| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 327 157 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
06.07.1994 Patentblatt 1994/27 |
| (22) |
Anmeldetag: 25.01.1989 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)5: H01H 1/02 |
|
| (54) |
Kontaktwerkstoff und Verfahren zu dessen Herstellung
Contact material and process of manufacturing it
Matériau de contact et procédé de fabrication
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT CH DE FR GB LI NL |
| (30) |
Priorität: |
01.02.1988 DE 3802869
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
09.08.1989 Patentblatt 1989/32 |
| (73) |
Patentinhaber: |
|
- Philips Patentverwaltung GmbH
22335 Hamburg (DE) Benannte Vertragsstaaten: DE
- Philips Electronics N.V.
5621 BA Eindhoven (NL) Benannte Vertragsstaaten: CH FR GB LI NL AT
|
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Dimigen, Heinz, Dr.rer.nat.
D-2000 Hamburg 52 (DE)
- Hübsch, Hubertus
D-2000 Hamburg 63 (DE)
- Kobs, Klaus, Dipl.-Ing.
D-2080 Pinneberg (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Volmer, Georg, Dipl.-Ing. et al |
|
Philips Patentverwaltung GmbH,
Röntgenstrasse 24 22335 Hamburg 22335 Hamburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 074 630 US-A- 3 482 202
|
GB-A- 2 056 177
|
|
| |
|
|
- CANADIAN JOURNAL OF PHYSICS. vol. 46, 15 März 1968, OTTAWA CA Seiten 719 - 723;"Ion-bombardment-induced
resistivity changes in thin films of silver, gold,titanium, and tungsten"
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kontaktwerkstoff in Form einer Schicht mit Chalkogeniden
von Übergangsmetallen der Gruppen IVa bis VIa des Periodischen Systems der Elemente
(PSE) auf einem Substrat, ein Verfahren zu dessen Herstellung, seine Verwendung für
elektrische Kontakte und einen elektrischen Kontakt.
[0002] Die spezifischen Einsatzbedingungen elektrischer Kontakte und die daraus resultierenden
Werkstoffanforderungen haben zur Folge, daß für die meisten Kontaktsysteme vorzugsweise
Kontaktwerkstoffe auf Edelmetallbasis eingesetzt werden. Der technische Fortschritt,
insbesondere in der Elektronik und Elektrotechnik, erfordert nun eine Bereitstellung
von Edelmetallen in ständig steigenden Mengen, der nur ein begrenztes und stark rückläufiges
Aufkommen an Edelmetallen auf dem Weltmarkt gegenübersteht. Der Einsatz und die Weiterentwicklung
von Kontaktwerkstoffen sind deshalb vor allem bestimmt von der Notwendigkeit zur Substitution
von Edelmetallen, was durch Herabsetzung des Legierungsanteils, durch geometrische
Minimierung des Kontaktvolumens und durch Entwicklung neuer Kontaktwerkstoffe, die
ohne Edelmetalle auskommen, erreicht werden kann. Aus diesem Grund werden heute z.B.
Kontaktwerkstoffe auf Basis hochschmelzender Metalle wie Wolfram, Molybdän und Rhenium
eingesetzt, die sich neben ihren hohen Schmelzpunkten durch hohe Härte und Festigkeit
auszeichnen, was eine hohe Verschleiß- und Abbrandfestigkeit der aus ihnen hergestellten
Kontakte zur Folge hat. Mit dem Einsatz von reinen hochschmelzenden Metallen als Kontaktwerkstoff
sind jedoch gewisse Probleme verbunden.
[0003] Reine Wolframkontakte sind im Hinblick auf ihre Strombelastbarkeit infolge der geringen
elektrischen Wärmeleitfähigkeit nur begrenzt einsetzbar, außerdem ist Wolfram gegenüber
Sauerstoff oberhalb einer Temperatur von 400 °C unbeständig und es bilden sich beim
Schalten an Luft oxidische Fremdschichten, die zu einem Fremdschichtwiderstand und
damit zu einer Erhöhung des Kontaktwiderstandes führen. Für eine sichere Kontaktgabe
sind deshalb Kontaktkräfte von wenigstens 1 N erforderlich, oder es ist eine reibende
Betätigung der Kontakte vorzusehen. Die Herstellung des Ausgangshalbzeugs für Wolframkontakte
erfolgt pulvermetallurgisch durch Pressen und Sintern von Pulver, aufgrund der geringen
Duktilität und der hohen Festigkeit ist die mechanische Bearbeitung von Wolfram jedoch
schwierig.
