[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Herstellung von
Bauteilen aus keramischem bzw. feuerfestem Material mit Durchgangskanälen beliebigen
Querschnitts, wobei die Durchgangskanäle über ihre Länge konstante oder sich nach
einer Seite hin erweiternde Querschnitte aufweisen.
[0002] Die Erzeugung der Durchgangskanäle stellt bei Bauteilen aus keramischem bzw. feuerfestem
Material ein schwieriges Problem dar. Formkerne, die zur Erzeugung der Durchgangskanäle
verwendet werden, lassen sich aus den fertigen Bauteilen nur äußerst schwierig entfernen,
wobei es beim Herausnehmen der Formkerne häufig zu Beschädigungen der Kanalränder
kommt. Zur Herstellung von Durchgangskanälen mit glatten Wänden können Kerne aus schmelzendem
Material verwendet werden, die sich nach der Fertigstellung des Bauteiles ausschmelzen
lassen. Ein solches Verfahren ist aber relativ aufwendig und teuer.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Methode zu schaffen, nach der
keramische bzw. feuerfeste, mit Durchgangskanälen versehene Bauteile mit geringem
Aufwand hergestellt werden können, bei denen die Durchgangskanäle glatte Wände und
Ränder aufweisen sollen und wobei es auch möglich sein soll, Durchgangskanäle mit
sehr engen bzw. schmalen Querschnitten zu erzeugen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein Formkern, der der Gestalt
des zu erzeugenden Durchgangskanals entspricht, in ein geschmolzenes Gleitmittel,
das bei normalen Umgebungstemperaturen fest ist, eingetaucht wird, wobei das Gleitmittel
nach dem Herausziehen des Formkerns aus dem Gleitmittelbad an diesem durch Erstarrung
haftet, daß der mit dem erstarrten Gleitmittel beschichtete Formkern derart in eine
Form eingespannt wird, daß zumindest ein Kernende - bei nach einer Seite hin erweitertem
Querschnitt das breite Kernende - aus dem anschließend herzustellenden Bauteil herausragt,
daß dann das Rohmaterial für das Bauteil in die Form eingebracht wird und daß nach
dem Erstarren des Bauteils dem Formkern Wärme zugeführt und der Formkern unmittelbar
nach dem Aufschmelzen der Gleitmittelschicht aus dem Bauteil herausgezogen wird.
[0005] Ein solches Verfahren läßt sich mit äußerst geringem Aufwand von Hand oder mit sehr
einfachen Vorrichtungen durchführen. Die Formkerne lassen sich nach dem Aufschmelzen
der Gleitmittelschicht mit äußerst geringer Kraft aus dem ausgehärteten Bauteil herausziehen,
da der Formkern praktisch auf der Gleitmittelschicht schwimmt. Die inneren Flächen
des jeweiligen Durchgangskanals sind sehr glatt und ein Ausbrechen der Ränder der
Durchgangskanäle an den Außenflächen des Bauteils tritt nicht mehr auf. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren lassen sich auch sehr schmale Durchgangskanäle erzeugen, beispielsweise
Durchlaßspalte mit einer Breite von wenigen zehntel Millimetern.
[0006] Als Gleitmittel wird vorzugsweise Wachs verwendet, welches bei normaler Umgebungstemperatur
fest ist und sich bereits bei nur geringfügig erhöhten Temperaturen ohne Zersetzung
schmelzen läßt. Schon wenig oberhalb des Schmelzpunktes ist Wachs verhältnismäßig
niedrigviskos und nicht fadenziehend. Insbesondere sind Wachse nicht wasserlöslich,
so daß die auf dem Formkern befindliche Wachsschicht durch die in der Rohmasse des
Bauteils enthaltene Feuchtigkeit nicht angegriffen wird.
[0007] Für die praktischen Anwendungsfälle werden als Gleitmittel vorzugsweise Stearin
oder Paraffin verwendet.
[0008] Zum Aufschmelzen der Gleitmittelschicht kann das Bauteil nach dem Erstarren in einem
Ofen erwärmt werden. Dabei können Öfen eingesetzt werden, die ohnehin zum Brennen
der Bauteile erforderlich sind.
