl.-Ing. H. Schmitt Dipl.-Ing. W. Maucher Dreikönigstrasse 13
79102 Freiburg
79102 Freiburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Biegen eines Hohlprofiles insbesondere eines Abstandhalter-Rahmens für Isolierglasscheiben


    (57) Eine Vorrichtung (1) zum Biegen eines Hohlprofiles (2) hat eine etwa in Zuführrichtung des Profiles (2) liegende Spann­vorrichtung (4) zum Erfassen des vor der Biegung befindli­chen Profilbereiches, ferner eine Einrichtung (5) zum Erfas­sen des umzubiegenden Schenkels sowie ein Widerlager (6) zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krüm­mung und ein an der Außenseite der Biegestelle unter Anpreß­druck relativ zu dem Widerlager (6) und dem Profil (2) be­wegbares und an dessen Außenseite anpreßbares Werkzeug (8) bevorzugt in Form einer Druckrolle. Dabei ist der lichte Ab­stand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Pro­files (2) angreifenden Werkzeuges (8) und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers (6) zumindest während des Biege­vorganges wenigstens zeitweise etwa gleich der Gesamtstärke der beiden von ihnen beaufschlagten und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stege oder Wandungen (7,9) des Hohl­profiles (2), so daß diese an unerwünschten und unkontrol­lierten Verformungen, Ausbeulungen, Verwerfungen od.dgl. ge­hindert sind und auch bei sehr geringer Wandstärke präzise gebogen werden können.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen eines Hohlprofiles - vorzugsweise zur Herstellung eines insbe­sondere mit Trockenmittel gefüllten hohlen Abstandhalter-­Rahmens für Isolierglasscheiben - mit einer etwa in Zu­führrichtung des Profiles und dessen Längerstreckung lie­genden Spannvorrichtung zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches, mit einer Einrichtung zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels sowie mit einem Wi­derlager zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Bie­gung oder Krümmung und mit einem an der Außenseite der Biegestelle unter Anpreßdruck relativ zu dem Widerlager bewegbaren und an die Außenseite des Profiles anpreßba­ren Werkzeug insbesondere in Form einer wenigstens einen Teil des an der Außenseite der Biegung befindlichen Pro­filsteges beaufschlagenden Druckwalze, - rolle od.dgl..

    [0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE-OS 33 12 764 bekannt und hat sich insbesondere für Profile mit ausreichender Wandstärke bewährt. Dabei kann während des Biegevorganges die Außenseite der Biegung von dem dort anpreßbaren Werkzeug, vorzugsweise einer Rolle oder Walze, gelängt und gestreckt werden, wobei diese Walze unter Umständen mit hoher Frequenz hin- und herbewegbar ist.

    [0003] Es besteht jedoch mehr und mehr die Forderung, Profile mit sehr dünnen Wandstärken oder aus einem preiswerten Metall zu verwenden, um den Herstellungspreis zu senken.

    [0004] Bei sehr dünnen Stegen ist nun aber nicht genügend Werkstoff vorhanden, um diesen noch auswalzen zu können. Darüberhinaus erfolgt die Verformung sehr dünner Stege unter der Einwirkung eines an ihnen angepreßten Werkzeuges unkontrolliert und kann zu Falten und Verwerfungen führen. Ein preiswerteres Metall hingegen, beispielsweise Eisen oder Stahl, setzt einem Län­gen und strecken durch eine Walze einen erheblichen Wider­stand entgegen.

    [0005] Es besteht deshalb die scheinbar widersprüchliche Aufgabe, eine Vorrichtung zum Biegen eines Hohlprofiles der eingangs erwähnten Art zu schaffen, mit welcher Hohlprofile mit sehr engem Innenradius gefertigt werden können, ohne daß es zu Verwerfungen und Faltenbildung kommt, so daß also die Vortei­le des vorbekannten Verfahrens und der vorbekannten Vorrich­tung ebenfalls erzielt werden, wobei aber das Hohlprofil sehr dünne Wandstärken haben können soll oder aus einem sehr preis­werten Metall bestehen darf.

    [0006] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß der lichte Ab­stand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles angreifenden Werkzeuges und des demgegenüber innen­liegenden Widerlagers zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise kleiner als die Höhe der Seitenwände des Profiles ist und daß die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung der wirksamen Fläche des Widerlagers und/oder des Werkzeuges geringer als die Profilbreite und ge­ringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände des Profiles ist.

    [0007] Durch diese Kombination von Merkmalen und Maßnahmen ergibt sich, daß die beiden die Innen- und Außenecke des gebogenen Profiles begrenzenden Stege während der kritischen Phase der Biegung zwischen dem Widerlager und dem Werkzeug einer­seits sowie zwischen den Seitenwänden des Profiles anderer­seits eingespannt sind, da aufgrund der genannten Abmessungen das das profil außen beaufschlagende Werkzeug unter Ein­drückung der von ihm beaufschlagten äußeren Profilwandung zwischen die Seitenstege des Profiles eintauchen und ohne Rissebildung oder Verwerfungen diese äußere Wandung in den Innenbereich des Profiles verformen kann, wo ein entsprechend kürzerer Biegungsweg gegeben ist, wobei ein Teil dieser Außenwandung und/oder auch der Seitenwand gegenüber der stehenden Seitenwand nach innen umgelegt und dieser mehr oder weniger angenähert werden kann. Gegebenenfalls kann auch das Widerlager und der von diesem beaufschlagte Steg etwas zwischen die Seitenwandungen des Profiles verformt werden. Somit können insbesondere bei guter seitlicher Führung der Seitenwände mit Hilfe von Anschlägen, Niederhaltern od. dgl. eine kontrollierte Biegung auch eines sehr dünnwandigen Profiles durchgeführt werden, ohne daß ein Ausweichen der Stege oder Wandungen in eine ungewollte Richtung möglich ist, wobei aber auch ein Walzen oder Strecken nicht oder allen­falls nur in geringem Maße erforderlich ist. Versuche haben gezeigt, daß selbst Profile mit sehr dünnen Wandstärken auf diese Weise problemlos und ohne nachteilige Faltenbildung oder den entstehenden Rahmen unbrauchbar machende Verformungen der Wandungen und Stege Präzise mit einer engen Innenecke ge­bogen werden können.

