[0001] Skistiefel mit einer wenigstens den Fuss umgebenden Unterschale und einem den Unterschenkel
umgebenden Schaft der ein die Rückseite des Unterschenkels umgebendes Schaftrückteil
sowie ein die Vorderseite des Unterschenkels umgebendes Schaftvorderteil aufweist,
wobei Schaftrückteil und Schaftvorderteil gelenkig mit der Unterschale verbunden sind,
Unterschale und Schaftrückteil sich wenigstens teilweise überlappen und an der Unterschale
und am Schaftrückteil Anschläge zur Begrenzung der von einer Spannvorrichtung erzeugten
Neigungslage des Schaftrückteiles vorgesehen sind.
[0002] Es besteht heute ein grosses Bedürfnis nach Skistiefeln, welche einerseits sportliche
Fahreigenschaften aufweisen und andererseits in der Bedienung, insbesondere beim Ein-
und Aussteigen einen grossen Komfort bieten. Beide Eigenschaften lassen sich mit den
heute bekannten Skistiefeln nicht vereinigen. Neigt der eine Stiefeltyp in einer bestimmten
Richtung, müssen in der anderen Richtung Nachteile in Kauf genommen werden.
[0003] Aus der Sicht des Ein- und Aussteigens bieten vor allem jene Skistiefel einen hohen
Komfort, welche einen Schaft aufweisen, der in ein die Rückseite des Unterschenkels
umgebendes Schaftrückteil und in ein die Vorderseite des Unterschenkels umgebendes
Schaftvorderteil unterteilt ist, wobei sich das Schaftrückteil nach hinten wegschwenken
lässt (siehe EP-A-0 144 100). Während die Vorteile dieser Art von Skistiefeln in der
ausreichenden Bewegungsfreiheit beim Ein- und Aussteigen liegen, wirkt sich die nicht
oder nur begrenzt bestehende Verschwenkbarkeit des Schaftvorderteiles nach vorne nachteilig
aus. Diese nicht oder nur begrenzt bestehende Verschwenkbarkeit des Schaftteiles nach
vorne kommt dadurch zustande, dass das Schaftvorderteil mit einer starren, den Fuss
des Trägers umgebenden Unterschale des Skistiefels verbunden werden muss, um dem Schaft
insgesamt eine ausreichende Steifigkeit zu verleihen. Eine Anpassbarkeit in der Schwenklage
des gesamten Schaftes unter Berücksichtigung der Fahrgewohnheiten des Trägers ist
bei dieser, weniger auf Sportlichkeit ausgelegten Art von Skistiefeln demnach nicht
möglich.
[0004] Die weiteren bekannten, weniger auf Komfort ausgelegten Skistiefel, bei denen sich
der gesamte Schaft innerhalb gewisser Neigungslagen verstellen lässt, haben die Eigenschaft,
dass sie aus der Sicht des Ein- und Aussteigens Nachteile aufweisen, da der Schaft
meistens rohrförmig ausgebildet ist und sich nur innerhalb eines beschränkten Bereiches
für das Ein- und Aussteigen auseinanderweiten lässt. Insbesondere bei tiefen Temperaturen,
dh wenn die Elastizität des Materials relativ gering ist, treten beim Ein- und Aussteigen
infolge der ungenügenden Möglichkeit des Auseinanderweitens derartige Nachteile auf,
dass das ganze für den Träger zu einer mühseligen Prozedur werden kann.
[0005] Alle Skistiefel der vorgenannten Art haben jedoch zusätzlich den gravierenden Nachteil,
dass der Ristbereich des Fusses vom Träger immer fest vom Schaft bzw vom Schaftvorderteil
oder von der Unterschale umschlossen ist. Infolge dieses Umschliessens treten derartige
Hebelverhältnisse auf, dass der Träger der Skistiefel mittels seines Unterschenkels
über den Ristbereich Kräfte aufbringen kann, die so hoch sind, dass sie sich nicht
mehr gezielt dosieren lassen. Aus der Sicht des Trägers tritt aufgrund dieser hohen
Kräfte der Nachteil auf, dass die Ferse derart stark in die Rückseite der Unterschale
des Skistiefels hineingepresst wird, dass eine Schmerzensbildung entsteht oder sogar
die Gefahr von Verletzungen auftreten kann. Aus der Sicht der Fahreigenschaften führen
die hohen Kräfte zu einem undosierten, übermässig hohen Einsatz des Schaufelbereiches
des Skier, was eine gezielte Führung erschwert und sogenannte Verschneidungen, insbesondere
bei weichen Schneeverhältnissen unvermeidlich sind.
