[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug zur seitlichen Lastaufnahme vom Boden und
von Regalen mit zwei in Querrichtung verlaufenden Fahrgestellträgern, unter welchen
lenk- und/oder antreibbare Räder angeordnet sind und mit einer Lastträger-Baugruppe
mit insbesondere gabelförmigen Lasttragarmen, die über die Kontur des Flurförderzeugs
bzw. von Seitenträgern seitlich herausfahrbar sind, wobei an den einander zugekehrten
Seiten der Fahrgestellträger Führungsanordnungen vorgesehen sind, an welchen der
seitlich ausfahrbare Lastträger beidseitig geführt ist, wobei ein Vorschubantrieb
zum Ausfahren und Einfahren des Lastträgers und ein Hebeantrieb zur Höhenbewegung
des Lastträgers in bezug zu wenigstens einem Fahrgestellträger angeordnet sind.
[0002] Der Hinweis auf eine seitliche Lastaufnahme beinhaltet die Handhabung an sich, die
auch das Absetzen einer Last einbezieht.
[0003] Der Ausdruck Lastträger-Baugruppe bezeichnet allgemein einen gabelförmigen Lastträger,
schließt aber nicht aus, daß die Lastträger-Baugruppe auch ein Hubgerüst besitzt,
welches an einem Schlitten gabelförmige Lasttragarme aufweist, die in einstellbarer
Höhe in Regale einfahrbar und aus ihnen zurückziehbar sind.
[0004] Flurförderzeuge oben genannter Art sind zum Betrieb mit Fahrern, vorzugsweise aber
für Betrieb ohne Fahrer ausgeführt. In diesem Fall werden sie an im Boden verlegten
Führungsstrecken geführt und auch zu Regalen ausgerichtet.
[0005] Wenn ein Seitenvorschub eines Lastträgers vorgesehen ist, um in engen Regalgängen
auch seitliche Lastaufnahmen oder -abgaben durchzuführen, ergeben sich Probleme. Der
Rücken des Lastträgers ist dabei bekanntlich an einer Führungsanordnung mit wenigstens
einer Rolle und gegebenenfalls weiteren Stützen geführt, aber seitlich ausfahrbare
Lastträger oder Gabelarme werden frei gehalten und sind in ihrer Höhenlage undefiniert.
Besonders bei Belastung mit Lasten tritt eine elastische Verformung auf.
[0006] Aus der DE-PS 12 83 152 ist auch bekannt, solche Lastträger an einem seitlich verschiebbaren
Hubgerüst anzuordnen, das entsprechend geführt ist und an welchem der Lastträger mittels
eines Scherengliedes noch nach außen fahrbar ist. Dabei ist allerdings zur Bodenabstützung
im Bereich der seitlich ausfahrbaren Teile ein nach unten ausfahrbarer Stützfuß vorgesehen.
Dieser mag zwar eine gewisse Seitenbelastung aufnehmen, erleichtert aber letzten
Endes nicht die Seitenbewegung des Lastträgers und seine Bewegbarkeit auch unter Last.
Der Einsatz des Stützfußes ist nur bei stillstehendem Fahrzeug möglich. Sein Einsatz
benötigt daher zusätzliche Zeit. Vor allem erfordert ein solcher Fuß immer erheblichen
Platz und setzt eigene Tragkraft des Lastträgers während seiner Bewegung voraus.
[0007] Aus der DE-AS 10 19 969 ist entsprechend an einem Seitenstapler ein quer zur Längsachse
verschiebbarer Hubmast mit einem Lastschlitten vorgesehen, wobei die gesamte Hubeinrichtung
in Höhe der Ladepritsche verfahren werden kann. Dieses bezweckt eine verhältnismäßig
leichte Ausführung dadurch, daß ein über die gesamte Breite durchgehender Rahmen
vorgesehen ist und die Hubeinrichtung etwa in der Höhe der Ladepritsche bis zur Seitenkante
verfahren wird. Dadurch soll dem Fahrzeugrahmen große Festigkeit gegeben werden, weil
die Rahmenträger durchgehend angeordnet sind. Der Aufwand ist erheblich, weil der
teleskopisch ausgeführte Hubmast auch nach unten ausfahrbar sein muß.
[0008] Nach der DE-AS 10 19 968 sind Bewegungszylinder für die Querverschiebung eines Hubmastes
über eine Ladepritsche an Laschen drehbar gelagert, damit der Antrieb jeweils an die
Bewegung im gesamten Querweg des Hubmastes angepaßt werden kann. In dieser Ausführung
ist bereits ein Horizontalfahrwerk mit zwei Rollen innerhalb einer nutenartigen Führung
vorgesehen. Auch dieses bedingt einen erheblichen Aufwand, weil bei den bekannten
Ausführungen jeweils die Gabelarme ausschließlich, d.h. auch unter Last, an der Führungsanordnung
gehalten und geführt sind.
[0009] Aus der AT-PS 25 47 70 ist ein frontal arbeitender Gabelstapler bekannt, bei welchem
eine Mast-Fuß-Einheit am Gehäuse auf und ab bewegbar ist, aber darunter befindliche
armförmige Füße Rollenträger aufweisen, die mittels Steuer stangen heb- und senkbar
sind. Diese Steuerstangen sind mit einem Getriebe verbunden, welches bei einer Auf-
oder Abbewegung der Mast-Fuß-Einheit eine axiale Verschiebung der Steuerstange, d.h.
damit auch ein Ausfahren von Lastrollen bewirkt, die aber in der besonderen Mast-Fuß-Einheit
und nicht am Lastträger angeordnet sind. Eine solche Ausführung arbeitet mit gabelförmigen
Lastträgern ohne eigene Last- oder Stützrollen. Der belastete Lastträger wird frei
tragend gehalten.
[0010] Die Ausführung nach der AT-PS bezweckt zwar, einen Gabelstapler mit Stützbeinen
möglichst flach auszubilden, wobei die Gabeln selbst hohl ausgeführt sind, so daß
sie sich auf die Stützbeine legen können. Dieses ist aber mit der Übereinanderanordnung
der Gabelarme des Lastträgers und der Mast-Fuß-Einheit nur bedingt erreichbar und
erfordert erheblichen Aufwand.
