(19)
(11) EP 0 320 803 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.06.1989  Patentblatt  1989/25

(21) Anmeldenummer: 88120543.9

(22) Anmeldetag:  08.12.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B27M 3/00, B27D 1/00, B27G 11/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE NL SE

(30) Priorität: 17.12.1987 CH 4958/87

(71) Anmelder: PAVATEX AG
CH-6330 Cham (CH)

(72) Erfinder:
  • Wyss, Walter
    CH-6312 Steinhausen (CH)

(74) Vertreter: Blum, Rudolf Emil Ernst et al
c/o E. Blum & Co Patentanwälte Vorderberg 11
8044 Zürich
8044 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Quaderförmiger Holzkörper zum Herausarbeiten von Holzbauteilen


    (57) Ein quaderförmiger Holzkörper (1), der aus einer Vielzahl übereinandergeschichteter und miteinander ganz­flächig verleimter harter Holzfaserplatten (2) besteht, lässt sich wie Massivholz bearbeiten. Aus einem solchen Holzwerkstoff herausgearbeitete Holzbauteile sind her­kömmlichen Bauteilen aus gebräuchlichen Harthölzern hin­sichtlich mechanischer und statischer Beanspruchung eben­bürtig und zeigen einen deutlich besseren Feuerwiderstand als beispielsweise Bauteile aus Eichenholz. Die Herstell­kosten liegen wesentlich unter den Kosten für Harthölzer, so dass in vielen Applikationen die Verwendung dieses Holzwerkstoffs anstelle von Harthölzern oder anderen üb­licherweise eingesetzten Materialien bedeutend wirtschaft­licher ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen quaderförmigen Holzkörper zum Herausarbeiten von Holzbauteilen.

    [0002] Massivholz ist ein häufig verwendeter und vielseitig bearbeitbarer Werkstoff. Als nachteilig erweist sich die beschränkte Verfügbarkeit von Massivholz, insbesondere von hochwertigem Hartholz, was sich unter anderem in ent­sprechend hohen Kosten äussert.

    [0003] Schon seit geraumer Zeit wird daher in einem beschränkten Anwendungsbereich Massivholz durch Holzwerkstoffe in Form von einzelnen harten Holzfaserplatten (Rohdichte > 800 kg/m³, gem. DIN 68 754 Teil 1) ersetzt. Im wesentlichen werden dabei Holzabfälle, wie sie bei der Bearbeitung von Massivhölzern, beispielsweise bei der Herstellung von Balken oder Brettern,entstehen, zunächst zu Fasern verarbeitet, welche anschliessend, zum Teil unter Zusatz von Bindemittel, zu einzelnen Platten gepresst werden. Der Einsatz solcher Platten ist jedoch auf zweidimensionale Anwendungen be­schränkt. Auch eignen sich die Platten aufgrund ihrer un­genügenden Biegefestigkeit nicht als tragende Bauelemente. Zudem sind die Schlag- und Abrasionsfestigkeit sowie das Brandverhalten solcher Platten im Vergleich zu verschiede­nen Massivhölzern beschränkt, so dass ihre Verwendung in Fällen starker mechanischer und statischer Beanspruchung oder bei erhöhten Anforderungen an den Brandschutz nicht in Betracht kommt.
    Es bestehen also nach wie vor zahlreiche Applikationen, in denen kostspieliges und rares Massivholz und inbesondere Hartholz verwendet werden muss.

