(19)
(11) EP 0 331 886 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.09.1989  Patentblatt  1989/37

(21) Anmeldenummer: 89101026.6

(22) Anmeldetag:  21.01.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4A63C 9/085
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR LI

(30) Priorität: 10.03.1988 AT 650/88

(71) Anmelder: HTM Sport- und Freizeitgeräte Gesellschaft m.b.H.
A-2320 Schwechat (AT)

(72) Erfinder:
  • Mühlberger, Reinhard
    CH-2344 Maria Enzersdorf (CH)
  • Janisch, Andreas
    A-2412 Tribuswinkel (AT)
  • Himmetsberger, Alois
    A-1110 Wien (AT)
  • Zotter, Johann
    A-1040 Wien (AT)
  • Wladar, Helmut
    A-1110 Wien (AT)
  • Würthner, Hubert
    D-2410 Hainburg (DE)

(74) Vertreter: Szász, Tibor, Dipl.-Ing. 
HTM Sport- und Freizeitgeräte AG Tyroliaplatz 1
A-2320 Schwechat
A-2320 Schwechat (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorderbacken für Sicherheitsskibindung


    (57) Dieser Vorderbacken besitzt zwei die Schuhsohle seitlich umfassende Winkelhebel, welche gegen die Kraft einer Auslösefeder verschwenkbar sind, und einen Sohlenhalter, der mittels eines Bolzens in einer senk­recht zur Skioberseite verlaufenden Richtung verstell­bar und mit seinem unteren Ende in einem skifesten Langloch in der Fahrtstellung festgehalten ist.
    Um bei einem derartigen Vorderbacken (101) den Auslösevorgang zu verbessern, sieht die Erfindung vor, daß der Sohlenhalter (108) in der Fahrtstellung des Vorderbackens (101) gegenüber dem Tragkörper (103) durch den Bolzen (106) selbst gehalten ist, wobei der Bolzen (106) durch eine zylindrische Führungs­fläche (103d) zentriert ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Vorderbacken gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Ein derartiger Vorderbacken ist in der AT-PS 361347 in mehreren Ausführungsbeispielen beschrieben. Bei den Ausführungen nach den Fig.1 - 6 erfolgt die Zentrierung des Bolzens in der Fahrstellung durch eine elastische Masse, welche den Bolzen ringförmig umgibt und welche von einem skifesten Bauteil festgehalten wird. So kann z.B. der aus Fig. 6 ersichtliche Ring auf den Bolzen und dadurch auf den Sohlenhalter eine gewisse elastische Haltefunktion zwar ausüben, ein formschlüssiges Festhalten des Bolzens und somit des Sohlenhalters ist jedoch auf diese Weise nicht möglich. Diese Konstruktion hat daher den Nachteil, daß auch während der Fahrt, wenn also der den Sohlenhalter tragende Bolzen unverrückbar festgehalten werden soll, eine Verschwenkung des Bolzens und damit des Sohlenhalters möglich ist.

    [0003] Bei den Ausführungen nach den Fig. 7 - 15 hinge­gen erfolgt das Festhalten des Bolzens durch Steuer­kurven, welche auf Ansätzen der beiden Winkelhebel angeordnet sind. Bei einem Rückwärtsdrehsturz ist eine Freigabe des Bolzens daher erst dann möglich, wenn einer der Winkelhebel durch den Skischuh des Skiläu­fers bereits in einem bestimmten Winkel verschwenkt worden ist. Dadurch tritt aber eine Verminderung der Reibung zwischen dem Sohlenhalter und dem Skischuh mit Verzögerung ein.

    [0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Ausführungen zu beseitigen und einen Vorderbacken zu schaffen, der schon zu Be­ginn eines Rückwärtsdrehsturzes des Skiläufers den Sohlenhalter, der in der Fahrstellung verriegelt ist, anhebt und dadurch die Reibung zwischen Sohlenhalter und Schuhsohle unverzüglich vermindert.

    [0005] Ausgehend von einem Vorderbacken gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 wird diese Aufgabe er­findungsgemäß durch die Maßnahme des kennzeichnenden Teiles dieses Anspruches gelöst. Stürzt während der Fahrt der Skiläufer nach rückwärts, so wird der Soh­lenhalter angehoben und dadurch der Bolzen entriegelt. Findet auch ein Rückwärtsdrehsturz statt, so kann sich der Sohlenhalter unverzüglich seitlich verschwenken, so daß eine reibungsarme Freigabe der Schuhsohle ge­währleistet wird.

