[0001] Die Erfindung betrifft einen Exzentertellerschleifer, dessen Schleiftellereinheit
bei der Werkstückbearbeitung eine um die den Schleifteller antreibende Exzenterwelle
kreisende Bewegung ausführt.
[0002] Bei herkömmlichen Exzentertellerschleifern, wie sie beispielsweise aus der US-PS
32 87 859 bekannt sind, wälzt sich während der Werkstückbearbeitung eine zur Schleiftellereinheit
koaxial an dieser befestigte Wälzfläche an einer gehäusefesten Wälzfläche ab, so daß
die Schleiftellereinheit nicht nur um die Exzenterwelle kreist, sondern sich dabei
auch um ihre eigene Achse dreht, so daß sich insgesamt eine hypozykloidische Bewegung
ergibt. Diese zusätzliche Rotation hat einen erhöhten Materialabtrag am Werkstück
zur Folge.
[0003] Im Falle einer Werkstück-Feinbearbeitung ist die Schleifteller-Rotation edoch unerwünscht.
In einen anderen bekannten Exzentertellerschleifer, der in der Zeitschrift INDUSTRIE-ANZEIGER
Nr. 75 vom 17. September 1982, 104. Jahrgang, S. 29, erwähnt ist, ist daher eine Verstelleinrichtung
integriert, mit deren Hilfe die Wälzflächen außer Eingriff gebracht werden können,
so daß die Schleiftellereinheit beim Feinschliffbetrieb nur noch ihre kreisende Bewegung
ohne Eigenrotation ausführt. Hierbei tritt jedoch folgendes Problem auf:
[0004] Hebt man den Schleifteller vom Werkstück ab, beginnt die Schleiftellereinheit wegen
der zwischen ihr und der Exzenterwelle auftretenden Lagerreibung zu rotieren. Dabei
nimmt die Drehzahl der Schleiftellereinheit sehr schnell von Null bis zu einem von
der Drehzahl der Exzenterwelle und der sozusagen einen Schlupf bewirkenden trägen
Masse der Schleiftellereinheit bestimmten Wert zu. Setzt man die sich so bewegende
Schleiftellereinheit auf das Werkstück auf, das heißt, geht man vom Leerlauf zum Lastlauf
über, erhält man zu Beginn der Werkstückbearbeitung infolge der schnellen Rotation
des Schleiftellers um seine eigene Achse entsprechende Schleifspuren, was bei einer
Feinbearbeitung aber unerwünscht ist. Die zwischen dem Werkstück und der Schleiftellereinheit
auftretende Schleifkraft benötigt nämlich eine gewisse Zeit, um die Rotation des Schleiftellers
um seine eigene Achse abzubremsen, so daß man auch erst nach dieser Zeit den gewünschten
einwandfreien Feinschliff erhält. Berücksichtigt man ferner, daß bei einem größeren
Werkstück die Schleiftellereinheit verhältnismäßig häufig vom Werkstück abgehoben
und wieder aufgesetzt wird, so ist ohne weiteres ersichtlich, daß es sich hier um
einen gravierenden Nachteil handelt.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Exzentertellerschleifer
mit den eingangs genannten Merkmalen zu schaffen, der das Werkstück mit nur kreisender
Schleiftellereinheit bearbeitet bzw. auf diesen Betrieb umschaltbar ist, ohne daß
im Leerlauf die Drehzahl der Schleiftellereinheit undefiniert bis zur Drehzahl der
Exzenterwelle ansteigen kann. Die hierfür vorzusehenden Maßnahmen sollen möglichst
einfach im Aufbau und billig in der Herstellung sein.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen der Schleiftellereinheit
und dem Gehäuse eine magnetische oder elektromagnetische Kupplungseinrichtung mit
einem gehäusefesten Kupplungsteil und einem schleiftellerfesten Kupplungsteil angeordnet
ist, wobei sich die beiden Kupplungsteile in axialer Richtung gegenüberliegen und
das eine der Kupplungsteile ein Magnetteil mit einem zum anderen Kupplungsteil reichenden
Magnetfeld ist, das mit dem anderen Kupplungsteil zusammenwirkt, derart, daß auf das
schleiftellerfeste Kupplungsteil und über dieses auf die Schleiftellereinheit eine
in deren Umfangsrichtung wirksame Haltekraft ausgeübt wird.
