[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schneckenpresse mit einem Schneckentrog und Abstreifrad,
insbesonders mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
[0002] Bei Vorrichtungen dieser Art greift das Abstreifrad zwischen die Windungen des konischen
Schneckenteiles der fliegend gelagerten Schnecke um das Mitdrehen des Preßgutes zu
verhindern. Dabei ist die Verzahnung, bzw. der Schneckengang großem Verschleiß ausgesetzt
und die auftretende Reibung ist bedeutend.
[0003] Eine solche bekannte Schneckenpresse weist zur Verringerung der Reibungskräfte eine
Freistellung der Verzahnung auf der Seite des Abstreifrades auf, an der die Schnecke
abläuft. Die auftretenden Verluste an Preßgut durch den Längsspalt in dem Pressenmundstück
und die damit verbundenen Verluste können aber nicht beeinflußt werden.
[0004] Eine weitere Schneckenpresse mit zylindrischer Schnecke ist mit mehreren Abstreifrädern
an der Unterseite versehen, die zwischen die Schneckengänge greifen und vom Hauptgetriebe
abgeleitet angetrieben sind, jedoch einen Durchmesser in der Größe des Schneckenkerndurchmessers
aufweisen, sodaß jedes Abstreifrad nur einmal in den Schneckengang greift. Bei hohem
Verdichtungsdruck werden dadurch die Austrittsverluste an Preßgut groß, ebenso wie
die aufzuwendende Antriebsenergie.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es bei einer Schneckenpresse die beschriebenen Nachteile
wie hohe Preßgutverluste, hohe Reibungskräfte und damit Energieverluste und hoher
Verschleiß des Abstreifrades, sowohl bei Vorwärts- als auch bei Rückwärtslauf der
Maschine mit geringem Aufwand zu vermindern oder zu beseitigen.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Schneckenpresse der eingangs genannten Art durch die
Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
[0007] Für besonders vorteilhafte Ausgestaltungen wird auf die Unteransprüche 2 bis 8 verwiesen.
[0008] Durch Verbindung der angegebenen Maßnahmen wird durch geringe Drehzahl des Abstreifrades
und der Abdeckung und Abstreifung desselben, sowie durch Schaffung einer Durchtrittsöffnung
in den Schneckentrog der Verlust an Preßgut vermieden, hohe Energieverluste und der
Verschleiß des Abstreifrades werden stark herabgesetzt. Weiters wird durch die besondere
Ausgestaltung des Abstreifrades an den Stirnseiten die Abstreifung an den Spaltwänden
wesentlich verbessert.
[0009] Die Überführung des Preßgutes in den offenen Schneckentrog an der Eingangsseite der
Schnecke wird durch die Ausgestaltung der Spalte beiderseits des Abstreifrades wesentlich
verbessert.
[0010] Die Gestaltung und Anordnung des Abstreifrades derart, daß es bis in den Schneckentrog
reicht, ermöglicht eine besonders gute Rückführung des Preßgutes auf die Eingangsseite
der Schnecke. Für die Wahl des Durchmessers des Abstreifrades ist zwar die Vergrößerung
des Durchmessers günstig, doch ist dieser in Bezug zum Kerndurchmesser der Schnecke
an der Eingriffstelle des Abstreifrades begrenzt, weil mit zunehmendem Durchmesser
des Abstreifrades die Zahl der Eingriffe in die Schnecke zunimmt und die Abstreifwirkung
dadurch ungünstiger wird; ebenso wird die Länge des Längsspaltes für das Abstreifrad
größer und damit die Menge der Preßgutrückführung, so daß über eine Obergrenze des
Durchmessers die Nachteile einer weiteren Vergrößerung die Vorteile aufwiegen.
Zur Herabsetzung des Verschleißes ist es von Vorteil das Abstreifrad synchron mit
der Schnecke anzutreiben, wodurch durch ein Schneckengetriebe das Spiel der Antriebsanordnung
gering gehalten werden kann, was wiederum für die Herabsetzung des Verschleißes günstig
ist.
[0011] Die Anordnung des Abstreifrades im Bereich des offenen Schneckentroges so, daß ein
dort vorgesehener Zwischenförderer für die Beschickung der Schnecke an dieses heranreicht
und als Abstreifer wirkt, vermeidet das Wiederzurückführen von Preßgut in den Gehäusebereich
hinter den Längsspalt des konischen Mundstückes und dient damit in vorteilhafter
Weise der Herabsetzung der Reibungskräfte und des Energieverbrauches, sowie des Verschleißes,
sowohle bei Vorwärts-als auch bei Rückwärtslauf der Maschine.
[0012] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Gehäuses besteht in einem Deckel,
der seinerseits als Abstreifer für das Abstreifrad gestaltet ist, mit dem das Abstreifrad
sowohl bei Vorwärts- als auch bei Rückwärtslauf der Maschine im Gehäuse abgestreift
wird, sodaß die Rückführung von Preßgut in das konische Mundstück unterbleibt, wodurch
Reibungskraft, Energie und Verschleiß verringert werden.
