[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schmiermittel für Getriebe mit stufenloser
Kraftübertragung. Es ist besonders geeignet für Zugkettengetriebe.
[0002] Es ist dem Fachmann bekannt, daß Getriebe mit stufenloser Kraftübertragung (CVT-Getriebe,
Continuously Variable Transmission) an Bedeutung gewinnen, da Kraftfahrzeuge mit
solchen Getrieben einen sehr guten Wirkungsgrad, geringe Geräuschentwicklung und
geringen Kraftstoffverbrauch besitzen. Wie bei konventionellen automatischen Getrieben
erübrigt sich das Schalten.
[0003] Man unterscheidet zwischen Schubkettengetrieben und Zugkettengetrieben.
Ein bekanntes Schubkettengetriebe ist beispielsweise das CVT-Getriebe mit Van-Doorne-Schubgliederband.
(Antriebstechnik 26, (1987) Nr. 8, Seite 47 -52).
[0004] Für Zug- und Schubkettengetriebe ist das Schmiermittel von sehr großer Bedeutung.
Es soll nicht nur gute Schmierwirkung besitzen, um den Verschleiß an den Ketten gering
zu halten, sondern es muß zusätzlich eine bestimmte Reibungszahl besitzen, um die
Kraftübertragung zu ermöglichen. Die Reibungszahl muß höher als bei konventionellen
Schmierölen sein, jedoch nicht so hoch wie bei sog. Traktionfluids.
[0005] Bei letzerem ist eine möglichst hohe Reibungszahl erwünscht, da die Aufgabenstellung,
gleichzeitig Kettenglieder zu schmieren, entfällt. Es laufen vielmehr Scheiben oder
Rollen aufeinander, deren "Schlupf" so klein wie möglich sein soll. Ist die Umdrehungsgeschwindigkeit
eines Körpers V1 und die des anderen V2, so ist der Schlupfwert als
definiert.
[0006] Schmiermittel für Zugkettengetriebe sind in der Literatur bereits beschrieben.
So offenbart DE-OS 31 27 970 ein Schmiermittel das aus einem Kohlenwasserstofföl besteht,
das 19 - 30 Kohlenwasserstoffatome enthält sowie 3 sechsgliedrige carbocyclische
Ringe.
[0007] In DE-OS 33 21 773 ist ein Schmiermittel beschrieben, das durch Kohlenstoffbrücken
verbundene Dekalinringe enthält.
[0008] IN DE-OS 33 37 503 ist von der gleichen Anmelderin ein Schmiermittel offenbart,
das ebenfalls hydrierte kondensierte Aromaten enthält.
[0009] Phosphetanderivate als Zusatz zu üblichen Schmiermitteln sind in DE-OS 27 15 529
offenbart.
[0010] Die Anmelderin hat nunmehr überraschend gefunden, daß ein für Getriebe mit stufenloser
Kraftübertragung insbesondere Zugkettengetriebe hervorragend geeignetes Schmiermittel
dadurch gekennzeichnet ist, daß es 10 bis 80 Gew.-% naphthenische Kohlenwasserstoffe
enthält, 80 bis 10 Gew.-% Polyisobuten mit einem Polymerisationsgrad von Mol Gew.
200 bis 10.000, bevorzugt Mol Gew. 300 bis 6000 und ein Additiv aus wenigstens einem
Phosphetanderivat der allgemeinen Formel

in einer Menge von 3 x 10⁻⁶ Mol bis 1 x 10⁻² Mol, bevorzugt 1,5 x 10⁻⁵ bis 5 x 10⁻³
Mol and besonders bevorzugt 3 x 10⁻⁵ - 3 x 10⁻³ Mol bezogen auf 100 g Schmiermittel,
wobei R₁, R₂, R₃ und R₄, H, lineare, verzweigte und ringförmige gesättigte C₁-C₄-Kohlenwasserstoffreste
sein können, X₁, X₂ und X₃ unabhängig voneinander O oder S bedeuten
n falls X₁ O ist, 1 und falls X₁ S ist, 1 - 2 bedeutet,
Z eine ein- oder mehrwertige stickstoffhaltige öllösliche organische Base ist,
m 1 - 2 ist und
p 1 - 2 bedeutet.
