[0001] Die Erfindung betrifft eine Trägerplatte für Stanzmesser, bestehend aus einer Platte
aus mehrlagigem Sperrholz, in die durchgehende Einschnitte zur Aufnahme von einseitig
aus der Platte herausragenden Stanzmessern zur Herstellung von Schneid- und/oder Rillinien
eingebracht sind.
[0002] Zur Aufnahme von Stanzmessern zur Herstellung von Karton-Zuschnitten werden nach
wie vor überwiegend Platten aus Sperrholz, insbesondere aus Birkenholz verwendet.
In diese Platten werden beide Oberflächen verbindende Einschnitte eingesägt oder mit
einem Laser eingebrannt. In diese Einschnitte werden Stanzmesser zur Herstellung von
Schneid- und/oder Rillinien entsprechend dem Muster des herzustellenden Zuschnitts
eingesetzt. Die Stanzmesser ragen auf der dem zu bearbeitenden Karton zugewandten
Seite, im folgenden auch vordere Seite genannt, aus der Platte heraus, während sie
auf der Rückseite bündig mit der Plattenfläche abschließen. Sie können daher von der
Rückseite her durch eine Grundplatte zur Aufnahme der Schneidkraft abgestützt werden.
[0003] Wenn die Stanzmesser nach einer größeren Anzahl von beispielsweise mehreren hunderttausend
Schnitten stumpf geworden sind, werden die Stanzmesser ausgewechselt. Die erwähnten
Trägerplatten gestatten in der Regel eine dreimalige "Bemesserung". Danach reicht
die Genauigkeit der Schnittlinien aus Gründen des Verschleißes zumeist nicht mehr
aus, so daß mit nicht unbeträchtlichem Kostenaufwand neue Trägerplatten hergestellt
werden müssen. Eine längere Lebensdauer der Trägerplatten wäre naturgemäß wünschenswert.
Im übrigen weisen Trägerplatten aus Holz den Nachteil auf, daß sie unter dem Einfluß
von Änderungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit schrumpfen oder sich dehnen
können, so daß die heute üblichen Genauigkeitsforderungen nicht immer erfüllt werden
können.
[0004] Es sind daher auch Trägerplatten bekannt, die aus zwei äußeren Metallplatten bestehen,
die nach Sandwich-Art eine Kunststoffplatte einschließen. Diese Trägerplatten haben
zwar eine höhere Standzeit, sind aber in der Herstellung so teuer, daß sie nur bei
sehr großen Stückzahlen wirtschaftlich eingesetzt werden können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Trägerplatte der eingangs genannten
Art zu schaffen, die mit verhältnismäßig geringem Aufwand in bezug auf Haltbarkeit
und Unempfindlichkeit gegen klimatische Einflüsse verbessert werden kann.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die erfindungsgemäße Trägerplatte dadurch gekennzeichnet,
daß in die Platte Kanäle eingearbeitet sind, in die Versteifungsstege aus Kunststoff
eingefügt sind.
[0007] Vorzugsweise werden die Versteifungsstege gebildet durch Eingießen eines Gießharzes,
dem gegebenenfalls ein Härter zugesetzt werden kann. Als Gießharz kommt beispielsweise
ein von der Firma Ciba-Geigy unter der Bezeichnung "Araldit" hergestelltes Harz in
Betracht.
[0008] Vorzugsweise besteht die Trägerplatte aus zwei aufeinandergelegten, miteinander
verschraubten,verklebten oder anderweitig verbundenen Teilplatten gleicher oder auch
unterschiedlicher Stärke. Die Kanäle können bei dieser Ausführung vor dem Zusammensetzen
der Teilplatten in eine oder beide der einander zugewandten Oberflächen eingearbeitet
werden. Bohrungen zum Einfüllen des Gießharzes und zum Entlüften der Kanäle führen
von diesen zur Oberfläche der zusammengesetzten Trägerplatte, insbesondere zur vorderen
Seite.
