[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchmischung feststoffhaltiger
Suspensionen, bei denen eine feststoffhaltige Suspension in einem allseits geschlossenen,
druckdichten und -festen Behälter eingebracht ist und mittels eines Drucksprühsystems
aus einer Düse zerstäubt und auf eine Oberfläche aufgebracht wird, wobei das Drucksprühsystem
von außen mit Druck beaufschlagt ist.
[0002] Derartige Erfindungen haben den Zweck, das Absetzen von Feststoffkörperbestandteilen
aus Suspensionsgemischen im Bodenbereich der Behälter zu vermeiden oder abgesetzte
Bestandteile wieder homogen in die Suspension zu integrieren und dem Sprühsystem zugänglich
zu machen, ohne letztere zu blockieren.
[0003] So ist es bekannt, die einzelnen Bestandteile einer Suspension durch intensives Schütteln
des Behälters wieder miteinander zu vermischen oder Kugeln in den Behälter einzubringen,
die die abgesetzten Feststoffkörperbestandteile durch Verwirbelung der Suspension
wieder zugänglich machen.
[0004] Hierbei ist es nachteilig, daß bei ungenügendem Aufschütteln Verklumpungen in der
Suspension verbleiben, die ein Verstopfen des gesamten Ventilsystems hervorrufen.
Diese Verstopfung des Ventilsystems durch Verklumpungen von Feststoffkörperbestandteilen,
die in das Ventilsystem einmal eingedrungen sind, können nachträglich nicht mehr freigesprüht
werden. Hervorgerufen wird dies, indem diese Feststoffkörperbestandteile sich im bekannten
Steigrohr festsetzen und damit das gesamte System blockieren. Ein weiterer Nachteil
der bekannten Systeme besteht darin, daß am Behälterboden keine große Fläche vorhanden
ist, um beim Aufschütteln ein möglichst schnelles Verteilen der Feststoffkörperbestandteile
zu erreichen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es nun, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile, ein
immer wieder verwendbares Sprühsystem mit einer sicheren Vermischung der abgesetzten
Feststoffkörperbestandteile mit der Suspensionsflüssigkeit und ein sicheres Ausbringen
des Suspensionsgemisches aus dem Sprühbehälter ohne weitere Manipulationen zu schaffen.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß dem kennzeichnenden Teil der Ansprüche 1 und 11 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0007] Diese Lösung hat den Vorteil, daß die Suspension bei jedem Pumpvorgang und während
des Sprühvorgangs ständig durchmischt wird, so das ein Funktionsverlust durch Verstopfen
des Sprühsystems vermieden wird, und daß dieses Sprühsystem in nachfüllbaren, treibgaslosen
Sprühbehältern Einsatz findet. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß das Nachrüsten
von im Markt befindlichen Sprühsystemen der eingangs genannten Art mittels eines separat
verwendbaren Teils ermöglicht wird.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend beschrieben und soll durch die Zeichnungen verdeutlicht
werden.
[0009] Es zeigen:
Fig. 1: einen Drucksprühbehälter im Schnitt, bei dem mittels einer Luftpumpe ein Druckmedium
eingebracht wird,
Fig. 2: einen DrucksprühBehälter im Schnitt, bei dem über ein Sprühventil das Suspensionsgemisch
ausgebracht wird.
[0010] Nach Fig. 1 wird über den Pumpenkolben (1) manuell normale Luft (15) durch Löcher
(22) im Pumpenhüllraum (2) in das druckdichte und -feste Behältergehäuse (10) eingebracht.
Dies geschieht, indem die Luft zunächst in den von der Überwurfhülse (4) gebildeten
Hohlraum (11) dringt; sich dort in alle Richtungen ausbreitet und im oberen Bereich
vom Ventil (8) an seiner weiteren Ausbreitung gehindert wird. Im unteren Bodenbereich
(3) ist die Überwurfhülse (4) kraft- und/oder formschlüssig mit einer Auftulpung (9)
des Behältergehäuses (10) verbunden, weist jedoch hier Schlitze (19) auf, die dem
Durchdringen der Luft dienen.
[0011] Die Luft durchströmt die Schlitze (19) und verwirbelt beim Aufsteigen in das Behälteroberteil
(23) die Ablagerungen (24) der Feststoffkörperbestandteile (14) aus dem Suspensionsgemisch
(16) und verteilt diese Feststoffkörperbestandteile (14) gleichmäßig auf das gesamte
Suspensionsvolumen. Letzteres geschieht solange, wie der Pumpvorgang vorhält und wird
mit jedem Aufpumpen wiederholt.