[0011] In einer weiteren bekannten Ausführung nach der US PS 2 989 202 ist ein Drehtisch
angeordnet, auf dem die Führungskanäle angeordnet sind, in denen ausfahrbare Teile
bewegbar geführt sind. Sie werden damit zwangsläufig in einer fahrzeugabhängigen
Mindesthöhe geführt. Infolgedessen ist erst außerhalb der Fahrzeugkontur überhaupt
eine Bodenberührung mit den Rädern möglich, wobei nun aber zusätzlich diese Räder
seitlich abgesetzt sind. Sie befinden sich also nicht unter den Lasttragarmen. Zwar
können Lasten seitlich aufgenommen werden, aber eine Aufnahme oder Abgabe vom Boden
oder an den Boden ist nicht möglich. Die Gabel und der Gabelrücken müssen bei der
bekannten Ausführung zunächst außerhalb einer Lagerbaugruppe liegen, bevor eine Absenkung
zum Boden hin möglich ist. Dann ist aber eine weitergehende seitliche Be wegung ausgeschlossen,
so daß mit dieser bekannten Ausführung eine Last nur von Regalen oder Podesten oder
aber aus der zweiten Lage eines Stapels aufgenommen werden kann. Damit ist die Benutzungsmöglichkeit
in einer Hinsicht weitestgehend eingeschränkt.
[0012] Die Anordnung der Lastrollen in der bekannten Ausführung an den seitlichen Tragarmen
ergibt eine weitere Einschränkung, weil dadurch eine Regalbedienung gar nicht ohne
weiteres möglich ist und selbst eine sogenannte Blockstapelung einen zusätzlichen
Abstand zwischen den einzelnen Lastblöcken erfordert. Die mit den Lastrollen versehenen
Arme können bei der bekannten Ausführung nicht unter die Lasten fahren.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Seitenstapler mit und ohne Mast,
d.h. ein Flurförderzeug zur seitlichen Lastaufnahme gemäß obigen Gesichtspunkten so
zu schaffen, daß auch bei Ausfahren des Lastträgers über die Kontur des Fahrzeugs
hinaus Lasten zuverlässig gehandhabt werden können, ohne daß der Aufwand zur Führung
des Lastträgers zu hoch ist, wobei vorbehalten bleibt, eine Lastabstützung besonders
einzusetzen und darüber hinaus ohne einen Lastträger seitlich überschreitende Vorkehrungen
gearbeitet werden kann.
[0014] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die gabelförmigen Lasttragarme
bzw. entsprechend quer bewegliche Radarme, auf die die Lasttragarme aufsetzbar sind,
mit nach unten ausfahrbaren Lastrollen versehen sind. Dabei ergibt sich eine Lösung,
durch deren Ausbildung der Radarme eine weitaus leichtere Ausführung des Flurförderzeugs
bei siche rer Handhabung der Lasten möglich ist, wobei auch die Stabilität beim
Seiten-Transport der Lasten erhöht wird. Es ist möglich, beim seitlichen Ausfahren
des Lastträgers wenigstens nach Lastaufnahme ohne Einleitung eines zusätzlichen seitlichen
Kippmomentes die Last zu verfahren, insbesondere in die Konturen des Flurförderzeugs
einzubeziehen und dort zu handhaben.
[0015] Die Ausführung mit den nach unten ausfahrbaren Lastrollen erleichtert daher wesentlich
eine Regalbedienung auch in engen Regalgängen.
[0016] Durch die Ausführung der Lasttragarme als Radarme wird ein flaches Flurförderzeug
eigener Art geschaffen, aus welchem mit ausgezeichneter Abstützung Seitentransporte
möglich sind.
[0017] Nicht ausgeschlossen wird dabei auch ein in Querrichtung verlaufender Fahrgestellträger,
der an seinen beiden Außenseiten Führungsanordnungen aufweist, an welchen der Lastträger
beidseitig geführt ist.
[0018] Unter Einbeziehung eines Flurförderzeugs mit einem Hubgerüst an einem Gabelarmrückengehäuse
und mit Führungsanordnungen zur seitlichen Bewegung des Hubgerüstes, an welchem ein
Schlitten mit Lastträgern angeordnet ist, sieht eine bevorzugte Ausgestaltung Radarme
vor, deren Lastrollen unabhängig von der Hubbewegung des Lastträgers nach unten ausfahrbar
sind. Dieses gilt vor allem auch während einer Zeit, in welcher der eigentliche Lastträger
an einem Hubschlitten in der Höhe verfahrbar ist.
[0019] In der bevorzugten Ausführungsform ist im Fahrgestell eine Aufhängung für die in
zurückgezogener Stellung befindliche Lastträger-Baugruppe angeordnet und die Freigabe
bzw. das Einsetzen in diese Aufhängungsvorrichtung in Abhängigkeit von einer Höhenbewegung
der eingefahrenen Lastträger-Baugruppe, insbesondere mit dem gabelförmigen Lastträger,
auch in Form der Radarme, vorgesehen. Diese Aufhängung wird deshalb bevorzugt, weil
in der zurückgezogenen Stellung des Lastträgers oder der Radarme eine Entlastung anderer
Bauteile und eine stabile Auflagerung ohne Belastung von Rollen oder Rollenführungsbahnen
und Rollenlagerungen erreicht wird.
[0020] In diesem Zusammenhang wird bemerkt, daß auch eine solche Aufhängungsvorrichtung
in Verbindung mit dem Hubgerüst einbezogen wird, in welchem der gabelförmige Lastträger
am Hubgerüst verfahrbar ist und lediglich die Radarme mit den ausfahrbaren Lastrollen
unten verbleiben.
[0021] Dabei liegt ein bevorzugtes Merkmal in randweise angeordneten und die Mitte mit
der Einbuchtung freilassenden Lastauflagern für in das Flurförderzeug eingezogene
Lasten, wobei Lastrollen zwischen den Lastauflagern bewegbar sind.
[0022] Zweckmäßig ist ein gemeinsamer Antrieb für den Hebeantrieb und zum Ein- und Ausfahren
der Lastrollen vorgesehen. Hierbei werden getrennte Antriebe für den Hub des Lastträgers
sowie den Vorschub und/oder den Hebeantrieb der Lastträgerbaugruppe einbezogen.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Antrieb in mehrfacher Hinsicht angeordnet,
nämlich einmal für den Hebeantrieb, weiterhin zum Ein- und Ausfahren der Lastrollen
und zum seitlichen Verschieben und ferner, wenn andere Antriebe für ein Hubgerüst
angeordnet sind, zur Hochbewegung des Lastträgers. In diesem Zusammenhang wird bemerkt,
daß der Ausdruck Hebeantrieb eine Antriebseinrichtung mit Folgewirkung bezeichnet,
die die beschränkte Höhenbewegung der Radarme bzw. Lasttragarme, die von diesen Radarmen
gebildet werden, bewirkt. Hierin liegt eine besonders zweckmäßige, weil unter geringem
Aufwand ausführbar, und raumsparende Ausgestaltung.
[0024] In der Ausführung mit einem Hebeantrieb für die Lastträger-Baugruppe liegt eine
besonders vorteilhafte Ausgestaltung darin, daß der Hebeantrieb und der Ausfahrmechanismus
für die Lastrollen verbunden sind und eine Betätigung des Hebeantriebs zur Hochbewegung
der Lastträger-Baugruppe zugleich die Lastrollen entsprechend ausfährt. Damit ist
die ständige Abstützung der seitlich ausfahrbaren Baugruppe gewährleistet.