[0013] Eine Ausführungsform der Erfindung ist an Hand der Zeichnung nachstehend beschrieben.
[0014] Es zeigt :
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Schneckenpresse im Aufriß und
Fig. 2 einen Schnitt durch das Gehäuse des Abstreifrades in Draufsicht nach Schnitt
A-B und die Antriebsanordnung schematisch.
[0015] Von der Schneckenpresse ist nur der verdichtungsseitige Teil dargestellt. Dabei ist
eine einseitig gelagerte (nicht dargestellt) Schnecke 1 mit ihrem zylindrischen Förderteil
2 in einem oben offenen Schneckentrog 3 angeordnet, an den ein konisches Mundstück
4 angesetzt ist, das in einem Gehäuse 5 angeordnet ist, das seinerseits am Maschinenrahmen
6 befestigt ist.
[0016] In dem konischen Mundstück 4 ist ein konischer Schneckenteil 7 angeordnet, der den
konischen Misch-und Verdichtungsteil der Schnecke 1 bildet.
[0017] In den konischen Schneckenteil 7 greift von oben durch einen Längsspalt 8 des konischen
Mundstückes 4 ein Abstreifrad 9 mit seiner - angedeuteten - Verzahnung zwischen die
- angedeuteten - Schneckengänge,dessen Welle 10 eine Achse 11 senkrecht zur Längsachse
12 der Schnecke 1 aufweist.
[0018] Das Abstreifrad 9 weist einen etwa fünffach größeren Durchmesser auf als der Kern
13 der Schnecke 1 an der Eingriffstelle 14 des Abstreifrades 9, sodaß die Umdrehungszahl
entsprechend niedrig gehalten werden kann.
[0019] Das Abstreifrad 9 ist mit der Welle 10 in beidseitigen Lagern 15,15′ im Gehäuse 5
gelagert,dessen Seitenwände 16, 16′ mit den beiden Stirnseiten 18,18′des Abstreifers
9 in Richtung auf eine Durchgangsöffnung 17 im Maschinenrahmen 6 zu jeweils einen
sich erweiternden Spalt 19,19′ bilden,durch den der Raum 20 im Gehäuse 5 mit dem Raum
21 des offenen Schneckentroges 3 oberhalb der Schnecke 1 verbunden ist.
[0020] Die beiden Stirnseiten 18,18′ des Abstreifrades 9 sind mit je vier Ausnehmungen 22
versehen, die regelmäßig verteilt angeordnet sind und radial von der Nabe 23 bis in
den Bereich der Verzahnung 24 reichen.
[0021] Oberhalb der Schnecke 1 ist im Raum 21 des offenen Schneckentroges 3 ein Zwischenförderer
25 für das zu pressende Gut angeordnet, dessen Drehachse 26 parallel zur Achse 12
der Schnecke 1 verläuft und dessen vorderes Ende 27 den Umfang des Abstreifrades 9
abstreift.
[0022] Das Gehäuse 5 besitzt oberhalb des Abstreifrades 9 eine Öffnung 28, die mit einem
Gehäusedeckel 29 verschließbar ist, der an seiner Innenseite mit einem Abstreifer
30 versehen ist, der das Abstreifrad 9 über einen Teil seines Umfanges umgibt und
an seinen beiden Enden 31 und 32 das Abstreifrad 9 bei Vor- und bei Rücklauf abstreift.
[0023] Der Antrieb des Abstreifrades 9 erfolgt synchron zum Antrieb der Schnecke 1 von
einem Motor 33 des Hauptgetriebes 34 der Maschine aus über eine Zwischenwelle 35 und
ein Zwischengetriebe 36, das zweckmäßig als Schneckengetriebe ausgebildet ist, auf
die Welle 10.
[0024] Beim Pressenlauf streift das Abstreifrad 9 den größten Teil des Preßgutes ab. Ein
kleiner Teil wird durch den Längsspalt 8 in den Raum 20 des Gehäuses 5 mitgenommen
und vom unteren Ende 31 des Abstreifers 30 am Umfang abgestreift. An den Stirnseiten
18,18′ des Abstreifrades 9 wirken die Wandungen des Längsspaltes 8 des konischen Mundstückes
4 als Abstreifer. Die Ausnehmungen 22 verringern dabei die auftretenden Reibungskräfte
und wirken im Raum 20 des Gehäuses 5 als Förderhilfsmittel zur Beförderung des ausgetretenen
Preßgutes durch die beiden sich erweiternden Spalte 19,19′ und die Durchgangsöffnung
17 in den Raum 21 des offenen Schneckentroges 3 oberhalb des Förderteiles 2 der Schnecke
1. Beim Rücklauf wird der Umfang des Abstreifrades 9 vom oberen Ende 32 des Abstreifers
30, sowie von den Wandungen des Längsspaltes 8 abgestreift und so der Rückfluss des
ausgetretenen Preßgutes in den Misch-und Verdichtungsteil verhindert.
[0025] Der synchrone Antrieb des Abstreifrades 9 sichert die Stellung von dessen Verzahnung
zu dem Schneckengang.