    [0006] Für die konkrete bauliche Ausgestaltung dieses Vorderbackens bieten sich vor allem zwei Lösungen an. Von diesen ist die im Anspruch 2 gekennzeichnete be­sonders einfach, da das schon ausgesparte Langloch in seinem mittleren Bereich zylindrisch verbreitert und dem bereits vorhandenen Bolzen angepaßt werden muß. Durch die an den Schaft anschließende konische Verjüngung wird einerseits das Schwenkvermögen des Schraubenbolzens vergrößert und anderseits die Zentrie­rung desselben bei der Rückstellung erleichtert.

    [0007] Durch den Gegenstand des Anspruches 3 wird eine kompakte Bauhöhe des Vorderbackens gewährleistet.

    [0008] Die im Anspruch 4 angegebenen Maßnahmen ermög­lichen, daß der Sohlenhalter bei einem Rückwärtsdreh­sturz des Skiläufers nicht nur seitlich verschwenkt, sondern an seinem hinteren Ende zusätzlich angehoben werden kann.

    [0009] In der Praxis hat es sich als vorteilhaft erwie­sen, wenn man die Zentrierung des unteren Bolzenen­des in der Fahrstellung und die Führung des unteren Bolzenendes bei einem Drehsturz des Skiläufers nach rückwärts in zwei verschiedene Ebenen verlegt, wie dies im Anspruch 5 angegeben ist. Durch diese Maßnah­me wird es möglich, die für die Führung und die Zen­trierung maßgeblichen Flächen so groß auszubilden, daß ein Ausschlagen derselben durch den Bolzen zuverläs­ sig verhindert wird.

    [0010] Durch die Merkmale des Anspruches 6 wird eine verbesserte Zentrierung gewährleistet.

    [0011] Durch den Gegenstand des Anspruches 7 werden bei einem Rückwärtssturz des Skiläufers der Weg und die Lage des Bolzens definiert.

    [0012] Durch die Merkmale des Anspruches 8 wird eine ku­gelgelenkartige, jedoch gegen axiale Verschiebung ge­sicherte Lagerung des Kopfes des Schraubenbolzens her­beigeführt.

    [0013] In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Aus­führungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt.

    Fig. 1 ist ein vertikaler Längsmittelschnitt durch die erste Ausführung und

    Fig. 2 ein Teilschnitt nach der Linie II - II in Fig. 1.

    Fig. 2a ist ein Detail aus Fig. 2 in vergrößertem Maßstab und

    Fig. 2b ein Schnitt entlang der Linie IIb - IIb in Fig. 2a.

    Fig. 3 ist ein Schnitt nach der Linie III - III in Fig. 1.

    Die Fig. 4 und 5 entsprechen der Fig. 2 bzw. 3, wobei jedoch die verschwenkte Lage des Sohlenhalters wiedergegeben ist.

    Fig. 6 ist ein vertikaler Längsmittel­schnitt durch die zweite Ausführung und

    Fig. 7 ein Teilschnitt nach der Linie VII - VII in Fig. 6 in vergrößertem Maßstab.

    In Fig. 8 ist ein Schnitt nach der Linie VIII - VIII in Fig. 6 dargestellt.

    Fig. 9 entspricht der Fig. 7, wobei sich jedoch der Sohlenhalter in einer verschwenkten Lage befindet.