[0012] Ist der entsprechende Druck im Behältergehäuse (10) aufgebaut, so wird der Pumpenkolben
am Behälterunterteil (26) verriegelt - hier nicht dargestellt - und das Suspensionsgemisch
(16) über das Ventil (8) ausgebracht.
[0013] In Fig. 2 ist der folgende Ablauf dargestellt.
[0014] Hierbei erfolgt der umgekehrte Weg wie vorbeschrieben, indem die Luft aus dem Behälteroberteil
(23) auf das Suspensionsgemisch (16) drückt.
Das nunmehr durch den Pumpvorgang durchmischte Suspensionsgemisch (16) strömt durch
die Schlitze (19) in den Hohlraum (11) zwischen der Überwurfhülse (4) und dem Pumpenhüllraum
(2) und weiter bis zum Siebeinsatz (6). Dort wird eine dosierende Vermischung in den
konisch sich verjüngenden Auslaßbereich (18) vorgenommen, so daß eine absolut gleichmäßige
Verteilung der Feststoffkörperbestandteile (14) vor dem Sprühhals (7) des Ventils
(8) vorliegt. Durch Drücken des Ventils (8) entweicht die Luft (15) und reißt das
Suspensionsgemisch (16) mit. Es erfolgt ein gleichmäßiges Ausbringen und damit Aufbringen
des Suspensionsgemisches (16) auf die entsprechende Oberfläche.
1) Vorrichtung zur Durchmischung feststoffhaltiger Suspensionen, bei denen eine feststoffhaltige
Suspension in einem allseits geschlossenen, druckdichten und -festen Behälter eingebracht
ist und mittels eines Drucksprühsystems aus einer Düse zerstäubt und auf eine Oberfläche
aufgebracht wird, wobei das Drucksprühsystem von außen mit Druck beaufschlagt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der den Kolben (1) umschließende Pumpenhüllraum (2) von
einer im unteren Bodenbereich (3) luftdurchlässigen Überwurfhülse (4) übergriffen
wird, die in Ventilrichtung (5) einen Siebeinsatz (6) zeigt und die sich konisch verjüngend
den Sprühhals (7) des Ventils (8) umgreifend erstreckt.
2) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lochdurchmesser (21)
des Siebeinsatzes (9) 1+/- 0,3 mm beträgt.
3) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwurfhülse (4)
im Bodenbereich (3) kraft- und/oder formschlüssig mit einer Auftulpung (9) des Behältergehäuses
(10) verbunden ist.
4) Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwurfhülse (4)
im Bodenbereich (3) endseitig mit Schlitzen (19) versehen ist.
5) Vorrichtung nach Anspruch 2a, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze (19) eine
Länge von 10+/- 1 mm und eine Breite von 2+/- 0,5 mm aufweisen.
6) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß längsseitig zwischen Pumpenhüllraum
(2) und Überwurfhülse (4) ein umlaufender, zylinderförmiger Hohlraum (11) angeordnet
ist.
7) Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (11) einen
Abstand von 0,2 bis 10 mm zwischen Pumpenhüllraum (2) und Überwurfhülse (4) aufweist.
8) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Überwurfhülse (4)
in direkter luftleitender Verbindung mit dem Ventil (8) steht.
9) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilhals (7) des
Ventils (8) kraft- und/oder formschlüssig mit dem Auslaßbereich (13) der Überwurfhülse
(4) verbunden ist.
10) Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaßbereich (13)
der Überwurfhülse (4) einen Außendurchmesser von 8 +²₋₁ mm bei einer Wandstärke von
1 mm und/oder einen Innendurchmesser von 6+²₋₁ unabhängig von der Wandstärke (20)
aufweist.
11) Verfahren zur Durchmischung feststoffhaltiger Suspensionen, bei denen sich die
Feststoffkörperbestandteile (14) im Bodenbereich (3) absetzen, dadurch gekennzeichnet,
daß die eingepumpte Luft (15) von der Überwurfhülse (4) in den Bodenbereich (3) des
Sprühbehälters (10) gelenkt, dort die abgesetzten Feststoffkörperbestandteile (14)
aufwirbelnd durchdringt und sich im Sprühbehälteroberteil (23) unter Druckaufbau sammelt.
12) Verfahren zur Durchmischung feststoffhaltiger Suspensionen, dadurch gekennzeichnet,
daß die sich im Sprühbehälteroberteil (23) befindliche Luft bei Betätigung des Ventils
(8) das aufgewirbelte Suspensionsgemisch (16) durch den zylinderförmigen Hohlraum
(11) dem Ventil (8) zuführt, wobei durch den Siebeinsatz (6) eine gleichmäßige Suspensionzuführung
in den konischen Wirkstoffmischer (17) erfolgt, so daß ein gleichmäßig verteiltes
Gemisch aus der Ventildüse (18) austritt.