    [0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen, indem sie einen quaderförmigen Holzkörper zum Herausarbeiten von Holz­bauteilen vorschlägt, wie er im ersten Patentanspruch be­schrieben ist.
    Der quaderförmige Holzkörper besteht aus einer Vielzahl von übereinandergeschichteten harten Holzfaserplatten, wobei die einzelnen harten Holzfaserplatten mit den jeweils be­nachbarten harten Holzfaserplatten auf ihrer ganzen gemein­samen Fläche verbunden sind. Die Anzahl der miteinander verbundenen Faserplatten kann beliebig gross sein, so dass ein Holzwerkstoff in Form eines dreidimensionalen Holz­körpers entsteht. Dadurch wird es möglich, diesen Holzwerk­stoff wie ein Massivholz zu bearbeiten und Holzbauteile praktisch beliebiger Ausmasse herzustellen.
    Die vorliegende Erfindung weist eine Reihe überraschender Vorteile auf. So haben Experimente gezeigt, dass der Brand­widerstand von Bauelementen, welche aus dem vorgeschlagenen quaderförmigen Holzkörper hergestellt sind, deutlich besser ist, als derjenige von herkömmlichen Bauelementen, welche üblicherweise aus Eichenholz oder ähnlichen Materialien be­stehen. Im weiteren werden Biegefestigkeitswerte erreicht, die auch einen Einsatz von solcherart hergestellten Bau­elementen als tragende Bauteile erlauben. Bezüglich Abrasion und Schlagfestigkeit ist dieser Holzkörper den üblichen Harthölzern zumindest ebenbürtig.
    Anlässlich solcher Experimente hat sich zudem erwiesen, dass der Schichtverlauf solcher Bauelemente vorteilhafter­weise so gewählt wird, dass die Schichten im wesentlichen senkrecht zur beanspruchten Oberfläche des Bauelements ver­laufen.
    Die Erfindung erlaubt also in einer Vielzahl von Applika­tionen, bei denen herkömmlicherweise Massiv- und insbesondere teure und seltene Materialien verwendet werden mussten, den Ersatz derselben durch einen wesentlich preisgünstigeren Holzwerkstoff.

    [0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:

    Fig. 1 den prinzipiellen Aufbau des erfindungsgemässen quaderförmigen Holzkörpers;

    Fig. 2a-d eine schematische Darstellung eines Ver­fahrens zur Herstellung des erfindungsgemässen quaderförmigen Holzkörpers.

    Fig. 3a-i eine Reihe von Bearbeitungsmöglichkeiten des quaderförmigen Holzkörpers;

    Fig. 4a-g verschiedene Ausführungen von Türflügeln aus dem quaderförmigen Holzkörper;

    Fig. 5a und 5b zwei mögliche Ausführungen einer Türe samt zugehörigem Türrahmen beziehungsweise zugehöriger Tür­zarge aus dem quaderförmigen Holzkörper;

    Fig. 6 einen Bodenbelag aus dem quaderförmigen Holz­körper;

    Fig. 7 eine mögliche Ausführung eines tragenden Bau­teils aus dem quaderförmigen Holzkörper; und

    Fig. 8a-c mögliche Ausführungen schussicherer Bauteile aus dem quaderförmigen Holzkörper.



    [0006] Fig. 1 zeigt einen quaderförmigen Holzkörper 1, der aus einer Vielzahl von übereinandergeschichteten harten Holz­faserplatten 2 besteht. Die harten Holzfaserplatten 2 sind jeweils auf ihrer ganzen gemeinsam Fläche mit den benachbar­ten Holzfaserplatten verbunden. Zur besseren Erklärung des Aufbaus sind die Holzfaserplatten 2 teilweise aufgefächert dargestellt.

    [0007] Die Fig. 2a-d zeigen schematisch ein Verfahren zur Her­stellung des erfindungsgemässen quaderförmigen Holzkörpers, bei dem die einzelnen Holzfaserplatten mittels einer Leim­vorrichtung, dargestellt durch zwei mit Austrittsöffnungen versehene Leimbehälter 3.1, 3.2, miteinander verleimt werden. Hinter der Leimvorrichtung wird eine erste Faserplatte 2.1 bereitgelegt, während vor der Leimvorrichtung zwei Faser­platten 2.2, 2.3 aufeinandergelegt werden (Fig.2a). Die aufeinandergelegten Faserplatten 2.2, 2.3 werden anschliessend durch die Leimvorrichtung geführt (angedeutet durch den Pfeil A in Fig. 2b). Die Faserplatte 2.3 wird dabei auf ihrer ge­samten Oberseite, die Faserplatte 2.2 auf ihrer gesamten Unterseite mit einer gleichmässigen Leimschicht versehen. Nach dem Passieren der Leimvorrichtung (Fig. 2c) wird die Faserplatte 2.2 mit ihrer leimbestrichenen Unterseite auf die bereitliegende Platte 2.1 gelegt, die obere Faserplat­te 2.3 wird gedreht (angedeutet durch Pfeil B) und mit ihrer leimbestrichenen Fläche auf die Platte 2.2 gelegt. Die drei Faserplatten 2.1, 2.2, 2.3 bilden nun einen drei­schichtigen Holzkörper 1, der mit jeder Wiederholung des beschriebenen Ablaufs um zwei weitere Schichten zunimmt. Auf diese Weise entsteht ein quaderförmiger Holzkörper mit einer praktisch beliebigen Anzahl aufeinanderliegender Schichten von Faserplatten.

    [0008] Zur Herstellung der einzelnen Faserplatten 2 werden im wesentlichen Abfall- und Resthölzer zu Holzfasern zer­hackt und gemahlen und mit Wasser - allenfalls unter Bei­mischung von Klebe- und Imprägnierstoffen - zueinem Holz­faserbrei aufbereitet, welcher anschliessend geformt, ent­wässert und zu Rohplatten gewalzt wird. Bedingt durch die­sen Herstellungsvorgang sind die einzelnen Holzfasern in­nerhalb einer Faserplatte im wesentlichen in parallel zur Oberfläche der Platte liegenden Ebenen angeordnet. Inner­halb dieser Ebene ist die Ausrichtung der Holzfasern iso­trop.

    [0009] Für den Einsatz bei der Herstellung des erfindungs­gemässen quaderförmigen Holzkörpers werden diese Rohplat­ten zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit vorzugsweise zu­sätzlich durch Pressen bei erhöhten Temperaturen (z.B. 200 Grad Celsius) verdichtet und in einem weiteren Schritt in einer Härte- und Klimakammer vergütet. Auf diese Weise entstehen harte Holzfaserplatten mit einer hohen Rohdichte (z.B. 950 kg/m³). Bei dieser Rohdichte handelt es sich um einen Durchschnittswert, denn die Faserplatten weisen - bedingt durch den Herstellvorgang - nahe ihrer Oberflä­chen eine höhere Dichte auf als in der Plattenmitte. Da­durch weist der aus solchen Platten hergestellte Holzkör­per 1 eine einem Massivholz vergleichbare Struktur auf, indem dichtere und daher härtere Zonen mit weniger dich­ten, weicheren Zonen abwechseln.

    [0010] Vorzugsweise werden zur Herstellung des erfindungs­gemässen Holzwerkstoffs Faserplatten mit einer maximalen Dicke von 5 Millimetern verwendet, da die Produktions­kosten für Faserplatten mit einer gegebenen Rohdichte im Vergleich zur Plattendicke überproportional ansteigen.

    [0011] Zur Gewährleistung einer durchgehend gleichen Plat­tendicke werden die Faserplatten anschliessend kalibriert. Eine konstante Plattendicke ist Voraussetzung dafür, dass die Faserplatten beim Verleimen auf ihrer gesamten Ober­fläche gleichmässig mit Leim bestrichen werden, so dass also keine unverleimten Stellen entstehen, welche unter Umständen ein Auseinanderfallen des Holzkörpers bei sei­ner nachträglichen Bearbeitung zur Folge haben könnten.

    [0012] Für die Verleimung der Plattn werden, je nach Ein­satzgebiet der aus dem Holzkörper herausgearbeiteten Bau­elemente, Thermoplaste oder Durolaste (für Brandschutz) verwendet.