    [0014] Der in den Fig. 1 - 5 dargestellte Vorderbacken ist in seiner Gesamtheit mit 101 bezeichnet. Er be­sitzt ein Gehäuse 102, an dem ein im vertikalen Längsmittelschnitt etwa winkelförmiger Tragkörper 103 befestigt ist. Das Gehäuse 102 und der horizontale Schenkel 103a des Tragkörpers 103 sind in bekannter Weise an der Oberseite 100a eines Ski 100 befestigt. Der andere Schenkel 103b des Tragkörpers 103 verläuft senkrecht zur Oberseite 100a des Ski 100 und trägt an seinem oberen Ende eine Achse 104, welche in Ski­querrichtung und parallel zur Skioberseite 100a an­geordnet ist. Auf dieser Achse 104 ist ein winkel­förmiger Ausgleichshebel 105 gelagert, dessen einer Schenkel 105a horizontal und im wesentlichen parallel zum Schenkel 103a des Tragkörpers 103 verläuft. Im Schenkel 105a des Ausgleichshebels 105 ist eine ver­tikal verlaufende Bohrung 105c ausgespart, welche von einem Schraubenbolzen 106 durchsetzt wird, dessen Schaft mit 106b bezeichnet ist und dessen Gewinde mit einer Gewindebohrung eines Sohlenhalters 108 im Ein­griff steht. Der Kopf 106a des Schraubenbolzens 106 liegt auf dem horizontalen Schenkel 105a des Aus­gleichshebels 105 auf und läßt den Schraubenbolzen 106 durch eine Lagerung nach Art eines Kugelgelenkes nach allen Seiten verschwenken. Der Schraubenbolzen 106 ist in seiner eingestellten Lage durch eine Schen­kelfeder 119, die sich an Abflachungen unterhalb des Kopfes 106a des Schaubenbolzens 106 abstützt, gegen Verdrehen gesichert. Deren Enden sind im Schenkel 105a des Ausgleichshebels 105 verankert. Unter der Schenkel­feder 119 befindet sich ein in Draufsicht U-förmiger Einsatz 118, der auf den Schraubenbolzen 106 aufge­schoben wird und eine Lagerung von dessen Kopf 106a im Schenkel 105 des Ausgleichshebels 105 mit Spiel gewährleistet.

    [0015] An den unteren Endbereich des Schaftes 106b des Schraubenbolzens 106 schließt sich eine konische Ver­jüngung 106c an, welche in einen zylindrischen Fort­satz 106d übergeht. Der Fortsatz 106d trägt eine ko­axial angeordnete Beilagscheibe 107, die mittels ei­nes Nietkopfes 106e in Position gehalten wird und die den Verschiebeweg des Schraubenbolzens 106 und damit den Schwenkwinkel des Ausgleichshebels 105 begrenzt.

    [0016] In einer nach oben gerichteten Auswölbung des horizontalen Schenkels 103a des Tragkörpers 103 be­findet sich ein Langloch 103c. Das Langloch 103c ist in seinem mittleren Abschnitt mit einer zylindrischen Verbreiterung 103d versehen, welche zur Aufnahme des zylindrischen Schaftes 106b des Schraubenbolzens 106 bestimmt ist. Weiters ist die Begrenzungswand 103f des Langloches 103c in ihrem unteren Bereich konisch abgefast (vgl. die Fig. 2a und 2b), wodurch dem Schraubenbolzen 106 in dessen angehobenem Zustand ein seitliches Ausschwenken erleichtert wird.

    [0017] Der für sich bekannte Aufbau des Vorderbackens 101 ist wie folgt: Der Schenkel 103a des Tragkörpers 103 trägt in seitlichem Abstand von der vertikalen Längsmittelebene des Vorderbackens 101 zwei vertika­le Achsen 109, auf denen jeweils Winkelhebel 110 ge­lagert sind, von denen der eine Schenkel zur seitli­chen Halterung der Schuhsohle eines in den Vorderbak­ken 101 eingesetzten, nicht dargestellten Skischuhs dient. Der andere Schenkel wirkt mit einem noch näher zu beschreibenden Schieber 115 zusammen.

    [0018] Im Gehäuse 102 ist eine sich in Längsrichtung des Vorderbackens 101 erstreckende, als Druckfeder ausge­bildete Auslösefeder 111 untergebracht. Die Vorspan­ nung dieser Auslösefeder 111 läßt sich mittels einer Hülse 112 mit Innengewinde einstellen. Die Hülse 112 ist auf den Gewindeabschnitt einer Zugstange 113 auf­geschraubt, welche die Auslösefeder 111 mittig durch­setzt. An einem Bund der Hülse 112 stützt sich eine weitere Hülse 114 ab, welche die Funktion eines Fe­dertellers ausübt.

