[0001] Die Erfindung betrifft ein Klappmöbel, bestehend aus einem Sitz mit einem Fußgestell,
aus einer Rückenlehne, zwei Armauflagen, die oberhalb des Sitzes an der Rückenlehne
angelenkt sind, aus zwei Auflagenstützen, die je eine Armauflage von unten stützen,
sowie aus zwei Gelenkverbindungen, die im hinteren Bereich des Sitzes gegenüberliegend
angebracht sind und in denen je ein Holmende des Sitzes und der Rückenlehne und je
eine Auflagenstütze zusammenkommen und über Drehverbindungen zueinander gehalten
sind.
[0002] Im vorliegenden Fall ist davon ausgegangen, daß das Klappmöbel, wie üblich, zwei
Armauflagen hat. Es ist jedoch selbstverständlich auch möglich, den Erfindungsgedanken
bei einem Sondermöbel zu verwirklichen, bei dem nur eine Armauflage vorhanden ist.
Weiterhin sei angemerkt, daß unter den vorgenannten Klappmöbeln solche verständen
werden, die entweder als Klappsessel, Bank oder aber als Klappliege ausgebildet sind.
Sessel, Rückenlehne und/oder Armauflage können gepolstert sein. Das Fußgestell kann
klappbar oder nicht klappbar sein. Letzteres besitzt keinen Bezug zur Erfindung.
[0003] Es sind Klappmöbel der vorgenannten Art bekannt (DE-GM 79 15 377) bei denen die Armlehne
an ihrer Unterseite mit einer Rastleiste versehen ist, in die die Stütze mit einer
Spitze oder dergleichen verstelbar einrastet. Soll die Rückenlehne mit den Armauflagen
und der Klappstütze auf den Sitz geklappt werden, so ist es erforderlich, die Auflagenstützen
zunächst zu entrasten und sie gesondert von den übrigen Teilen niederzulegen. Beim
Wiederaufrichten der vorgenannten Möbel-Oberteile ist es erforderlich, die Auflagenstütze
in die Rastleiste einzupassen und sie auch manuell zu arretieren.
[0004] Es hat sich gezeigt, daß das bekannte Klappmöbel in seiner Funktion nicht leicht
verstanden wird, so daß es zu Fehlbedienungen kommt. Darüber hinaus sind die Rast-
und Arretiervorrichtungen relativ kräftig und voluminös zu bauen, damit sie die nötige
Festigkeit haben, um im aufgestellten Zustand allen Anforderungen zu genügen.
[0005] Gegenüber dem Stand der Technik stellt sich die Aufgabe, ein Klappmöbel der eingangs
genannten Art zu bauen, das in seiner Bedienung wesentlich vereinfacht ist, das auch
von Kindern und älteren Leuten ohne umfangreiche "Instruktionen" bedient werden kann
und das zudem eine kunststoffgerechte, ästhetisch befriedigende Ausführung erlaubt.
[0006] Diese Aufgaben werden gelöst bei einem Klappmöbel, bei dem die Gelenkverbindung,
in der ein Holmteil des Sitzes, der Rückenlehne und je einer Stütze zusammenkommen,
aus folgenden Teilen besteht:
- einem Scharnier, in dem die Holmteile des Sitzes und der Rückenlehne miteinander
über einen eine äußerste und eine eingeklappte Stellung umfassenden Drehwinkel mit
einer gemeinsamen Achse verbunden sind,
- wobei eines der vorgenannten Holmteile einen (vorzugsweise flachen) Gelenkkopf
und das andere Holmteil eine Gelenkpfanne trägt, die sich gegenseitig kontaktieren,
- einen Schiebeblock, der die Armauflagen-Stütze trägt und der sowohl drehbar als
auch verschiebbar mit dem Scharnier verbunden ist, wobei der Schiebeblock mit wenigstens
einem Gleitzapfen versehen ist, der in den von Gelenkkopf und Gelenkpfanne eingenommenen
Bereich hineinragt,
- mit Führungsausschnitten im Gelenkkopf und in der Gelenkpfanne, die je nach Drehstellung
zueinander verschiedenflächig koinzidieren und eine verstellbare Führung für den
in diese Führung hineinragenden Gleitzapfen bilden, wobei der Schiebeblock gegenüber
der Gelenkpfanne in wenigstens einer Position arretierbar und in wenigstens einer
anderen Position drehbar angeordnet ist.
