(19)
(11) EP 0 324 139 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.07.1989  Patentblatt  1989/29

(21) Anmeldenummer: 88121337.5

(22) Anmeldetag:  21.12.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B41F 31/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 09.01.1988 DE 3800411

(71) Anmelder: Albert-Frankenthal AG
D-67225 Frankenthal (DE)

(72) Erfinder:
  • Köbler, Norbert
    D-6711 Beindersheim (DE)
  • Weisbrod, Norbert
    D-6711 Hessheim (DE)

(74) Vertreter: Munk, Ludwig, Dipl.-Ing. 
Patentanwalt Prinzregentenstrasse 1
D-86150 Augsburg
D-86150 Augsburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Rakeleinrichtung


    (57) Bei einer Rakeleinrichtung mit wenigstens einem Rakel­blatt (11 bzw. 12), das auf einem Rakelhalter (9) auf­nehmbar ist, läßt sich dadurch einen schonende und den­noch zuverlässige Betriebsweise erreichen, daß das Ra­kelblatt (11 bzw. 12) lose in einen zugeordneten Ein­legeschlitz (15) des Rakelhalters einlegbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Rakeleinrichtung mit we­nigstens einem Rakelblatt, das auf einem Rakelhalter aufnehmbar ist.

    [0002] Bei den bekannten Anordnungen dieser Art wird das Rakel­blatt fest eingespannt. Die Folge einer derartigen Ein­spannung ist, daß sich der eingespannte Bereich des Ra­kelblatts, das sich im Betrieb nicht unerheblich er­wärmt, nicht seitlich ausdehnen kann. Es kommt daher zu einer Welligkeit des nicht eingespannten, am abzu­rakelnden Zylinder anliegenden Bereichs des Rakelblatts. Um dennoch eine unexakte Anlage des Rakelblatts am ab­zurakelnden Zylinder zu vermeiden, ist es dabei erfor­derlich, das Rakelblatt mit hoher Kraft anzustellen. Dies führt aber zu einem schnellen Verschleiß des Ra­kelblatts, so daß eine häufige Nachstellung und ein häu­figer Rakelblattwechsel erforderlich werden. Die bekann­ten Anordnungen erweisen sich demnach als nicht bedie­nungsfreundlich und wirtschaftlich genug. Die obigen Nachteile treten bei der Verarbeitung von Offsetfarben besonders stark zutage, da hierbei infolge der hohen Farbviskosität eine sehr starke Erwärmung des Rakelblatts zu erwarten ist.

    [0003] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorlie­genden Erfindung, eine Rakeleinrichtung eingangs erwähn­ter Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so zu verbessern, daß eine schonende und dennoch zuverlässige Betriebsweise gewährleistet ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Rakelblatt lose in einen zugeordneten Einlegeschlitz des Rakelhalters einlegbar ist.

    [0005] Hierdurch wird erreicht, daß sich das Rakelblatt bzw. die Rakelblätter im Falle einer Erwärmung seitlich ausdehnen kann bzw. können, so daß auch bei geringer Anstellkraft und damit schonender Betriebsweise eine zuverlässige An­lage des Rakelblatts bzw. der Rakelblätter am abzurakeln­den Zylinder erreicht wird. Dies ist besonders dort von Vorteil, wo hochviskose Farben, wie Offsetfarben, verar­beitet werden, die zu einer starken Erwärmung des Rakel­blatts bzw. der Rakelblätter führen kann.

    [0006] Zweckmäßig kann dabei die lichte Weite des vorzugsweise über die ganze Länge des Rakelhalters durchgehenden Ein­legeschlitzes gegenüber der Dicke des zugeordneten Ra­kelblatts ein Übermaß von etwa 3/100mm bis 4/100mm auf­weisen. Diese Maßnahme ergibt trotz des erwünschten Aus­dehnungsfreiheitsgrads eine zuverlässige Rakelblattab­stützung.

    [0007] Vorteilhaft kann der Einlegeschlitz durch eine an den mit einer stufenförmigen Ausnehmung versehenen Rakel­halter ansetzbare Leiste begrenzt sein. Diese Maßnahme ermöglicht eine einfache Herstellung des Einlegeschlitzes.

    [0008] Bei einer Kammerrakel mit einem durch zwei Rakelblätter und an deren Stirnseiten anliegenden Dichtbacken begrenz­ten Farbaufnahmeraum kann eine weitere vorteilhafte Maß­nahme darin bestehen, daß die Dichtbacken in Längsrich­tung der Rakelblätter nachgiebig angeordnet, vorzugsweise federnd an die Rakelblätter andrückbar sein können. Hier­durch ist sichergestellt, daß im Falle einer Ausdehnung der Rakelblätter die Dichtbacken ausweichen können, wo­durch auch in diesem Falle eine Welligkeit der Rakelblät­ter verhindert wird.

    [0009] Weitere zweckmäßige Fortbildungen und vorteilhafte Aus­gestaltungen der übergeordneten Maßnahmen sind in den restlichen Unteransprüchen angegeben.

    [0010] Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.

    [0011] In der Zeichnung zeigen:

    Figur 1 eine schematische Darstellung eines Offset-­Kurzfarbwerks und

    Figur 2 einen Schnitt durch eine Kammerrakel mit zwei lose angeordneten Rakelblättern.



    [0012] Das der Figur 1 zugrundeliegende Kurzfarbwerk besteht aus einer mit einem Plattenzylinder 1 zusammenwirkenden, gummierten Auftragwalze 2, die durch eine Rasterwalze 3 mit Farbe und durch ein Feuchtwerk 4 mit Feuchtmittel versorgt wird. Der Umfang der Rasterwalze 3, die einen Keramikbezug aufweisen kann, ist mit vergrößert ange­deuteten Näpfchen 5 und diese begrenzenden Stegen 6 ver­sehen. Die Näpfchen 5 werden mit Farbe gefüllt. Die Ste­ge 6 werden abgerakelt.

