[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entaschung von Suspensionen, insbesondere
Fasersuspensionen der Papierindustrie, und Einrichtungen zur Entaschung.
[0002] Die bekannte Entaschungseinrichtung gemäß US-PS 29 16 142 benutzt eine bestimmte
Fließgeschwindigkeit der über ein gegen die Horizontale mehr oder weniger stark geneigtes
Sieb geführten Fasersuspension, um die durch die Mattenbildung der Fasern gebildete
Filternetzwerkwirkung zur Abscheidung von Feinstoffen und damit Entaschung auszunutzen.
Durch die Zugabe von Spülwasser von oben her kann eine weitere vermehrte Abscheidung
der Feinstoffe bewirkt werden.
[0003] Gemäß einer anderen Entaschungseinrichtung (siehe EP-Patentanmeldung 0162179) wird
die Zentrifugalwirkung auf die zwischen zwei Sieben um eine zentrale, perforierte
Entwässerungstrommel kreisbogenförmige geführten Fasersuspension ausgenutzt, um Wasser
und darin enthaltene Feinstoffe abzuscheiden. Dabei wird die Suspension von einer
Aufgabevorrichtung her über einen Kanal mit schlitzförmiger Austrittsöffnung in den
zwischen den beiden über die Trommel geführten Siebe gebildeten Spalt als schmaler
Strahl eingeleitet. Es wird aber auch bei dieser Einrichtung durch den zwischen den
Sieben herrschenden Preßdruck Flüssigkeit und Feinstoffe radial nach innen in das
Innere der Trommel hinein abgeführt. Jedoch widersprechen sich diese beiden Wirkungsmechanismen,
und diese Anordnung ist durch die beiden Siebe und die zentrale Entwässerungstrommel
relativ aufwendig.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zur Entaschung mit hohem Wirkungsgrad
mit nur einem Sieb aufzubauen.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die Merkmale
des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Einrichtungen
ergeben sich aus den Ansprüchen 4 bis 7.
[0006] Vorzugsweise wird das Verfahren nach Anspruch 3 ausgeführt.
[0007] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele erläutert; dabei stellt
Fig. 1 einen prinzipmäßigen Querschnitt durch eine erste erfindungsgemäße Einrichtung,
Fig. 2 u. 3 Einzelheiten dieser Einrichtung in Ansicht und Querschnitt und
Fig. 4 prinzipmäßig eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform in Ansicht dar.
[0008] Vibrationseinrichtungen sind ja von den sogenannten Vibrationssortierern bereits
bekannt. Jedoch wurde mit diesen Sortierern nur der Grobstoff, d.h. die groben Verschmutzungen
abgeschieden. Solche Vibrationserreger sind bekannt aus CA-Patentschrift 596 477,
FR-Patentschrift 1 085 876 und US-Patentschrift 2 016 006. Vibrationssortierer mit
geneigter Siebfläche sind bekannt aus US-Patentschrift 36 42 133 und US-Patentschrift
3 616 905.
[0009] Die erwähnten Vibrationseinrichtungen können auch bei der erfindungsgemäßen Entaschungseinrichtung
benutzt werden.
[0010] Die Ausführungsform nach Fig. 1 weist eine Aufgabeeinrichtung 11 auf, bei der der
Auslaß horizontal bzw. in etwa parallel zum Obertrum des Siebes 2 angeordnet ist,
und der in einer Schlitzdüse 21 endet. Hierdurch wird die Suspension in einer flachen
Schicht auf das Sieb 2 aufgegeben.
[0011] Gemäß Fig. 2 und 3 erkennt man den Aufbau der Schwingungserreger, die wie bereits
oben angedeutet ausgebildet sein können und mittels einem Gleitschuh 9 mit dem Sieb
2 schwingungsmäßig gekoppelt sind. Die Fasersuspension wird als dünne Schicht M vom
Sieb mitgeführt. Die Gleitschuhe 9 sind mittels Federn 4 an den seitlichen Maschinenbalken
5 abgestützt. Die Erregerfrequenz der Schwingungssysteme beträgt vorzugsweise zwischen
20 und 60, insbesondere 30 und 45 Hz. Die Schichtdicke der Fasersuspension auf dem
Sieb beträgt zwischen 1 1/2 und 2 mm. Die Maschenweite des Siebes wird je nach Feinstoffgehalt
gewählt und beträgt zwischen 12 und 24 Maschen je cm/².
[0012] Die Schwingungserreger können bevorzugt auch mittels elektromagnetisch erregter
Membran arbeitende Schalldruckgeräte 22 sien, die in einer Reihe oder mehreren Reihen
quer über dem Sieb 2 angeordnet werden. Hierdurch ist auch eine leichtere Frequenzanpassung
z.B. hinsichtlich Resonanz möglich.