[0011] Bevorzugt bedeutet
X₁ S
n 1 - 2
X₂ und X₃ O und
Z ein primäres, sekundäres oder tertiäres Amin der Formel N R₅ R₆ R₇, worin R₅
und R₆ unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen aliphatischen oder aromatischen
Rest und R₇ einen aliphatischen oder aromatischen Rest bedeuten.
[0012] Besonders bevorzugt bedeutet
X₁ S
n 1
X₂ und X₃ O und
Z ein primäres Amin der Formel H₂ N R₈, worin R₈ einen aliphatischen Rest bedeutet
und
m = 1
[0013] Bei der naphthenischen Komponente handelt es sich um ein hoch ausraffiniertes bzw.
durchhydriertes Produkt. Solche Produkte sind auf dem Market erhältlich. Sie können
natürlich auch durch Raffination in eigenen Anlagen erzeugt werden.
[0014] Ebenso kann die Polyisobuten-Komponente ein auf dem Markt er hältliches Produkt
sein.
[0015] Die naphthenische Komponente ist in dem Schmiermittel in einer Konzentration von
10 bis 80 Gew.-%, bevorzugt von 15 bis 50 Gew.-% enthalten.
[0016] Die Polyisobuten-Komponente ist in einer Konzentration von 10 bis 80 Gew.-% im Schmiermittel
enthalten, bevorzugt von 40 bis 70 Gew.-%.
[0017] Die Gruppen am viergliedrigen Ring R₁, R₂, R₃ und R₄ des Phosphetanderivats können
gleich oder unterschiedlich sein. Sie sind bevorzugt H, können jedoch auch C₁ - C₄-Kohlenwasserstoffreste
sein, die verzweigt, ringförmig und geradkettig sein können, wobei
X₁, X₂ und X₃ unabhängig voneinander O oder S bedeuten
n falls X₁ O ist, 1 und falls X₁ S ist, 1 - 6 bedeutet,
Z eine ein- oder mehrwertige stickstoffhaltige öllösliche organische Base ist,
m 1 - 2 ist und
p 1 - 2 bedeutet.
[0018] Bevorzugt bedeutet
X₁ S
n 1 - 2
X₂ und X₃ O und
Z ein primäres, sekundäres oder tertiäres Amin der Formel N R₅ R₆ R₇ , worin
R₅ und R₆ unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen aliphatischen oder aromatischen
Rest und R₇ einen aliphatischen oder aromatischen Rest bedeuten.
[0019] Besonders bevorzugt bedeuten
X₁ S
n 1
X₂ und X₃ O und
Z ein primäres Amin der Formel H₂ N R₃ ist, worin R₃ einen aliphatischen Rest
bedeutet und
m = 1
[0020] Als Base für die Salzbildung mit den 1,3-Thiaphosphetanen kann grundsätzlich jede
ein- oder zweiwertige organische Stickstoffbase verwendet werden. Aus praktischen
Gründen eignen sich für die Anwendung in Schmiermitteln nur öllösliche Stickstoffbasen
und insbesondere solche mit einer Gesamt-C-Zahl von 6-40 C-Atomen.
[0021] Bevorzugt werden als öllösliche organische Stickstoffbasen einwertige Verbindungen
eingesetzt, und insbesondere primäre, sekundäre oder tertiäre Amine der Formel R₅
R₆NR₇, worin R₅ und R₆ unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen aliphatischen
oder aromatischen Rest, und R₇ einen aliphatischen oder aromatischen Rest bedeuten.
[0022] Bedeuten R₅, R₆ und R₇ einen aliphatischen Rest, so kann es sich dabei um gegebenenfalls
mit O und/oder S unterbrochenes verzweigtes oder geradkettiges Alkyl wie Methyl, Aethyl,
n-Propyl, Isopropyl, t-Butyl, Amyl, Hexyl, 1-Methylpentyl, t-Oxtyl, 2-Aethyl-hexyl,
n-Decyl, 2-Aethyl-decyl, n-Tetradecyl, n-Octadecyl, n-Eicosyl, 2,7,8-Trimethyl-decyl,
4-Isobutyl-2,5-dimethyl-heptyl, Octacosoyl, Dotriacontyl, Hexatriacontyl oder Tetracontyl
handeln. R₅, R₆ und R₇ können jedoch als aliphatischer Rest auch gegebenenfalls mit
O oder S unterbrochenes, verzweigtes oder geradkettiges Alkenyl wie Allyl, Vinyl,
2-Butenyl, 2-Hexenyl, 2-Dodecenyl oder 2-Hexatriacontenyl sein. Die Gesamt C-Zahl
der Reste R₅, R₆ und R₇ soll dabei 6 bis 40 betragen.