[0007] Bei vom Werkstück abgehobenem Exzentertellerschleifer, d. h. im Leerlauf, wird somit
die Schleiftellereinheit auf magnetische oder elektromagnetische Weise in Umfangsrichtung
festgehalten. Dies kann beispielsweise nach dem Wirbelstrom-Brems-Prinzip erfolgen,
indem das andere Kupplungsteil aus einem Material mit großer elektrischer Leit fähigkeit,
beispielsweise Kupfer, besteht, so daß in ihm bei einer Relativbewegung zwischen den
beiden Kupplungsteilen Wirbelströme induziert werden, oder dadurch bewirkt werden,
daß das andere Kupplungsteil aus magnetisierbaren Hysteresematerial besteht, so daß
in ihm bei einer Relativbewegung zwischen den beiden Kupplungsteilen durch Ummagnetisierung
magnetische Hystereseverluste auftreten. Bei diesen beiden Möglichkeiten tritt zwar
ein Schlupf zwischen den beiden Kupplungsteilen auf, diese Schlupf-Drehzahl ist jedoch
sehr klein und dabei wesentlich niedriger als die Drehzahl der Exzenterwelle, so daß
die für die Feinbearbeitung allein erwünschte Kreisbewegung schon nach wesentlich
kürzerer Zeit als bei den bekannten Maschinen erreicht wird, wenn der Schleifteller
auf das Werkstück aufgesetzt wird. Eine Schlupf-Drehzahl der Schleiftellereinheit
läßt sich sogar ganz verhindern, wenn das andere Kupplungsteil ebenfalls ein Magnetteil
ist, so daß sich eine stabile magnetische Kopplung zwischen den beiden Kupplungsteilen
ergibt.
[0008] Zur Lösung der gleichen Aufgabe ist bei einem Exzentertellerschleifer, dessen Schleiftellereinheit
bei der Werkstückbearbeitung eine um die den Schleifteller antreibende Exzenterwelle
kreisende Bewegung ausführt und der einerseits eine erste, gehäusefeste Wälzfläche
und andererseits eine zweite, zur Schleiftellereinheit koaxial an dieser befestigte
Wälzfläche aufweist, die mit der ersten Wälzfläche zusammenwirkt, gemäß der älteren
Patentanmeldung P 36 25 655.2 bereits vorgeschlagen worden, daß die Schleif tellereinheit
zum Maschinengehäuse hin gegen die Kraft einer Feder axial verschieblich ist und daß
die beiden Wälzflächen derart angeordnet sind, daß sie in der zum Maschinengehäuse
hin verschobenen Stellung der Schleiftellereinheit außer Eingriff sind.
[0009] In diesem Falle hält bei vom Werkstück abgehobenem Exzentertellerschleifer, d. h.
im Leerlauf, die Federkraft die zweite Wälzfläche gegen die erste Wälzfläche, so daß
sich die Schleiftellereinheit nur mit einer gegenüber der Drehzahl der Exzenterwelle
kleinen, definierten Drehzahl dreht. Setzt man den Schleifteller auf das Werkstück
auf, erhält man auf Grund des Gewichts des Exzentertellerschleifers und des von der
arbeitenden Person auf diesen ausgeübten Druckes eine Relativverschiebung zwischen
der Schleiftellereinheit und dem Maschinengehäuse, so daß die beiden Wälzflächen
außer Eingriff gelangen und die Schleiftellereinheit ohne Eigenrotation nur noch
um die Exzenterwelle kreist.