[0007] Mit Hilfe der vorgenannten Gelenkverbindung kann ein Klappmöbel geschaffen werden,
das in sehr einfacher Weise bedient werden kann. In der aufgeklappten Stellung befinden
sich Rückenlehne und Sitz in einem Winkel von größer als 90° zueinander. Dieser Winkel
ist verstellbar, indem die Armauflage, die auf der Stütze liegt, beispielsweise
mit Hilfe einer Rastleiste, einer Klemmverbindung oder dergleichen verstellbar ist,
wobei die Neigung der Rückenlehne sich dementsprechend einstellt. Soll der Stuhl
zusammengeklappt werden, so wird die Rückenlehne auf den Sitz hin geklappt und bei
unterschreiten des Winkels von 90° (oder eines anderen, willkürlich gewählten Winkels
in diesem Bereich), rastet die Auflagenstütze aus ihrer Rastposition aus. Sie schwingt
nach unten auf den Sitz zu, wobei sie etwa die Position der Winkelhalbierenden zwischen
Rückenlehne und Sitz beibehält. In der zusammengeklappten Position liegen dann Rückenlehne,
Sitz, Armauflage und Armauflagen-Stütze im wesentlichen in einer Ebene. Die Auflage
selbst ist ebenfalls drehbar und wird vorzugsweise manuell in die gewünschte Position
geschwenkt. Durch entsprechende angepaßte Ausbildung der Teile kann die "Klapphöhe"
noch verringert werden, was beispielsweise durch spezielle Mulden geschehen kann,
die in der Sitzfläche ausgebildet sind und die die Teile der Armauflage und deren
Stütze aufnehmen.
[0008] Der Schiebeblock, der gegenüber dem aus zwei Teilen gebildeten Scharnier verschiebbar
ist, besitzt vorzugsweise eine Langlochführung, in die ein zentrisch angeordneter
Führungszapfen ragt. Hierdurch ist der Schiebeblock relativ zur gemeinsamen Scharnier-Achse
translatorisch und rotatorisch beweglich. In der arretierten Stellung ist die translatorische
Bewegung angehalten und die rotatorische Bewegung der Lehne und des Sitzes möglich.
[0009] Zur Erzeugung einer besseren Stabilität ist der Schiebeblock mit zwei sich relativ
zur Scharnier-Achse gegenüberliegenden Leitzapfen versehen. Es soll aber nicht ausgeschlossen
werden, daß der Schiebeblock mit nur einem oder gar mit drei oder mehr derartiger
Zapfen arbeitet.
[0010] Die Anordnung von Scharnier und Schiebeblock ist im allgemeinen so gewählt, daß
die Gelenkpfanne zwischen Gelenkkopf und Schiebeblock angeordnet ist. Die Gelenkpfanne
kann außerdem auf der außenliegenden Seite mit einer Abdeckscheibe versehen sein,
so daß der Gelenkkopf im Bereich des Scharniers völlig abgedeckt ist.
[0011] Erfindungswesentlich sind die vorgenannten Führungsausschnitte. Diese müssen je
nach Größe und Anordnung der Gelenkzapfen zueinander kompatibel sein. Vorzugsweise
sind die für die Gelenkpfanne vorgesehenen Führungsausschnitte so beschaffen, daß
sie zwei miteinander verbundene Abschnitte umfassen, nämlich einen radial und einen
peripher verlaufenden Abschnitt. Im radial verlaufenden Abschnitt kann der Zapfen
bei der translatorischen Bewegung hin und her gleiten, während die peripher verlaufenden
Abschnitte eine rotatorische Bewegung erlauben.
[0012] Die Führungsausschnitte des Gelenkkopfes sind diesen vorgenannten Ausschnitten zugepaßt.
