Technisches Gebiet
[0001] Körper aus warmfesten Aluminiumlegierungen, welche aus mit hoher Abkühlungsgeschwindigkeit
durch Zerstäuben einer Schmelze gewonnenen Pulvern hergestellt werden. Hoher Gehalt
an unter sonst üblichen Erstarrungsbedingungen nicht zulässigen Legierungsbestandteilen
wie z.B. Fe, Cr und V.
[0002] Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Formkörpern mit verbesserten
mechanischen Eigenschaften ausgehend von Aluminiumlegierungen.
[0003] Insbesondere betrifft sie ein Verfahren zur Herstellung eines warmfesten, aus pulvermetallurgisch
erzeugtem Halbzeug gefertigten Werkstücks mit hoher Querduktilität aus einer Aluminiumlegierung,
wobei Legierungspulver der Endzusammensetzung oder eine Mischung von Vorlegierungspulvern
zunächst unter einem Druck von 1500 bis 5000 bar kalt isostatisch gepresst wird und
der auf diese Weise erzeugte Pressbolzen im Rezipienten einer Strangpresse durch Heisspressen
nachverdichtet und gleich anschliessend zu einem Halbzeug stranggepresst wird, und
vom Halbzeug ein Stück zur weiteren Formgebung abgeschnitten wird.
Stand der Technik
[0004] Zum Stand der Technik wird folgende Literatur zitiert:
- "High-strength powder metallurgy aluminium alloys", edited by M.J. Koczak and G.J.
Hildeman, TMS-AIME, 1982, p. 63-86: M. Rafalin, A. Lawley and M.J. Koczak, "Fatigue
of high-strength powder metallurgy aluminium alloys".
[0005] Im genannten Dokument ist vor allem Fig. 1 zu beachten.
[0006] Die Herstellung von Werkstücken pulvermetallurgischer Fertigung erfolgt üblicherweise
durch Stauchen eines Presskörpers oder eines Strangabschnitts in der Richtung der
Hauptachse (meist Rotationsachse) und nachfolgendem Schmieden. Vergleiche auch die
Figuren 1 bis 4 in diesem Schriftstück!
[0007] Dabei zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Verdichtungsprozesses,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines Strangpressprozesses,
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines Stauchprozesses,
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines Schmiedeprozesses mit fertigem Werkstück.
[0008] In Fig. 1 ist eine perspektivische Darstellung eines Verdichtungsprozesses wiedergegeben.
Das Aluminiumlegierungspulver wird in einer Presse zu einem kompakten Körper 1 verdichtet.
Die aussen aufgebrachten Druckkräfte sind durch Pfeile angedeutet Meistens werden
derartige Körper 1 durch Heisspressen hergestellt und haben in der Regel zylindrische
Form. Ein erster Verfahrensschritt kann jedoch auch in einem Kaltpressen oder kaltisostatischen
Verdichten (nicht gezeichnet!) bestehen.
[0009] Fig. 2 bezieht sich auf eine perspektivische Darstellung eines Strangpressprozesses.
Die von aussen wirkenden Druckkräfte sind wieder durch Pfeile angedeutet, welche
mit der Strangpressrichtung und der Längsachse des Körpers zusammenfallen. 2 ist
der zum Teil bereits verpresste Strangpressbolzen mit der üblichen zylindrischen
Form. 3 ist der daraus hervorgehende gepresst Strang mit in der Regel kreisförmigem
Querschnitt. 4 stellt einen zylindrischen Stangenabschnitt dar.
[0010] In Fig. 3 ist eine perspektivische Darstellung eines Stauchprozesses wiedergegeben.
Der gestrichelt gezeichnete längliche zylindrische Stangenabschnitt 4 wird durch axiale
Druckkräfte (durch Pfeile angedeutet) zu einem geschmiedeten zylindrischen Rohling
5 in Form einer flachen Scheibe verformt.
[0011] Fig. 4 bezieht sich auf eine perspektivische Darstellung eines Schmiedeprozesses.