[0009] Bei Verwendung von mehreren parallelen oder im wesentlichen parallelen Stanzmessern
verlaufen die Versteifungsstege vorzugsweise senkrecht zu diesen Stanzmessern, so
daß sie die Stanzmesser seitlich gegeneinander abstützen. Dies ist vorteilhaft, da
gerade ein seitliches Ausweichen der Stanzmesser in der Trägerplatte zu Ungenauigkeiten
der Schnittlinien führen würde. In vielen Fällen ist es vorteilhaft, die Versteifungsstege
in einem Kreuzraster in der Platte anzuordnen.
[0010] Vor dem Einspritzen des Gießharzes werden die Stanzmesser vorzugsweise mit einem
Trennmittel bestrichen, so daß sie beim Auswechseln der Stanzmesser aus der Trägerplatte
herausgezogen werden können und nicht an den Versteifungsstegen anhaften.
[0011] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten
Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Trägerplatte von der Messerseite
her gesehen, jedoch ohne Bemesserung;
Fig. 2 ist eine Draufsicht auf eine der beiden Teilplatten der Trägerplatte von der
Innenseite her, und zwar auf die gegenüberliegende Seite der in Fig. 1 erkennbaren
Teilplatte;
Fig. 3 ist ein Schnitt entlang der Linie 3-3 in Fig. 2;
Fig. 4 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform zu Fig. 3;
Fig. 5 ist eine Draufsicht auf eine Trägerplatte mit Bemesserung für eine Faltschachtel,
von der Messerseite her gesehen;
Fig. 6 ist eine Draufsicht auf die Trägerplatte der Fig. 5 von der Rückseite her.
[0012] Figur 1 ist eine Draufsicht auf eine rechteckige Trägerplatte 10 aus Sperrholz.
In den vier Eckbereichen der Trägerplatte 10 befinden sich Justierbohrungen 12,14,16,18
zur Befestigung der Trägerplatte auf einer nicht gezeigten Grundplatte einer Stanze.
Auf dieser Grundplatte werden Trägerplatten 10 in einer Anzahl befestigt, die der
Anzahl der Nutzen entspricht, die aus dem verarbeiteten Material hergestellt werden
können.
[0013] In an sich üblicher Weise weist die Trägerplatte 10 in einem vorgegebenen Muster
Einschnitte 20 auf, die das Material der Trägerplatte vollständig von einer Oberfläche
bis zur anderen durchdringen. Diese Einschnitte 20 sind in geeigneten Positionen durch
Stege 22 unterbrochen, damit das innerhalb geschlossener Einschnitt-Linien liegende
Plattenmaterial nicht herausfällt. In die Einschnitte 20 werden Stanzmesser eingeschoben,
die das Material der Trägerplatte vollständig durchdringen und mit ihren nicht gezeigten
Schneid- und Rill-Kanten auf der in Figur 1 sichtbaren vorderen Seite der Trägerplatte
aus dieser herausragen, während sie auf der gegenüberliegenden, nicht gezeigten Rückseite
der Trägerplatte bündig mit dieser abschließen. Die Stanzmesser stützen sich daher
auf der Rückseite gegen die erwähnte Grundplatte ab, während sie auf der in Figur
1 sichtbaren Seite dem zu schneidenden Kartonmaterial zugewandt sind. Im Bereich der
Stege 22,24 weisen die Stanzmesser auf ihrer Rückseite entsprechende Ausnehmungen
auf.
[0014] In Abweichung von üblichen Trägerplatten ist die Trägerplatte 10 auf der in Figur
1 sichtbaren vorderen Seite mit rasterförmig angeordneten Bohrungen 24 versehen. Diese
Bohrungen dienen als Einspritzöffnungen für ein Gießharz bzw. als Entlüftungsöffnungen,
wie später näher erläutert werden soll.
[0015] Figur 2 zeigt eine der beiden deckungsgleichen, zu einer Trägerplatte zusammengesetzten
Teilplatten 26 von der Innenseite, also der mit der anderen, nicht gezeigten Teilplatte
verbundenen Seite her. Im übrigen zeigt Figur 2 diejenige der beiden Teilplatten,
die in Figur 1 von der vorderen Seite sichtbar ist.