    [0019] An ihrem dem Skischuh benachbarten Ende trägt die Zugstange 113 den - im vertikalen Längsmittel­schnitt durch den Vorderbacken 101 gesehen - winkel­förmigen Schieber 115. Die Zugstange 113 ist mit ih­rem abgesetzten Ende in eine Bohrung im vertikal ver­laufenden Schenkel 115b des Schiebers 115 eingeführt und vernietet. Dadurch wird von der Auslösefeder 111 über die Zugstange 113 auf den Schieber 115 ein Zug zur Skispitze hin ausgeübt. Der Schieber 115 beauf­schlagt jeden der beiden seitlichen Winkelhebel 110, sowie den Ausgleichshebel 105.

    [0020] Der parallel zur Oberseite 100a des Ski 100 ver­laufende und zur Skispitze hin gerichtete Schenkel 115a des Schiebers 115 weist eine Skala 116 mit einem Schlitz 117 auf, in dem eine an der Hülse 114 befe­stigte Marke 114a verschiebbar geführt ist.

    [0021] Bei einem Sturz des Skiläufers nach rückwärts wird zunächst der Sohlenhalter 108 angehoben. Gleich­zeitig damit wird aber auch der Ausgleichshebel 105 verschwenkt und der Schraubenbolzen 106 nach oben be­wegt, bis die Beilagscheibe 107 an der Unterseite der Auswölbung 103e des Schenkels 103a des Tragkörpers 103 zur Anlage kommt. Nun ist der zylindrische Schaft 106b des Schraubenbolzens 106 von der Umklammerung durch die zylindrische Verbreiterung 103d freigegeben, und der Fortsatz 106d des Schraubenbolzens 106 kann sich - sofern ein Rückwärtsdrehsturz stattfindet - zum einen Ende des Langloches 103c hin bewegen. Dabei wird die Möglichkeit der Schrägstellung des Schrau­benbolzens 106 durch die Fase der Begrenzungswand 103f des Langloches 103c erleichtert, wobei die Ver­schwenkung des Kopfes 106a des Schraubenbolzens 106 durch das Spiel von der Schenkelfeder 119 und dem Einsatz 118 am Ausgleichshebel 105 begünstigt wird.

    [0022] Hat der Skischuh den Vorderbacken 101 verlas­sen, so führt die Auslösefeder 111 über den Ausgleichs­hebel 105 den Sohlenhalter 108 in seine Ausgangslage zurück, wobei der Schraubenbolzen 106 nach unten ge­drückt wird. Dies hat zur Folge, daß der zylindri­sche Schaft 106b in die zylindrische Verbreiterung 103d des Langloches 103c gelangt, was eine Zentrie­rung des Schraubenbolzens 106 bewirkt. Der Sohlenhal­ter 108 befindet sich danach wieder in seiner zur Oberseite 100a des Ski 100 etwa parallelen Lage.

    [0023] Die in den Fig. 6 - 9 dargestellte Ausführungs­form eines Vorderbackens 201 ist der zuerst beschrie­benen ähnlich. Aus diesem Grunde sind die einzelnen Elemente des Vorderbackens 201, welche mit den Ele­menten der ersten Ausführung übereinstimmen, und da­her nicht gesondert beschrieben sind, jeweils mit ei­ner um 100 höheren Bezugsziffer versehen.

    [0024] Im Gegensatz zur ersten Ausführung ist beim Vor­derbacken 201 das Langloch 220c, das in Draufsicht etwa bananen- oder nierenförmig ist, wobei die konka­ve Krümmung dem Skischuh zugewandt ist, nicht im Schenkel 203a des Tragkörpers 203 ausgespart, sondern im mittleren Höhenbereich eines Steuerblockes 220, der in einer Aussparung des Schenkels 203a unverrück­bar angeordnet ist, und der im zusammengebauten Zu­stand des Vorderbackens 201 vom Gehäuse 202 festgehal­ten ist. Im Abstand über dem Langloch 220c befindet sich im Steuerblock 220 eine konische Einsenkung 220b, an welcher eine zylindrische Öffnung 220a und sodann eine Freistellung 220d angeschlossen sind. Unter dem Langloch 220c und parallel zu diesem ist im Steuerblock 220 ein Hohlraum 220f, der eine Decke 220e aufweist, ausgespart.