[0023] Die Aminogruppe kann gegebenenfalls auch äthoxyliert sein, wobei der Aethoxylierungsgrad
auf die angestrebte Öllöslichkeit des Produktes abgestimmt werden muß.
[0024] Bedeuten R₅, R₆ und R₇ einen aromatischen Rest, so handelt es sich dabei um eine
gegebenenfalls durch Alkylgruppen mit je 1 bis 12 C-Atomen wie Methyl, Aethyl, Propyl,
Butyl, Hexyl, Oxtyl, Decyl oder Dodecyl substituierte Phenylgruppe.
[0025] Unter den zu verwendenden organischen Stickstoffbasen der Formel R₅ R₆NR₇ sind solche
zu nennen, in den R₅ und R₆ unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen aliphatischen
Rest bedeuten, und R₇ eine gegebenenfalls durch Alkylgruppen substituierte Phenylgruppe
bedeutet.
[0026] Besonders bevorzugt werden jedoch primäre organische Stickstoffbasen der Formel
H₂NR₈ eingesetzt, worin R₈ gegebenenfalls durch O oder S unterbrochenes, verzweigtes
oder geradkettiges Alkyl oder Alkenyl mit je 6 bis 40, und insbesondere mit je 8
bis 24 C-Atomen bedeutet.
[0027] In der Praxis werden oft Gemische von verschiedenen Stickstoffbasen eingesetzt,
wie z.B. Primene 81-R (Gemisch primärer C₁₂-C₁₅ t-Alkylamine, von Rohm und Haas,
USA). Ebensogut eignen sich jedoch auch die Salze welche eine einheitliche Stickstoffkomponente
besitzen.
Beispiele für solche Amine sind:
[0028] Methylamin, Aethylamin, Propylamin, Butylamin, t-Butylamin, Hexylamin, Oxtylamin,
(2-Aethylhexyl)amin, t-Octylamin, Decylamin, t-Dodecylamin, Tetradecylamin, Octadecylamin,
Phenylamin, Benzylamin, (Nonylphenyl)amin, Cyclohexylamin, Pyridin, Piperidin, Dimethylamin,
Methyloctylamin, Didodecylamin, Methyloctadecylamin, Methylcyclohexylamin, Phenyloctylamin,
Trimethylamin, Dimethylcyclohexylamin, Methyloctyldecylamin, (Octoxyäthyl)amin,
(Octylthioäthyl)amin, (t-Dodecylthioäthyl)- amin, Dodecyl-dimethylamin, Hexadecyl-dimethylamin,
Decyldimethyl-amin, Didodecylmethyl-amin, Methyl-butyl-dodecyl-amin, Dimethyl-propylamin,
Trioctyl-amin, Dioctyl-methylamin, Dodecylbenzyl-methyl-amin, Nonylphenyl-dimethylamin,
Phenyl-dodecyl-methyl-amin, Phenyl-dimethyl-amin, Phenyl-dimethyl-amin, Allyl-dibutyl-amin,
Methyl-dodecyl-amin, heptadecyl-dimethyl-amin, Dioctyl-methyl-amin, Methyl-α-naphthyl-phenyl-amin,
Cyclohexyl-dimethyl-amin, Nonyl-dimethyl-amin, Tris(n-tridecyl)amin, Tris(n-dodecyl)-amin,
Tris(isooctyl)amin, Methylbutylhexadecyl-amin, Tri-äthyl-amin, 3,5-Dimethyl-pyridin,
2-(Aethylhexyl)-methyl-dodecyl-amin, (Methyläthyl)-didecyl-amin, Methyl-butyl-dodecyl-amin,
Dimethyl-dodecyl-amin, Hexadecyl-dimethyl-amin, Tris(i-dodecyl)-amin, Dimethyl-benzyl-amin,
Dimethyl-(tert.-octylphenyl)-amin, (N-Methyl)-1-imidazolin (N-Methyl)-1-pyrrazolin,
Oxazolin, Chinolin, Pyrrolidin, N-Aethyl-pyrrolidin, N-Methyl-piperidin, N-Butyl-piperidin,
N-Butyl-piperidin, Thiazol, N-Methyl-phenothiamin.