Vorzugsweise besitzt der Gelenkkopf entsprechend den beiden Führungszapfen zwei Führungsausschnitte,
mit denen im Zusammenspiel mit den entsprechenden Führungsausschnitten der Gelenkpfanne
der Gleitzapfen bei Verstellen der Rückenlehne auf den Sitz hin bei Unterschreiten
eines Stellwinkels von 90° zunächst aus der arretierten in die zentrierte Rotationsstellung
gleitet und anschließend in der Drehrichtung der Rückenlehne mitgenommen wird.
[0013] Die Merkmale weiterer Unteransprüche 7 bis 13 sind in der Beschreibung erläutert.
[0014] Ausdrücklich soll darauf hingewiesen werden, daß die Erfindung sich auch auf ein
isoliertes Gelenkstück bezieht, das aus den abgeschnittenen Holmteilen des Sitzes,
der Rückenlehne und je einer Armauflage besteht, und das wenigstens die Merkmale des
vorgenannten Anspruches 1 aufweist, fakultativ jedoch auch Merkmale weiterer Ansprüche
aufweisen kann.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. Die Figuren
der Zeichnung zeigen im einzelen:
Figur 1 in schematischer Seitenansicht einen Klappstuhl in der aufgestellten Stellung;
Figur 2 einen Klappstuhl zu Beginn des Zusammenklappens,
Figur 3 den Klappstuhl gemäß Figur 1 unmittelbar vor Ende der Zusammenklapp-Bewegung;
Figur 4 zeigt den Gelenkbereich des Klappstuhles gemäß Figur 1 in einer auseinandergezogenen
Darstellung;
Figur 5 das aus zwei Holmteilen bestehende Scharnier mit einer ersten Position des
Schiebeblocks (gestrichelt);
Figur 6 das Scharnier gemäß Figur 5 in einer anderen Stellung;
Figur 7 die Auflagenstütze mit dem Scharnierblock in auseinandergezogener Darstellung;
Figur 8 die beiden Teile gemäß Figur 7 zusammengesetzt.
[0016] In den Figuren 1 bis 3 ist schematisch die "Klappfolge" eines Klappmöbels 1 dargestellt.
Das Klappmöbel besteht aus einem Sitz 2, einem Fußgestell 3, aus einer Rückenlehne
4, zwei Armauflagen 5, die oberhalb des Sitzes 2 an der Rückenlehne 4 angelenkt sind,
sowie aus zwei Auflagenstützen 6, die je eine Armauflage 5 von unten stützen. Dabei
ist die Armauflage 5, wie an sich bekannt, an ihrer Unterseite mit einer Rastleiste
oder dergleichen versehen, so daß die Auflagenstütze 6 in einer bestimmten, vom Benutzer
des Sessels veränderbaren Stellung einrastbar ist. Dabei sei angemerkt, daß üblicherweise
zu beiden Seiten der in dem Klappmöbel sitzenden Person je eine Armlehne vorhanden
ist. Bei Sondermöbeln kann jedoch auf einer Seite auf eine solche Armauflagen 5 auch
verzichtet werden, wobei dann der Erfindungsgedanke auf die noch vorhandene Armauflage
zu beziehen ist.
[0017] Der Sitz 2, die Rückenlehne 4 und die Auflagenstütze 6 enden jeweils in sogenannten
Holmteilen 2′, 4′, 6′, die als Teile eines Gelenkes ausgebildet sind. Die vorgenannten
Holmteile 2, ′, 4′ 6′ kommen demnach in einem Gelenk 7 am hinteren Ende des Sitzes
2 zusammen und sind mit Hilfe dieses Gelenkes über Drehverbindungen zueinander gehalten.
Die Konstruktion und Funktion der Gelenkverbindung und des Gelenkes 7 werden im folgenden
noch erläu tert. Es sei angemerkt, daß die Holmteile 2′, 4′, 6′ und weitere Teile
des Gelenkes auch ein isoliert einzubauendes Gelenkstück bilden können, das gegebenenfalls
auch bei anderen Möbeln Verwendung finden kann. Ein solches Gelenkstück soll daher
ausdrücklich auch isoliert als Erfindung im Rahmen dieser Anmeldung zu betrachten
sein.
