[0001] Die Erfindung betrifft eine Adressiervorrichtung für Produkte, insbesondere für bogenförmige
Falzprodukte. Falzprodukte, beispielsweise in Rotationsdruckmaschinen hergestellte
und gegebenenfalls mit Beilagen versehene Zeitungen, werden in herkömmlicher Weise
einer taktförmigen Adressiervorrichtung zugeführt und beispielsweise mit selektiven
Druckern, z. B. Nadeldruckern adressiert. Es versteht sich, daß zum einen hierfür
viel Zeit benötigt wird und zum anderen Probleme auftreten, wenn beim angelieferten
Produktstrom Fehler auftreten, beispielsweise in der Reihenfolge vertauschte Produkte,
beschädigte oder fehlende Produkte. Das gleiche gilt, wenn die Adresse fehlerbehaftet
ist oder wenn beim Aufdrucken Fehler entstehen. Unter Umständen wird dadurch eine
größere Menge von Produkten unbrauchbar und es entstehen erhebliche Verzögerungen
in der Produktion.
[0002] Aufgabe der Erfindung ist es, eine frei wählbare Produktmenge, insbesondere Falz-
bzw. Druckprodukte, in kürzester Zeit mit den einzelnen Produkten zugeordneten individuellen
Adressen zu versehen, ohne daß in der Adressiervorrichtung ein Lese- und/oder Druckvorgang
erfolgen muß. Diese Aufgabe wird durch die Anwendung der Merkmale des kennzeichnenden
Teil des Anspruch 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus der Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen.
[0003] Mit der erfindungsgemäßen Adressiervorrichtung ist es möglich, beispielsweise mit
Hilfe eines Computers unabhängig und zu einem beliebigen Zeitpunkt Adressenträger
herzustellen, wobei eine Prüfung und Korrektur der Adressen und der Adressenfolge
ohne weiteres erfolgen kann, da die Adressenherstellung unabhängig von der Produktion
der zu adressierenden Produkte durchführbar ist. Des weiteren ermöglicht die erfindungsgemäße
Adressiervorrichtung auch eine Abspeicherung von zu adressierenden Druckprodukten,
denen zuvor verschiedene Beilagen in wählbarer Reihenfolge zuführbar sind. Durch Zuordnung
beziehungsweise Auswahl einer bestimmten Produktmenge zu einem bestimmten Adressenträger
können gemäß der Erfindung in kürzester Zeit auf bestimmten Stellen der Druckprodukte,
wie beispielsweise Zeitungen, individuelle Adressen aufgebracht werden. Somit ist
die Herstellung einer "individuellen Zeitung" in vorteilhafter Weise möglich. Sind
beispielsweise in einer Kassette in Speicherstrukturen, wie sie aus den DE-Patenten
36 21 832, 3 621 834 und 36 44 423 bekannt sind, nebeneinander Zeitungen mit verschiedenen
Einlagen positioniert, die bestimmten Zeitungsabonnenten zugesendet werden müssen,
so kann gemäß der Erfindung ein derartiger Speicher gleichzeitig nach Auswahl und
Bereitstellung des zugeordneten Adressenträgers adressiert werden. Da auch bei der
Adressierung eine Oberprüfung der in den Speichern befindlichen Produkte hinsichtlich
Vollständigkeit und richtiger Reihenfolge möglich ist, ergeben sich unter Anwendung
der erfindungsgemäßen Merkmale eine quasi fehlerfreie Adressierung.
[0004] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles im einzelnen beschrieben,
wobei Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen genommen wird:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Adressenbahn,
Fig. 2 bis 7 eine Vorrichtung zum Aufwickeln von Adressenstreifen in verschiedenen
Ansichten,
Fig. 8 bis 12 eine Vorrichtung zum Abwickeln von Adressenstreifen in verschiedenen
Ansichten,
Fig. 13 und 14 Ansichten auf die gesamte Adressiervorrichtung und
Fig. 15 bis 20 vergrößerte Ausschnitte der Fig. 13 und 14.
