[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ansteuerung eines rechnergesteuerten Stellgliedes
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Rechnergesteuerte Stellglieder werden in vielen Bereichen der Technik eingesetzt,
wo die Stellgröße von zahlreichen anderen Randbedingungen, einschließlich Sollgrößen
und Regelgrößen abhängt.
[0003] Von den Rechnern wird eine hohe Rechengeschwindigkeit und die Fähigkeit, umfangreiche
Datensätze zuverlässig verarbeiten zu können, verlangt. Dies erfordert rechnerseitig
einen hohen Speicherbedarf.
[0004] Obwohl es gelungen ist, trotz steigender Komplexität die Ausfallrate von Rechnersystemen
immer weiter zu senken, muß doch mit der Möglichkeit eines schaltungstechnischen Fehlers
gerechnet werden. Während schaltungstechnische Fehler bei früher üblichen analogen
Schaltungen in aller Regel sofort erkennbar wurden, ist dies bei Fehlern in Digitalrechnersystemen
häufig anders. Dort kann ein Fehler z.B. in einem Speicherplatz für eine selten aufgerufene
Programmroutine längere Zeit unentdeckt bleiben und dann völlig überrascht auftreten.
Die Folge davon können Stellbefehle sein, die erhebliche Folgeschäden auslösen.
[0005] Um solche Fehler frühzeitig zu erkennen, ist es üblich, bei komplexen, sicherheitsrelevanten
rechnergesteuerten Stellgliedern die Rechner von Zeit zu Zeit einem Selbsttest zu
unterziehen. Dabei wird ein Testprogramm durchlaufen, in dem alle Baugruppen nacheinander
mit vorgegebenen Daten angesprochen werden und nur bei richtiger Verarbeitung der
Daten nach Beendigung des Selbsttests in ein Hauptprogramm übergegangen wird. Bei
komplexen Rechnersystemen nimmt ein solcher Selbsttest eine gewisse Zeit in Anspruch,
in der der Rechner nicht zur Ausübung seiner eigentlichen Aufgabe zur Verfügung steht.
Um eine unkontrollierte Ansteuerung des Stellgliedes während dieser Zeit zu vermeiden,
wird es in einer definierten Bezugsstellung festgehalten und erst nach Ablauf des
Selbsttests erstmalig oder wieder für Steuersignale des Rechners freigegeben.
[0006] Ein Anwendungsgebiet für rechnergesteuerte Stellglieder ist z. B. eine elektronische
Dieseleinspritzung für Dieselmotoren. Das rechnergesteuerte Stellglied ist dabei in
einem Steuergerät angeordnet, das die Regelstange für eine Einspritzvorrichtung betätigt.
Die erforderliche Stellung der Regelstange kann dabei von der Motortemperatur, der
Kraftstofftemperatur, der Lufttemperatur, des Drehmoments und der Drehzahl abhängen.
[0007] Der Selbsttest des Rechners wird zweckmäßig am Anfang jedes Startvorganges durchgeführt.
Es hat sich dabei jedoch herausgestellt, daß die dafür benötigte Zeit nachteilige
Auswirkungen haben kann. So kann der lange Startvorgang ungeduldige Fahrer verunsichern
und zu der Annahme veranlassen, daß eine Störung vorliege. Fahrer, die bereits mit
dem Startverhalten vertraut sind, werden zur Vermeidung der Verzögerungszeit bei Staus,
Ampelstops oder Aufenthalten vor Bahnübergängen weniger bereit sein, den Motor aus
Gründen der Umweltbelastung abzustellen. Bei häufigen Kurzstreckenfahrten tritt auch
eine hohe Belastung des Anlassers und der Batterie auf. Kommt noch extreme Kälte oder
eine schwache Starterbatterie hinzu, so kann die lange Selbsttestzeit dazu führen,
daß die von der Batterie bereitgestellte Energie zum Starten des Motors vorzeitig
erschöpft ist.
[0008] Auch auf anderen Gebieten können sich lange Selbsttestzeiten nachteilig auswirken,
z. B. bei rechnergesteuerten Stellgliedern in Produktionsanlagen oder in der Antriebstechnik
von schienengebundenen öffentlichen Verkehrsmitteln, Wasserfahrzeugen oder Luftfahrzeugen.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Ansteuerung eines rechnergesteuerten
Stellgliedes so zu verbessern, daß die nachteiligen Auswirkungen eines zeitlich umfangreichen
Selbsttests für die Ansteuerung eines Stellgliedes vermieden werden, ohne daß die
durch den Selbsttest gewonnene Sicherheit eingeschränkt wird.