[0018] Das vorgenannte Gelenk bzw. der beschriebene Klappstuhl sollen gemäß den Figuren
2 und 3 eine Bewegung ausführen können, die das Zusammenklappen des Klappmöbels wesentlich
erleichtert. Wird die Rückenlehne 4 über einen Winkel α, der beispielsweise kleiner
ist als 90°, gegenüber dem Sitz 2 verschwenkt, so löst sich automatisch die Auflagenstütze
6 aus ihrer Raststellung unterhalb der Holmauflage 5. Die Armauflage wird beispielsweise
von der klappenden Person festgehalten. Beim weiteren Schwenken der Rückenlehne schwenkt
die Auflagenstütze 6 ebenfalls in Richtung Sitz und nimmt dabei etwa die Position
der Winkelhalbierenden zwischen den Teilen 4 und 2 ein. In der Endstellung liegen
alle Teile mehr oder weniger in derselben Ebene. Unabhängig von dieser Klappbewegung
ist auch das Fußgestell 3 zusammenklappbar, wie dies in zahlreichen Ausführungsformen
bekannt ist.
[0019] Die vorstehend beschriebene Klappbewegung kann mit einer Gelenkverbindung für ein
Klappmöbel 1 ermöglicht werden, die im folgenden beschrieben wird. Figur 4 zeigt zunächst
in auseinandergezogener Darstellung die Einzelteile. Von den Holmteilen 2′ und 4′
von Sitz bzw. Rückenlehne wird ein Scharnier 9 gebildet, in dem die Holmteile 2′,
4′ miteinander über einen eine äußerste und eine eingeklappte Stellung umfassenden
Drehwinkel mit einer gemeinsamen Achse 25 verbunden sind. Das eine der vorgenannten
Holmteile (4′), nämlich das der Rückenlehne, ist als ein flacher Gelenkkopf 10 ausgebildet.
Das andere Holmteil (2′) trägt eine Gelenkpfanne 11, wobei Gelenkkopf 10 und Gelenkpfanne
11 sich gegenseitig kontaktie ren. Die Gelenkpfanne 11 ist im vorliegenden Falle
als eine Gabel ausgebildet. Das äußere Teil der Gabel ist eine Abdeckung 12 und schützt
das Scharnier vor Verschmutzung, Einsicht und Eingriff. Für die Erfindung ist es
nicht wesentlich. Das innere Teil der Gabel bildet daher die eigentliche Gelenkpfanne
11.
[0020] Das Scharnier 9, im Ausführungsbeispiel die Gelenkpfanne 11 als Teil desselben, trägt
einen Schiebeblock 14, der bei bestimmten Stellungen des Scharniers 9 drehbar und
in anderen Stellungen verschiebbar ist. Der Schiebeblock 14 weist mittig eine Langlochführung
15 auf, in die ein zentrischer Führungsbolzen 16 hineinragt, der mit der Gelenkpfanne
11 zentrisch verbunden ist. Mit Hilfe einer Schraube 17, die über eine Scheibe und
Mutter 18, 18′ verschraubbar ist, werden die drei genannten Teile 10, 11, 14 aufeinander
drehbar gehalten.
[0021] Der Schiebeblock 14 trägt den Holmteil 6′ der Stütze. Hierzu ist eine besondere Arretierung
zwischen den Teilen 14 und 6′ vorgesehen, die noch anhand der Figuren 7 und 8 erläutert
werden wird. Für das Verständnis des Klappmechanismus ist in diesem Punkt nur wichtig,
daß die Armauflagenstütze 6 bzw. deren Holmteil 6′ mit dem Schiebeblock 14 verbunden
sind.
