(19)
(11) EP 0 318 756 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(21) Anmeldenummer: 88119061.5

(22) Anmeldetag:  17.11.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D21D 5/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE ES FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 28.11.1987 DE 3740480

(71) Anmelder: J.M. Voith GmbH
D-89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Sauerbrey, Knut
    D-7920 Heidenheim (DE)

(74) Vertreter: Weitzel, Wolfgang, Dr.-Ing. et al
Friedenstrasse 10
89522 Heidenheim
89522 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Einrichtung zur Entaschung


    (57) Bei der Entaschungseinrichtung sind unterhalb eines Siebes 2 abwechselnd Saugeinrichtungen 7 und Schwingungserreger 3 ange­ordnet, die das Sieb stellenweise in Schwingungen von zwischen 20 und 60 Hz versetzen. Die Flüssigkeit mit den Feinstoffen wird verstärkt durch die Saugeinrichtungen 7 entfernt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entaschung von Suspen­sionen, insbesondere Fasersuspensionen der Papierindustrie, und Einrichtungen zur Entaschung.

    [0002] Die bekannte Entaschungseinrichtung gemäß US-PS 29 16 142 be­nutzt eine bestimmte Fließgeschwindigkeit der über ein gegen die Horizontale mehr oder weniger stark geneigtes Sieb geführten Fasersuspension, um die durch die Mattenbildung der Fasern ge­bildete Filternetzwerkwirkung zur Abscheidung von Feinstoffen und damit Entaschung auszunutzen. Durch die Zugabe von Spülwas­ser von oben her kann eine weitere vermehrte Abscheidung der Feinstoffe bewirkt werden.

    [0003] Gemäß einer anderen Entaschungseinrichtung (siehe EP-Patentan­meldung 0162179) wird die Zentrifugalwirkung auf die zwischen zwei Sieben um eine zentrale, perforierte Entwässerungstrommel kreisbogenförmige geführten Fasersuspension ausgenutzt, um Was­ser und darin enthaltene Feinstoffe abzuscheiden. Dabei wird die Suspension von einer Aufgabevorrichtung her über einen Kanal mit schlitzförmiger Austrittsöffnung in den zwischen den beiden über die Trommel geführten Siebe gebildeten Spalt als schmaler Strahl eingeleitet. Es wird aber auch bei dieser Einrichtung durch den zwischen den Sieben herrschenden Preßdruck Flüssigkeit und Fein­stoffe radial nach innen in das Innere der Trommel hinein abge­führt. Jedoch widersprechen sich diese beiden Wirkungsmechanis­men, und diese Anordnung ist durch die beiden Siebe und die zen­trale Entwässerungstrommel relativ aufwendig.

    [0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zur Ent­aschung mit hohem Wirkungsgrad mit nur einem Sieb aufzubauen.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentan­spruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Einrichtungen ergeben sich aus den Ansprüchen 4 bis 7.

    [0006] Vorzugsweise wird das Verfahren nach Anspruch 3 ausgeführt.

    [0007] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert; dabei stellt

    Fig. 1 einen prinzipmäßigen Querschnitt durch eine erste erfindungsgemäße Einrichtung,

    Fig. 2 u. 3 Einzelheiten dieser Einrichtung in Ansicht und Querschnitt und

    Fig. 4 prinzipmäßig eine andere erfindungsgemäße Ausfüh­rungsform in Ansicht dar.



    [0008] Vibrationseinrichtungen sind ja von den sogenannten Vibrations­sortierern bereits bekannt. Jedoch wurde mit diesen Sortierern nur der Grobstoff, d.h. die groben Verschmutzungen abgeschieden. Solche Vibrationserreger sind bekannt aus CA-Patentschrift 596 477, FR-Patentschrift 1 085 876 und US-Patentschrift 2 016 006. Vibrationssortierer mit geneigter Siebfläche sind bekannt aus US-Patentschrift 36 42 133 und US-Patentschrift 3 616 905.

    [0009] Die erwähnten Vibrationseinrichtungen können auch bei der erfin­dungsgemäßen Entaschungseinrichtung benutzt werden.

    [0010] Die Ausführungsform nach Fig. 1 weist eine Aufgabeeinrichtung 11 auf, bei der der Auslaß horizontal bzw. in etwa parallel zum Obertrum des Siebes 2 angeordnet ist, und der in einer Schlitz­düse 21 endet. Hierdurch wird die Suspension in einer flachen Schicht auf das Sieb 2 aufgegeben.

    [0011] Gemäß Fig. 2 und 3 erkennt man den Aufbau der Schwingungserre­ger, die wie bereits oben angedeutet ausgebildet sein können und mittels einem Gleitschuh 9 mit dem Sieb 2 schwingungsmäßig ge­koppelt sind. Die Fasersuspension wird als dünne Schicht M vom Sieb mitgeführt. Die Gleitschuhe 9 sind mittels Federn 4 an den seitlichen Maschinenbalken 5 abgestützt. Die Erregerfrequenz der Schwingungssysteme beträgt vorzugsweise zwischen 20 und 60, ins­besondere 30 und 45 Hz. Die Schichtdicke der Fasersuspension auf dem Sieb beträgt zwischen 1 1/2 und 2 mm. Die Maschenweite des Siebes wird je nach Feinstoffgehalt gewählt und beträgt zwischen 12 und 24 Maschen je cm/².