Der nicht eingezeichnete Rohling 5 (Fig. 3) wird durch weitere Verfahrensschritte
(Druckkräfte durch gestrichelte Pfeile angedeutet) zu einem gesenkgeschmiedeten
fertigen Rotationskörper 6 verformt.
[0012] Bei dieser Technik erfolgt die Verformung in allen Verfahrensschritten praktisch
einachsig, d.h. in Richtung der ursprünglichen Druckkräfte bei der ersten Verdichtung
(Fig. 1) bzw. in Strangpressrichtung (Fig. 2). Das hat zur Folge, dass das fertige
Werkstück stark anisotrop ausfällt und in den verschiedenen Richtungen stark unterschiedliche
mechanische Eigenschaften hat. Pulvermetallurgisch hergestellte hochwarmfeste Legierungen
sind in der Regel schwierig zu verformen. Wegen ihrer geringen Duktilität bei der
vergleichsweise niedrigen Schmiedetemperatur ist das Formfüllungsvermögen schlecht
und die Rissanfälligkeit hoch. Verzichtet man auf den Schritt des Strangprozesses,
ist die Verformung ungenügend. Die Duktilität in allen Richtungen fällt sehr niedrig
aus. Wird ein Schritt des Strangpressens eingeführt, so genügt zwar die Duktilität
in Längsrichtung (Strangpressrichtung) den Anforderungen, quer zur Strangpressrichtung
fällt sie jedoch sehr niedrig aus. Nun fällt aber bei Rotationskörpern die Hauptbeanspruchung
im Betrieb ausgerechnet in die auf der Strangpress- und Stauchrichtung senkrecht stehende
Ebene. Ausserdem variiert die Duktilität von Kern zu Rand beträchtlich. Der Körper
verhält sich anisotrop, was seiner maximalen Ausnutzung im Betrieb hinderlich ist.
Zwei Beispiele mögen dies demonstrieren:
Beispiel A zum Stand der Technik:
[0013] Als Ausgangsmaterial diente durch Zerstäubung gewonnenes Pulver einer Legierung der
nachfolgenden Zusammensetzung mit einer Partikelgrösse von bis 70 µm:
Fe = 8 Gew.-%
Zr = 2 Gew.-%
Al = Rest
[0014] Das Pulver wurde in eine Aluminium-Kapsel eingefüllt, durch Erhitzen unter Vakuum
entgast und durch einachsiges Heisspressen in einer Form verdichtet. Die Aluminiumkapsel
wurde mechanisch entfernt und das Werkstück durch Stauchen im Gesenk zu einer flachen
pfannkuchenartigen Scheibe von 120 mm Druchmesser und 50 mm Höhe umgeschmiedet.
[0015] Aus der Scheibe wurden Probestücke herausgeschnitten und einer mechanischen Prüfung
bei Raumtemperatur unterworfen.
[0016] Der Zugversuch erbrachte folgende Ergebnisse:
Streckgrenze in allen drei Richtungen: |
425 MPa |
Dehnung axial, Kern (Zentrum): |
0 % |
Dehnung axial, Kern (Umfang): |
2,5 % |
Dehnung radial, Kern: |
1 % |
Dehnung radial, Rand: |
4 % |
Dehnung tangential, Kern: |
2,5 % |
Dehnung tangential, Rand: |
5 % |
[0017] Die Dehnungswerte im Kern sind in allen drei Richtungen ungenügend, was umso schwerer
wiegt, als das Zentrum eines Rotationskörpers bei drehender Bewegung im Betrieb bekanntlich
am höchsten beansprucht wird.
