[0001] Die Erfindung betrifft ein Kampffahrzeug, insbesondere eine Panzerhaubitze, gemäß
den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Kampffahrzeug ist beispielsweise in der älteren, nicht vorveröffentlichten
Patentanmeldung P 36 42 920.1 beschrieben.
[0003] Bei dem älteren Kampffahrzeug werden die Geschosse vom Geschoßtransporter mittels
eines Transportarmes erfaßt, der senkrecht zum Fahrzeugboden angeordnet ist und in
einer Ebene parallel zum Fahrzeugboden bewegbar ist. Am unteren Ende des Transportarms
ist eine schwenkbare Greifvorrichtung angeordnet. Der Transportarm ist an einer in
Fahrzeuglängsrichtung ausgerichteten Schiene verschiebbar aufgehängt, die ihrerseits
an zwei in Querrichtung angeordneten Schienen hängt und in Querrichtung verschiebbar
ist.
[0004] Bei der Geschoßzuführung wird das vom Transportarm erfaßte Geschoß zunächst um 90°
gedreht und in Fahrzeuglängsrichtung ausgerichtet. Es wird schließlich in eine in
Fahrzeuglängsrichtung angeordnete, fest mit dem Fahrzeugboden verbundene Bereitschaftsschale
eingelegt, aus der es mittels eines Ausstoßers in eine Transportschiene eingeschoben
und in dieser durch Fördermittel weiter nach hinten transportiert wird. Die Transport
schiene wird in Azimut auf die momentane Stellung der Waffe ausgerichtet. Dann wird
der Geschoßübergabearm, an dem eine schwenkbare Ladeschale angeordnet ist, abgesenkt,
und zwar so, daß die Ladeschale in die Transportschiene eingeführt ist und koaxial
zu ihr steht. Das Geschoß kann nunmehr in die Ladeschale eingeschoben werden und nach
dem Hochschwenken des Geschoßübergabearms in die Endposition hinter dem Waffenende
gebracht werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kampffahrzeug der eingangs und im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ausgebildeten Bauart derart auszugestalten, daß
für den automatischen Transport der Geschosse möglichst wenig Bewegungsachsen benötigt
werden, daß mit geringstem Aufwand Vorrichtungen angeordnet werden können, die bei
Energieausfall oder anderen Störungen einen manuellen Geschoßtransport ohne große
körperliche Kraftaufwendung möglich machen und daß ein Fluchtweg für den im vorderen
Teil des Fahrzeugs sitzenden Fahrer zum Ausgang im Heck des Fahrzeugs erhalten bleibt,
der möglichst wenig durch die Einrichtungen der Geschoßzuführungsvorrichtung räumlich
versperrt ist.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Kampffahrzeuges sind in den
Ansprüchen 2 bis 8 beschrieben.
[0008] Der der Erfindung zugrunde liegende Gedanke bestand in Weiterbildung des in der älteren
Anmeldung beschriebenen Lösungsansatzes darin, die Anordnung der Geschosse in der
Fahrzeugmitte sowie die Ausbildung des Geschoßtransporters so zu wählen, daß der
Geschoßtransporter in einer sehr niedrigen Bauweise ausgeführt werden kann und zum
Geschoßtransport nur wenig Bewegungsachsen benötigt. Die flache Bauweise ermöglicht
es weiterhin, daß der Fluchtweg durch den Innenraum des Fahrzeugs nur wenig behindert
ist und auf dem Geschoßtransporter ein Sitz für eine Bedienungsperson bei manueller
Bedienung angeordnet werden kann. Auch der Weitertransport der Geschosse vom Geschoßtransporter
bis in die Ladeposition ist vereinfacht, indem die Bereitschaftsschale selbst verschiebbar
und verschwenkbar ausgebildet ist, so daß das Geschoß direkt aus der Bereitschaftsschale
in die Ladeschale ohne zusätzliche Fördermittel überführt werden kann.
