[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Biegen von hohlen insbesondere mit Trockenmittel
gefüllten Abstandhalterprofilen für auf Abstand zu haltende Glasscheiben, vorzugsweise
lsolierglasscheiben, wobei das Profil vorgeschoben und beim Biegen gegen ein Widerlager
angedrückt und hinter diesem Widerlager mit einem Biegewerkzeug oder einer Biegebacke
umgebogen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum Biegen von hohlen, vorzugsweise
mit Trockenmittel gefüllten Abstandhalterprofilen für auf Abstand zu haltende Glasscheiben,
vorzugsweise Isolierglasscheiben, mit einem Widerlager und einem das Profil gegenüber
dem Widerlager umbiegenden schwenkbaren Biegewerkzeug oder dergleichen.
[0003] Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-OS 33 12 764
bekannt. Bei dieser vorbekannten Lösung geht es dabei darum, die Biegung mit möglichst
kleinem Krümmungsradius durchführen zu können. Für diesen Zweck haben sich das vorbekannte
Verfahren und die vorbekannte Lösung bewährt.
[0004] Es kann jedoch andererseits erforderlich sein, derartige Profile mit unterschiedlichen
und dabei auch mit großen Krümmungsradien zu biegen, um unterschiedlichste Formen
solcher Glasscheiben und Isolierglasscheiben berücksichtigen zu können. Beispielsweise
kann es erforderlich sein, Isolierglasscheiben herzustellen, die in ihrem oberen Bereich
einen bogenförmig gekrümmten Rand haben sollen. Dabei sind auch Variationen denkbar,
bei denen eine relativ enge Krümmung in eine solche mit großem Krümmungsradius übergeht.
[0005] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs
erwähnten Art zu schaffen, womit beliebige Biegungen mit unterschiedlichen Krümmungsradien
und gegebenenfalls auch sich im Verlauf eines Bogens ändernden Krümmungsradien herstellbar
sind.
[0006] Die verfahrensmäßige Lösung dieser Aufgabe besteht im wesentlichen darin, daß das
Profil während des Biegens vorgeschoben und das Biegewerkzeug oszillierend zum Widerlager
hin und von ihm wegbewegt wird und insbesondere während seiner Wegbewegung das Profil
weiterbewegt und bei der nächsten Bewegung zum Widerlager hin eine Nachbarstelle des
Profiles gegenüber der vorher gebogenen Stelle beaufschlagt und gebogen wird. Auf
diese Weise ist es möglich durch Wahl des Vorschubes und der Amplitude der Bewegung
des Biegewerkzeuges oder der Biegebacke eine beliebig große oder auch relativ kleine
Krümmung an einem solchen Abstandhalterprofil zu erlangen. Da dieses während eines
solchen Biegevorganges immer ein Stück weiterverschoben wird, ist eine solche Biegung
praktisch aus zahlreichen einander unmittelbar benachbarten Biegestellen zusammengesetzt.
Liegen diese einander sehr nahe, ergibt sich ein engerer Bogen, als wenn diese Biegestellen
bei größerem Vorschub des Profiles während des Biegevorganges weiter auseinanderliegen.
Durch Variationen des Vorschubes und auch der Amplitude der Bewegung des Biegewerkzeuges
kann somit Einfluß auf die Krümmung und entstehende Biegung genommen werden und diese
sogar in ihrem Verlauf geändert werden.
[0007] Ferner eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, trotzdem auch scharfe Kanten zu biegen,
wenn nämlich der Vorschub des Profiles beim Biegen eines Knickes oder einer engen
Biegung sehr klein gemacht oder gar unterbrochen wird. Dadurch können beispielsweise
spitzbogenartige Formen erzeugt werden, wie sie von gotischen Fenstern bekannt sind.
Es kann aber auch zu Beginn einer Biegung eines bogenförmigen Bereiches zunächst
ein Knick bzw. eine scharfkantige Biegung erzeugt werden, deren weiterer Verlauf dann
bogenförmig gemacht wird. Es ergeben sich dadurch also zahlreiche Variationsmöglichkeiten,
so daß für Architekten größere Gestaltungsmöglichkeiten im Fensterbereich zur Verfügung
stehen, ohne dadurch untragbare Baukostensteigerungen zu bewirken. Darüber hinaus
können aber auch entsprechende Fensterlösungen für unterschiedlichste Fahrzeuge gefunden
werden und somit auch für Fahrzeuge diese günstigen lsolierglasscheiben mit abstandhaltenden
Hohlprofilen angewendet werden.