[0016] In Figur 2 ist erkennbar, daß in die Innenfläche der Teilplatte 26 Kanäle 28 eingearbeitet
sind. Der Verlauf der Kanäle richtet sich im einzelnen nach der Anordnung der Stanzmesser.
Im dargestellten Beispiel verlaufen die Stanzmesser in leiterförmiger Anordnung quer
zur Längsrichtung der rechteckigen Teilplatte 26, und die Kanäle 28 sind in drei
untereinander und zur Längsrichtung der Teilplatte 26 parallelen Strängen senkrecht
zu den quergerichteten Stanzmessern angeordnet. Die in Figur 1 dargestellten Bohrungen
24 münden gemäß Figur 2 jeweils im Endbereich der zwischen zwei parallelen Stanzmessern
liegenden Kanäle 28. Jeweils eine der Bohrungen 24 kann daher als Einspritzbohrung
und die jeweils andere als Entlüftungsbohrung verwendet werden.
[0017] Gemäß Figur 3 liegen die Kanäle 28 jeweils zur Hälfte deckungsgleich in den einander
gegenüberliegenden Innenflächen der Teilplatte 26 und der zugehörigen anderen Teilplatte
30. Dabei wird in Figur 3 angenommen, daß die Teilplatten 26,30 im wesentlichen gleich
stark sind. Es können jedoch auch Teilplatten 32,34 unterschiedlicher Stärke verwendet
werden, wie in Figur 4 gezeigt ist. In diesem Falle können Kanäle 36 allein in der
stärkeren Teilplatte 32 vorgesehen sein. Im übrigen kann es zweckmäßig sein, die
Kanäle nicht in der Mittelebene der Trägerplatte anzuordnen, sondern beispielsweise
in Richtung der Schneidkanten der Stanzmesser zu versetzen. Schließlich ist es nicht
erforderlich, eine geteilte Trägerplatte zu verwenden. Vielmehr können die Kanäle
auch in eine zusammenhängende Trägerplatte gebohrt werden, wenngleich dies herstellungstechnisch
verhältnismäßig aufwendig ist.
[0018] Bei der in Figur 1 bis 3 gezeigten Ausführungsform werden zunächst die Kanäle 28
in die Innenflächen der Teilplatten 26,30 eingearbeitet. Sodann werden die Bohrungen
24 hergestellt, die die Kanäle mit der vorderen Oberfläche der Trägerplatte verbinden.
Schließlich werden die Teilplatten 26,30 miteinander verklebt und zusätzlich von der
Rückseite her mit Hilfe von Schrauben verbunden. In Figur 2 sind die Achsen der Schrauben
lediglich durch Punkte 38 angedeutet.
[0019] Nach dem Zusammenfügen der Teilplatten 26,30 werden die in Figur 1 und 2 nicht gezeigten
Stanzmesser zunächst mit einem geeigneten Trennmittel bestrichen und sodann in die
Einschnitte 20 eingesetzt.
[0020] In Figur 3 ist die Position der Stanzmesser innerhalb der Trägerplatte 10 angedeutet.
Die mit 40 bezeichneten Stanzmesser liegen mit der rückwärtigen Kante 42 bündig zur
rückseitigen Oberfläche 44 der Trägerplatte 10, während sie aus der vorderen Oberfläche
46 mit der Schneid- bzw. Rill-Kante 48 herausragen. Im Bereich der Stege 22 sind die
Stanzmesser von der rückwärtigen Kante 42 her unterbrochen. Die Stanzmesser 40 unterteilen
jeweils die Kanäle 28 in der in Figur 2 erkennbaren Länge.
[0021] Nach dem Einsetzen der Stanzmesser in der beschriebenen Weise werden die Kanäle 28
über die Bohrungen 24 mit einem Gießharz, das mit einem Härter versetzt wird, gefüllt.