[0022] Wie aus der Figur 4 weiterhin erkennbar ist, sind Gelenkkopf 10 und Gelenkpfanne
11 mit je nach Drehstellung zueinander verschiedenflächig koinzidierenden Führungsausschnitten
21, 22 bzw. 19, 20 versehen. Diese Führungsausschnitte, deren genaue Gestalt aus
der Zeichnung ersichtlich ist, ergeben zwei verstellbare Führungen für zwei in diese
Führungen jeweils hineinragende Gleitzapfen 23, 24. Diese Gleitzapfen 23, 24 ragen
aus der Unterseite des Schiebeblocks 14, haben eine quasi-zylindrische Gestalt und
sind fest mit dem Schiebeblock 14 verbunden. Sie liegen relativ zur gemeinsamen Scharnier-Achse
25 gegenüberliegend und benachbart zur Langlochführung 15.
[0023] Der Schiebeblock 14 ist gegenüber dem Scharnier 9 bzw. im konkreten Falle gegenüber
der Gelenkpfanne 11, in wenigstens einer Position arretierbar und in wenigstens einer
anderen Position drehbar angeordnet. Diese Positionen werden durch die verstellbare
Führung in bestimmten Klappstellungen erzwungen. Hierzu ist im Ausführungsbeispiel
die Gelenkpfanne mit zwei ähnlich gestalteten Führungsausschnitten 19, 20 versehen,
die jeweils zwei miteinander verbundene Abschnitte 26, 26′ umfassen, nämlich einem
radial (26′) und einem peripher (26) verlaufenden Abschnitt. Der Gelenkkopf 10 weist
demgegenüber ebenfalls zwei Führungsausschnitte 21, 22 auf, mit denen im Zusammenspiel
mit den Führungsausschnitten 19, 20 der Gelenkpfanne 11 die Gleitzapfen 23, 24 bei
Verstellen der Rückenlehne 4 auf den Sitz hin zwangsgeführt werden.
[0024] Die Figuren 5 und 6 zeigen Einzelheiten des Scharniers 9 zusammen mit den Schiebeblock
14 in zwei wesentlichen Stellungen. In Figur 5 hat der Klappstuhl eine Sitzposition.
Die Holmteile 2′ und 4′ von Sitz und Rückenlehne schließen einen Winkel größer als
90° miteinander ein. In dieser Position ist der Schiebeblock 14 in eine arretierte
Stellung eingefahren. Hierzu ist auf dem Gelenkkopf 10 ein Anschlag 27 vorgesehen,
der aus zwei seitlichen Wangen 28, 28′ besteht, in die ein entsprechend ausgeformtes
Teil des Schiebeblocks 14, der eine etwa rechteckige Form hat, gleitend hineinfährt.
Weiterhin besitzt der Schiebeblock 14 eine Zunge 29, die in der arretierten Stellung
unter einer an dem zum Scharnier 9 gehörenden Gelenkkopf 10 befestigten Traverse
30 greift und von dieser Traverse 30 gehalten ist. Die beiden Gleitzapfen 23, 24 liegen
dabei in den radialen Abschnitten 26 der Führungsausschnitte 19 bzw. 20. Durch die
entsprechenden Führungsausschnitte in der Gelenkpfanne 10 ist es möglich, daß die
Gelenkpfanne mit dem Holmteil 4′ sich ohne gleichzeitige Bewegung des Schiebeblocks
14 schwenkbar bewegt.
[0025] In der Figur 6 sind durch eine entsprechende Ausformung der Führungsausschnitte 21,
22 die Gleitzapfen 23, 24 aus der Rastposition in den Abschnitten 26 herausgeschoben
und in die Abschnitte 26′ übergeführt worden. Dies bedingt gleichzeitig eine Verschiebebewegung
des Schiebeblocks 14 aus der Arretierstellung heraus und eine Drehbewegung desselben
um die Achse 25 herum, wobei die Armauflagen-Stütze 6 aus ihrer Stützstellung verschwenkt
wird. Diese Bewegung setzt aber erst dann ein, wenn die Rückenlehne 4 gegenüber dem
Sitz 2 einen Winkel unterschreitet, der bei 90° oder einem anderen Winkel in diesem
Bereich liegt. Dieser Winkel kann durch entsprechende Formung der Ausschnitte genau
definiert werden. Während des weiteren Zuklappens dreht sich demnach der Schiebeblock
14 gegenüber der Gelenkpfanne 11, was durch das Gleiten der Gleitzapfen 23, 24 innerhalb
der Führungsausschnitte 19, 20 ermöglicht wird. Liegt die Rückenlehne 4 ganz auf
dem Sitz 2 auf, so ist auch der Schiebeblock 14 mit der Auflagenstütze 6 in seiner
untersten Position angekommen.
