[0001] Die Erfindung betrifft ein zerlegbares Erdbestattungsgerät mit den Merkmalen des
Gattungsbegriffs des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein solches Gerät ist aus der DE-B-26 25 082 bereits in einer Form bekannt, bei der
auf dem betreffenden, die Graböffnung umgebenden und sich darüber hinauserstreckenden
Rahmen ein Greiferbagger mit universell schwenkbarem Ausleger wie auch ein kippbarer
kastenförmiger Aufnahmebehälter für das ausgehobene Erdreich stationär, wenngleich
davon lösbar angebracht sind.
[0003] Die DE-A-21 53 908 zeigt ein Grabaushubgerät, bei dem eine Kettenfräse mit vertikalen
Trumen horizontal- wie vertikalbeweglich auf einem rahmenförmigen Fahrgestell angeordnet
ist. Das Fahrgestell ist auf Füße absetzbar. Das ausgehobene Erdreich wird über eine
Rutsche neben dem Fahrgestell abgeworfen.
[0004] Schließlich sind aus der DE-A-91 254 und der DE-A-622 660 Sargversenkvorrichtungen
bekannt, mit denen sich die Särge über von gegenläufig drehbaren Trommeln ablaufende
Seile bzw. Gurte seitens einer einzigen Person in das Grab versenken lassen. Dabei
werden die Trommeln wiederum von einem die Graböffnung umgebenden Rahmen getragen.
Im Fall der DE-A-622 660 besteht dieser im übrigen zu Begräbniszwecken betretbare
Rahmen aus kastenförmigen Elementen, die zum Teil das ausgehobene Erdreich aufnehmen.
Zudem ist auf den Rahmen eine Art Pult für den Geistlichen aufsetztbar.
[0005] Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Erdbestattungsgerät nach Gattungsbegriff so auszubilden, daß es die Abwicklung
einer Erdbestattung noch weitergehend erleichtert bis hin zur Grablegung und zur anschließenden
Auffüllung des Grabes mit dem zuvor ausgehobenen Erdreich.
[0006] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs
1 gelöst. Die Unteransprüche geben dar- über hinausgehende vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten
der Erfindung an.
[0007] Die Austauschbarkeit des Erdaushubgeräts gegen die Sargversenkvorrichtung stellt
eine zweifache Funktion des einmal aufgestellten Rahmens her, dessen Vorhandensein
infolgedessen auch während der Beerdigungszeremonie nicht als störend empfunden wird.
Dies gilt umso mehr, wenn der Rahmen - nach Anspruch 8 - begehbar ist oder - nach
Anspruch 9 - darüber hinaus das Podest eines Baldachins bildet.
[0008] Nach Entfernen des Erdaushubgeräts kann dieses sogleich anderenorts an einem dort
bereits aufgestellten Rahmen zum Einsatz kommen, ebenso wie der Baldachin nur kurzzeitig
zur Verfügung zu stehen braucht. In dieser Hinsicht kann es auf größeren Friedhöfen
zweckmäßig sein, mit einem oder wenigen Erdaushubgeräten und/oder Baldachinen eine
größere Zahl von Rahmen zum Einsatz zu bringen. Dabei kann ein Transportfahrzeug gute
Dienste leisten, das, etwa einem Feuerwehrgerätefahrzeug vergleichbar, Aufnahmemittel
oder zumindest Unterbringungsmöglichkeiten für die verschiedenen Einzelteile des
betreffenden Erdbestattungsgeräts aufweist. Diese gilt umso mehr, wenn dieses Fahrzeug
gemäß Anspruch 7 auch noch die Energieversorgung des Geräts übernimmt.
[0009] Als besonders vorteilhaft hat sich ein auf dem Rahmen über die Graböffnung verfahrbarer
und dort bodenseitig entleerbarer Aufnahmebehälter nach Anspruch 2 erwiesen, zumal
wenn er so leicht und leicht handhabbar ist, wie diese die Ausbildung nach Anspruch
3 ergibt.
[0010] Die Variationsmöglichkeit nach Anspruch 10 bewirkt, daß der betreffende Rahmen ungeachtet
benachbarter bereits vorhandener Gräber oder selbst des Grabsteins des gerade betroffenen
Grabes praktisch überall auf herkömmlichen Friedhöfen zum Einsatz kommen kann. Schließlich
hat sich die Zusammenfügung der einzelnen Teile des Geräts über Steckverbindungen
nach Anspruch 11 als besonders einfach und zweckmäßig erwiesen.
[0011] Nachfolgend wird ein entsprechendes, bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand der Zeichnungen genauer beschrieben. Von diesen zeigt, jeweils in schematisierter
Darstellung,
Fig. 1 eine Gesamtansicht des betreffenden Erdbestattungsgeräts am Einsatzort mit
angebrachtem Erdaushubgerät,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Rahmen des Geräts,
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Aufnahmebehälter des Geräts und
Fig. 4 das Gerät mit gegen eine Sargversenkvorrichtung ausgetauschtem Erdaushubgerät
und aufgesetztem Baldachin.