    [0012] Die Schwingungserreger können bevorzugt auch mittels elektro­magnetisch erregter Membran arbeitende Schalldruckgeräte 22 sien, die in einer Reihe oder mehreren Reihen quer über dem Sieb 2 angeordnet werden. Hierdurch ist auch eine leichtere Frequenz­anpassung z.B. hinsichtlich Resonanz möglich.

    [0013] Gemäß Fig. 4 wird ein Sieb 2, das aus einem biegsamen Siebgewebe besteht, über eine einströmseitige Entwässerungstrommel mit ge­lochtem Mantel sowie Umlenkwalzen 16 und 18 geleitet. Die Sus­pension, vorzugsweise eine Fasersuspension der Papierindustrie, wird mittels Aufgabevorrichtung 12 auf das Sieb im Bereich der Entwässerungstrommel 14 geleitet. Das obere Trum des Siebes be­wegt sich von dieser Aufgabevorrichtung 12 weg in der Darstel­ lung nach rechts, wobei es über Vibrationseinrichtungen 3, wie aus Fig. 2 und 3 ersichtlich, und als sogenannte Foils ausgebil­dete Saugvorrichtungen 7, die sich nacheinander abwechseln, ge­führt wird. Dabei wird die Fasersuspension in starkem Maße im Bereich der Saugvorrichtungen 7 entwässert, wobei die Feinstoffe mit dem Filtrat abgeführt werden. In Fig. 1 ist noch darge­stellt, daß die Entwässerungstrommel 14 in einem Bad 13 aus Fa­sersuspension umlaufen kann, in welchem sich die bereits in der Entwässerungstrommel abgeschiedene Flüssigkeit ansammelt. Hier­bei besteht der Vorzug, daß im Gegensatz zu der Einrichtung nach EP-Patentanmeldung 01612179 des Sieb mit relativ kleiner Ge­schwindigkeit zwischen 5 und 100 m/min vorzugsweise zwischen 10 und 50 m/min betrieben werden kann. Es ist ferner in Fig. 1 an­gedeutet, daß die in der Entwässerstrommel abgeschiedene Flüssigkeit auch durch eine im Inneren der Trommel angeordnete Auffangwanne 15 aufgefangen werden kann.

    [0014] In Fig. 4 ist noch dargestellt, daß mittels an eine Verdünnungs­wasserleitung 28 angeschlossenen Düsen 29 Spritzwasser von einem Spritzdruck von etwa 10 bar in dem Bereich der Schwingungserre­gersysteme 3 auf das Sieb aufgespritzt werden kann, um die Fein­stoffe noch verstärkt auszuwaschen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Entaschung, insbesondere von Fasersuspensionen der Papierindustrie, gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:

    a) auf einer sich höchstens auf einer schwach gekrümmten Bahn bewegenden, im wesentlichen frei gerührten, aufge­spannten Siebfläche wird zunächst eine dünne Schicht der Suspension aufgebracht,

    b) an aufeinander in Bahnverlaufsrichtung folgenden, von­einander beabstandeten Stellen wird über quer zur Sieb­fläche sich erstreckende Bereiche die Siebfläche in Schwingungen zwischen 18 und 150 Hz versetzt.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebfläche in zu ihr senkrechter Richtung zu Schwingungen zwischen 25 und 60 Hz versetzt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungserregung magnetisch oder hydraulisch membranerregt, insbesondere durch Schalldruck hervorgerufen ist.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn­zeichnet, daß nach und/oder vor mindestens einer der Stellen der Schwingungserregung über ebenfalls sich quer zur Sieb­fläche und Bahnverlaufsrichtung erstreckende Bereiche eine Saugwirkung nach unten auf die auf der Siebfläche befind­liche Fasersuspension ausgeübt wird.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn­zeichnet, daß mittels von oben aufgegebenem Verdünnungswas­ser die Aschebestandteile nach unten vom Sieb abgespült wer­den.
     
    6. Einrichtung zur Entaschung bzw. Waschung einer Fasersuspen­sion, gekennzeichnet durch ein in Form eines dünnen Faser­vlieses die Fasersuspension aufnehmendes, fortlaufendes Sieb (2) und eine auf dieses die Fasersuspension aufgebende Auf­gabevorrichtung (11, 12), ferner unterhalb des Siebes in der Sieblaufrichtung abwechselnd angeordnete Saugvorrichtungen (7) und Erregereinrichtungen (3), die das Sieb (2) bereichs­weise in Schwingungen versetzen.
     
    7. Einrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine ein­trittsseitige perforierte Entwässerungstrommel (14), die von dem Sieb (2) teilweise umschlungen ist.
     
    8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Entwässerungstrommel (14) in einem Sumpf (13) der Fasersus­pension watend angeordnet ist.
     
    9. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabevorrichtung (11) eine schlitzförmige Auslaß­öffnung (20) oberhalb des Siebes aufweist, so daß der Sus­pensionsstrahl im wesentlichen parallel zu Sieb oder im kleinen Winkel dazu geneigt auf das Sieb geleitet wird.
     
    10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch ge­kennzeichnet, daß der Abstand zwischen dem Mitten der Er­regungsstellen der Siebschwingung etwa jeweils zwischen 40 und 80 cm beträgt.
     
    11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Schwingungserreger für einen Betrieb mit Frequenzen zwischen 80 und 150 Hz eingerichtet sind.
     
    12. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungserreger für einen Betrieb mit Frequenzen zwi­schen 25 und 60 HZ eingerichtet sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht