[0001] Die Erfindung betrifft eine Röntgenröhre mit einer in einem Vakuumgehäuse untergebrachten
Kathode und einer Drehanode, die einen Anodenteller, einen diesem zugeordneten Körper
aus wärmeleitenden Material und eine Antriebswelle aufweist, die mit Lagern versehen
ist, die sich am Vakuumgehäuse abstützen. Derartige Röntgenröhren werden insbesondere
dort eingesetzt wo es auf große thermische Belastbarkeit der Röntgenröhren ankommt.
[0002] In der DE-PS 3 004 706 ist eine derartige Röntgenröhre beschrieben, bei der die
Drehanode der Röntgenröhre aus einem Anodenteller besteht, an dessen Unterseite ein
Körper aus Graphit zur Wärmeabstrahlung angebracht ist. Je größer das Volumen dieses
Körpers ist, um so mehr Wärme vermag er zu speichern und auch abzustrahlen. Als nachteilig
hat sich hierbei erwiesen, daß das Trägheitsmoment der Anode durch das zusätzliche
Gewicht des Körpers sich in unerwünschter Weise erhöht, so daß insbesondere beim
Anlaufen bzw. beim Umschalten von einer auf eine andere Geschwindigkeit Zeit verloren
geht, so daß eine derartige Röntgenröhre nicht zu jeder Zeit zur Verfügung steht.
[0003] Die Erfindung geht von der Aufgabe aus, eine Röntgenröhre der eingangs genannten
Art zu schaffen, die nur ein geringes Trägheitsmoment bei großer Wärmespeicherfähigkeit
und Wärmeabstrahlung abweist.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Anodenteller und der Körper
getrennt in dem Vakuumgehäuse angeordnet sind, und daß der Körper mit seiner dem
Anodenteller zugewandten Seite in geringem Abstand von der Unterseite des Anodentellers
über an der Antriebswelle angebrachte Lager gehalten wird. Dadurch wird ereicht, daß
das Trägheitsmoment sehr klein ist, da zum eigentlichen Antrieb der Röntgenröhre nur
der Anodenteller beschleunigt werden muß. Dagegen weist die derartige Röntgenröhre
eine hohe Wärmespeicherfähigkeit auf, da durch den geringen Abstand von dem Anodenteller
zum Körper zumindest bei höheren Temperaturen die Wärme des Anodentellers an den Körper
übergeben wird, der die Wärme speichert und abstrahlt. Der Körper kann dabei frei
mitlaufen, d.h. durch die Umdrehung der Anode wird der Körper langsam mitgenommen,
bis er nahezu die Umdrehungsgeschwindigkeit des Anodentellers aufweist, so daß ein
sehr enger Kontakt des Körpers mit dem Anodenteller erreicht werden kann.
[0005] Der Wärmeübergang von dem Anodenteller zum Körper kann vergrößert werden, wenn die
einander zugewandten Flächen des Anodentellers und des Körpers mit wenigstens einer
Wärmeübergangsplatte versehen sind. Die Fläche zur Wärmeabgabe des Anodentellers
auf den Körper wird erhöht, so daß eine größere Wärmeabgabe erfolgen kann, wenn der
Anodenteller und/oder der Körper mit wenigstens einem konzentrischen Ring versehen
ist, der in eine entsprechende, konzentrische Vertiefung des Körpers bzw. des Anodentellers
eingreift. Eine Rotation des Körpers kann verhindert werden, wenn Haltemittel vorgesehen
sind, die den Körper in bezug auf das Vakuumgehäuse arretieren. Es hat sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn Antriebsmittel vorgesehen sind, die den Körper entgegen der Drehrichtung
des Anodentellers rotierend bewegen.
[0006] Im nachfolgenden wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
FIG 1 ein Übersichtsbild einer Röntgenröhre gemäß dem Stand der Technik,
FIG 2 eine erfindungsgemäße Drehanode und
FIG 3 eine weitere Ausführung der erfindungsgemäßen Drehanode.
