[0001] Die Erfindung betrifft eine befahrbare Fugenabdeckung für Dehnfugen in Verkehrswegen,
insbesondere Brücken gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Eine derartige Fugenabdeckung ist in der französischen Patentschrift 2 116 665 beschrieben.
Dort ist ein mehrspaltiges faltbares Dehnprofil vorgesehen, dessen Höhe sich im Druckbereich
und im Zugbereich verändert, d. h. seine Oberfläche wird in ihrer Höhe entsprechend
verändert. Diese Höhenabweichung kann in der Praxis allenfalls bei geringer Bauhöhe
des Dehnprofils bzw. geringen Dehnungen toleriert werden.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei einer Fugenabdeckung
der gattungsgemäßen Art eine stabile Verformung des Dehnprofils im Zug- und Druckbereich
zu erzielen, d.h. jedes Ausknicken oder Auswölben zu vermeiden; gleichzeitig soll
das Dehnprofil einen größeren Verformungsweg ermöglichen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im Sinne des Kennzeichens von Patentanspruch
1 gelöst. Durch die von außen zum Fugenspalt hin ansteigenden, sich in Fugenlängsrichtung
erstreckenden Stützflächen, auf denen das Dehnprofil sowohl im Zugbereich als auch
im Druckbereich aufliegt, wird einerseits dem Umstand Rechnung getragen, daß sich
die Höhe des Dehnprofils in Abhängigkeit von dessen Verformung ändert; andererseits
dienen die Stützflächen unmittelbar der Abtragung vertikaler Lasten in die Fugenränder.
[0005] Eine wichtige Voraussetzung für die sichere Anlage der äußeren Faltrippen auf den
Stützflächen sowie die ebene Verformung des Dehnprofils unter Zug oder Druck ist die
zugfeste Verbindung der oberen Enden dieser Faltrippen mit dem jeweiligen Fugenrand.
[0006] Bei Unterstützung mehrere Faltrippen im Bereich eines Fugenrands ist es nach dem
Vorschlag von Patentanspruch 2 zweckmäßig, daß jeder Faltrippe eine eigene Stützfläche
zugeordnet ist, d.h. jede nach unten gewölbte Faltrippe bewegt sich im Verformungsbereich
des Dehnprofils von Druck auf Zuglängs einer nur ihr zugeordneten ansteigenden Bahn,
durch deren Verlauf die Erhaltung der ebenen Lage des Dehnprofils in allen Verformungsbereichen
sichergestellt wird. Dabei ist wesentlich, daß das Dehnprofil über dem gesamten Verformungsbereich
betrachtet auf den Stützflächen aufliegt. Gemäß Anspruch 3 ist es daher derart gestaltet
und/oder randseitig befestigt, daß es sowohl bei horizontalen Zugkräften (Fugenverbreiterung)
als auch bei horizontalen Druckkräften (Fugenverengung) die Tendenz hat, nach unten
auszuwölben, sodaß das ständige Aufliegen der Faltrippen auf den Stützflächen sichergestellt
ist; dadurch, daß die Steigung der Stützflächen der sich mit der Fugenbreite verändernden
Höhe des Dehnprofils angepaßt ist, wird für alle Verformungsbereiche erreicht, daß
die Oberseite des Dehnprofils an dieselbe Ebene angrenzt, wobei diese Ebene zweckmäßig
dem Verlauf der Fahrbahn, in welche die Fugenabdeckung eingesetzt ist, entspricht.
[0007] Besonders zweckmäßige Lösungen bieten Dehnprofile mit ungerader Anzahl der an die
Fahrbahnoberfläche angrenzenden Spalten, wobei je nach Dehnweg zweckmäßigerweise
drei oder fünf Spalten in Frage kommen. Eine gerade Anzahl der Spalten ist weniger
gut geeignet, da hier die geometrische Zuordnung der Stützflächen zu den nach unten
auswölbenden Faltrippen schwierig ist und überdies bei üblichen Fugenbreiten nur
durch extrem hohe Abmessungen des Dehnprofils verwirklicht werden könnte. Als besonders
vorteilhafte Dimensionierung des Dehnprofils hat sich herausgestellt, daß das Verhältnis
zwischen Gesamtbreite und Höhe im spannungslosen Zustand des Dehnprofils kleiner 3
beträgt.