[0025] Unter letzterem Gesichtspunkt wird besonders bevorzugt, daß der gemeinsame Hebeantrieb
eine zweiseitig beaufschlagbare Zylinderkolbenanordnung ist, die einerseits an einem
Gabelarmrückengehäuse und andererseits an einer dieses durchsetzenden Traverse oder
einem entsprechenden Gestänge angreift, an welcher oder an welchem außerhalb des
Gabelarmrückengehäuses gegenüber diesem höhenbeweglich abhebbare Führungsrollen auf
Führungsbahnen des Flurförderzeugs, insbesondere an Fahrgestellträgern, gelagert
sind und an welcher Kulissen angeordnet sind, in denen Schwenkarme für die Verstellung
eines Einstellgestänges geführt sind, mittels welchen die Lastrollen höhenbeweglich
sind, wobei das Gabelarmrückengehäuse gegenüber der Traverse höhenbeweglich ist.
[0026] Diese Ausführung ist deshalb vorteilhaft, weil nicht nur die Ausfahrbewegung der
Lastrollen beim Anheben des Gabelarmrückengehäuses mit gleichem Antrieb bewirkt wird,
sondern weil auch gewährleistet ist, daß bei der Rückbewegung die Lastrollen vollständig
eingefahren werden, wobei dann dadurch eine stabile Lage erreicht wird, daß der Lastträger
in der Aufhängungsvorrichtung ohne Belastung der Führungsrollen gehalten ist.
[0027] Die Endlage ist gemäß obigen Bemerkungen erst nach vollständigem Einfahren des Lastträgers
erreichbar, der in dieser Stellung mit der Aufhängungsvorrichtung in Eingriff steht.
[0028] Unter vorstehenden Gesichtspunkten bildet vorteilhaft eine Lageranordnung der ausfahrbaren
Lastrollen in der eingefahrenen Stellung einen Endanschlag, welcher eine Endstellung
der zweiseitig beaufschlagbaren Zylinderkolbenanordnung bestimmt, und die Führungsrollen
sind in dieser Endstellung von den Führungsbahnen abgehoben. Diese sichere Halterung
und definierte eingefahrene Stellung der Lastrollen kann mit nur einer Zylinderkolbenvorrichtung
erreicht werden. Hierin liegt also eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der
Erfindung.
[0029] Gemäß einer anderen auch sehr vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zwischen
der Lastträger-Baugruppe, insbesondere mit gabelförmigen Lasttrag-Armen und den Führungsanordnungen
eine Rollenführung vorgesehen, welche den Lastträger in ausgerichteter Stellung führt,
und für die Betätigung der ausfahrbaren Lastrollen ist ein separater Aus- und Einfahrantrieb
vorgesehen. Das ist bei der an sich vorteilhaften Ausgestaltung der Lastträger mit
Lastrollen ein besonderes Merkmal, weil die Möglichkeit vorbehalten bleibt, den Lastträger
beispielsweise mit eingefahrenen Lastrollen unbelastet zu bewegen und ohne Beeinträchtigung
durch Anstoß an untere Querbohlen einer Palette in die Palette einzufahren, aber
dann nach Lastaufnahme beliebig die Lastrollen auszufahren und bei Anordnung eines
eigenen Ein- und Ausfahrantriebs auch in eine bestimmte Höhe auszufahren. Das schafft
die Voraussetzung für ein Flurförderzeug mit einem zeitsparenden Einsatz in verhältnismäßig
leichter Ausführung auch zur Handhabung erheblicher Lasten.
[0030] Bevorzugt wird dabei, daß die Rollenführung aus wenigstens zwei Rollen besteht, die
verschwenkbar am Lastträger gelagert sind und mit Federn verbunden sind, die bestrebt
sind, die Rollenführung in einer parallel zum Lastträger gerichteten Stellung zu
halten.
[0031] Dieses ist eine Ausgestaltung der Rollenführung, welche in diesem Fall auch noch
in einer Führungsanordnung angeordnet ist, welche als nach innen offene U-Profile
ausgestaltet ist. Die Federn sind dabei so stabil ausgeführt, daß sie unter normaler
Belastung nicht ausgelenkt werden. Eine Auslenkung ist aber unter dem Gesichtspunkt
vorgesehen, daß bei ausgefahrenen Lastrollen im Falle der Durchfahrt durch Senken
eine Überlastung an der Führung des Lastträgers verhindert wird und durch die eingeführte
beschränkte Nachgiebigkeit Bodenunebenheiten aufgenommen werden können. Zweckmäßig
sind dazu aber Begrenzungsanschläge für eine Verschwenkung der beiden Rollen der Rollenführung
vorgesehen, die an jeder Seite des Lastträgers in zu ihm offenen, die Führungsanordnung
bildenden U-Schienen laufen. Hierdurch wird eine Abweichung in zu großem Umfang ausgeschlossen,
wobei dann aber die Begrenzungsanschläge Lasten aufnehmen.
[0032] In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung unter vorstehenden Gesichtspunkten
weist die Rollenführung zwei auf je einer die Führungsanordnung bildenden, als Kompaktträger
ausgeführte Führungsschiene laufende Führungsrollen und eine am Wagen dieser Führungsrollen
angeordnete federbelastete Gegendruckführungsrolle auf, welche von unten auf den
Kompaktträger drückt. Diese Ausführung sieht andere Führungsanordnungen in Form vorspringender
Führungsschienen vor, hat aber zugleich das vorteilhafte Merkmal der Parallelführung
der gabelförmigen Lasttragarme bis zu einer bestimmten Belastung.
[0033] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen erläutert, die
in der Zeichnung dargestellt sind. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine schematische Draufsicht eines Flurförderzeugs in einem Regalgang;
Fig. 2 eine schematische Seitenansicht eines Flurförderzeugs im Schnitt längs der
Linie II-II in Fig. 1, in einer Ausgangsstellung;
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Ansicht in einer anderen Betriebsstellung;
Fig 4 - 9 verschiedene Betriebsstellungen des Flurförderzeugs bei der Handhabung
einer Palette;
Fig 10 eine schematische, im Schnitt dargestellte Seitenansicht zur Erläuterung einer
Ausführungsform, bei der das Gabelarmrückengehäuse durch ein Hubgerüst erweitert ist,
an dem ein separater Lastträger in bekannter Weise unabhängig von der Bewegung der
Last- und Führungsrollen höhenbeweglich ist, wobei am Hubgerüst ein Lastträger als
Schlitten mit Lasttragarmen ausgerüstet ist;
Fig 11 eine Draufsicht auf ein Flurförderzeug in der erfindungsgemäßen Ausstattung;
Fig 12 eine schematische Seitenteilansicht im Schnitt zur Erläuterung einer besonderen
Ausgestaltung der Erfindung;
Fig 12a eine Detailansicht aus Fig. 12;
Fig 13 eine Teildarstellung aus Elementen der Fig. 12, jedoch in anderer Ausgestaltung
zur Erläuterung einer anderen Ausführungsform;
Fig 14 eine perspektivische Teilansicht einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung zur
Erläuterung der Antriebe;
Fig 14a eine Teilansicht aus Fig. 14
Fig 15 einen Längs-Teilschnitt durch ein Fahrzeug mit einer Stirnansicht eines gabelförmigen
Lastträgers mit Gabelarmrückengehäuse und Auflagern auf dem Fahrzeug;
Fig 16 einen Schnitt längs der Linie XVI-XVI in Fig. 15;
Fig 17 einen Schnitt längs der Linie XVII-XVII in Fig. 15.