[0026] Beim Aufrichten der Rückenlehne 4 gegenüber dem Sitz 2 geschieht das Umgekehrte.
Die in den Führungsausschnitten 19 bis 22 geführten und gehaltenen Gleitzapfen drehen
den Schiebeblock 14 und die damit verbundene Auflagenstütze 6 bis zu einem Grenzwinkel,
bei dem die Zapfen 23, 24 an den äußersten Punkt der peripheren Ausschnitt-Abschnitte
26′ anschlagen. Von jetzt ab beginnt eine radiale Bewegung. Der Schiebeblock 14 bewegt
sich wie ein Rangierfahrzeug in den Arretierbereich, in dem er durch den Anschlag
27 gehalten wird. Sobald er die Arretierposition erreicht hat, dreht sich die Rückenlehne
4 ohne ihn weiter. Durch Verstellen der Rastposition von Armunterlage 5 gegenüber
der Auflagenstütze 6 können ver schiedene Winkel in der Sitzposition festgelegt werden.
[0027] Alle vorgenannten Teile, bis auf die Schrauben, können aus Kunststoff hergestellt
werden, wobei dieses Material gegenüber Metall den Vorzug hat, daß es gute Gleiteigenschaften
hat. Da es sich beim Klappmöbeln im allgemeinen um solche handelt, die wetterfest
sein sollen, ist die Verrottungsfestigkeit der Kunststoffteile von großem Vorteil.
[0028] Um die Montage zu erleichtern und gegebenenfalls auch eine Demontage des Gelenkbereiches
des vorbeschriebenen Klappmöbels zu erleichtern, ist gemäß den Figuren 7 und 8 eine
besonders vorteilhafte Verbindung zwischen der Auflagenstütze 6 und dem Schiebeblock
14 sowie dem übrigen Scharnier 9 vorgesehen. Wie aus den Figuren 5 und 6 erkennbar,
besitzt das Scharnier 9, hier die Gelenkpfanne 11, auf einem Teil ihrer Peripherie
eine aufstehende Umrandung 31, so daß ein Drehraum gebildet ist, in der die entsprechend
abgerundete Auflagenstütze 6 eingelegt und während einer Drehbewegung gehalten ist.
Der Umfassungswinkel dieser Umrandung 31 ist so bemessen, daß während der ganzen,
begrenzten Drehbewegung von Schiebeblock 14 mit Auflagenstütze immer ein fester Halt
gegeben ist. Wie bereits angedeutet, besitzen die Teile 14, 11 und 10 eine kompatible
Mittenbohrung, die mit der Scharnier-Achse 25 übereinstimmt.
[0029] In den Figuren 7 und 8 ist der Holmteil 6′ der Auflagenstütze dargestellt. Im Bereich
des Scharniers 9 endet die Auflagenstütze in einem Haltekopf 33, der etwas an einen
Maulschlüssel erinnert. Auf eine im wesentlichen runde Scheibe 34, die in die Umrandung
31 einpaßbar ist, ist eine Gleitnut 35 eingefräst, die bei einem Anschlag 36 endet.
In die Gleitnut 35 wird der Kopf des Bolzens 17 eingeschoben, wenn dieser mit dem
Schiebeblock 14 verbunden ist. Über eine Stufe ist eine weitere Gleit bahn 38 angeordnet,
auf der die Unterseite 39 des Schiebeblocks 14 verschiebbar gleiten kann. Der Schiebeblock
14 ist mit zwei außenliegenden Paaren von Zähnen 40, 40′ ausgestattet, die mit Ausnahme
einer Stellung unterhalb eines C-förmigen Paßteiles 37, das oberhalb der Gleitbahn
38 angeordnet ist, liegen. Nur in der Stellung, in der eine koinzidierende Lücke 41
im Paßteil 37 erreicht wird, läßt sich das Holmteil 6′ mit dem Kopf 33 vom Schiebeblock
abheben. Dies ist nur dann möglich, wenn der Schiebeblock 14 seine vorbeschriebene
arretierte Stellung erreicht hat. In diesem Falle läßt sich die Auflagenstütze ein
Stückchen gegenüber dem Schiebeblock verschieben und von diesem abheben.