    [0025] Der Aufbau des Schraubenbolzens 206 ist im vor­liegenden Ausführungsbeispiel wie folgt. Unterhalb des Gewindeabschnittes befindet sich ein zylindri­scher Schaftabschnitt 206b, der über eine Stufe in einen zylindrischen Endabschnitt 206d übergeht. Auf letzterem ist eine im weiteren noch näher beschriebene Hülse 221 gelagert.

    [0026] Um ein ungewolltes Herabfallen der Hülse 221 zu verhindern, trägt der Schraubenbolzen 206 auch hier an seinem unteren Ende eine koaxiale Beilagscheibe 207, die mittels eines Nietkopfes 206e festgehalten ist. Des weiteren ist die Decke 220e des Hohlraumes 220 f kreisbogenförmig konvex nach unten gekrümmt (s. Fig. 8). Dadurch wird eine definierte Lage für den verschwenkten Schraubenbolzen 206 und somit auch für den Sohlenhalter 208 herbeigeführt.

    [0027] Bei einem Sturz des Skiläufers nach rückwärts wird zunächst der Sohlenhalter 208 angehoben. Gleich­zeitig damit wird aber auch der Ausgleichshebel 205 verschwenkt, und der Schraubenbolzen 206 und die Hülse 221 werden nach oben bewegt, bis die Beilagscheibe 207 an der Decke 220e des Hohlraumes 220f des Steuerblockes 220 zur Anlage kommt. Nun ist der zylindrische Teil 221a der Hülse 221 von der Umklammerung durch die zylindrische Öffnung 220a freigegeben, und der zy­lindrische Endabschnitt 221c der Hülse 221 kann sich - sofern ein Rückwärtsdrehsturz stattfindet - zu ei­nem der beiden Enden des Langloches 220c hin bewegen, was eine Schrägstellung des Sohlenhalters 208 um die Skilängsachse zur Folge hat. Infolge der bananen- bzw. nierenförmigen Ausbildung des Lang­loches 220c wird der Sohlenhalter 208 außerdem um ei­ne ideelle Querachse Y - Y etwas verschwenkt. Dadurch wird bei einem Rückwärtsdrehsturz des Skiläufers des­sen Ausstieg mit dem Skischuh aus dem Vorderbacken 201 zusätzlich erleichtert.

    [0028] Hat der Skischuh den Vorderbacken 201 verlas­sen, so führt die Auslösefeder 211 über den Ausgleichs­hebel 205 den Sohlenhalter 208 in seine Ausgangslage zurück, wobei der Schraubenbolzen 206 und auch die Hül­se 221 nach unten gedrückt werden. Dies hat zur Folge daß die konische Einsenkung 220b des Steuerblockes 220 über den konischen Abschnitt 221b der Hülse 221 deren zylindrischen Teil 221a in die zylindrische Öff­nung 220a des Steuerblockes 220 zurückführt, was eine Zentrierung des Schraubenbolzens 206 bewirkt. Der Öff­nungswinkel des konischen Abschnittes 221b der Hülse 221 entspricht dem Öffnungswinkel der konischen Ein­senkung 220b im Steuerblock 220.

    [0029] Die Erfindung ist nicht an die in der Zeichnung dargestellten und im vorstehenden beschriebenen Aus­führungsbeispiele gebunden. Vielmehr sind verschie­dene Abänderungen derselben möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise wäre es beim zweiten Ausführungsbeispiel denkbar, die am Schraubenbolzen befestigte Hülse mit einer hohlkege­ligen Stufe zu versehen, der eine nach oben gerichte­te Kegelfläche des Lagerbockes zugeordnet ist. Wei­ters kann der Bolzen auch glatt sein, wobei der Soh­lenhalter gegen die Kraft einer Druckfeder längs des Bolzens automatisch verstellbar ist. Außerdem kann die bananen- bzw. nierenförmige Ausbildung des Lang­loches auch beim ersten Ausführungsbeispiel Verwen­dung finden.