[0008] Es sei noch erwähnt, daß zur Veränderung des Biegeradius im Verlaufe der Biegung
die Vorschubgeschwindigkeit und/oder die Frequenz der Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges
und/oder der jeweilige Schwenkweg bzw. die Amplitude des Biegewerkzeuges verändert,
vorzugsweise computergesteuert werden können. Dabei ist es möglich, daß die Frequenz
der Hin- und Herbewegung zwischen 1 Hertz und etwa 30 Hertz gewählt wird.
[0009] Versuche haben gezeigt, daß eine gute, rationelle und schnelle Arbeitsweise dadurch
erreicht werden kann, daß im Dauerschwingbereich des Biegewerkzeuges dieses nach einer
Anschwingphase zweckmäßigerweise um etwa 10° hin- und herbewegt werden kann, wobei
seine beiden Endpositonen vorteilhafterweise z.B. zwischen etwa 10° und etwa 30°,
insbesondere etwa 20° oder 25°, gegenüber der Ausgangslage gewählt werden können.Anfangs
können dabei die Biegebewegungen des Biegwerkzeuges kleiner gewählt werden als im
weiteren Verlauf des Biegevorganges, so daß ein solcher Biegevorgang zunächst allmählich
beginnt, bis er gewissermaßen vollständig in Gang ist, bis eine entsprechende Krümmung
oder ein entsprechender Bogen erzeugt sind.
[0010] Die Vorrichtung zum Biegen solcher Abstandhalterprofile mit großen, aber auch kleinen
oder sich ändernden Krümmungsradien ist zur Lösung der eingangs genannten Aufgabe
vor allem dadurch gekennzeichnet, daß ein Vorschubantrieb für das Profil - insbesondere
in Vorschubrichtung vor dem Widerlager - vorgesehen ist und daß das Biegewerkzeug
einen oszillierenden, umsteuerbaren Schwenkantrieb für eine hin- und hergerichtete
Biegeschwenkbewegung aufweist. Dadurch ergibt sich praktisch von selbst, daß das ständig
immer wieder vorgeschobene Profil während der Biegekraftbeaufschlagung ein Stück
weitergebogen und während der Zurückbewegung des Biegewerkzeuges in Vorschubrichtung
weiterbewegt wird, so daß dann die nächste Biegestelle entsprechend der Vorschubgeschwindigkeit
mit etwas Abstand zu der vorhergehenden zu liegen kommt. Dabei sind die einzelnen
Biegeschritte und Biegebewegungen so klein gewählt, daß im Hinblick auch auf das Biegeverhalten
der Profile eine praktisch gleichmäßige Krümmung entsteht.
[0011] Für eine exakte Übertragung und Umsetzung von Biegebewegungen des Biegewerkzeuges
auf das Profil im Verhältnis auch zu dem Widerlager ist es vorteilhaft, wenn das Biegewerkzeug
einen auf der geometrischen Biegeachse über oder unter dem Widerlager angeordneten
Welle wirkenden umsteuerbaren Antrieb für den schrittweisen Vor- und Rückwärtshub
aufweist.
[0012] Die in der Biegeachse oder deren Verlängerung angeordnete Welle für die Hin- und
Herschwenkbewegung des Biegewerkzeuges kann dabei von einem mit einem Mikroprozessor
oder Computer verbundenen Drehweggeber impulsweise steuerbar und umsteuerbar sein.
Dadurch lassen sich auch Bögen und Biegungsverläufe vorwählen und vorprogrammieren,
die von einfachen Kreisbögen in irgend einer Weise abweichen, wobei eine solche Abweichung
regelmäßig sein könnte, falls eine solche Bogenform ein Stück einer Spirale sein soll,
oder aber auch ungleichmäßig sein können, wenn innerhalb eines Bogens Bereiche mit
kleineren oder größeren Krümmungsradien vorgesehen sein sollen oder gar miteinander
abwechseln sollen. Diese Maßnahme der Steuerung und Umsteuerung über einen Drehweggeber
und einen damit zusammenwirkenden Mikroprozessor oder Computer erlaubt also eine
sehr rationelle Fertigung selbst für unterschiedlichste Biegungen und Bogenformen
solcher Abstandhalterprofile, so daß diese Maßnahme eine besondere und erhöhte Bedeutung
im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung hat.
[0013] Der Drehweggeber ist dabei zweckmäßigerweise koaxial zu der Welle für die Hin- und
Herbewegung angeordnet. Dadurch können Übertragungsmittel vom Drehweggeber auf diese
Biegewelle vermieden werden.
[0014] Zwischen dem Drehgeber und der die Biegebacke od.dgl. insbesondere über einen Hebelarm
beaufschlagenden, in der Biegeachse angeordneten Welle kann ein vorzugsweise pneumatischer
Schwenkantrieb angeordnet sein. Solche pneumatischen Schwenkantriebe sind an sich
handelsüblich und für die gemäß der Erfindung vorgesehene Hin- und Herbewegung des
Biegewerkzeuges ist ein solcher Schwenkantrieb besonders einfach und preiswert.