Fig. 21 Funktionsschema
[0005] In Fig. 1 ist eine Adressenbahn 1 dargestellt, die z. B. mit Hilfe einer herkömmlichen
EDV-Anlage bedruckbar ist, wobei die einzelnen Adressen, beispielsweise die Anschriften
von Zeitungsabonnenten in Adressenfeldern 2 plaziert werden. Wie in Fig. 2 angedeutet
ist, können mit Hilfe von Schneidmessern 3, 4 durch Längsschneiden entlang einer Trennlinie
5 aus der Adressenbahn 1 eine Vielzahl von Adressenträgern in Form von Adressenstreifen
6 erzeugt werden, auf denen dann hintereinander die einzelnen Adressen in einer durch
beispielsweise Verteilerbedingungen vorgegebenen Reihenfolge plaziert sind. Bei der
Zuschneidung der Adressenstreifen 6 wird die Bahn 1 in Richtung des Pfeiles 7 transportiert.
Die zugeschnittenen Adressenstreifen 6 gelangen über eine Bandleitung 8, die um Bandrollen
9 geführt ist, zu einer Rolle 10. Dabei liegen die Adressen an der Unterseite der
Druckträger 6, wie durch A in Figur 4 angedeutet ist.
[0006] Die Rolle 10 ist drehbar auf einem fest mit einer Tragscheibe 11 verbundenen Zapfen
12 gelagert. Am Umfang der Rolle 10 ist eine Aufnahmezunge 13 vorgesehen. In den Figuren
2 und 3 ist die Aufnahmeposition der Rolle 10 dargestellt, wobei Figur 3 eine Ansicht
in Richtung des Pfeiles B der Figur 2 darstellt.
[0007] Die noch leere Rolle 10 wird durch eine die in eine Nut 16 eingreifende Blattfeder
15 arretiert, wie in der in Figur 2 gezeigten Aufnahmeposition dargestellt ist. Die
federnd an der Rolle 10 anliegende Aufnahmezunge 13 wird zum Einführen eines Streifenanfangs
des Adressenstreifens 6 von einem Elektromagneten 17 angehoben, wobei seitlich einschwenkbare
Führungszungen 18 die Führung des Adressenstreifens 6 übernehmen. Wenn sich der Anfang
des Adressenstreifens 6 unter der Zunge 13 befindet, wird der Vorschub des Adressenstreifens
6 gestoppt und der Elektromagnet 17 fällt ab, so daß die Zunge 13 den Anfang des Adressenstreifens
festklemmt.
[0008] Anschließend wird die Blattfeder 15 durch Aktivierung eines Magneten 19 in die Position
15′ gebracht, wodurch die Nut 16 freigegeben wird. Nun kann ein auf einer Schwinge
20 angeordneter Antriebsmotor 21 mit einem auf einem Wellenstummel 14 angeordneten
Antriebsrad 22 den Rollenkörper 10 antreiben, da mittels einer Feder 23 das Antriebsrad
22 gegen die Rolle 10 drückbar ist. Wenn sich der Antriebsmotor 21 in Richtung des
Pfeiles 24 dreht und gleichzeitig ein Vorschub der Adressenbahn 1 und der Adressenstreifen
6 erfolgt, können Adressenstreifen 6 auf der Rolle 10 bei angetriebener Bandleitung
8 aufgespult werden. Wird durch einen Abtastkopf 25 eine bestimmte auf dem Adressenstreifen
6 vorhandene Markierung erfaßt, so wird der Aufwickelvorgang beendet, wobei auf dem
letzten Stück des Adressenstreifens 6 von unten her aus einer Düse 26 bevorzugt Leim
aufgesprüht werden kann. Mittels eines nicht dargestellten Greifers wird ein Codierungsträger
27 aus einem ebenfalls nicht dargestellten Speicher entnommen und von der Seite her
unter den Adressenstreifen 6 gebracht, wie aus Figur 4 hervorgeht. Mit Messer 28 wird
der Adressenstreifen 6 an einer Schneidleiste 29 getrennt und unter langsamem Vorschub
in Richtung des Pfeiles 7, mittels des Motors 21 wird der Codierungsstreifen 27 unter
das Streifenende und das Streifenende mit Hilfe einer federnd angedrückten Weichgummirolle
30 an die nun fertig aufgespulte Adressenrolle 31 angeklebt. Durch Abfallen des Magnetes
19 wird die Rolle 10 anschließend durch die Blattfeder 15 so arretiert, daß der Codierungsträger
27 genau nach außen zeigt. In Figur 5 ist dieser Vorgang in einer Ansicht in Richtung
des Pfeiles C der Figur 4 dargestellt. Figur 6 zeigt die fertig aufgespulte und gesicherte
Adressenrolle mit einem Codierungsträger 27, der über einen Codierkopf 33 in bekannter
Weise gekennzeichnet werden kann.
