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EP 0 330 136 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.06.1994 Patentblatt 1994/24 |
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Anmeldetag: 21.02.1989 |
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Neue Zirkonium(IV)-Chelate, deren Herstellung und deren Verwendung in Druckfarben
Zirkonium(IV)-chelates, their preparation and their use in printing inks
Chélate de zirkonium(IV), leur préparation et leur utilisation dans les encres d'imprimerie
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE DE ES FR GB IT NL |
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Priorität: |
25.02.1988 DE 3805879
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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30.08.1989 Patentblatt 1989/35 |
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Patentinhaber: HÜLS AKTIENGESELLSCHAFT |
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45764 Marl (DE) |
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Erfinder: |
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- Barfurth, Dieter
D-5210 Troisdorf-Spich (DE)
- Lindzus, Claus
D-5000 Köln 41 (DE)
- Nestler, Heinz, Dr.
D-5210 Troisdorf-Eschmar (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Zirkonium(IV)-Verbindungen, die sich durch
gute Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln, durch ihre Reaktivität als Katalysatoren
und Vernetzer und durch eine gewisse Hydrolysestabilität auszeichnen.
[0002] Ester der hypothetischen Zirkonium(IV)-Säure, auch als Tetraalkylzirkonate bezeichnet,
sind seit längerem bekannt und werden als Katalysatoren, z.B. bei Veresterungsreaktionen,
oder als Vernetzungsreagentien, z.B. für funktionelle Gruppen tragende Polymere, vielseitig
eingesetzt. Um die für manche Verwendungszwecke zu stark ausgeprägte Reaktivität solcher
Zirkonate wie Tetrapropyl- oder Tetrabutylzirkonat herabzusetzen, können die Alkylgruppen
durch chelatisierend wirkende Gruppen ersetzt werden, was z.B. zu Zirkoniumacetylacetonat
führt. Als weitere organische Zirkoniumverbindungen spielen Acylate, wie Zirkoniumpropionat,
technisch eine Rolle.
[0003] Solche Metallsäureester finden Verwendung als Additiv in Flexodruckfarben auf Basis
von Nitrocellulose, Celluloseesterderivaten oder anderen geeigneten Druckfarbenbindemitteln,
um deren Haftung auf kritischen Substraten, wie Polyolefinfolien, sowie ihre Lösungsmittel-
und Hitzestabilität zu verbessern; gegenüber den häufiger verwendeten Titanaten, z
B. Titanacetylacetonat, ist bei Zirkonaten die Gefahr sowohl der Vergilbung weißer
Farbtöne als auch die Wechselwirkung mit Antioxidantien stark vermindert. Von den
zur Verfügung stehenden Zirkoniumverbindungen ist allerdings keine problemfrei: die
Alkylzirkonate vernetzen die Farbe schon Vorratsgefäß, Zirkoniumacetylacetonat löst
sich in den in Frage kommenden Lösemitteln nur außerordentlich gering, und Zirkoniumpropionat
kann in geruchlicher Hinsicht zu Schwierigkeiten führen.
[0004] Es bestand deshalb die Aufgabe, Zirkoniumverbindungen zu finden, deren vernetzende
Wirkung in ähnlicher Weise wie beim Zirkoniumacetylacetonat herabgesetzt ist, so daß
eine Vernetzung der mit diesen Verbindungen versetzten Bindemitteln erst während oder
nach dem Verdunsten des Lösemittels aus der verdruckten Farbe stattfindet, die aber
eine vergleichsweise gute Löslichkeit in z.B. Farbe aufweisen und deren Geruch gering
ist.
[0005] In Erfüllung dieser Aufgabe wurden nun gegebenenfalls Alkoxygruppen enthaltende Zirkonium(IV)-Chelate
gefunden, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie als Chelatbildner Ester der Zitronensäure
enthalten. Zum Einsatz in den obengenannten Druckfarben gelangen diese Zirkoniumchelate
als alkoholische Lösungen, so daß diese Lösungen und deren Verwendung in Druckfarben
ebenfalls in Erfüllung der obengenannten Aufgabe gefunden wurden.
[0006] Die Alkoxygruppen der neuen Zirkoniumchelate haben vorzugsweise 2 bis 4 C-Atome;
sie können jedoch auch für spezielle Auwendungen bis zu einschließlich 8 C-Atome haben,
die auch durch Sauerstoffatome unterbrochen sein können.
[0007] Die Zitronensäureester-Komponente der neuen Chelate leitet sich von Zitronensäurepartialestern,
vorzugsweise von den Zitronensäuredialkylestern, ab, deren Alkylgruppen vorzugsweise
2 bis 4 C-Atome, allgemein 1 bis 8 C-Atome, aufweisen.
[0008] In den neuen Chelaten können eine bis vier der Alkoxygruppen eines Zirkonsäureesters
durch die genannten Zitronensäureestergruppen ersetzt sein. Demzufolge kann das Verhältnis
der an das zentrale Zr-Atom gebundenen Alkoxygruppen zu den Zitronensäureestergruppen
zwischen 3 : 1 und 0 : 4 liegen.