[0008] Da bei Ausschöpfung des Dehnwegs z.B. eines häufig in Frage kommenden dreispaltigen
Dehnprofils die einzelnen Spalten aus fahrtechnischer Sicht verhältnismäßig breit
werden, kann es nach einem weiteren Erfindungsvorschlag zwischmäßig sein, daß im Bereich
der oberen und/oder unteren, zwischen benachbarten Faltrippen gebildeten Spalten,
jeweils einen Spalt überbrückende Sekundärrippen vorgesehen sind, welche jeweils an
den Flanken einer Faltrippe angesetzt und zu dieser entgegengesetzt ausgewölbt sind.
Dadurch wird eine Vergleichmäßigung der befahrenen Oberfläche des Dehnprofils erzielt.
Zur Gewährleistung einer ebenen Zugverformung des Dehnprofils sind dabei die zwischen
den unteren Faltrippen angeordneten Sekundärrippen mittig durchtrennt, sodaß sich
die Enden Der beiden Rippenhälften entweder gegenseitig abstützen oder - ab einem
bestimmten Dehnungsmaß - voneinander entfernen. Durch die Teilung der nach unten ausgewölbten
Sekundärrippen wird überdies die Tendenz des Dehnprofils zur Auflage auf den Stützflächen
für den gesamten Verformungsbereich sichergestellt. In diesem Zusammen hang ist noch
wesentlich, daß die äußeren Faltrippen zusätzlich seitlich gegen den jeweils zugeordneten
Fugenrand lose abgestützt sind. Erst dadurch wird auch bei einem Dehnprofil mit Sekundärrippen
jedes unkontrollierte Ausknicken des Dehnprofils vermieden.
[0009] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 einen vertikalen Querschnitt durch eine Fugenabdeckung mit spannungslosem Dehnprofil,
Fig. 2 das Dehnprofil gemäß Fig. 1 bei maximaler Fugenbreite und
Fig. 3 das Dehnprofil gemäß Fig. 1 bei geschlossener Fuge.
[0010] Fig. 1 zeigt eine Fugenabdeckung mit einem faltbaren elastomeren Dehnprofil (1).
Es besteht aus drei nach unten gewölbten Faltrippen (2, 3, 4), welche zwischen sich
drei nach oben öffnende Spalten (5, 6, 7) bilden. Umgekehrt betrachtet umfaßt das
Dehnprofil zwei nach oben gewölbte Faltrippen (8, 9), welche zwischen sich zwei nach
unten öffnende Spalten (10, 11) bilden. Um die nach oben offenen Spalte (5, 6, 7)
fahrtechnisch besser zu überbrücken, sind darin nach oben ausgewölbte Sekundärrippen
(12) vorgesehen, welche an den Flanken (13) der jeweiligen Faltrippe angesetzt und
zu dieser entgegengesetzt ausgewölbt sind. Auch in den nach unten öffnenden Spalten
(10, 11) sind entsprechend nach unten ausgewölbte Sekundärrippen (14) vorgesehen.
Diese setzen gewissermäßen den Verlauf der nach oben gewölbten Sekundärrippen nach
unten hin girlandenartig fort, sind jedoch mittig durchtrennt. Im spannungslosen
Zustand des Dehnprofils (Fig. 1) sind die Trennspalte der nach unten ausgewölbten
Sekundärrippen (14) gerade geschlossen. Im Zugspannungsbereich des Dehnprofils (Fig.