[0009] Der gesamte Geschoßtransport aus dem Geschoßmagazin bis in die Ladeposition kann
automatisch erfolgen, gesteuert von an sich bekannten elektronischen Steuereinrichtungen.
Hierbei sind beispielsweise die Lagekoordinaten der Geschosse im Geschoßmagazin und
weitere Geschoßdaten in einer Munitionsfluß-Logik abgespeichert, so daß bereits bei
Betätigung des Geschoßtransporters die Positionen vorgegebener Geschosse angewählt
werden können.
[0010] Der Aufbau der gesamten Geschoßzuführungsvorrichtung aus mehreren Einzeleinrichtungen
macht es auch möglich, beim Ausfall von Teilfunktionen diese durch manuelle Eingriffe
zu ersetzen. So kann beispielsweise beim Ausfall des Geschoßtransporters ein Geschoß
manuell aus den Geschoßmagazinen entnommen und in die Bereitschaftsschale eingelegt
werden. Dies wird weiter unten anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0011] Ebenso kann beim Ausfall der Transportschiene das Geschoß vom Geschoßtransporter
manuell abgenommen und in die Ladeposition gebracht werden.
[0012] Mit dem erfindungsgemäßen Kampffahrzeug werden weiterhin u.a. folgende Vorteile erreicht:
1. Beim Beladen des Fahrzeugs tritt nur eine sehr geringe Schwerpunktsverlagerung
auf;
2. es kann ein großer Munitionsvorrat aufgenommen werden, wobei ein leistungsfähiger
Munitionsfluß erhalten bleibt;
3. es bleibt im Inneren ein freier Kampfraum mit durchgehendem Boden erhalten und
insbesondere ein freier Fluchtweg nach hinten, wobei das Fahrzeug durch eine große
Hecktür betreten und verlassen werden kann;
4. das Zuführen der Geschosse in die Ladeposition ist automatisch und von Hand mittels
einfacher Baugruppen möglich, die außerdem zum Aufmunitionieren des Fahrzeugs verwendbar
sind, wobei die stehende Lagerung der Geschosse eine besonders einfache Halterung
der Geschosse im Magazin und eine einfache Entnahme und Handhabung der Geschosse im
manuellen Betrieb ermöglicht.
[0013] Im folgenden werden anhand der beigefügten Zeichnungen Ausführungsbeispiele für ein
Kampffahrzeug nach der Erfindung und der Ablauf der Zuführung der Geschosse aus dem
Geschoßmagazin in die Ladeposition näher erläutert.
[0014] In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Gesamtansicht einer Panzerhaubitze in perspektivischer Darstellung;
Fig. 2 in einer perspektivischen, stark schematisierten Darstellung die Ausgestaltung
des Fahrzeuginnenraums einer Panzerhaubitze nach Fig. 1 mit einzelnen Einrichtungen
der Geschoßzuführungsvorrichtung;
Fig. 3 in vergrößerter perspektivischer Darstellung einen Teil des Fahrzeuginnenraums
bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 4 in einer Teildarstellung der Fig. 3 den Fahrzeuginnenraum in einer anderen
Phase des Geschoßtransportes;
Fig. 5 in einer vergrößerten Darstellung eine Aufsicht auf einen Teil des Fahrzeuginneren
bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;
Fig. 6 in einer Ansicht in Fahrzeuglängsrichtung den Teil des Innenraums des Fahrzeugs
gemäß Fig. 5;
Fig. 7 in einer Ansicht quer zur Fahrzeuglängsrichtung den Teil des Innenraums des
Fahrzeugs nach Fig. 5 und 6 in einer anderen Phase des Geschoßtransportes;
Fig. 8 in einer Aufsicht auf einen Teil des Fahrzeuginneren eine dritte Ausführungsform
der Erfindung;
Fig. 9 in einer Ansicht in Fahrzeuglängsrichtung den Teil des Fahrzeuginneren gemäß
Fig. 8;
Fig.10 eine Ansicht des Fahrzeuginneren analog Fig. 3 in einer anderen Phase des Geschoßtransportes;
Fig 11 bis 13 in Darstellungen analog Fig. 10 weitere Phasen des Geschoßtransportes.