[0009] Die neuen Zirkoniumchelate lassen sich auf einfache Weise herstellen, indem man Zirkoniumsäureester
mit der dem gewünschten Endprodukt entsprechenden Menge an Zitronensäureester umsetzt,
wonach der Alkohol abdestilliert werden kann. Die Umsetzung wird zweckmäßigerweise
in der Weise durchgeführt, daß man den Zirkoniumsäureester dem auf Reaktionstemperatur
erwärmten Zitronensäureester hinzufügt. Die Reaktionstemperatur liegt im Bereich zwischen
20 und 100 °C, vorzugsweise zwischen 60 und 80 °C. Die Umsetzung ist im allgemeinen
nach einer Reaktionsdauer von 2 bis 5 Stunden beendet, wenn im bevorzugten Temperaturbereich
gearbeitet wird. Zur Herstellung der reinen Ester wird der gesamte Alkohol abdestilliert,
der bei der Reaktion entstanden ist, sowie auch derjenige, der ggf. als Verdünnungsalkohol
mit dem Zirkoniumsäureester eingebracht wurde.
[0010] Wenn man die alkoholischen Lösungen der neuen Zirkoniumchelate erhalten will, ist
es selbstverständlich nicht notwendig, den gesamten bei der Umsetzung frei werdenden
Alkohol abzudestillieren. Es wird dann nur so viel Alkohol abdestilliert, wie zur
Herstellung der einsatzfertigen Chelate notwendig ist. Gegebenenfalls braucht auch
kein Alkohol abdestilliert zu ,werden. Die auf diese Weise erhaltenen Lösungen haben
einen Gehalt an Chelaten, der über 70 Gew.-% liegt.
[0011] Die Lösungen, die gegebenenfalls mit Alkoholen oder anderen Lösungsmitteln weiter
verdünnt werden können, zeigen beim Einsatz in Druckfarben hinsichtlich Vernetzung
und Haftung verbesserte Eigenschaften gegenüber Titanacetylacetonat. Sie lassen sich
in Mengen zwischen 1 und 10 Gew.-%, vorzugsweise zwischen 1 und 4 Gew.-%, in die Druckfarben
untermischen, wobei es von Vorteil ist, daß auch bei längerer Standdauer keine Gelierung
eintritt. Nach dem Aufziehen der Farbe auf einen Untergrund ist die Haftung auf dem
Untergrund gegenüber Titanacetylacetonat überraschend jedoch verbessert.
[0012] Die Eigenfarbe der neuen Chelate ist hellgelb bis gelb.
Durch den Zusatz in der angegebenen Menge werden weiße Druckfarben praktisch nicht
verfärbt. Es tritt auch keine Verfärbung ein, wenn diese Druckfarben auf solche Untergründe
appliziert werden, die Antioxidantien auf Phenolbasis enthalten.
[0013] Ein erheblicher Vorteil ist der flüssige Zustand des Produktes. Weiter ist das Produkt
leichter vermischbar und verteilbar bzw. besser löslich in z.B. Druckfarben als festes
Zirkoniumacetylacetonat.
[0015] Für die Produkte nach den vorangehenden Beispielen 1 bis 12 wurden bei der Elementaranalyse
folgende Ergebnisse gefunden (gef. in Gew.-%), welche mit den berechneten Werten (ber.
in Gew.-%) für die angegebenen Formeln übereinstimmen:
| Beispiel 2: |
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C |
H |
ZrO₂ |
| für C₂₆H₄₄O₁₆Zr + 4.C₃H₈O |
gef. |
48,0 |
8,0 |
12,7 |
| ber. |
48,3 |
8,0 |
13,0 |
| Beispiel 3: |
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| für C₃₃H₅₂O₂₂Zr + 5.C₃H₈O |
gef. |
48,1 |
7,9 |
10,1 |
| ber. |
48,3 |
7,7 |
10,3 |
| Beispiel 6: |
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| für C₂₈H₄₈O₁₆Zr + 2,62.C₄H₁₀O |
gef. |
49,5 |
8,1 |
13,7 |
| ber. |
49,9 |
8,0 |
13,3 |
| Beispiel 7: |
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|
| für C₃₄H₅₄O₂₂Zr + 3,62.C₄H₁₀O |
gef. |
49,5 |
7,9 |
10,1 |
| ber. |
49,6 |
7,7 |
10,5 |
| Beispiel 9: |
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|
| für C₂₆H₄₄O₁₆Zr |
gef. |
44,4 |
6,3 |
17,4 |
| ber. |
44,4 |
6,3 |
17,5 |
| Beispiel 11: |
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|
| für C₂₈H₄₈O₁₆Zr |
gef. |
46,5 |
6,7 |
16,3 |
| ber. |
46,0 |
6,6 |
16,8 |

1. Zirkonium(IV)-Chelate, dadurch gekennzeichnet, daß sie, gegebenenfalls neben Alkoxygruppen mit 1 bis 8 C-Atomen, als Chelatbildner
Zitronensäurealkylester aufweisen.