[0010] Die vorliegende Erfindung weist demgegenüber vor allem den Vorteil auf, daß eine
axial verschiebliche Lagerung der Schleiftellereinheit bzw. der diese tragenden Exzenterwelle
entfällt. Ferner sind keine solchen Verschleißteile wie die Feder und die Wälzflächen
vorhanden. Bei dem erfindungsgemäßen Exzentertellerschleifer sind die verschiedenen
Teile axial unverschieblich angeordnet, und es tritt praktisch kein Verschleiß auf,
da die Haltekraft ja nicht mechanisch, sondern magnetisch bzw. elektromagnetisch erzeugt
wird. Außerdem lassen sich durch entsprechende Dimensionierung und Ausbildung der
Kupplung im einzelnen geringere Leerlauf-Drehzahlen bis hin zu der Leerlauf-Drehzahl
"Null" im Falle von zwei Magnetteilen als Kupplungsteile erzielen.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung einschließlich der in den Unteransprüchen angegebenen
zweckmäßigen Ausgestaltungen werden nun anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Exzentertellerschleifer im Längsschnitt in schematischer
Darstellung und
Fig. 2 das schleiftellerseitige Kupplungsteil in Einzeldarstellung in axialer Richtung
gesehen.
[0012] In Fig. 1 ist der Kopf 1 eines motorgetriebenen Exzentertellerschleifers dargestellt,
der an ein Motorgehäuse 2 mit darin enthaltenem Motor angesetzt ist. Das nachfolgend
als Maschinengehäuse 3 bezeichnete Gehäuse des Kopfes 1, das aus mehreren, nicht einzeln
mit einer Bezugsziffer belegten Gehäuseteilen besteht, enthält eine Arbeitseinheit,
die im wesentlichen aus einer im Maschinengehäuse 3 gelagerten Exzenterwelle 4 mit
einem exzentrisch und achsparallel angesetzten Kurbelzapfen 5 am unteren Ende sowie
aus einer am Kurbelzapfen 5 mittels eines Drehlagers 6 drehbar gelagerten Schleiftellereinheit
7 besteht.
[0013] Die Schleiftellereinheit 7 weist einen dem Maschinengehäuse 3 vorgelagerten Schleifteller
8 zum schleifenden Bearbeiten eines Werkstückes und eine beim Ausführungsbeispiel
mit dem Schleifteller 8 verschraubte nabenartige Antriebswelle 9 auf, die über das
Drehlager 6 am Kurbelzapfen 5 gelagert ist.
[0014] Die Exzenterwelle 4 wird mittels eines Zahnrads 10, beim Ausführungsbeispiel ein
Kegelzahnrad, angetrieben, das koaxial zur Exzenterwelle 4 angeordnet ist und eine
zentrale Wellenbohrung aufweist, durch die die Exzenterwelle 4 greift. Das Zahnrad
10 sitzt beispielsweise mit Hilfe von nicht dargestellten Keilen drehfest auf der
Exzenterwelle 4 und kämmt mit einem motorseitigen Zahnrad 12, beim Ausführungsbeispiel
ebenfalls ein Kegelzahnrad.
[0015] Bei eingeschaltetem Motor führt die Schleiftellereinheit 7 somit eine kreisende Exzenterbewegung
um die Achse 13 der Exzenterwelle 4 aus.
[0016] Die Exzenterwelle 4 ist mit Hilfe eines oberen Lagers 14 und eines unteren Lagers
15 axial unverschieblich im Gehäuse 3 gelagert. Die Schleiftellereinheit 7 ist ebenfalls
axial unverschieblich angeordnet. Zum Ausgleich der beim Betrieb auftretenden Unwuchtkräfte
der Schleiftellereinheit 7 sitzen an der Exzenterwelle 4 zwei nach entgegengesetzten
Richtungen weisende Gewichte 16 und 17, die mit axialem Abstand zueinander oberhalb
des Zahnrads 10 bzw. in Höhe der Ansetzstelle des Kurbelzapfens 5 angeordnet sind
und von denen das untere Gewicht 17 dem Kurbelzapfen 5 entgegengesetzt ist.
