Gebiet der Technik
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Galvanotechnik und betrifft sie insbesondere
ein Verfahren zum Auftragen eines Verbund-Nickel-Titanoxid-Überzuges auf eine Metallunterlage.
[0002] Vorhergehender Stand der Technik Bekannt ist ein Verfahren zum Auftragen eines Verbund-Nickeloxid-Titanoxid-Überzuges
auf eine Metallunterlage durch elektrolytische Abscheidung aus einer wäßerigen Lösung,
die Nickeldichlorid und Titanoxid enthält, das man in Form eines feindispersen Pulvers
in den jeweiligen Elektrolyt einführt. Die Teilchen des Titanoxid-Pulvers werden unter
ständigem Vermischen des Elektrolyts an der Katode, an der Metallunterlage, mit Nickelionen
mitgefällt (R.S.Saifullin "Neorganicheskie kompozitsionnye materialy" - Anorganische
Verbindwerkstoffe" - 1983, Chimiya, Moskau).
[0003] Verbundwerkstoffüberzüge, die im bekannten Verfahren hergestellt werden, weisen eine
inhomogene Struktur auf, da die Teilchen des Titanoxids im Elektrolyt der Koagulation
und der Bildung von Teilchen mit großen Abmessungen ausgesetzt sind. An der Phasengrenze
zwischen Metallphase und Titanoxid ist die Bildung von Rissen möglich. Das bekannte
Verfahren verlangt außerdem das ständige Vermischen des Elektrolyts, wofür Hilfseinrichtungen
eingesetzt werden.
[0004] Bekannt ist außerdem ein Verfahren zum Auftragen eines Verbund-Nickel-Titanoxid-Überzuges
auf eine Metallunterlage durch elektrolytische Abscheidung aus einer wässerigen Lösung,
die Nickeldichlorid und ein Titansalz, Titantetrachlorid, sowie Fluorione und organische
Komponenten, solche wie Laurylsulfat, Äthylalkohol, Natriumglukonat enthält (SU,
A, 184092). Die elektrolytische Abscheidung führt man unter den galvanostatischen
Verhältnissen bei einer Stromdichte von 5 bis 10 A/dm² durch. Es werden Fluorine
zur Auflösung der Oxidphase von Titan, die bei der Elektrolyse von Titanionen entsteht,
die in der Elektrolyt-Lösung enthalten sind, und zur Bildung der Metallphase von Titan
zwecks ihrer Abscheidung auf die Unterlage hinzugefügt.
[0005] In der Praxis wurde jedoch auf die Unterlage das Titan nicht in Form der Metallphase,
sondern in Form von Titanoxiden und -hydroxiden abgeschieden. Dagegen führte das Vorliegen
von Fluor-Ionen lediglich zur Verringerung des Prozentanteils an Titanoxid in dem
aufzutragenden Überzug. Als Folge trat die Senkung der Korrosionsbeständigkeit und
Feuerbeständigkeit des Überzuges auf.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Auftragen eines Verbund-Nickel-Titanoxid-Überzuges
auf eine Metallunterlage zu entwickeln, in dem bei der elektrolytischen Abscheidung
es möglich wird, einen Verbundwerkstoffüberzug mit einem ausreichend hohen Prozentanteil
an Titanoxid, das eine homogene feindisperse Struktur aufweist, herzustellen.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man im Verfahren zum Auftragen eines Nickel-Titanoxid-Überzuges
auf eine Metallunterlage durch elektrolytische Abscheidung aus einer wässerigen.
Lösung, die Nickeldichlorid und ein Titansalz enthält, erfindungsgemäss als Titansalz
Titantrichlorid verwendet, die Konzentration des Nickeldichlorids und des Titantrichlorids
in der wässerigen Lösung aus den Bedingungen der Gewährleistung einer maximalen spezifischen
elektrische leitfähigkeit der Elektrolytlösung wählt und die elektrolytische Abscheidung
unter den potentiostatischen Impuls-Verhältnissen bei einer Dauer der Potentialimpulse
gleich 10 bis 30 ms, einer Impulsenamplitude, die für die Gewährleistung harmonischer
abklingender Schwingungen des Anodenstroms während der Pausen ausreichend ist, und
bei einer Pausendauer, die der Dauer eines vollständigen Abklingens der Schwingungen
des Anodenstroms gleich ist, durchführt.