[0004] Molybdän erreicht, bedingt durch seine physikalischen Eigenschaften, nicht die herausragenden
Kontakteigenschaften von Wolfram. Es wird als billigeres Metall jedoch für solche
Fälle bevorzugt, die den Einsatz von Wolfram nicht unbedingt erforderlich machen.
[0005] Aus der US 3 482 202 ist bereits eine selbstschmierende Kontaktstruktur bekannt,
die aus einem gut leitfähigen Substrat und einer selbstschmierenden Kontaktoberfläche
besteht. Die Kontaktoberfläche ist ein Verbundwerkstoff aus einer sehr gut leitenden,
metallischen Komponente und einer festen, schmierenden Komponente.
[0006] Die feste, schmierende Komponente ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Silber, Legierungen auf der Basis von Silber, sowie Kupfer und Legierungen auf
der Basis von Kupfer.
[0007] Die feste, schmierende Komponente ist vorzugsweise ausgewählt aus den Gruppen bestehend
aus Graphit, Molybdänsulfid, Niobdisulfid, Niobdiselenid, Tantaldisulfid und Titanditellurid.
Beispielsweise hatte die Kontaktoberfläche die Zusammensetzungen 92,8 % Ag, 7,2 %
MoS₂ oder 95,6 % Ag, 4,4 % MoS₂ oder 97,7 % Ag, 2,3 % MoS₂.
[0008] Der Verbundwerkstoff wird durch Plasmaspritzen der Komponenten oder eines Komponentengemisches
hergestellt. Dieser Verbundwerkstoff hat den Nachteil, daß die selbstschmierende Komponente
sehr schlecht leitfähig ist und daß er relativ teuer ist.
[0009] Plasmaspritzen als Herstellungsverfahren für die obigen Verbundstoffe hat den Nachteil,
daß das Verhältnis der beiden Komponenten in den gespritzten Schichten nur schwer
konstant und reproduzierbar erhalten werden kann.
[0010] Die EP-A-074630 offenbart Substrat/Deckschicht-Kombinationen, bei denen das Substrat
aus einem Übergangsmetall der Gruppe IVa bis VIa des PSE bestehen kann und die Deckschicht
aus dem zugehörigen Sulfid oder Selenid besteht. Diese Schichtwerkstoffe werden durch
in situ-Reaktion des Substratmetalls mit einer chalkogenhaltigen Phase hergestellt.
Es werden jedoch keine Hinweise auf einen Modifizierung der Struktur der Deckschichten
zur Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit gegeben. Es findet sich auch kein
Hinweis auf die Notwendigkeit einer Leitfähigkeitsverbesserung.
[0011] Im CANADIAN JOURNAL OF PHYSICS
46, (1968), 719 ff.,
Werden experimentelle Ergebnisse der Untersuchungen an den Metallen Ag, Au, Ti und
W auf S. 721, SP. 1.z. 15-25, in 3 Fälle aufgeteilt. Im Fall (1) geht der Widerstand
durch das Ionenbombardement kurzfristig zurück, steigt aber nach einiger Zeit wieder
auf den ursprünglichen Wert. In den Fällen (2) und (3) steigt der Widerstand von Anfang
an erheblich. Dies wird durch Schäden an der Schicht bzw. durchs Sputtern (Ablösen)
der Schicht erklärt. Es ist daher ganz überraschend, daß bei den erfindungsgemäßen
Schichten von Chalkogeniden der Übergangsmetalle aus der Gruppe IVa bis VIa durch
den Teilchenbeschuß der Widerstand um mehrere Zehnerpotenzen
sinkt und die Struktur der Schichten im Sinne einer Dichterhöhung verbessert wird.