[0012] Das in Fig. 1 gezeigte Erdbestattungsgerät weist einen im wesentlichen aus einzelnen
über Steckverbindungen 2 zusammengefügten Holmen 4 gebildeten Rahmen 6 auf, der von
Füßen 8 in einem Abstand über dem Erdboden 10 getragen wird. Gewünschtenfalls können
einzelne oder auch alle der Holme 4 verlängerbar sein, ebenso wie die Füße 8, etwa
mittels bekannter, bei Baugerüsten üblicher Klemm- bzw. Schraubverbindungen, versetzbar
daran angebracht und in ihrer Länge verstellbar sein können, um den Rahmen 6 dem
jeweiligen Aufstellungsort mit ggf. bereits vorhandenen Gräbern, Grabsteinen oder
dergl. anpassen zu können.
[0013] Der Rahmen 6 umgibt die Graböffnung 12, über die er sich in dem gezeigten Beispiel
beidseitig hinauserstreckt. Die sich über die Graböffnung 12 hinauserstreckenden Rahmenabschnitte
sind, soweit wünschenwert, durch eine Plankeneindeckung 14 betretbar gemacht. Zu beiden
Seiten der Graböffnung 12 trägt der Rahmen 6 Laufschienen 16 für ein Erdaushubgerät
18, hier in Gestalt einer aufrechtstehenden Kettenfräse, wie sie etwa aus der eingangs
genannten DE-A-21 53 908 bekannt ist. Diese über die gesamte Breite der herzustellenden
Graböffnung reichende Kettenfräse ist in Längsrichtung der Graböffnung auf den Laufschienen
16 verfahrbar und überdies entsprechend dem Arbeitsfortschritt in die Tiefe verstellbar.
Zur Erleichterung ihres An- und Abtransports können Antriebsmittel, Führungsmittel
und dergl. davon abtrennbar sein.
[0014] Der Antrieb des Erdaushubgeräts erfolgt vorzugsweise elektrisch, hydraulisch oder
auch pneumatisch, wobie die Energie einem erforderlichenfalls verhältnismäßig entfernt
aufgestellten Energieversorgungsaggregat entstammen kann. Dieses Energieversorgungsaggregat
kann Bestandteil eines Kraftfahrzeugs sein, das im übrigen dazu eingerichtet sein
kann, kie einzelnen Bestandteile des gesamten Geräts aufzunehmen.
[0015] Das von dem Erdaushubgerät 18 ausgehobene Erdreich gelangt über eine Rutsche oder
ein Förderband 20 in einen auf dem Rahmen 6 quer zu der Graböffnung 12 verfahrbaren
Aufnahmebehälter 22, der im wesentlichen aus einem in einen Wagen 24 eingehängten
Sack 26 mit etwa den horizontalen Abmessungen der Graböffnung 12 besteht. Der Sack
26 besitzt in seinem Boden eine über seine gesamte Länge reichende spaltförmige Öffnung
28, die sich durch zwei einander näherbare und voneinander entfernbare Holme 30 schließen
und öffnen läßt.
[0016] Nach Beendigung des Erdaushubs ist das Erdaushubgerät 18 gemäß Fig. 4 gegen eine
Sargversenkvorrichtung 30 auswechselbar und kann daraufhin sogleich anderenorts in
Verbindung mit einem dort bereits aufgestellten Rahmen 6 wieder zum Einsatz kommen.
Ebenso braucht auch die Sargversenkungsvorrichtung 30 nur kurzzeitig zur Verfügung
zu stehen.
[0017] Die Sargversenkvorrichtung 30 kann im wesentlichen nach der eingangs genannten DE-A-91
254 mit zwei gegenläufig drehbar miteinander gekuppelten Trommeln 32 zu beiden Seiten
der Graböffnung 23 ausgestattet sein, von denen unter dem Sarg 34 hindurchlaufende
Gurte 36 abrollbar sind. Die Gurte können mit Schlössern versehen oder aber von einer
der Trommeln 32 abkuppelbar sein, um sie unter dem in die Graböffnung 12 abgesenkten
Sarg wieder herausziehen zu können. Es versteht sich, daß die Sargversenkvorrichtung
30 in an sich bekannter Weise mit einem geeigneten Gesperre ausgerüstet sein wird.
Auch kann sie in Anbetracht der ohnedies erforderlichen Energieversorgung des Erdaushubgeräts
18 gewünshchtenfalls ohne weiteres mit einem - ggf. aufsteckbaren - elektrischen,
hydraulischen oder auch pneumatischen Antrieb 38 versehen sein, wie dies in Fig. 4
gestrichelt angedeutet ist.