    [0008] Um dabei eine noch bessere Führung und Kontrolle vor allem der zwischen den Seitenwandungen umzubiegenden Stege des Profiles zu erreichen ist es nach einer besonders zweckmäßigen Aus­führungsform der Erfindung vorteilhaft, wenn die von Widerlager und Werkzeug beaufschlagten Stege zumindest während des Bie­gens an ihren einander zugewandten Flächen mittelbar oder unmittelbar gegeneinander abgestützt sind. Da sie von ihren Außenseiten her von Widerlager und Werkzeug beaufschlagt und abgestützt sind, können sie auf diese Weise nach keiner Seite irgendwelche unkontrollierten Verformungen oder Ver­werfungen erfahren.

    [0009] Diese gegenseitige Abstützung der im Biegungsbereich zwi­schen die Seitenwände zu verformenden Stege kann besonders einfach dadurch erzielt werden, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profilesa an­greifenden Werkzeuges und des demgegenüber inneliegenden Widerlagers zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise zumindest gleich der Gesamtstärke der beiden von ihnen beaufschlagten und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stege oder Wandungen des Hohlprofiles oder gleich der Gesamtstärke der beiden Stege zuzüglich einer gegenüber der Gesamthöhe des Profiles in ihrer Ausdehnung vorzugsweise verminderten Trockenmittel-Zwischenlage ist. Im ersteren Falle der vorgenannten Alternative können sich in besonders zweckmäßiger Weise die Innenflächen der beiden Stege gegenseitig abstützen, so daß diese Stege wäh­rend der kritischen Phase der Biegung zwischen dem Wider­lager und dem Werkzeug sowie gegeneinander eingespannt sind. Gegebenenfalls kann aber dabei zwischen diesen einander zugewandten Flächen dann noch eine in ihrer Ausdehung aller­dings vorzugsweise verminderte Trockenmittel-Zwischenlage vorgesehen sein, falls das Hohlprofil von vorneherein zu­mindest teilweise mit Trockenmittel gefüllt ist. Da Trockenmittel in der Regel sandartig reagiert, kann auch dadurch eine recht gute Abstützung der beiden Stege gegen­einander erzielt werden, wenngleich eine trockenmittelfreie Biegung dann zu bevorzugen ist, wenn die Stege möglichst genau in eine bestimmte Position relativ zu den Seiten­wänden verformt und unmittelbar gegeneinander abgestützt werden sollen. Dies gilt vor allem dann, wenn die beiden Stege möglichst nahe zu der neutralen Faser des Profiles hin gebracht werden sollen.

    [0010] Besonders zweckmäßig ist es, wenn die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung des Widerlagers und/oder des Werkzeuges zumindest um zwei Wandstärken des Profiles geringer als der lichte innere Abstand der Seitenwände des Profiles ist, wodurch die erwähnte teilweise Umbiegung der Seitenwände im Biegungsbereich gut geführt und ohne Faltenbildung ins­besondere bei Vorhandensein äußerer Niederhalter erzielt werden kann. Die als Werkzeug dienende Druckrolle kann nahe ihrem als Arbeitsfläche wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen umlaufend sein und die größere Breite der Druckrolle kann gleich oder kleiner dem inneren lichten Abstand der Seitenwänd des Profiles sein, während der schmalere Bereich der Druckrolle in seiner Breite etwa der Breite eines an dem Profil außenlie­genden Stegbereiches entsprechen kann, von welchem jeweils schräge Steg­bereiche zu den Seitenwänden hin abfallen. Eine solche Ausgestaltung der Vorrichtung eignet sich vor allem zum Biegen von Hohlprofilen mit einem Querschnitt, der zumindest im Außenbereich etwa trapezförmig ist. Im Eckbereich brauchen dann die schräg abfallenden Seitenwandbereiche nicht unmittelbar von der Arbeitsfläche der Druckrolle beaufschlagt zu werden, um allmählich eingedrückt werden zu können, bis der äußere Wandungsbereich an dem von dem widerlagerbeaufschlagten innenliegenden Steg des Profiles berührt wird.

    [0011] Dabei können die Abschrägungen an den Seitenflächen der Bie­ge- oder Druckrolle eine radiale Breite haben, die gleich oder größer den Eintauchtiefe der Biegerolle beim Biegen und Eindrücken des Außensteges in Richtung zu dem Widerlager hin ist. Diese Abschrägungen an den Seitenflächen des Werkzeuges haben dabei noch den Vorteil, daß eine zu scharfe Umbiegung des äußeren Steges gegenüber den Seitenstegen oder Seiten­wandungen vermieden wird, weil der nach innen umgebogene rand­nahe Stegbereich etwas schräg gegenüber dem Außensteg blei­ben kann.

    [0012] Um die gewünschte scharfe Biegung vor allem an der Innenseite des Biegebereiches zu erzielen und dabei das gegenseitige Aneinanderliegen und Führen der Profilwände mit Sicherheit zu erreichen, ohne daß aber der Außensteg zu tief nach innen eingeformt werden muß, ist es zweckmäßig und von ganz beson­derer Bedeutung, wenn das an der Innenseite der Biegung be­ findliche Widerlager ein Formstück ist, dessen Außenkontur der Innenkontur der herzustellenden Innenbiegung entspricht und welches wenigstens zeitweise während des Biegens gegen­über den beiden nach dem Biegen im Winkel zueinanderstehen­den Innenseiten oder -stegen der Rahmenschenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung und des Profiles vorsteht, so daß die Innenseite der Biegung eine Einbuchtung erhält. Auf diese Weise kommt praktisch die Innenseite der Biegung wäh­rend des Biegevorganges der von außen her eingedrückten Aus­senseite entgegen, so daß sich die beiden Stege während des Biegens zumindest zeitweise und zwar vor allem während der wichtigsten und kritischsten Phase gegenseitig berühren, stüt­zen und führen können.

    [0013] Gegebenenfalls kann das Widerlager oder das als Widerlager dienende Formstück zur Anpassung an unterschiedliche Profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar sein.

    [0014] Eine Möglichkeit, den Biegevorgang und die Verformung vor allem des Innensteges zu optimieren, kann darin bestehen, daß das Widerlager während des Biegevorganges, insbesondere ge­steuert, tiefer in die Biegung bewegbar oder verschiebbar ist, als es bei seiner Ausgangslage angeordnet ist. Somit geht mit der zunehmenden Umbiegung auch gleichzeitig eine stärkere Einbuchtung der Innenseite der Biegung einher.