Verzeichnis der Bezugszeichen:
[0026]
1 Schnecke
2 Förderteil der Schnecke 1
3 Schneckentrog
4 konisches Mundstück
5 Gehäuse
6 Maschinenrahmen
7 konischer Schneckenteil
8 Längsspalt des konischen Mundstückes 4
9 Abstreifrad
10 Welle des Abstreifrades 9
11 Achse der Welle 10
12 Achse der Schnecke 1
13 Kern des konischen Schneckenteiles 7 an der Eingriffstelle 14
14 Eingriffstelle des Abstreifrades 9
15,15′ Lager der Welle 10
16,16′ Seitenwand des Gehäuses 5
17 Durchgangsöffnung im Maschinenrahmen 6
18,18′ Stirnseiten des Abstreifrades 9
19,19′ Spalt zwischen Seitenwand 16,16′ und Stirnseite 18,18′ des Abstreifrades 9
20 Raum des Gehäuses 5
21 Raum im offenen Schneckentrog 3 oberhalb der Schnecke 1
22 Ausnehmung an der Stirnseite 18,18′
23 Nabe des Abstreifrades 9
24 Verzahnung des Abstreifrades 9
25 Zwischenförderer
26 Drehachse des Zwischenförderers 25
27 vorderes Ende des Zwischenförderers 25
28 Öffnung des Gehäuses 5
29 Gehäusedeckel
30 Abstreifer des Gehäusedeckels 29
31 unteres Ende des Abstreifers 30
32 oberes Ende des Abstreifers 30
33 Motor
34 Hauptgetriebe
35 Zwischenwelle
36 Zwischengetriebe
1. Schneckenpresse, deren Schnecke von einem Hauptgetriebe aus angetrieben, in einem
offenen Schneckentrog einseitig gelagert umläuft und einen Förderteil und einen konischen
Misch-und Verdichtungsteil umfaßt, der in einem konischen Mundstück angeordnet ist
, das neben einer Austrittsöffnung für das Preßgut einen Längsspalt für ein Abstreifrad
aufweist, das zwischen die Schneckenwindungen des konischen Schneckenteiles greift
und dessen Drehachse senkrecht auf die Schwenkachse gerichtet ist und das von einem
Gehäuse abgedeckt ist, das das Abstreifrad umgibt, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abstreifrad (9), das einen wesentlich größeren Durchmesser als der Kern (13) des konischen
Schneckenteiles (7) an dessen Eingriffsstelle (14) aufweist, von einem Gehäuse (5)
umgeben ist, das in Richtung auf den offenen Schneckentrog (3) zu mit einer Durchgangsöffnung
(17) versehen ist und das in radialer Richtung des Abstreifrades (9) dieses im Raum
(20) außerhalb der Wandungen des konischen Schneckenteiles (7) und außerhalb des offenen
Schneckentroges (3) eng als Abstreifer für das Abstreifrad (9) wirkend umgibt.
2. Schneckenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreifrad (9)
in den axialen Richtungen beiderseits zwischen den Seitenwänden (16,16′) des Gehäuses
(5) einen Spalt (19,19′) frei läßt, der in Richtung auf den offenen Schneckentrog
(3) hin zunimmt.
3. Schneckenpresse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreifrad
(9) an seinen Stirnseiten (18,18′) mit mehreren, vorzugsweise vier bis acht radial
verlaufenden scharfkantigen Ausnehmungen (22) versehen ist, die die Abstreifwirkung
an der Wand des konischen Mundstückes (4) verbessern.
4. Schneckenpresse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abstreifrad (9) in den offenen Schneckentrog (3) hineinreichend
angeordnet ist.
5. Schneckenpresse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abstreifrad (9) einen Durchmesser aufweist, der wenigstens
dem dreifachen und höchstens dem siebenfachen, vorzugsweise dem fünffachen Durchmesser
des Kernes (13) des konischen Schneckenteiles (7) an dessen Eingriffstelle (14) entspricht.
6. Schneckenpresse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abstreifrad (9) vom Hauptgetriebe (34) her gleichlaufend mit
der Schnecke (1) über ein Zwischengetriebe (36), vorzugsweise einem Schneckengetriebe,
angetrieben umläuft, wobei das gesamte Spiel des Abstreifrades (9) in dem konischen
Schneckenteil (7) entspricht.
7. Schneckenpresse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Abstreifrad (9) mit seinem Umfang bis nahe an das vordere
Ende (27) eines Zwischenförderers (25) heranreicht, der im offenen Schneckentrog (3)
oberhalb des Förderteiles (2) der Schnecke (1) angeordnet ist und das Abstreifrad
(9) seinerseits abstreift.
8. Schneckenpresse nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet,daß das Gehäuse (5) mit einem abnehmbaren Gehäusedeckel (29) versehen
ist, der das Abstreifrad (9) im Raum (20) außerhalb der Wandungen des konischen Mundstückes
(4) und außerhalb des offenen Schneckentroges (3) mit einem an den Umfang des Abstreifrades
(9) angepaßten Abstreifer (30) abdeckt, welcher das Abstreifrad (9) am Umfang abstreift.