[0010] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch
die im kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmale gelöst.
[0011] Die Erfindung nutzt die Erkenntnis aus, daß der Selbsttest eines rechnergesteuerten
Stellgliedes in aller Regel bestanden wird, so daß die für den Selbsttest benötigte
Zeit im Nachhinein als vergeudet anzusehen ist. Um diese Zeitspanne zu verkürzen,
wird das Stellglied mit einem vorläufigen Steuersignal angesteuert. Dieses kann z.
B. so gewählt werden, daß das Stellglied eine vorübergehende Funktion des von ihm
betätigten Aggregats sicherstellt. Wegen der Kürze der Zeit, an dem das vorläufige
Steuersignal anliegt, kann es hingenommen werden, daß dieser Wert mehr oder weniger
von einem optimalen Wert abweicht. Um bei diesen Maßnahmen jedoch keine Einbuße an
Sicherheit zu erleiden, werden in einem ersten Zeitabschnitt die Bestandteile des
Rechners dem Selbsttest unterzogen, die für die Durchführung des Tests selbst zuständig
sind. Erst nach Abschluß dieses ersten Abschnitts des Selbsttests wird dann das Stellglied
mit dem vorläufigen Steuersignal angesteuert.
[0012] Durch diese Maßnahme ist auch gewährleistet, daß der nachfolgende zweite Abschnitt
des Selbsttests kontrolliert durchgeführt werden kann und bei einer Fehlermeldung
das vorläufige Steuersignal wjeder abgeschaltet werden kann. Mit dieser Maßnahme läßt
sich eine erhebliche Verkürzung der Verzögerungszeit für eine Ansteuerung des Stellgliedes
erzielen, da die Zeit, die zum Testen des für den Selbsttest benötigten Speicherplatzes
benötigt wird als auch die Zeit zum Testen der dazugehörigen Baugruppen wesentlich
kleiner ist, als die Zeit zum Testen des gesamten übrigen Programmspeichers. In der
Praxis ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Reduzierung der Verzögerungszeit
bis zum erstmaligen Ansteuern des Stellgliedes um 1/10 bis 1/30 der für den gesamten
Selbsttest benötigten Zeit zu erzielen.
[0013] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
ergeben sich aus den Ansprüchen 2-11.
[0014] Die Erfindung betrifft ferner einen mit einem Stellglied gekoppelten Rechner nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 12.
[0015] Diesbezüglich liegt ihr die Aufgabe zugrunde, einen mit einem Stellglied gekoppelten
Rechner der oben erwähnten Art so zu verbessern, daß die nachteiligen Auswirkungen
einer verzögerten Freigabe des Stellgliedes für Steuersignale des Rechners vermieden
werden, ohne daß die durch den Selbsttest gewonnene Sicherheit eingeschränkt wird.
[0016] Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einem mit einem Stellglied gekoppelten Rechner
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 12 mit den im kennzeichnenden Teil angegebenen
Merkmale.
[0017] Das Stellglied läßt sich durch diese Ausgestaltung bereits vor Abschluß des Selbsttests
mit einem vorläufigen Steuersignal ansteuern. Dadurch kann die Zeit bis zur Freigabe
des Stellgliedes für Steuersignale des Rechners überbrückt werden. Das Steuersignal
kann im Prinzip frei gewählt werden. Zweckmäßig wird es so gewählt, daß es die Funktionsfähigkeit
des von dem Stellglied betätigten Aggregats vorübergehend sicherstellt. Eine Einbuße
an Sicherheit ist mit dieser Maßnahme nicht verbunden, da nach Ansteuerung des Stellgliedes
mit dem vorläufigen Steuersignal der Selbsttest fortgeführt werden kann und im Fehlerfall
das Stellglied wieder so umgeschaltet werden kann, daß es die definierte Bezugsstellung
einnimmt.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung
dargestellt sind, erläutert.
[0019] Es zeigen.