2) bilden sich zwischen den Rippenhälften der Sekundärrippen (14) offene Trennspalte
(15). Der Angriffspunkt der seitlichen Zugkraft (Z) liegt dadurch geringfügig unterhalb
der Ebene der Reaktionskräfte (R) des Dehnprofils (1), wodurch eine feste Anlage der
äußeren Faltrippen (2, 4) auf den darunter befindlichen Stützflächen (16) der Fugenränder
(17, 18) erzielt wird. Ein an der Außenseite der äußeren Faltrippen (2, 4) vorhandener
Ansatz (32) hebt dabei von seiner Anlage am zugeordneten Fugenrand (17, 18) ab.
[0011] Im Druckbereich gemäß Fig. 3 liegen die Rippenhälften der nach unten gewölbten Sekundärrippen
(14) fest gegeneinander an, wobei die seitlichen Ansätze (32) sich in ihrer Anlagestellung
befinden. Dementsprechend liegt der Angriffspunkt der seitlichen Druckkraft (D) deutlich
oberhalb der Ebene der Reaktionskräfte (r) der unteren Sekundärrippen (14), sodaß
auch hier die äußeren Faltrippen (2, 4) des Dehnprofils (1) fest an den Stützflächen
(16) anliegen. Der untere Auflagepunkt der äußeren Faltrippen (2, 4) auf den Stützflächen
(16) befindet sich hier entsprechend der größeren Höhenabmessung des Dehnprofils (1)
auf einem außenliegenden unteren Niveau der Stützflächen (16). Mit zunehmender Öffnung
der Fuge wandert der Auflagepunkt auf den Stützflächen (16) nach innen oben, bis er
bei maximaler Fugenöffnung gemäß Fig. 2 sein oberes Niveau erreicht.
[0012] Durch das Ansteigen der Stützflächen (16) zur Fugenmitte hin wird der abnehmenden
Höhe des Dehnprofils mit zunehmender Dehnung Rechnung getragen, d.h. es wird das Aufliegen
der äußeren Faltrippen (2, 4) auf den Stützflächen (16) für jeden Dehnungszustand
des Dehnprofils (1) sichergestellt. Die Oberseite des Dehnprofils beschreibt daher
eine für alle Verformungszustände des Dehnprofils mit der Fahrbahnoberfläche bündige
Ebene.
[0013] Der randseitige Anschluß des Dehnprofils (1) wird verwirklicht durch Einknöpfen einer
nach unten offenen, im Innenbereich erweiterten Nut (19) über einen am Ende abgewinkelten
Profilschenkel (20) eines mit dem Fugenrand verschweißten Verankerungsprofils. In
Fig. 1 ist links ein U-förmiges Verankerungsprofil (21) vorgesehen, dessen äußerer
Schenkel (22) dem Anschluß eines Isolierprofils (23) dient. Ein Fortsatz (24) des
Isolierprofils (23) erstreckt sich unter den Fahrbahnbelag (25) hinein und liegt dort
auf einer Isoliermatte (26) auf, welche auf dem Betonkörper (27) des zugeordneten
Fugenrands (17) verlegt ist. Der Fugenrand (17) ist gebildet durch eine im Betonkörper
(27) verankerte Grundplatte (33) aus Stahl, auf welcher sowohl das Verankerungsprofil
(21) als auch eine Leiste (28), welche die Stützfläche (16) bildet, aufgeschweißt
sind. Alternativ kann die Leiste (28) auch aus Kunststoff bestehen; sie kann auf der
Grundplatte verschraubt oder verklebt sein; die Leiste (28) kann auch aus der Grundplatte
herausgearbeitet, also mit dieser einstückig ausgebildet sein.
[0014] Als geeignetes Material für das Dehnprofil (1) und den Isolieranschluß (23) kommt
ein alterungs- und abriebbeständiges Elastomer, wie zum Beispiel Chloropren-Kautschuk
in Frage.
[0015] Die Anbindung sowohl des Dehnprofils (1) als auch des Isolierprofils (23) an das
Verankerungsprofil (21) erfolgt zweckmäßig durch Vergießen des Profilinnenraums mit
einer Vergußmasse (29) zum Beispiel aus einem kalthärtenden Elastomer. Gemäß Fig.