[0009] Fig. 7 zeigt einen Überblick über die Aufwickelanlage. Die Adressenbahn 1 wird vor
dem Längsschnitt vorzugsweise von einer Wickelrolle 34 abgespult, wobei sich die Adressenfelder
2 auf der mit A gekennzeichneten Bahnunterseite befinden müssen, sodaß sie beim Aufspulen
auf die Rolle 10 ebenfalls innen liegen. Wie Fig. 7 des weiteren zeigt, nimmt die
Tragscheibe 11 an ihrem Umfang eine große Anzahl von Adressenrollen 31 auf. Sie bewegt
sich nach jedem Aufspulvorgang taktmäßig in Richtung des Pfeiles 35 weiter. Durch
eine Mehrfachanordnung von Tragscheiben 11 kann, wie in Fig. 7 dargestellt, gleichzeitig
eine größere Anzahl parallel geschnittener Adressenstreifen 6 aufgewickelt werden.
Die vollständig gefüllten Tragscheiben 11 können nun bei Bedarf in die Adressieranlage
gebracht werden.
[0010] Den Abwickelvorgang in der Adressieranlage zeigen die Fig. 8 - 12. Gemäß Fig. 8 wird
durch Vor- und Zurückdrehen der Tragscheiben 11 im Sinne des Pfeiles 36 erreicht,
daß die Codierungsträger 27 an dem Codierungsleser 37 vorbeigeführt werden. Nach Auswahl
der passenden Adressenrollen 31 wird die Tragscheibe 11 arretiert. Ein Aufnahmegreifer
38, der an einer Kolbenstange eines Pneumatikkolbens 39 befestigt ist, fährt zur Aufnahme
des Codierungsträgers 27 in die Position 38′. Der Codierungsträger 27 ist für diesen
Zweck breiter als der Adreßstreifen 6, wie aus Fig. 12 hervorgeht.
[0011] Die Fig. 9 und 10 zeigen den Aufnahmegreifer 38 in vergrößerter Darstellung, wobei
Fig. 10 eine seitliche Ansicht in Richtung des Pfeiles D der Fig. 9 widergibt. Durch
eine schnelle Aufwärtsbewegung des Messers 41 wird das angeklebte Ende des Adressenstreifens
6 direkt am Codierungsträger 27 abgretrennt. Ein Transportgreifer 42, der an einer
Transportkette 43 befestigt ist, wird in die in Fig. 8 gezeigte Stellung gefahren.
Der Elektromagnet 44 öffnet in dieser Position den Transportgreifer 42, wie Fig. 9
im einzelnen zeigt, indem er einen Stift 45 gegen eine Feder 46 nach oben drückt.
Die Transportkette 43 stützt sich dabei in einer Kettenführung 47 ab. Wie in Fig.
12 gezeigt, entriegelt ein Elektromagnet 48 nun die Rolle 10, indem er die Blattfeder
15 aus der Nut 16 in die Position 15′ zieht. Der Pneumatikkolben 39 fährt den auf
ihm befestigten Greifer 38 in die in Fig. 8 gezeigte Position 38˝, wobei er den Codierungsträger
27 und damit den an ihm angeklebten Adressenstreifen 6 mitnimmt. Dabei fährt der Aufnahmegreifer
38 durch den geöffneten Transportgreifer 42 hindurch, wie aus Fig. 9 hervorgeht. Der
Adressenstreifen 6 wird straff gehalten, indem eine auf einem Halter 49 ortsfest montierte
Bremszunge 50 gegen eine Rolle 10 drückt. Durch Abfallen des Elektromagneten 10 schließt
der Transportgreifer 42 und klemmt dabei den Adressenstreifen 6 ein. Ein Messer 51
trennt den überstehenden Streifen an einer Unterlage 52 auf der Codierungsträgerseite
ab, der Pneumatikzylinder 39 und damit der Aufnahmegreifer 38 schwenken in die in
Fig. 8 gezeigte Position 38′ bzw. 38‴. Nun kann die Kette den Adressenstreifen 6 in
einer schnellen Vorschubbewegung in die eigentliche Adressiervorrichtung ziehen.