[0030] Die vorgenannte spezielle Ausführungsform und Kompatibilität von Schiebeblock 14
und Auflagenstütze 6 läßt sowohl eine "werkzeuglose" Montage als auch Demontage zu.
Diese Ausführungsform wird daher als erfindungswesentliche und besonders vorteilhafte
angesehen.
[0031] Die Figuren 7 und 8 lassen auch erkennen, wie der Schiebeblock von der Zapfenseite
her gestaltet ist. Abweichungen von der beschriebenen Gestaltung sind selbstverständlich
möglich, ohne daß der Schutzumfang der Erfindung verlassen wird.
[0032] Weiterhin sei nochmals angemerkt, daß die Holmteile 2′, 4′, 6′ und die zum Gelenk
7 gehörenden Teile 10, 11, 14 auch gesondert hergestellt werden können und nachträglich
erst mit entsprechend vorbereiteten Teilen 2, 4, 6 zu verbinden sind. In diesem Falle
hat man ein isoliertes Gelenkstück, das im wesentlichen auch alle erfindungswesentlichen
Elemente umfaßt, die vorstehend beschrieben und beansprucht worden sind. Die Erfindung
umfaßt daher auch ein solches isoliertes Gelenkstück.
1. Klappmöbel, bestehend aus einem Sitz mit einem Fußgestell, aus einer Rückenlehne,
zwei Armauflagen, die oberhalb des Sitzes an der Rückenlehne angelenkt sind, aus zwei
Auflagenstützen, die je eine Armauflage von unten stützen, sowie aus zwei Gelenkverbindungen,
die im hinteren Bereich des Sitzes gegenüberliegend angebracht sind und in denen
je ein Holmende des Sitzes und der Rückenlehne und je eine Auflagenstütze zusammenkommen
und über Drehverbindungen zueinander gehalten sind,
dadurchgekennzeichnet, daß die Gelenkverbindung aus folgenden Teilen besteht:
- einem Scharnier (9), in dem die Holmenden (2′, 4′) des Sitzes (2) und der Rückenlehne
(4) miteinander über einen eine äußerste und eine eingeklappte Stellung umfassenden
Drehwinkel (α) mit einer gemeinsamen Achse (25) verbunden sind,
- wobei eines der Holmenden (2′, 4′) einen Gelenkkopf (10) und das andere Holmende
eine Gelenkpfanne (11) trägt, die sich gegenseitig kontaktieren,
- einem Schiebeblock (14), der die Auflagenstütze (6) trägt und der sowohl drehbar
als auch verschiebbar mit dem Scharnier (9) verbunden ist, wobei der Schiebeblock
(14) mit wenigstens einem Gleitzapfen (23; 24) versehen ist, der in den von Gelenkkopf
(10) und Gelenkpfanne (11) eingenommenen Bereich hineinragt,
- mit Führungsausschnitten (19, 20, 21, 22) im Gelenkkopf (10) und Gelenkpfanne (11),
die je nach Drehstellung zueinander verschiedenflächig koinzidieren und eine verstellbare
Führung für den in diese Führung hineinragenden Gleitzapfen (23; 24) bilden.
2. Klappmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock (14) gegenüber
dem Scharnier (9) in wenigstens einer Position arretierbar und in wenigstens einer
anderen Position drehbar angeordnet ist.
3. Klappmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock (14) eine
Langloch-Führung (15) besitzt, in die ein zentrischer Führungszapfen (16) ragt, wobei
der Schiebeblock (14) relativ zur gemeinsamen Scharnier-Achse (25) translatorisch
und rotatorisch beweglich ist.
4. Klappmöbel nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock
(14) mit zwei sich relativ zur Scharnier-Achse (25) gegenüberliegenden Gleitzapfen
(23, 24) versehen ist.