    [0015] Ausgestaltungen und Abwandlungen des Widerlagers und verschie­dene Möglichkeiten, wie während des Biegevorganges das Wider­lager mehr und mehr in die Biegung hineinbewegbar ist, sind Gegenstand der Ansprüche 10 bis 17. Dabei betreffen vor allem die Ansprüche 11, 12, 14, 16 u.17 eine Lösung, bei welcher das Widerlager proportional zum Biegevorgang schwenkbar ist, so daß seine Außenseite die Profilinnenseite gewissermaßen mit­zieht und sich vor allem in den Ausführungsbeispielen, in denen das Widerlager einen in Schwenkrichtung größer werden­ den Vorsprung aufweist, praktsich in die die Innenseite des zu biegenden Profiles und in die Innenbiegung mehr und mehr "einrollt". Darüberhinaus betreffen einzelne der genannten Ansprüche auch Lösungen, bei denen das Widerlager etwa pro­portional zum Biegefortschritt tiefer und tiefer in die In­nenbiegung eingedrückt wird, ohne dabei verschwenkt zu wer­den.

    [0016] Die Ansprüche 18 bis 20 betrffen vor allem den oder die Nie­derhalter, welche die Seitenflächen des Hohlprofiles während des Biegevorganges im richtigen Maß halten und in diesen Be­reichen Verwerfungen und Verformungen vermeiden, die zu ei­ner Verfälschung des Außenabstandes führen könnten.

    [0017] Die Ansprüche 21 bis 24 betreffen Ausgestaltungen, die die Anwendung der erfindungsgemäßen Biegevorrichtung und insbe­sondere dabei das Zusammendrücken der innen- und außenlie­genden Wandungen und Stege auch bei mit Trockenmittel ge­füllten Profilen erlauben, indem der Biegebereich von Trok­kenmittel zumindest zeitweise befreit wird, bevorzugt mit Hilfe von Druckluft.

    [0018] Vor allem bei Kombination der vorbeschriebenen Merkmale und Maßnahmen ergibt sich eine Biegevorrichtung, mit der auch sehr dünnwandige Hohlprofile präzise und ohne Beschädigungen mit einer engen Innenbiegung versehen werden können, wobei dennoch der Außenabstand sehr präzise beibehalten bleibt und Verwerfungen und dgl., die diesen Abstand verfälschen könn­ten, vermieden werden. Vor allem ist es dabei zweckmäßig, wenn das Widerlager während des Biegens etwa bis in den Be­reich der neutralen Faser des zu biegenden Profiles ragt oder bewegbar oder verschiebbar ist, so daß dann die beiden gegenseitig geführten und aneinanderliegenden Stege oder Wandungen des Profiles in dieser neutralen Faser zu liegen kommen, wo sie entsprechend geringen Zug- oder Stauchkräften ausgesetzt sind.

    [0019] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren ihr als wesentlich zugehörenden Einzelheiten anhand der Zeichnung in mehreren Ausführungsbeispielen noch näher beschrieben. Es zeigt in schematisierter Darstellung:

    Fig. 1 eine erfindungsgemäße Biegevorrichtung mit einem schwenkbaren und einen in die Innenseite der Bie­gung ragenden Vorsprung aufweisenden Widerlager und einem außen am Profil angreifenden Werkzeug in Form einer Druckrolle, wobei die Ausgangsposition, eine Zwischenstellung und die Endlage der Biegung darge stellt sind, in vergrößertem Maßstab

    Fig. 2 einen Querschnitt des zu biegenden Profiles in Aus­gangslage, wobei es sich zwischen einer Auflage und einem Niederhalter einerseits und zwischen dem Wider­lager und der Biegerolle andererseits befindet,

    Fig. 3 eine der Fig.2 entsprechende Darstellung im Augen­blick bzw. vor allem in der Endphase des Biegevor­ganges,

    Fig. 4 und 5 die Wirkungsweise des mit einem sich in Schwenkrich­tung zunehmend vergrößernden Vorsprung versehenen Widerlagers zunächst in Ausgangslage und dann in der Endlage nach dem Biegen, wobei die Druckrolle der besseren Übersicht wegen weggelassen ist, wobei man wie in Fig.3 auch in Fig.5 gut erkennt, daß die bei­den innen- bzw. außenliegenden Stegwände aneinander zu liegen kommen,

    Fig. 6 eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungs­gemäßen Biegevorrichtung, bei welcher das Widerlager zusätzlich zu seiner Schwenkbewegung eine Hin- und Herbewegung durchführt, um die innere Profilwandung in das Profil hinein und gegen die Außenwand hin zu verformen, sowie

    Fig. 7 eine wiederum abgewandelte Ausführungsform, bei wel­cher das Widerlager lediglich schräg zu dem Profil stehend angeordnet ist und bleibt und in seiner Er­streckungsrichtung tiefer in die Innenbiegung ver­stellbar ist.

    Fig. 8 eine Darstellung gemäß Fig. 8 aber mit einer Trockenmittel-­Füllung.



    [0020] Eine in allen Ausführungsbeispielen insgesamt mit 1 bezeich­nete Vorrichtung dient zum Biegen eines Hohlprofiles 2, wo­bei vor allem in Fig.6 angedeutet ist, daß es sich dabei um die Herstellung eines mit Trockenmittel 3 gefüllten hohlen Abstandhalter-Rahmens für Isolierglasscheiben handeln kann. In einem solchen Falle würde das Profil 2 viermal gebogen werden können, falls der Rahmen aus einem einzigen Stück be­stehen soll. An einer Längsseite könnten dann die beiden Pro­filenden stumpf aufeinanderstoßen und verbunden werden.

    [0021] Etwa in Zuführrichtung des Profiles 2 ist an der Vorrichtung 1 eine Spannvorrichtung 4 zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches vorgesehen. Ferner hat die Vor­richtung 1 eine Einrichtung 5 zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels sowie ein Widerlager 6 zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krümmung. Ferner ist in den Figuren 1, 6 u.7 angedeutet und in Fig.2, 3 u. 8 näher darge­stellt, daß an der Außenseite er Biegestelle ein unter An­preßdruck relativ zu dem Widerlager 6 bewegbares und an die Außenseite des Profiles anpreßbares Werkzeug, im Ausführungs­beispiel in Form einer wenigstens einen Teil des an der Aus­ seneite der Biegung befindlichen Profilsteges 7 beaufschla­gende Druckwalze oder - rolle 8 vorgesehen ist, die in den Figuren 1, 6 u. 7 in unterschiedlichen Positionen darge­stellt ist, um ihre Bewegung zu verdeutlichen.