[0015] Die in den Fig. 1 und 2 in Gesamtdarstellung gezeigte Panzerhaubitze besteht aus
einem Kettenfahrzeug 1, auf dem ein Turm 2 drehbar angeordnet ist, welcher eine schwere
Waffe 3 trägt.
[0016] Wie ersichtlich ist der Turm 2 im Bereich hinter der Fahrzeugmitte angeordnet.
[0017] Im Vorderteil des Fahrzeugs 1 befindet sich ein Fahrerplatz 1.3. Wie weiter unten
näher erläutert, sind im Bereich der Fahrzeugmitte die Geschosse gelagert und das
Fahrzeug kann in nicht eigens dargestellter Weise durch eine im Heck angeordnete große
Tür betreten und verlassen werden.
[0018] Durch die Lagerung der Munition im Bereich der Fahrzeugmitte wird erreicht, daß
der Schwerpunkt des Fahrzeugs sich beim Beladen nur geringfügig verlagert.
[0019] Im folgenden werden nur die für den Geschoßtransport wesentlichen Teile des Fahrzeugs
näher erläutert, während andere, an sich bekannte Einrichtungsteile, die z.T. in den
Zeichnungen mit dargestellt sind, nicht näher erläutert werden.
[0020] Die Geschoßzuführung erfolgt, wie Fig. 2 in Übersicht zu entnehmen, dergestalt, daß,
wie weiter unten im einzelnen näher beschrieben wird, die Geschosse aus einem in
Fahrzeugmitte angeordneten Geschoßmagazin mittels des Geschoßtransporters 5 entnommen
werden. Sie werden dann vom Geschoßtransporter 5 auf die unterhalb des Turms 2 angeordnete
Transportschiene 6 übergeben, von der sie mittels eines um den Schildzapfen 2.4 der
Waffe 3 schwenkbaren Geschoßübergabearmes übernommen und in die Ladeposition hinter
der Waffe 3 gebracht werden.
[0021] Im folgenden werden drei Ausführungsformen der gesamten Geschoßzuführungsvorrichtung
beschrieben, die sich im wesentlichen durch die Ausbildung und Anordnung der Geschoßmagazine
und die Ausbildung und Anordnung des Geschoßtransporters unterscheiden, während die
Ausbildung der Transportschiene 6 und des Geschoßübergabearms 7 bei allen Ausführungsformen
die gleiche ist.
[0022] Bei einer ersten Ausführungsform, die in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist, sind zu
beiden Seiten des Geschoßtransporters 5 Geschoßmagazine 4 angeordnet, in denen die
Geschosse 4.1 stehend gelagert sind, wobei sie durch an sich bekannte und nicht näher
erläuterte Halterungen 10.1 in dieser Lage festgehalten werden.
[0023] Zwischen den Geschoßmagazinen 4 ist ein Geschoßtransporter 5 angeordnet, der einen
unmittelbar über dem Fahrzeugboden angeordneten Grundrahmen 5.5 aufweist, der um
eine Achse 5.4, die senkrecht zum Fahrzeugboden 1.1 auf der Fahrzeuglängsmittelachse
1.4 steht, drehbar ist. Auf dem Grundrahmen 5.5 ist ein Transportarm 5.1 über an ihm
angeordnete Schienen 5.6 in seiner Längsrichtung parallel zum Fahrzeugboden 1.1 verschiebbar
geführt und am freien äußeren Ende des Transportarms 5.1 ist eine Greifvorrichtung
5.2 schwenkbar angeordnet.
[0024] Die Geschosse 4.1 sind im Geschoßmagazin 4 jeweils zu mehreren hintereinander stehend
auf strahlenförmig nach außen weisenden Linien 10 angeordnet, die sich in der Drehachse
5.4 des Grundrahmens 5.5 schneiden.