[0006] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, einen Skistiefel zu schaffen, der
sowohl auf Sportlichkeit und Komfort ausgelegt ist, indem er dem Träger einerseits
beim Fahren und andererseits beim Ein-und Aussteigen einen hohen Komfort bietet, einfach
bedienbar ist und zudem einen allen Verhältnissen gerechtwerdenden Einsatz der Skier
ermöglicht.
[0007] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Unterschale in dem den
Unterschenkel umgebenden Bereich eines sich vom oberen Ende entlang einem Grossteil
der Schaftlänge erstreckende, zum Schaftrückteil hin offene Aussparung aufweist, der
ein austauschbares Einsatzstück am Schaftrückteil zugeordnet ist, wobei die Anschläge
von den in Schaftlängsrichtung verlaufenden Flanken der Aussparung und des Einsatzstückes
gebildet sind.
[0008] Wie an sich bekannt, ist auch beim erfindungsgemässen Skistiefel eine Spannvorrichtung
vorgesehen, welche zwischen Unterschale und Schaftrückteil wirkt und dazu führt, dass
das Schaftrückteil in verschiedene Neigungslagen verstellt werden kann. Eine solche
Spannvorrichtung besteht vorzugsweise aus einem Stellglied und einem Seilzug, wobei
beispielsweise das Stellglied an der Unterschale angeordnet ist und der Seilzug die
Verbindung zwischen dem Schaftrückteil und dem Stellglied herstellt. Das Stellglied
kann als herkömmlich bekannte Schnalle ausgebildet sein, die verstellbar ist, so dass
die unterschiedlichen Längen des Seilzuges die aus verschiedenen Neigungslagen des
Schaftrückteiles resultieren, ausgeglichen werden können. Vorteilhaft für den vorliegenden
Anwendungsfall ist insbesondere auch ein von anderen Sachgebieten her bekanntes Stellglied,
das nach dem Ratschenprinzip arbeitet. Ein solches Stellglied kann aus einer verzahnten
Rolle bestehen, die mit einem Betätigungshebel in Verbindung steht, so dass der Träger
des Skistiefels über den Betätigungshebel die Rolle aktivieren kann und so den Seilzug
spannt, um damit dem Schaftrückteil eine bestimmte Neigungslage zu verleihen. Der
Vorteil eines solchen Stellgliedes besteht darin, dass sich der Träger nicht um die,
von der Neigungslage des Schaftrückteiles abhängige Spannlänge des Seilzuges und damit
einer allfälligen Basisverstellung des Stellgliedes kümmern muss, sondern das Stellglied
lediglich so lange zu betätigen ist, bis die Anschläge von Unterschale und Schaftrückteil
ausreichend zusammenwirken.
[0009] Die von der vorgenannten Spannvorrichtung erzeugte Neigungslage des Schaftrückteiles
wird von den erfindungsgemäss vorgeschlagenen Anschlägen, welche von den in Schaftlängsrichtung
verlaufenden Flanken der Aussparung und den ebenfalls in Schaftlängsrichtung verlaufenden
Flanken des Einsatzstückes gebildet sind, vorgegeben. Zur Bildung dieser Anschläge
ist die Unterschale zumindest im Bereich der Rückseite des Unterschenkels relativ
weit hochgezogen, so dass die Aussparung eine grosse Längserstreckung aufweist. Entlang
dieser Längserstreckung der Aussparung weist das Schaftrückteil an seiner Innenseite
das erfindungsgemässe Einsatzstück auf, so dass sich Einsatzstück und hochgezogene
Teile der Unterschale ergänzen.
[0010] Vorzugsweise sind die hochgezogenen, zumindest die Rückseite des Unterschenkels umgebenden
Teile der Unterschale, im Bereich wo sie von derAussparung durchsetzt sind, elastisch
verformbar. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass mittels der Spannvorrichtung das
Schaftrückteil in jedem Falle so weit zur Unterschale hin gezogen werden kann, bis
die in Schaftlängsrichtung verlaufenden Flanken der Aussparung und des Einsatzstückes
aufeinandertreffen. Ein seitliches Ausweichen dieser elastisch verformbaren Teile
der Unterschale ist insbesondere aufgrund des Uebergreifens vom Schaftrückteil nicht
möglich.
[0011] Das Einsatzstück, das vorzugsweise aus demselben Kunststoff wie das Schaftrückteil
oder die übrigen Teile des Skistiefels hergestellt ist, hat zweckmässigerweise eine
dem Schaftrückteil entsprechende bogenförmige Wölbung mit einem in Schaftlängsrichtung
analog dem Schaftrückteil verlaufenden Scheitel, so dass sich das Einsatzstück problemlos
an der Innenseite des Schaftrückteiles anordnen lässt. Diese Anordnung erfolgt vorzugsweise
über lösbare Verbindungsmittel, beispielsweise in Form von Vorsprüngen am einen Teil
und Ausnehmungen am anderen Teil, die so dimensioniert sind, dass sie nach Art einer
Druckknopfverbindung selbsthaltend sind.