[0007] In der FIG 1 ist eine bekannte Röntgenröhre 1 mit einem Vakuumgehäuse 2, beispielsweise
bestehend aus Glas, dargestellt. In dem Vakuumgehäuse 2 befindet sich eine Kathode
3 und eine Anode 4, die einen Anodenteller 5 und einen mit diesem befestigten Körper
6 aus wärmespeicher- und wärmeabstrahlfähigem Material, beispielsweise Graphit, aufweist.
Die Anode 4 ist über eine Antriebswelle 7 mit dem Rotor 8 der Röntgenröhre 1 verbunden,
der über nicht dargestellte Lager mit dem Vakuumgehäuse 2 drehbar befestigt ist. Im
Bereich des Rotors 8 umgibt der Stator 9 das Vakuumgehäuse 2 der Röntgenröhre 1. Die
Kathode 3 weist eine Heizwendel 10 als Glühkathode auf, die über Zuleitungen 11 und
12 mit der Spannungsversorgung verbunden ist. Von der Heizwendel 10 treten Elektronenstrahlen
13 aus, die auf die Brennfleckbahn des Anodentellers 5 auftreffen und ein Röntgenstrahlenbündel
14 erzeugen.
[0008] In FIG 2 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anode 4 dargestellt. Der
Anodenteller 5 der Anode 4 ist mit der Antriebswelle 7 verbunden. Auf der Antriebswelle
7 ist der Körper 6 durch Kugellager 15 und 16 gehalten, der sich mit seiner planen
Oberfläche nahe der Unterseite des Anodentellers 5 befindet, so daß zwischen Anodenteller
5 und Körper 6 ein kleiner Spalt 17 gebildet wird. Beim Hochlaufen der Anode 4 muß
nun also nur der Rotor 8, die Antriebswelle 7 und der Anodenteller 5 bewegt werden,
während der Körper 6 aufgrund der Kugellager 15 und 16 in Ruhe verharrt. Bei Belastung
des Anodentellers 5 gibt dieser durch Wärmestrahlung die Wärme an den Körper 6 über
den Spalt 17 ab. Der Körper 6 speichert in bekannter Weise die Wärme und strahlt
diese nach außen ab. Zur besseren Wärmeübergabe können der Körper 6 und/oder der Anodenteller
5 mit je einer Wärmeübergangsplatte 18 und 19 versehen sein, zwischen denen sich der
Spalt 17 befindet.
[0009] Der Körper 6 kann über die Kugellager 15 und 16 auf der Antriebswelle 7 frei laufen.
Er kann aber auch, wie in FIG 2 dargestellt, durch Haltemittel in seiner Stellung
fixiert sein.
[0010] Als Haltemittel können hierbei zwei Magnete 20 und 21 Verwendung finden, von denen
der Magnet 20 in den Körper 6 eingelassen ist und der äußere Magnet 21 an dem Vakuumgehäuse
2 befestigt ist. Durch die Anziehungskraft der Magneten 20 und 21 wird dadurch der
Körper 6 festgehalten. Der Körper 6 kann aber auch durch Antriebsmittel, die in diesem
Falle nicht dargestellt sind, in Bewegung gesetzt werden. Die Bewegung kann dabei
in gleicher Richtung wie die des Anodentellers 5 oder aber auch entgegengesetzt bewirkt
werden. Weiterhin wäre es möglich, den Körper 6 an dem Vakuumgehäuse 2 zu befestigen.
Dadurch könnten die Kugellager 15 und 16 entfallen, so daß die Anodenlager entlastet
würden.
[0011] In der FIG 3 sind zwei weitere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Anode 4 dargestellt.
Auf der linken Seite von der Mittellinie 27 ist die dem Anodenteller 5 zugewandte
Seite des Körpers 6 mit konzentrischen Ringen 22 versehen, die gut wärmeleitend
mit dem Körper 6 verbunden sind und in entsprechende, konzentrisch angeordnete Vertiefungen
23 im Anodenteller 5 eingreifen. Die Ringe 22 weisen dabei ebenfalls einen Abstand
in der Größe des Spaltes 17 zu den Seitenwänden der Vertiefungen 23 auf. Dadurch ergibt
sich eine vergrößerte Abstrahlfläche des Anodentellers 5, so daß der Wärmeübergang
vom Anodenteller 5 auf den Körper 6 erleichtert wird.
