[0001] Die Erfindung betrifft einen Überbau für einen einer Rollenrotationsdruckmaschine
nachgeordneten, quer hierzu angeordneten Falzapparat mit einem Satz quer zur Laufrichtung
der Papierbahn in der Druckmaschine verstellbarer, erster Wendestangen, die zumindest
bei Magazinproduktion die dem Falzapparateinlauf zugeführten Stränge umlenken, mit
einem weiteren Satz gegenüber den ersten Wendestangen versetzter, zweiter Wendestangen,
die bei Trichterproduktion die wenigstens einem Falztrichter zugeführten Stränge
umlenken und mit den Strängen zugeordneten Zug-, Register-, und Umlenkwalzen.
[0002] Bei den derzeit gebräuchlichen Falzapparatüberbauten obengenannter Art befindet sich
der Falzapparateingang im Bereich der Mittellängsebene der vorgeordneten Druck maschine.
Die ersten und zweiten Wendestangen sind dementsprechend in Arbeitsrichtung der Druckmaschine
hintereinander angeordnet und alternativ im Einsatz. Um eine ausreichende Zugänglichkeit
zu den hintereinander angeordneten Wendestangen zu gewährleisten, muß zwischen diesen
ein größerer Durchgang vorgesehen sein. Dies ergibt lange Papierwege und erschwert
den Papiereinzug. Hinzu kommt, daß hierbei sowohl die ersten Wendestangen als auch
die alternativ hierzu zum Einsatz kommenden zweiten Wendestangen zur Anpassung ihrer
Position an die Position der Papierbahn seitlich verstellbar sein müssen, was einen
hohen Aufwand erforderlich macht. Ein weiterer, ganz besonderer Nachteil dieser bekannten
Anordnung ist darin zu sehen, daß sich hier für Trichterproduktion und Magazinproduktion
völlig unterschiedliche Papierwege ergeben. Es ist daher erforderlich, für beide
Produktionsarten Zug- und Registerwalzen vorzusehen, die alternativ zum Einsatz kommen,
was den baulichen Aufwand weiter erhöht und den Papiereinzug ebenfalls erschwert.
[0003] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Falzapparatüberbau
eingangs erwähnter Art zu schaffen, der nicht nur einen vergleichsweise einfachen
und kostengünstigen Aufbau ergibt, sondern gleichzeitig auch eine vergleichsweise
hohe Bedienungsfreundlichkeit/gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die zweiten Wendestangen und für Magazinproduktion
alternativ zu den zweiten Wendestangen beaufschlagbare, parallel zum Falzapparateinlauf
verlaufende Umlenkwalzen gegenüber den ersten Wendestangen, die bei Trichter- und
bei Magazinproduktion beaufschlagbar sind, gleichgerichtet wie der gegenüber den
ersten Wendestangen quer zur Laufrichtung der Papierbahn in der Druckmaschine versetzte
Falzapparateinlauf versetzt sind, daß im Bereich zwischen den ersten Wendestangen
und den zweiten Wendestangen bzw. alternativ hierzu beaufschlagbaren Umlenkwalzen
für Magazinproduktion die ebenfalls parallel zum Falzapparateinlauf verlaufenden
Zug- und Registerwalzen vorgesehen sind und daß den zweiten Wendestangen zugeordnete,
gegenüber diesen in Druckmaschinenlängsrichtung versetzte, quer zum Falzapparateinlauf
verlaufende Umlenkwalzen für Trichterproduktion vorgesehen sind.
[0005] Mit diesen Maßnahmen werden die Nachteile der bekannten Anordnung vollständig vermieden.
Da die ersten Wendestangen sowohl bei Trichter- als auch bei Magazinproduktion Verwendung
finden, genügt es, wenn lediglich die ersten Wendestangen seitlich verstellbar sind.