    [0022] Der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles 2 angreifenden Werkzeuges 8 und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers 6 ist, wie vor allem in den Figuren 3, 5 u.8 verdeutlicht, zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise kleiner als die Höhe der Seitenwände 10 des Profiles 2 und außerdem ist die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung A der wirk­samen, d.h. mit den Stegen oder Wandungen 7 und 9 des Pro­files in Berührung kommenden Fläche des Widerlagers 6 und die entsprechende Abmessung B des Werkzeuges 8 geringer als die Profilbreite und dabei auch geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände 10 des Profiles 2. Somit können die Wandungen und Steg 7 und 9 während des Biegens durch das Widerlager 6 und vor allem auch das Werkzeug 8 zwischen die Seitenwände 10 verformt werden bzw. kann vor allem das Werkzeug 8 zwischen die Seitenwände 10 eintauchen und den beim Biegen besonders beanspruchten, weil außenlie­genden Steg 7 in einen Bereich eines kleineren Biegeradius bringen, wo entsprechend geringere Zugkräfte auftreten.

    [0023] Um dabei unerwünschte und unkontrollierte Verformungen vor allem der Stege oder Wandungen 7 und 9 auszuschalten, die vor allem bei sehr dünnen Wandstärken bei einem Biege­vorgang eines Hohlprofiles eine Gefahr darstellen und für einen auch im Biegebereich präzise bemessenen Abstandhalter­rahmen vermieden werden müssen, sind die von Widerlager 6 und Werkzeug 8 beaufschlagten Stege 7 und 9 zumindest während des Biegens an ihren einander zugewandten Flächen mittelbar oder - wie im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 u. 5 dargestellt - unmittelbar gegeneineinander abgestützt. Dabei wird dies dadurch erreicht, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Profiles 2 angreifenden Werkzeuges 8 und des demgegenüber innenliegenden Widerlagers 6 zumindest während des Biege­vorganges wenigstens zeitweise etwa gleich der Gesamt­stärke der beiden von ihnen beaufschlagten und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stegen oder Wandugen 7 und 9 des Hohlprofiles 2 ist. In Fig. 5 ist dabei allerdings das Werkzeug 8 der besseren Übersicht wegen nicht dargestellt. Durch diese Maßnahme werden die beiden Stege 7 und 9 während des Biegens bestmöglich eingespannt und geführt, so daß sie auch bei sehr dünner Wandstärke keine unkontrollierten Verformungen, Verwerfungen oder Faltenbildungen erfahren können. Es liegt vielmehr durch Widerlager 6 und Werkzeug 8 genau fest, wie und wo diese Stege 7 und 9 im Biegebereich zu liegen kommen, so daß also schon vorher die optimale Lage dieser Stege vorbestimmt sein kann.

    [0024] Dies gilt vor allem für ein trockenmittelfrei zu biegendes und erst später zu befüllendes Hohlprofil oder ein solches, bei welchem die Biegebereiche trockenmittelfrei gehalten oder gemacht werden, bevor die Biegung stattfindet. Gemäß Fig.8 kann aber auch bei einem ganz oder teilweise mit Trocken­mittel gefüllten Profil die Abstützung der beiden Stege 7 u. 9 mittelbar dadurch geschehen, daß zwischen ihnen noch eine gegenüber der Gesamthöhe C des profiles in ihrer Dicke verminderte Trockenmittel-Zwischenlage vor­handen ist. Bevorzugt ist allerdings eine direkte Abstützung der beiden Stege 7 u. 9 gegeneinander, weil sie dann auch in die für ein Biegen gün­stigste Faser des Hohlprofiles verformt werden können.

    [0025] In den Figuren 2 u. 3 ist verdeutlicht, daß die quer zur Profil-Längser­streckung orientierte Abmessung A des Widerlagers 6 und die entsprechende Abmessung B des Werkzeuges 8 geringer als die Profilbreite und dabei sogar geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist. Fig. 3 verdeutlicht sogar, daß die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung A des Widerlagers 6 und die entsprechende Abmessung B des Werkzeuges 8 sogar um mehr als zwei Wandstärken der Profilstege 10 geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist. Somit kann in der in Fig. 3 u.8 dargestellten Weise die Druckrolle 8 unter Mitnahme eines Teiles der Außenwandung 7 zwischen die Seitenwände 10 in das Profil eintauchen und die Außenwand 7 gegen die Innenwand 9 hin verformen, die ihrer­seits in noch zu beschreibender Weise nach innen verformt wird, so daß beide Wandungen 7 u.9 gem.Fig.2 und auch gem. Fig.5 aneinander zu liegen kommen und sich gegenseitig füh­ren und stützen und vor allem an ungewollten und unkontrol­lierten Verwerfungen und Faltungen hindern. Fig. 5 verdeut­licht dabei, wie die beiden Wandungen 7 u.9 allmählich ein­ander angenähert werden, bis sie sich im Biegebereich selbst tatsächlich berühren. Die schmalere Biegerolle 8 und die noch zu beschreibenden Niederhalter 11 u.12, deren letzterer eine Auflage sein kann, bewirken dabei die gezielte und prä­zise Derformung der einzelnen Stege 7 u.9, so daß diese in­nerhalb der Biegung teilweise nahezu parallel zu den Außen­wänden 10 verlaufen. Dies erlaubt nicht nur die gewünschte enge Biegung, sondern führt auch zu einer entsprechend stei­fen und stabilen Formgebung in dem Biegebereich trotz der vorhergehenden Verformungen. Somit können auch sehr dünnwan­dige Hohlprofile mit engen Biegungen mit möglichst geringem Krümmungsradius an der Innenseite mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 hergestellt werden.