[0025] Die Funktionsweise des Geschoßtransporters 5 ist demnach wie folgt:
[0026] Zur Entnahme eines Geschosses schwenkt der Grundrahmen 5.5 in eine Winkelposition,
daß er fluchtend zu einer der Linien 10 steht. Der Transportarm 5.1 wird ausgefah
ren und die Greifvorrichtung 5.2 (s. Fig. 3) erfaßt das Geschoß 4.1, die Geschoßklemmung
wird geöffnet und das Geschoß wird stehend aus seiner Position herausgezogen. Der
Grundrahmen 5.5 wird dann in die Fahrzeuglängsrichtung 1.4 eingeschwenkt und das
Geschoß schließlich in die Übergabeposition 1.2 gebracht, die sich zwischen dem Geschoßtransporter
5 und dem Rotationsbereich 2.1 der Turmbühne 2.2 befindet.
[0027] Der weitere Transport des Geschosses wird weiter unten näher erläutert.
[0028] Bei der Ausführungsform nach den Fig. 5 bis 7 sind in Fahrzeugmitte zu beiden Seiten
des Geschoßtransporters 5 Geschoßmagazine angeordnet, die als Blockmagazine 11 ausgebildet
sind, in denen die stehenden Geschosse entlang der Innenwände parallel zur Längsachse
1.4 des Fahrzeuges angeordnet sind. Auch in den Blockmagazinen 11 sind die Geschosse
4.1 durch nicht näher dargestellte an sich bekannte Klemmvorrichtungen festgehalten.
[0029] Bei dieser Ausführungsform besitzt der Geschoßtransporter 5 einen weiteren Freiheitsgrad,
indem er in Fahrzeuglängsrichtung 1.4 verfahrbar ist. Zu diesem Zweck ist auf zwei
parallel zur Längsachse 1.4 des Fahrzeuges am Fahrzeugboden 1.1 befestigten Schienen
5.8 ein Längsschlitten 5.7 geführt, auf dem der bereits beschriebene Grundrahmen
5.5 um die Achse 5.4 drehbar gelagert ist. Auf dem Grundrahmen ist wiederum der auf
den Schienen 5.6 des Grundarms verschiebbare Transportarm 5.1 mit der Greifvorrichtung
5.2 am äußeren Ende angeordnet.
[0030] Zur Entnahme der Geschosse wird, wie aus Fig. 5 ersichtlich, der Geschoßtransporter
5 in Fahrzeuglängsrichtung 1.4 bis in die gewünschte Position vor einem der beiden
Geschoßmagazine 11 gefahren. Dann wird der Grundrahmen 5.5 in eine Stellung senkrecht
zur Fahrzeuglängsachse 1.4 geschwenkt, der Transportarm 5.1 fährt aus und die Greifvorrichtung
5.2 ergreift ein Geschoß 4.1 und zieht es aus seiner Position. Der Grundrahmen 5 wird
wieder in die Fahrzeuglängsrichtung 1.4 eingeschwenkt und der Geschoßtransporter 5
in Längsrichtung verschoben bis sich das Geschoß in der Übergabeposition 1.2 befindet.
[0031] Bei der Ausführungsform nach den Fig. 8 und 9 sind die stehenden Geschosse 4.1 in
mehreren, entlang der Innenwände des Fahrzeugs um den Geschoßtransporter 5 herum
angeordneten, jeweils um eine senkrechte Achse 12.1 drehbaren Trommelmagazinen 12
gelagert. Die zylindrischen Außenwände 12.3 der Trommelmagazine sind fest mit dem
Fahrzeugboden 1.1 verbunden und weisen jeweils eine Geschoßentnahmeöffnung 12.2 auf,
die auf die Drehachse 5.4 des Grundrahmens 5.5 des Geschoßtransporters 5 ausgerichtet
ist. Die Geschosse stehen auf einer im Gehäuse des Trommelmagazins angeordneten Grundplatte
12.4 und sind in einer sternförmig ausgebildeten Geschoßhalterung 12.5 fixiert. Die
Grundplatte 12.4 ist mittels eines elektrischen Antriebsmotors 12.6 taktweise bewegbar,
so daß jedes Geschoß des Trommelmagazins wahlweise vom Geschoßtransporter 5 durch
die Geschoßentnahmeöffnung 12.2 entnommen werden kann.
[0032] Der Geschoßtransporter 5 ist bei dieser Ausführungsform in der gleichen Weise ausgebildet
wie bei der Ausführungsform nach den Fig. 3 und 4, d.h. er ist lediglich um die senkrecht
zum Fahrzeugboden 1.1 stehende Drehachse 5.4 drehbar.
[0033] Bei der Geschoßentnahme wird der Grundrahmen 5.5 in eine Richtung geschwenkt, die
mit der Entnahmeöffnung des angesteuerten Trommelmagazins 12 fluchtet, der Transportarm
5.1 wird ausgefahren und mittels der Greifvorrichtung 5.2 wird das Geschoß 4.1 aus
der Geschoßhalterung 12.5 entnommen und schließlich in die Übergabeposition 1.2 gebracht.
[0034] Im folgenden wird der Weitertransport der Geschosse von der Übergabeposition 1.2
des Geschoßtransporters 5 an beschrieben.
[0035] Zentrisch unter dem drehbaren Turm 2 ist auf dem Fahrzeugboden 1.1 eine drehbar
gelagerte Transportschiene 6 angeordnet. Sie besteht im wesentlichen aus einem um
die Drehachse 2.3 des Turmes 2 drehbaren, parallel zum Fahrzeugboden 1.1 gelagerten
Drehteller 6.3 und auf ihm befestigten Teleskopschienen 6.1. Die Teleskopschienen
6.1 sind radial zum Drehteller 6.3 ausfahrbar. An den Teleskopschienen 6.1 ist eine
um ca. 90° zur Drehebene schwenkbare Bereitschaftsschale 6.2 angeordnet. Dabei ist
die horizontale Drehachse der Bereitschaftsschale 6.2 an ihrem von der Drehachse 2.3
des Drehtellers 6.3 abgewandten Seite angeordnet.
[0036] An den Schildzapfenlagern 2.4 der Waffe 3 ist weiterhin ein Geschoßübergabearm 7
schwenkbar gelagert, der unabhängig von der Waffe in einer Ebene in oder parallel
zur Elevationsebene in das Fahrzeug hinein absenkbar ist und so gestaltet ist, daß
seine Einzelteile jeweils unterhalb und hinter dem Waffenende liegen. Am hinteren
Ende des Geschoßübergabearms 7 ist eine Ladeschale 7.3 angeordnet, die fest mit dem
Geschoßübergabearm 7 verbunden ist. Die Gesamtanordnung ist so, daß die Ladeschale
7.3 in der angehobenen Stellung des Geschoßübergabearms 7 fluchtend zur Rohrseelenachse
der Waffe 3 angeordnet ist, während sie in der völlig abgesenkten Stellung des Geschoßübergabearmes
7 senkrecht zum Fahrzeugboden 1.1 im Bewegungsbereich der Transportschiene 6 steht.
An der Ladeschale 7.3 sind weiterhin in an sich bekannter Ausführung eine Geschoßklemmvorrichtung
7.1 sowie eine Ansetzvorrichtung 7.2 angeordnet.