[0017] Der dargestellte Exzentertellerschleifer dient wahlweise zur Feinbearbeitung oder
zur Grobbearbeitung des Werkstücks. Hierzu ist eine noch zu beschreibende Verstelleinrichtung
vorhanden. Beim "Grobschliffbetrieb" wälzt sich eine an der Schleiftellereinheit vorhandene
erste Wälzfläche 18, beim Ausführungsbeispiel ein auf den Umfang der Antriebswelle
9 des Schleiftellers 8 aufgesetztes Außenstirnzahnrad, an einer zweiten Wälzfläche
19 ab, die mit Bezug auf das Gehäuse 3 drehfest ist und beim Ausführungsbeispiel von
einem Innenstirnzahnrad gebildet wird. Der um die Achse 13 der Exzenterwelle 4 kreisenden
Bewegung der Schleiftellereinheit 7 ist dann eine Rotationsbewegung der Schleiftellereinheit
um ihre eigene Achse, d. h. um den Kurbelzapfen 5, überlagert, so daß sich insgesamt
eine hypozykoidische Bewegung ergibt. Im "Feinschliffbetrieb" ist die erste Wälzfläche
18 dagegen von der zweiten Wälzfläche 19 frei. Bei der Werkstückbearbeitung (Lastlauf)
kreist die Schleiftellereinheit 7 dann nur um die Achse 13 der Exzenterwelle 4 ohne
gleichzeitige Rotation um die eigene Achse. In Fig. 1 ist der Exzentertellerschleifer
auf diesen "Feinschliffbetrieb" umgestellt.
[0018] Hebt man bei auf "Feinschliffbetrieb" gestelltem Exzentertellerschleifer diesen
vom Werkstück ab, beginnt die Schleiftellereinheit 7 wegen der zwischen ihr und der
Exzenterwelle bzw. deren Kurbelzapfen 5 auftretenden Lagerreibung (Dreh lager 6)
jedoch zu rotieren, sieht man keine weiteren Maßnahmen vor. Eine solche Eigenrotation
der Schleiftellereinheit 7 im Leerlauf ist für eine Werkstück-Feinbearbeitung unerwünscht,
da man beim Wiederaufsetzen der Schleiftellereinheit auf das Werkstück, d. h. beim
Übergang vom Leerlauf zum Lastlauf, zu Beginn der Werkstückbearbeitung infolge der
schnellen Rotation des Schleiftellers um seine eigene Achse, die die Drehzahl der
Exzenterwelle erreichen kann, entsprechende Schleifspuren erhält, bis die zwischen
dem Werkstück und der Schleiftellereinheit 7 auftretende Schleifkraft die Rotation
des Schleiftellers um seine eigene Achse abgebremst hat.
[0019] Um dies zu vermeiden, d. h. um zu erreichen, daß im Leerlauf die Drehzahl der Schleiftellereinheit
7 nicht undefiniert bis zur Drehzahl der Exzenterwelle 4 ansteigen kann, ist nun folgendes
vorgesehen:
[0020] Zwischen der Schleiftellereinheit 7 und dem Gehäuse 3 ist eine Kupplungseinrichtung
angeordnet, die magnetisch oder elektromagnetisch wirkt. Sie enthält ein gehäusefestes
Kupplungsteil 20 und ein schleiftellerfestes Kupplungsteil 21. Dabei liegen sich die
beiden Kupplungsteile 20, 21 in axialer Richtung gegenüber, und zwar bevorzugt berührungslos
mit einem Spaltabstand 22. Eines der Kupplungsteile, beispielsweise das Kupplungsteil
21, ist ein Magnetteil mit einem zum anderen Kupplungsteil 20 reichenden Magnetfeld,
das mit dem anderen Kupplungsteil 20 zusammenwirkt. Dabei wirkt das Magnetfeld des
als Magnetteil ausgebildeten Kupplungsteils 21 mit dem anderen Kupplungsteil 20 so
zusammen, daß auf das schleiftellerfeste Kupplungsteil 21 und über dieses auf die
Schleiftellereinheit 7 eine in deren Umfangsrichtung wirksame Haltekraft ausgeübt
wird.
[0021] Die Anordnung könnte auch umgekehrt getroffen werden, d. h. das gehäusefeste Kupplungsteil
20 könnte das Magnetteil sein, in dessen Magnetfeld sich das andere Kupplungsteil,
in diesem Falle das Kupplungsteil 21, befindet. Die Wirkung wäre die gleiche, stets
ergibt sich eine über das schleiftellerseitige Kupplungsteil 21 auf die Schleiftellereinheit
7 ausgeübte Haltekraft. Diese wirkt der vom Lager 6 auf die Schleiftellereinheit 7
ausgeübten Lagerreibungskraft entgegen.