[0015] Um den Vorschub des Profiles und insbesondere den Vorschub jeweils zwischen zwei
aufeinanderfolgenden Biegevorgängen regelmäßig und ungestört durchführen zu können,
ist es vorteilhaft, wenn für das Profil in seiner Profilführung zu dem Biegewerkzeug
ein Spiel vorgesehen ist. Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Profilführung Rollen od.dgl.
zur Überbrückung ihres Spieles und zur Verminderung der Reibung - insbesondere bei
geringem Spiel - gegenüber dem Profil aufweist. Dadurch kann trotz des Spieles und
einer leichtgängigen Verschiebung des Profiles dieses exakt und präzise geführt
werden.
Um mit der Vorrichtung auch Profile unterschiedlicher Abmessungen in gleicher Weise
und problemlos bearbeiten zu können, kann die Profilführung und insbesondere ihre
Weite verstellbar sein.
[0016] Insgesamt ergibt sich vor allem bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorbeschriebenen
Merkmale und Maßnahmen ein Verfahren und auch eine Vorrichtung, die in ihrem Aufbau
relativ einfach ist und dennoch eine große Variationsbreite von Biegungen bei abstandhaltenden
Profilen für Isolierglasscheiben erlaubt, so daß in rationeller und preiswerter Weise
solche Glasscheiben und insbesondere ihre Abstandhalter-Rahmen mit praktisch beliebigen
Biegungen und dabei unterschiedlichsten Krümmungsradien gefertigt werden können,
was bisher nur in aufwendiger Einzelfertigung möglich ist. Selbst eine Serienfertigung
von derartigen Abstandhalterrahmen ist in der Weise möglich, daß die aufeinanderfolgenden
Rahmen unterschiedliche Formen und Biegungen haben können, wenn ein Mikroprozessor
oder Computer mit entsprechender Programmierung mit dieser Biegevorrichtung kombiniert
ist.
[0017] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren ihr als wesentlich zugehörenden Einzelheiten
anhand der Zeichnung noch näher beschreiben.
[0018] Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
Fig. 1 ein Draufsicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Biegen von hohlen Profilen
mit kleinem und/oder großem Krümmungsradius,
Fig. 2 eine teilweise im Schnitt gehaltene Seitenansicht einer Vorrichtung gemäß
Fig. 1 für ein außenseitig vorsprungfreies Hohlprofil,
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung einer Vorrichtung zum Biegen eines
Hohlprofiles mit stegförmigen Verlängerungen seiner Seitenwandungen,
Fig. 4 ein Beispiel eines zu einem Rahmen gebogenen und verbundenen Hohlprofiles,
bei welchem zwei scharfen Ecken ein Bogen mit tangentialem Übergang gegenüberliegt,
Fig. 5 ein Beispiel eines Rahmens, bei welchem der Übergang von zwei parallelen Holmen
in einen bogenförmigen Bereich eine Ecke ist,
Fig. 6 ein Zeit-Hubdiagramm, bei welchem die Hin- und Herbewegungen des Biegewerkzeuges
über die Zeit aufgetragen sind, wenn der Übergang von einem geraden Rahmenholm tangential
in einen bogenförmigen Bereich sowie dieser bogenförmige Bereich gebogen werden sollen,
sowie
Fig. 7 ein Zeit-Hubdiagramm mit der Darstellung der Hin- und Herbewegungen des Biegewerkzeuges
über die Zeit, wobei eine erste Biegung eine scharfe Ecke bewirkt, an welche sich
ein bogenförmiger Bereich anschließt gemäß Fig. 5.
[0019] Eine im ganzen mit 1 bezeichnete, in den Figuren 1 bis 3 schematisiert dargestellte
Vorrichtung dient zum Biegen von hohlen, eventuell mit Trockenmittel gefüllten Abstandhalterprofilen
2 für auf Abstand zu haltende Glasscheiben, insbesondere Isolierglasscheiben. Diese
Vorrichtung 1 hat im Biegebereich des Profiles 2 ein Widerlager 3, gegenüber dessen
Anlagebereich 3a das Profil 2 in noch zu beschreibender Weise umgebogen wird.
[0020] Ferner gehört zu der Vorrichtung ein das Profil 2 gegenüber dem Widerlager 3 umbiegendes,
schwenkbares Biegewerkzeug 4 in Form einer Biegebacke.