[0037] Der Geschoßtransport geht, wie anhand der Fig. 10 bis 13 ersichtlich, vom Übergabepunkt
1.2 durch den Geschoßtransporter 5 bis zur Ladeposition in folgenden Schritten vor
sich:
[0038] Der Geschoßtransporter 5 steht in der aus Fig. 4 besonders deutlich ersichtlichen
Übergabeposition. Die Transportschiene 6 schwenkt zunächst in eine Fig. 3 zu entnehmende
Übernahmeposition. Die Teleskopschienen 6.1 mit der schwenkbaren Bereitschaftsschale
6.2 schieben sich, wie in Fig. 10 dargestellt, unter das in die Übergabeposition
gebrachte Geschoß 4.1. Die Greifvorrichtung 5.2 des Geschoßtransporters 5 kippt das
Geschoß in eine horizontale Lage und legt es in die Bereitschaftsschale 6.2. Die Teleskopschienen
6.1 mit der Bereitschaftsschale 6.2 fahren zurück in den Rotationsbereich 2.1 der
Transportschiene 6, wie dies in Fig. 11 dargestellt ist.
[0039] In den Fig. 11 bis 13 ist aus Gründen der Vereinfachung der Geschoßtransporter 5
nicht dargestellt.
[0040] Während der Bewegung der Transportschiene 6 kann der Geschoßtransporter 5 wieder
in eine Position gebracht werden, in der er ein neues Geschoß aus dem Magazin entnehmen
kann.
[0041] Die Transportschiene 6 schwenkt das in der Bereitschaftsschale 6.2 liegende Geschoß
unter der Turmbühne 2.2 in die Azimutposition der Waffe, die in Fig. 12 dargestellt
ist. Ebenfalls Fig. 12 ist zu entnehmen, daß der Geschoßübergabearm 7 der Waffe 3
so in das Fahrzeuginnere herabgeschwenkt ist, daß die Ladeschale 7.3 senkrecht zum
Drehteller am Ende der Transportschiene 6 steht. Die Bereitschaftsschale 6.2 schwenkt
das Geschoß 4.1 aus seiner Horizontalen in eine vertikale Position direkt in die Ladeschale
7.3 des Geschoßübergabearms 7 hinein und schwenkt sofort leer in ihre Ausgangslage
zurück.
[0042] Das Geschoß 4.7 ist in der Ladeschale 7.3 mittels der Geschoßklemmvorrichtung 7.1
fixiert und der Geschoßübergabearm 7 schwenkt mit dem in der Ladeschale 7.3 angeordneten
Geschoß in die Elevationslage der Waffe 3 und verriegelt sich dort automatisch mit
der Waffenanlage. Diese Stellung ist in Fig. 13 genauer dargestellt. Die hier nicht
näher beschriebene Ansetzvorrichtung 7.2 befördert dann das Geschoß 4.1 in den Ladungsraum
der Waffe 3.
[0043] Währenddessen kann die Transportschiene 6 bereits wieder in die Ausgangslage in Fahrzeuglängsrichtung
zurückgeschwenkt werden zur Übernahme eines weiteren Geschosses.
[0044] Die Antriebsvorrichtungen zur Betätigung des Geschoßtransporters 5, der Transportschiene
6 sowie des Geschoßübergabearmes 7 sind in an sich bekannter Weise ausgebildet und
nicht eigens dargestellt und beschrieben.
[0045] Der gesamte Zuführungsgang der Geschosse kann automatisch erfolgen, gesteuert von
entsprechenden elek tronischen Steuereinrichtungen. Beim Ausfall von Teilfunktionen
können aber die einzelnen Teile der Geschoßzuführungsvorrichtung auch manuell betrieben
werden.
[0046] So kann beispielsweise beim Ausfall des Geschoßtransporters 5 ein Geschoß manuell
aus den Geschoßmagazinen 4, 11 und 12 entnommen und in die Bereitschaftsschale 6.2
eingelegt werden.
[0047] Hierzu wird auf dem Grundrahmen 5.5 des Geschoßtransporters 5 eine Sitzschale 5.3
befestigt, wie dies besonders gut in den Fig. 4, 6, 7 und 9 zu erkennen ist. Es werden
sämtliche Antriebe der Bewegungsachsen elektrisch und mechanisch entkoppelt. Ein Besatzungsmitglied
9 kann nun in sitzender Position alle Bewegungen des Geschoßtransporters 5 mit geringer
Körperkraft durchführen. Die hierzu notwendigen mechanischen Einrichtungen, wie Handgriffe,
Bowdenzüge u. dgl., sind nicht eigens dargestellt.