[0012] Die US-A-3482202 offenbart Kontakte mit einem beliebigen Substrat und einer selbstschmierenden
Kontaktschicht, die ein Verbund aus einer sehr gut leitenden metallischen Komponenten
und einer festen schmierenden Komponente ist. Die sehr gut leitende metallische Komponente
wird vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe, die besteht aus Silber, Silberlegierungen,
Kupfer und Kupferlegierungen. Die feste, schmierende Komponente wird vorzugsweise
ausgewählt aus der Gruppe die besteht aus Graphit, Molybdändisulfid, Niobdisulfid,
Niobdiselenid, Tantaldisulfid, Titanditellurid. Diese Entgegenhaltung wird als nächster
Stand der Technik angesehen, weil sie Kontaktschichten aus verschiedenen Chalkogeniden
von Übergangsmetallen der Gruppe IVa bis Vb offenbart auf einem beliebigen Substrat
und sich diese Entgegenhaltung bereits die Aufgabe stellt, Kontaktwerkstoffe bereitzustellen,
die neben sehr niedrigen Gleitreibungskoeffizienten auch relativ niedrige Werte für
den Kontaktwiderstand aufweisen.
[0013] Die GB-A-2056177 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Kontaktwerkstoffen auf
der Basis von binären und ternären Legierungen von Cu, W, Mo, Ag, Cr, Ge, usw. Vorzugsweise
werden Kupferlegierungen verwendet. Die Legierungsbildung erfolgt durch Ionenimplantation
von bekannten Legierungsmaterialien wie Cr, Fe, Zr, Ti, V, Ge, Co, Si, Ni, Ta, W,
Mo und deren Kombinationen. Auch hier wird jedoch der elektrische Widerstand der Ursprungsschichten
durch die Ionenimplantation
heraufgesetzt und nur dadurch, daß durch die Ionenimplantation die Bildung von sehr dünnen Legierungsschichten
auf dem Kupfer möglich ist, wird die Leitfähigkeit des Kupfers nur wenig beeinflußt.
Nach Seite 1 Zeile 27 bis Seite 2 Zeile 1 ist die Verwendung von Material mit schmierenden
Eigenschaften ausdrücklich ausgeschlossen. Aus dieser Entgegenhaltung entnimmt der
Fachmann weder, daß Chalkogenide der Übergangsmetalle der Nebengruppen IVa bis VIa
als Kontaktwerkstoffe besonders geeignet sind, noch daß die Struktur von aus diesen
Chalkogeniden hergestellten Schichten durch Teilchenbeschuß modifiziert werden kann,
um den Kontaktwiderstand um mehrere Größenordnungen zu verringern.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Kontaktwerkstoffe mit Chalkogeniden der
Übergangsmetallen der Gruppen IVa bis VIa des PSE bereitzustellen, aus denen auf wirtschaftliche
Weise Dünn- und Dickschichtkontakte beliebiger Konfiguration herstellbar sind, die
die oben genannten Nachteile nicht aufweisen und die den besonderen Vorzug haben,
daß sie niedrige Kontaktwiderstände mit sehr niedrigen Gleitreibungskoeffizienten
verbinden.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Struktur der Schicht durch
Teilchenbeschuß modifiziert ist.
[0016] Für den Kontaktwerkstoff gemäß der Erfindung sind die Chalkogenide, vorzugsweise
der Übergangsmetalle Titan, Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän
und/oder Wolfram, aus den Chalkogenen Schwefel, Selen und/oder Tellur gebildet, wobei
vorteilhafterweise in die Chalkogenid-Schicht Ionen einer Implantationsenergie im
Bereich von 0,5 keV bis 400 keV und einer Dosis im Bereich von 10¹⁵ bis n x 10¹⁸/cm²
implantiert sind. Nach weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen des Kontaktwerkstoffes
gemäß der Erfindung sind Inertgasionen, vorzugsweise Stickstoffionen, oder Edelgasionen,
vorzugsweise Argonionen, in die Chalkogenid-Schicht implantiert.
[0017] Ein Verfahren zur Herstellung eines Kontaktwerkstoffes in Form einer durch Chemical
oder Physical Vapour Deposition auf einem Substrat abgeschiedenen Schicht aus Chalkogeniden
von Übergangsmetallen der Gruppen IVa bis VIa des Periodischen Systems der Elemente
(PSE) ist dadurch gekennzeichnet, daß die Struktur der Schicht durch Teilchenbeschuß
modifiziert wird.