[0022] Bezüglich der Ausbildung des anderen Kupplungsteils, beim Ausführungsbeispiel des
Kupplungsteils 20, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
[0023] Die erste Möglichkeit ist die, daß das andere Kupplungsteil 20 aus einem Material
mit großer elektrischer Leitfähigkeit, beispielsweise aus Kupfer, besteht. Die Anordnung
wirkt dann wie eine Wirbelstrombremse. Findet ganz allgemein eine Relativbewegung
zwischen einem aus elektrisch leitendem Material bestehenden Körper und einem Magnetfeld
statt, werden in dem leitenden Material Wirbelströme induziert, die so gerichtet sind,
daß sie ihrer Ursache, d.h. der Relativbewegung, entgegenwirken. Durch die Wirbelströme
wird also eine Bremskraft erzeugt. Beginnt also auf Grund der Lagerreibung die Schleiftellereinheit
7 sich um ihre Achse zu drehen, wobei sich das Magnetteil 21 mitdreht, ergeben sich
sofort Induktionswirbelströme im anderen Kupplungsteil 20, wodurch die Schleiftellereinheit
gebremst wird. Ist die Lagerreibung groß, kann sich dabei eine Schlupf-Drehzahl des
schleiftellerseitigen Kupplungsteils 21 ergeben, die jedoch klein ist. Wie schon erwähnt,
könnte auch das Kupplungsteil 20 das Magnetteil sein, so daß in diesem Falle das Kupplungsteil
21 aus dem gut leitenden Material bestehen würde.
[0024] Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß das andere Kupplungsteil 20 aus magnetisierbarem
Hysteresematerial besteht, so daß in ihm bei einer Relativbewegung zwischen den beiden
Kupplungsteilen 20, 21 eine Ummagnetisierung gemäß einer Hysteresekurve auftritt.
Ein solches Hysteresematerial ist handelsüblich. Stellt man einem solchen Material
einen Magneten gegenüber, wird er an dieser Stelle dem gegenüberliegenden Magnetpol
entsprechend magnetisiert. Im Falle beispielsweise eines Pluspols des Magneten ergibt
sich also am Hysteresematerial ein diesem Pluspol gegenüberliegender Minuspol. Diese
beiden Pole ziehen sich an, so daß sich die Magnetkraft einer Relativbewegung rechtwinkelig
zur Verbindungslinie zwischen den beiden Polen entgegenstellt. Ist die von außen her
einwirkende Kraft größer als diese Haltekraft, findet zwar eine Relativbewegung statt.
In dem aus Hysteresematerial bestehenden Körper erfolgt dann jedoch dauernd ein Ummagnetisieren,
und zwar so, daß jeweils der gerade einem Magnetpol des Magnetteils gegenüberliegende
Bereich des Hysteresematerials entsprechend magnetisiert wird, so daß die Magnetpolanordnung
im Hysteresematerial sozusagen mitgezogen wird. Bei diesem andauernden Ummagnetisieren
treten Hystereseverluste auf, die als Wärme abgegeben werden. Somit kann sich im
vorliegenden Falle, wenn die Lagerreibung die Schleiftellereinheit 7 mitnimmt, diese
sich zwar um ihre Achse drehen. Auf Grund der geschilderten, im anderen Kupplungsteil,
beim Ausführungsteil das Kupplungsteil 20, ablaufenden Vorgänge wird diese Schleiftellerrotation
jedoch stark gebremst, so daß sich dementsprechend nur eine sehr kleine Schlupf-Drehzahl
ergibt. Die Schleiftellereinheit 7 wird wieder in Umfangsrichtung festgehalten.
[0025] Bei einer weiteren Möglichkeit ist vorgesehen, daß das andere Kupplungsteil 20 ebenfalls
ein Magnetteil ist. Beide Kupplungsteile 20, 21 sind in diesem Falle also Magnetteile.