[0009] Wenn die Formkerne aus elektrisch leitfähigem Material bestehen, kann das Aufschmelzen
der Gleitmittelschicht alternativ auch dadurch erfolgen, daß bei dem Bauteil eine
Spannung an beide Enden des Formkerns angelegt wird.
[0010] Zum Herauslösen des Formteils kann das Bauteil während der Erwärmung an dem aus diesem
herausragenden Ende des Formkerns aufgehängt werden, wobei das Bauteil nach dem Aufschmelzen
des Gleitmittels durch sein Eigengewicht von dem Formkern abrutscht. Diese Verfahrensweise
eignet sich allerdings nur bei kleineren Bauteilen.
[0011] Alternativ kann das aus dem Bauteil herausragende Ende des Formkerns während der
Erwärmung mit einer vorgegebenen Zugkraft beaufschlagt werden, wobei der Formkern
nach dem Aufschmelzen des Gleitmittels selbsttätig aus dem Bauteil herausgezogen wird.
[0012] Besonders vorteilhaft läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines
Gasspülsteins mit mindestens einem schmalen Durchgangsspalt anwenden. Gasspülsteine
dienen zum Einleiten von Spülgas in metallische Schmelzen. Durchgangsspalte, die in
oder um die Gasspülsteine herum erzeugt werden, müssen derart schmal sein, daß ein
Eindringen der relativ dünnflüssigen Schmelze verhindert wird. Je nach der zu behandelnden
Schmelze dürfen die Spalte nicht breiter als 0,4mm bis etwa 0,7mm sein.
[0013] Um in Gasspülsteinen schmale Durchgangsspalte zu erzeugen, wurden nach dem Stand
der Technik die Gasspülsteine geteilt ausgebildet und die Spalte wurden mit feuerfestem
Faserstoff ausgefüllt. Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es nunmehr möglich,
einteilige Gasspülsteine mit geringem Aufwand mit schmalen Durchgangsspalten zu versehen.
Als Formkern werden dabei vorzugsweise Streifen aus Federstahlblech verwendet.
[0014] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich Gasspülsteine herstellen, die beispielsweise
einen mittig angeordneten spaltförmigen Durchgangskanal aufweisen. Ferner ist es auch
möglich, zwei oder mehrere parallel zueinander verlaufende Durchgangsspalte in einem
einteiligen Gasspülstein zu erzeugen. Schließlich können beispielsweise auch vier
um die Mittelachse des Gasspülsteins jeweils senkrecht zueinander angeordnete Durchgangsspalte
erzeugt werden.
[0015] Eine Vorrichtung zum Entfernen der Formkerne aus den Bauteilen kann gekennzeichnet
sein durch einen Ofen, eine an der Ofendecke befestigbare Klemmleiste zum Festhalten
der aus den Bauteilen herausragenden Formkernenden, wobei die Bauteile an den Formkernenden
aufgehängt sind, und eine Auffangeinrichtung für die nach dem Aufschmelzen der Gleitmittelschicht
herabfallenden Bauteile.
[0016] Eine andere Ausführungsform der Vorrichtung ist gekennzeichnet durch einen Ofen,
eine in dem Ofen angeordnete Halteeinrichtung für die Bauteile, mindestens eine außerhalb
des Ofens angeordnete Klemmleiste zum Festhalten der durch Öffnungen in der Ofenwand
hindurchgeführten Kernenden sowie eine auf die Klemmleiste wirkende Vorspanneinrichtung,
die auf die Klemmleiste eine von dem Ofen weg gerichtete Kraft ausübt.
[0017] Wenn der Formkern beispielsweise aus Federstahl besteht, kann die Klemmleiste drehbar
gelagert und mit Hilfe eines Elektromotors antreibbar sein, wobei ein Endschalter
vorgesehen ist, den die Klemmleiste nach einem kurzen Verschiebungsweg betätigt und
dadurch den Elektromotor einschaltet. Auf diese Weise können auch relativ lange Formkerne
problemlos aus den Bauteilen herausgezogen und auf die Klemmleiste aufgespult werden.
[0018] Wenn die Formkerne elektrisch leitfähig sind, kann bei sämtlichen Vorrichtungen anstelle
der Ofenwärme auch elektrisch erzeugte Wärme verwendet werden, indem an die beiden
Enden der Formkerne die Pole einer elektrischen Spannungsquelle angelegt werden. Gegebenenfalls
können auch verschiedene Wärmequellen miteinander kombiniert werden.
[0019] Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht und im nachstehenden
im einzelnen anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen fertigen Formstein für einen Gasspülstein mit dem noch darin befindlichen
Formkern,
Fig. 2 die Seitenansicht eines fertigen Gasspülsteins mit einem mittigen spaltförmigen
Durchgangskanal,
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Gasspülstein gemäß Fig. 2,
Fig. 4 die Draufsicht auf einen Gasspülstein mit zwei parallel zueinander angeordneten
spaltförmigen Durchgangskanälen,
Fig. 5 eine Draufsicht auf einen Gasspülstein mit drei parallel zueinander angeordneten
spaltförmigen Durchgangskanälen,
Fig. 6 eine Draufsicht auf einen Gasspülstein mit vier um dessen Mittelachse, jeweils
senkrecht zueinander angeordneten spaltförmigen Durchgangskanälen,
Fig. 7 in schematischer Darstellung die Ansicht einer Vorrichtung zum Entfernen der
Formkerne aus den Bauteilen,
Fig. 8 eine andere Ausführungsform einer Vorrichtung zum Entfernen der Formkerne aus
den Bauteilen und
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand von Fig. 1 im folgenden näher erläutert.
[0021] In Fig. 1 ist der Rohling 1 eines Gasspülsteins dargestellt, der aus einem Kegelstumpf
aus feuerfestem Material besteht. Durch seine Mitte verläuft ein Band 2 aus dünnem
Federstahlblech, welches eine Stärke von weniger als 1/10mm aufweisen kann.
[0022] Ein solcher Rohling wird wie folgt hergestellt: Zunächst wird das Federstahlband
2 auf eine Länge geschnitten, die größer als die Höhe des Rohlings 1 ist. Dann wird
das Federstahlband in flüssiges Wachs, beispielsweise Stearin oder Paraffin, eingetaucht,
welches in einem dünnen Film auf dem Federstahlband 2 haftet und nach kurzer Zeit
erstarrt. Das Federstahlband wird dann in eine in der Zeichnung nicht dargestellte
Form eingespannt, die der äußeren Kontur des herzustellenden Rohlings entspricht.
Dann wird die Feuerfest-Masse in die Form gegossen und in dieser ggfs. durch Vibration
verdichtet. Wenn die Feuerfest-Masse erstarrt ist, kann der Rohling 1 zusammen mit
dem in diesem befindlichen Federstahlband 2 aus der Form herausgenommen werden. Wie
in Fig. 1 dargestellt, ragen die Endabschnitte 3 und 4 des Federstahlbandes 2 aus
den Stirnseiten 5 und 6 des kegelstumpfformigen Rohlings heraus.
[0023] Durch Erwärmung des gesamten Rohlings bzw. des Federstahlbandes über die Schmelztemperatur
der Wachsschicht hinaus, kann die Wachsschicht aufgeschmolzen werden und es besteht
dann die Möglichkeit, das Federstahlband 2 von Hand oder mit Hilfe einer Vorrichtung
nahezu ohne Kraft aus dem Rohling 1 herauszuziehen.
[0024] Nach dem Herausziehen des Federstahlbandes 2 ist der Rohling fertig und es ist keine
Nachbearbeitung mehr erforderlich.
[0025] Zur Herstellung des fertigen Gasspülsteins 7, der in Fig. 2 und 3 dargestellt ist,
wird der Rohling 1 in seinem äußeren Umfangsbereich mit einem dünnen Blechmantel 8
umgeben und auf die breitere Stirnseite 5, die um den Eingangsbereich des spaltförmigen
Durchgangskanals 9 mit einer runden Vertiefung 10 versehen ist, wird ein Blechdeckel
11 aufgelegt, der eine mittige Gasdurchgangsöffnung 12 aufweist. Der Blechmantel
8 wird an den Blechdeckel 11 angeschweißt, so daß eine fest auf dem Rohling 1 sitzende
Blechumkleidung entsteht.
[0026] Im Betrieb wird das Spülgas durch die Gasdurchgangsöffnung 12 eingeleitet, sammelt
sich in der durch die Vertiefung 10 gebildeten Kammer und strömt dann durch den spaltförmigen
Durchgangskanal zum gegenüberliegenden freien Ende des Gasspülsteins.
[0027] Der spaltförmige Gasdurchgangskanal weist bei dem in Fig. 1 bis 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
über seine gesamte Länge einen konstanten Querschnitt auf. Dadurch entsteht der Vorteil,
daß bei einem Verschleiß des Gasspülsteins immer ein konstanter Gasdurchgangsquerschnitt
zur Verfügung steht, so daß eine konstante Gaszufuhr über die gesamte Lebensdauer
des Gasspülsteins möglich ist. Darüber hinaus wird durch die Ausbildung des schmalen
glatten Gasdurchgangskanals die Lebensdauer des Gasspülsteins gegenüber bekannten
Gasspülsteinen erhöht, die geteilt ausgebildet oder aus gasdurchlässigem, porösem
Material hergestellt sind.
[0028] Je nach Bedarf lassen sich unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auch
Gasspülsteine herstellen, bei denen mehrere spaltförmige Durchgangskanäle 9 vorgesehen
sind.
[0029] In Fig. 4 bis 6 sind verschiedene Ausführungsbeispiele von Gasspülsteinen 13 dargestellt,
bei denen zwei, drei und vier spaltförmige Durchgangskanäle in verschiedener Formation
ausgebildet sind.
[0030] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auch für andere keramische bzw. feuerfeste
Teile anwenden, in denen Durchgangskanäle mit runden, eckigen, ovalen und in sonstiger
Weise beliebig geformten Querschnitten ausge bildet werden sollen.
[0031] Bei der Herstellung einer größeren Stückzahl von Bauteilen kann das Entfernen der
Formkerne aus den Bauteilen mit Hilfe spezieller Vorrichtungen vereinfacht werden.
[0032] In Fig. 7 ist eine diesbezügliche Vorrichtung dargestellt, bei der die Federstahlbänder
2 aus den Rohlingen 1, die für Gasspülsteine vorgesehen sind, herausgezogen werden
sollen. Zu diesem Zweck werden die Rohlinge 1 unter der Decke eines Trockenofens 14
aufgehängt. Das Aufhängen erfolgt in der Weise, daß die aus den breiteren Stirnseiten
herausragenden Endabschnitte 3 der Federstahlbänder 2 an einer Klemmleiste 15 befestigt
werden. In einem Abstand unterhalb der Befestigungspositionen sind Auffangbehälter
16 installiert, die der Form der Rohlinge 1 angepaßt sind und in die die Rohlinge
hineinfallen können.
[0033] Wenn die Rohlinge 1 in dem Ofen erwärmt werden, so schmilzt die auf den Federstahlbändern
2 befindliche Wachsschicht bei einer bestimmten Temperatur auf und die Rohlinge 1
gleiten aufgrund ihres Eigengewichts an den Federstahlbändern 2 hinab und fallen in
die Auffangbehälter 16. Daran anschließend kann dann in demselben Ofen 14 der Trocknungsvorgang
für die Rohlinge zu Ende geführt werden.
[0034] In Fig. 8 ist eine andere Ausführungsform der Vorrichtung zum Entfernen der Formkerne
aus den Bauteilen dargestellt. Die Vorrichtung ist wiederum anhand von Gasspülsteinrohlingen
1 erläutert, in denen Federstahlbänder 2 als Formkerne vorhanden sind. Diese Vorrichtung
eignet sich insbesondere für größere Gasspülsteine.
[0035] Die erstarrten Rohlinge 1 werden in einem Ofen 17 in ein Stapelblech 18 gestellt
und die Endabschnitte 3 der Federstahlbänder 2 werden durch in der Ofendecke vorgesehene
Schlitze hindurchgeführt und an einer drehbaren Klemmleiste oder Welle 19 festgeklemmt.
Mit Hilfe von Federn 20 steht die Welle 19 unter einer von dem Ofen weg gerichteten
Vorspannung. Wenn im Inneren des Ofens 17 eine Temperatur erreicht wird, die die Wachsschicht
auf den Federstahlbändern 2 schmelzen läßt, so zieht die Welle 19 auf Grund der Federvorspannung
die Federstahlbänder ein Stück aus den Rohlingen 1 heraus. Nach einem kurzen Verschiebungsweg
wird ein Endschalter 21 betätigt, durch ein in der Zeichnung nicht dargestellter Elektromotor
eingeschaltet wird, der die Welle 19 antreibt. Durch die Drehbewegung der Welle 19
werden die Federstahlbänder 2 aufgespult und aus den Rohlingen 1 herausgezogen.
[0036] Wenn die Formkerne nicht aus Federstahlband bestehen und sich nicht aufspulen lassen,
ist keine Welle 19 sondern eine einfache Klemmleiste vorgesehen, die einen ausreichend
großen Hub ausführt, um die Formkerne völlig aus den Rohlingen 1 herauszuziehen.
[0037] In Fig. 9 ist eine weitere Vorrichtung zum Entfernen der Formkerne aus den Rohlingen
1 dargestellt. Hierbei wird aber vorausgesetzt, daß die Formkerne elektrisch leitfähig
sind. Die Rohlinge 1 werden in einem Gestell 22 gehaltert und an die Endabschnitte
3 und 4 der im vorliegenden Fall wiederum als Federstahlbänder 2 ausgebildeten Formkerne
wird eine elektrische Spannung angelegt, die die Federstahlbänder bis zum Aufschmelzen
der Wachsschicht erwärmt. Dann können die Federstahlbänder 2 von Hand oder mit einer
beliebigen Vorrichtung einzeln oder gemeinsam aus den Rohlingen herausgezogen werden.
[0038] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es vorteilhaft, wenn die unteren Endabschnitte
4 des Federstahlbandes 2 leicht konisch ausgebildet sind, so daß der Reibungswiderstand
des Bandes zum Ende hin kleiner wird. Die elektrischen Klemmen können beim Herausziehen
des Bandes abgestreift werden.
[0039] Das elektrische Erwärmen und Aufschmelzen der Federstahlbänder kann auch noch durch
andere Wärmequellen unterstützt werden. Beispielsweise ist es möglich, die Rohlinge
zuvor kurz in einem Ofen vorzuwärmen.
Bezugszeichenliste
[0040]
1 Rohling
2 Federstahlband
3 Endabschnitt
4 Endabschnitt
5 Stirnseite
6 Stirnseite
7 Gasspülstein
8 Blechmantel
9 spaltförmiger Durchgangskanal
10 Vertiefung
11 Blechdeckel
12 Gasdurchführungsöffnung
13 Gasspülstein
14 Trockenofen
15 Klemmleiste
16 Auffangbehälter
17 Ofen
18 Stapelblech
19 Welle
20 Federn
21 Endschalter
22 Gestell
1. Verfahren zur Herstellung von Bauteilen aus keramischem bzw. feuerfestem Material
mit Durchgangskanälen beliebigen Querschnitts, wobei die Durchgangskanäle über ihre
Länge konstante oder sich nach einer Seite hin erweiternde Querschnitte aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Formkern, der der Gestalt des zu erzeugenden Durchgangskanals entspricht,
in ein geschmolzenes Gleitmittel, das bei normalen Umgebungstemperaturen fest ist,
eingetaucht wird, wobei das Gleitmittel nach dem Herausziehen des Formkerns aus dem
Gleitmittelbad an diesem durch Erstarrung haftet, daß der mit dem erstarrten Gleitmittel
beschichtete Formkern derart in eine Form eingespannt wird, daß zumindest ein Kernende
- bei nach einer Seite hin erweitertem Querschnitt das breite Kernende - aus dem anschließend
herzustellenden Bauteil herausragt, daß dann das Rohmaterial für das Bauteil in die
Form eingebracht wird und daß nach dem Erstarren des Bauteils dem Formkern Wärme zugeführt
und der Formkern unmittelbar nach dem Aufschmelzen der Gleitmittelschicht aus dem
Bauteil herausgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Gleitmittel Wachs verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Wachs Stearin verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Wachs Paraffin verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil nach dem Erstarren zum Aufschmelzen der Gleitmittelschicht des Formkerns
in einem Ofen erwärmt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit einem Formkern aus elektrisch leitfähigem
Material, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Erstarren des Bauteils eine Spannung an beide Enden des Formkerns angelegt
und die Gleitmittelschicht durch die elektrisch erzeugte Wärme aufgeschmolzen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil während der Erwärmung an dem aus diesem herausragenden Endabschnitt
des Formkerns aufgehängt wird, wobei das Bauteil nach dem Aufschmelzen des Gleitmittels
durch sein Eigengewicht von dem Formkern abrutscht.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der aus dem Bauteil herausragende Endabschnitt des Formkerns während der Erwärmung
mit einer vorgegebenen Zugkraft beaufschlagt wird, wobei der Formkern nach dem Aufschmelzen
des Gleitmittels selbsttätig aus dem Bauteil herausgezogen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Herstellung eines einteiligen
Gasspülsteins mit mindestens einem spaltförmigen Durchgangskanal, dadurch gekennzeichnet, daß als Formkern ein Streifen aus Federstahlblech verwendet wird.
10. Gasspülstein, der nach dem Verfahren gemäß Anspruch 9 hergestellt ist, mit einem
mittig angeordneten, spaltförmigen Durchgangskanal (9).
11. Gasspülstein, der nach dem Verfahren gemäß Anspruch 9 hergestellt ist, mit zwei
oder mehr parallel zueinander angeordneten spaltförmigen Durchgangskanälen (9).
12. Gasspülstein, der nach dem Verfahren gemäß Anspruch 9 hergestellt ist, mit vier
um seine Mittelachse angeordneten, jeweils senkrecht zueinander verlaufenden spaltförmigen
Durchgangskanälen (9).
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 7 zum Entfernen der
Formkerne aus den Bauteilen, gekennzeichnet durch einen Ofen (14), eine an der Ofendecke befestigbare Klemmleiste (15) zum Festhalten
der aus den Bauteilen (1) herausragenden Endabschnitte (3) der Formkerne (2), wobei
die Bauteile (1) an den Endabschnitten (3) der Formkerne (2) aufgehängt sind, und
eine Auffangeinrichtung (16) für die nach dem Aufschmelzen der Gleitschicht herabfallenden
Bauteile (1).
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 8 zum Entfernen der
Formkerne aus den Bauteilen, gekennzeichnet durch einen Ofen (17), eine in dem Ofen angeordnete Halteeinrichtung (18) für die Bauteile
(1), mindestens eine außerhalb des Ofens angeordnete Klemmleiste (19) zum Festhalten
der durch Öffnungen in der Ofenwand hindurchgeführten Endabschnitte (3) der Formkerne
sowie eine auf die Klemmleiste (19) wirkende Vorspanneinrichtung (20), die auf die
Klemmleiste (19) eine von dem Ofen (17) weg gerichtete Kraft ausübt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14 zum Entfernen von Formkernen aus Federstahl aus den
Bauteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmleiste (19) drehbar gelagert und mit Hilfe eines Elektromotors antreibbar
ist, daß ein Endschalter (21) vorgesehen ist, den die Klemmleiste (19) nach einem
kurzen Verschiebungsweg betätigt, und daß durch die Betätigung des Endschalters (21)
der Elektromotor einschaltbar ist.