[0018] Schichten aus Chalkogeniden von Übergangsmetallen besitzen sehr niedrige Gleitreibungskoeffizienten,
weisen jedoch einen relativ hohen Kontaktwiderstand R
K auf, so daß sie als Kontaktwerkstoff nicht gut geeignet sind. Überraschenderweise
wurde jedoch gefunden, daß die Werte für den Kontaktwiderstand R
K um bis zu drei Größenordnungen verringert werden können, wenn die Struktur der Chalkogenid-Schichten
während oder nach Aufbringen auf ein Substrat modifiziert wird, was vorteilhafterweise
durch einen Teilchenbeschuß, vorzugsweise durch Ionenimplantation, erreicht werden
kann.
[0019] Dieser Effekt beruht nicht auf einer Dotierung des Schichtmaterials mit Fremdionen,
wie es z.B. aus der Halbleitertechnologie bekannt ist. Die Verringerung des Kontaktwiderstandes
der erfindungsgemäßen Schichten ergibt sich auch bei Beschuß mit Ionen von Elementen,
die gemeinhin nicht zu Dotierungszwecken eingesetzt werden, z.B. Edelgas- oder Inertgasionen.
Es kann angenommen werden, daß die Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit oder
die Herabsetzung des Kontaktwiderstandes von Chalkogenid-Schichten eine Folge von
Strukturveränderungen der Schichten nach einem Teilchenbeschuß ist. Nach einem Beschuß
mit z.B. hochenergetischen Ionen zeigte sich bei Untersuchungen an im Rahmen der vorliegenden
Erfindung hergestellten Schichten eine Erhöhung der Dichte der Schichten um bis zu
40 %.
[0020] Nach einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens gemäß der Erfindung wird der
Teilchenbeschuß während des Aufbringens der Schicht durchgeführt. Für diesen Fall
ergibt sich der Vorteil, daß auch Schichten größerer Dicke, vorzugsweise einer Schichtdicke
im Bereich von 0,1 bis 10 »m, in ihrer Struktur modifiziert werden können, wozu vorteilhafterweise
niederenergetische Ionen einer Implantationsenergie im Bereich von 0,5 keV bis 100
keV und einer Dosis im Bereich von 10¹⁵ bis n x 10¹⁸/cm², vorzugsweise einer Dosis
im Bereich von 3 x 10¹⁵ bis 10¹⁶/cm², eingesetzt werden.
[0021] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens gemäß der Erfindung
wird der Teilchenbeschuß nach Aufbringen der Schicht durchgeführt. Dieses Verfahren
ist besonders geeignet, wenn Schichten geringerer Dicke, vorzugsweise im Bereich von
einer Monolage bis 2 »m, in ihrer Struktur modifiziert werden sollen.
[0022] Vorteilhafterweise erfolgt dies mittels Implantation von höherenergetischen Ionen
einer Implantationsenergie im Bereich von 50 keV bis 400 keV und einer Dosis im Bereich
von 10¹⁵ bis n x 10¹⁸/cm², vorzugsweise einer Dosis im Bereich von 3 x 10¹⁵ bis 10¹⁶/cm².
[0023] Nach vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindung werden Inertgasionen, vorzugsweise
Stickstoffionen, oder Edelgasionen, vorzugsweise Argonionen, in die Chalkogenid-Schicht
implantiert.
[0024] Nach weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen des Verfahrens gemäß der Erfindung wird
die Chalkogenid-Schicht durch Kathodenzerstäubung hergestellt, wobei der Abscheidungsprozess
vorteilhafterweise Magnetfeld-unterstützt, also unter Einsatz eines Magnetrons, durchgeführt
werden kann. Die Chalkogenid-Schichten können jedoch auch mittels anderer Verfahren,
die zum Abscheiden von dünnen oder dicken Schichten bekannt sind, abgeschieden werden.