[0012] Die Fig. 13 und 14 ermöglichen die weitere Wirkungsweise der Adressiervorrichtung,
wobei die Fig. 14 eine Ansicht in Richtung des Pfeiles E der Fig. 13 darstellt. Der
Vielfach-Adressiervorgang wird am sinnvollsten im Anschluß in einen Einsteckvorgang
vorgenommen, wie er in dem eingangs erwähnten Stand der Technik beschrieben ist. In
diesem sind, wie in den Fig. 13 und 14 dargestellt, Trägerstrukturen 54, 55 beschrieben,
die aus Speicherkassetten 56, 57 herausziehbar sind und übereinanderliegend blattförmige
Produkte 58, 59, insbesondere Falzprodukte enthalten. Wie in diesem Stand der Technik
des weiteren beschrieben wurde, werden in einem Einsteckvorgang die oberen Produkte
der oberen Trägerstrukturen 54 entnommen und in das in der unteren Trägerstruktur
55 geöffnet liegende Produkte 59 angesteckt. Diese in einem gleichmäßigem Abstand
von einander sich in der unteren Trägerstruktur 55 befindlichen Produkte 59 werden
so alle gleichzeitig in der nachfolgend beschriebenen Weise adressiert.
[0013] Die vorangehend beschriebenen schnellen Vorschubbewegungen der Transportkette 43
und damit das Abspulen des Adressenstreifens 6 erfolgen am sinnvollsten während der
Auseinanderziehbewegung der Trägerstrukturen 54 bzw. 55 aus den Speicherkassetten
56 bzw. 57 heraus. Eine Bremszunge 50 hält dabei den Adressenstreifen 6 straff, während
vorzugsweise aus einer Leimdüse 67 Leim oben auf die Klebeseite des Adressenstreifens
6 gespult wird. Nach dem Abspulen liegt der Adressenstreifen 6 in der ganzen Länge
straff unter den Trägerstrukturen 55, wie in den Fig. 13 und 15 angedeutet. Über Rohrleitungen
60 und Schläuche 61 wird in Kanälen 62 des Zahnriementrägers 63 ein Vakuum erzeugt.
Gemäß Fig. 16 enthält ein Zahnriemen 64 in Teilbereichen kleine Bohrungen 65, über
die das Vakuum den Adressenstreifen 6 ansaugt und auf eine Schneidplatte 66 zieht.
[0014] Fig. 15 zeigt die Adressiervorrichtung in einem vergrößerten Ausschnitt der Fig.
14. Die auf einer Spindel 40 befestigten Schneidmesser 68 schwenken aus der Position
68′ nach unten und zerteilen mit Hilfe der Schneidplatte 66 den Adressenstreifen 6
in einzelne Adressenaufkleber 69.
[0015] Fig. 19 zeigt eine Draufsicht auf die Ausführung gemäß Fig. 15, wonach die Befestigung
der Messer 68 an Hebeln 70 auf der Spindel 40 und die Befestigung der Schneidplatten
66 an Trägern 71 dargestellt ist. Die sehr dünnen Messer 68 bestehen aus gehärtetem
Bandstahl und werden verwölbt und unter axialem Druck gegen die Schneidplatten 66
gepreßt, um einen einwandfreien scherenförmigen Schnitt für die Durchtrennung der
Adressenstreifen 6 zu erhalten.
[0016] Der Reststreifen, von der abgespulten Rolle 10 bis zum ersten Schnitt wird von einem
hier nicht gezeigten Greifermechanismus dem Abfall zugeführt, nachdem die Aufnahmezunge
13 an der Rolle 10 durch Anheben mit Hilfe des Elektromagneten 102 den Streifen freigegeben
hat. Durch Abfallen des Magneten 48 rastet die Blattfeder 15 die Rolle 10 wieder in
der Ausgangsposition ein (Fig. 12).
[0017] Wie Fig. 16 zeigt, werden nun durch das Vakuum die vorderen Ende der Adressenaufkleber
69 an den Schnittstellen auf den Zahnriemen 64 gezogen und hier festgehalten.
[0018] Die zu adressierenden Exemplare 59 befinden sich in der in Figur 16 gezeigten Position
und werden von Greifern 72 und 73 auf einer Greiferleiste 74 gehalten, die wiederum
auf Armen 75 befestigt ist.