    [0026] Für die gezielte Verformung eines Teiles der Außenwandung 7 nach innen ist die Druckrolle 8 nahe ihrem als Arbeitsfläche 13 wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen 14 umlaufend ab­geschrägt. Diese Schrägung ist in Fig.2 mit 15 bezeichnet. Vor allem Fig. 3 verdeutlich dabei, daß die größere Breite er Druckrolle 8 gleich oder kleiner dem inneren lichten Ab­stand der Seitenwände 10 des Profiles 2 ist und daß der schmalere Bereich 13 der Druckrolle 8 in seiner Breite etwa der Breite eines an dem Profil 2 außenliegenden Stegbereiches 7a entspricht, von welchem jeweils schräge Stegbereiche 7b zu den Seitenwänden 10 hin abfallen (vgl. vor allem Fig.2). Die Abschrägungen 15 an den Seitenflächen 14 der Biege- oder Druckrolle 8 haben dabei eine radiale Breite, die gleich oder - im Ausführungsbeispiel - größer als die Eintauchtiefe der Biegerolle 8 beim Biegen und Eindrücken des Außensteges 7 in Richtung zu dem Widerlager 6 hin hat. In Fig. 3 erkennt man, daß noch ein Stück der Abschrägung 15 nach dem Eindrücken der Rolle 8 in das profil 2 aus diesem vorsteht.

    [0027] Wichtig für einen schnellen und problemlosen Verlauf der Ver­formung beim Biegen ist das schon mehrfach erwähnte Widerla­ger 6. Dieses ist ein in den verschiedenen Ausführungsbei­spielen jeweils etwas abgewandelt gestaltetes Formstück, des­sen Außenkontur der Innenkontur der herzustellenden Innenbie­gung entspricht, wie es beispielsweise in Fig. 5 verdeutlicht ist. Das Widerlager 6 steht dabei wenigstens zeitweise wäh­rend des Biegels gegenüber den beiden nach dem Biegen im Win­kel zueinanderstehenden Innenseiten oder Stegen der Rahmen­schenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung und des Profiles vor, so daß also die Innenseite der Biegung eine Ein­buchtung erhält, wie es in Fig.1 und vor allem in Fig.5, aber auch in Fig. 3 verdeutlich ist. Dadurch wird nämlich auch der an der Innenseite der Biegung liegende Steg 9 etwas nach innen verformt und eingedrückt und dem von außenher einge­drückten Steg 7 bis zur Berührung mit diesem angenähert. Die­se Maßnahme dient also ebenfalls dazu, die beiden am stärk­sten während des Biegens belasteten Wandungen oder Stege 7 u.9 unmittelbar gegeneinander zu führen und so an unkontrol­lierten Verformungen zu hindern.

    [0028] Gegebenenfalls kann das Widerlager 6 oder das als Widerlager dienende Formstück zur Anpassung an unterschiedliche Profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar sein. Somit kann die Biegevorrichtung 1 vor allem auch für Profile unterschied­licher Abmessungen eingesetzt werden. Gegebenenfalls ist es dabei auch zweckmäßig, die Druckrolle 8 auswechselbar zu ge­stalten.

    [0029] Um eine allmähliche Verformung auch an der Innenseite der Bie­gung zu erzielen ist es zweckmäßig, wenn das Widerlager 6 in noch zu beschreibender Weise während des Biegevorganges - ggf. gesteuert - tiefer und tiefer in die Biegung hineinbeweg­bar oder verschiebbar ist. Somit wird zu Beginn eines Biegevor­ganges natürlich noch nicht erreicht sein, daß sich Innenwan­dung 9 und Außenwandung 7 des Profiles tatsächlich berühren. Nach einer gewissen Biegezeit ist dies jedoch dann erreicht und zwar so frühzeitig, daß vor allem die immer mehr zuneh­mende Biegung dann bei aneinanderliegenden Wandungen 7 u.9 ablaufen kann. In den Fig.1, 6 u.7 erkennt man dabei deutlich, daß das schwenk- und/oder verschiebbare Widerlager 6 in Vor­schubrichtung unmittelbar benachbart hinter der Spannvorrich­tung 4 zum Erfassen des vor der Biegung befindlichen Profil­bereiches angeordnet ist. Es ist also gegenüber dieser Spann­vorrichtung 4 getrennt, kann also unabhängig von dieser Be­wegungen zur Optimierung des Biegevorganges durchführen.

    [0030] Bei den Ausführungbeispielen gemäß Fig.1 u.6 hat das Wider­lager 6 an seinem während des Biegens an der Innenseite der entstehenden Biegung anliegenden Druckbereich eine Fortset­zung 16 als Anschlag für den umzubiegenden Schenkel hinter der Biegung. In diesem Falle ist das Widerlager 6 mit seiner als Anschlag dienenden Fortsetzung 16 beim Biegevorgang mit einem den umzubiegenden Rahmenschenkel an der Außenseite be­aufschlagenden Biegeanschlag 17 zusammen verschwenkbar, wo­bei das Profil zwischen der Widerlager-Fortsetzung 16 und diesem Biegeanschlag 17 eingespannt ist, so daß diese Teile praktisch die Einrichtung 5 zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels bilden. Lediglich bei der noch näher zu erläutern­den Ausführungsform gem. Fig. 7 sind diese Einrichtung 5 und das Widerlager 6 mit seiner Fortsetzung unabhängig vonein­ander.

    [0031] Es wurde bereits erwähnt, daß des Widerlager 6 allmählich in das Innere des Profiles 2 eintaucht. Besonders vorteilhaft ist es, wenn es während des Biegens etwa bis in den Bereich der neutralen Faser des zu biegenden Profiles 2 ragt oder be­wegbar oder verschiebbar ist. Dabei zeigen die Figuren 1,4 u.5 ein besonders zweckmäßiges Ausführungsbeispiel, bei wel­chem das Widerlager 6 einen gegenüber seiner Fortsetzung 16 seitlich und insbesondere exzentrisch vorstehenden Vorsprung 6a zum Eindrücken in die entstehende Innenseite der Biegung hat, dessen Abmessung in Richtung seiner Verschwenkung in dem Sinne zunimmt, daß durch die Verschwenkung der Fortsetzung 16 und des Widerlagers 6 gemäß dem Pfeil Pf 1 in Fig.4 der Vor­sprung 6a zunehmend tiefer in die Innenseite der Biegung ein­tritt, wie man es deutlich beim Vergleich der Figuren 4 u.5 erkennt. Dabei sind in den Figuren 4 u.5 Maßlinien L im Be­reich des Vorsprunges a ausgehend von einem zentralen Punkt M jeweils zur Peripherie des Vorsprunges 6a dargestellt, um durch deren entgegen dem Pfeil Pf 1 immer größer werdende Länge die Exzentrizität des Vorsprunges 6a und das dadurch bewirkte allmählich stärkere Eindringen des Widerlagers 6 in das Profil 2 zu verdeutlichen. Der Pfeil Pf 1 ist dabei auch in Fig. 1 eingezeichnet. Ferner erkennt man so, daß die Außenseite des Vorsprunges 6a mitgeschwenkt wird und die Wandung 9 gewissermäßen mitzieht. Abgewandelte Lösungen bezüglich des allmählichen tieferen Eintretens des Widerlagers 6 in die Innenseite der Biegung zeigen die Figuren 6 u.7, wobei in beiden Fällen das Wider­lager und eine an ihm befindliche Fortsetzung 16 in einem spitzen Winkel zu dem ankommenden noch nicht gebogenen Pro­fil 2 angeordnet und in dieser Orientierungsrichtung gemäß den Pfeilen Pf 2 bzw. Pf 3 verschiebbar gelagert sind. Somit kann gemäß der strichpunktierten Darstellung des Widerla­gers 6 und seiner Fortsetzung 16 wiederum der Bereich der Innenseite der entstehenden Biegung nach innen eingebuchtet werden, wobei in diesem Falle das das Widerlager 6 bildende Formstück praktisch eine bogen- oder kreisbogenförmige Aus­senkontur hat.