Fig. 1 ein Flußdiagramm für den Ablauf eines Selbsttests bei einem rechnergesteuerten
Stellglied als Bestandteil eines Steuergeräts für eine elektronische Dieseleinspritzung
bei einem Dieselmotor,
Fig. 2 ein Flußdiagramm ähnlich Fig. 1, jedoch zusätzlich für den Ablauf eines Selbsttests
für eine Überwachungsschaltung, und
Fig. 3 ein Blockschaltbild eines erfindungsgemäßen, rechnergesteuerten Stellgliedes.
[0020] Das Flußdiagramm in Fig. 1 beginnt bei einem Anfangszustand 10 des Rechners, in den
der Rechner z. B. durch einen Rücksetzbefehl nach dem Anlegen einer Betriebsspannung
versetzt wurde. Im nächsten Verfahrensschritt, der mit 12 bezeichnet ist, wird das
Stellglied in eine definierte Bezugsstellung gebracht und dort festgehalten.
[0021] Diese Stellung entspricht einer Nullmenge an Dieselkraftstoff. Während dieser Phase
dreht also der Anlasser den Motor durch, ohne daß dieser anspringen kann. In einem
nachfolgenden Verfahrensschritt, der mit 14 bezeichnet ist, wird eine Selbsttestroutine
eines ersten Teils des Programmspeichers durchlaufen. Dabei werden die Speicherplätze
des rechnerseitigen Speichers auf Funktion geprüft, in der der Programmteil des Selbsttestprogramms
gespeichert ist.
[0022] Ein solcher Speichertest kann z. B. so durchgeführt werden, daß der gesamte Programmspeicher
aufsummiert und mit einer Vergleichssumme verglichen, oder die Vergleichssumme in
eine Programmspeicherzelle aufgenommen und so gewählt wird, daß sich beim Aufsummieren
des gesamten Programmspeicherinhalts Null ergibt.
[0023] Anschließend wird in einem mit 16 bezeichneten Verfahrensschritt ein Vergleich auf
Fehler durchgeführt. Wird ein Fehler festgestellt, so wird der Rechner wieder in seinen
Anfangszustand, der mit 10 bezeichnet ist, zurückversetzt. Wird kein Fehler festgestellt,
so wird der mit 18 bezeichnete Verfahrensschritt durchgeführt. Es handelt sich dabei
um eine Funktionsprüfung anderer Bestandteile des Rechners, z. B. eines Schreib-Lese-Speichers,
eines Zeitgebers, oder eines Analog-Digital-Wandlers. Nach Abschluß dieses Tests wird
wieder bei 16 eine Überprüfung auf Fehler vorgenommen. Im Fehlerfall ergeht ein Rücksetzbefehl,
der den Rechner wieder auf seinen Anfangszustand 10 zurückversetzt, wird kein Fehler
festgestellt, so folgt der nächste Verfahrensschritt.
[0024] Die Durchführung der Verfahrensschritte 12, 14, 16, 18 und wieder 16 in Form vorgegebener
Selbsttestroutinen entspricht einem ersten Abschnitt des Selbsttests. Im nachfolgenden
Verfahrensschritt 20 wird das Stellglied nun mit einem vorläufigen Steuersignal angesteuert.
Dies entspricht beim Anwendungsbeispiel einer Startmenge an Diesel, die ausreicht,
den Motor sicher zu starten. Während der Motor nun bereits läuft, wird ein zweiter
Abschnitt des Selbsttests durchgeführt. Dieser ist wesentlich zeitaufwendiger als
der bisherige im ersten Abschnitt durchgeführte Selbsttest. Im zweiten Abschnitt des
Selbsttests wird eine Programmroutine durchlaufen, in welcher die übrigen Programmspeicher
auf Funktion überprüft werden. Dies ist durch den Verfahrensschritt 22 dargestellt.
Nach Abschluß dieses Verfahrensschritts erfolgt wieder eine Fehlerprüfung wie sie
durch 16 symbolisiert ist. Im Fehlerfall wird der Rechner auf seinen Anfangszustand
zurückgesetzt, im anderen Fall wird das Stellglied für Steuersignale des Rechners
freigegeben, indem der Rechner in das Hauptprogramm übergeht. Dies ist durch 24 symbolisiert.
Der zweite Abschnitt des Selbsttests ist bei erfolgreichem Ausgang der bei 16 vorzunehmenden
Prüfung beendet.