5. Klappmöbel nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkpfanne
(11) zwischen Gelenkkopf (10) und Schiebeblock angeordnet ist.
6. Klappmöbel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsausschnitt
(19; 20) in der Gelenkpfanne (11) zwei miteinander verbundene Abschnitte (26, 26′)
umfaßt, nämlich einen radial und einen peripher verlaufenden Abschnitt.
7. Klappmöbel nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Gelenkkopf (10)
zwei Führungsausschnitte besitzt, mit denen im Zusammenspiel mit den Führungsausschnitten
(19, 20) der Gelenkpfanne (11) die Gleitzapfen (23, 24) bei Verstellen der Rückenlehne
(4) auf den Sitz (2) hin, wobei der Stellwinkel kleiner als 90° sein soll, zunächst
aus der arretierten Stellung in eine zentrierte versetzt wird, an der anschließend
der Schiebeblock (14) durch Drehung verstellbar ist.
8. Klappmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Teil des Scharniers (9), vorzugsweise die Gelenkpfanne (11), einen den Schiebeblock
(14) in der arretierten Stellung kontaktierenden und haltenden Anschlag (27) umfaßt.
9. Klappmöbel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock (14) mit
einer Zunge (29) versehen ist, die in der arretierten Stellung unter einer an dem
Scharnier (9) befestigten Traverse (30) greift und von dieser gehalten wird.
10. Klappmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Scharnier (9) eine wenigstens auf einem Teil seiner Peripherie angeordnete aufstehende
Umrandung (31) besitzt und daß das Holmende (6′) der Auflagenstütze (6) im Bereich
des Scharniers und zu der genannten Umrandung kompatibel abgerundet ist.
11. Klappmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Scharnierblock (14) mit der Stütze (6) fest verbunden ist.
12. Klappmöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schiebeblock (14) mit der Auflagenstütze (6) lösbar verbunden ist.
13. Klappmöbel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock (14)
und die Stütze (6) gegeneinander verriegelbar sind derart, daß in der Arretierstellung
des Schiebeblocks (14) die Stütze (6) vom Schiebeblock (14) abnehmbar ist.
14. Klappmöbel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebeblock (14)
und die Auflagenstütze (6) im Bereich des Scharniers (9) mit Zähnen (40, 40′) in einem
Teil und mit in Lösestellung koinzidierenden Lücken (41) am anderen Teil versehen
sind und beide Teile (14, 6) mit einer Schlittenführung (38, 39) gegeneinander verstellbar
sind.
15. Gelenkteil für ein Klappmöbel, bestehend aus kurzen Holmenden (2′, 4′, 6′), die
mit dem Sitz (2), der Rückenlehne (4) und je einer Armauflagenstütze (6) verbindbar
sind, dadurch gekennzeichnet, daß es aus folgenden Teilen besteht:
- einem Scharnier (9), in dem die Holmenden (2′, 4′) des Sitzes (2) und der Rückenlehne
(4) miteinander über einen eine äußerste und eine eingeklappte Stellung umfassenden
Drehwinkel (α) mit einer gemeinsamen Achse (25) verbunden sind,
- wobei eines der Holmenden (2′, 4′) einen Gelenkkopf (10) und das andere Holmende
eine Gelenkpfanne (11) trägt, die sich gegenseitig kontaktieren,
- einem Schiebeblock (14), der die Auflagenstütze (6) trägt und der sowohl drehbar
als auch verschiebbar mit dem Scharnier (9) verbunden ist, wobei der Schiebeblock
(14) mit wenigstens einem Gleitzapfen (23; 24) versehen ist, der in den von Gelenkkopf
(10) und Gelenkpfanne (11) eingenommenen Bereich hineinragt,
- mit Führungsausschnitten (19, 20, 21, 22) im Gelenkkopf (10) und Gelenkpfanne (11),
die je nach Drehstellung zueinander verschiedenflächig koinzidieren und eine verstellbare
Führung für den in diese Führung hineinragenden Gleitzapfen (23; 24) bilden,
und fakultativ Merkmale der Ansprüche 2 bis 14 aufweist.