[0012] Durch Verwendung von Einsatzstücken, die sich in der Grösse ihres Bogenmasses voneinander
unterscheiden, steht für den von der Aussparung durchsetzten, elastisch verformbaren
Teil der Unterschale ein unterschiedlich grosser Einformweg zur Verfügung, den es
zu überwinden gilt, bis die Flanken der Aussparung und des Einsatzstückes aufeinandertreffen.
Der Ueberwindung dieses Einformweges wirkt die Elastizität des von der Aussparung
durchsetzten Teiles der Unterschale entgegen. Ist ein Einsatzstück in die Aussparung
eingesetzt, wird in aller Regel von der Spannvorrichtung dieser Einformweg überwunden,
so dass beispielsweise je kleiner das Bogenmass ist, der Einformweg grösserwird und
sich dadurch die Neigungslage des Schaftrückteiles erhöht. Damit kann sowohl die absolute
Neigungslage des Schaftes als auch die Härte zur Erzielung dieser Neigungslage variiert
werden. Im Extremfalle besteht sogar die Möglichkeit, gar kein Einsatzstück in die
Aussparung einzusetzen, was dazu führt, dass der Schaft extrem weich wird.
[0013] Die Variation in der Grösse des Bogenmasses ist dahingehend zu verstehen, dass das
Bogenmass eines einzelnen Einsatzstückes entweder konstant bleiben kann und sich diese
Konstante von Einsatzstück zu Einsatzstück verändert oder dass entlang eines Einsatzstückes
sich das Bogenmass am Einsatzstück selbst verändert. Im letzteren Fall wird dies dazu
führen, dass das Bogenmass eines einzelnen Einsatzstückes nach oben hin abnimmt, so
dass das Einsatzstück in seiner Ansicht annähernd die Form eines Keiles annimmt. So
führt beispielsweise ein weicher Schaft und eine starke Neigungslage des Schaftes
zu einem stärkeren, nach oben hin entlang des Einsatzstückes abnehmenden Bogenmass.
[0014] Aufgrund der Austauschbarkeit des Einsatzstückes besteht die Möglichkeit, dem Träger
mehrere Einsatzstücke mit im Bogenmass unterschiedlicher Grösse zur Verfügung zu stellen.
Es ist dadurch möglich, dass der Träger analog einem auf Sportlichkeit ausgelegtem
Skistiefel den Schaft in seiner Neigungslage selbst verstellen kann. Das Einstellen
der jeweiligen Neigungslage erfolgt durch Wahl des entsprechenden Einsatzstükkes,
was aufgrund der genannten Verbindungsmittel in einfacher Weise ohne besondere Fachkenntnisse
durchgeführt werden kann.
[0015] Insbesondere lässt sich diese Manipulation besonders einfach bei zurückverschwenktem
Schaftteil entsprechend der zum Ein- und Aussteigen vorgesehenen Stellung durchführen.
Unter Zurverfügungstellung derart unterschiedlicher Einsatzstücke, welche beispielweise
durch unterschiedliche Farbgestaltung, Beschriftung, Numerierung und dgl. an die Fahrgewohnheiten,
äusseren Bedingungen und dgl. abgestimmt sein können wird, jedem Träger die Möglichkeit
geboten, einen seinem Fahrkönnen und den jeweiligen Bedingungen entsprechenden Skistiefel
zu gestalten.