Da sich nun entgegengesetzte Magnetpole anziehen, steht das schleiftellerseitige
Magnetteil und mit diesem die Schleiftellereinheit still, wenn die Magnetkraft so
groß ist, daß die Lagerreibungskraft die Schleiftellereinheit nicht aus dieser Ruhestellung
herausbewegen kann. Mit den heute zur Verfügung stehenden Magneten läßt sich dies
ohne weiteres erreichen. Bei Anwendung dieser Möglichkeit tritt also nicht einmal
eine Schlupf-Drehzahl auf.
[0026] Zweckmäßigerweise wird mindestens eines der Kupplungsteile 20, 21 von einem Ringkörper
gebildet. Prinzipiell ist es möglich, daß nur eines der beiden Kupplungsteile ein
solcher Ringkörper ist, während sich das jeweils andere Kupplungsteil nur ein Stück
weit in Umfangsrichtung erstreckt. Auch in diesem Falle würde sich bei jeder der
genannten Möglichkeiten die erwähnte Haltekraft ergeben, und zwar unabhängig davon,
welche Drehlage die Schleiftellereinheit momentan einnimmt. In jeder Drehlage würden
sich die beiden Kupplungsteile ja gegenüberliegen. Die Haltekraft ist jedoch größer,
wenn beide Kupplungsteile 20, 21, wie beim Ausführungsbeispiel, von einem Ringkörper
gebildet werden. Dies ist auch hinsichtlich des Auftretens von beim Betrieb des Exzentertellerschleifers
auftretenden Unwuchtkräften günstiger. Der schleiftellerseitige Ringkörper 21 ist
konzentrisch zum Kurbelzapfen 5 angeordnet, während der gehäusefeste Ringkörper 20
konzentrisch zur Achse 13 der Exzenterwelle 4 ist. Die beiden Ringkörper 20, 21 sind
dann zwar nicht konzentrisch zueinander angeordnet, die Abmessungen sind jedoch so
getroffen, daß sie sich in radialer Richtung gesehen stets überlappen.
[0027] Jeder Ringkörper, beim Ausführungsbeispiel also beide Kupplungsteile 20, 21, wird
zweckmäßigerweise von einer Ringscheibe gebildet. Mit den heute zur Verfügung stehenden
Materialien läßt sich die gewollte Wirkung ohne weiteres erzielen, auch wenn diese
Ringscheiben sehr flach, d.h. dünnwandig, sind. Dies stellt eine Materialersparnis
dar und ist außerdem wenig platzaufwendig.
[0028] Beim zweckmäßigen Ausführungsbeispiel ist das schleiftellerfeste Kupplungsteil 21
an der dem Schleifteller 8 entgegengesetzten Stirnseite der am Kurbelzapfen 5 gelagerten
nabenartigen Antriebswelle 9 der Schleiftellereinheit 7 angeordnet. Das gehäusefeste
Kupplungsteil 20 befindet sich darüber, d. h. an der dem Schleifteller 8 abgewandten
Seite des schleiftellerfesten Kupplungsteils 21.
[0029] Das stets das eine Kupplungsteil bildende Magnetteil und/oder gegebenenfalls das
das andere Kupplungsteil bildende Magnetteil könnte man prinzipiell als Elektromagnet
ausbilden, was jedoch aufwendig wäre. Wesentlich einfacher, platzsparender und dabei
verschleißfrei ist es demgegenüber, daß das eine Kupplungsteil, beim Ausführungsbeispiel
also das Kupplungsteil 21, und gegebenenfalls das andere Kupplungsteil 22 ein Permanentmagnetteil
ist. Dabei ist es zweckmäßig, daß das das eine Kupplungsteil 21 bildende Permanentmagnetteil
in Umfangsrichtung mit wechselnder Polarität aufeinanderfolgende Magnetpole aufweist.
Dies geht aus Fig. 2 hervor, die eine Draufsicht auf das ringförmige schleiftellerfeste
Kupplungsteil 21 zeigt. Dementsprechend kann das gegebenenfalls das andere Kupplungsteil
20 bildende Permanentmagnetteil ebenfalls in Umfangsrichtung mit wechselner Polarität
aufeinanderfolgende Magnetpole aufweisen. Dabei sollte die Anzahl der Magnetpole
bei beiden Kupplungsteilen gleich sein. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel handelt
es sich um eine sich aus sechs Pluspolen mit jeweils dazwischen angeordneten sechs
Minuspolen bestehende Magnetpolanordnung. Die Anzahl könnte jedoch auch anders sein,
so könnten beispielsweise auch insgesamt nur zehn Pole vorgesehen werden.
