[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Faltbehälter mit einem Boden und vier Seitenwänden,
die untereinander durch jeweils zwei faltbar angeordnete Zwickel-Abschnitte verbunden
sind.
[0002] Derartige Faltbehälter sind in der Praxis bekannt; sie haben den entscheidenden Nachteil,
daß die Zwickel-Abschnitte direkt an einer Seitenwand angeklebt werden müssen. Dies
erfordert einen erheblichen maschinellen Aufwand; von Hand sind diese bekannten Faltbehälter
daher fast gar nicht aufzurichten.
[0003] Aus der DE-OS 36 10 615 ist darüber hinaus ein Faltbehälter bekannt, der so konstruiert
ist, daß sich die Seitenwände gegeneinander verspannen und so in ihrer aufgerichteten
Stellung verbleiben. Diese Lösung ist zwar sehr einfach aufzurichten, sie ergibt jedoch
keine absolute Sicherheit gegen ein unbeabsichtigtes Zusammenklappen des Behälters.
[0004] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen Faltbehälter der eingangs genannten
Art vorzuschlagen, der zwar einfach aufzurichten ist, der aber trotzdem absolute Sicherheit
gegen unbeabsichtigtes Zusammenklappen gewährleistet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an jeweils einem der Zwickel-Abschnitte
ein Lappen angeformt ist, der nach dem Hochfalten der Seitenwände auf der Außenseite
der einen Seitenwand liegt und dort festgelegt ist.
[0006] Ein derartiger Lappen hat den Vorteil, daß er leicht zugänglich ist und damit seine
Festlegung an der Seitenwand keinerlei Probleme aufwirft.
[0007] Dieses Festlegen wird noch weiter vereinfacht, wenn erfindungsgemäß im Bereich der
Lappen in den Seitenwänden Schnittlinien vorgesehen sind, in welchen die Lappen verhakt
sind.
[0008] Sehr vorteilhaft ist es auch, wenn erfindungsgemäß jeweils zwei im Abstand von einander
angeordnete Schnittlinien vorgesehen sind, die in ihrem Mittelabschnitt auf einander
zu verlaufen, wobei der Lappen in seinem Mittelabschnitt eine etwas größere Breite
aufweist und mit diesem Mittelabschnitt hinter die von den beiden Schnittlinien abgegrenzten
Seitenwandabschnitte greift. Damit wird eine sehr sichere Verhakung der Lappen erreicht,
die durch einfaches Einschieben vorgenommen werden kann.
[0009] Eine sehr vorteilhafte Weiterentwicklung wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß
im Bereich der Lappen in den Seitenwänden Einschnitte vorgesehen sind, welche zusammen
mit den Schnittlinien ein im wesentlichen doppel-T-förmiges Schnittmuster ergeben.
Mit dieser Ausgestaltung der Einschnitte ist es möglich, die Lappen einfach auf die
Seitenwand aufzulegen und einzudrücken, was sowohl von Hand als auch mit einem einfachen
Stempel erfolgen kann.
[0010] Sehr günstig ist es auch, wenn gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
der Lappen mit einer parallel zu seiner Anlenklinie am Zwickel-Abschnitt verlaufenden
Faltlinie versehen ist. Diese Faltlinie erleichtert das Eindrücken und Verhaken
des Lappens noch erheblich.
[0011] Eine weitere sehr vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Seitenwände mit zwei von oben nach unten verlaufenden Aufreißlinien versehen
ist.
Diese Aufreißlinien erlauben das Abtrennen und Herunterklappen eines Mittelstückes
der Seitenwand, wodurch die Entnahme des Füllgutes erheblich erleichtert wird.
[0012] In der Zeichnung ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels veranschaulicht.
Dabei zeigen:
Fig. 1 einen flachliegenden Kartonzuschnitt und
Fig. 2 eine schaubildliche Darstellung eines aus dem Zuschnitt nach Fig. 1 aufgerichteten
Faltbehälters.