[0016] Dank der Teilung des Schaftes in ein Schaftrückteil und ein Schaftvorderteil, wobei
mittels dervorbeschriebenen Massnahme das Schaftrückteil unter Zusammenwirken von
Spannvorrichtung und Flanken von Aussparung sowie Einsatzstück in verschiedenen Neigungslagen
mit der Unterschale fixiert werden kann, wird ein Skistiefel geschaffen, welcher die
Komfort-Vorteile eines "Hinteneinsteigers" mit den sportlichen Vorteilen eines in
der Neigungslage ausreichend verstellbaren Schaftes in sich vereinigt. Um diese Vorteile
in ausreichendem Masse nutzen zu können, ist das Schaftvorderteil vorzugsweise als
Manschette ausgebildet, die schwenkbar über ein Tragteil gelenkig mit der Unterschale
verbunden ist. Durch eine derartige Ausbildung des Schaftvorderteiles ist es möglich,
den Ristbereich des Fusses zu entlasten, indem die Manschette lediglich die Vorderseite
vom Unterschenkel des Trägers umgibt und damit im Ristbereich kein tragendes Material,
weder vom Schaftvorderteil noch von der Unterschale vorhanden ist. Dadurch wird bei
einer vom Träger ausgelösten Vorlage die Kraft nicht über den Ristbereich auf die
Skier eingeleitet, sondern die Kraft wird von der Vorderseite des Unterschenkels auf
die Manschette des Schaftvorderteiles übertragen und so über das Schaftrückteil an
die Unterschale weitergegeben. Dadurch entstehen im Fuss keine schmerzhaften Druckbeanspruchungen,
sondern es wird lediglich durch die sich an der Unterschale abstützende Ferse eine
Zugbeanspruchung auf den Fuss sowie den Unterschenkel des Trägers eingeleitet. Diese
wesentlich vorteilhaftere Belastung kann durch Anordnung der Gelenkstelle zwischen
Unterschale und Schaftvorderteil bzw Schaftrückteil gesteuert werden, wobei die Verhältnisse
umso besser werden, je weiter die Gelenkstelle in der Unterschale nach hinten verlegt
wird. Damit entstehen Hebelverhältnisse, gemäss welchen vom Träger die Kraft optimal
auf die Skier übertragen werden kann, indem die durch Vorlage eingeleitete Kraft über
Schaftvorderteil und Schaftrückteil direkt auf den rückwärtigen Bereich der Unterschale
einwirkt, so dass dies effektiv zu einem Entlasten der Skienden führt, im Gegensatz
zu dem bekannten, nachteiligen Belasten der Skispitzen bei den bekannten Skistiefeln,
wo die diesbezügliche Kraft über den Ristbereich auf die Skier übertragen wird. Ueberdies
lässt sich die Kraft durch Einleitung über den Unterschenkel des Trägers derart gut
dosieren, dass Verschneidungen, vor allem bei weichen Schneeverhältnissen, ausgeschlossen
werden konnen. Nachdem der Ristbereich des Skistiefels damit keinen tragenden Funktionen
mehr nachkommen muss, reicht es aus, wenn der Skistiefel in diesem Bereich eine vollkommen
flexible Abdeckung, beispielsweise in Form einer elastischen, wasserundurchlässigen
und ausreichend widerstandsfähigen Folie aufweist.
[0017] Die Unterteilung des Schaftvorderteiles in eine Manschette und in ein mit der Unterschale
gelenkig verbundenes Tragteil schafft ferner die Möglichkeit, die Manschette durch
geeignete Ausbildung gegenüber dem Tragteil in der Höhe verstell bar anzuordnen. Diese
verstellbare Anordnung schafft eine weitere Möglichkeit, dem Träger den auf seine
Fahrgewohnheiten und die jeweiligen äusseren Bedingungen geeigneten Skistiefel zur
Verfügung zu stellen. Mit dem Verstellen der Manschette in der Höhe, können die Hebelverhältnisse
und damit der Krafteinsatz variiert werden. Unter Zuhilfenahme der vorgenannten, beispielsweise
elastischen Folie im Ristbereich des Skistiefels wird eine ausreichende sich selbsttätig
der Höhenlage der Manschette und der Neigungslage des Tragteiles anpassende Abdeckung
geschaffen.
[0018] Zur Fixierung der Manschette am Tragteil in der jeweils vorgewählten Höhe sind vorzugsweise
Feststellmittel, gegebenenfalls verbunden mit einem Gelenk für die Verschwenkung zwischen
Manschette und Tragteil, vorgesehen. Solche Feststellmittel können beispielsweise
aus einfach bedienbaren Schraubverbindungen, wie Flügelmuttern und dgl. bestehen,
welche an einem Teil angeordnet sind und in geeigneter Weise mit dem anderen Teil
zusammenwirken.
[0019] Zur Verbindung von Schaftvorderteil und Schaftrückteil ist einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung entsprechend eine verstellbare Verbindungseinrichtung vorgesehen. Eine
solche Verbindungseinrichtung kann als an sich bekannte Schnallenverbindung ausgebildet
sein, die eine Fixierung in verschiedenen Stellungen erlaubt, so dass die lichte Weite
des Schaftes damit variierbar ist.