[0034] In Fig. 1 ist ein Regalgang mit Regalreihen 1, 2 gezeigt. Von diesen Regalreihen
sind praktisch nur die Stapelfächer in einer Ebene formal angedeutet. Mittig zwischen
den Regalreihen 1, 2 ist ein Leitelement 3 bodengebunden verlegt. Hierbei kann es
sich um ein Leitelement für eine induktive Führung, eine optische Führung oder auch
eine mechanische Führung handeln. Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang eine
induktive Führung durch einen im Boden verlegten Leitdraht, der bei Energieanschluß
ein Feld entwickelt, welches von Sonden eines Fahrzeugs in seiner Intensivität beiderseits
eines eigentlichen Leitelements aufgenommen wird, um das Fahrzeug zu lenken.
[0035] Ein solches Flurförderzeug 4 ist eingezeichnet. Es besteht aus einem Fahrzeugkörper
5 mit quer zur Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden Fahrgestellträgern 6, 7. In diesen
ist an Führungsanordnungen, die an einander zugekehrten parallelen Seiten der Fahrgestellträger
6, 7 angeordnet sind, eine Lastträger-Baugruppe 8 mit zwei gabelförmigen Lasttragarmen
21, 22 geführt, die an einem Gabelarmrücken 11, der auch als Gehäuse ausgeführt sein
kann, angeordnet sind. Zum seitlichen Ausfahren in Richtung des Pfeils 12 ist ein
besonderer Antrieb vorgesehen. Genauso sind Hubantriebe angeordnet, wie noch anhand
der Figuren 15 und folgende beschrieben werden wird.
[0036] Erkennbar ist aus Fig. 1, daß der Lastträger mit seinen gabelförmigen Lasttragarmen
21, 22 in die oder unter eine Last 13 in der Regalreihe 2 einfahren kann, diese Last
hochheben und in die Kontur des Flurförderzeugs 4 zurückziehen kann.
[0037] Zur Erläuterung wird darauf hingewiesen, daß durch die Erfindung eine Lastträger-Baugruppe
mit Radarmen und eventuell einem Hubgerüst geschaffen wird. Zu dieser Lastträger-Baugruppe
gehören die Lasttragarme 21, 22, die aber dann Radarme sind, weil an ihnen nach unten
ausfahrbare Lastrollen 23, 24 angeordnet sind. Die Grundausstattung der Lastträger-Baugruppe
liegt daher in einer Ausführung mit solchen Lasttragarmen 21, 22 als sogenannte Radarme.
[0038] Erst in weiterer Ausgestaltung können bei Ausstattung der Lastträger-Baugruppe 8
mit einem Hubgerüst, beispielsweise nach Fig. 10, besondere Lasttragarme 109 am Hubschlitten
zusätzlich zu den gabelförmigen Lasttragarmen 21, 22 mit den Lastrollen angeordnet
werden. Um diese Unterschiede auch in der folgenden Beschreibung zum Ausdruck zu bringen,
werden die Arme dann, wenn sie zugleich unmittelbar die Last aufnehmen, im folgenden
als Lasttragarme 21, 22 bezeichnet, an welchen dann aber auch unten Lastrollen 23,
24 angeordnet sind. Bei zusätzlichen Armen mit Lastrollen 23, 24 sind solche Arme
beispielsweise in Fig. 10 mit 110 und 111 bezeichnet und werden Radarme genannt.
[0039] Die Figuren 2 und 3 zeigen nun einen Schnitt längs der Linie II-II, in welchem zunächst
von dem Flurförderzeug der Fahrgestellträger 7 erkennbar ist, der durch den Längsträger
14 mit dem anderen Fahrgestellträger 6 verbunden ist, so daß überhaupt ein Fahrgestell
für das Flurförderzeug entsteht. Erkennbar sind in den Figuren 2 und 3 im Fahrgestellträger
7 die beiden Räder 15, 16, auf denen das Fahrzeug unter Einsatz des Antriebs- und
Lenkrades 17 des Fahrzeugkörpers 5 verfahrbar ist.
[0040] In den beiden Fahrgestellträgern 6, 7 sind Führungsanordnungen 18 vorgesehen, von
denen eine in den Figuren 2 und 3 gezeigt ist. Hierbei kann es sich um eine Laufbahn
handeln, wie sie noch anhand der Fig. 15 beschrieben wird. Solche Führungsanordnungen
sind an beiden Seiten der Lastträger-Baugruppe 8 angeordnet und an den einander
zugekehrten Seiten der beiden Fahrgestellträger 6, 7 befestigt. In den formalen Darstellungen
in den Figuren 2 und 3 sind die Führungsrollen 33, 34 auf der Führungsanordnung,
in diesem Fall einer gestrichelten Führungsbahn angeordnet, jedoch gemäß Fig. 2 in
abgehobener Stellung gezeichnet, wie es im eingehängten Zustand der Lastträger-Baugruppe
vorgesehen ist.
[0041] Der Fahrgestellträger 7 gehört zum Flurförderzeug, das sonst nicht näher dargestellt
ist. An ihm ist aber eine hakenförmige Aufhängung 19 mit einem nach oben offenen Haken
vorgesehen, der eine Schneide besitzt, auf welche ein Schneidenlager 20 einer Einhängungs-
oder Aufnahmeanordnung an dem Gabelarmrückengehäuse 11 aufsetzbar ist.
[0042] In den Figuren 2 und 3 sind auch die Widerlager 105 unten am Fahrgestell erkennbar,
an welche sich mit seinem unteren Bereich der Gabelarmrücken 11 bzw. das so bezeichnete
Gabelarmrückengehäuse anlegen kann, wenn die Aufhängungsanordnung mit der hakenförmigen
Aufhängung 19 und das Schneidenlager 20 in Eingriff ist.