Beispiel B zum Stand der Technik:
[0018] Als Ausgangsmaterial diente durch Zerstäubung gewonnenes Pulver einer Legierung der
nachfolgenden Zusammensetzung mit einer Partikelgrösse von bis 70 µm: Fe = 8 Gew.-%
Zr = 2 Gew.-%
Mo = 1 Gew.-%
Al = Rest
[0019] Das Pulver wurde gemäss Beispiel A in eine Aluminiumkapsel abgefüllt und unter Vakuum
heiss gepresst. Das Werkstück wurde als Pressbolzen in eine Strangpresse eingesetzt
und mit einem Reduktionsverhältnis von 10:1 zu einer Stange verpresst. Ein Stangenabschnitt
wurde im Gesenk zu einer pfannkuchenartigen Scheibe von 100 mm Durchmesser und 45
mm Höhe umgeschmiedet.
[0020] Die aus der Scheibe herausgeschnittenen Zugproben ergaben bei Raumtemperatur folgende
Werte:
Streckgrenze in allen drei Richtungen: |
410 MPa |
Dehnung axial, Kern: |
1 % |
Dehnung axial, Rand: |
4 % |
Dehnung, radial, Kern: |
1,5 % |
Dehnung radial, Rand: |
6 % |
Dehnung tangential, Kern: |
2 % |
Dehnung tangential, Rand: |
8 % |
[0021] Die Dehnungswerte im Kern sind in allen drei Richtungen immer noch schlecht. Lediglich
am Rand genügt die Duktilität den Anforderungen.
Darstellung der Erfindung
[0022] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines warmfesten
Werkstücks aus einer Aluminiumlegierung pulvermetallurgischer Fertigung anzugeben,
wobei das Werkstück eine hohe Querduktilität und möglichst gleichmässige Festigkeitseigenschaften
in allen drei Hauptrichtungen aufweisen soll. Dabei soll die im Zugversuch als Dehnung
gemessene Duktilität in der Hauptspannungsebene (Ebene der Hauptbeanspruchungsrichtungen
im Betrieb) mindestens 5 % betragen. Das Verfahren soll womöglich ohne die heiklen,
in Anbetracht der Rissanfälligkeit des Werkstoffs kritischen Schmiedeoperationen auskommen.
[0023] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass im eingangs erwähnten Verfahren als Halbzeug
ein Strang mit rechteckförmigem Querschnitt unter Wahrung eines Reduktionsverhältnisses
von mindestens 6:1 gepresst wird, von dem ein scheibenförmiger prismatischer Stangenabschnitt
ohne weitere Warmverformung lediglich durch mechanische Bearbeitung in das Endprodukt
übergeführt wird, wobei darauf geachtet wird, dass die mechanischen Hauptbeanspruchungsrichtungen
des Endproduktes in eine Ebene zu liegen kommen, die parallel zur Ebene liegt, die
durch die Strangpressrichtung und die Längsachse des Querschnitts des Stranges aufgespannt
wird.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0024] Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden, durch Figuren näher erläuterten Ausführungsbeispiele
beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 5 eine perspektivische Darstellung eines Verdichtungsprozesses,
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung eines Strangpressprozesses,
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung einer mechanischen Grobbearbeitung (Schruppen),
Fig. 8 eine perspektivische Darstellung einer mechanischen Feinbearbeitung (Schlichten).
[0025] In Fig. 5 ist eine perspektivische Darstellung eines Verdichtungsprozesses wiedergegeben.
Zunächst erfolgt die Kalt- und/oder Heissverdichtung des Aluminiumlegierungspulvers
in einer Presse zu einem kompakten Körper 1. Die Druckkräfte sind durch Pfeile angedeutet.
Die Verdichtung wird in der Regel unter Vakuum und meist in einer dünnwandigen Aluminiumkapsel
als Ummantelung vorgenommen.
[0026] Fig. 6 bezieht sich auf eine perspektivische Darstellung eines Strangpressprozesses.
Die Druckkräfte sind durch Pfeile angedeutet. Ihre Richtung fällt mit der Längsachse
des Strangs und der Strangpressrichtung zusammen. Der Strangpressbolzen 2 ist zum
Teil schon verpresst. 7 ist der gepresste Strang mit rechteckförmigem Querschnitt,
8 ein prismatischer Stangenabschnitt des Stranges 7.
