(19)
(11) EP 0 320 792 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.06.1989  Patentblatt  1989/25

(21) Anmeldenummer: 88120511.6

(22) Anmeldetag:  08.12.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4G07F 17/34
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 17.12.1987 DE 3742746

(71) Anmelder: Th. Bergmann GmbH & Co.
D-25462 Rellingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Bergmann, Tjark
    D-2084 Rellingen b.Hamburg (DE)

(74) Vertreter: Schmidt-Bogatzky, Jürgen, Dr. Ing. Huth, Dietrich & Partner et al
Warburgstrasse 50
20354 Hamburg
20354 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Geldspielgerät


    (57) Die Erfindung betrifft ein Geldspielgerät mit einer Spiel­systemeinheit, einer Anzeigevorrichtung für Gewinn- und Spielsymbole, einer Gewinnplaneinheit für einen Gewinnplan nach Symbolkombinationen, einer Geldannahmeeinheit, einer Geldspeichereinheit und einer Geldausgabeeinheit. Die Geldannahmeeinheit kann unterschiedliche Geldscheine und Münzen mindestens zweier verschiedener Währungen annehmen. Die Geldspeichereinheit kann Schein- und Münzgeld min­destens zweier unterschiedlicher Währungen, nach Sorten ge­trennt, bevorraten. Die Geldausgabeeinheit kann Münzen mindestens zweier unterschiedlicher Währungen auszahlen. Die Spielsystemeinheit und die Gewinnplaneinheit sind nach einer der annahmemöglichen Währungen als Spielwährung ausgelegt. Angenommene Beträge in davon abweichender, aber annahmemöglicher Währung, werden mittels einer Währungs­wechseleinrichtung in die Spielwährung gewechselt und als Kredit auf der Spielwährungs-Kreditanzeige angezeigt.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Geldspielgerät mit einer Spiel­systemeinheit, einer Anzeigevorrichtung für Gewinn- und Spielsymbole, einer Gewinnplaneinheit für einen Gewinnplan nach Symbolkombinationen, einer Geldannahmeeinheit, einer Geldspeichereinheit und einer Geldausgabeeinheit.

    [0002] Derartige Geldspielgeräte sind in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt und werden z.B. in Spielcasinos, Automatenhallen und ähnlichen Aufstellorten aufgestellt. Im Regelfall werden derartige Geldspielgeräte mit Münzgeld betrieben. Dabei stellen besondere Münzprüfer in den Geld­annahmeeinheiten sicher, daß nur Münzen einer bestimmten Währung zum Betrieb der Geldspielgeräte verwendet werden können. In dieser Betriebswährung werden dann auch die Gewinne ausgezahlt. Die Beschränkung auf eine Betriebs­währung ist dann von Nachteil, wenn Geldspielgeräte an Orten aufgestellt sind, wo sie von Spielern unterschied­licher Nationalität mit unterschiedlichen Heimatwährungen benutzt werden. An Orten mit internationalem Durchgangs­verkehr, z.B. Flughäfen, Bahnhöfen, aber auch besonders auf Fähren und Kreuzfahrtschiffen müssen Spieler, die nun nicht gerade über das Münzgeld der jeweiligen Betriebs­währung eines Geldspielgerätes verfügen, sich dieses Münz­geld erst beschaffen. Dies ist häufig so umständlich, daß der Spieler auf die Benutzung des betreffenden Geldspiel­gerätes ganz verzichtet, zumal ihm in Fremdwährung und in Münzform möglicherweise erwachsender Gewinn erneut vor Wechselschwierigkeiten stellt.

    [0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Geldspielge­rät der eingangs genannten Art so auszubilden, daß ein Spieler für dessen Benutzung nicht auf Münzen einer be­stimmten fremden Währung angewiesen ist.

    [0004] Erfindungsgemäß erfolgt die Lösung der Aufgabe dadurch, daß durch die Geldannahmeeinheit unterschiedliche Geld­scheine und Münzen mindestens zweier verschiedener Währun­gen annehmbar sind, daß durch die Geldspeichereinheit Schein- und Münzgeld mindestens zweier unterschiedlicher Währungen, nach Sorten getrennt, bevorratbar sind und daß durch die Geldausgabeeinheit Münzen mindestens zweier unterschiedlicher Währungen auszahlbar sind.

    [0005] Hierdurch vermag die Geldannahmeeinheit eines Geldspielge­räts Münz- und Scheingeld von mehreren, mindestens jedoch zwei unterschiedlichen Währungen anzunehmen. Desgleichen ist die Geldausgabeeinheit eines solchen Geldspielgeräts in der Lage, mehrere, mindestens jedoch zwei unterschied­liche Münz-Währungssorten auszuzahlen. Eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Geldspielgeräts, insbesondere für die Aufstellung im internationalen Fähr­verkehr, ist dergestalt, daß zwei unterschiedliche Wäh­rungen angenommen und ebenso zwei unterschiedliche Wäh­rungen ausgezahlt werden können. In der Regel entsprechen hierbei die angenommenen Währungssorten den auszuzahlen­den.