    [0032] Bei der Lösung nach Fig.6 ist vorgesehen, daß der Verschwenk­bewegung des verschwenkbaren Widerlagers 6 mit seiner Fort­setzung 16, welches mit seiner Oberfläche während der Ver­schwenkung an der Innenseite der Biegung im Sinne des Pro­filvorschubes wirkend angreift, wenigstens eine in Orientie­rungsrichtung der Fortsetzung 16 gerichtete Verschiebebewe­gung gemäß dem Doppelpfeil Pf 2, im Ausführungsbeispiel eine solche Verschiebebewegung kurz nach dem Beginn der Biegung und eine weitere derartige Verschiebebewegung kurz vor Voll­endung der Biegung, überlagert ist. Dabei ist dies im Ausfüh­rungsbeispiel nach Fig. 6 dadurch realisiert, daß das Wider­lager 6 und seine Fortsetzung 16 einen in eine Steuerkurve 18 eingreifenden Vorsprung 19 hat, wobei die Steuerkurve 18 im wesentlichen entsprechend der Verschwenkung dieses Vorsprun­ges 19 beim Verschwenken des Widerlagers 6 orientiert ist und Auslenkungen 18a für die überlagerten Verschiebebewegungen hat. In diesem Falle wird also eine ganz präzise gesteuerte Bewegung des Widerlagers 6 mit Hilfe dieser Steuerkurve 18 und des Vorsprunges 19 bewirkt, wobei diese Steuerung mecha­nisch erfolgt. Selbstverständlich ist aber auch eine andere­Kupplung der Schwenkbewegung einerseits mit einer solchen Ver­schiebebewegung des Widerlagers 6 andererseits möglich und bei der Ausführungsform nach Fig.7 auch nötig, weil dort das Widerlager 6 mit seiner Fortsetzung 16 in seiner schräg zum ankommenden Profil liegenden Position bleibt und in dieser Position gemäß dem Pfeil Pf 3 verstellbar ist, während die Einrichtung 5 den zu verbiegenden Schenkel des Profiles 2 aus der Ausgangslage mehr und mehr verbiegt, wie es strichpunk­tiert in Fig. 7 dargestellt ist.

    [0033] Es wurde bereits erwähnt, daß Niederhalter 11 bzw. eine Auf­lage 12 und ein Niederhalter 11 für die Seitenwände 10 des Profiles 2 im Biegerbereich vorgesehen sind, deren Abstand auf die Breite des Profiles 2 und den späteren lichten Abstand zweier Glasscheiben einstellbar ist. Somit werden während des Biegevorganges Ausweichbewegungen der Seitenwände 10 vermie­den, wie es vor allem durch Fig. 3 verdeutlicht ist. Dabei ist wenigstens einer dieser beidseits des Profiles 2 an des­sen Seitenwänden 10 angreifenden Niederhalter 11 zustellbar und wieder aus dem Bereich des Profiles 2 wegbewegbar, was nicht nur das Einlegen und Entnehmen des Profiles 2 oder des gebogenen Rahmens erleichtert, sondern auch die Anpassung an unterschiedliche Profilbreiten erleichtert.

    [0034] Dabei kann in nicht näher dargestellter Weise im Bereich des Biegewerkzeuges 8 ein von dem Widerlager 6 gegen die Innen­seite der Biegung gerichteter Auswerfer od.dgl. vorgesehen sein, der nach dem Biegen das Entnehmen des verformten pro­files erleichtert. Gegebenenfalls könnte sogar das Widerla­ger 6 vor allem bei der Lösung nach Fig.7 durch eine weitere Verschiebung in Richtung des Pfeiles Pf 3 als Auswerfer die­nen.

    [0035] Es wurde schon erwähnt, daß die Vorrichtung 1 beispielsweise dazu eingesetzt werden kann, mit Trockenmittel gefüllte hohle Abstandhalter-Profile zu Abstandhalter-Rahmen für Isolierglas­scheiben zu biegen. Dabei ist es dann jedoch wichtig und zweckmäßig, um die Profilwandungen 7 u.9 während des Biege­vorganges wenigstens zeitweise aneinanderdrücken zu können, wenn das Innere des Profiles 2 im Biegerbereich während des Biegevorganges ganz oder wenigstens teilweise frei von dem Trockenmittel 3 ist. Dies läßt sich natürlich auf verschie­dene Weisen bewirken. Im Ausführungsbeispiel gem. Fig.6 ist eine Lösung für einen solchen Fall dargestellt, bei welchem das Hohlprofil 2 auf der Innenseite der entstehenden Biegung perforiert ist, damit das Trockenmittel später auch gegen den Scheibenzwischenraum hin wirksam wird. Man erkennt in Fig.6 im Bereich der Innenseite der Biegung an der Biegevorrich-- tung 1 eine Einrichtung zum wenigstens zeitweiligen Verdrän­gen oder Beseitigen von Trockenmittel 3 aus dem zu biegenden Bereich in Form einer gegen die Perforierung des Profiles 2 gerichteten Druckluftdüse 20. Dabei ist diese zum Verdrängen von Trockenmittel 3 aus dem Biegebereich dienende Druckluft­düse 20 nahe dem Widerlager 6 und der innenseitig angeordne­ten Spannvorrichtung 4 angeordnet. In diesem Falle durchsetzt sie sogar diese Spannvorrichtung 4 und mündet unmittelbar vor dem Biegebereich und vor dem Widerlager 6, so daß die Luft den Biegebereich freiblasen kann.