[0048] Beim Ausfall der Transportschiene 6 wird das Geschoß in einer um ca. 45° abgekippten
Position (s. Fig. 4) von dem auf dem Geschoßtransporter sitzenden Besatzungsmitglied
9 direkt in den Kampfraum gereicht, wo es von einem Ladekanonier übernommen wird.
[0049] Die beschriebene Geschoßzuführungsvorrichtung ist weiterhin in einfacher Weise zum
Be- und Entladen des Fahrzeugs mit Munition verwendbar. Hierzu ist hinter dem Bereich
der Transportschiene 6 im Heckbereich des Fahrzeugs eine Zuführungsöffnung 8 (s.
Fig. 2) angebracht, durch die die ausgefahrene Bereitschaftsschale 6.2 von außen beladbar
ist.
[0050] Die Geschosse werden manuell in die Bereitschaftsschale 6.2 abgelegt und von der
Transportschiene 6 automatisch weiterbefördert, wonach sie entweder, wie weiter oben
beschrieben, direkt mittels des Geschoßübergabearmes 7 zur Waffe 3 angehoben werden
oder bei hochgeschwenktem Geschoßübergabearm von der Greifvorrichtung 5.2 des Geschoßtransporters
5 aus der hochgeklappten Bereitschaftsschale 6.2 übernommen und dem Geschoßmagazin
zugeführt werden. Das Entladen erfolgt in umgekehrter Richtung und die Granaten können
am Heck des Fahrzeugs abgenommen werden.
1. Kampffahrzeug, insbesondere Panzerhaubitze, mit einem auf dem Fahrzeug im Bereich
hinter der Fahrzeugmitte angeordneten drehbaren Turm, an dem eine schwere Waffe in
Elevation schwenkbar angeordnet ist und bei dem innerhalb des Fahrzeugs im Bereich
der Fahrzeugmitte mindestens ein Geschoßmagazin angeordnet ist, in dem die Geschosse
senkrecht zum Fahrzeugboden stehend unter Freilassung eines sich im wesentlichen in
Fahrzeuglängsrichtung erstreckenden Durchgangsraums gelagert sind und eine automatische
Geschoßzuführungsvorrichtung vorhanden ist, durch welche jeweils ein Geschoß aus dem
Geschoßmagazin erfaßt und unter Drehung und Ausrichtung in Fahrzeuglängsrichtung
in den Bereich hinter das Waffenende befördert und dort unter Ausrichtung in Azimut
und Elevation auf die momentane Richtung der Waffe in die Ladeposition angehoben wird,
wobei die Geschoßzuführungsvorrichtung folgende Einrichtungen aufweist:
a) Einen im Bereich des Geschoßmagazins angeordneten Geschoßtransporter mit einem
Transportarm, an dessen Ende eine schwenkbare Greifvorrichtung angeordnet ist;
b) eine in Fahrzeuglängsrichtung hinter dem Geschoßtransporter angeordnete Bereitschaftsschale;
c) eine in Fahrzeuglängsrichtung hinter dem Geschoßtransporter angeordnete, um eine
Achse senkrecht zum Fahrzeugboden und zentrisch zur Drehachse des Geschoßturms drehbare
Transportschiene;
d) einen am Schildzapfen der Waffe schwenkbar gelagerten, unabhängig von der Waffe
in einer Ebene in oder parallel zur Elevationsebene bewegbaren, in das Fahrzeug absenkbaren
Geschoßübergabearm, an dessen freiem Ende im Bereich hinter der Waffe eine Ladeschale
angeordnet ist;
e) Antriebs- und Steuereinrichtungen zur Bewegung des Geschoßtransporters, der Transportschiene
und des Geschoßübergabearms,
dadurch gekennzeichnet, daß die Geschoßzuführungsvorrichtung folgende Merkmale aufweist:
f) Der Geschoßtransporter (5) besitzt einen im oder unmittelbar über dem Fahrzeugboden