    Ansprüche

    1. Vorderbacken für Sicherheitsskibindungen, mit zwei die Schuhsohle seitlich umfassenden Winkelhebeln, welche gegen die Kraft einer Auslösefeder um je eine senkrecht zur Skioberseite verlaufende Achse verschwenkbar sind, und mit einem Sohlenhal­ter, der mittels eines Bolzens, insbesondere eines Schrauben­bolzens, in einer senkrecht zur Skioberseite verlaufenden Rich­tung verstellbar ist, wobei der Bolzen mit seinem unteren Ende in einem in Skiquerrichtung verlaufenden, in einer Grundplatte bzw. in einem Tragkörper ausgesparten Langloch gelagert und in der Fahrstellung in diesem festgehalten ist, bei einem Rückwärtsdrehsturz des Skiläufers hingegen freigegeben wird, so daß der Sohlenhalter auf der auslösenden Seite frei anheb­bar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Bolzen (106, 206) in der Fahrtstellung durch eine zylindrische Führungsfläche (103d; 220a) in der Grundplatte bzw. im Tragkör­per (103) bzw. in einem in den Tragkörper (203) eingesetzten Steuerblock (220) zentriert und bei einem Rückwärtssturz mit seinem der Skioberseite zugewandten Bereich gegenüber der Grundplatte bzw. dem Tragkörper (103; 203) oder dem Steuer­block (220) in einer senkrecht zur Skioberseite verlaufenden Richtung gegen die Kraft der Auslösefeder (111, 211) begrenzt verschiebbar ist.
     
    2. Vorderbacken nach Anspruch 1, dadurch ge­kennzeichnet, daß das Langloch (103c) in seinem mitt­lenen Abschnitt eine zylindrische Verbreiterung (103d) besitzt, in welche in der Fahrtstellung der Bolzen (106) mit seinem zylindrischen Schaft (106b) einrastet, und daß der Bolzen (106) an diesen Schaft (106b) an­ schließend eine konische Verjüngung (106c) aufweist (Fig. 1 - 5).
     
    3. Vorderbacken nach Anspruch 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß das Langloch (103c) in einer nach oben gerichteten Auswölbung (103e) des horizontalen Schen­kels (103a) des Tragkörpers (103) ausgespart ist.
     
    4. Vorderbacken nach einem der Ansprüche 1 -3 , dadurch gekennzeichnet, daß das Langloch (220c) in der Grundplatte bzw. im Tragkörper bzw. in dem in die­sen eingesetzten Steuerblock (220) in Draufsicht be­nanen- oder nierenförmig ist, wobei seine konkave Krümmung dem Skischuh zugewandt ist (Fig. 6 - 9).
     
    5. Vorderbacken nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die konische Führungsfläche im Steuerblock (220) als Einsenkung (220b) ausgebildet ist, die sich über dem Langloch (220c) befindet.
     
    6. Vorderbacken nach Anspruch 5, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Schraubenbolzen (206) unterhalb des Gewindeabschnittes einen Schaftabschnitt (206b) be­sitzt, der über eine Stufe in einen zylindrischen Endabschnitt (206d) übergeht, wobei auf letzterem ei­ne gestufte Hülse (221) gelagert ist, die einen zylin­drischen Teil (221a), einen anschließenden konischen Abschnitt (221b) und einen zylindrischen Endabschnitt (221c) aufweist, wobei der zylindrische Teil (221a) in seinem Durchmesser der zylindrischen Öffnung (220a) im Steuerblock (220) angepaßt ist, und wobei der koni­sche Abschnitt (221b) hinsichtlich seines Öffnungswin­kels dem Öffnungswinkel der konischen Einsenkung (220b) im Steuerblock (220) entspricht.
     
    7. Vorderbacken nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Langloch (220c) im Steuerblock (220) ein Hohlraum (220f) ausgespart ist, an dessen nach unten konvex gekrümmter Decke (220e) bei einem Rückwärtsdrehsturz des Skiläufers eine am unteren Ende des Bolzens (206) befestigte Beilagschei­be (207) abstützbar ist.
     
    8. Vorderbacken nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schraubenbolzen (106, 206) im Abstand unterhalb seines Kopfes (106a, 206a) seitlich abgeflacht und in seiner Drehlage durch eine sich an den Abflachungen abstützende Schenkelfeder (119, 219) gehalten ist, deren Enden im Schenkel (105a, 205a) des Ausgleichshebels (105, 205) verankert sind, und daß unterhalb der Schenkelfeder (119, 219) ein in Draufsicht U-förmiger Einsatz (118, 218) auf den Schraubenbolzen (106, 206) aufgeschoben ist.
     




    Zeichnung