Beispiele von erfindungsgemäßen Phosphetan - Verbindungen sind:
[0029] Dodecylammoniumsalz des 3-Hydroxy-3-oxo-1,3-thiaphosphetans
Di-n-butylammoniumsalz des 3-Mercapto-3-thio-1,3-thiaphosphetans
Tri-n-octylammoniumsalz des 3-Hydroxy-3-oxo-1,3-thiaphosphetans
(2,6-di-tert.-butyl-phenyl)-ammoniumsalz des 3-Mercapto-3-oxo-1,3-oxaphosphetans
(2,6-Diäthyl-phenyl)-diäthylammoniumsalz des 3-Hydroxy-3-oxo-1,3-thiaphosphetans
Tri-n-nonyl-ammoniumsalz des 3-Hydroxy-3-oxo-1,3-oxaphosphetans
Di-(2-äthyl-hexyl)-ammoniumsalz des 3-Hydroxy-3-oxo-1,3-thiaphosphetans.
[0030] Es kann ein bestimmtes oder es können mehrere der genannten Phophetanderivate eingesetzt
werden.
[0031] Die Untersuchungen der Anmelderin haben überraschend ergeben, daß der Verschleiß
an den Ketten durch die erfindungsgemäßen Phosphetanderivate sehr stark herabgesetzt
wird, so daß ein Schmiermittel erhalten wird, das sowohl die erwünschte Reibungszahl
als auch einen geringen Kettenverschleiß ergibt.
[0032] Das erfindungsgemäße Schmiermittel wurde sowohl im CVT-Getriebeprüfstand als auch
im Fahrzeug in zahlreichen Tests sorgfältig geprüft.
Das Versuchsgetriebe wurde vor jedem Versuchsbeginn mit ca. 5 L Versuchsöl gefüllt.
[0033] Zwischen den Versuchen erfolgte eine gründliche Reinigung und anschließendes Spülen
mit ca. 1,5 L des neuen Versuchs-Schmieröls.
[0034] Nach jeweils 3000 KWh (entsprechend 12.000 km Prüflauf) wurden zur Untersuchung 50
ml Schmiermittel entnommen und dieselbe Menge Frischöl nachgefüllt.
Jeder Anfahrzyklus dauerte knapp 1 Minute, entsprechend etwa einer Fahrstrecke von
1 km.
Es wurden Versuche mit Fahrstrecken von 12.000, 24.000 und 38.000 km durchgeführt.
[0035] Der Anfahrzyklus wurde so gewählt, daß Kette und Kegelscheiben der höchstmöglichen
Belastung durch ständige Verstellung, Stillstandsverstellung und dementsprechend hohe
Gleitanteile ausgesetzt waren.
Übertragen auf ein Fahrzeug wurde bei springender Kupplung bei mittlerer Motordrehzahl
und mittlerem Motorennennmoment angefahren und schnell auf eine Fahrgeschwindigkeit
von ca. 120 km/h beschleunigt. Dann erfolgte eine Vollbremsung bei gleichzeitiger
Rückverstellung der Wandlerübersetzung in den Anfahrgang.
[0036] Bewertungskriterien für die Qualität des eingesetzten Schmierstoffs war der Verschließ
an den eingesetzten Wiegedruckstükken, die Bildung von Graufleckigkeit auf den Kegelscheiben
und die Reibungszahl.
[0037] Eine typische Schmiermittel-Rezeptur enthielt folgende Komponenten:
Polyisobuten |
65 |
Gew.-% |
Naphthenöl |
20 |
" |
Phosphetan-Derivat |
0,03 |
" |
+ weitere Additive |
14,97 |
" |
nämlich Viskositätsverbesserer wie z.B. Polymethacrylate, Antischaummittel, Korrosionsschutzmittel
und Antioxidantien z.B. des Phenol- und/oder Amintyps.
[0038] Außerdem ist es vorteilhaft Verschleißschutzadditive z.B. auf Phosphor- und/oder
Schwefelbasis einzusetzen.
[0039] Als Additive können auf dem Markt erhältliche, jedoch auch sonstige Produkte eingesetzt
werden.