[0020] Zur Gewährleistung eines aureichenden Haltes des Fusses vom Träger in der Unterschale,
ist es ferner zweckmässig, einen Fersenzug vorzusehen, wie er auf dem Gebiet der "Hinteneinsteiger"
bekannt ist. Ein solcher Fersenzug wirkt auf den Ristbereich des Fusses vom Träger
derart ein, dass er einerseits zu einem ausreichenden Halt führt, andererseits aber
noch immer den voran geschilderten, dosierten Krafteinsatz mittels des Schaftvorderteiles
sicherstellt. In geeigneterweise ist ein solcher Fersenzug an der Unterschale gelagert,
wobei ein Zugteil, beispielsweise von einer an sich bekannten Schnalle in verschiedenen
Lagen spannbar ist.
[0021] Die Erfindung wird nachstehend, anhand von sie beispielsweise wiedergebenden Zeichnungen,
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Skistiefel gemäss Erfindung in Seitenansicht,
Fig. 2 eine Ansicht der Unterschale des Skistiefels entsprechend Fig. 1, von der Rückseite
her,
Fig. 3 die Unterschale und das Schaftrückteil des Skistiefels entsprechend Fig. 1,
entsprechend der Linie A geschnitten,
Fig. 4 das Einsatzstück des Skistiefels entsprechend Fig. 1 in Ansicht,
Fig. 5 das Einsatzstück entsprechend Fig. 4 in Draufsicht,
Fig. 6 ein Einsatzstück mit variablem Bogenmass in Ansicht,
Fig. 7 das Einsatzstück entsprechend Fig. 6 in Draufsicht.
[0022] Der in Fig. 1 dargestellte Skistiefel besteht im wesentlichen aus einer Unterschale
1, einem Schaftrückteil 2 und einem Schaftvorderteil 3. Schaftrückteil 2 und Schaftvorderteil
3 sind über ein Gelenk 4 mit der Unterschale 1 schwenkbar verbunden. Unterschale 1,
Schaftrückteil 2 und Schaftvorderteil 3 umgeben einen Innenschuh 5. Dieser Innenschuh
5 ist im Ristbereich von einer Folie 6 abgedeckt, welche ihrerseits mit dem Schaftvorderteil
und der Unterschale 1 in Verbindung steht.
[0023] Wie auch die Fig. 2 zeigt, ist die Unterschale 1 relativ weit hochgezogen und umgibt
teilweise die Rückseite des Unterschenkels vom Träger. Die Wandstärke dieser Teile
nimmt vorteilhaft gegen oben hin leicht ab, so dass diese Teile relatiy leicht elastisch
verformbar sind. Ebenfalls relativ leicht verformbar ist jener Bereich der Unterschale,
welcher teilweise in den Ristbereich des Fusses vom Träger ragt. Dank der Ueberlappung
und der geringen Wandstärke besteht im Ristbereich keine Behinderung der Bewegungsfreiheit
für den Träger.
[0024] Die Unterschale 1 weist eine sich vom oberen Ende bis nahezu zum Grund hin erstreckende
Aussparung 7 auf, welche zum Schaftrückteil 2 hin offen ist. Das Schaftrückteil 2weistan
seiner Innenseite ein Einsatzstück 8 auf, welches bei eingeschwenktem Schaftrückteil
2 die Unterschale 1 durch Ausfüllen der Aussparung 7 in ihrem rückwärtigen Umfang
ergänzt. Bei dieser Stellung wirken die in Schaftlängsrichtung verlaufenden Flanken
7a der Aussparung 7 und die gleichsinnig verlaufenden Flanken 8a des Einsatzstückes
8 zusammen, wie dies insbesondere auch aus Fig. 3 ersichtlich ist.
[0025] Das Einsatzstück 8 ist über Verbindungsmittel 9 mit dem Schaftrückteil 2 lösbar verbunden.
Diese Verbindungsmittel können beispielsweise als Vorsprünge am Einsatzstück 8 ausgebildet
sein, welche druckknopfartig mit entsprechenden Ausnehmungen im Schaftrückteil 2 zusammenwirken.
[0026] Wie Fig. 1 ferner zeigt, ist zum Erzeugen der Neigungslage des Schaftrückteiles 2
eine Spannvorrichtung, bestehend aus Seilzug 10 und beispielsweise nach dem Ratschenprinzip
arbeitenden Stellglied 11, vorgesehen. Der Seilzug 10 ist einerseits am Schaftrückteil
2 befestigt und wirkt andererseits mit dem Stellglied 11 zusammen, das eine Rolle
11a und einen Betätigungshebel 11b aufweist. Mittels des Betätigungshebels 11b kann
die Rolle 11a aktiviert werden, so dass der Seilzug 10 je nach der durch Wahl der
Einsatzstücke 8 vorgewählten Neigungslage des Schaftrückteiles 2 immer ausreichend
gespannt wird und das Schaftrückteil 2 gegen Ausschwenken sichert.