    [0036] Die Luftdüse 10 ist in der Ausführungsform nach Fig.6 schräg gegen die Innenseite des vor der Biegung befindlichen Berei­ches des Profiles 2 gerichtet und schließt mit dem vor der Biegung verbleibenden Schenkel und der Vorschubrichtung des Profiles 2 beim Einführen in die Biegevorrichtung 1 einen spitzen Winkel ein. Somit wird ein größer Teil des Trocken­mittels 3 in Erstreckungsrichtung des Profiles 2 vorwärtsge­blasen werden, während aber auch ein Teil durch den entstehen­den Überdruck zurückgeblasen wird. In Fig. 6 ist deutlich er­kennbar, daß der Biegebereich selbst von dem Trockenmittel frei ist, während dieses sich beidseits dieses Trockenmittel­freien Bereiches etwas aufgestaut hat, weil es von der Druck­luft verdrängt wurde. Somit kann insbesondere unter fortge­setzter Einblasung von Luft die Biegung durchgeführt werden, ohne daß das Trockenmittel 3 dies behindert, so daß auch die Wandungen 7 u.9 sich gemäß Fig.3 trotz des Trockenmittels 3 berühren können.

    [0037] Dabei könnte sogar im Biegebereich etwas Trockenmittel verbleiben oder wieder hingelangen, da gemäß Fig. 3 zwischen den nach innen ver­formten Stegbereichen 7b und den Seitenwandungen 10 ein Zwischenraum verbleibt oder verbleiben kann.
    Eine andere Möglichkeit besteht darin, zunächst ein leeres Profil 2 zu biegen und dann Trockenmittel nachträglich einzufüllen, insbesondere bevor das Profil endgültig geschlossen wird, gegegenenfalls auch bevor die letzte Biegung durchgeführt wird, wobei es nicht unbedingt erforder­lich ist, daß alle Schenkel des Rahmens anschließend vollständig mit Trockemittel gefüllt sind.

    [0038] Es sie noch erwähnt, daß die Biegerolle 8 zur Anpassung an unterschiedliche und vor allem unterschiedlich breite Profile 2 austauschbar sein kann.

    [0039] Alle in der vorstehenden Beschreibung, der nachfolgenden Zusammenfassung, den Zeichnungen und den Ansprüchen dar­gestellten Merkmale und Konstruktionsdetails können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung (1) zum Biegen eines Hohlprofiles (2) - vor­zugsweise zur Herstellung eines insbesondere mit Trocken­mittel (3) gefüllten hohlen Abstandhalter-Rahmens für Isolierglasscheiben - mit einer etwa in Zuführrichtung des Profiles (2) liegenden Spannvorrichtung (4) zum Er­fassen des vor der Biegung befindlichen Profilbereiches, mit einer Einrichtung (5) zum Erfassen des umzubiegenden Schenkels sowie mit einem Widerlager (6) zum Fixieren der Innenseite der entstehenden Biegung oder Krümmung und mit einem an der Außenseite der Biegestelle unter Anpreß­druck relative zu dem Widerlager (6) und dem Profil (2) bewegbaren und an die Außenseite des Profiles anpreßba­ren Werkzeug (8) insbesondere in Form einer wenigstens einen Teil des an der Außenseite der Biegung befindli­chen Profilsteges (7) beaufschlagenden Druckwalze, -rolle (8) od.dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der ent­stehenden Biegung des Profiles (2) angreifenden Werk­zeuges (8) und des demgegenüber innenliegenden Widerla­gers (6) zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise kleiner als die Höhe der Seitenwände (10) des Profiles (2) ist, und daß die quer zur Profil-Längserstreckung orien­tierte Abmessung (A) der wirksamen Fläche des Widerlagers (6) und/oder des Werkzeuges (8) geringer als die Profilbreite und geringer als der innere lichte Abstand der Seitenwände (10) des Profiles (2) ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die von Wider­lager (6) und Werkzeug (8) beaufschlagten Stege (7, 9) während des Biegens an ihren einander zugewandten Flächen mittelbar oder unmittel­bar gegeneinander abgestützt sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der lichte Abstand des an der Außenseite der entstehenden Biegung des Pro­files (2) angreifenden Werkzeuges (8) und des demgegenüber innenliegen­den Widerlagers (6) zumindest während des Biegevorganges wenigstens zeitweise wenigstens gleich der Gesamtstärke der beiden von ihnen beauf­schlagten und parallel zu ihnen und zueinander angeordneten Stege oder Wandungen (7, 9) des Hohlprofiles (2) oder gleich der Gesamtstärke der beiden Stege (7 u.9) zuzüglich einer gegenüber der Gesamthöhe des Profiles in ihrer Ausdehnung vorzugsweise verminderten Trockenmittel-­Zwischenlage ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die quer zur Profil-Längserstreckung orientierte Abmessung (A) des Widerlagers (6) und/oder des Werkzeuges (8) zumindest um zwei Wandstärken und Profilstege (10) geringer als der innere lichte Abstand der Seiten­wände (10) des Profiles (2) ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckrolle (8) nahe ihrem als Arbeitsfläche (13) wirkenden Umfang an ihren Seitenflächen (14) umlaufend abgechrägt (15) ist und daß die größere Breite der Druckrolle (8)größer, gleich oder kleiner dem inneren lichten Abstand der Seitenwände (10) des Profiles (2) ist und daß der schmalere Bereich (13) der Druckrolle (8)in seiner Breite etwa der Breite eines an dem Profil (2) außenliegenden Stegbereiches (7a) entspricht, von welchem jeweils schräge Stegbereiche (7b) zu den Seitenwänden (10) hin abfallen.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschrägungen (15) an den Seitenflächen (14) der Biege- oder Durckrolle (8) eine radiale Breite haben, die gleich oder größer der Eintauchtiefe der Biegerolle (8) beim Biegen und Eindrücken des Außen­steges (7) in Richtung zu dem Widerlager (6) hin ist.
     