[0030] Die beiden Kupplungsteile 20, 21 weisen an der dem jeweils gegenüberliegenden Kupplungsteil
entgegengesetzten Seite ein Magnetfeld-Schließteil 23 bzw. 24 aus ferro-magnetischem
Material, insbesondere aus Eisen, auf. Hierdurch wird eine Magnetfeldstreuung nach
außen hin vermieden und somit das Magnetfeld auf die Kupplungseinrichtung konzentriert.
[0031] Das schleiftellerfeste Magnetfeld-Schließteil 24 ist dem Kupplungsteil 21 unterlegt
und wie dieses zweckmäßigerweise ringscheibenförmig. Beide Teile sind fest miteinander
verbunden und dabei beim Ausführungsbeispiel auf einer ebenfalls ringförmigen Stirnplatte
25 der Antriebswelle 9 befestigt. Sie stehen nach radial außen von der Antriebswelle
9 ab.
[0032] Das Magnetfeld-Schließteil 23 des gehäusefesten Kupplungsteils 20 wird zweckmäßigerweise
von einer mit ihrem Außenumfang am Gehäuse 3 befestigten Trägerplatte 26 gebildet.
Die Trägerplatte 26 ist also mit ihrem Außenumfangsbereich am Gehäuse 3 festgelegt,
beispielsweise angeschraubt, während ihr radial weiter innen liegender Bereich das
Magnetfeld-Schließteil 23 bildet und dabei mit dem gehäusefesten Kupplungsteil 20
fest verbunden ist. Die Trägerplatte 26 und das gehäusefeste Kupplungsteil 20 weisen
eine zentrale Bohrung 27 für den Durchgriff des Kurbel zapfens 5 auf, wobei der Durchmesser
der zur Achse 13 der Exzenterwelle 4 koaxialen Bohrung 27 so groß ist, daß der Kurbelzapfen
5 in ihr seine Exzenterbewegung ausführen kann. Der Kurbelzapfen 5 durchsetzt ferner
eine zentrale Bohrung 28 des schleiftellerseitigen Kupplungsteils 21, des Magnetfeld-Schließteils
24 und der Stirnplatte 25.
[0033] Aus Platz- und Stabilitätsgründen kann die Trägerplatte 26 mit einer ringförmig umlaufenden
Abkröpfung 29 versehen sein.
[0034] Die geschilderte Kupplungseinrichtung ist nur für den "Feinschliffbetrieb" des Exzentertellerschleifers
wichtig. Wie schon erwähnt, läßt sich der dargestellte Exzentertellerschleifer auch
auf "Grobschliffbetrieb" umstellen. Hierzu ist die zweite Wälzfläche 19 an einem im
Gehäuse-Inneren befindlichen, in axialer Richtung verstellbaren Verstellring 30 angeordnet,
so daß die zweite Wälzfläche 19 durch axiales Verstellen des Verstellrings 30 in bzw.
außer Eingriff mit der ersten Wälzfläche 18 gebracht werden kann, die sich am Außenumfang
der nabenartigen Antriebswelle 9 für den Schleifteller 8 befindet. Die Verstellung
erfolgt von außen her mittels eines in einer Radialbohrung der Gehäusepartie 31 gelagerten
und das Gehäuse durchdringenden Drehzapfen 32. An der Gehäuse-Außenseite ist der
Drehzapfen 32 mit einer Drehhandhabe 33 versehen. Innen ist der Drehzapfen 32 über
einen exzentrisch zu ihm angeordneten Exzenterzapfen 34 mit dem Verstellring 30 verbunden.