[0043] In diesem Zusammenhang wird bemerkt, daß am Gehäuse 11 die gabelförmigen Lasttragarme
21, 22 der Lastträger-Baugruppe winkelfest angeordnet sind. Unter diesen Gabelarmen
sind paarweise an einem wippenartigen Träger oder einem starren Träger Lastrollen
23, 24 angeordnet. Diese Lastrollen 23, 24 bzw. ihr Träger sind ausfahrbar oder einfahrbar,
je nach der jeweiligen Stellung der Lastträger-Baugruppe 8. In bekannter Weise sind
die Lastrollen 23, 24 an einem Schwenk hebel 25 gelagert, der über ein noch zu beschreibendes
Gestänge in Abhängigkeit von der Höhenbewegung der Lastträger-Baugruppe gegenüber
dem Flurförderzeug bzw. Fahrgestellträger 7 höhenbeweglich ist, um eine Ausklinkung
im Bereich 19, 20 bei Abstützung auf den Lastrollen 23, 24 unter Absenkung der Führungsrollen
33, 34 zu bewirken bzw. eine Einklinkung bei umgekehrter Bewegung der Last- und/oder
Führungsrollen 33, 34 zu bewirken.
[0044] Ehe auf die weiteren Figuren zur Information eingegangen wird, sei der Antrieb anhand
der Figuren 14 bis 17 erläutert.
[0045] In Fig. 14 und 15 ist das Gabelarmrückengehäuse 11 gezeigt. Es trägt unten die beiden
gabelförmigen Lasttragarme 21, 22 und hat in den Seitenwänden 26, 27 Längsschlitze
28, 29, durch welche gegen Verkantung geführt eine Traverse 30 mit Achsansätzen 31,
32 hindurchtritt. Auf den Achsansätzen sind frei verdrehbar Führungsrollen 33, 34
gelagert, welche auf Führungsbahnen 35, 36 der Fahrgestellträger 6, 7 laufen, und
zwar nach oben abhebbar.
[0046] An die Traverse greift fest, aber gelenkig eine doppelt wirkende hydraulische Zylinderkolbenanordnung
37 an, deren Zylinder unten über ein Schwenklager 38 mit dem Boden des Gehäuses 11
verbunden ist und deren herausgeführter Kolben 39 verschwenkbar mit der Traverse 30
verbunden ist. Ebenfalls verschwenkbar, aber in anderer Weise im Gehäuse 11 in vertikaler
Richtung an den parallel zur Zeichnungsebene in Fig. 15 verlaufenden Wandteilen geführt,
sind Kulissen 40, 41 angeordnet, von denen eine noch anhand der Fig. 17 näher erläutert
wird.
[0047] Die Fig. 15 zeigt eine Anordnung, in welcher die gabelförmigen Lasttragarme 21,
22 in eine Palette eingefahren sind, zu welcher die Teile gehören, die mit 42 bis
44 be zeichnet sind, aber durch die eingezeichnete Strichelung auch die oberen und
unteren Palettenbretter einbeziehen, vor allem das oben durchgeführte Palettenbrett,
zu welchem dann auch noch die Auflagen kommen. Zum Einfahren können die Lastrollen
23, 24 bzw. 45, 46 an die Radarme bzw. bezüglich Fig. 15 die Lasttragarme angezogen
oder von diesen abgeführt sein. Die in Fig. 15 gezeigte Stellung zeigt die Lastrollen
23, 24; 45, 46 vom Boden 47 abgehoben und die Palette mit ihren Teilen 42, 43 auf
Lastauflagern 48, 49 entsprechend 76 - 78 in Fig. 10 und 11 an den Fahrgestellträgern
6, 7 abgestützt.
[0048] In dieser Stellung sind die Führungsrollen 33, 34 von ihren Führungsbahnen 35, 36
abgehoben. Dieses stellt eine Grundeinstellung dar.
[0049] Weil die Zylinderkolbenanordnung 37 zweiseitig wirkt, ist es möglich, das Gabelarmrückengehäuse
11 gegenüber den Führungsrollen 34 anzuheben und damit auch die Radarme anzuheben,
wobei dadurch, daß die Kulissen 40, 41 in ihrer Höhenlage zu den Führungsbahnen an
den Fahrzeugträgern verbleiben, gemäß Fig. 17 die Lastrollen 23, 24; 45, 46 ausgefahren
werden.
[0050] Wenn die Zylinderkolbenanordnung 37 ausgefahren wird, ergibt sich, daß das Lasttrag-Gabelarmrückengehäuse
11 gegenüber den Führungsrollen 33, 34 zunächst nach unten bewegt wird. Bei in gleichbleibender
Höhe zu den Führungsbahnen verbleibenden Kulissen 40, 41 werden dadurch die Lastrollen
23, 24; 45, 46 eingeschwenkt. Die Bewegung nach unten findet so lange statt, bis
die Lastrollen ihren Anschlag finden. Bei dieser Bewegung hängt sich das Gabelarmrückengehäuse
auf die Aufhängung 19, so daß es in seiner oberen Stellung verbleibt, aber die Führungsrollen
33, 34 werden von den Führungsbahnen abgehoben. Dabei wird eine Stellung erreicht,
wie sie insbesondere auch in Fig. 10 erkennbar ist.
[0051] In Fig. 16 sind die Zylinderkolbenanordnung 37, die Kulisse 40, 41 und die Traverse
30 erkennbar. Hier ist eine Verbindung mittels einer Zwischenachse gezeigt. Die Traverse
hat eine gewisse Breite, so daß sie in Seitenwänden, gegebenenfalls mittels zweier
Führungsrollen 50, 51 an den Seitenwänden des Gehäuses 11 geführt ist. Auch an der
Kulisse 40, 41 sind außen Führungsrollen 54, 55; 56, 57 angeordnet, die eine Führung
an den Seitenwänden des Gehäuses 11 sicherstellen.
[0052] Letzteres ist auch aus Fig. 17 erkennbar, wobei ersichtlich ist, daß die Seitenwände
52, 53 des Gehäuses 11 an den Führungsrollen 54, 55; 56, 57 der Kulisse 40, 41 sowie
50, 51 der Traverse 30 verfahrbar sind. Die Kulissen haben schräg verlaufende Kulissenführungen,
von denen eine 58 in Fig. 17 gezeigt ist. In dieser ist mittels einer Rolle 59 ein
zweiarmiger Schwenkhebel 60 geführt, der an einem Schwenklager 61 des Gabelarmrückengehäuses
11 verschwenkbar gelagert ist. Das andere Ende 62 dieses Hebels ist über ein Gestänge
63 mit einem Ausfahr-Schwenkhebel 64 verbunden, an dem die Lastrollen 23, 24 gelagert
sind und der andererseits bei 65 oben in den gabelförmigen Lasttragarmen gelenkig
gelagert ist.
[0053] Nach dieser Figurenbeschreibung sind aus Fig. 14 die Führungsrollen 33, 34 erkennbar.