[0027] Die Fig. 1 und 3 zeigen nebst der eingeschwenkten Lage des Schaftrückteiles 2 andeutungsweise
auch die ausgeschwenkte Lage des Schaftrückteiles 2 samt Einsatzstück 8 (Fig. 3).
Diese Lage nimmt das Schaftrückteil 2 nach Lösen der Spannvorrichtung ein, beispielsweise
zum Zwecke des Ein- und Aussteigens oder zum Austausch des Einsatzstückes 8.
[0028] Das Schaftvorderteil 3 ist mittels einer Verbindungseinrichtung 12 in Form einer
an sich bekannten Schnalle mit dem Schaftrückteil 2 verbunden. Die Verbindungseinrichtung
12 kann beispielsweise am Schaftvorderteil 3 angeordnet sein und das Schaftrückteil
2 lose umschlingen. Handelt es sich um eine verstellbare Verbindungseinrichtung 12,
lässt sich die lichte Weite zwischen Schaftvorderteil 3 und Schaftrückteil 2 variieren.
[0029] Das Schaftvorderteil 3 besteht ferner aus einem Tragteil 13 und einer Manschette
14, wobei über ein Gelenk 16 die Verbindungseinrichtung 12 am Tragteil 13 befestigt
ist. Entlang dem Tragteil 13 lässt sich die schwenkbar befestigte Manschette 14 verschieben
und an der jeweils gewünschten Stelle fixieren. Zu diesem Zwecke ist ein Feststellmittel
15 vorgesehen, welches einerseits für die Schwenkbarkeit der Manschette 14 und andererseits
für die Fixierung am Tragteil 13, beispielsweise über einen Schlitz 13a, sorgt. Zur
Sicherstellung der Abdeckung des sich bei Verstellung der Manschette 14 und Verschwenken
des Tragteiles 13 ändernden Bereiches zwischen Unterschale 1 und Schaftvorderteil
3 ist die Folie 6 vorzugsweise elastisch ausgebildet. Dadurch kann die Folie unterschiedliche
Höhenlagen der Manschette 14 und unterschiedliche Neigungen des Tragteiles 13 ausgleichen,
wobei eine geeignete Befestigung der Folie 6 an diesen Teilen vorausgesetzt ist.
[0030] An der Unterschale 1 ist überdies ein Fersenzug, bestehend aus Zugteil 17 und Schnalle
18 gelagert. Beim Zugteil 17 kann es sich um ein flexibles Band handeln, welches unter
Zwischenschaltung von Innenschuh 5 und elastisch verform baren Bereichen der Unterschale
1 auf den Ristbereich vom Fuss des Trägers wirkt und damit den Halt in der Unterschale
1 sicherstellt. Zum Spannen dieses Zugteiles 17 ist die nach an sich bekannten Prinzipien
arbeitende Schnalle 18 vorgesehen, deren Basis zur Ueberbrückung von Längenunterschieden
des Zugteiles 17 vorzugsweise verstellbar ist.
[0031] Das im einzelnen den Fig. 4 und 5 entnehmbare Einsatzstück 8 weist ein in der Grösse
konstantes Bogenmass B auf. Dadurch wird die Aussparung 7 vollumfänglich ausgefüllt,
so dass zwischen den Flanken 8a des Einsatzstückes 8 und den Flanken 7b der Aussparung
7 praktisch kein Freiraum zur Verfügung steht, der eine Neigung des Schaftes ermöglicht.
Es entsteht dadurch ein Skistiefel, dessen Schaft einen hohen Grad an Steifigkeit
aufweist.
[0032] Das den Fig. 6 und 7 entnehmbare Einsatzstück 19 weist dagegen ein in der Grösse
variables Bogenmass C auf, dessen Grösse zum oberen Ende hin abnimmt. Dadurch entsteht
ein in der Ansicht im wesentlichen keilförmiges Einsatzstück 19, welches zwischen
den Flanken 19a des Einsatzstückes 19 und den Flanken 7a der Aussparung 7 einen grossen
Freiraum schafft, so dass dem entsprechenden Teil der Unterschale 1 des Skistiefels
ein grosser Raum zur Einformung zur Verfügung gestellt wird. Dadurch kann dem Schaft
eine starke Neigungslage erteilt werden, wobei zudem ein relativ weicher Schaft des
Skistiefels geschaffen wird.
[0033] Entsprechend dem von der Aussparung 7 durchsetzten Teil der Unterschale, nimmt vorzugsweise
auch die Wandstärke der Einsatzstücke 8, 19 zum oberen Ende hin ab. Dadurch entsteht
eine vollkommene Ergänzung der Aussparung der Unterschale ohne Abweichungen in den
Wandstärken, welche zu störenden Ueberg- ängen und damit Unebenheiten an der Innenseite
des Skistiefeis führen können.