[0025] In einer Abwandlung des dargestellten Flußdiagramms kann der zweite Abschnitt des
Selbsttests auch nach Abschluß der auf den Verfahrensschritt 14 folgenden Prüfung
16 erfolgen und der Verfahrensschritt 18 dem zweiten Abschnitt des Selbsttest zugeordnet
werden. In diesem Fall müßte der Verfahrensschritt 20, durch den das Stellglied mit
einem vorläufigen Steuersignal angesteuert wird, nach oben versetzt werden.
[0026] In einerweiteren Abwandlung kann der Rechner bei Fehlermeldungen, die erst nach mehreren
fehlerfrei durchlaufenen Selbsttestroutinen auftreten, auf einen anderen Zustand als
den Anfangszustand gesetzt werden. Zweckmäßig wird dabei ein Zustand gewählt, der
dem letzten fehlerfreien Selbsttestabschnitt entspricht.
[0027] Da während des ersten Abschnitts des Selbsttests der Motor vom Anlasser durchgedreht
wird, kann es in Folge von Spannungseinbrüchen zu Fehlermeldungen kommen, ohne daß
hierfür ein Schaden am Rechner ursächlich ist. Mit dem Verfahren nach der abgewandelten
Ausführung wird in diesem Falle verhindert, daß bereits erfolgreich durchlaufene Testroutinen
wiederholt werden und dadurch unnötige Zeit verstreicht. Allerdings erfordert diese
Ausgestaltung auch besondere Steuerungsmaßnahmen, die wiederum Programmspeicherplätze
benötigen. Ausgehend von der Überlegung, daß derartige Fehler ohnehin selten auftreten,
ist daherr das generelle Zurücksetzen des Rechners auf den Anfangszustand nicht als
nachteilig anzusehen.
[0028] In Weiterbildung der Erfindung wird mit dem Rücksetzen des Rechners aufgrund neuangelegter
Betriebsspannung diese Tatsache als Schaltzustand gespeichert. Diese Speicherung erfolgt
z. B. im Verfahrensschritt 12. Vor der vorläufigen Ansteuerung des Stellgliedes im
Verfahrensschritt 20 ist in diesem Fall ein Vergleich 26 vorgeschaltet, in dem der
Schaltzustand als Schaltkriterium ausgewertet wird. Anschließend wird in einem Verfahrensschritt
28 der Speicher gelöscht. Das Löschen des Speichers erfolgt auch dann, wenn bereits
vor Erreichen des Vergleichs 26 ein Fehler aufgetreten ist.
[0029] Wird nun beim Vergleich 26 festgestellt, daß die Selbsttestroutinen unmittelbar nach
einem erstmaligen Anlegen der Betriebsspannung erfolgreich durchlaufen sind, so wird
anschließend der Verfahrensschritt 20 ausgeführt. Im anderen Falle wird der Verfahrensschritt
20 nicht ausgeführt. Ein Rücksetzen des Rechners in den Anfangszustand aufgrund einer
Fehlermeldung führt also dazu, daß während der folgenden Selbsttestroutinen das Stellglied
in der definierten Bezugsstellung festgehalten wird. Auf das Anwendungsbeispiel bezogen
heißt das, daß der Motor bis zur Beendigung des gesamten Selbsttests Nullmenge erhält.
[0030] Mit dieser Maßnahme wird verhindert, daß durch wiederkehrende Fehlermeldungen im
zweiten Abschnitt des Selbsttests eine Schleife durchlaufen wird, in der immer wieder
das Stellglied mit dem vorläufigen Steuersignal angesteuert wird. Dies würde beim
Anwendungsbeispiel nämlich dazu führen, daß dem Motor zyklisch Startmenge von Diesel
eingespritzt wird. Da die Startmenge wesentlich höher bemessen ist als die Leerlaufmenge
würde dies dazu führen, daß der Motor hochläuft und überdreht, was zu erheblichen
Schäden führen kann. In diesem Fall hat also der Sicherheitsaspekt Vorrang vor einer
Verkürzung der Zeit für die Ansteuerung des Stellgliedes mit Steuersignalen.
[0031] Um die Sicherheit eines rechnergesteuerten Stellgliedes auch im laufenden Betrieb
überwachen zu können, ist häufig eine Überwachungsschaltung (Watchdog) vorgesehen.