[0019] Figur 17 zeigt, wie die Adressenaufkleber 69, die durch das Vakuum auf den Zahnriemenoberflächen
gehalten werden, in die gezeigte Ausgangsposition für das Kleben gezogen werden. Der
Zahnriemen 64 wird dabei von einem Zahnriemenrad 76 angetrieben, das vertikal beweglich
an einer Führung 77 gelagert ist, die in einem Gehäuse 78 geführt ist. Die Druckfedern
79, die sich an der ebenfalls im Gehäuse 78 gelagerten Platte 80 abstützen, halten
dabei die Zahnriemen 64 auf Spannung. Die Andruckrollen 81 sind jeweils über einen
Hebel 82 verschwenkbar auf einer Antriebswelle 83 des Zahnriemenrades 76 gelagert.
Sie werden gemeinsam von einer Anschlagleiste 84 (Fig. 16 und 17) in den gezeigten
Lagen gehalten. Der Antrieb des Zahnriemenrades 76 erfolgt über eine Antriebswelle
83, elastische Kupplungen 85 und 86 und eine Einstellkupplung 87 sowie Wellenstücken
88 und 89 von einem Kettenrad 90 her (Fig. 15), das wiederum zentral für alle Etikettierstationen
von einer Kette 91 angetrieben wird. Figur 20 zeigt schematisch den Antrieb für Kettenräder
90, wobei die Kette 91 durch Führungen 92 um Kettenräder 90 geführt wird. Das rücklaufende
Trum der Kette 91 wird von einer Führung 93 aufgenommen (Fig. 15).
[0020] Wie aus den Figuren 14 und 17 hervorgeht, ziehen die Greifer 72 und 73 mit Hilfe
eines Antriebes 94 jeweils die Exemplare 59 an der mit Hilfe der Anschlagleiste 84
auf Abstand gehaltenen Andruckrollen 81 vorbei in die Position 59′, während die Adressenaufkleber
69 zunächst in der in Figur 17 gezeigten Position verbleiben. Durch die voneinander
unabhängigen, einzeln steuerbaren Bewegungen der Adressenaufkleber 69 und der Exemplare
59 ist es möglich, den Aufklebeort auf den Exemplaren 59 genau einzuhalten bzw. frei
zu wählen. Wie in Fig. 18 dargestellt ist, ist es hier das Ende des Exemplars 59,
an dem ein Adessenaufkleber 69 aufzubringen ist. Die Anschlagleiste 84 gibt durch
Bewegung in Richtung des Pfeiles 95 die Andruckrollen 81 frei, die damit unter der
durch die Feder 79 erzeugten Zahnriemenspannung das Exemplar 59 auf die Zahnriemenoberfläche
drückt. Somit wirken die Andruckrollen 81 als Gegenlager. Die Greifer 72 und 73 geben
das Exemplar 59 nun frei und fahren mit Hilfe des Antriebs 96 in die Positionen 72˝
und 73˝. Die Schienen 97, 98 übernehmen die Abstützung der Exemplare 14. Während diese
Schienen 97 und 99 nun durch eine gleichmäßige Abwärtsbewegung mit Hilfe der Ketten
99 und 100 die Exemplare 59 führen, führt der mit gleicher Geschwindigkeit angetriebene
Zahnriemen mit Hilfe der Andruckrollen 81 das Aufkleben der Adressenaufkleber 69 durch,
wie aus Fig. 18 hervorgeht.
[0021] Durch Führung der Exemplare 59 durch die Zungen 101 (Fig. 13) werden diese durch
fortwährendes Absenken der Schienen 97, 98 unmittelbar einer Abnahmestelle 104 (Fig.
21) zugeführt, wo die Verpackung erfolgen kann.
[0022] Wie gezeigt, können durch die parallele Arbeitsweise der Aufklebemechanismen beliebig
viele Exemplare gleichzeitig in einem Arbeitsgang mit Adressen versehen werden, wodurch
in Verbindung mit einem vorausgegangenen Einsteckvorgang und mit einem nachgeordneten
Verpackungsvorgang eine große Zeiteinsparung erreicht werden kann.
