[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kammerrahmenabdichtung von Horizontalkammerverkokungsöfen
gemäß Oberbegriff des ersten Anspruches.
[0002] Aus der DE-OS 27 28 411 ist eine derartige Vorrichtung zur Kammerrahmenabdichtung
von Verkokungsofenbatterien bekannt, wobei hinter den Ankerständern eine Stahlplatte
angeordnet ist, an der mittels Nieten über der Höhe mehrere Gußpanzerplatten befestigt
sind. Diese Gußpanzerplatten erstrecken sich seitlich bis hinter die Kammerrahmen.
Hinter dem Kammerrahmen und den äußeren Enden der Gußpanzer befindet sich dabei auf
der dem Mauerwerk zugewandten Seite eine mehrfach geteilte profilierte Steinschutzleiste.
Die Zwischenräume zwischen Ofenkopfmauerwerk, Steinschutzleiste, Kammerrahmen und
dem Gußpanzer sind dabei mit hitzebeständigem Dichtungsmaterial, z. B. keramischen
Fasermatten, ausgefüllt.
[0003] Aufgrund der üblichen großen Temperaturschwankungen und der damit verbundenen Wärmedehnungen
und unterschiedlichen Verformungen von Kammerrahmen und Gußpanzer hat es in der Vergangenheit
immer wieder Schwierigkeiten bereitet, für eine gute Kam merrahmenabdichtung zu sorgen.
Insbesondere an den senkrechten, von außen erreichbaren Stemmfugen zwischen Gußpanzer
und Kammerrahmen kam es leicht zu Undichtigkeiten, wenn die Dichtmaterialien sich
gelöst haben und aus den Stemmfugen herausgefallen sind.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, für eine dauerhafte gasdichte Kammerrahmenabdichtung
zu sorgen.
[0005] Die Erfindung wird durch die im Kennzeichen des ersten Anspruches angegebenen Merkmale
gelöst. Weitere Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis
7 wiedergegeben.
[0006] Durch die Verwendung einer umlaufenden elastischen Membrandichtungsplatte ist auch
bei größeren Wärmedehnungen und gröeren Verformungen des Kammerrahmens immer eine
gleichbleibende vollständige Abdichtung zwischen Kammerrahmen und Steinschutzleiste
bzw. Ofenkopfmauerwerk gewährleistet, so daß im Bereich der Kammerrahmen und Wandschutzplatten
keine Rohgasemissionen auftreten. Dabei sorgen die umlaufenden elastischen Membrandichtungsplatten,
die zweckmäßig mit einem umlaufenden Flacheisen an den Kammerrahmen bzw. die Steinschutzleiste
geklemmt werden, für eine gleichbleibende Anpressung der als Weichdichtung ausgebildeten
Dichtelemente.
[0007] Selbst wenn die Weichdichtungen im laufenden Betrieb aufgrund von Teeransätzen an
Elastizität verloren haben, werden sie durch die Membrandichtungsplatte weiterhin
gegen die Dichtungsflächen gepreßt. Dabei kann die Anpressung am freien Ende zusätzlich
durch ein aktives Anpreßelement unterstützt werden. Diese Anpreßelemente können aus
einem umlaufenden oder aus über den Umfang geteilten elastischen Rohren bestehen.
[0008] Alternatiy können die Anpreßelemente aber auch aus über den Umfang verteilt angeordneten
federbelasteten Druckstößeln bestehen, die in einer durchgehenden Bohrung des Kammerrahmens
angeordnet sind und dessen Anpreßkräfte auf einfache Weise von außen einstellbar sind.
Während früher die Gußpanzerung in der Regel über der Höhe verteilt aus einzelnen
Platten von ca. 1 m Höhe bestanden, die mit einer durchgehenden vorderen elastischen
Stahlplatte vernietet waren, sieht die Erfindung vor, daß über der gesamten Kammerhöhe
eine durchgehende Wandschutzplatte, vorzugsweise aus Stahl, angeordnet ist, die mit
seitlichen Auflagenocken hinter am Kammerrahmen befindliche Gegennocken greift und
daß Wandschutzplatte und Kammerrahmen im Zusammenwirken mit äußeren Befestigungslaschen
eine feste Verbindung bilden.
[0009] Durch die dauerhafte erfindungsgemäße Abdichtung der Innenseite des Kammerrahmens
gegenüber der Steinschutzleiste bzw. dem Kopfmauerwerk, insbesondere auf die häufig
problematische Abdichtung der senkrechten Stemmfuge zwischen Kammerrahmen und den
Wandschutzplatten, kann verzichtet werden.
[0010] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Figuren 1 und 2 beispielsweise näher erläutert.
[0011] Die Figuren zeigen im Querschnitt einen Teil einer Hälfte der Ofenkopfkonstruktion,
die vor der Heizwand angeordnet ist. Im Bereich der Läuferwand ist vor dem Ofenkopfmauerwerk
(14) eine dünne metallische Steinschutzleiste (8) angeordnet, die einerseits von
dem Kammerrahmen (6) und andererseits von der Wandschutzplatte (3) vor dem Ofenkopfmauerwerk
(14) gehalten wird. Die Wandschutzplatte (3) steht senkrecht mit Abstand hinter dem
Ankerständer (1) und wird mit Hilfe von federbelasteten Druckstößeln (2) gehalten.