Zu denken ist hier insbesondere an eine Abscheidung mittels Chemical Vapour Deposition,
wie Plasma-unterstützte Abscheidung aus der Gasphase, an reaktive Kathodenzerstäubung,
an Plasma-unterstützte Abscheidung aus der Gasphase, an Aufdampfverfahren, an Ionenplattierungsverfahren
mit einer hohen Vorspannung am Substrat oder an eine Ionisierung des abzuscheidenden
Schichtmaterials im Lichtbogen, gegebenenfalls in einer reaktiven Gasphase aus z.B.
Schwefelwasserstoffgas oder Schwefel in der Gasphase.
[0025] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß Kontaktwerkstoffe
bereitgestellt werden, die keine Edelmetalle benötigen, aus denen auf wirtschaftlich
günstige Weise Kontakte beliebiger Konfiguration hergestellt werden können und die
besonders niedrige Gleitreibungskoeffizienten, auch im Vakuum, aufweisen, was für
die Herstellung von z.B. Kontakten, die einer mechanischen Schiebe- oder Schleifbeanspruchung
ausgesetzt werden sollen, sehr günstig ist.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Kontaktwerkstoffe und der aus ihnen hergestellten
Kontaktschichten ist, daß ihr Kontaktwiderstand weniger als bei Kontakten aus reinen
unedlen Metallen durch einen Fremdschichtwiderstand infolge Ausbildung von Fremd-
oder Deckschichten durch z.B. oxidierende Einwirkung des umgebenden Mediums in unerwünschter
Weise erhöht wird.
Die erfindungsgemäßen Schichten zeigen eine besonders gute Haftfestigkeit auf Stahlsubstraten,
haftverbessernde Zwischenschichten sind hier nicht erforderlich.
Ein weiterer erheblicher Vorteil aus ökonomischer Sicht ist darin zu sehen, daß sowohl
der für die Herstellung der Chalkogenid-Schichten vorzugsweise vorgesehene Kathodenzerstäubungsprozeß
als auch der für die Strukturveränderung der Chalkogenid-Schichten vorzugsweise vorgesehene
Ionenimplantationsprozeß mit kommerziell erhältlichen Maschinen ausführbar ist.
[0026] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben und in ihrer Wirkungsweise
erläutert.
[0027] Zur Ausbildung der Chalkogenid-Schichten kommen Chalkogenide der Übergangsmetalle
Titan, Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän und/oder Wolfram in
Betracht, wobei es sich nicht um stöchiometrische Chalkogenide handeln muß. Es wurden
z.B. dünne MoS
x-Schichten mit x = 1,5 bis 2,1 in Schichtdicken im Bereich von 0,11 bis 0,43 »m im
Hinblick auf ihre Gleitreibungskoeffizienten und ihre Kontaktwiderstände untersucht.
[0028] Als Ausführungsbeispiel wird die Herstellung einer MoS
1,8-Schicht auf einem Substrat aus 100 Cr₆-Stahl mittels HF-Kathodenzerstäubung bei einer
Leistung von 6 W/cm² beschrieben. Zur Herstellung von derartigen Schichten werden
folgende Parameter eingesetzt:
1. Ionenätzen des Substrates in einer Argonatmosphäre über eine Dauer von 10 min;
2. MoS1,8-Abscheidung durch Kathodenzerstäubung eines Targets der Zusammensetzung MoS2,2 in einer Atmosphäre aus Argon eines Drucks von 3 x 10⁻² mbar.
Die Abscheidedauer betrug zur Herstellung einer 0,11 »m dicken Schicht 6 min, zur
Herstellung einer 0,43 »m dicken Schicht 20 min.
[0029] Nach Beendigung des Abscheidungsprozesses wurden die erhaltenen Schichten unter Anwendung
einer Hochstrom-Ionenimplantationsanlage mit Argon- oder Stickstoffionen beschossen:
Implantationsparameter für Argon:
[0030]
| Schichtdicke 0,43 »m: |
Implantationsenergie |
150 keV |
| Dosis |
3x 10¹⁵/cm² |
| Implantationsenergie |
400 keV |
| Dosis |
1x 10¹⁶/cm² |
Implantationsparameter für Stickstoff:
[0031]
| Schichtdicke 0,11 »m: |
Implantationsenergie |
150 keV |
| Dosis |
1x 10¹⁶/cm² |
| Schichtdicke 0,43 »m: |
Implantationsenergie |
100 keV |
| Dosis |
1x 10¹⁶/cm² |
| Implantationsenergie |
150 keV |
| Dosis |
3x 10¹⁵/cm² |
| Implantationsenergie |
150 keV |
| Dosis |
1x 10¹⁶/cm² |
[0032] Anstelle von Argon- oder Stickstoffionen können z.B. auch Silicium- oder Wasserstoffionen
in die Chalkogenid-Schichten implantiert werden. Die Implantationsparameter sind im
Rahmen des vorliegenden Verfahrens vom Fachmann ohne Schwierigkeiten ermittelbar.