[0023] In den vorangehend geschilderten Ausführungsbeispiel wurden als Haltevorrichtungen
Zahnriemen bzw. Vakuumbänder beschrieben. Es versteht sich, daß auch andere Halte-
bzw. Klemmmechanismen im Rahmen der Erfindng einsetzbar sind, beispielsweise mechanisch
oder magnetisch arbeitende Vorrichtungen. Ebenso kann anstelle des Adressenstreifens
6, auf den die Adressen aufgedruckt sind, auch z. B. ein magnetischer Adressenträger
verwendet werden. Vorzugsweise werden die Adressenstreifen erst dann unterteilt, wenn
sie durch die einzelnen Halte- und Erfassungsvorrichtungen abschnittsweise festgehalten
werden. Im Rahmen der Erfindung ist es jedoch auch möglich, ausgewählte also aufgeteilte
Adressenträger zu erfassen, beispielsweise mittels Saugeinrichtungen und diese an
den zu adressierenden Produkten zu positionieren, so daß die vorgegebene Reihenfolge
der zu adressierenden Produkte mit der Adressenreihenfolge übereinstimmt.
[0024] Die vorangehenden Darlegungen zeigen, daß im Rahmen des erfindungsgemäßen Konzepts
eine Vielzahl von Ausführungsvarianten möglich sind, so daß sich die Erfindung nicht
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel erschöpft.
[0025] In Figur 21 ist schematisch dargestellt, wie durch eine Steuereinrichtung 103 ein
Adressenstreifen 6, auf dem in vorgegebener Reihenfolge in Adressenfeldern 2 Adressen
vorhanden sind, ausgewählt wird, entsprechend den in einer bestimmten Speicherkassette
57 vorhandenen zu adressierenden Produkten 59, die in der gleichen Reihenfolge in
der Speicherkassette 57 positioniert sind, wie die Adressen auf dem Adressenstreifen
6. Die Zuführung des Adressenstreifens 6 erfolgt über die Transportkette 43. Nach
dem Erfassen der einzelnen Adressenfelder 2 durch Haltevorrichtungen in Form von Zahnriemen
64, erfolgt die Aufbringung der Adressenfelder 2 nach vorausgegangener Aufteilung
auf die zu adressierenden Produkte 59, wonach mittels Zungen 101 die Produkte 59 in
eine Abnahmestelle 104 geführt werden. Die quasi als Adressenstreifenspeicher dienenden
Tragscheibenanordnung 11 trägt die jeweils einen Adressenstreifen 6 enthaltenden Adressenrollen
31.Durch die Steuereinheit 103 wird also eine Zuordnung hergestellt zwischen bestimmten
Adressenträgern 6 und bestimmten zu adressierenden Gruppen aus Produkten 59.
1. Adressiervorrichtung für Produkte, insbesondere für bogenförmige Falzprodukte,
dadurch gekennzeichnet, daß ein in einer vorgegebenen Reihenfolge Adressenfelder (2)
aufweisender Adressenträger (6) einem Speicher (55) zuführbar ist, der an definierten
Stellen entsprechend der vorgegebenen Reihenfolge zu adressierende Produkte (59) enthält,
daß zwecks Auswahl und/oder Zuordnung bestimmter Adressenträger (6) zu bestimmten
Speichern (55), oder umgekehrt, eine Steuereinheit (103) vorgesehen ist, und daß nach
dem Bereitstellen eines Adressenträgers (6) für einen diesem zugeordneten Speicher
(55) die Adressenfelder (2) einzeln durch Haltevorrichtungen (64, 65) erfaßbar sind,
über die jeweils die Adressenaufbringung an vorbestimmbaren Stellen der Produkte (59)
erfolgt, nachdem durch Trennvorrichtungen (68, 66) der Adressenträger (6) aufgeteilt
wurde.
2. Adressiervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Steuereinheit
(103) eine von mehreren die Adressenträger (6) jeweils in Form eines Streifens aufnehmende
Adressenrolle (31) auswählbar ist und daß der Adressenträger (6) der ausgewählten
Adressenrollen (31) mittels einer Übergabevorrichtung (Fig. 8, 9, 10) einem Speicher
(55) zuführbar ist.
3. Adressiervorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Speicher
(55) aus zick- bzw. zieharmonikaartigen auseinander- und zusammenschiebbaren Strukturen
besteht, in dessen einzelnen Taschen die zu adressierenden Falzprodukte (59) positioniert
sind.
4. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung des streifenförmigen Adressenträgers (6) zu dem Speicher (55) während
der Auszugsbewegung des Speichers (55) bei der Herausnahme aus einer Speicherkassette
(57) erfolgt.
5. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der unterhalb des Speichers (55) positionierte streifenförmige Adressenträger
(6) durch Saugbänder (64, 65) erfaßbar ist und daß nach dem Erfassen der einzelnen
Adressenfelder (2) durch die Saugbänder (64, 65) mittels Schneidvorrichtungen (68,
66) eine Mehrfachtrennung des Adressenträgers (6) erfolgt, so daß Adressenaufkleber
(69) entstehen.
6. Adressiervorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der mittels einer
Transportkette (43) unter die den Speicher (55) bildende Trägerstruktur ziehbare Adressenträger
(6) durch eine Leimdüse (67) beschichtbar ist.
7. Adressiervorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß nach der
Erzeugung der Adressenaufkleber (69) die Produkte (59) mittels Greifer (72, 73) erfaßbar
und nach Freigabe aus dem Speicher (55) durch Absenken der Greifer (72, 73) zwischen
als Saugbänder wirkende Zahnriemen (64) führbar sind.
8. Adressiervorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Absenken
der Produkte (59) jeweils eine Seite der Endlos-Zahnriemen (64) mittels einer Andruckrolle
(81), die durch eine gemeinsame verschiebbare Anschlagleiste (84) verschwenkbar sind,
ausgelenkt wird, wobei der Zahnriemen (64) jeweils über ein federnd vorgespanntes
Zahnriemenrad (76) gestrafft ist.
9. Adressiervorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß während
des Absenkens der Produkte (59) die Adressenaufkleber (69) durch die Zahnriemen (64)
auf jeweils ein zu adressierendes Produkt (59, Fig. 18) unter Antrieb der Zahnriemen
(64) aufgebracht wird, wobei die Andruckrollen (81) jeweils ein Gegenlager auf der
anderen Seite der Produkte (59) bilden.
10. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem Absenken der Produkte (59) mittels der Greifer (72, 73, Fig. 17) die
Produkte (59) auf eine Leiste (97, 98) aufsetzbar sind, wonach die Greifer (72, 73)
die Produkte (59) an einer hinteren Position (72˝, 73˝, Fig. 18) freigeben, so daß
die Produkte (59, Fig. 18) unter weiterer Absenkung auf Schienen (97, 98) absetzbar
sind.
11. Adressiervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die an Ketten
(99, 100) geführten Schienen (97, 98) zwecks Abgabe der adressierten Produkte (59)
an eine Abnahmestelle (104) absenkbar sind.
12. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 5 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß den mit Bohrungen (65) versehenen Zahnriemen (64) Kanälen (62)
zugeordnet sind, die über Schläuche (61) mit einer vakuumbeaufschlagten Rohrleitung
(60) verbunden sind.
13. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Adressenrollen (31) an drehbaren Tragscheiben (11) drehbar
positioniert sind und mittels eines Elektromagneten (19) und einer in eine Nut (16)
eingreifenden Blattfeder (15) jeweils auf einem Zapfen (12) blockierbar sind und daß
nach Aufhebung der Blockierung die jeweils ausgewählte Adressenrolle (31, Fig. 5)
durch einen mit einem Antriebsrad (22) ausgestatteten Antriebsmotor (21) antreibbar
ist.
14. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Übergabevorrichtung (Fig. 8, 9, 13) einen mit einem Aufnahmegreifer
(38) versehenen Pneumatikkolben (39) auf bar ist, durch den ein Ende des Adressenstreifens
(6) erfaßbar ist und daß über den Aufnahmegreifer (38) der Adressenstreifen (6) einem
Transportgreifer (42, Fig. 9) zuführbar ist, der an der Transportkette (43) befestigt
ist.
15. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antrieb aller Zahnriemen (64) zwecks Aufbringung der Adressenaufkleber
(69) jeweils über mit Antriebsrädern (76) versehene durch Kupplungen (86, 87, 85)
getrennte Wellenstücke (88, 89) erfolgt, die gemeinsam mit einer Antriebskette (91,
Fig. 15, Fig. 20) verbunden sind.
16. Adressiervorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuereinheit (103) einen Rechner umfaßt.