Über an sich bekannte an der Wandschutzplatte (3) angeordnete Befestigungslaschen
(4) wird der Kammerrahmen (6) von außen gehalten. Auf der inneren Seite liegt der
Kammerrahmen mit Gegennocken (7) an seitlichen Auflagenocken der Wandschutzplatte
auf. An einem zum Ofenmauerwerk gerichteten inneren Vorsprung des Kammerrahmens (6)
ist über den gesamten Umfang die Membrandichtungsplatte (12) mit Hilfe von Flacheisen
(9) und Befestigungsschrauben (10) ver schraubt. Das freie zur Heizwandmitte gerichtete
Ende der Membrandichtungsplatte (12) ist am Ende zur Steinschutzleiste (8) hin umgebogen,
so daß zwischen der Membrandichtungsplatte (12) und der Steinschutzleiste (8) als
Weichdichtelemente Dichtungsschnüre (11) Platz finden. Zwischen Kammerrahmen (6)
und der Membrandichtungsplatte (12) ist als zusätzliches Anpreßelement ein im eingebauten
Zustand unter Spannung stehendes elastisches Rohr eingeklemmt (vgl. Figur 1).
[0012] In der Figur 2 ist als aktives Anpreßelement anstelle des elastischen Rohres (13)
ein von einer Schraubenfeder (20) gegen die Membrandichtungsplatte (12) gepreßter
Druckstößel (19) angeordnet. Dieser Druckstößel (19) ist in einer Bohrung des Kammerrahmens
(6) geführt, wobei die Anpreßkraft von außen eingestellt werden kann. In den Figuren
ist weiterhin zum Abbau der Temperatur vom heißen Ofenkopfmauerwerk nach außen bis
zur Wandschutzplatte eine Isolierung (18) z. B. aus keramischem Material, Isolierplatten
(17) und eine Stampfmasse (16) angeordnet. Zwischen der Steinschutzleiste (8) und
dem Ofenkopfmauerwerk (14) befindet sich eine Mörtelfuge (15). Bei der Verwendung
dieser relativ dünnen Steinschutzleiste, die auch höheren Temperaturen ausgesetzt
werden kann, kann die gesamte Läuferwand bis direkt hinter die Steinschutzleiste aus
Silikamaterial ausgeführt sein. Auf die Zwischenschaltung von einzelnen Lagen von
Schamottematerial kann verzichtet werden, da die Gefahr der Zerstörung von Silikamaterial
aufgrund thermischer Spannungen auch in diesem Bereich der Ofenköpfe nicht besteht.
Bezugszeichenliste
[0013] (1) Ankerständer
(2) federbelasteter Druckstößel
(3) Wandschutzplatte
(4) Befestigungslasche
(5) seitliche Auflagenocken an (3)
(6) Kammerrahmen
(7) seitliche Gegennocken an (6)
(8) Steinschutzleiste
(9) Flacheisen
(10) Befestigungsschraube
(11) Dichtungsschnur als Dichtelement
(12) Membrandichtungsplatte
(13) elastisches Rohr
(14) Ofenkopfmauerwerk
(15) Mörtelfuge
(16) Stampfmasse
(17) Isclierplatten
(18) Isolierung (keramisches Material)
(19) Druckstößel
(20) Schraubenfeder
1. Kammerrahmenabdichtung von Horizontalkammerverkokungsöfen mit vor den Kopfseiten
der Öfen stehenden senkrechten Ankerständern zur Abstützung der dahinter angeordneten
Wandschutzplatten, wobei die seitlichen Enden der Wandschutzplatten sich bis hinter
den die Kammeröffnung umgebenden Kammerrahmen erstrecken und die ofenkopfseitige Fläche
des Kammerrahmens mit einem Dichtelement gegenüber dem Ofenkopfmauerwerk oder einer
dazwischen angeordneten Steinschutzleiste abgedichtet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (11) an einer umlaufenden elastischen Membrandichtungsplatte
(12) angeordnet ist, die am Kammerrahmen (6) oder an der Steinschutzleiste (8) befestigt
ist und das Dichtelement (11) federnd gegen die Steinschutzleiste (8) bzw. das Ofenkopfmauerwerk
(14) oder gegen den Kammerrahmen (6) preßt.
2. Kammerrahmenabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Membrandichtungsplatte (12) mit einem umlaufenden Flacheisen (9) mit dem
Kammerrahmen (6) bzw. der Steinschutzleiste (8) verschraubt ist.
3. Kammerrahmenabdichtng nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtelement (11) als Weichdichtung aus ein oder mehreren Dichtschnüren besteht.
4. Kammerrahmenabdichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Membrandichtungsplatte (12) an ihrem freien Ende mit einem zusätzlichen
aktiven Anpreßelement (13)/(19) gegen die einteilige Steinschutzleiste (8) bzw. das
Ofenkopfmauerwerk (14) gepreßt wird.
5. Kammerrahmenabdichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zusätzliche Anpreßelement aus einem umlaufenden oder geteiltem elastischen
Rohr(en) (13) besteht.
6. Kammerrahmenabdichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Anpreßelement aus einem federbelasteten Druckstößel (19) besteht, der in
einer durchgehenden Bohrung des Kammerrahmens (6) angeordnet ist und dessen Anpreßkraft
von außen einstellbar ist.
7. Kammerrahmenabdichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über der gesamten Kammerhöhe eine durchgehende Wandschutzplatte (3) angeordnet
ist, die mit seitlichen Auflagenocken (5) hinter am Kammerrahmen (6) befindliche
Gegennocken (7) greift und daß Wandschutzplatten (3) und Kammerrahmen (6) im Zusammenwirken
mit äußeren Befestigungslaschen (4) eine starre Verbindung bilden.