[0013] Gemäß Fig. 4 wird ein Sieb 2, das aus einem biegsamen Siebgewebe besteht, über eine
einströmseitige Entwässerungstrommel mit gelochtem Mantel sowie Umlenkwalzen 16 und
18 geleitet. Die Suspension, vorzugsweise eine Fasersuspension der Papierindustrie,
wird mittels Aufgabevorrichtung 12 auf das Sieb im Bereich der Entwässerungstrommel
14 geleitet. Das obere Trum des Siebes bewegt sich von dieser Aufgabevorrichtung
12 weg in der Darstel lung nach rechts, wobei es über Vibrationseinrichtungen 3,
wie aus Fig. 2 und 3 ersichtlich, und als sogenannte Foils ausgebildete Saugvorrichtungen
7, die sich nacheinander abwechseln, geführt wird. Dabei wird die Fasersuspension
in starkem Maße im Bereich der Saugvorrichtungen 7 entwässert, wobei die Feinstoffe
mit dem Filtrat abgeführt werden. In Fig. 1 ist noch dargestellt, daß die Entwässerungstrommel
14 in einem Bad 13 aus Fasersuspension umlaufen kann, in welchem sich die bereits
in der Entwässerungstrommel abgeschiedene Flüssigkeit ansammelt. Hierbei besteht
der Vorzug, daß im Gegensatz zu der Einrichtung nach EP-Patentanmeldung 01612179 des
Sieb mit relativ kleiner Geschwindigkeit zwischen 5 und 100 m/min vorzugsweise zwischen
10 und 50 m/min betrieben werden kann. Es ist ferner in Fig. 1 angedeutet, daß die
in der Entwässerstrommel abgeschiedene Flüssigkeit auch durch eine im Inneren der
Trommel angeordnete Auffangwanne 15 aufgefangen werden kann.
[0014] In Fig. 4 ist noch dargestellt, daß mittels an eine Verdünnungswasserleitung 28
angeschlossenen Düsen 29 Spritzwasser von einem Spritzdruck von etwa 10 bar in dem
Bereich der Schwingungserregersysteme 3 auf das Sieb aufgespritzt werden kann, um
die Feinstoffe noch verstärkt auszuwaschen.
1. Verfahren zur Entaschung, insbesondere von Fasersuspensionen der Papierindustrie,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
a) auf einer sich höchstens auf einer schwach gekrümmten Bahn bewegenden, im wesentlichen
frei gerührten, aufgespannten Siebfläche wird zunächst eine dünne Schicht der Suspension
aufgebracht,
b) an aufeinander in Bahnverlaufsrichtung folgenden, voneinander beabstandeten Stellen
wird über quer zur Siebfläche sich erstreckende Bereiche die Siebfläche in Schwingungen
zwischen 18 und 150 Hz versetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebfläche in zu ihr
senkrechter Richtung zu Schwingungen zwischen 25 und 60 Hz versetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungserregung
magnetisch oder hydraulisch membranerregt, insbesondere durch Schalldruck hervorgerufen
ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach und/oder
vor mindestens einer der Stellen der Schwingungserregung über ebenfalls sich quer
zur Siebfläche und Bahnverlaufsrichtung erstreckende Bereiche eine Saugwirkung nach
unten auf die auf der Siebfläche befindliche Fasersuspension ausgeübt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mittels
von oben aufgegebenem Verdünnungswasser die Aschebestandteile nach unten vom Sieb
abgespült werden.
6. Einrichtung zur Entaschung bzw. Waschung einer Fasersuspension, gekennzeichnet
durch ein in Form eines dünnen Faservlieses die Fasersuspension aufnehmendes, fortlaufendes
Sieb (2) und eine auf dieses die Fasersuspension aufgebende Aufgabevorrichtung (11,
12), ferner unterhalb des Siebes in der Sieblaufrichtung abwechselnd angeordnete Saugvorrichtungen
(7) und Erregereinrichtungen (3), die das Sieb (2) bereichsweise in Schwingungen
versetzen.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine eintrittsseitige perforierte
Entwässerungstrommel (14), die von dem Sieb (2) teilweise umschlungen ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Entwässerungstrommel
(14) in einem Sumpf (13) der Fasersuspension watend angeordnet ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabevorrichtung
(11) eine schlitzförmige Auslaßöffnung (20) oberhalb des Siebes aufweist, so daß
der Suspensionsstrahl im wesentlichen parallel zu Sieb oder im kleinen Winkel dazu
geneigt auf das Sieb geleitet wird.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand zwischen dem Mitten der Erregungsstellen der Siebschwingung etwa jeweils
zwischen 40 und 80 cm beträgt.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schwingungserreger für einen Betrieb mit Frequenzen zwischen 80 und 150 Hz eingerichtet
sind.
12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungserreger
für einen Betrieb mit Frequenzen zwischen 25 und 60 HZ eingerichtet sind.