1 ist das Verankerungsprofil (30) des rechten Fugenrands (18) anders ausgebildet als
jenes des linken Fugenrands (17). Anstelle des dort vorhandenen U-förmigen Verankerungsprofils
(21) besitzt das Verankerungsprofil (30) des rechten Fugenrands etwa h-förmigen Querschnitt,
wobei der äußere Rand (31) des Dehnprofils (1) auf dem horizontalen Schenkel (32)
des Verankerungsprofils (30) unmittelbar abgestützt ist. Ein Isolieranschluß ist im
Bereich des rechten Fugenrands (18) weggelassen.
[0016] Abweichend von Fig. 1 sind nach den Fig. 2 und 3 Verankerungsprofil und Grundplatte
im Fugenrandprofil (34) zu einer Baueinheit zusammengefaßt.
1. Befahrbare Fugenabdeckung für Dehnfugen in Verkehrswegen, insbesondere Brücken,
mit einem die Fuge überbrückenden, an den Seitenrändern im jeweils zugeordneten Fugenrand
(17, 18) verankerten elastomeren Dehnprofil (1), welches einen faltbaren, aus in
Fugenlängsrichtung verlaufenden, abwechselnd nach oben und unten gewölbten Faltrippen
(2, 3, 4, 8, 9) und dazwischen gebildeten Spalten (5, 6, 7, 10, 11) bestehenden Querschnitt
aufweist, wobei wenigstens die beiden äußeren (2, 4) der nach unten gewölbten Faltrippen
auf quer zur Fuge erstreckten Stützflächen (16) der Fugenränder (17, 18) aufliegen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützflächen (16) in Richtung quer zur Fuge zwischen einem außenliegenden
unteren Niveau als Auflage bei geschlossener Fuge und einem innenliegenden oberen
Niveau als Auflage bei geöffneter Fuge ansteigen, derart, daß das Dehnprofil (1) in
allen Verformungsbereichen mit seiner Oberseite an dieselbe Ebene angrenzt und daß
das Dehnprofil (1) durch Einspannen jeweils des oberen äußeren Endes der äußeren Faltrippen
(2, 4) mit den Fugenrändern verbunden ist.
2. Fugenabdeckung nach Anspruch 1,
dadurch gegenzeichnet, daß bei Auflage mehrerer demselben Fugenrand zugeordneter Faltrippen
jeder eine eigene Stützfläche (16) zugeordnet ist.
3. Fugenabdeckung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Dehnprofil (1) derart gestaltet und/oder randseitig
befestigt ist, daß es sowohl bei horizontalen Zugkräften (Fugenverbreiterung) als
auch bei horizontalen Druckkräften (Fugenverengung) die Tendenz hat, nach unten auszuwölben
und daß die Steigung der Stützflächen (16) der sich mit der Fugenbreite verändernden
Höhe des Dehnprofils (1) angepaßt ist.
4. Fugenabdeckung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der oberen (5, 6, 7) und/oder unteren (10,
11), zwischen benachbarten Faltrippen gebildeten Spalten, jeweils einen Spalt überbrückende
Sekundärrippen (12, 14) vorgesehen sind, welche jeweils an den Flanken (13) einer
Faltrippe angesetzt und zu dieser entgegengesetzt ausgewölbt sind, daß die nach unten
ausgewölbten Sekundärrippen (14) mittig durchgetrennt sind, sodaß sich die Enden
der beiden Rippenhälften entweder gegenseitig abstützen oder - ab einem bestimmten
Dehnungsmaß - voneinander entfernen und daß die äußeren Faltrippen (2, 4) jeweils
mit deren Außenseite gegen den zugeordneten Fugenrand lose abgestützt sind.
5. Fugenabdeckung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Abstützung jeweils an der Außenseite der äußeren Faltrippen
(2, 4) ein seitlich vorspringender Ansatz (32) etwa in mittlerer Höhe der Faltrippen
(2, 4) vorgesehen ist.
6. Fugenabdeckung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen Gesamtbreite und Höhe im spannungslosen
Zustand des Dehnprofils (1) kleiner drei beträgt.