[0008] Das in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung realisierte Verfahren bewirkt
die Herstellung eines Überzuges mit einem hohen (bis 53%) Prozentanteil an Titan
oxid, dessen Teilchen feindispers, gleichmäßig verteilt und mit der Metallphase von
Nickel fest verbunden sind. Der Überzug zeichnet sich durch eine hohe Korrosionsbeständigkeit
und Feuerbeständigkeit aus. Das Verfahren erfolgt in einem Elektrolyt mit einer einfachen
Zusammensetzung, die lediglich zwei nichttoxische und beständige Komponenten enthält,
es verlangt keine Hilfsvorrichtungen zum Vermischen des Elektrolyts.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0009] Nachstehend wird die Erfindung an Hand der Beschreibung einer konkreten Variante
ihrer Ausführung und der beigefügten Zeichnungen erläutert, in denen es zeigen:
Fig. 1a - graphische Darstellung der zeitlichen Veränderung der Stromdichte zwischen
der jeweiligen Unterlage und einer Vergleichselektrode, wo an der Ordinatenachse
die Werte der Stromdichte i in mA/cm² und an der Abszissenachse die Zeit t in ms angebracht
sind;
Fig. 1b - graphische Darstellung der zeitlichen Veränderung des Potentials zwischen
jeweiliger Unterlage und einer Vergleichselektrode, wo an der Ordinatenachse die Werte
des Potentials E in mV und an der Abszissenachse die Zeit t in ms abgelegt sind.
Beste Ausführungsvariante der Erfindung
[0010] Das Wesen des Verfahrens, erfindungsgemäß, besteht in folgendem.
[0011] Man stellt eine wässerige Elektrolytlösung, die Nickeldichlorid und Titantrichlorid
mit einer Konzentration enthält, die eine maximale spezifische Leitfähigkeit der Lösung
bewirkt, her. Der Verbund-Nickel-Titanoxid-Überzug trägt man auf eine Metallunterlage
durch elektrolytische Abscheidung in einem Bad mit den zubereiteten Elektrolyt auf.
Die Abscheidung des Überzuges führt man unter den potentiostatischen Impuls-Verhältnissen
bei einer Taktdauer T der Impulse bei einer Impulsdauer t₁ der Potentiale gleich
10 bis 30 ms, bei einer Impulsenamplitude, die für die Gewährleistung harmonischer
abklingender Schwingungen des Anodenstromes während der Pausen aus reichend ist,
und bei einer Pausendauer t₂ durch, die der Dauer der vollständigen Dämpfung der Schwingungen
des Anodenstroms gleich ist.
[0012] Die Verwendung der Potentialimpulse mit einer Dauer unter 10 ms führt zur Senkung
der Stärke der Überzüge und zur Senkung des Gehaltes an Titanoxid-Teilchen im Überzug.
Die Vergrößerung der Dauer t₁ der Impulse über 30 ms führt zur Instabilität der elektrolytischen
Abscheidung und als Ergebnis zur ungleichmäßigen Verteilung der Titanoxid-Teilchen
in einer Grundmetall-Matrix des Mitfällungsmittels, des Nickels.
[0013] Der Amplitudenwert des Potentials eines Arbeitsimpulses zwischen einer Katode (Unterlage)
und einer Chlor-Silber-Vergleichselektrode beträgt von (-1200) bis (-1500) mV.
[0014] Bei der Zuführung von Arbeitsimpulsen mit einem Potential in dem genannten Intervall
an die Katode werden die harmonischen abklingender Schwingungen des Anodenstroms
während der Pausen gewährleistet (siehe Fig. 1a).
[0015] Die Durchführung der elektrolytischen Abscheidung bei Potentialwerten unter (-1200)
mV führt zur vorwiegenden Wasserstoffentwicklung an der Katode, die Überzüge werden
nicht durchgehend homogen und sie weisen Mikroporen auf. Die Vergrößerung des Potentials
oberhalb von (-1500) mV führt zum Verschwinden harmonischer Schwingungen des Stromes
während einer Pause zwischen den Arbeitsimpulsen und als Folge zur Verringerung der
Stärke des Überzuges und zur Herabsetzung des Gehalts an Titanoxid-Teilchen im Überzug.
