[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Signalübertragung zwischen örtlich getrennten,
längs einer vorgegebenen Fahrstrecke stationär angeordneten, von einer Zentrale gesteuerten
Sende-Empfangsstationen und einem mobilen Sende-Empfangsgerät auf einem der betreffenden
Fahrstrecke folgenden, meist schienengebundenen Fahrzeug auf der Basis der UIC-Norm
(International Union of Railways). Die Signalübertragung zu dem mobilen Sende-Empfangsgerät
erfolgt bei solchen Systemen von den aufeinanderfolgenden Sende-Empfangsstationen
auf alternierenden äquidistanten Sendefrequenzen, wobei jedes mobile Sende-Empfangsgerät
auf das jeweils am besten zu empfangende Signal eingestellt werden soll, welches
meist die Sendefrequenz der dem Fahrzeug nächstgelegenen Sende-Empfangsstation hat.
[0002] Als Bewertungskriterien für die Signalqualität werden z.B. der Rauschabstand und/oder
die Empfangsfeldstärke herangezogen (Rauschbewertung bzw. Feldstärkebewertung). Die
bisher üblichen mobilen Sende-Empfangsgeräte haben nur einen einzigen transponierbaren
Sende-Empfangskanal und beginnen bei Nichtbefriedigung eines Bewertungskriteriums
mit einem Suchlauf (Scannerprinzip), bis eine Sendefrequenz gefunden wird, bei welcher
eine zufriedenstellende Signalqualität erhalten wird. Aus Zeitgründen wird dabei
aber darauf verzichtet, zu überprüfen, ob diese Frequenz tatsächlich die günstigste
aller am jeweiligen Empfangsort verfügbaren Sendefrequenzen ist.
[0003] Für das Umschalten auf eine neue Signalfrequenz und das Bewerten der Signalqualität
werden ca. 30 - 100 ms benötigt. Bei Systemen, bei denen eine längere Beobachtungszeit
vorgeschrieben ist (z.B. gemäß UIC-Empfehlung, Punkt E 1.13.2 ungefähr 1 s), kann
diese Zeit bis zu 2 s betragen. Solche Beobachtungs- und Umschaltzeiten sind in der
Regel nicht tragbar. Bei Systemen mit Datenübertragung (typische Länge eines Datentelegrammes
ca. 100 ms) könnten nämlich Telegramme zur Gänze oder mindestens teilweise verloren
gehen. Diese Telegramme müßten wiederholt gesendet werden, was zu einer Mehrbelastung
des Systems führen würde (schlechte Kanalausnutzung). Bei Sprachübertragung könnten
ganze Silben verlorengehen, was bei ungeübten Benützern zu Rückfragen und damit zu
längeren Gesprächszeiten führen würde.
[0004] Zur Behebung der beschriebenen Mängel könnte alternativ oder kumulativ die Beobachtungszeit
verkürzt, das Kriterium für die Umschaltung sehr niedrig gewählt und die Feldstärke
im Versorgungsgebiet größer als unbedingt nötig gewählt werden.
[0005] Bei Verkürzung der Beobachtungs- und Umschaltzeit sind die UIC-Normen nicht immer
erfüllbar und die Kriterien für die Signalbewertung werden sehr unsicher. Bei lokalen
Überreichweiten, die meist geographisch bedingt und sehr begrenzt sind, wird dann
der Kanal unnötig oft gewechselt. Dadurch ist eine optimale Erreichbarkeit des mobilen
Sende-Empfangsgerätes nicht mehr sichergestellt.
[0006] Wird anderseits das Kriterium für die Umschaltung sehr niedrig gewählt, so bleibt
das mobile Sende-Empfangsgerät so lange wie möglich bei der jeweils gewählten Signalfrequenz,
obwohl schon eine wesentlich günstigere Frequenz verfügbar wäre.
[0007] Höhere Feldstärken haben schließlich naturgemäß höhere Störreichweiten zur Folge.
Die einzelnen Signal-frequenzen können dann erst in sehr großen Abständen wiederholt
werden und werden daher schlecht ausgenutzt.