Die zweiten Wendestangen können dabei in vorteilhafter Weise fix bzw. gegeneinander
unverstellbar angeordnet sein, was eine starke bauliche Vereinfachung ergibt. Ein
weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Maßnahmen ist darin zu sehen, daß die gegenüber
den ersten Wendestangen seitlich versetzt angeordneten Zug- und Registerwalzen sowohl
für Trichter- als auch für Magazinproduktion im Einsatz sein können, so daß nur ein
Satz der Zug- und Registerwalzen benötigt wird, was den baulichen Aufwand ebenfalls
reduziert. Gleichzeitig reduziert sich hierbei aber auch die Anzahl der benötigten
Umlenkwalzen. Hinzu kommt, daß die seitlich gegeneinander versetzten ersten und zweiten
Wendestangen bzw. Umlenkwalzen ohne gegenseitige Behinderung von vorne gut zugänglich
sind, was den Papiereinzug nicht unwesentlich erleichtert. In diesem Zusammenhang
wirkt sich auch die geringe Walzenzahl vorteilhaft aus.
[0006] In vorteilhafter Weiterbildung können sämtliche Papierführungsorgane in Form der
ersten und zweiten Wendestangen sowie der Zug-, Register- und Umlenkwalzen fliegend
angeordnet sein. Die fliegende Anordnung der Papierführungsorgane ergibt einen besonders
einfachen Papiereinzug.
[0007] In vorteilhafter Weiterbildung der übergeordneten Maßnahmen kann eine zu den Seitenwänden
der Druckmaschine parallel versetzte Seitenwand zur Aufnahme der Umlenkwalzen für
Trichterproduktion und eine zu den Seitenwänden der Druckmaschine quer verlaufende,
nach einer Seite über die Druckmaschine auskragende Stirnwand zur Aufnahme der Zug-
und Registerwalzen, der gegeneinander unverstellbar angeordneten zweiten Wendestangen
und der Umlenkwalzen für Magazinproduktion vorgesehen sein. Diese Maßnahmen ermöglichen
eine zuverlässige Lagerung sämtlicher stationär angeordneter Papierführungsorgane.
Diese können dabei vorzugsweise zumindest teilweise fliegend gelagert sein, was den
Papiereinzug erleichtert.
[0008] Eine weitere zweckmäßige Maßnahme kann darin bestehen, daß die zweiten Wendestangen,
die etwa eberhalb des Falzapparateinlaufs stationär angeordnet sind, und die ebenfalls
stationär angeordneten Umlenkwalzen für Ma gazinproduktion seitlich gegeneinander
versetzt, vorzugsweise im Bereich unterschiedlicher Seiten der mit einem Durchtrittsfenster
versehenen dritten Seitenwand angeordnet sind. Die hier vorgesehene stationäre Anordnung
der zweiten Wendestangen und der hierzu alternativ beaufschlagbaren Umlenkwalzen für
Magazinproduktion ergibt einen besonders einfachen Aufbau. Gleichzeitig entfällt
hierbei jede Art von Einstellungsaufwand beim Umstellen von Magazinproduktion auf
Trichterproduktion und umgekehrt.
[0009] Gemäß einer anderen, besonders zu bevorzugenden Ausführung können die zweiten Wendestangen
und die alternativ hierzu beaufschlagbaren Umlenkwalzen für Magazinproduktion auf
einem um eine vorzugsweise stehende Achse schwenkbaren Schwenkflügel vorzugsweise
einander gegenüberliegend aufgenommen sein. Diese Maßnahmen ergeben eine besonders
kompakte Bauweise und gewährleisten gleichzeitig sowohl bei Magazinproduktion als
auch bei Trichterproduktion einen besonders einfachen Bahneinzug, da in keinem Falle
die nur für die jeweils andere Produktion benötigten Elemente umgangen werden müssen.
Vielmehr werden diese einfach aus dem Bereich der Strangführung weggeschwenkt.
[0010] Zweckmäßig kann der Schwenkflügel dabei eine zu den zweiten Wendestangen hin offene,
winkelförmige Konfiguration aufweisen. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise eine
beidseitige Lagerung der zweiten Wendestangen.