    [0006] Weitere Merkmale der Erfindung werden in den abhängigen Ansprüchen beschrieben und nachstehend am Beispiel des in der Zeichnung schematisch dargestellten Geldspielgeräts näher erläutert. Dieses ist als Zwei-Währungs-Spielgerät ausgebildet.

    [0007] Das Geldspielgerät 1 verfügt über eine Symbolanzeige der Spielsystemeinheit 2 sowie eine Gewinnplaneinheit 3. Auf der Gewinnplananzeige der Gewinnplaneinheit 3 ist für den Fall des Einlaufens bestimmter Gewinn-Symbolkombinationen der jeweils dabei erreichte Gewinn als unterschiedlich Vielfaches des Einsatzes dargestellt. Das Spielsystem beruht auf einer bestimmten Währung, der Spielwährung. Beim dargestellten Beispiel ist die Spielwährung als Wäh­ rung A bezeichnet.

    [0008] Die Geldannahmeeinheit 4 verfügt über eine Annahmeein­richtung für Münzgeld unterschiedlicher Werte der Währung A und eine Annahmeeinrichtung für die Währung B. Außerdem können unterschiedliche Geldscheinwerte beider Währungs­arten eingegeben werden. Die entsprechenden Prüfeinrich­tungen für Münzen und Banknoten sind integraler Bestand­teil der Geldannahmeeinheit 4.

    [0009] Der Spieler hat also die Möglichkeit, Münz- und Scheingeld in Währung A oder Währung B einzugeben. Für den Fall, daß die Eingabe in Währung A vorgenommen wird, erscheint der eingegebene Betrag sofort auf der Spielwährungs-Kreditan­zeige 8. Da die Währung A die Spielwährung ist, geschieht die Abbuchung des Spieleinsatzes direkt von der Spiel­währungs-Kreditanzeige 8. Eventuell einlaufende Gewinne erscheinen auf einer digitalen Gewinnanzeige 9 ebenfalls in der Währung A und werden nach kurzem Zeitraum, der es dem Spieler ermöglicht, die Gewinnhöhe zur Kenntnis zu nehmen, automatisch dem auf der Spielwährungs-Kreditan­zeige 8 angezeigten Kreditbetrag zugeschlagen.

    [0010] Sofern der Spieler jedoch seine Einzahlung in Währung B vornimmt, erscheint der eingezahlte Betrag in der Währung B auf der digitalen Anzeige 75, die die Kreditanzeige in der Währung B verkörpern. Die Spielwährung ist jedoch Währung A. Deshalb hat der Spieler zunächst einen Wechsel­vorgang einzuleiten, in dem er durch Betätigen der Wech­seltaste 73 einen Rechenvorgang in der Rechnereinheit 7 auslöst, wobei der an der digitalen Anzeige 72 einge­stellte und erkennbare Wechselkurs der Währung B zur Wäh­rung A verrechnet wird und der entsprechende Kreditbetrag in Währung A auf der Spielwährungs-Kreditanzeige 8 er­scheint. Spieleinsatz und -abfolge erfolgen in vorbe­schriebener Weise. Bei Beendigung des Spieles wird der dem Spieler zustehende Restkreditbetrag ebenfalls auf der Spielwährungs-Kreditanzeige 8 in Währung A angezeigt. Der Spieler kann nunmehr entscheiden, ob er die Auszahlung dieses Kreditbetrages in der Währung A möchte, in dem er auf die Auszahltaste 80 drückt und dadurch eine Auszahlung über die Ausgabeeinheit 6 direkt herbeiführt oder aber eine Auszahlung in der Währung B wünscht. In diesem Fall wird durch erneutes Betätigen der Wechseltaste 73 ein Wechselvorgang, jedoch nunmehr in umgekehrter Richtung -nämlich Währung A in Währung B- entsprechend der digita­len Anzeige 71 eingeleitet. Der somit gewechselte Betrag erscheint in Währung B auf der digitalen Anzeige 75, von wo er durch anschließendes Drücken der Auszahltaste 80 nunmehr in Währung B ebenfalls von der Geldausgabeeinheit 6 ausgezahlt wird.

    [0011] Die Geldannahmeeinheit 4 ist mit Bestandszählern 13 ver­bunden. Die Rechnereinheit 7 steht mit einem Statistikmel­der 14 in Verbindung, der so ausgebildet sein kann, daß eine Fernüberwachung des Geldspielgeräts 1 möglich ist.

    [0012] Ein Geldspielgerät 1 der beschriebenen Art kann auch zu­sätzlich mit einer Währungswechseleinrichtung 17 versehen sein. Diese ist mit der Geldannahmeeinheit 4 verbunden. Bei Betätigung der Währungswechseleinrichtung 17 wird das Geldspielgerät 1 nicht in Betrieb genommen, sondern der Geldausgabeeinheit 6 wird eine wechselkursabhängige Menge Geldes der Währung zugeführt, die an der Währungswechsel­einrichtung 17 eingestellt wurde.