Diese überprüft z. B. Rechenroutinen oder Synchronimpulse und löst bei einem Ausbleiben
derartiger Signale einen Rücksetzbefehl aus. Dadurch wird verhindert, daß der Rechner
aufgrund einer äußeren Störung, z. B. durch einen Spannungseinbruch, Spannungsspitzen
oder durch elektromagnetische Störungen in einen Zustand versetzt wird, den er von
selbst nicht mehr verlassen kann.
[0032] Soll die Überwachungsschaltung in den Selbsttest einbezogen werden, so kann z. B.
nach einem Flußdiagramm gemäß Fig. 2 vorgegangen werden. Dabei wird der Rechner so
programmiert, daß er eine an sich vorgesehene Rechenroutine oder ein Synchronsignal
ausläßt, so daß die Überwachungsschaltung einen Rücksetzbefehl veranlaßt.
[0033] In diesem Fall wird zwischen den Verfahrensschritten 12 und 14 ein Vergleich 34 durchgeführt,
indem überprüft wird, ob ein Rücksetzbefehl durch die Überwachungsschaltung stattgefunden
hat. Ist dies der Fall, so geht der Rechner in das Hauptprogramm 24 über, d.h. das
Stellglied wird für Steuerbefehle des Rechners freigegeben. Dieser Vergleich wird
aber erst durchgeführt, wenn alle übrigen Selbsttestabschnitte erfolgreich durchgeführt
worden sind. Dabei werden die Verfahrensschritte in der gleichen Reihenfolgen durchlaufen,
wie in Fig. 1 beschrieben worden ist. Ist der Selbsttest des ersten und zweiten Abschnitts
fehlerfrei gewesen, so wird zunächst wieder in einem Verfahrensschritt 30 das Stellglied
vorübergehend in die definierte Bezugsstellung gebracht und dort festgehalten. Dies
entspricht der Abgabe von Nullmenge an Diesel. In einem folgenden Verfahrensschritt
32 wird dann auf das Eintreffen eines Rücksetzbefehls gewartet, der von der Überwachungsschaltung
ausgelöst werden muß. Nach Durchlaufen des Verfahrensschritts 12 auf einen solchen
Rücksetzbefehl hin wird dann bei 34 eine Überprüfung durchgeführt, ob der Rücksetzbefehl
durch die Überwachungsschaltung stattgefunden hat und ins Hauptprogramm 24 übergegangen.
Ein Ausführungsbeispiel eines rechnergesteuerten Stellgliedes, daß als Blockschaltbild
in Fig. 3 dargestellt ist, wird abschließend erläutert.
[0034] Es umfaßt ein Stellglied 34 zur Betätigung einer Regelstange einer elektronischen
Dieseleinspritzung sowie einen Rechner 36. In eine Steuerleitung 38 des Stellgliedes
34 ist ein Schalter 40 eingefügt, der vom Rechner 36 über eine Steuerleitung 50 geschaltet
wird und drei Zustände einnehmen kann.
[0035] Solange kein Schaltsignal am Schalter 40 anliegt, befindet er sich in der eingezeichneten
Stellung. In dieser Stellung liegt er auf Bezugspotential 42, was einer Festlegung
auf eine definierte Bezugsstellung entspricht. Werden die Testroutinen eines ersten
Abschnitts bestanden und ist der Ausgangszustand, von dem aus der Rechner mit dem
Selbsttest begonnen hat, durch erstmaliges Anlegen der Betriebsspannung bedingt gewesen,
so wird der Schalter 40 in die zweite Stellung umgelegt. In dieser Stellung wird das
Stellglied 34 über eine Leitung 44 mit einem Generator 46 verbunden, der ein vorläufiges
Steuersignal erzeugt. Dies entspricht beim Anwendungsbeispiel einer Startmenge an
Diesel. Erst wenn der Rechner alle Abschnitte des Selbsttests erfolgreich durchlaufen
hat, gelangt der Schalter 40 in die dritte Stellung, in welcher das Stellglied 34
für Steuersignale des Rechners 36 freigegeben wird, die er über eine Steuerleitung
48 erhält.