[0011] Eine weitere vorteilhafte Maßnahme kann darin bestehen, daß in der Höhe zwischen
dem Falzapparateinlauf und dem Bereich der zweiten Wendestangen eine verschiebbare
Kassette vorgesehen ist, die wenigstens einen Falztrichter und durch Verschieben
der Kassette alternativ zum Falztrichter oberhalb des Falzapparateinlaufs in Stellung
bringbare, einlaufparallele Umlenkwalzen aufweist, welche teilweise über benachbarte
Zugwalzen und teilweise über die zu den Zugwalzen parallel versetzten Umlenkwalzen
für Magazinproduktion angefahren werden können. Diese Maßnahmen ermöglichen eine starke
Vereinfachung der Umstellung von Magazinproduktion auf Trichterproduktion und umgekehrt
durch einfaches Verschieben der Kassette.
[0012] Weitere zweckmäßige Fortbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der übergeordneten
Maßnahmen ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnung in Verbindung mit den restlichen Unteransprüchen.
[0013] In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 eine schematische Ansicht eines erfindungsgemäßen, auf Magazinproduktion
eingestellten Falzapparatüberbaus von vorne gesehen,
Figur 2 eine schematische Draufsicht auf den Falzapparatüberbau der Figur 1 in der
Einstellung für Trichterproduktion und
Figur 3 eine Ausführungsvariante mit Schwenkflügel in Figur 2 entsprechender Darstellung.
[0014] Der grundsätzliche Aufbau und die Wirkungsweise einer Rollenrotationsdruckmaschine
sowie eines dieser nachgeordneten Falzapparats sind an sich bekannt. Der der Figur
1 zugrundeliegende Falzapparat 1 ist quer zur Längsrichtung der vorgeordneten Druckmaschine
angeordnet, die lediglich durch ihre Seitenwände 2, 3 angedeutet ist, d.h. die Auslegerichtung
des Falzapparats 1 verläuft quer zur Transportrichtung der Papierbahn im Bereich der
Druckmaschine. Der Falzapparat 1 besitzt einen mit Zugwalzen 4 versehenen Einlauf
5, dem ein Strangpaket 6 zugeführt wird. Die Zugwalzen 4 verlaufen ebenso wie die
weiteren Walzen und Zylinder des Falzapparats 1 in Transportrichtung der Druckmaschine,
also rechtwinklig zu den Zylindern und Walzen der Druckmaschine. Das Strangpaket 6
besteht aus mehreren, deckend übereinanderliegenden Strängen 6b, in welche die in
der Druckmaschine bedruckte Papierbahn 6a durch Längsschnitte aufgetrennt wird.
Bei Magazinproduktion handelt es sich hierbei um einfach breite, lose aufeinanderliegende
Stänge. Bei Trichterproduktion handelt es sich um doppelt breite, mit einem Trichterlängsfalz
versehene Stränge.
[0015] Der Falzapparat 1 ist unter einen Überbau 7 eingeschoben, der mit Führungsorganen
für die einzelnen Stränge versehen ist. Der Falzapparat 1 ist dabei so angeordnet,
daß sein Einlauf 5 gegenüber der Mittellängsebene der Druckmaschine seitlich versetzt
ist. Der Überbau 7 besitzt im Bereich des Auslaufs der Papierbahn aus der Druckmaschine
angeordnete, in der Höhe und seitlich gegeneinander versetzte, erste Wendestangen
8, die eine Umlenkung der über sie geführten Stränge um 90° sowie eine einander deckende
Strangführung bewirken. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind neun erste Wendestangen
8 vorgesehen, d.h. die Papierbahn kann in neun Stränge aufgetrennt werden. Die ersten
Wendestangen 8 sind, wie am besten aus Figur 2 erkennbar ist, als fliegend angeordnete
Rapidwendestangen ausgebildet, die quer zur Laufrichtung der ankommenden Papierbahn
verstellbar sind. Hierzu sind den ersten Wendestangen 8 zugeordnete, an den Seitenwänden
2, 3 der Druckmaschine bzw. entsprechenden Verlängerungen dieser Seitenwände befestigte
Traversen 9 vorgesehen, auf denen jeweils ein mit einer ersten Wendestange versehener
Schlitten 10 verschiebbar aufgenommen ist.