    7. Vorrichtung nach Oberbegriff des Anspruches 1 und insbeson­dere einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das an der Innenseite der Biegung befindliche Widerla­ger (6) ein Formstück ist, dessen Außenkontur der Innen­kontur der herzustellenden Innenbiegung entspricht und wel­ches wenigstens zeitweise während des Biegens gegenüber den beiden nach dem Biegen im Winkel zueinander stehenden Innenseiten oder -stegen der Rahmenschenkel in Richtung zu der Außenseite der Biegung und des Profiles vorsteht, so daß die Innenseite der Biegung eine Einbuchtung erhält
     
    8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) oder das als Widerla­ger dienende Formstück zur Anpassung an unterschiedliche profile, Stegdicken, Stegformen od.dgl. auswechselbar ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) während des Biegevor­ganges, insbesondere gesteuert, tiefer in die Biegung be­wegbar oder verschiebbar ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge­kennzeichnet, daß das schwenk- und/oder verschiebbare Wi­derlager (6) in Vorschubrichtung unmittelbar benachbart zu der Spannvorrichtung (4) zum Erfassen des vor der Bie­gung befindlichen Profilbereiches angeordnet ist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) an seinem während des Biegens an der Innenseite der entstehenden Biegung anlie­genden Druckbereich eine Fortsetzung (16) als Anschlag für den umzubiegenden Schenkel hat.
     
    12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) mit seiner als An­schlag dienenden Fortsetzung (16) beim Biegevorgang mit einem den umzubiegenden Rahmenschenkel an der Außenseite beaufschlagenden Biegeanschlag (17) zusammen verschwenk­bar ist, wobei das Profil zwischen der Widerlager-Fort­setzung (16) und diesem Biegeanschlag (17) vorzugsweise eingespannt ist.
     
    13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch ge­kennzeichnte, daß das Widerlager (6) während des Biegens etwa bis in den Bereich der neutralen Faser des zu bie­genden Profiles (2) ragt oder bewegbar oder verschiebbar ist.
     
    14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) einen gegenüber sei­ner Fortsetzung (16) vorzugsweise seitlich und insbeson­dere exzentrisch vorstehenden Vorsprung (6a) zum Ein­drücken in die entstehende Innenseite der Biegung hat, dessen Abmessung in Richtung seiner Verschwenkung in dem Sinne zunimmt, daß durch die Verschwenkung der Fortset­zung (16) und des Widerlagers (6) der Vorsprung (6a) zu­nehmend in die Innenseite der Biegung eintritt.
     
    15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) und eine an ihm be­findliche Fortsetzung (16) in spitzem Winkel zu dem ankom­menden noch nicht gebogenen Profil (2) angeordnet und in seiner Orientierungsrichtung verschiebbar gelagert sind.
     
    16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Verschwenkbewegung des verschwenk­baren Widerlagers (6), welches mit seiner Oberfläche wäh­rend der Verschwenkung an der Innenseite der Biegung im Sinne des Profilvorschubes wirkend angreift, wenigstens eine in Orientierungsrichtung der Fortsetzung (16) des Widerlagers gerichtete Verschiebebewegung, vorzugsweise eine solche Verschiebebewegung kurz nach dem Beginn der Biegung und eine weitere derartige Verschiebebewegung kurz vor Vollendung der Biegung, überlagert ist.
     
    17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Widerlager (6) und/oder seine Fort­setzung (16) einen in eine Steuerkurve (18) eingreifen­den Vorsprung (19) od.dgl. hat, wobei die Steuerkurve (18) im wesentlichen entsprechend der Verschwenkung dieses Vor­sprunges (19) beim Verschwenken des Widerlagers (6) orien­tiert ist und Auslenkungen (18) für die überlagerten Ver­schiebebewegungen hat.
     
    18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch ge­kennzeichnet, daß Niederhalter (11) oder eine Auflage (12) und ein Niederhalter (11) od.dgl. Führungen für die Sei­tenwände (10) des Profiles (2) im Biegebereich vorgesehen sind, deren Abstand auf die Breite des Profiles (2) und den späteren lichten Abstand zweier Glasscheiben ein­stellbar ist.
     
    19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch ge­kennzeichnet, daß wenigstens einer der beidseits des Pro­files (2) an dessen Seitenwänden (10) angreifenden Nie­derhalter (11) od.dgl. zustellbar und wieder aus dem Be­reich des Profiles (2) wegbewegbar ist.
     
    20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch ge­kennzeichnet, daß im Bereich des Biegewerkzeuges (8) ein von dem Widerlager (6) gegen die Innenseite der Biegung gerichtete Auswerfer od.dgl. vorgesehen sind.
     
    21. Vorrichtung zum Biegen eines mit Trockenmittel gefüllten hohlen Abstandhalter-Profiles für Isolierglasscheiben nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere des Profiles (2) im Biegebereich während des Biegevorganges ganz oder wenigstens teilweise frei von Trockenmittel (3) ist.
     
    22.Vorrichtung zum Biegen eines mit Trockenmittel gefüllten Hohlprofiles, welches auf der Innenseite der entstehen­den Biegung perforiert ist, nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Innen­seite der Biegung an der Biegevorrichtung (1) eine Einrich­tung zum wenigstens zeitweiligen Verdrängen oder Beseiti­gen von Trockenmittel (3) aus dem zu biegenden Profilbe­reich vorgesehen ist, insbesondere eine gegen die Perfo­rierung des Profiles (2) gerichtete Druckluftdüse (20).
     
    23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch ge­kennzeichnet, daß die zum Verdrängen von Trockenmittel (3) aus dem Biegebereich dienende Druckluftdüse (20) nahe dem Widerlager (6) und/oder der innenseitig angeordneten Spann­vorrichtung (4) angeordnet ist, vorzugsweise diese Spann­vorrichtung (4) durchsetzt und unmittelbar vor dem Biege­bereich des Profiles mündet.
     
    24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Luftdüse (20) schräg gegen die In­nenseite des vor der Biegung befindlichen Bereiches des Profiles (2) gerichtet ist und mit diesem vor der Biegung verbleibenden Schenkel und der Vorschubrichtung des Pro­files (2) beim Einführen in die Biegevorrichtung (1) ei­nen spitzen Winkel einschließt.
     
    25. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Biegerolle (8)zur Anpassung an unter­schiedliche und vor allem unterschiedlich breite Profile (2) austauschbar ist.
     




    Zeichnung