[0008] Die Erfindung betrifft nun eine Einrichtung zum Empfang von auf der Basis der UIC-Norm
über örtlich getrennt angeordnete Sendeantennen auf alternierenden äquidistanten Sendefrequenzen
übertragenen Signalen auf Fahrzeugen, insbesondere schienengebundenen Fahrzeugen,
die unter Verwendung von Bewertungsstufen für die Auswahl der jeweils günstigsten
Sendefrequenz, aber unter Vermeidung der vorstehend dargelegten Mängel, insbesondere
ohne störende Umschaltzeiten, selbsttätig stets einen optimalen Signalempfang ermöglicht.
[0009] Dieses Erfindungsziel wird dadurch erreicht, daß der Eingangsteil des Empfängers
breitbandig für alle zu empfangenden Signalfrequenzen ausgebildet ist, daß Bandfilter
zur Aufteilung der vorher gemeinsam nach unten transponierten Signalfrequenzen auf
getrennte Kanäle und anschließend an diese Bandfilter getrennte Mischstufen zur Transponierung
der Signalfrequenzen in den getrennten Kanälen nach unten sowie getrennte Verstärker-
und Demodulatorstufen für diese transponierten Signalfrequenzen vorgesehen sind,
und daß je ein Ausgang der Verstärker- und Demodulatorstufen unmittelbar und zumindest
ein weiterer Ausgang derselben mittelbar über eine Qualitäts- und/oder Quantitäts-Bewertungsstufe
an eine Schaltmatrix zur Auswahl des jeweils bestbewerteten Signals für die weitere
Verarbeitung angeschlossen sind.
[0010] Da mit einem erfindungsgemäßen Empfänger alle Sende-frequenzen der Sende-Empfangsstation
an der Fahrstrecke vom mobilen Sende-Empfangsgerät empfangen, demoduliert und bewertet
werden, ist zu jedem Zeitpunkt bekannt, welche Frequenz die beste Signalqualität bietet.
Demnach kann zu jedem Zeitpunkt die optimale Empfangsfrequenz mittels einer Schaltmatrix
gewählt werden. Da für das Umschalten von einer Empfangsfrequenz auf eine andere keine
Frequenzen geändert werden müssen und die Beobachtung aller Kanäle kontinuierlich
stattfindet, liegen die typischen Umschaltzeiten unter 1 ms.
[0011] Prinzipiell wäre ein Parallelempfang auch mit drei voneinander unabhängigen Empfängern
möglich. Dies würde aber einen erheblich größeren Aufwand erfordern, da insbesondere
bei äquidistanten Signalfrequenzen und einer Kanalzahl gleich oder größer als 3 zur
Vermeidung von Intermodulationsproblemen die einzelnen Empfängeroszillatoren frequenzmäßig
synchronisiert werden müßten. Der erfindungsgemäße Empfänger vermeidet insbesondere
in bevorzugter Ausführung diesen Aufwand erheblich durch einen für alle Kanäle gemeinsamen
ersten und zweiten Überlagerungs-Oszillator. Der hierzu erforderliche Aufwand von
verschiedenen Zwischenfrequenzfiltern für alle Kanäle ist bei Serienfertigung vergleichsweise
gering und technisch wesentlich unproblematischer als die Frequenzsynchronisation
dreier Oszillatoren. Ein weiterer Vorteil ist eine teilweise Redundanz des Gesamtsystems.
[0012] Da die Schaltmatrix hardwaremäßig realisiert werden kann, ergibt sich ein wesentlich
geringerer Softwareaufwand als bei den Empfangsgeräten herkömmlicher Bauart.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun anhand der den Empfangsteil eines
erfindungsgemäßen mobilen Sende-Empfangsgerätes darstellenden Zeichnung genauer erläutert.