[0016] Für Trichterproduktion sind ferner fünf zweite Wendestangen 11 vorgesehen, die gegenüber
den oberen fünf ersten Wendestangen 8 seitlich, d.h. quer zur Laufrichtung der aus
der Druckmaschine auslaufenden Papierbahn, versetzt sind. Das Maß dieser seitlichen
Versetzung ist so gewählt, daß sich die zweiten Wendestangen 11 außerhalb der Wendetrasse
der ersten Wendestangen 8 befinden, d.h. zumindest seitlich außerhalb des Arbeitsbereichs
der Druckmaschine. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Versetzung so gewählt,
daß sich die zweiten Wendestangen 11 bereits seitlich außerhalb der Ebene der benachbarten
Seitenwand 3 befinden. Mit Hilfe der zwei ten Wendestangen 11 kann eine nochmalige
90°-Umlenkung der zugeführten , in Figur 2 gestrichelt angedeuteten Papierstränge
erreicht werden, so daß die von den zweiten Wendestangen 11 ablaufenden Papierstränge
wieder parallel zur Papierbahn der Druckmaschine, lediglich seitlich versetzt hierzu,
verlaufen. Die zweiten Wendestangen 11 können, wie Figur 2 weiter erkennen läßt,
ebenfalls als fliegend gelagerte Rapidwendestangen ausgebildet sein. Im Gegensatz
zu den am Auslauf der Papierbahn aus der Druckmaschine angeordneten, seitlich verstellbaren,
ersten Wendestangen 8 sind die zweiten Wendestangen 11 seitlich nicht verstellbar,
sondern gegeneinander fixiert. Bei der Ausführung nach Figur 1 und 2 ist eine fixe,
d.h. stationäre Anordnung oberhalb des Falzapparateinlaufs 5 vorgesehen. Zur Aufnahme
der hier fix angeordneten, zweiten Wendestangen 11 ist eine quer zu den Maschinenseitenwänden
2, 3verlaufende Stirnwand 12 vorgesehen. Diese kann einfach im Bereich des hinteren
Endes der Seitenwände 2, 3 an eine dieser Seitenwände, hier an die Seitenwand 3,
rechtwinklig angesetzt sein.
[0017] In Ablaufrichtung der Stränge neben jeder ersten Wendestange 8 sind eine angetriebene
Zugwalze 13 und eine dieser nachgeordnete, gemäß Pfeil 14 hin- und herverstellbare
Registerwalze 15 vorgesehen. Diese Zug- und Registerwalzen 13, 15 befinden sich somit
in Figur 1, 2 im Bereich zwischen den ersten Wendestangen 8 und den seitlich hiergegen
versetzten, stationären, zweiten Wendestangen 11. Bei den Zug- und Registerwalzen
13, 15 kann es sich ebenfalls, wie Figur 2 weiter erkennen läßt, um fliegend gelagerte
Papierführungsorgane handeln. Die Zugwalzen 13 können dabei ebenso wie die zweiten
Wendestangen 11 an der Stirnwand 12 gelagert sein. Die verstellbaren Registerwalzen
15 sind auf mit der Stirnwand 12 fluchtenden, ebenfalls an der Maschinenseitenwand
3 befestigten Führungen 16 aufgenommen.
[0018] Bei Magazinproduktion werden die von den ersten Wendestangen 8 umgelenkten, in Figur
2 mit durchgehenden Linien angedeuteten Stränge dem Einlauf 5 des Falzapparats 1
ohne Längsfalz zugeführt. Hierbei finden oberhalb des Einlaufs 5 höhenmäßig gegeneinander
versetzte Umlenkwalzen 17 Verwendung, über die jeweils ein derartiger Strang läuft.