1. Skistiefel mit einer wenigstens den Fuss umgebenden Unterschale (1) und einem den
Unterschenkel umgebenden Schaft, der ein die Rückseite des Unterschenkels umgebendes
Schaftrückteil (2) sowie ein die Vorderseite des Unterschenkels umgebendes Schaftvorderteil
(3) aufweist, wobei Schaftrückteil (2) und Schaftvorderteil (3) gelenkig mit der Unterschale
(1) verbunden sind, Unterschale (1) und Schaftrückteil (2) sich wenigstens teilweise
überlappen und an der Unterschale (1) und am Schaftrückteil (2) Anschläge zur Begrenzung
der von einer Spannvorrichtung (10, 11) erzeugten Neigungslage des Schaftrückteiles
(2) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterschale (1) in dem den Unterschenkel
umgebenden Bereich eine sich vom oberen Ende entlang einem Grossteil der Schaftlänge
erstreckende, zum Schaftrückteil (2) hin offene Aussparung (7) aufweist, der ein austauschbares
Einsatzstück (8, 19) am Schaftrückteil (2) zugeordnet ist, wobei die Anschläge von
den in Schaftlängsrichtung verlaufenden Flanken (7a, 8a, 19a) der Aussparung (7) und
des Einsatzstückes (8, 19) gebildet sind.
2. Skistiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterschale (1) in
dem von der Aussparung (7) durchsetzten, den Unterschenkel umgebenden Bereich elastisch
verformbar ist.
3. Skistiefel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Einsatzstück
(8, 19) bogenförmig gewölbt mit einem in Schaftlängsrichtung verlaufenen Scheitel
an der Innenseite des Schaftrückteiles (2) angeordnet ist.
4. Skistiefel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
Schaftrückteil (2) und Einsatzstück (8, 19) lösbare Verbindungsmittel (9, 20) vorgesehen
sind.
5. Skistiefel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, unter Verwendung unterschiedlicher
Einsatzstücke (8, 19), die sich in der Grösse eines konstanten Bogenmasses (B) oder
in der Grösse eines entlang des Einsatzstückes (19) variablen Bogenmasses (C) voneinander
unterscheiden.
6. Skistiefel, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass das Schaftvorderteil (3) aus einem gelenkig an der Unterschale (1) angeordnetem
Tragteil (13) und einer damit verschwenkbar verbundenen, die Vorderseite des Unterschenkels
umgebenden Manschette (14) besteht.
7. Skistiefel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Manschette (14) gegenüber
dem Tragteil (13) entlang der Schaftlängsrichtung in der Höhe verstellbar ist.
8. Skistiefel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Manschette (14)
und Tragteil (13) Feststellmittel (15) zur Verbindung der Manschette (14) mit dem
und Tragteil (13) in vorbestimmter Höhe vorgesehen sind.
9. Skistiefel nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das aus
Manschette (14) und Tragteil (13) bestehende Schaftvorderteil (3) über eine verstellbare
Verbindungseinrichtung (12) mit dem Schaftrückteil (2) verbunden ist.
10. Skistiefel, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass an der Unterschale (1) ein auf den Ristbereich einwirkender Fersenzug (17, 18)
gelagert ist.
1. Ski boot having at least one bottom cup (1) which surrounds the foot, and one shaft
which surrounds the lower leg, and which comprises a rear shaft section (2) which
surrounds the rear of the lower leg, and a front shaft section (3) which surrounds
the front of the lower leg, in which respect the rear shaft section (2) and the front
shaft section (3) are hinged to the bottom cup (1), bottom cup (1) and rear shaft
section (2) at least partially overlap, and stops are provided on both the bottom
cup (1) and the rear shaft section (2) for restricting the inclined position of the
rear shaft section produced by a clamping mechanism (10, 11), ), characterised in
that the bottom cup (1) has in the region surrounding the lower leg a cut-out (7),
which extends from the top end along a major portion of the shaft length and which
is open towards the rear shaft section (2) and which is associated with an exchangeable
insert (8, 19) on the rear shaft section (2), in which respect the stops are formed
by the flanks (7a, 8a, 19a) of the cut-out (7), which flanks extend in the longitudinal
direction of the shaft, and by the insert (8, 19).
2. Ski boot according to claim 1, characterised in that the bottom cup (1) is elastically
deformable in the area which is penetrated by the cut-out (7) and which surrounds
the lower leg.
3. Ski boot according to claim 1 or 2, characterised in that the insert (8, 19) is
arced and disposed with an apex extending along the longitudinal direction of the
shaft on the inside of the rear shaft section (2).