[0033] In der nachfolgenden Tabelle sind die Werte für den Reibungskoeffizienten » und die
Werte für den Kontaktwiderstand R
K vor und nach einer Ionenimplantion für unterschiedliche Chalkogenid-Schichten angegeben.
Die Werte für den jeweiligen Kontaktwiderstand wurden mittels einer Gegenelektrode
aus Gold gemessen.

1. Kontaktwerkstoff in Form einer Schicht aus Chalkogeniden von Übergangsmetallen der
Gruppen IVa bis VIa des Periodischen Systems der Elemente (PSE) auf einem Substrat,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Struktur der Schicht durch Teilchenbeschuß modifiziert ist.
2. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Chalkogenid-Schicht Ionen einer Implantationsenergie im Bereich von 0,5
keV bis 400 keV und einer Dosis im Bereich von 10¹⁵/cm² bis n x 10¹⁸/cm² implantiert
sind.
3. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Chalkogenid-Schicht Ionen einer Dosis im Bereich von 3 x 10¹⁵/cm² bis 10¹⁶/cm²
implantiert sind.
4. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß Inertgasionen, vorzugsweise Stickstoffionen, in die Chalkogenid-Schicht implantiert
sind.
5. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß Edelgasionen, vorzugsweise Argonionen, in die Chalkogenid-Schicht implantiert
sind.
6. Kontaktwerkstoff nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Chalkogenid-Schicht eine Dicke im Bereich von einer Monolage bis 10 »m hat.
7. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Chalkogenid-Schicht eine Dicke im Bereich von 0,1 bis 10 »m, vorzugsweise
0,1 bis 2 »m, hat.
8. Verfahren zur Herstellung eines Kontaktwerkstoffes in Form einer durch Chemical oder
Physical Vapour Deposition auf einem Substrat abgeschiedenen Schicht aus Chalkogeniden
von Übergangsmetallen der Gruppen IVa bis VIa des Periodischen Systems der Elemente
(PSE) gemäß den Ansprüchen 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Struktur der Schicht durch Teilchenbeschuß modifiziert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Teilchenbeschuß während des Aufbringens der Schicht durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Teilchenbeschuß nach Aufbringen der Schicht durchgeführt wird.
11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schicht durch Kathodenzerstäubung hergestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kathodenzerstäubungsprozeß Magnetfeld-unterstützt durchgeführt wird.
13. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß Ionen einer Implantationsenergie im Bereich von 0,5 bis 400 keV und einer Dosis
im Bereich von 10¹⁵/cm² bis n x 10¹⁸/cm² in die Chalkogenid-Schicht implantiert werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß Ionen einer Dosis im Bereich von 3 x 10¹⁵/cm² bis 10¹⁶/cm² in die Chalkogenid-Schicht
implantiert werden.
15. Verfahren nach den Ansprüchen 9 und 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß Ionen einer Implantationsenergie im Bereich von 0,5 bis 100 keV in die Chalkogenid-Schicht
implantiert werden.
16. Verfahren nach den Ansprüchen 10 und 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß Ionen einer Implantationsenergie im Bereich von 50 keV bis 400 keV in die Chalkogenid-Schicht
implantiert werden.
17. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß Inertgasionen, vorzugsweise Stickstoffionen, in die Chalkogenid-Schicht implantiert
werden.
18. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß Edelgasionen, vorzugsweise Argonionen, in die Chalkogenid-Schicht implantiert
werden.
19. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 8 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Chalkogenid-Schicht mit einer Dicke im Bereich einer Monolage bis 10 »m abgeschieden
wird.