Die Umlenkwalzen 17 sind parallel zu den Zugwalzen 13 und Registerwalzen 15 ausgerichtet,
über die die von den ersten Wendestangen 8 umgelegten Stränge ebenfalls laufen. Zur
Einsparung von Höhe sind hier zwei die Mittelebene des Falzapparateinlaufs flankierende
Reihen der Umlenkwalzen 17 vorgesehen, die von rechts bzw. links angefahren werden.
Die den Zugwalzen 13 zugewandten Umlenkwalzen 17 werden über die vier unteren Zugwalzen
13 bzw. die diesen nachgeordneten Registerwalzen 15 beaufschlagt. Die Umlenkwalze
17 der gegenüberliegenden Reihe werden über die fünf oberen Zugwalzen 13 bzw. Registerwalzen
15 beaufschlagt, wobei zur Führung der betreffenden Stränge über den Falzapparateinlauf
hinweg anstelle der zweiten Wendestangen 11 zu den Umlenkwalzen 17 bzw. den Zug- und
Registerwalzen 13, 15 parallel Umlenkwalzen 18 Verwendung finden.
[0019] Bei der Ausführung nach Figur 1, 2 mit stationären zwei ten Wendestangen 11 werden
die von den fünf oberen ersten Wendestangen 8 bzw. den diesen benachbarten Walzen
13 bzw. Registerwalzen 15 ablaufenden Stränge unter Umgehung der stationär angedeuteten,
zweiten Wendestangen 11 über diese seitlich hinausgeführt, anschließend nach unten
und dann wieder nach innen zu den Umlenkwalzen 17 gelenkt. Hierzu sind im Bereich
der von den Zugwalzen 13 abgewandten Seite der zweiten Wendestangen 11 entsprechende,
hier ebenfalls stationär angeordnete Umlenkwalzen 18 vorgesehen. Zur Bewerkstelligung
der erforderlichen Parallelwendungen sind dabei pro Strang zwei derartige, übereinander
angeordnete Umlenkwalzen 18 erforderlich. Diese sind bei der Ausführung nach Figur
2 ebenfalls an der Wand 12 fliegend gelagert.
[0020] Bei Trichterproduktion werden die über dem Falzapparateinlauf 5 vorgesehenen Umlenkwalzen
17 durch einen oder mehrere Falztrichter 19 ersetzt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind, wie in Figur 1 angedeutet ist, zwei Falztrichter 19 vorgesehen. Um die Umstellung
von Magazinproduktion auf Trichterproduktion zu erleichtern, ist eine über dem Falzapparateinlauf
5 angeordnete Kassette 20 vorgesehen, welche die Falztrichter 19 und die alternativ
hierzu benötigten Umlenkwalzen 17 enthält und welche so entlang einer im Überbau 7
vorgesehenen Längsführung 21 verschiebbar ist, daß in einer ersten Arbeitsposition
die Falztrichter 19 und in einer zweiten Arbeitsposition die Umlenkwalzen 17 oberhalb
des Falzapparateinlaufs 5 in Stellung sind. Die der Kassette 20 zugeordnete Längsführung
21 verläuft, wie aus Figur 1 erkennbar ist, senkrecht zur Zeichenebene, d.h. parallel
zur Längsrichtung der Druckmaschine und der Achsrichtung der Walzen und Zylinder des
Falzapparats 1. Die Stirnwand 12 ist, wie Figur 2 weiter erkennen läßt, mit einem
Fenster 25 versehen, durch das die verschiebbare Kassette 20 hindurchgreifen kann.