[0027] Fig. 7 zeigt eine perspektivische Darstellung einer mechanischen Grobbearbeitung
(Schruppen). Der prismatische Stangenabschnitt 8 ist durch gestrichelte Linien angedeutet.
[0028] Der Stangenabschnitt 8 wird mit dem mechanischen Bearbeitungswerkszeug 9 einem ersten
Formgebungsschritt (dargestellt durch Drehen) unterzogen. Dabei wird die Bearbeitung
so vorgenommen, dass die Achse beim Drehvorgang senkrecht auf der Strangpressrichtung
steht: Radialebene parallel zur Haupt-Symmetrieebene (Ebene der grössten Fläche des
Prismas) des Stangenabschnittes 8. Auf diese Weise entsteht zunächst ein mechanisch
bearbeiteter zylindrischer Rohling 10.
[0029] In Fig. 8 ist eine perspektivische Darstellung einer mechanischen Feinbearbeitung
(Schlichten) wiedergegeben. Das mechanische Bearbeitungswerkzeug 9 (im vorliegenden
Fall ein Drehstahl) gibt dem Rohling (10 in fig. 7) die endgültige Form. 11 ist der
durch mechanisches Bearbeiten (Schlichten) hergestellte fertige abgesetzte Rotationskörper.
Ausführungsbeispiel 1:
[0030] Siehe Figuren 5 bis 8!
Aus einer warmfesten Aluminiumlegierung wurde ein rotationssymmetrisches Werkstück
für einen Verdichter hergestellt. Die Aluminiumlegierung hatte folgende Zusammensetzung:
Fe = 8 Gew.-%
Zr = 1 Gew.-%
Al = Rest
[0031] Die Legierung wurde erschmolzen und zu Pulver mit einer Korngrösse von 5 bis 70 µm
zerstäubt. Das Pulver wurde in einen Gummischlauch abgefüllt, entgast und unter einem
Druck von 3000 bar isostatisch verdichtet. Der kaltverdichtete Presskörper 1 hatte
einen Durchmesser von 380 mm und eine Höhe von 500 mm. Er wurde unter einem Druck
von 4000 bar heiss nachverdichtet und daraufhin als Strangpressbolzen 2 verwendet.
Es wurde ein gepresster Strang 7 mit rechteckförmigem Querschnitt (Breite = 160 mm;
Höhe = 80 mm) hergestellt. Das Reduktionsverhältnis betrug ca. 9:1. Aus dem Strang
7 wurde ein prismatischer Stangenabschnitt 8 von 160 mm Länge herausgeschnitten. Daraus
wurde zunächst durch Schruppen mit dem mechanischen Bearbeitungswerkzeug 9 ein zylindrischer
Rohling 10 und dann durch Schlichten ein fertiger, abgesetzter Rotationskörper 11
hergestellt. Es ergaben sich die nachfolgenden, an Zugproben bei Raumtemperatur festgestellten
mechanischen Werte:
Streckgrenze in allen drei Richtungen: |
415 MPa |
|
Dehnung axial (senkrecht zur Strangpressrichtung und senkrecht zur Hauptebene des
Strangs): |
3 % |
|
Dehnung radial (senkrecht zur Strangpressrichtung und in der Hauptebene des Strangs): |
6 % |
Dehnung radial (parallel zur Strangpressrichtung): |
8 % |
Dehnung tangential (parallel zur Strangpressrichtung): |
8 % |
|
Dehnung tangential (senkrecht zur Strangpressrichtung und in der Hauptebene des Strangs): |
6 % |
[0032] Es konnte kein Unterschied der Duktilität zwischen Kern und Rand des Rotationskörpers
11 festgestellt werden. Die für den Betrieb massgebenen Duktilitätswerte des Kerns
für radiale wie für tangentiale Richtung bewegen sich somit im Bereich von 6 bis 8
%.