20. Verfahren nach den Anspüchen 9 und 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Chalkogenid-Schicht mit einer Dicke im Bereich von 0,1 bis 10 »m abgeschieden
wird.
21. Verfahren nach den Ansprüchen 10 und 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Chalkogenid-Schicht mit einer Dicke im Bereich von einer Monolage bis 2 »m
abgeschieden wird.
22. Verwendung eines Kontaktwerkstoffes nach Anspruch 1 bis 7 für elektrische Kontakte
23. Elektrischer Kontakt mit einem Kontaktwerkstoff nach Anspruch 1 bis 7.
1. A contact material in the form of a layer of chalcogenides of transition metals of
the groups IVa to VIa of the Periodic Table of the Elements (PTE) on a substrate,
characterized in that the structure of the layer is modified by particle bombardment.
2. A contact material as claimed in claim 1, characterized in that ions of an implantation
energy in the range from 0.5 keV to 400 keV and a dose in the range from 10¹⁵/cm²
to n x 10¹⁸/cm² are implanted in the chalcogenide layer.
3. A contact material as claimed in Claim 2, characterized in that ions in a dose ranging
from 3 x 10¹⁵/cm² to 10¹⁶/cm² are implanted in the chalcogenide layer.
4. A contact material as claimed in Claim 2 or 3, characterized in that inert gas ions,
preferably nitrogen ions, are implanted in the chalcogenide layer.
5. A contact material as claimed in Claim 2 or 3, characterized in that rare gas ions,
preferably argon ions, are implanted in the chalcogenide layer.
6. A contact material as claimed in at least one of the Claims 1 to 5, characterized
in that the chalcogenide layer has a thickness in the range from one monolayer to
10 »m.
7. A contact material as claimed in Claim 6, characterized in that the chalcogenide layer
has a thickness in the range from 0.1 to 10 »m, preferably 0.1 to 2 »m.
8. A method of manufacturing a contact material in the form of a layer of chalcogenides
of transition metals of the groups IVa to VIa of the Periodic Table of the Elements
(PTE) deposited on a substrate by chemical or physical vapour deposition, as claimed
in Claims 1 to 7, characterized in that the structure of the layer is modified by
particle bombardment.
9. A method as claimed in Claim 8, characterized in that the particle bombardment is
carried out during the provision of the layer.
10. A method as claimed in claim 9, characterized in that the particle bombardment is
carried out after the provision of the layer.
11. A method as claimed in at least one of the claims 8 to 10, characterized in that the
layer is manufactured by cathode sputtering.
12. A method as claimed in claim 11, characterized in that the cathode sputtering process
is carried out with the support of a magnetic field.
13. A method as claimed in at least one of the Claims 6 to 10, characterized in that ions
having an implantation energy in the range from 0.5 to 400 keV and a dose in the range
from 10¹⁵/cm² to n x 10¹⁸/cm² are implanted in the chalcogenide layer.
14. A method as claimed in Claim 13, characterized in that ions in a dose in the range
from 3 x 10¹⁵/cm² to 10¹⁶/cm² are implanted in the chalcogenide layer.
15. A method as claimed in Claims 9 and 14, characterized in that ions having an implantation
energy in the range from 0.5 to 100 keV are implanted in the chalcogenide layer.
16. A method as claimed in Claims 10 and 14, characterized in that ions having an implantation
energy in the range from 50 keV to 400 keV are implanted in the chalcogenide layer.
17. A method as claimed in at least one of the claims 13 to 16, characterized in that
inert gas ions, preferably nitrogen ions, are implanted in the chalcogenide layer.
18. A method as claimed in at least one of the claims 13 to 18, characterized in that
rare gas ions, preferably argon ions, are implanted in the chalcogenide layer.
19. A method as claimed in at least one of the Claims 8 to 18, characterized in that the
chalcogenide layer is deposited in a thickness in the range from a monolayer to 10
»m.
20. A method as claimed in Claims 9 and 19, characterized in that the chalcogenide layer
is deposited in a thickness in the range from 0.1 to 10 »m.
21. A method as claimed in Claims 10 and 19, characterized in that the chalcogenide layer
is deposited in a thickness in the range from a monolayer to 2 »m.