[0021] Die den Falztrichtern 19 zugeführten Stränge verlaufen parallel zur Längsrichtung
der Druckmaschine. Die mittels der ersten Wendestangen 8 um 90° umgelenkten Stränge
werden dementsprechend zur Bewerkstelligung einer weiteren 90°-Umleitung über die
zweiten Wendestangen 11 geführt und anschließend, wie am besten aus Figur 2 erkennbar
ist, über in Längsrichtung der Druckmaschine gegenüber den zweiten Wendestangen 11
versetzte, senkrecht zu den Zugwalzen 13 bzw. Registerwalzen 15 angeordnete Umlenkwalzen
22 den Falztrichtern 19 zugeführt. Diese Umlenkwalzen 22 sind hier ebenfalls fliegend
gelagert. Zur Aufnahme der zu den Zugwalzen 13 senkrechten Umlenkwalzen 22 ist eine
parallel zu den Maschinenseitenwänden 2, 3 verlaufende, an die Stirnwand 12 lotrecht
anstoßende Seitenwand 23 des Überbaus 7 vorgesehen. Diese Seitenwand 23 liegt in
Figur 2 innerhalb der für Magazinproduktion vorgesehenen Umlenkwalzen 18 und ist
hier dementsprechend mit einem Durchtrittsfenster 24 für die bei Magazinproduktion
an den stationären, zweiten Wendestangen 11 vorbei zu den Umlenkwalzen 18 führende
Stränge versehen.
[0022] Die Anordnung gemäß Figur 3 weicht hinsichtlich ihres grundsätzlichen Aufbaus und
ihrer Wirkungsweise nicht von der oben beschriebenen Ausführung mit stationär an
geordneten zweiten Wendestangen und alternativ hierzu beaufschlagbaren Umlenkwalzen
für Magazinproduktion ab. Die nachstehende Beschreibung bezieht sich dementsprechend
nur auf die vorhandenen, baulichen Abweichungen, wobei für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen
Verwendung finden.
[0023] Um bei Magazinproduktion mit den Papiersträngen nicht an den zweiten Wendestangen
11 vorbeifahren zu müssen, d.h. um den Bahneinzug bei Magazinproduktion zu erleichtern,
sind bei der Ausführung nach Figur 3 die zweiten Wendestangen 11 und eine gleiche
Anzahl der bei Magazinproduktion alternativ zu den zweiten Wendestangen 11 beaufschlagbaren
Umlenkwalzen 18 auf einem Schwenkflügel 26 aufgenommen, der um eine stehende Achse
27 schwenkbar gelagert ist. Die zweiten Wendestangen 11 und die Umlenkwalzen 18 für
Magazinproduktion sind dabei auf einander gegenüberliegenden Seiten des Schwenkflügels
26 vorgesehen und können dementsprechend auf etwa gleicher Höhe angeordnet sein. Zur
Umstellung von Magazinproduktion auf Trichterproduktion und umgekehrt wird einfach
der Schwenkflügel 26 um 180 ° verschwenkt, wobei sich bei Trichterproduktion die zweiten
Wendestangen 11, wie in Figur 3 dargestellt, und bei Magazinproduktion die Umlenkwalzen
18, wie in Figur 3 durch gestrichelte Linien angedeutet, etwa oberhalb des Falzapparateinlaufs
befinden. In den beiden Arbeitsstellungen ist der Schwenkflügel 26 mittels einer Sperre
28 verriegelbar. Das jeweils nicht benötigte Führungsorgan, in der Darstellung nach
Figur 3 die Umlenkwalzen 18, stehen vom Schwenkflügel 26 nach hinten ab und befinden
sich dem entsprechend außerhalb des Bereichs des Strangverlaufs.
[0024] Der Schwenkflügel 26 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als mit die Schwenkachse
27 enthaltenden, oberen und unteren Lagerzapfen 29 versehener, plattenförmiger Träger
ausgebildet, der seitlich neben dem Bereich des Strangverlaufs gelagert ist. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel ist der Schwenkflügel 26 etwa fluchtend zur Stirnwand 12 angeordnet.