[0013] Mit 1 ist in Fig. 1 ein Kartonzuschnitt bezeichnet, der einen Boden 2 und - an diesem
angelenkt - vier Seitenwände 3,4,5 und 6 aufweist. Zwischen den Seitenwänden sind
jeweils zwei Zwickel-Abschnitte 7,8 angeordnet, die über Faltlinien 9,10 mit den Seitenwänden
und über eine Faltlinie 11 untereinander verbunden sind.
[0014] Der an der Seitenwand 4 bzw. 6 angelenkte Zwickel-Abschnitt 7 entspricht in seiner
Länge der Höhe dieser Seitenwand, während der Zwickel-Abschnitt 8 kürzer ist. In den
dadurch freigelassenen Raum ragt ein Lappen 12 hinein, der an den Zwickel-Abschnitt
7 angeformt und mit einer Faltlinie 13 versehen ist.
[0015] In den beiden Seitenwänden 3 und 5 sind zwei etwa doppel-T-förmige Schnittmuster
14 vorgesehen, die aus zwei etwa parallel verlaufenden Schnittlinien 15 und 16 sowie
einem diese verbindenden Einschnitt 17 gebildet sind.
[0016] Die Seitenwand 4 ist an ihrem freien Rand mit zwei Kerben 18,19 versehen, von denen
zwei Aufreißlinien 20,21 zur Anlenklinie der Seitenwand 4 am Boden 2 verlaufen. Dadurch
ist ein Abschnitt 24 von der Seitenwand abgeteilt, der entlang der beiden Aufreißlinien
ablösbar ist.
[0017] In Fig. 2 ist aus dem Kartonzuschnitt ein Faltbehälter 22 aufgerichtet, in dem die
Seitenwände 3,4,5 und 6 hochgefaltet sind. Die beiden Zwickel-Abschnitte sind um
die Faltlinie 10 aufeinandergefaltet, wodurch nur der außenliegende Abschnitt 7 sichtbar
ist. Der an diesem Abschnitt 7 angeformte Lappen 12 ist im Bereich der beiden Schnittlinien
15 und 16 hinter die Seitenwand 3 bzw. 5 eingeschoben, wobei - wie bei der Seitenwand
5 sichtbar - nur zwei sehr kleine Abschnitte des Lappens 12 ins Innere des Faltbehälters
22 ragen.
Aufgrund der Form der Schnittlinien 15,16 sowie der Verbreiterung des Lappens 12
ist damit trotzdem ein ausreichender Halt des Lappens gewährleistet.
1. Faltbehälter mit einem Boden und vier Seitenwänden, die untereinander durch jeweils
zwei faltbar angeordnete Zwickel-Abschnitte verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß an jeweils einem der Zwickel-Abschnitte (7,8) ein Lappen (12) angeformt ist,
der nach dem Hochfalten der Seitenwände (3,4,5,6) auf der Außenseite der einen Seitenwand
(3,5) liegt und dort festgelegt ist.
2. Faltbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Lappen (12) in den Seitenwänden (3,5) Schnittlinien (15,16) vorgesehen
sind, in welchen die Lappen (12) verhakt sind.
3. Faltbehälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei im Abstand von einander angeordnete Schnittlinien (15,16) vorgesehen
sind, die in ihrem Mittelabschnitt auf einander zu verlaufen, wobei der Lappen (12)
in seinem Mittelabschnitt eine etwas größere Breite aufweist und mit diesem Mittelabschnitt
hinter die von den beiden Schnittlinien (15,16) abgegrenzten Seitenwandabschnitte
greift.
4. Faltbehälter nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Lappen (12) in den Seitenwänden (3,5) Einschnitte (17) vorgesehen
sind, welche zusammen mit den Schnittlinien (15,16) ein im wesentlichen doppel-T-förmiges
Schnittmuster (14) ergeben.
5. Faltbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Lappen (12) mit einer parallel zu seiner Anlenklinie am Zwickel-Abschnitt
(7) verlaufenden Faltlinie (13) versehen ist.
6. Faltbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine der Seitenwände mit zwei von oben nach unten verlaufenden Aufreißlinien
(20,21) versehen ist.