    [0013] Die Farbzufuhr zur Rasterwalze 3 und die Abrakelung der Stege 6 erfolgen mittels einer in Figur 1 als Ganzes mit 7 bezeichneten Kammerrakel. Diese umfaßt, wie Figur 2 zeigt, einen auf gestellfesten Trägern 8 aufgenommenen, balkenförmigen Rakelhalter 9, auf dem zwei in Drehrich­tung der Rasterwalze gegeneinander versetzte Rakelblätter 11, 12 aufgenommen sind. Diese begrenzen eine Farbauf­nahmekammer 13, die mittels einer Pumpe 16 mit Offset­farbe versorgt wird. Das in Drehrichtung der Rasterwalze 3 hintere Rakelblatt 11 wirkt als Vorrakel, das von einer Ableitrinne 14 unterfaßt ist. Das andere Rakelblatt 12 wirkt als Schließrakel. Beide Rakelblätter sind im dar­gestellten Ausführungsbeispiel mit negativem Anstellwin­kel angeordnet.

    [0014] Die Rakelblätter 11, 12, die infolge der hohen Viskosität von Offsetfarbe einer hohen Erwärmung unterliegen, sind lose, d. h. ohne Klemmung, auf dem Rakelhalter 9 aufge­nommen. Dieser ist mit den Rakelblättern 11, 12 jeweils zugeordneten, über seine ganze Länge durchgehenden Ein­legeschlitzen 15 versehen. Hierzu ist der Rakelhalter 9 im Bereich seiner Flanken mit jeweils einer stufenförmigen Ausnehmung versehen, die jeweils durch eine an den Rakel­halter 9 angesetzte Leiste 10 so geschlossen wird, daß sich der nutförmige Einlegeschlitz 15 ergibt. Die lichte Weite der Einlegeschlitze 15 besitzt gegenüber der Dicke des jeweils zugeordneten Rakelblatts ein Übermaß von et­wa 3/100mm bis 4/100mm.

    [0015] Rakelblätter 11, 12 erstrecken sich ebenfalls über die ganze Länge des Rakelhalters 9. Im Bereich der Stirn­seiten des Rakelhalters 9 wird die Farbaufnahmekammer 3 durch am Umfang der Rasterwalze 3 und an den Stirnseiten der Rakelblätter 11, 12 anliegende Dichtbacken 43 be­grenzt. Diese werden durch mit ihren Seitenkanten in ent­sprechende, am Rakelhalter 9 vorgesehene Führungen 46 einsteckbare Bleche gebildet. Die lichte Weite der Füh­rungen 46 besitzt gegenüber der Dicke der Dichtbacken 43 so viel Übermaß in Längsrichtung der Rakelblätter 11, 12, daß im Falle einer Ausdehnung der Rakelblätter 11, 12 ein entsprechendes Ausweichen der Dichtbacken 43 mög­lich ist. Diese werden federnd an die Stirnseiten der Rakelblätter 11, 12 angedrückt. Hierzu werden die Dicht­backen 43 im Bereich ihrer Anlage an den Rakelblattstirn­seiten von fingerförmigen Widerlagern 44 hinterfaßt, die in Längsrichtung der Rakelblätter 11, 12 federnd am Ra­kelhalter 9 abgestützt sind, wie bei 45 angedeutet ist.


    Ansprüche

    1. Rakeleinrichtung mit wenigstens einem Rakelblatt (11, 12), das auf einem Rakelhalter (9) aufnehmbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Rakelblatt (11, 12) lose in einen zugeordneten Einlegeschiltz (15) des Rakelhalters (9) einlegbar ist.
     
    2. Rakeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß die lichte Weite des Einlegeschlitzes (15) gegenüber der Dicke des zugeordneten Rakelblatts (11, 12) ein Übermaß von vorzugsweise 3/100mm bis 4/ 100mm aufweist.
     
    3. Rakeleinrichtung anch einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlege­schlitz (15) über die Länge des Rakelhalters (9) durchgeht.
     
    4. Rakeleinrichtung nach einem der vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlege­schlitz (15) durch eine an den mit einer stufenförmi­gen Ausnehmung versehenen Rakelhalter (9) ansetzbare Leiste (10) begrenzt ist.
     
    5. Rakeleinrichtung nach einem der Vorhergehenden An­sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Kam­merrakel mit mehreren, gegeneinander versetzten Rakel­blättern (11, 12) zumindest das in Drehrichtung der abzurakelnden Walze hintere Rakelblatt (11), vorzugs­weise sämtliche Rakelblätter (11, 12) lose in einen jeweils zugeordneten Einlegeschlitz (15) des Rakel­halters (9) einlegbar ist bzw. sind und vorzugsweise mit negativem Anstellwinkel angeordnet ist bzw. sind.
     
    6. Rakeleinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich­net, daß an den Stirnseiten der Rakelblätter (11, 12) anliegende Dichtbacken (43) vorgesehen sind, die in Längsrichtung der Rakelblätter (11, 12) nachgiebig angeordnet, vorzugsweise federnd andrückbar sind.
     
    7. Rakeleinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü­che, dadurch gekennzeichnet, daß das Rakelblatt bzw. die Rakelblätter (11, 12) an eine Rasterwalze (3) eines Offsetfarbwerks anstellbar ist bzw. sind.
     




    Zeichnung