Diese kann mit einem den Schwenkflügel 26 aufnehmenden Fenster 30 versehen sein. Zur
Erzielung eines ausreichenden Schwenkfreiheitsgrads des Schwenkflügels 26 ist die
dritte Seitenwand 23 ebenfalls mit einem Fenster 24a versehen, durch welches der
Schwenkflügel 26 hindurchschwenken kann.
[0025] Die auf dem Schwenkflügel 26 aufgenommenen Umlenkwalzen 18 sind fliegend gelagert.
Ebenso können die zweiten Wendestangen 11 fliegend gelagert sein. Im dargestellten
Ausführungsbeispiel sind die zweiten Wendestangen 11 beidseitig gelagert. Der Schwenkflügel
26 ist hierzu im Querschnitt winkelförmig ausgebildet. Hierzu ist an den die Lagerzapfen
29 enthaltenden, plattenförmigen Träger 31 eine rechtwinklig abstehende Wand 32 so
angesetzt, daß sich eine zu den zweiten Wendestangen 11 hin offene, winkelförmige
Konfiguration ergibt.
[0026] In der Arbeitsstellung für Magazinproduktion befinden sich die Umlenkwalzen 18, wie
in Figur 3 durch gestrichelte Linien angedeutet ist, direkt oberhalb des Falzapparteinlaufs.
Die über diese Umlenkwalzen 18 laufenden Stränge werden hierbei dementsprechend nicht
über den Falzapparateinlauf hinweggeführt und müssen dementsprechend vor dem Einlauf
in den Falzapparat nicht wieder nach innen geführt werden. Hierdurch reduziert sich
dementsprechend die Anzahl der benötigten Umlenkwalzen 18 auf die Anzahl der Stränge,
d.h. die bei der Ausführung nach Figur 1 noch benötigten unteren Umlenkwalzen 18 werden
hierbei nicht benötigt. Ebenso reduziert sich die Anzahl der direkt oberhalb des Falzapparateinlaufs
benötigten Umlenkwalzen 17, da hier nicht für jeden Strang eine eigene Umlenkwalze
17 erforderlich ist. Es ergibt sich somit insgesamt ein besonders einfacher und kompakter
Aufbau mit hoher Bedienungsfreundlichkeit, d.h. besonders einfachem Bahneinzug.
1. Überbau für einen einer Rollenrotationsdruckmaschine nachgeordneten, quer hierzu
angeordneten Falzapparat mit einem Satz quer zur Laufrichtung der Papierbahn in der
Druckmaschine verstellbarer, erster Wendestangen (8), die zumindest bei Magazinproduktion
die dem Falzapparateinlauf zugeführten Bahnstränge umlenken, mit einem weiteren Satz
gegenüber den ersten Wendestangen (8) versetzter, zweiter Wendestangen (11), die
bei Trichterproduktion die wenigstens einem Falztrichter zugeführten Bahnstränge
umlenken, und mit den Bahnsträngen zugeordneten Zugwalzen (13), Registerwalzen (15)
und Umlenkwalzen (17, 18, 22), dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Wendestangen (11) und für Magazinproduktion alternativ zu den zweiten
Wendestangen (11) beaufschlagbare, parallel zum Falzapparateinlauf (5) verlaufende
Umlenkwalzen (18) gegenüber den ersten Wendestangen (8), die bei Trichter- und bei
Magazinproduktion beaufschlagbar sind, gleichgerichtet wie der gegenüber den ersten
Wendestangen (8) quer zur Laufrichtung der Papierbahn (6a) in der Maschine versetzte
Falzapparateinlauf (5) versetzt sind, daß im Bereich zwischen den ersten Wendestangen
(8) und den zweiten Wendestangen (11) bzw. den alternativ hierzu beaufschlagbaren
Umlenkwalzen (18) für Magazinproduktion die ebenfalls parallel zum Falzapparateinlauf
(5) verlaufenden Zug- und Registerwalzen (13, 15) vorgesehen sind und daß den zweiten
Wendestangen (11) zugeordnete, gegenüber diesen in Druckmaschinenlängsrichtung versetzte,
quer zum Falzapparateinlauf (5) verlaufende Umlenkwalzen (22) für Trichterproduktion
vorgesehen sind.
2. Überbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine zu den Seitenwänden (1, 2) der Druckmaschine parallel versetzte Seitenwand
(23) zur Aufnahme der Umlenkwalzen (22) für Trichterproduktion vorgesehen ist und
daß eine zu den Seitenwänden (1, 2) der Druckmaschine quer verlaufende, nach einer
Seite über die Druckmaschine auskragende Stirnwand (12) zur Aufnahme der Zug- und
Registerwalzen (13, 15), der gegeneinander unverstellbaren, zweiten Wendestangen
(11) und der Umlenkwalzen (18) für Magazinproduktion vorgesehen ist.
3. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Wendestangen (11), die etwa oberhalb des Falzapparateinlaufs (5) stationär
angeordnet sind und die ebenfalls stationär angeordneten Umlenkwalzen (18) für Magazinproduktion
seitlich gegeneinander versetzt, vorzugsweise im Bereich unterschiedlicher Seiten
der mit einem Durchtrittsfenster (24) versehenen dritten Seitenwand (23) angeordnet
sind, wobei vorzugsweise die zweiten Wendestangen (11) innerhalb und die Umlenkwalzen
(18) für Magazinproduktion außerhalb der dritten Seitenwand (23) angeordnet sind.
4. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweiten Wendestangen (11) und die Umlenkstangen (18) für Magazinproduktion
auf einem um eine vorzugsweise stehende Achse (27) schwenkbaren Schwenkflügel (26)
vorzugsweise einander gegenüberliegend aufgenommen sind, der vorzugsweise um 180°
schwenkbar und in den Arbeitsstellungen mittels einer Sperre (28) verriegelbar ist.
5. Überbau nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkflügel (26) seitlich neben dem Bereich der Strangführung, vorzugsweise
in einem Fenster (30) der Stirnwand (12) gelagert ist und vorzugsweise in ein zugeordnetes
Fenster (24a) der dritten Seitenwand (23) eingreift.
6. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkflügel (26) eine zu den vorzugsweise beidseitig gelagerten, zweiten Wendestangen
(11) hin offene, winkelförmige Konfiguration aufweist.
7. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papierführungsorgane zumindest in Form der ersten Wendestangen (8), vorzugsweise
aller Wendestangen (8, 11), der Zugwalzen (13), Registerwalzen (15) und Umlenkwalzen
(18 bzw. 22 bzw. 17) fliegend gelagert sind.
8. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei Magazinproduktion oberhalb des Falzapparateinlaufs und unterhalb des Bereichs
der zweiten Wendestangen (11) in Stellung bringbare, zum Falzapparateinlauf (5) parallele
Umlenkwalzen (17) vorgesehen sind, die teilweise über benachbarte Zugwalzen (13)
und teilweise über die zu den Zugwalzen parallel versetzten Umlenkwalzen (18) für
Magazinproduktion beaufschlagbar sind.
9. Überbau nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bei stationär angeordneten, gegenüber den oberhalb des Falzapparateinlaufs (5) angeordneten,
zweiten Wendestangen (11) versetzt angeordneten Umlenkwalzen (18) für Magazinproduktion
unterhalb dieser weitere, hierzu parallele, gegenüber den mit dem Falzapparateinlauf
(5) fluchtenden Umlenkwalzen (17) parallel versetzte Umlenkwalzen (18) vorgesehen
sind.
10. Überbau nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8, 9, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem Falzapparateinlauf (5) fluchtenden Umlenkwalzen (17) und der bzw. die
alternativ hierzu oberhalb des Falzapparateinlaufs (5) in Stellung bringbare bzw.
bringbaren Falztrichter (19) auf einem vorzugsweise in Längsrichtung der Druckmaschine
verschiebbar angeordneten Träger (20) aufgenommen sind.