2. Zirkonium(IV)-Chelate gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnt, daß das Verhältnis der an das zentrale Zr-Atom gebundenen Alkoxygruppen zu den Zitronensäureestergruppen
zwischen 3 : 1 und 0 : 4 liegt.
3. Zirkonium(IV)-Chelate gemäß den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkoxygruppen solche mit den Resten C₂H₅, C₃H₇ oder C₄H₉ sind.
4. Zirkonium(IV)-Chelat gemaß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zitronensäureesterrest ein Zitronensauredialkylesterrest ist.
5. Lösungen von Zirkonium(IV)-Chelaten nach einem der vorangehenden Ansprüche in solchen
Alkoholen, deren Alkylrest demjenigen der Alkoxygruppe des Zirkonchelates entspricht.
6. Verfahren zur Herstellung von Zirkonium(IV)-Chelaten gemaß einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß man Zirkoniumsäureester mit Zitronensäurealkylestern umsetzt und den bei der
Umsetzung frei werdenden Alkohol und gegebenenfalls vorhandenen Verdünnungsalkohol
abdestilliert.
7. Verfahren zur Herstellung von alkoholischen Lösungen der Zirkonchelate gemäß Anspuch
5, dadurch gekennzeichnet, daß man Zirkoniumsäureester mit Zitronensäurealkylestern
bei Temperaturen zwischen 20 und 100 °C umsetzt und das erhaltene Reaktionsprodukt
auf den gewünschten Alkoholgehalt einstellt.
8. Verwendung von Zirkonium(IV)-Chelaten gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 oder von Zirkonium(IV)-Chelat-Lösungen
gemäß Anspruch 5 als Bestandteil von Druckfarben.
1. Zirconium (IV) chelates, characterised in that they have citric acid alkylesters as chelate formers, with possibly, in addition
alkoxy groups with 1 to 8 C-atoms.
2. Zirconium (IV) chelates according to claim 1, characterised in that the ratio of the alkoxy groups bound to the central Zr-atom to the citric acid ester
groups lies between 3:1 and 0:4.
3. Zirconium (IV) chelates according to claims 1 or 2, characterised in that the alkoxy
groups are those with the residues C₂H₅, C₃H₇ or C₄H₉.
4. Zirconium (IV) chelate according to claims 1 to 3, characterised in that the citric acid ester residue is a citric acid dialkylester residue.
5. Solutions of zirconium (IV) chelates according to one of the foregoing claims in those
alcohols whose alkyl residue corresponds to that of the alkoxy group of the zirconium
chelate.
6. Process for the preparation of zirconium (IV) chelates according to one of claims
1 to 4, characterised in that zirconic acid esters are reacted with citric acid alkylesters and the alcohol being
liberated in the reaction, and possibly diluent alcohol which is present, is distilled
off.
7. Process for the preparation of alcoholic solutions of zirconium chelates according
to claim 5, characterised in that zirconic acid esters are reacted with citric acid alkylesters at temperatures between
20 and 100°C and the reaction product obtained is adjusted to the desired alcohol
content.
8. Use of zirconium (IV) chelates according to one of claims 1 to 4 or of zirconium (IV)
chelate solutions according to claim 5 as constituent of printing inks.
1. Chélates de zirconium-(IV), caractérisés en ce qu'ils présentent, éventuellement en
plus de groupes alcoxy ayant 1 à 8 atomes de carbone, des esters alkyliques de l'acide
citrique comme formateurs de chélates.
2. Chélates de zirconium-(IV) selon la revendication 1, caractérisés en ce que le rapport
des groupes alcoxy, fixés sur l'atome de Zr central, aux groupes esters d'acide citrique
se situe entre 3:1 et 0:4.
3. Chélates de zirconium-(IV) selon les revendications 1 ou 2, caractérisés en ce que
les groupes alcoxy sont ceux comportant les restes C₂H₅, C₃H₇ ou C₄H₉.
4. Chélate de zirconium-(IV) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce
que le reste ester d'acide citrique est un reste ester dialkylique d'acide citrique.
5. Solutions de chélates de zirconium(IV) selon l'une des revendications précédentes
dans des alcools dont le reste alkyle correspond à celui du groupe alcoxy du chélate
de zirconium.
6. Procédé de préparation de chélates de zirconium(IV) selon l'une des revendications
1 à 4, caractérisé en ce qu'on fait réagir un ester d'acide de zirconium avec des
esters alkyliques d'acide citrique, et l'on chasse par distillation l'alcool libéré
lors de la réaction et l'alcool éventuellement présent à titre de diluant.
7. Procédé pour préparer les solutions alcooliques de chélates de zirconium selon la
revendication 5, procédé caractérisé en ce qu'on fait réagir un ester d'acide de zirconium
avec des esters alkyliques d'acide citrique à des températures comprises entre 20
et 100°C et en ce qu'on ajuste à la teneur en alcool voulue le produit obtenu par
cette réaction.
8. Utilisation de chélates de zirconium-(IV) selon l'une des revendications 1 à 4 ou
de solutions de chélates de zirconium (IV) selon la revendication 5, comme constituants
d'encres d'imprimerie.