22. The use of a contact material as claimed in claims 2 to 7 for electric contacts.
23. An electric contact comprising a contact material as claimed in Claims 1 to 7.
1. Matériau de contact sous forme d'une couche en chalcogéniure de métaux de transition
des groupes IVa à VIa de la Classification Périodique des éléments chimiques sur un
substrat, caractérisé en ce que la structure de la couche est modifiée par bombardement
de particules.
2. Matériau de contact selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans la couche
en chalcogéniure sont implantés des ions d'une énergie d'implantation située dans
la gamme de 0,5 keV à 400 keV et dans une dose située dans la gamme de 10¹⁵/cm² à
10¹⁶/cm².
3. Matériau de contact selon la revendication 2, caractérisé en ce que dans la couche
en chalcogéniure sont implantés des ions dans une dose située dans la gamme de 3 x
10¹⁵/cm² à 10¹⁶/cm².
4. Matériau de contact selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que des ions
de gaz inerte, de préférence des ions azote, sont implantés dans la couche en chalcogéniure.
5. Matériau de contact selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que des ions
de gaz rare, de préférence des ions argon, sont implantés dans la couche en chalcogéniure.
6. Matériau de contact selon au moins l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en
ce que la couche en chalcogéniure présente une épaisseur située dans la gamme d'une
monocouche jusqu'à 10 »m.
7. Matériau de contact selon la revendication 6, caractérisé en ce que la couche en chalcogéniure
présente une épaisseur située dans la gamme de 0,1 à 10 »m, de préférence de 0,1 à
2 »m.
8. Procédé pour la réalisation d'un matériau de contact sous forme d'une couche en chalcogéniure
de métaux de transition des groupes IVa à VIa de la Classification Périodique des
éléments chimiques déposée par dépôt chimique ou physique de vapeur sur un substrat
selon les revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la structure de la couche est
modifiée par bombardement de particules.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que le bombardement de particules
est effectué pendant l'application de la couche.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que le bombardement de particules
est effectué après l'application de la couche.
11. Procédé selon au moins l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que la couche
est réalisée par pulvérisation cathodique.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que le processus de pulvérisation
cathodique est effectué à l'aide d'un champ magnétique.
13. Procédé selon au moins l'une des revendications 6 à 10, caractérisé en ce que des
ions d'une énergie d'implantation située dans la gamme de 0,5 à 400 keV et dans une
dose située dans la gamme 10¹⁵/cm² à n x 10¹⁸/cm² sont implantés dans la couche en
chalcogéniure.
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que des ions sont implantés dans
la couche en chalcogéniure dans une dose située dans la gamme de 3 x 10¹⁵/cm² à 10¹⁶/cm².
15. Procédé selon les revendications 9 et 14, caractérisé en ce que des ions d'une énergie
d'implantation située dans la gamme de 0,5 à 100 keV sont implantés dans la couche
en chalcogéniure.
16. Procédé selon les revendications 10 et 14 caractérisé en ce que des ions d'une énergie
d'implantation située dans la gamme de 50 keV à 400 keV sont implantés dans la couche
en chalcogéniure.
17. Procédé selon au moins l'une des revendications 13 à 16, caractérisé en ce que des
ions de gaz inerte, de préférence des ions azote, sont implantés dans la couche en
chalcogéniure.
18. Procédé selon au moins l'une des revendications 13 à 16, caractérisé en ce que des
ions de gaz rare, de préférence des ions argon, sont implantés dans la couche en chalcogéniure.
19. Procédé selon au moins l'une des revendications 8 à 18, caractérisé en ce que la couche
en chalcogéniure est déposée dans une épaisseur située dans la gamme d'une monocouche
jusqu'à 10 »m.
20. Procédé selon les revendications 9 et 19, caractérisé en ce que la couche en chalcogéniure
est déposée dans une épaisseur située dans la gamme de 0,1 à 10 »m.
21. Procédé selon les revendications 10 et 19, caractérisé en ce que la couche en chalcogéniure
est déposée dans une épaisseur située dans la gamme d'une monocouche jusqu'à 2 »m.
22. Application d'un matériau de contact selon les revendications 1 à 7 pour des contacts
électriques.
23. Contact électrique contenant un matériau de contact selon les revendications 1 à 7.