(1.1) angeordneten, um eine Achse (5.4) senkrecht zum Fahrzeugboden drehbaren Grundrahmen
(5.5), auf dem der Transportarm (5.1) in Schienen (5.6) geführt parallel zum Fahrzeugboden
ausfahrbar angeordnet ist;
g) die Bereitschaftsschale (6.2) ist an in der Transportschiene (6) verschiebbar
geführten Teleskopschienen (6.1) angeordnet und um eine an ihrem von der Drehachse
(2.3) der Transportschiene (6) abgewandten Ende angeordnete, horizontale Achse in
eine Stellung senkrecht zum Fahrzeugboden (1.1) nach oben schwenkbar;
h) die Ladeschale (7.3) ist fest mit dem Geschoßübergabearm (7) verbunden und so
angeordnet, daß sie in der angehobenen Stellung des Geschoßübergabearms (7) fluchtend
zur Rohrseelenachse der Waffe (3) und in der abgesenkten Stellung des Geschoßübergabearms
(7) senkrecht zum Fahrzeugboden (1.1) im Bewegungsbereich der Transportschiene (6)
steht und sie weist eine Geschoßklemmvorrichtung (7.1) sowie eine Ansetzvorrichtung
(7.2) auf;
i) es sind Antriebs- und Steuereinrichtungen zur Bewegung der Bereitschaftsschale
(6.2) vorgesehen.
2. Kampffahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu beiden Seiten des
Geschoßtransporters (5) je ein Geschoßmagazin (4) angeordnet ist, in dem die Geschosse
(4.1) jeweils zu mehreren, hintereinander auf strahlenförmig nach außen laufenden
Linien (10) angeordnet sind, die sich in der Drehachse (5.4) des Grundrahmens (5.5)
schneiden.
3. Kampffahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschosse (4.1)
in mehreren, entlang der Innenwände des Fahrzeugs (1) um den Geschoßtransporter (5)
herum angeordneten drehbaren Trommelmagazinen (12) gelagert sind, aus denen die Geschosse
in radialer Richtung entnehmbar sind.
4. Kampffahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jedes der Trommelmagazine
(12) eine mit dem Fahrzeugboden (1.1) fest verbundene zylindrische Außenwand (12.3)
aufweist, mit einer Geschoßentnahmeöffnung (12.2), die auf die Drehachse (5.4) des
Grundrahmens (5.5) des Geschoßtransporters (5) hin ausgerichtet ist.
5. Kampffahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Trommelmagazin
(12) eine drehbar gelagerte Grundplatte (12.4) angeordnet ist, an der eine sternförmig
ausgebildete Geschoßhalterung (12.5) angeordnet ist und die von einem Antriebsmotor
(12.6) taktweise bewegbar ist.
6. Kampffahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu beiden Seiten des
Geschoßtransporters (5) je ein Geschoßmagazin (11) angeordnet ist, in dem die Geschosse
in Reihen im wesentlichen parallel zur Fahrzeuglängsachse (1.4) angeordnet sind und
der drehbare Grundrahmen (5.5) des Geschoßtransporters (5) auf einem in Fahrzeuglängsrichtung
verfahrbaren Schlitten (5.7) angeordnet ist.
7. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am
Geschoßtransporter (5) Vorrichtungen zur manuellen Betätigung angeordnet sind und
auf dem Grundrahmen (5.5) ein Sitz (5.3) befestigt oder befestigbar ist.
8. Kampffahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transportschiene (6) so angeordnet ist, daß beim Ausrichten in Fahrzeuglängsrichtung
(1.4) ihr hinteres Ende unmittelbar an einer im Fahrzeugheck vorgesehenen Einstiegs-
und/oder Beladeöffnung (8) angeordnet ist.