[0036] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie der mit einem Stellglied gekoppelte Rechner
ermöglicht so eine erhebliche Verkürzung der durch den Selbsttest ausgelösten Ansteuerung
des Stellgliedes 34. Die verbleibende Zeit, in der beim Anwendungsbeispiel keine Einspritzung
von Diesel erfolgt, entspricht etwa der Zeit, die der Anlasser benötigt, um den Motor
auf die Startdrehzahl zu beschleunigen. Nachdem der Motor angesprungen ist, kann der
weitere Selbsttest dann ohne potentielle Störungen aufgrund von durch den Anlasser
hervorgerufenen Spannungseinbrüchen durchgeführt werden. Dabei führen im Zuge dieses
weiteren Selbsttests eventuell auftretende Fehler zu einem sofortigen Abschalten des
vorläufigen Steuersignals, also der Startmenge an Diesel. Die Sicherheit wird in Folge
dessen nicht beeinträchtigt.
[0037] Die mit der Erfindung erzielten Maßnahmen beim Anwendungsbeispiel des Dieselmotors
tragen so dazu bei, daß das sofortige Startverhalten des Motors den Fahrer dazu ermuntert,
den Motor bei kurzen Aufenthalten abzustellen und so zur Verminderung der Umweltbelastung
beizutragen. Weiterhin wird die Lebensdauer des Anlassers erhöht, die Batterie, insbesondere
bei Kurzstrekkenfahrten entlastet und das Starten des Motors auch bei schwacher Batterie
ermöglicht.
1. Verfahren zur Ansteuerung eines rechnergesteuerten Stellgliedes bei einem Selbsttest
des Rechners, wobei das Stellglied zunächst in einer definierten Bezugsstellung während
des Selbsttests festgehalten und nach bestandenem Selbsttest für Steuersignale des
Rechners freigegeben wird, insbesondere zur Ansteuerung einer elektronischen Dieseleinspritzung
für Dieselmotoren, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied nur während eines ersten
Abschnitts des Selbsttests festgehalten und anschließend bis zum Ende eines zweiten
Abschnitts des Selbsttests oder bis zu einer vorher eintreffenden Fehlermeldung mit
einem vorläufigen Steuersignal angesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Abschnitt des
Selbsttests wenigstens aus Testroutinen zur Überprüfung des Programmspeicherteils
für das Selbsttestprogramm gebildet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Abschnitt des
Selbsttests aus Testroutinen zur Überprüfung des Programmspeicherteils für das Selbsttestprogramm
sowie anderer Baugruppen des Rechners außer den übrigen programmspeicherteilen gebildet
ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Abschnitt des
Selbsttests aus Testroutinen zur Überprüfung des übrigen Programmspeicherteils gebildet
ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Selbsttest
bei einer Fehlermeldung von einem Anfangszustand des Rechners aus, von dem der Selbsttest
begonnen wurde, wiederholt wird und bei Fehlerfreiheit anschließend fortgesetzt wird,
und daß das Stellglied während des gesamten wiederholten und fortgesetzten Selbsttests
in der definierten Bezugsstellung festgehalten wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Selbsttest
bei einer Fehlermeldung von der letzten fehlerfreien Testroutine aus wiederholt und
bei Fehlerfreiheit fortgesetzt wird, und daß das Stellglied während des gesamten wiederholten
und fortgesetzten Selbsttests in der definierten Bezugsstellung festgehalten wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, wobei der Rechner durch jedes Neuanlegen der Betriebsspannung
in den Ausgangszustand versetzt wird, von dem aus der Selbsttest begonnen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß das Neuanlegen der Betriebsspannung als Schaltzustand gespeichert
wird und nach fehlerfreiem Ablauf des ersten Abschnitts des Selbsttests als Schaltkriterium
für das vorläufige Steuersignal ausgewertet wird, und daß nach Ansteuerung des Stellgliedes
mit dem vorläufigen Steuersignal oder nach einer Fehlermeldung der Speicher für den
Schaltzustand des Neuanlegens der Betriebsspannung gelöscht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3-7, dadurch gekennzeichnet, daß ein dritter
Abschnitt des Selbsttests aus einer Testroutine einer Überwachungsschaltung (Watchdog)
gebildet ist, in der das Stellglied wieder in der definierten Bezugsstellung festgehalten
wird, und daß erst bei bestandenem Test der Überwachungsschaltung das Stellglied für
Steuersignale des Rechners freigegeben wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuersignale
bei Übergang des Rechners von einem Selbsttestprogramm in ein Hauptprogramm freigegeben
werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuersignale
nach einem Übergang des Rechners von einem Testprogramm über einen Rücksetzvorgang
in den Ausgangszustand in ein Hauptprogramm freigegeben werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Ansteuerung einer elektronischen
Dieseleinspritzung für Dieselmotoren. dadurch gekennzeichnet, daß die definierte Bezugsstellung
des Stellgliedes einer Nullmenge und die durch das vorläufige Steuersignal angenommene
Stellung einer Startmenge von Dieselkraftstoff zur Einspritzung in einen Dieselmotor
entspricht.