4. Ski boot according to one of claims 1 to 3, characterised in that releasible connecting
means (9, 20) are provided between the rear shaft section (2) and the insert (8, 19).
5. Ski boot according to one of claims 1 to 4, utilizing different inserts (8, 19)
which differ in size of a constant arc dimension (B) or in size of an arc dimension
(C) which is variable along the insert (19).
6. Ski boot, in particular according to one of claims 1 to 5, characterised in that
the front shaft section (3) comprises a support (13) which is hinged to the bottom
cup (1), and thus a thereto pivotably attached collar (14) which surrounds the front
of the lower leg.
7. Ski boot according to claim 6, characterised in that the collar (14) is height
adjustable relative to the support (13) along the longitudinal direction of the shaft.
8. Ski boot according to claim 7, characterised in that fastening means (15) are provided
for connecting the collar (14) to the support (13) at a specified height.
9. Ski boot according to one of claims 6 to 8, characterised in that the front shaft
section (3), comprising the collar (14) and the support (13), are connected to the
rear shaft section (2) by means of an adjustable connecting device (12).
10. Ski boot, in particular according to one of claims 1 to 9, characterised in that
a heel pull (17, 18) acting on the in-step is disposed on the bottom cup (1).
1. Chaussure de ski avec au moins une coque inférieure (1) entourant le pied, et une
tige enveloppant la jambe et comprenant un élément de tige postérieur (2) qui entoure
l'arrière de la jambe ainsi qu'un élément de tige antérieur (3) entourant l'avant
de la jambe, l'élément de tige postérieur (2) et l'élément de tige antérieur (3) étant
articulés sur la coque inférieure (1), la coque inférieure (1) et l'élément de tige
postérieur (2) se recouvrant au moins en partie et des butées étant prévues sur la
coque inférieure (1) et sur l'élément de tige postérieur (2) pour limiter l'inclinaison
dudit élément de tige postérieur (2) imposée par un dispositif de serrage (10, 11),
caractérisée en ce que la coque inférieure (1) comprend dans la région entourant la
jambe un évidement (7) ouvert en direction de l'élément de tige postérieur (2) et
s'étendant à partir de l'extrémité supérieure le long d'une grande partie de la longueur
de la tige, auquel est associée une pièce d'insertion (8, 19) interchangeable sur
l'élément de tige postérieur (2), les butées étant constituées par les flancs (7a,
8a, 19a) de l'évidement (7) et de la pièce d'insertion (8, 19) qui s'étendent dans
la direction longitudinale de la tige.
2. Chaussure de ski selon la revendication 1, caractérisée en ce que la coque inférieure
(1) peut être déformée élastiquement dans la région traversée par l'évidement (7)
et enveloppant la jambe.
3. Chaussure de ski selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que
la pièce d'insertion (8, 19) courbée en arc est disposée avec un sommet orienté dans
la direction longitudinale de la tige sur la face intérieure de l'élément de tige
postérieur (2).
4. Chaussure de ski selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que des
moyens de liaison (9, 20) amovibles sont prévus entre l'élément de tige postérieur
(2) et la pièce d'insertion (8, 19).
5. Chaussure de ski selon l'une des revendications 1 à 4, utilisant des pièces d'insertion
(8,19) différentes qui diffèrent les unes des autres par la grandeur d'une mesure
d'arc constante (B) ou par la grandeur d'une mesure d'arc (C) variable le long de
la pièce d'insertion (19).
6. Chaussure de ski, en particulier selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée
en ce que l'élément de tige antérieur (3) se compose d'un élément de support (13)
articulé sur la coque inférieure (1) et d'une manchette (14) rattachée de manière
pivotante audit élément de support et enveloppant l'avant de la jambe.
7. Chaussure de ski selon la revendication 6, caractérisée en ce que la manchette
(14) peut être réglée en hauteur par rapport à l'élément de support (13) le long de
la direction longitudinale de la tige.
8. Chaussure de ski selon la revendication 7, caractérisée en ce qu'entre la manchette
(14) et l'élément de support (13) sont prévus des moyens de blocage (15) pour rattacher
la manchette (14) à l'élément de support (13) à une hauteur prédéterminée.
9. Chaussure de ski selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisée en ce que l'élément
de tige antérieur (3) composé de la manchette (14) et de l'élément de support (13)
est relit à l'élément de tige postérieur (2) par l'intermédiaire d'un système de liaison
réglable (12).
10. Chaussure de ski, en particulier selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisée
en ce que sur la coque inférieure (1) est montée une fixation de talon (17, 18) qui
agit sur la région du cou-de-pied.