[0014] Die vom Anschluß 1 einer im Simultanbetrieb zum Senden und Empfangen dienenden Fahrzeugantenne
kommenden Eingangssignale werden einem Duplexfilter 2 zugeführt, das zur Trennung
der über die Senderausgangsleitung 3 der Fahrzeugantenne zugeführten Ausgangssignale
des mobilen Sende-Empfangsgerätes von den Eingangssignalen desselben dient. Die Eingangssignale
werden von der Empfängereingangsleitung 4 über ein der Vorselektion dienendes Bandfilter
5, z.B. ein Helixfilter, einen Eingangsverstärker 6 und ein weiteres Bandfilter 7,
das ebenfalls ein Helixfilter sein kann, einem Mischer 8 zugeführt, der von einem
Überlagerungsoszillator 9 mit einer Trägerfrequenz versorgt wird und zum Transponieren
der Eingangssignale auf niedrigere Zwischenfrequenzen ZF1 dient. Nach Verstärkung
in einem ZF-Verstärker 10 werden die zwischenfrequenten Eingangssignale einem Signalteiler
11 zugeführt, welcher diese Signale drei parallelen Empfangskanälen 12, 13 und 14
zuführt. Bis zu den Ausgängen dieses Signalteilers ist der gesamte gemeinsame Empfangsweg
mit den Stufen 4 bis 11 breitbandig ausgebildet, d.h. für alle Sendefrequenzen der
längs der Fahrstrecke angeordneten Sende-Empfangsstationen bzw. für die daraus abgeleiteten
Zwischenfrequenzen ZF1 durchlässig.
[0015] An die Ausgangskanäle 12 bis 14 des Signalteilers 11 sind getrennte Schmalbandfilter
15, 16 und 17 angeschlossen, die für je eine der Zwischenfrequenzen ZF1 durchlässig
sind, welche durch Transponierung der äquidistanten Signalfrequenzen mittels des Oszillators
9 gewonnen werden. Nimmt man gemäß Zeichnung den einfachen Fall eines Systems mit
nur 3 äquidistanten Signalfrequenzen SF mit einem Frequenzabstand von 50 kHz an und
bezeichnet man die mittlere Zwischenfrequenz mit ZF1
m, so ergeben sich für die Kanalfilter 15 bis 17 der Reihe nach die Durchlaßfrequenzen
ZF1
m50 kHz, ZF1
m und ZF1
m+50 kHz, woraus sich beispielsweise für ZF1
m = 21.400 MHz für die Kanalfilter 15 bis 17 die Durchlaßfrequenzen 21.350, 21.400
und 21.450 MHz ergeben.
[0016] Die so erhaltenen Zwischenfrequenzen ZF1 werden in drei getrennten Mischern 16, 19
und 20 mittels eines von einem zweiten gemeinsamen Oszillators 21 über einen Signalteiler
22 und getrennte Zuleitungen 23, 24 und 25 gelieferten Trägers auf wesentlich tiefere
Zwischenfrequenzen ZF2 transponiert, z.B. auf 405, 455 und 505 kHz.
[0017] Die Signale mit diesen Zwischenfrequenzen ZF2 werden anschließend in ZF-Verstärkern
und Demodulatoren 26, 27, 28 verstärkt und demoduliert. Die demodulierten Signale,
die beispielsweise niederfrequente Analogsignale sind, werden über Ausgangsleitungen
29, 30 und 31 unmittelbar an die Signaleingänge einer Schaltmatrix 32 angelegt.
[0018] Die Durchschaltung der Signaleingänge der Schaltmatrix 32 auf deren Signalausgang
45 erfolgt automatisch auf Grund einer Qualitäts- und Quantitätsbewertung der Eingangssignale.
Zu diesem Zweck sind an die Verstärker und Demodulatoren 26 bis 28 Qualitätsbewertungsstufen
33, 34 und 35, z.B. Rauschbewertungsstufen, sowie Quantitätsbewertungsstufen 39,
40 und 41, z.B. Feldstärkenbewertungsstufen, angeschlossen. Die Bewertungsstufen
33 bis 35 und 39 bis 41 führen die Bewertungsergebnisse in Form digitaler Schaltsignale
über Leitungen 36, 37 und 38 bzw. 42, 43 und 44 den Steuereingängen der Schaltmatrix
32 zu. Digitalsignale liefernde Rauschbewertungsstufen sind unter der Bezeichnung
Squelch bekannt, und ebenso bekannt sind Feldstärkenbewertungsstufen, die über Analog-Digitalwandler
und/oder Komparatoren digitale Ausgangssignale liefern.