[0012] Ebenfalls läßt sich der Wärmeübergang erleichtern, wenn gemäß der rechts von der
Mittellinie 27 gezeigten Darstellung in FIG 3 an dem Anodenteller 5 konzentrische
Ringe 24 angebracht und mit diesem gut wärmeleitend verbunden sind. Diese Ringe 24
greifen in entsprechende konzentrische Vertiefungen 25 und weisen einen Abstand zu
den Seitenwänden der Vertiefungen 25 auf, der der Größe des Spaltes 17 entspricht.
Weiterhin kann der Körper 6, wie in FIG 3 dargestellt, mit einem Kragen 26 versehen
sein, der den unteren Teil des Anodentellers 5 umgibt. Auch dadurch wird die für die
Wärmeübertragung nutzbare Fläche vergrößert, so daß die Wärme des Anodentellers 5
leichter auf den Körper 6 übertragen werden kann.
[0013] Durch diese erfindungsgemäßen Ausführungen erhält man Röntgenröhren 1, deren Anoden
nur ein geringes Trägheitsmoment aufweisen, das nur durch den Anodenteller 5, die
Antriebswelle 7 und den Rotor 8 bestimmt wird. In bezug auf die Wärmespeicherfähigkeit
und Wärmeabstrahlfähigkeit dagegen weist eine derartige Röntgenröhre 1 nahezu die
Werte auf, die eine Röntgenröhre mit einer Anode 4 aufweisen würde, bei der der Körper
6 fest an dem Anodenteller 5 angebracht ist. Dadurch erhält man eine Röntgenröhre
1 mit geringem Trägheitsmoment bei hoher Wärmespeicher- und Wärmeabstrahlfähigkeit.
1. Röntgenröhre (1) mit einer in einem Vakuumgehäuse (2) untergebrachten Kathode
(3) und einer Drehanode (4), die einen Anodenteller (5), einen diesem zugeordneten
Körper (6) aus wärmeleitenden Material und eine Antriebwelle (7) aufweist, die mit
Lagern versehen ist, die sich am Vakuumgehäuse (2) abstützen, dadurch gekennzeichnet, daß der Anodenteller (5) und der Körper (6) getrennt in dem Vakuumgehäuse (2) angeordnet
sind und daß der Körper (6) mit seiner dem Anodenteller (5) zugewandten Seite in
geringem Abstand von der Unterseite des Anodentellers (5) über an der Antriebswelle
(7) angebrachte Lager (15, 16) gehalten wird.
2. Röntgenröhre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Anodenteller (5) zugewandte Fläche des Körpers (6) mit einer Wärmeübergangsplatte
(18) versehen ist.
3. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekenzeichnet, daß die dem Körper (6) zugewandte Fläche des Anodentellers (5) mit einer Wärmeübergangsplatte
(19) versehen ist.
4. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Anodenteller (5) an seiner dem Körper (6) zugewandten Fläche mit wenigstens
einem konzentrischen Ring (24) versehen ist, der in eine entsprechende, konzentrische
Vertiefung (25) des Körpers (6) eingreift.
5. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Anodenteller (5) zugewandte Fläche des Körpers (6) mit wenigstens einem
konzentrischen Ring (22) versehen ist, der in eine entsprechende, in dem Anodenteller
(5) angebrachte, konzentrische Vertiefung (23) eingreift.
6. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Haltemittel (20, 21) vorgesehen sind, die den Körper (6) in bezug auf das Vakuumgehäuse
(2) arretieren.
7. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Antriebsmittel vorgesehen sind, die den Körper (6) entgegen der Drehrichtung
des Anodentellers (5) rotierend bewegen.