    Ansprüche

    1. Geldspielgerät mit einer Spielsystemeinheit, einer Anzeigevorrichtung für Gewinn- und Spielsymbole, einer Gewinnplaneinheit für einen Gewinnplan nach Symbolkom­binationen, einer Geldannahmeeinheit (4), einer Geldspei­chereinheit (5) und einer Geldausgabeeinheit (6), dadurch gekennzeichnet, daß durch die Geldannahmeeinheit (4) unterschiedliche Geldscheine und Münzen mindestens zweier verschiedener Währungen annehmbar sind, daß durch die Geldspeichereinheit (5) Schein- und Münzgeld mindestens zweier unterschiedlicher Währungen, nach Sorten getrennt, bevorratbar ist und daß durch die Geldausgabeeinheit (6) Münzen mindestens zweier unter­schiedlicher Währungen auszahlbar sind.
     
    2. Geldspielgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß die Spielsystemeinheit (2) und die Gewinn­planeinheit (3) nach einer der annahmemöglichen Wäh­rungen als Spielwährung ausgelegt sind und daß ange­nommene Beträge in davon abweichender, aber annahme­möglicher Währung mittels einer Währungswechselein­richtung (17) in die Spielwährung wechselbar und als Kredit auf der Spielwährungs-Kreditanzeige (8) anzeig­bar sind.
     
    3. Geldspielgerät nach Anspurch 1 und 2, gekennzeichnet durch eine Rechnereinheit (7) für die Berechnung un­terschiedlicher Geldwechselvorgänge wie z.B. das Wechseln eines angenommenen Betrages in Annahmewährung in die Spielwährung oder das Wechseln der auf der Spielwährungs-Kreditanzeige (8) in Spielwährung ange­zeigten Kreditsumme zur Auszahlung in einer der mögli­chen Auszahlwährungen, wobei die den Berechnungen zugrundeliegenden Wechselkursparitäten mittels digita­ler Anzeigen (71, 72) und die für jede Annahme- und Ausgabewährung jeweils angenommenen oder zur Auszah­lung anstehenden Beträge in der jeweiligen Währung mittels digitaler Anzeigen (8, 75) für den Spieler anzeigbar sind.
     
    4. Geldspielgerät nach einem der Anspruche 1 bis 3, da­durch gekennzeichnet, daß die Wechselkursparitäten anzeigenden digitalen Anzeigen (71, 72) entsprechend den Kursschwankungen manuell einstellbar und Eingaben für die Rechnereinheit (7) sind.
     
    5. Geldspielgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­durch gekennzeichnet, daß ein in einer Annahmewährung angenommener und auf der Digitalanzeige (75) angezeig­ter Betrag vom Spieler durch Betätigen einer Wechsel­taste (73) in eine Spielwährung wechselbar ist, wobei dieser derart gewechselte Betrag auf der Spiel­währungs-Kreditanzeige (8) abbildbar ist.
     
    6. Geldspielgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da­durch gekennzeichnet, daß während des Spieles einlau­fende Gewinne zur Kenntlichmachung für den Spieler auf der digitalen Gewinnanzeige (9) angezeigt und dann selbsttätig durch Umbuchen auf der Spielwährungs-Kre­ditanzeige (8) als Spielwährungs-Kredit zugeschlagen werden.
     
    7. Geldspielgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da­durch gekennzeichnet, daß bei Beendigung des Spieles der auf der Spielwährungs-Kreditanzeige (8) in der Spielwährung angezeigte Betrag wahlweise durch Betäti­gen der Auszahltaste (80) in Spielwährung auszahlbar oder nach vorherigem Wechseln durch Betätigen der Wechseltaste (73) mit Anzeige des angewechselten Be­trages auf der digitalen Anzeige (75) und anschließen­der Betätigung der Auszahltaste (80) in der gewählten Auszahlwährung auszahlbar ist.
     
    8. Geldspielgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da­durch gekennzeichnet, daß die Rechnereinheit (7) einen Datenspeicher (74) zur Erfassung sämtlicher Ein-, Auszahl- sowie Wechselvorgänge aufweist.
     
    9. Geldspielgerät nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Geldspeichereinheit (5) von der Rechnereinheit (7) bestandsmäßig überwacht wird und bei Überschreiten eines vorgegebenen Füllstandes eine Umlenkung angenommener Münzwerte in nach Währun­gen und Sorten getrennten Kassenbehältern (10) er­folgt.
     
    10. Geldspielgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich­net, daß die Geldspeichereinheit (5) mit währungs­spezifischen Bestandszählern (13) verbunden ist, die jeweils mit der Rechnereinheit (7) in Verbindung ste­hen.
     
    11. Geldspielgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeich­net, daß die Rechnereinheit (7) mit einem Statistik­melder (14) verbunden ist.
     
    12. Geldspielgerät nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Geldannahmeeinheit (4) mit einer Währungswechseleinrichtung (17) verbunden ist, bei deren Betätigung der Geldausgabeeinheit (6) eine wechselkursabhängige Menge Geldes einer Währung ent­nehmbar ist, die von der Währung des in die Geldan­nahmeeinheit (4) eingeführten Geldes unterschiedlich ist.
     




    Zeichnung