12. Mit einem Stellglied (34) gekoppelter Rechner (36). mittels dem das Stellglied
(34) zwischen einer definierten Bezugsstellung durch ein Bezugssignal (42) und einer
Freigabestellung für Steuersignale des Rechners (36) umschaltbar ist, und während
eines Selbsttests des Rechners (36) in der definierten Bezugsstellung festgelegt ist.
dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (34) während des Selbsttests mittels des
Rechners (36) in eine dritte Stellung umschaltbar ist, in der es von einem vorläufigen
Steuersignal ansteuerbar ist, und daß ein Steuersignalgenerator (46) vorgesehen ist,
mit dem das Stellglied (34) in dieser Stellung verbunden ist.
1. Procédé de lancement d'un organe de régulation commandé par un calculateur au cours
d'un test automatique du calculateur, l'organe de régulation étant tout d'abord mis
dans une position de référence déterminée pour y être maintenu pendant le test automatique
et à la fin de ce test automatique, il est libéré pour recevoir les signaux de commande
du calculateur, notamment pour démarrer un système d'injection électronique de moteur
Diesel, caractérisé en ce que l'organe de régulation n'est maintenu que pendant une
première partie du test automatique, puis jusqu'à la fin d'une seconde partie du test
automatique ou jusqu'à ce que se produise un signal d'erreur anticipé, cet organe
de régulation est commandé par un signal de commande provisoire.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la première partie du test
automatique se compose au moins de sous-programmes de test pour contrôler la partie
de la mémoire de programme contenant le programme de test automatique.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la première partie du test
automatique se compose de sousprogrammes de test pour contrôler la partie de mémoire
de programme contenant le programme de test automatique ainsi que d'autres composants
du calculateur à l'exception des autres parties de mémoire de programme.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la seconde partie du test
automatique est formée des sous-programmes de test pour contrôler les autres parties
de mémoire de programme.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le test automatique
est répété en cas de signal d'erreur en partant de l'état initial du calculateur là
où a commencé le test automatique et ce test est poursuivi en cas d'absence d'erreur
et en ce que l'organe de régulation est maintenu dans la position de référence déterminée
pendant que l'on répète et poursuit l'ensemble du test automatique.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'en cas de signal
d'erreur, on reprend le test automatique à partir du dernier sous-programme de test
sans erreur et on le poursuit en cas d'absence d'erreur et en ce que l'organe de régulation
est maintenu dans la position de référence définie pendant que l'ensemble du test
automatique est repris et poursuivi.
7. Procédé selon la revendication 5 selon lequel le calculateur est remis à l'état
initial chaque fois que l'on applique de nouveau la tension d'alimentation, état à
partir duquel le test automatique a commencé, procédé caractérisé en ce qu'on met
en mémoire comme état de commutation, toute nouvelle application de la tension d'alimentation
et après un parcours sans erreur de la première partie du test automatique, on exploite
cet état de commutation comme critère de commutation pour le signal de commande provisoire
et en ce qu'après avoir lancé l'organe de régulation avec le signal de commande provisoire
ou après un signal d'erreur, on efface la mémoire pour l'état de commutation de la
nouvelle application de la tension de fonctionnement.
8. Procédé selon l'une des revendications 3 à 7, caractérisé en ce qu'on forme une
troisième partie du test automatique à partir d'un sous-programme de test d'un circuit
de surveillance (chien de garde) dans lequel l'organe de régulation est de nouveau
maintenu dans la position de référence déterminée et en ce que seulement après que
le test du circuit de surveillance ait été réussi, on libère l'organe de régulation
pour recevoir les signaux de commande du calculateur.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'on libère les
signaux de commande lorsque le calculateur passe d'un programme de test automatique
à un programme principal.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que les signaux de commande
sont libérés après le passage du calculateur d'un programme de test par une opération
de remise à l'état initial, dans un programme principal.