[0040] Als Phosphetan wurde

eingesetzt.
[0041] Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
Tabelle 1
|
übertragene Gesamtarbeit (KWh) |
Verschleiß (mg) |
Graufleckigkeit |
Reibungszahl µ |
Muster I ATF |
8198 |
32 |
nein |
0,128-0,149 |
Muster II ATF |
7841 |
58 |
nein |
|
Muster III erf.-gem. |
7896 |
6 |
nein |
0,127-0,0,140 |
Muster IV (wie III, jedoch ohne Phosphetan) |
7955 |
35 |
nein |
0,105 |
(ATF= konventionelles Automatic Transmission Fluid) |
[0042] Die Tabelle zeigt, daß bei optimaler Reibungszahl eine überraschende Verschleißverminderung
im Falle des erfindungsgemäßen Musters III eintritt.
Ohne Zusatz des Phosphetans ergibt das der Formulierung des Musters III entsprechende
Muster IV jedoch weder eine brauchbare Verschleißzahl noch eine brauchbare Reinbungszahl.
Aussehen der Kegelscheiben:
[0043] keine Graufleckigkeit.
Viskositätsverhalten
[0044] Es wurden 3 Proben mit Kilometerleistungen von
a, 13.000 km
b, 25.000 km und
c, 38.000 km
untersucht.
Tabelle 2
|
Frischöl |
Probe a |
Probe b |
Probe c |
Viskosität bei 40 °C in mm²/s |
50,7 |
44 |
42,5 |
41,6 |
Viskosität bei 100 °C in mm²/s |
8,5 |
7,1 |
6,9 |
6,65 |
VIE (Viskositätsindex) |
143 |
122 |
120 |
113 |
NZ (Neutralisationszahl) |
1,11 |
|
|
1,15 |
VZ (Verseifungszahl) |
2,58 |
|
|
3,36 |
[0045] Aus den Ergebnissen geht hervor, daß das erfindungsgemäße Schmiermittel eine ausgezeichnete
Scherstabilität besitzt. Aus Neutralisationszahl und Verseifungszahl geht ferner hervor,
daß auch die Ölalterung als sehr gering anzusehen ist.
Tabelle 3
|
Rückstell-Nr. |
Probe a |
Probe b |
Probe c |
Cu ppm |
n.n. |
2 |
2 |
3 |
Fe ppm |
n.n. |
28 |
29 |
32 |
[0046] Aus Tabelle 3 geht bei den Proben a - c hervor, daß aufgrund der sehr geringen Gehalte
an Cu und Fe und der vernachlässigbaren Zunahmen dieser Metalle, die Additivierung
einen hervorragenden Verschleißschutz gewährleistet. Ölwechselintervalle können
demgemäß ohne weiteres auf über 40.000 km verlängert werden.
[0047] Zusätzlich wurden die Gehalte an
Pb, Si, Mn, Mo, Ca, Zn, Ni, Al, Cr, B, P, Mg, Ba und Sn geprüft.
Bei diesen Elementen wurden gegenüber dem Rückstellmuster (Originalprobe) keine Änderungen
festgestellt.
[0048] Die Zusammensetzung des Schmiermittels wurde in den Ansprüchen angegebenen Grenzen
variiert, wobei zahlreiche Phosphetanderivate in den offenbarten Mengenbereichen
zugesetzt wurden, die nach DE-OS 27 15 529 und der dort zitierten Literatur hergestellt
wurden. Es wurden hierbei ähnlich gute Testergebnisse erhalten.
[0049] Nur einige der untersuchten Schmiermittel-Mischungen sind in Tabelle 4 zusammengefaßt.