    [0013] Der auf diese Weise hergestellte Holzwerkstoff weist - wie Praxisversuche gezeigt haben - eine ganze Reihe überraschender Eigenschaften auf. Er ist hinsicht­lich Abrasions- und Schlagfestigkeit sowie Feuerwiderstand den herkömmlicherweise verwendeten Massiv- und insbesonde­re Harthölzern (Eiche, Sipo, dunkelrotes Meranti, Sapelli, etc.) zumindest ebenbürtig, ja zum Teil sogar überlegen. Die gesamten Herstellkosten für diesen Holzwerkstoff lie­gen wesentlich unter den Kosten der erwähnten Massivhöl­zer, so dass eine Substitution derselben in vielen Appli­kationen wirtschaftliche Vorteile bringt.

    [0014] Figur 3a zeigt in perspektivischer Ansicht einen Holzkörper 1, dessen Länge L und Breite B einzig durch die Abmessungen der zur Plattenherstellung verwendeten Vorrichtungen begrenzt sind. Die Dicke D des Schichtkör­pers 1 ist, wie oben beschrieben, variabel in Abhängigkeit der Anzahl der miteinander verleimten Faserplatten sowie deren Plattendicke.

    [0015] Der Holzkörper bildet also einen Quader, der, ähn­lich wie ein Holzblock, bearbeitet werden kann. Insbeson­dere ist es möglich, einen beliebigen Körper herauszuar­beiten, was eine Verwendung dieses Holzwerkstoffs beim Formen-, Modell- und Vorrichtungsbau erlaubt.

    [0016] Einige prinzipielle Bearbeitungsmöglichkeiten dieses Holzwerkstoffs sind Sägen und Fräsen (Figur 3b), Bohren (Figur 3c), Fälzen (Figur 3d), Nuten (Figur 3e), Stemmen (Figur 3f), Hobeln (Figur 3g), Profilieren (Figur 3h) so­wie Drechseln (Figur 3i).

    [0017] Ein aus diesem Holzwerkstoff bestehendes Bauele­ment kann in herkömmlicher Art oberflächenbehandelt oder beschichtet werden.

    [0018] Die geltenden Brandschutzvorschriften für Gebäude schreiben für gewisse Durchgänge (für Personen, Fahrzeuge, Güter) Brandschutzgüten mit einer bestimmten Feuerwider­standsklasse (z.B. Klasse T30: Feuerwiderstand 30 Minuten unter definierten Brand- und Prüfbedingungen) vor. Bei solchen Brandschutztüren muss der Türflügelrahmen aus einem widerstandsfähigen Holz (z.B. Eiche) gefertigt sein. Praxisversuche haben erwiesen, dass Türen, deren Flügel­rahmen aus dem erfindungsgemässen Holzkörper hergestellt ist, im Vergleich zu herkömmlichen Türen mit einem Flügel­rahmen aus Eichenholz oder ähnlichen für diesen Einsatz geeigneten Materialien, ein deutlich besseres Brandverhal­ten aufweisen.

    [0019] Figur 4a zeigt die Ansicht eines unbeschichteten Türflügels 10 mit einer Mittellage als Türfüllung 11 und einer Türflügelkante 12, die aus dem vorgeschlagenen qua­ derförmigen Holzkörper gefertigt ist.

    [0020] Figur 4b zeigt einen horizontalen Schnitt entlang der Linie E-E der Figur 4a. Die Schichten des Holzkörpers aus dem die Türflügelkante 12 besteht, verlaufen zwecks besserem Brandverhalten vorzugsweise senkrecht zur Tür­blattebene. Die Türfüllung besteht z.B. aus einer Span­platte, könnte aber ebensogut auch aus dem vorgeschlagenen Holzkörper gefertigt werden, wie dies Figur 4c veranschau­licht. Die Türfüllung setzt sich dabei aus einzelnen Bau­elementen 18 zusammen, welche aus dem quaderdförmigen Holz­körper hergestellt sind. Der Schichtverlauf der Bauelemen­te 18 wird vorzugsweise senkrecht zur Türblattebene ge­wählt. Solche Türen weisen nicht nur einen erhöhten Feuer­widerstand auf, sondern eignen sich auch für schussichere Verkleidungen, worauf im Zusammenhang mit den Figuren 8a bis 8c näher eingegangen wird. Zusätzlich kann der Tür­flügel beidseitig mit einem Deckbelag 13 (z.B. eine har­te Holzfaserplatte), welcher je nach Verwendung noch be­schichtet wird, versehen werden.

    [0021] Im Sinne einer beispielhaften Aufzählung denkbarer Ausführungen zeigen die Figuren 4d-g weitere Horizontal­schnitte analog demjenigen von Figur 4b und 4c.

    [0022] Figur 4d zeigt eine Mittellage als Türfüllung 11 mit einer angeleimten Flügelkante 12 aus dem vorgeschla­genen Holzkörper, wobei die Flügelkante 12 zusätzlich ge­fälzt ist.

    [0023] Figur 4e zeigt eine Mittellage als Türfüllung 11 mit einem angeleimten und gefälzten Flügelrahmen 12 aus dem vorgeschlagenen Holzkörper.

    [0024] Figur 4f zeigt eine entsprechende Mittellage als Türfüllung 11 mit einem umleimten, gefälzten Flügelrahmen 12. Türfüllung und Flügelrahmen sind zudem mit einer Be­schichtung 13′ (Furnier, Kunststoffbelag, etc.) versehen.

    [0025] Figur 4g zeigt einen zu Figur 4c analogen Türflü­gel mit einem gefälzten Flügelrahmen 12.

    [0026] Figur 5a zeigt einen Horizontalschnitt durch einen Türflügel 10 und einen zugehörigen Türrahmen 14, der mit einer Mauer 17 verbunden ist. Der Aufbau des Türflügels 10 entspricht dabei demjenigen von Figur 4d. Der Türrah­men 14 besteht aus dem erfindungsgemässen Holzkörper, wobei dessen Schichten zwecks einfacher Montage (Bohren, Dübeln) vorzugsweise parallel zur Mauer 17 verlaufen. Der Türrahmen 14 weist zudem eine umlaufende Dichtung 15 auf.

    [0027] Figur 5b zeigt einen Horizontalschnitt durch einen Türflügel 10 und eine zugehörige Türzarge 16. Der Aufbau des Türflügels 10 entspricht demjenigen von Figur 4g. Die Türzarge 16 umfasst die Mauer 17 mit ihren Teilen 16.1, 16.2, 16.3, welche aus dem erfindungsgemässen Holzkörper gefertigt sind, wobei ihre Schichten wiederum zwecks ein­facher Montage vorzugsweise parallel zur jeweils anlie­genden Wandfläche verlaufen.

    [0028] Fussböden für industrielle und gewerbliche Zwecke, die grossen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind, bestehen oft aus Hirnholzparkett, dessen einzelne Ele­mente aus widerstandsfähigem und deshalb teurem Holz be­stehen.

    [0029] In Figur 6 ist ein Teil eines Bodenbelags 20, der aus einzelnen Elementen 21 zusammengesetzt ist, darge­stellt. Die Elemente 21 sind aus dem erfindungsgemässen Holzkörper herausgesägt und der besseren Widerstandsfä­higkeit halber so angeordnet, dass die einzelnen Schich­ten vertikal zur Bodenebene verlaufen. Selbstverständlich ist es auch möglich einen solchen Boden nicht auf würfel­förmigen, sondern aus länglichen Elementen, welche z.B. in der Art eines Riemenparkettbodens aneinandergefügt werden, herzustellen, wobei der Schichtverlauf wiederum vorzugsweise senkrecht zur Bodenebene gewählt word,

    [0030] Im Holzbau müssen tragende Bauteile aus Hölzern mit einer hohen Biegefestigkeit hergestellt werden. Die dafür verwendeten Lagenhölzer (z.B. Furnierschicht- oder Furniersperrholz) können durch den erfindungsgemässen Holzwerkstoff ersetzt werden, denn dieser erreicht Bie­ gefestigkeitswerte von beispielsweise 40 N/mm2.