[0018] Nachdem der Aufnahmebehälter 22 für die Beerdigungszeremonie weiter von der Graböffnung
12 weggefahren und vorzugsweise abgedeckt worden ist, können die betretbaren Rahmenabschnitte
mit einem aufsteckbaren Geländer 40 versehen werden. Ferner kann auf das Geländer
40 oder auch unmittelbar auf den Rahmen 6 ein die betretbaren Rahmenabschnitte wie
auch die Graböffnung 12 überspannender Baldachin 42 aufgesetzt werden, bestehend aus
einem selbst wiederum über Steckverbindung zusammengefügten Traggestell 44, das mit
Planen 46 überzogen ist. Geeignete Aufhängvorrichtung 48 an dem Geländer 40 und/oder
dem Traggestell 44 bieten die Möglichkeit, für die Beerdigungszeremonie Kränze, Bouquets
oder Gestecke daran aufzuhängen.
[0019] Nach Beendigung der Beerdigungszeremonie können Baldachin 42 und Geländer 40 von
dem Rahmen 6 abgehoben und auch die Sargversenkvorrichtung 30 entfernt werden, worauf
der Aufnahmebehälter 22 über die Graböffnung 12 eingefahren wird. Darauf braucht
lediglich die bodenseitige Öffnung des Sackes 26 geöffnet zu werden, um das davon
aufgenommene Erdreich in die Graböffnung 12 zu entladen. Schließlich können auch
der Aufnahmebehälter 22 und der Rahmen 6 von dem Grab entfernt werden, um an anderer
Stelle zum Einsatz zu kommen, während im Bereich des frisch entstandenen Grabes im
wesentlichen nur geringfügige Einebnungsarbeiten zu verrichten bleiben.
[0020] Bemerkenswert ist, daß sich das gesamte hier beschriebene Erdbestattungsgerät auf
leichte Weise in einzelne Teile zerlegen läßt, die erforderlichenfalls von einer einzigen
Person transportiert, zusammengesetzt oder auch verstaut werden können, und daß das
angegebene Gerät eine wesentliche Erleichterung und Rationalisierung für den gesamten
Beerdigungsablauf mit sich bringt, wobei indessen Pietätsgesichtspunkten in optimaler
Weise Rechnung getragen werden kann.
1. Zerlegbares Erdbestattungsgerät mit einem von Füßen (8) in einem Abstand über dem
Boden (10) getragenen, die Graböffnung (12) umgebenden Rahmen (6), einem auf dem Rahmen
in horizontaler wie vertikaler Richtung verfahrbaren, abnehmbaren Erdaushubgerät
(18) und einem lösbar auf dem Rahmen angebrachten Aufnahmebehälter (22) für das ausgehobene
Erdreich, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Rahmen (6) bei abgenommenem Erdaushubgerät (18) eine an sich bekannte,
mit Gurten (36), Gurttrommeln (32) und einem Gesperre ausgestattete Sargversenkvorrichtung
(30) lösbar anbringbar ist.
2. Erdbestattungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmebehälter (22) bei abgenommener Sargversenkvorrichtung (30) zum Entleeren
über die Graböffnung (12) einfahrbar ist.
3. Erdbestattungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmebehälter (22) bei wesentlichen aus einem in einem Wagen (24) eingehängten
Sack (26) besteht, der eine verschließbare bodenseitige Öffnung (28) aufweist.
4. Erdbestattungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sack (26) in etwa die horizontalen Abmessungen der Graböffnung (12) aufweist
und die bodenseitige Öffnung (28) sich über seine gesamte Länge erstreckt und von
den Seiten her verschließbar ist.
5. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Erdaushubgerät (18) in an sich bekannter Weise eine Kettenfräse mit im wesentlichen
vertikalen Kettentrumen ist.
6. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Erdaushubgerät (18) und/oder die Sargversenkvorrichtung (30) elektrisch,
hydraulisch oder pneumatisch angetrieben und aus einem entfernt aufstellbaren Energieversorgungsaggregat
speisbar ist.
7. Erdbestattungsgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Energieversorgungsaggregat Bestandteil eines Kraftfahrzeugs ist, das zugleich
Raum und vorzugsweise auch Aufnahmeeinrichtung für die Aufnahme der einzelnen Teile
des Erdbestattungsgeräts bietet.
8. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (6) auf zumindest einer Seite außerhalb der Graböffnung (12) betretbare
Plattform bildet, die vorzugsweise mit einem abnehmbaren Geländer (40) auszustatten
ist.
9. Erdbestattungsgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Rahmen (6) bzw. das Geländer (40) ein die Plattform vorzugsweise mitsamt
der Graböffnung (12) überdeckender Baldachin (42) aufsetzbar ist.
10. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die in Querrichtung der Graböffnung (12) verlaufenden Rahmenholme (4)
ausziehbar und/oder die Füße (8) des Rahmens (6) seitlich versetzbar und/oder längenverstellbar
sind.
11. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (6) zerlegbar ist.
12. Erdbestattungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen seiner einzelnen Teile ganz oder überwiegend aus Steckverbindungen
bestehen.