Die Führungsbahn ist nicht näher gezeigt. Es sind aber die beiden Fahrgestellträger
6, 7 angedeutet. Erkennbar ist der Schlitz 29 im Gabelarmrückengehäuse 11, das somit
in Richtung des Doppelpfeils 66 geführt ist. Für diese Führung sind bekannterweise
z.B. zwei Ketten 67, 68 vorgesehen, die am Gehäuse 11 angreifen und über Kettenräder
69, 70 auf einer Welle 71 und weiteren Umlenkrädern 123, 124 geführt sind. Die Ketten
sind durch einen Antriebsmotor 72 antreibbar, und zwar hin und her in Richtung des
Pfeiles 73. In Fig. 14 sind auch die Lastrollen 23, 24 und 45, 46 erkennbar.
[0054] Weil nun durchaus vorgesehen ist, daß die Führungsrollen 33, 34 von den Führungsbahnen
auf den Fahrgestellträgern 6, 7 abgehoben werden, ist an jeder Seite in einem Kettenzwischenstück
120 ein vertikales Langloch 121 parallel zum Schlitz 29 angeordnet, um eine solche
Bewegung zu ermöglichen. Daher bleibt in der Ausführung nach Fig. 14 die Kette auch
beim Abheben der Führungsrollen 33, 34 in ihrer Höhe. In das Langloch 121 greift in
dieser Ausführung ein Zapfen 122, der an der Achse der Führungsrollen 33, 34 angeordnet
ist.
[0055] Zurückkehrend auf die Fig. 3 wird in der entsprechenden Seitenansicht anhand der
Figuren 4 bis 9 erläutert, daß Fig. 2 die Ausgangsstellung ist, in der die Lastträger-Baugruppe
8 in Ruhestellung abgestützt ist und die Lastrollen 23, 24 eingezogen sind. Dabei
sind die Führungsrollen 33, 34 von den Führungsbahnen 35, 36 als Ausführungsform der
Führungsanordnung 18 abgehoben.
[0056] Gemäß Fig. 3 werden die Führungsrollen 33, 34 auf die Führungsbahnen 35, 36 abgesenkt,
das Gehäuse 11 aus der Aufhängung 19 ausgehoben und bezüglich des Funktionsablaufes
nach den Fig. 2 bis 8, der hier beschrieben wird, nach rechts gefahren, wobei gleichzeitig
die Lastrollen ausgefahren werden. Hierbei sind insbesondere die Funktionszusammenhänge
zu beachten. Dabei wird im Verlauf des Vorgan ges die Stellung nach Fig. 4 durchlaufen
und nach Fig. 5 erfolgt eine Absenkung, so daß die gabelförmigen Lasttragarme 21,
22 in eine so tiefe Stellung gelangen, daß sie unter eine Palette 74 eingefahren
werden können. Das ist in Fig. 6 gezeigt. Die weiteste Einfahrstellung wird durch
einen Endanschlag 75 begrenzt. Dann wird wieder die Hubzylinderanordnung im Sinne
eines Einfahrens betätigt und unter gleichzeitigem Ausfahren der Lastrollen 23, 24;
45, 46 und nach Absenken der Führungsrollen 33, 34 die Lastträger-Baugruppe 8 angehoben,
so daß dann die Last in die Kontur des Flurförderzeugs zurückgezogen werden kann unter
stabiler Abstützung der Last. Daraufhin wird durch Betätigung der Zylinderkolbenanordnung
37 in Fig. 15 im Sinne eines Ausfahrens der Einsatz nach Fig. 9 erreicht, wobei zugleich
die Lastrollen 23, 24 ... eingeklappt werden und die Führungsrollen freigehoben sind.
Dabei ist das Fahrzeug zum Abtransport in der Lage, zumal die eigentliche Last auch
gemäß obigen Darlegungen auf den Lastauflagern 48, 49 (Fig. 15) bzw. 76 - 78 (Fig.
9) abgesetzt ist.
[0057] Die Lastauflager sind randweise angeordnet. Sie erstrecken sich nicht bis in die
Mitte sondern sind nur kurz und außen angeordnet. Daher ist einbezogen, daß die Lastrollen
23, 24; 45, 46 zwischen solchen Lastaufnahmen durchfahren können, selbst wenn sie
ausgefahren sind. Lastauflager sind in seitlicher Anordnung in Fig. 9 mit 76 bis 78
bezeichnet. Entsprechendes gilt für die Fig. 10.
[0058] Fig. 10 zeigt ein Flurförderzeug in einer besonderen Ausführungsform. Es besitzt
ein Hubgerüst 79, an welchem Lasttragarme 109 in der Ausführung mit einem Hubschlitten
höhenbeweglich geführt sind. Diese Lasttragarme 109 sind in Form eines nach unten
offenen U ausgeführt. Sie unterscheiden sich von den Lasttragarmen 21, 22 dadurch,
daß sie ohne Lastrollen ausgeführt sind, die an den Radarmen 110, 111 angeordnet sind.
Diese Anordnung aus Hubschlitten und Last tragarmen 109 ist durch eine nicht näher
gezeichnete Hubeinrichtung in den Richtungen des Doppelpfeils 107 auf- und abbewegbar.
Die Lasttragarme 109 sind zur Verdeutlichung der Darstellung in einer von den Radarmen
110, 111 abgehobenen Stellung gezeigt. Diese Radarme können in dieser Ausführung gegenüber
den Lasttragarmen 109 verkürzt ausgeführt sein. Die Lasttragarme 109 sind aufgrund
ihres Profils auf die Radarme 110, 111 aufsetzbar, so daß eine niedrige Einfahrstellung
erreicht wird.
[0059] In dieser Ausführung nach Fig. 10 besteht die Lastträger-Baugruppe 8 somit aus den
Radarmen 110, 111 und dem Hubgerüst 79, wobei dann im Hinblick dieser Lastträger-Baugruppe
die Lasttragarme 109 mittels des Schlittens des Hubgerüstes höhenbewegbar sind.
[0060] Die Radarme 110, 111 sind mit ein- und ausfahrbaren Lastrollen 23, 24 versehen und
die Lastträger-Baugruppe mit dem Hubgerüst 79 besitzt die ebenfalls im Sinne der bisher
beschriebenen Ausführung höhenbeweglichen Führungsrollen 33, 34. Außer dem bereits
erwähnten, nicht gezeichneten Hubantrieb ist auf dem Fahrzeug ein zweiter Hubantrieb
entsprechend 37 in Fig. 15, 16 für die Führungsrollen 33, 34 und die Lasttragrollen
23, 24 zur Bewegung im Sinne der eingezeichneten Doppelpfeile 106, 108 vorgesehen,
wobei diese Führungsrollen gegenüber der Lastträger-Baugruppe mit dem Hubgerüst 79,
vergleichbar mit dem bisher beschriebenen Gehäuse 11, bewegbar sind.