    [0031] Figur 7 zeigt im Sinne eines Beispiels einen Doppel-­T-Träger 25 mit einem auf Biegung beanspruchten Mittel­teil 26, der aus dem vorgeschlagenen Holzwerkstoff be­steht und mit einem Oberteil 27 und einem Unterteil 28 verleimt ist. Ober- und Unterteil können dabei aus her­kömmlicherweise für solche Konstruktionen verwendetem Holz bestehen. Der Schichtverlauf des Mittelteils 26 ist vorzugsweise parallel zur Richtung der aufzunehmenden Kräfte. Selbstverständlich ist auch die Herstellung an­derer tragender Bauteile (z.B. Balken) aus dem erfindungs­gemässen Holzwerkstoff möglich.

    [0032] Schussichere Türen, Verkleidungen und Abdeckungen, die gleichzeitig gewissen ästhetischen Anforderungen ge­nügen müssen (z.B. in Schalterhallen von Banken oder Poststellen), bestehen oft aus Holzspanplatten mit einer Metallblecheinlage, was die Verarbeitung durch den Schrei­ner erschwert. Zur Anwendung gelangen auch widerstands­fähige Panzersperrhölzer, welche Harzverbindungen zur Erhöhung der Dichte enthalten. Solche Harzverbindungen können jedoch baubiologische Probleme ergeben und er­schweren zudem die Weiterveredelung. Diese Baustoffe wer­den durch den erfindungsgemässen Holzwerkstoff, der bau­biologisch unbedenklich und einfach zu bearbeiten ist, ersetzt.

    [0033] Die Figuren 8a-8c zeigen im Querschnitt den Aufbau solcher Verkleidungen und Abdeckungen aus dem vorgeschla­genen Holzwerkstoff, wobei die prinzipielle Schussrich­tung durch den Pfeil S angedeutet ist. In ihrer einfach­sten Ausführung besteht eine solche schussichere Ver­kleidung 30 nur gerade aus dem quaderförmigen Holzkörper, dessen Schichten im wesentlichen quer zur Schussrichtung S verlaufen (Figur 8a). Bei Schussversuchen hat sich je­doch erwiesen, dass Verkleigungen gemäss dem in Figur 8b dargestellten Aufbau zu bedeutend besseren Resultaten führen. Dabei besteht die Verkleidung 30 aus einem Mittel­ teil, der aus aneinandergereihten Elementen 32 aus dem erfindungsgemässen Holzwerkstoff gebildet wird, deren Schichten im wesentlichen parallel zur Schussrichtung S verlaufen. Dieser Mittelteil ist mit einem beidseitigen Deckbelag 33 (z.B. aus einer harten Holzfaserplatte) versehen, welche zusätzlich beschichtet oder furniert werden kann.

    [0034] Figur 8c illustriert einen weiteren Aufbau einer schussicheren Verkleidung ähnlich demjenigen von Figur 8b. Zusätzlich wird hier der Mittelteil durch eine Mittel­schicht 34 (z.B. harte oder poröse Holzfaserplatten oder Einlagen mit ähnlicher Wirkung zur Erhöhung der Dämpfung) ergänzt. Die Verarbeitung und Weiterveredelung solcher schussicherer Verkleidungen bietet keine besonderen Pro­bleme; die Schussicherheit ist derjenigen herkömmlicher Verkleidungen zumindest ebenbürtig.