Nach dem Härten bildet das Gießharz verhältnismäßig feste Versteifungsstege innerhalb
der Trägerplatte, die eine sehr intensive Verbindung mit dem angrenzenden Holz der
Trägerplatte eingehen. Durch das erwähnte Trennmittel findet ein Anhaften des Gießharzes
an den Stanzmessern nicht statt, so daß diese im Falle eines Messerwechsels herausgezogen
werden können. Gemäß Figur 1 und 2 verlaufen die Kanäle 28 senkrecht zu den parallelen,
quer zur Trägerplatte gerichteten Einschnitten 20, so daß sie die Stanzmesser bei
seitlicher Belastung gegeneinander abstützen. Die Kanäle können die Trägerplatte auch
in einem Kreuzraster durchziehen.
[0022] Figur 5 und 6 sind Vorderansicht und Rückansicht einer Trägerplatte 50 mit Bemesserung
zum Stanzen einer Faltschachtel. Gemäß Figur 6 weist die Trägerplatte Einschnitte
52 auf, die in einem durch die Form der Schachtel vorgegebenen Muster angeordnet
und in der bereits beschriebenen Weise durch Stege 54 unterbrochen sind. Im Inneren
des Musters der Einschnitte sind Felder 56,58 für die Aufnahme von Prägestempeln vorgesehen.
Nähere Einzelheiten sollen insoweit nicht erläutert werden, da es sich bei der Anordnung
von Stanzmessern und Prägestempeln auf Trägerplatten um bekannte Maßnahmen handelt.
An den vier Ecken der Trägerplatte 50 befinden sich Justierbohrungen 60,62,64, 66.
[0023] Gemäß Figur 5 befinden sich in der vorderen Oberfläche der Trägerplatte 50 jeweils
angrenzend an die nicht im einzelnen bezeichneten Stanzmesser Bohrungen 68, die den
Bohrungen 24 gemäß Figur 1 entsprechen. Die Bohrungen 68 dienen zum Einspritzen von
Gießharz bzw. zum Entlüften der in Figur 5 und 6 nicht gezeigten Kanäle, die ähnlich
wie in Figur 2 die parallelen, benachbarten Stanzmesser senkrecht miteinander verbinden.
Verhältnismäßig kurze Kanäle mit entsprechend kleineren Bohrungen 70 verbinden die
Felder 56,58 zur Aufnahme von Prägestempeln mit den angrenzenden Stanzmessern.
[0024] In der in Figur 6 gezeigten Rückansicht sind rasterförmig angeordnete Schrauben 72
gezeigt, die die Teilplatten verbinden, aus denen die Trägerplatte 50 zusammengesetzt
ist.
[0025] Die Maßgenauigkeit der Trägerplatte und der mit einem Laserstrahl oder auf andere
Weise hergestellten Einschnitte kann weiter dadurch verbessert werden, daß bereits
vor dem Herstellen der Einschnitte Kanäle in die Trägerplatte eingearbeitet und mit
Kunststoff ausgespritzt werden.
1. Trägerplatte für Stanzmesser, bestehend aus einer Platte aus mehrlagigem Sperrholz,
in die durchgehende Einschnitte zur Aufnahme von einseitig aus der Platte herausragenden
Stanzmessern zur Herstellung von Schneid- und/oder Rillinien eingebracht sind, dadurch
gekennzeichnet, daß in die Platte (10,50) Kanäle (28) eingearbeitet sind, in die Versteifungsstege
aus Kunststoff eingefügt sind.
2. Trägerplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungsstege aus einem Gießharz bestehen.
3. Trägerplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerplatte aus zwei aufeinandergelegten, miteinander verschraubten und/oder
verklebten Teilplatten (26,30;32,34) zusammengesetzt ist.
4. Trägerplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (28) in wenigstens eine der einander zugewandten Oberflächen der Teilplatten
(26,30; 32,34) eingearbeitet sind.
5. Trägerplatte nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (28) über Bohrungen (24,68) zum Einspritzen von Gießharz und Entlüftungsbohrungen
mit einer Hauptfläche, insbesondere der vorderen Oberfläche der Platte verbunden sind.
6. Trägerplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (28) zwischen nebeneinanderliegenden, insbesondere parallelen Einschnitten
(2o,52) für Stanzmesser und im wesentlichen senkrecht zu diesen angeordnet sind.
7. Trägerplatte nach eine der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kanäle (28) die Platte in einem Kreuzraster durchziehen.