[0061] Damit ergibt sich, daß die Bewegungen des Hubgerüstes 79 mit den Radarmen 110, 111
denen des Gehäuses 11 und den als Lasttragarmen 21, 22 ausgeführten Armen entsprechend
den Erläuterungen anhand der Fig. 2 bis 9 entsprechen. Mit dem anhand dieser Figuren
beschriebenen Bewegungsablauf kann in der Ausführung nach Fig. 10 eine Last vom Boden
aufgenommen bzw. auf den Boden abgesetzt werden, ohne daß die Lasttragarme 109 am
Hubgerüst 79 verfahren werden. Mit Hilfe dieses Hubgerüstes 79 und seines Hubantriebes
können aber auch Lasten in unterschiedlicher Höhe aufgenommen oder abgesetzt werden.
[0062] Fig. 11 zeigt ein bisher beschriebenes Flurförderzeug 4 mit dem Fahrzeugkörper 5,
mit dem Antriebs- und Lenkrad 17 und dem Fahrgestellträger 7 mit den Rädern 15, 16.
Der Fahrgestellträger 7 ist durch den Längsträger 14 mit dem Fahrgestellträger 6 und
auch mit dem Fahrzeugkörper 5 verbunden, wobei in dem dadurch geschaffenen U-förmigen
Ausschnitt die Lastträgerbaugruppe 8 nach außen verfahrbar ist.
[0063] In Fig. 11 sind auch die Lastauflager 76 bis 78 an beiden Seiten dargestellt.
[0064] In den bisherigen Figuren ist eine Fahrzeugausführung beschrieben, in welcher der
die Lasttragarme 21, 22 führende Gehäuseteil verschwenkbar im Fahrgestell durch jeweils
eine Rolle an jeder Seite geführt ist und die eigentliche Abstützung unter Aufnahme
der Last durch die Lastrollen 23, 24; 45, 46 vorgesehen ist. Hierin wird eine wesentliche
Verbesserung gegenüber den bekannten Ausführungen zwecks leichter Konstruktion und
zuverlässiger Führung erreicht. Diese Ausführung ist aber in Verbindung mit einer
einzigen, zweiseitig beaufschlagten Zylinderkolbenanordnung 37 darauf gerichtet, daß
durch diese einfache Ausgestaltung sowohl der Hubantrieb als auch der Ausfahrantrieb
für die Lastrollen gesteuert wird.
[0065] In besonderen Fällen ist es erwünscht, die gabelförmigen Lasttragarme 21, 22 zunächst
auch ohne Abstützung durch Lastrollen unter Vermeidung einer Berührung quer verlaufender
Bretter in Paletten einfahren zu können. Zu diesem Zweck sind nach den Fig. 12 und
13 Führungsanordnungen 80, 81 in Form einer nach innen offenen U-Profilschiene 82
oder eines Kompaktträgers 83 angeordnet. In jedem Fall sind zwei Führungsrollen 84,
85 (Fig. 12) bzw. 86, 87 (Fig. 13) vorgesehen. lm ersteren Falle laufen die beiden
Führungsrollen an einem Schwenkschlitten 88 innerhalb der Flanken 89, 90 der U-Profilschiene
82, so daß sie in der Lage sind, die gabelförmigen Lasttragarme 21, 22 in ihrer ausgerichteten
Stellung zu halten, auch wenn die Lastrollen 23, 24; 45, 46 in der vom Boden abgehobenen
Stellung sind. Dieses ist ein Merkmal, das aber in Abhängigkeit von auftretenden Lasten
eingesetzt wird. In diesem Zusammenhang können die Lastrollen 23, 24; 45, 46 durch
einen besonderen Antrieb 98, beispielsweise in Form eines Spindelantriebs nach Wahl
ausgefahren werden, wenn der Einfahrvorgang abgeschlossen ist und dann die Last aufgenommen
wird.
[0066] Hierbei bildet der Schwenkschlitten die Führung für die gabelförmigen Lasttragarme
21, 22; er kann starr mit ihnen verbunden sein. Der Ausdruck Schwenkschlitten bringt
aber eine gewisse Anpassungsfähigkeit zum Ausdruck, die bevorzugt wird, so daß die
gabelförmigen Lasttragarme 21, 22 eine gewisse Ausweichmöglichkeit haben, falls die
Belastung der Lasttragarme höher als normal auftritt. Außerdem ist auf diese Weise
eine Nachgiebigkeit beim Verfahren mit Last gegeben, wenn sich die Lastrollen über
größere Bodenunebenheiten bewegen. Um aber die gabelförmigen Lasttragarme 21, 22
in ihrer ausgerichteten Stellung führen zu können, weist der Schwenkschlitten 88 nach
außen gerichtete starre Fühler oder Anschlagelemente 91 auf, die an ihren Enden an
Federn 92, 93 abgestützt sind, welche andererseits im Gehäuse 11 abgestützt sind.
Dadurch bleibt in Abhängigkeit von der Stärke der Federn 92, 93 eine mittlere horizontale
Einstel lung der gabelförmigen Lasttragarme 21, 22 gewahrt. Wenn durch starke Belastung,
wie beschrieben, oder eine Fehlbetätigung, eine Gehäuse-Abweichung aus dieser Mittelstellung
entstehen würde, werden Endanschläge 94, 95 für die starren Fühler oder Anschlagelemente
91 wirksam, welche ebenfalls im Gehäuse angeordnet sind. Es besteht in diesem Zusammenhang
- je nach der Bemessung des Abstandes zwischen den Fühlern oder Anschlagelementen
91 und den Endanschlägen 94, 95 - die Möglichkeit, eine wechselseitige Berührung zur
Antriebssteuerung auszunutzen, indem beispielsweise der untere Endanschlag 94 mit
einem Kontakt versehen ist. Ein Schließen eines solchen Kontaktes kann beispielsweise
den Ausfahrantrieb 98 für die Lastrollen 23, 24 bzw. auch 45, 46 an der anderen Fahrzeugseite
auslösen.
[0067] In dieser Ausführung steht in an sich bekannter Weise ein an den gabelförmigen Lasttragarmen
21, 22 angelenkter Traghebel für die Lastrollen mit einem Zuggestänge 96, 97, eines
in jedem Lasttragarm, in Verbindung, und dieses Zuggestänge steht wiederum in Antriebsverbindung
mit jeweils einem eigenen Antrieb. Dieser kann ein hydraulischer Kolbenantrieb oder
ein Motor für Mutterantrieb sein, welcher das als Spindel ausgeführte Ende eines Zuggestänges
antreibt.