Dreht man den Drehzapfen 32 mittels der Drehhandhabe 33, nimmt der Exzenterzapfen
34 den Verstellring 30 mit, so daß dieser eine Axialbewegung mit überlagerter Bewegung
in Umfangsrichtung ausführt. Befindet sich der Verstellring 30 in seiner nicht dargestellten
oberen Stellung, stehen die beiden die Wälzflächen 18 und 19 bildenden Zahnräder miteinander
in Eingriff, so daß sich die Schleiftellereinheit 7 während ihrer kreisenden Bewegung
um die Exzenterwellenachse 13 gleichzeitig um ihre eigene Achse dreht, indem sich
die erste Wälzfläche 18 an der größeren Durchmesser aufweisenden und zur Exzenterwellenachse
13 konzentrischen zweiten Wälzfläche 19 abwälzt.
1. Exzentertellerschleifer, dessen Schleiftellereinheit bei der Werkstückbearbeitung
eine um die den Schleifteller antreibende Exzenterwelle kreisende Bewegung ausführt,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Schleiftellereinheit (7) und dem Gehäuse
(3) eine magnetische oder elektromagnetische Kupplungseinrichtung mit einem gehäusefesten
Kupplungsteil (20) und einem schleiftellerfesten Kupplungsteil (21) angeordnet ist,
wobei sich die beiden Kupplungsteile (20, 21) in axialer Richtung genenüberliegen
und das eine der Kupplungsteile ein Magnetteil mit einem zum anderen Kupplungsteil
reichenden Magnetfeld ist, das mit dem anderen Kupplungsteil zusammenwirkt, derart,
daß auf das schleiftellerfeste Kupplungsteil (21) und über dieses auf die Schleiftellereinheit
(7) eine in deren Umfangsrichtung wirksame Haltekraft ausgeübt wird.
2. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die beiden
Kupplungsteile (20,21) berührungslos mit Spaltabstand (22) genenüberliegen.
3. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eines der Kupplungsteile, zweckmäßigerweise beide Kupplungsteile, von einem Ringkörper
gebildet wird.
4. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Ringkörper
von einer Ringscheibe gebildet wird.
5. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit einer nabenartigen
Antriebswelle der Schleiftellereinheit, die am Kurbelzapfen der Exzenterwelle gelagert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß das schleiftellerfeste Kupplungsteil (21) an der
dem Schleifteller (8) entgegengesetzten Stirnseite der Antriebswelle (9) und das
gehäusefeste Kupplungsteil (20) darüber angeordnet ist.
6. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das eine Kupplungsteil ein Permanentmagnetteil ist.
7. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das das eine
Kupplungsteil bildende Permanentmagnetteil in Umfangsrichtung mit wechselnder Polarität
aufeinanderfolgende Magnetpole aufweist.
8. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das andere Kupplungsteil aus einem Material mit großer elektrischer Leitfähigkeit,
beispielsweise Kupfer, besteht, so daß in ihm bei einer Relativbewegung zwischen den
beiden Kupplungsteilen Wirbelströme induziert werden.
9. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das andere Kupplungsteil aus magnetisierbarem Hysteresematerial besteht, so daß
in ihm bei einer Relativbewegung zwischen den beiden Kupplungsteilen eine Ummagnetisierung
gemäß einer Hysteresekurve auftritt.
10. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das andere Kupplungsteil ebenfalls ein Magnetteil, zweckmäßigerweise ein Permanentmagnetteil,
ist.
11. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das das
andere Kupplungsteil bildende Permanentmagnetteil in Umfangsrichtung mit wechselnder
Polarität aufeinanderfolgende Magnetpole aufweist.
12. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 7 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Anzahl der Magnetpole bei beiden Kupplungsteilen (20, 21) gleich ist.
13. Exzentertellerschleifer nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Kupplungs teile (20,21) an der dem jeweils gegenüberliegenden Kupplungsteil
entgegengesetzten Seite ein Magnetfeld-Schließteil (23 bzw. 24) aus ferro-magnetischem
Material, insbesondere aus Eisen, aufweisen.
14. Exzentertellerschleifer nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetfeld-Schließteil
(23) des gehäusefesten Kupplungsteils (20) von einer mit ihrem Außenumfang am Gehäuse
(3) befestigten Trägerplatte (26) gebildet wird.