[0019] Die Digitalsignale der beiden Arten von Bewertungsstufen 33 bis 35 bzw. 39 bis 41
wählen in an sich bekannter Weise in der Schaltmatrix 32 das qualitativ hochwertigste
der über die Eingangsleitungen 29 und 31 der Schaltmatrix zugeführten Eingangssignale
aus und geben es an die Ausgangsleitung 45 ab. Auf diese Weise wird eine praktisch
ununterbrochene Empfangsbereitschaft unter optimalen Empfangsbedingungen gesichert.
[0020] Das beschriebene Ausführungsbeispiel läßt im Rahmen der Erfindung verschiedene Abwandlungen
zu. So kann beispielsweise die Zwischenfrequenzbildung in den getrennten Empfangskanälen
12, 13 und 14 auch mit Hilfe von drei getrennten Überlagerungsoszillatoren vorgenommen
werden, deren Frequenzen um den Frequenzabstand der äquidistanten Sendefrequenzen
SF gegeneinander versetzt sind und die so mit den Ausgangsfrequenzen der Kanalfilter
15 bis 17 gemischt werden, daß die transponierten Frequenzen untereinander gleich
sind.
[0021] Ferner können in der Schaltmatrix 32 die Bewertungskriterien durch Verwendung von
programmierbaren Logikbauteilen, d.h. durch Ausbildung dieser Matrix als programmierbare
Logikmatrix, frei gewählt und den jeweiligen Anwendungsfällen angepaßt werden. Überdies
können die zu dem jeweils zur Leitung 45 durchgeschalteten demodulierten Signal gehörigen
Bewertungskriterien zu zusätzlichen Leitungen, z.B. zur Leitung 46 für das Rauschkriterium
und zu den Leitungen 47 für das Feldstärkekriterium, zwecks weiterer Information des
Verbrauchers ebenfalls durchgeschaltet werden. Schließlich können zur Überwachung
zusätzlich zum ausgewählten Signal an der Leitung 45 auch alle übrigen demodulierten
Signale auf durchgehenden parallelen Empfangskanälen weitergeleitet werden.
1. Einrichtung zum Empfang von auf der Basis der UIC-Norm über örtlich getrennt angeordnete
Sendeantennen auf alternierenden äquidistanten Sendefrequenzen übertragenen Signalen
auf Fahrzeugen, insbesondere schienengebundenen Fahrzeugen, unter Verwendung von
Bewertungsstufen für die Auswahl der jeweils günstigsten Sendefrequenz, dadurch
gekennzeichnet, daß der Eingangsteil (4-11) des Empfängers breitbandig für alle zu
empfangenden Signalfrequenzen ausgebildet ist, daß Bandfilter (15-17) zur Aufteilung
der vorher gemeinsam nach unten transponierten Signalfrequenzen auf getrennte Kanäle
(12-14) und anschließend an diese Bandfilter getrennte Mischstufen (16-20) zur Transponierung
der Signalfrequenzen in den getrennten Kanälen nach unten sowie getrennte Verstärker-
und Demodulatorstufen (26-28) für diese transponierten Signalfrequenzen vorgesehen
sind, und daß je ein Ausgang (29-31) der Verstärker- und Demodulatorstufen unmittelbar
und zumindest ein weiterer Ausgang derselben mittelbar über eine Qualitäts- und/oder
Quantitäts-Bewertungsstufe (33-35 und/oder 39-41) an eine Schaltmatrix (32) zur Auswahl
des jeweils bestbewerteten Signals für die weitere Verarbeitung angeschlossen ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die getrennten Mischstufen
(18-20) ein gemeinsamer Oszillator (21) vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Qualitätsbewertungsstufen
(33-35) Rauschbewertungsstufen mit digitalen Ausgangssignalen sind.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Quantitätsbewertungsstufen
(39-41) Feldstärkenbewertungsstufen mit digitalen Ausgangssignalen sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltmatrix
(32) außer dem Ausgang (45) für das bestbewertete Signal auch noch Ausgänge (46 und/oder
47) für die Qualitäts- und/oder Quantitätsbewertungssignale aufweist.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltmatrix
(32) eine zwecks Anpassung der Bewertungskriterien auf verschiedene Anwendungsfälle
programmierbare Logikmatrix ist.