[0068] Um jedoch eine eindeutige Kraftübertragung zwischen dem Schneidenlager 20 und der
hakenförmigen Aufhängung 19 zu erreichen, wobei die Führungsrollen 84, 85 in ihrer
Stellung innerhalb der U-Profilschiene 82 belassen werden, ist in dieser Ausführung
eine Langlochverbindung zu dem Hebeantrieb, beispielsweise in Form einer Zylinderkolbenanordnung
37 (Fig. 16) vorgesehen. Anhand der Fig. 16 ist eine Kolbenstange 112 dieses Antriebs
statt, wie in Fig. 16, mit einem Auge mit einem Langloch 125 versehen, welches ein
mittleres Gestänge 113 des Schwenkschlittens 88 umfaßt. Diese spezielle Ausgestaltung
ist in Fig. 12a gezeigt.
[0069] In Fig. 13 ist der Kompaktträger 83 vorgesehen, auf dem oben die Führungsrollen 86,
87 laufen. Sie befinden sich an einem Träger 99 entsprechend dem Schwenkschlitten
88 in Fig. 12. An diesem Träger ist unten eine federbelastete Gegendruckrolle 101
angeordnet, welche die beiden Führungsrollen 86, 87 an die Oberseite 110 des Kompaktträgers
83 drückt, so daß dadurch die Parallelführung von in Fig. 13 nicht näher gezeigten
Lasttraggabelarmen 21, 22 bewirkt werden kann.
1. Flurförderzeug (4) zur seitlichen Lastaufnahme vom Boden und von Regalen mit zwei
in Querrichtung verlaufenden Fahrgestellträgern (6, 7), unter welchen lenk- und/oder
antreibbare Räder (15-17) angeordnet sind und mit einer Lastträger Baugruppe (8) mit
insbesondere gabelförmigen Lasttragarmen (21, 22), die über die Kontur des Flurförderzeugs
(4) bzw. von Seitenträgern seitlich herausfahrbar sind, wobei an den einander zugekehrten
Seiten der Fahrgestellträger (6, 7) Führungsanordnungen vorgesehen sind, an welchen
der seitlich ausfahrbare Lastträger (8) beidseitig geführt ist, wobei ein Vorschubantrieb
(72) zum Ausfahren und Einfahren des Lastträgers und ein Hebeantrieb zur Höhenbewegung
des Lastträgers in bezug zu wenigstens einem Fahrgestellträger angeordnet sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die gabelförmigen Lasttragarme (21, 22), bzw. entsprechend quer
bewegliche Radarme (110, 111), auf die die Lasttragarme (109) aufsetzbar sind, mit
nach unten ausfahrbaren Lastrollen (23, 24; 45, 46) versehen sind.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1 mit einem Hubgerüst an einem Gabelarmrückengehäuse
und mit Führungsanordnungen zur seitlichen Bewegung des Hubgerüstes, an welchem ein
Schlitten mit dem Lastträger angeordnet ist, gekennzeichnet durch Radarme (110, 111),
deren Lastrollen unabhängig von der Hubbewegung des Lastträgers nach unten ausfahrbar
sind.
3. Flurförderzeug nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Fahrgestell
eine Aufhängung (19) für die in zurückgezogener Stellung befindliche Lastträger-Baugruppe
(8) angeordnet ist und die Freigabe bzw. das Einsetzen in diese Aufhängungsvorrichtung
in Abhängigkeit von einer Höhenbewegung der eingefahrenen Lastträger-Baugruppe (8),
insbesondere mit dem gabelförmigen Lastträger (21, 22, 109), auch in Form der Radarme
(110, 111), vorgesehen sind.
4. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch randweise
angeordnete und die Mitte mit der Einbuchtung freilassende Lastauflager (48, 49; 76-78)
für in das Flurförderzeug eingezogene Lasten wobei Lastrollen (23, 24; 45, 46) zwischen
den Lastauflagern bewegbar sind.
5. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1, 3 und 4 mit einem Hebeantrieb für die
Lastträger-Baugruppe, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebeantrieb (37) und der Ausfahrmechanismus
(40, 41; 58, 60, 63) für die Lastrollen (23, 24) verbunden sind und eine Betätigung
des Hebeantriebs (37) zur Hochbewegung der Lastträger-Baugruppe zugleich die Lastrollen
entsprechend ausfährt.
6. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
gemeinsame Hebeantrieb (37) eine zweiseitig beaufschlagbare Zylinderkolbenanordnung
ist, die einerseits an einem Gabelarmrückengehäuse (11) und andererseits an einer
dieses durchsetzenden Traverse (30) oder einem entsprechenden Gestänge angreift, an
welcher oder an welchem außerhalb des Gabelarmrückengehäuses (11) gegenüber diesem
höhenbeweglich abhebbare Führungsrollen (33, 34) auf Führungsbahnen (35, 36) des Flurförderzeugs,
insbesondere an Fahrgestellträgern gelagert sind und an welcher Kulissen (40, 41)
angeordnet sind, in denen Schwenkarme (60) für die Verstellung eines Einstell-Gestänges
(63) geführt sind, mittels welchen die Lastrollen (23, 24) höhenbeweglich sind, wobei
das Gabelarmrückengehäuse (11) gegenüber der Traverse (30) höhenbeweglich ist.
7. Flurförderzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lageranordnung
der ausfahrbaren Lastrollen (23, 24; 45, 46) in der eingefahrenen Stellung einen Endanschlag
bildet, welcher eine Endstellung der zweiseitig beaufschlagbaren Zylinderkolbenanordnung
(37) bestimmt, und daß die Führungsrollen (33, 34) in dieser Endstellung von den Führungsbahnen
(35, 36) abgehoben sind,
8. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Lastträger-Baugruppe (8), insbesondere mit gabelförmigen Lasttragarmen (21, 22)
und den Führungsanordnungen (80, 81) eine Rollenführung vorgesehen ist, welche den
Lastträger in ausgerichteter Stellung führt, und daß für die Betätigung der ausfahrbaren
Lastrollen (23 24; 45 46) ein separater Aus- und Einfahr-Antrieb (98) vorgesehen
ist.
9. Flurförderzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenführung aus
wenigstens zwei Rollen (84, 85) besteht, die verschwenkbar am Lastträger gelagert
sind und mit Federn (92, 93) verbunden sind, die bestrebt sind, die Rollenführung
in einer parallel zum Lastträger gerichteten Stellung zu halten.
10. Flurförderzeug nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch Begrenzungsanschläge (94,
95) für eine Verschwenkung der beiden Rollen (84, 85) der Rollenführung, die an jeder
Seite des Lastträgers in zu ihm offenen, die Führungsordnung bildenden U-Schienen
(82) laufen.
11. Flurförderzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenführung
zwei auf je einer die Führungsordnung bildenden als Kompaktträger (83) ausgeführte
Führungsschiene laufende Führungsrollen (86, 87) und eine am Wagen (99) dieser Führungsrollen
(86, 87) angeordnete federbelastete Gegendruckführungsrolle (101) aufweist, welche
von unten auf den Kompaktträger (83) drückt.