    [0035] Die obigen Ausführungen umfassen nur eine beschränk­te Zahl von Einsatzmöglichkeiten, deren es selbstverständ­lich noch weitere geben würde. Der vorgeschlagene quader­förmige Holzkörper kann prinzipiell überall dort einge­setzt werden, wo heutzutage, wegen grosser mechanischer und statischer Beanspruchung (Abrieb-, Druck- und Biege­festigkeit) oder erhöhten Anforderungen an den Feuerwider­stand, teurere Hartkörper oder vergleichbare Materialien verwendet werden müssen. Zu denken wäre dabei an Werk­bänke, Küchenabdeckungen, Bahnwagen- und Fahrzeugböden, Doppelböden (Computerböden), Treppenkonstruktionen, Ver­kleidungen und Abdeckungen, Drechslereiarbeiten, etc.


    Ansprüche

    1. Quaderförmiger Holzkörper (1) zum Herausarbei­ten von Holzbauelementen, gekennzeichnet durch eine Viel­zahl von übereinandergeschichteten harten Holzfaser­platten (2), wobei die einzelnen harten Holzfaserplatten (2) mit den jeweils benachbarten harten Holzfaserplatten auf ihrer ganzen gemeinsamen Fläche verbunden sind.
     
    2. Quaderförmiger Holzkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen harten Holz­faserplatten (2) mit den jeweils benachbarten harten Holzfaserplatten auf der ganzen gemeinsamen Fläche ver­leimt sind.
     
    3. Quaderförmiger Holzkörper nach einem der voran­gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen harten Holzfaserplatten (2) eine Rohdichte von mindestens 950 kg/m³ aufweisen.
     
    4. Quaderförmiger Holzkörper nach einem der voran­gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen harten Holzfaserplatten (2) eine gleichmässige Dicke von höchstens 5 Millimetern aufweisen.
     
    5. Türflügel (10) mit einer Türflügelkante beziehungsweise einem Türflügelrahmen (12) aus dem qua­derförmigen Holzkörper nach einem der vorangehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die harten Holz­faserplatten (2) des Holzkörpers im wesentlichen senk­recht zur Fläche des Türflügels (10) verlaufen.
     
    6. Türflügel (10) mit einer Mittellage als Tür­füllung (11) aus dem quaderförmigen Holzkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die harten Holzfaserplatten (2) des Holzkörpers im wesent­lichen senkrecht zur Fläche des Türflügels verlaufen.
     
    7. Türrahmen (14) beziehungsweise Türzarge (16) aus dem quaderförmigen Holzkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch geknenzeichnet, dass die harten Holzfaser­platten (2) des Holzkörpers (1) parallel zu den jeweils zu­gehörigen Wandflächen verkaufen.
     
    8. Tragendes Bauteil mit einem Holzbauelement aus dem quaderförmigen Holzkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4.
     
    9. Elemente für einen Bodenbelag aus dem quader­förmigen Holzkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­durch gekennzeichnet, dass die einzelnen Elemente so angeordnet sind, dass die harten Holzfaserplatten (2) des Holzkörpers (1) vertikal zur Bodenebene verlaufen.
     
    10. Schussicheres Bauteil (30) mit Bauelementen (32) aus dem quaderförmigen Holzkörper nach einem der An­sprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die harten Holzfaserplatten (2) des Holzkörpers im wesentlichen senkrecht zur gegen die Schussrichtung orientierten Ober­fläche des Bauteils (30) verlaufen.
     
    11. Verwendung von Holzbauelementen aus dem qua­derförmigen Holzkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4 für statisch, mechanisch oder durch Wärme beanspruchte Bauteile, dadurch gekennzeichnet, dass die harten Holzfaser­platten des Holzkörpers im wesentlichen senkrecht zur be­anspruchten Oberfläche des Bauteils verlaufen.
     




    Zeichnung