Ausführungsbeispiel 2:
[0033] Siehe Figuren 5 bis 8!
Aus einer warmfesten Aluminiumlegierung wurde ein rotationssymmetrisches Werkstück
für eine thermische Maschine gefertigt. Die Aluminiumlegierung hatte folgende Zusammensetzung:
Fe = 10 Gew.-%
Mo = 2 Gew.-%
Al = Rest
[0034] Die Legierung wurde erschmolzen und zu Pulver mit einer Partikelgrösse von 4 bis
65 µm zerstäubt. Das Pulver wurde in eine dünnwandige Kapsel aus weichem Aluminium
von 275 mm Durchmesser und 300 mm Höhe abgefüllt und ohne zu entgasen durch einachsigen
Druck zu einem Presskörper 1 heiss verdichtet. Danach wurde die Aluminiumkapsel durch
Abdrehen mechanisch entfernt und der Körper als Pressbolzen 2 in eine Strangpresse
von 280 mm Rezipientdurchmesser eingesetzt und zu einem Strang 7 von rechteckförmigem
Querschnitt (Breite = 120 mm; Höhe = 50 mm) verpresst. Das Reduktionsverhältnis betrug
10:1. Aus dem Strang 7 wurde ein prismatischer Stangenabschnitt 8 von 120 mm Länge
herausgeschnitten und daraus gemäss Beispiel 1 ein Rohling 10 und schliesslich ein
fertiger Rotationskörper 11 hergestellt. Die bei Raumtemperatur durchgeführten Zugversuche
ergaben folgendes Bild:
Streckgrenze in allen drei Richtungen: |
420 MPa |
Zugfestigkeit in allen drei Richtungen: |
470 MPa |
|
Dehnung senkrecht zur Strangpressrichtung und senkrecht zur Hauptebene des Strangs: |
3 % |
|
Dehnung senkrecht zur Strangpressrichtung und in der Hauptebene des Strangs: |
9 % |
Dehnung parallel zur Strangpressrichtung: |
15 % |
[0035] Die Duktilität war im Kern wie im Randgebiet des Werkstücks praktisch gleich gross.
Die für den Betrieb massgebenden Duktilitätswerte in der Hauptebene (Radialebene)
des Rotationskörpers 11 fielen somit in den Bereich von 9 bis 15 % und sind für derartige
Werkstoffe als hervorragend zu klassifizieren.
[0036] Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Prinzipiell lässt
sie sich auf jede pulvermetallurgisch erzeugte warmfeste Aluminiumlegierung anwenden.
Legierungspulver der Endzusammensetzung oder eine Mischung von Vorlegierungspulvern
werden zunächst unter einem Druck von 1500 bis 5000 bar kalt isostatisch gepresst
und der auf diese Weise erzeugte Pressbolzen (2) im Rezipienten einer Strangpresse
durch Heisspressen nachverdichtet und anschliessend zu einem Halbzeug stranggepresst.
Dann wird vom Halbzeug ein Stück zur weiteren Formgebung abgeschnitten. Als Halbzeug
wird ein Strang (7) mit rechteckförmigem Querschnitt unter Wahrung eines Reduktionsverhältnisses
von mindestens 6:1 gepresst, von dem ein scheibenförmiger prismatischer Stangenabschnitt
(8) abgetrennt und ohne weitere Warmverformung lediglich durch mechanische Bearbeitung
in das Endprodukt übergeführt. Es wird darauf geachtet, dass die mechanischen Hauptbeanspruchungsrichtungen
des Endproduktes in eine Ebene zu liegen kommen, die parallel zur Ebene liegt, die
durch die Strangpressrichtung und die Längsachse des Querschnitts des Stranges (7)
aufgespannt wird.
[0037] Der Vorteil des Verfahrens liegt vor allem in einer beträchtlichen Erhöhung der
Duktilität in der Ebene, in die die Hauptbeanspruchung im Betrieb fällt.