11. Procédé selon l'une des revendications 1 à 10 pour commander un système d'injection
électronique pour moteur Diesel, caractérisé en ce que la position de référence déterminée
de l'organe de régulation correspond à une quantité de carburant nulle et la position
associe au signal de commande provisoire correspond à une quantité de carburant de
démarrage à injecter dans le moteur Diesel.
12. Calculateur (36) couplé à un organe de régulation (34) par lequel l'organe de
régulation (34) peut commuter entre une position de référence déterminée par un signal
de référence (42) et une position de libération pour recevoir les signaux de commande
du calculateur (36) et cet organe de régulation est maintenu dans une position de
référence déterminée pendant que le calculateur (36) effectue un test automatique,
caractérisé en ce que l'organe de régulation (34) est commuté dans une troisième position
pendant le test automatique, par le calculateur (36), troisième position dans laquelle
cet organe de régulation peut être lancé par un signal de commande provisoire et en
ce qu'il est prévu un générateur de signal de commande (46) qui fixe l'organe de régulation
(34) dans cette position.
1. Process for driving a computer-controlled final control element in a self-test
of a computer, the final control element being initially held in a defined reference
position during the self-test and being released for control signals of the computer
after the self-test has been successful, in particular for driving an electronic diesel
injection system for diesel engines, characterized in that the final control element
is only held during a first section of the self-test and is subsequently driven with
a temporary control signal up to the end of a second section of the self-test or up
to a previously occurring error message.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the first section of the self-test
is formed at least from test routines for testing the program memory part for the
self-test program.
3. Process according to Claim 2, characterized in that the first section of the self-test
is formed from test routines for testing the program memory part for the self-test
program as well as other components of the computer other than the remaining program
memory parts.
4. Process according to Claim 3, characterized in that the second section of the self-test
is formed from test routines for testing the remaining program memory part.
5. Process according to one of Claims 1-4, characterized in that, in the case of an
error message originating from an initial state of the computer from which the self-test
was started, the self-test is repeated and in the absence of errors is subsequently
continued, and in that the final control element is held in the defined reference
position during the entire repeated and continued self-test.
6. Process according to one of Claims 1-4, characterized in that, in the case of an
error message originating from the last error-free test routine, the self-test is
repeated and continued in the absence of errors, and in that, during the entire repeated
and continued self-test, the final control element is held in the defined reference
position.
7. Process according to Claim 5, in which the computer is placed in the initial state
by each new application of the operating voltage, the self-test being begun from said
initial state, characterized in that the new application of the operating voltage
is stored as a switching state and after the first section of the self-test has run
free of errors, is evaluated as a switching criterion for the temporary control signal,
and in that, after driving of the final control element with the temporary control
signal or after an error message, the memory is cleared for the switching state of
the new application of the operating voltage.
8. Process according to one of Claims 3-7, characterized in that a third section of
the self-test is formed from a test routine of a monitoring circuit (watchdog) in
which the final control element is again held in the defined reference position, and
in that only when the test of the monitoring circuit has been successful can the final
control element be released for control signals of the computer.
9. Process according to one of Claims 1-8, characterized in that, at the change-over
of the computer from a self-test program to a main program, the control signals are
released.
10. Process according to Claim 8 or 9, characterized in that, after a change-over
of the computer from a test program via a reset procedure into the initial state,
the control signals are released into a main program.
11. Process according to one of Claims 1 to 10 for driving an electronic diesel injection
system for diesel engines, characterized in that the defined reference position of
the final control element corresponds to a zero amount and the position assumed by
the temporary control signal corresponds to a starting amount of diesel fuel for injection
into a diesel engine.
12. A computer (36) coupled to a final control element (34), by means of which computer
the final control element (34) can be switched over by a reference signal (42) between
a defined reference position and a release position for control signals of the computer
(36) and is held in the defined reference position during a self-test of the computer
(36), characterized in that the final control element (34) can be switched over during
the self-test into a third position by means of the computer (36), it being possible
for the final control element to be driven in said third position by a temporary control
signal, and in that a control signal generator (46) is provided, to which the final
control element (34) is connected in this position.