[0016] Die Grösse des Potentials während der Pause wird gleich dem Potential E
k der Korrosion des Katodenmaterials gewählt.
[0017] Zu Beginn einer Pause, wenn das Potential gleich E
k ist, erfolgt ein Stromsprung mit Veränderung seines Zeichens. Während der Pause stellt
sich ein Gleichgewicht in der an der Katode angrenzenden Schicht ein, das heißt,
daß der Strom gleich Null wird. Wenn Schwingungen fehlen und der Strom aperiodisch
ausschwingt, erfolgt die Auflösung eines neu abgeschiedenen Überzuges.
[0018] Die Schwingungen des Anodenstromes während einer Pause werden lediglich in einem
Intervall der Potential-Größen, erfindungsgemäß, und bei einer maximalen elektrischen
Leitfähigkeit der Elektrolytlösung möglich.
[0019] Die Dauer t₂ der Pause (Fig. 1b) zwischen den Arbeitsimpulsen wählt man aus der
Bedingung aus, daß jeder nächstfolgende Impuls zu einem Zeitpunkt beginnt, wenn ein
vollständiges Abklingen der Schwindungen des Anodenstromes t₂ = t₃ erfolgt, worin
t₃ - die Dauer des vollständigen Erlöschens der Schwingungen des Anodenstromes ist
(siehe Fig. 1a).
[0020] Wenn 0 < t₂ < t ist, so verringert sich der Gehalt an Titanoxid im Überzug; wenn
t₃ < t₂

ist, werden die Überzüge mulmig und weisen infolge des Einschlusses von Titanhydroxid-Teilchen
eine schlechte Qualität auf.
[0021] Bei der Elektrolyse hydrolisiert sich das Titantrichlorid unter Entstehung von Titanoxid-Titanhydroxid-Teilchen
in der Nähe der Katode infolge der Erreichung des pH-Wertes der Hydratbildung von
Titanionen.
[0022] Infolge der potentiostatischen Impulsverhältnissen der elektrolytischen Abscheidung
vergrößert sich dabei die Menge von Titanoxid-Titanhydroxid-Teilchen infolge starker
Stromsprünge zum Zeitpunkt des Eintritts der Potentialimpulse. An der Katode (Unterlage)
entladen sich die sich in seiner Nähe befindenden Nickelionen, indem sie in metallische
Phase übergehen und dabei die Titanoxid-Teilchen mitgreifen, wodurch an der Katode
(Metallunterlage) sich der Verbundwerkstoffüberzug abscheidet.
[0023] Das Vorliegen harmonischer Schwingungen des Anodenstromes fördert die Vergrößerung
der Menge an Titanoxid in der an der Katode angrenzenden Schicht, schließt die Möglichkeit
der Auflösung einer erneut abgeschiedenen Überzugsschicht aus, bewirkt das Vermischen
der Titanoxid-Teilchen in der an der Katode angrenzenden Schicht, wodurch die gleichmäßige
Verteilung derselben in der Überzugschicht gefördert wird.
[0024] Zu einer eindeutigeren Erläuterung des Wesens der vorliegenden Erfindung werden nachstehend
Beispiele für ihre konkrete Realisierung angeführt.
[0025] Man stellte eine Elektrolytlösung her, wofür man 200 g Nickeldichlorid nahm und dieses
in 1 l Wasser auflöste. Dann setzte man der hergestellten Lösung eine 15%ige wässerige
Titantrichloridlösung in einer Menge von 300 ml zu. Dabei wurde maximale elektrische
Leitfähigkeit der Lösung erreicht.
Industrielle Anwendbarkeit
[0027] Verfahren zum Auftragen eines Verbund-Nickel-Titanoxid-Überzuges kann in der Produktion
von Schutzüberzügen (korrosions- und feuerbeständigen) sowie in der Produktion von
Elektrodenwerkstoffen, die für die Durchführung von Oxydationsprozessen eingesetzt
werden, Anwendung finden.