Tabelle 4
Proben-Nr. |
R₁ |
R₂ |
R₃ |
R₄ |
X₁ |
X₂ |
X₃ |
Z |
p |
n |
m |
1 |
H |
CH₃ |
C₂H₅ |
H |
S |
O |
O |
A |
1 |
1 |
1 |
2 |
H |
C₃H₇ |
H |
H |
S |
O |
O |
B |
1 |
1 |
1 |
3 |
H |
H |
H |
H |
S |
O |
O |
A |
1 |
2 |
1 |
4 |
H |
C₄H₉ |
H |
H |
O |
S |
S |
C |
1 |
1 |
1 |
Ergebnisse |
Proben-Nr. |
übertragene Gesamtarbeit (KWh) |
Verschleiß (mg) |
Graufleckigkeit |
Reibungszahl (µ) |
1 |
8220 |
3 |
nein |
0,127-0,140 |
2 |
7975 |
2 |
nein |
0,128-0,142 |
3 |
8115 |
5 |
nein |
0,127-0,142 |
4 |
8234 |
15 |
nein |
0,118-0,136 |
Kilometerleistung : 38.000 km |
Proben-Nr. |
Viskosität bei 40°C in mm²/s |
Viskosität bei 100°C in mm²/s |
Viskosität index |
Neutralisationszahl |
Verseifungszahl |
Cu ppm |
Fe ppm |
1 |
16,9 |
6,9 |
120 |
1,13 |
2,95 |
2 |
28 |
2 |
16,2 |
7,0 |
118 |
1,13 |
2,99 |
2 |
29 |
3 |
14,3 |
6,3 |
116 |
1,15 |
3,40 |
2 |
31 |
4 |
13,9 |
6,0 |
109 |
1,13 |
3,51 |
4 |
34 |
Frischöl |
50,5 |
8,4 |
144 |
1,12 |
2,59 |
- |
- |
1. Schmiermittel, dadurch gekennzeichnet, daß es 10 bis 80 Gew.-% naphthenische Kohlenwasserstoffe
enthält, 10 bis 80 Gew.-% Polyisobuten mit einem Polymerisationsgrad von Mol Gew.
200 bis Mol Gew. 10.000 und ein Additiv aus wenigstens einem Phosphetanderivat der
allgemeinen Formel

in einer Menge von 3 x 10⁻⁶ Mol bis 1 x 10⁻² Mol bezogen auf 100 g des Schmiermittels,
worin R₁, R₂, R₃ und R₄, H und/oder lineare und/oder verzweigte und/oder ringförmige,
gesättigte C₁-C₄-Kohlenwasserstoffreste bedeuten,
X₁, X₂ und X₃ unabhängig voneinander O oder S bedeuten,
n falls X₁ O ist, 1 und falls X₁ S ist, 1 - 6 bedeutet,
Z eine ein- oder mehrwertige stickstoffhaltige öllösliche organische Base ist,
m 1 - 2 ist und
p 1 - 2 bedeutet.
Bevorzugt bedeutet
X₁ S
n 1 - 2
X₂ und X₃ O wobei
Z ein primäres, sekundäres oder tertiäres Amin der Formel N R₅ R₆ R₇ , worin
R₅ und R₆ unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen aliphatischen oder aromatischen
Rest und R₇ einen aliphatischen oder aromatischen Rest bedeuten.
Besonders bevorzugt bedeutet
X₁ S
n 1
X₂ und X₃ O und
Z ein primäres Amin der formel H₂ N R₈ worin R₈ einen aliphatischen Rest bedeutet
und
m = 1
2. Schmiermittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R₁, R₂, R₃ und R₄ bevorzugt
H ist.
3. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die naphthenischen
Kohlenwasserstoffe durchhydrierte Produkte sind.
4. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Polymerisationsgrad
des Polyisobutens ein Mol Gew. von 300 bis 6000 ist.
5. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt
an naphthenischen Kohlenwasserstoffen 15 bis 50 Gew.-% ist.
6. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyisobutenanteil
40 bis 70 Gew.-% ist.
7. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil
an Phosphetanderivat(en) 1,5 x 10⁻⁵ bis 5 x 10⁻³ Mol ist und besonders bevorzugt 3
x 10⁻⁵ bis 3 x 10⁻³ Mol bezogen auf 100 g Schmiermittel ist.
8. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß dasselbe
zusätzlich einen Viskositätsverbesserer enthält.
9. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß dasselbe
zusätzlich ein Antischaummittel enthält.
10. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, daß dasselbe
zusätzlich ein Korrosionsschutzmittel enthält.
11. Schmiermittel nach den Ansprüchen 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, daß dasselbe
zusätzlich ein Verschleißschutzmittel enthält.
12. Verwendung des Schmierstoffes nach den Ansprüchen 1 - 11, für Getriebe mit stufenloser
Kraftübertragung.
13. Verwendung des Schmiermittels nach den Ansprüchen 1 - 12, für Zugkettengetriebe.