[0021] Dieses Biegewerkzeug 4 liegt in Ausgangsposition mit seiner das Profil 2 beim Biegen
beaufschlagenden Anlagefläche 4a in Flucht mit einer Seite einer Profilführung 5,
durch welche das Profil 2 gemäß dem Pfeil Pf1 dem Biegewerkzeug 4 zugeführt wird.
[0022] Durch diesen Pfeil Pf 1 wird gleichzeitig angedeutet, daß die Vorrichtung 1 einen
nicht näher dargestellten Vorschubantrieb für das Profil 2 hat, der vorzugsweise
in Vorschubrichtung vor dem Widerlager 3 angeordnet ist. Das Biegewerkzeug 4 hat seinerseits
einen oszillierenden, umsteuerbaren Schwenkantrieb 6 für eine hin- und hergerichtete
Biege-Schwenkbewegung gemäß den Doppelpfeilen Pf2 und Pf3 in Fig. 3. Diese oszillierende
Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges 4 ist außerdem in den Figuren 6 und 7 für
unterschiedliche Fälle über die Zeit in einem Diagramm dargestellt.
[0023] Mit dieser Vorrichtung 1 kann also das Profil 2 während des Biegens vorgeschoben
und das Biegewerkzeug 4 oszillierend zum Widerlager 3 hin- und von ihm wegbewegt
werden, wobei das Profil 2 vor allem während der Wegbewegung des Biegewerkzeuges 4
vom Widerlager 3 in Richtung des Pfeiles Pf1, also in Vorschubrichtung, weiterbewegt
und bei der nächsten Bewegung des Biegewerkzeuges 4 zum Widerlager 3 hin eine Nachbarstelle
des Profiles gegenüber der vorher gebogenen Stelle beaufschlagt und gebogen werden.
[0024] In den Figuren 2 und 3 ist angedeutet, daß das Biegewerkzeug 4 einen auf der geometrischen
Biegeachse 7 über oder unter dem Widerlager, in diesem Falle unter dem Widerlager,
angeordneten Welle 8 wirkenden umsteuerbaren Antrieb 6 für den schrittweisen Vor-
und Rückwärtshub aufweist. Im Ausführungsbeispiel ist dabei als Antrieb 7 ein handelsüblicher
pneumatischer Schwenkantrieb angedeutet. Bei gemeinsamer Betrachtung der Figuren 2
bzw. 3 und 1 erkennt man, daß die in der Biegeachse 7 oder deren Verlängerung angeordnete
Welle 8 für die Hin- und Her-Schwenkbewegung des Biegewerkzeuges 4 von einem mit
einem Mikroprozessor 9 oder Computer verbundenen Drehweggeber 10 gekoppelt und somit
impulsweise steuerbar und umsteuerbar ist. Somit kann die Hin- und Herbewegung in
beliebiger Weise verändert werden sowohl bezüglich der Amplitude als auch der Frequenz,
so daß im Zusammenwirken mit einer eventuellen gleichzeitigen Anpassung oder Abänderung
der Vorschubgeschwindigkeit nahezu beliebige Bogenformen und Biegungen auch in beliebiger
Reihenfolge aneinander angeschlossen werden können, wobei aber selbstverständlich
auch gleichbleibende große oder kleine Biegungen herge stellt werden können.
[0025] Der Drehweggeber 10 ist dabei in diesem Falle koaxial zu der Welle 8 für die Hin-
und Herbewegung angeordnet, so daß eine unmittelbare Koppelung ohne dazwischen befindliche
Übertragungselemente erreichbar ist, wodurch die Vorrichtung im Aufbau einfach ist.
Der im Ausführungsbeispiel pneumatische handelsübliche Schwenkantrieb 6 ist dabei
zwischen dem Drehgeber 10 und der die Biegebacke bzw. das Biegewerkzeug 4 insbesondere
über einen Hebelarm 11 beaufschlagenden, in der Biegeachse 7 angeorndeten Welle 8
angeordnet.
[0026] In Fig. 1 erkennt man, daß für eine Lagefixierung des Profiles 2 während seines
Vorschubes in Vorschubrichtung vor dem Widerlager 3 die Profilführung 5 vorgesehen
ist. Diese Profilführung 5 für das Profil 2 hat dabei gemäß Fig. 1 gegenüber dem Profil
selbst ein Spiel 12 und 13. Somit kann das Profil 2 praktisch ohne Widerstand durch
diese Profilführung 5 vorgeschoben werden, so daß der auch von diesem Vorschub abhängige
Biegevorgang nicht beeinträchtigt wird.Das Spiel 12 und 13 ist dabei der besseren
Deutlichkeit wegen übertrieben groß gezeichnet.
Um dabei dennoch eine exakte Zufuhr und Orientierung des Profiles 2 in immer gleichbleibender
Lage innerhalb dieser Profilführung 5 und eine möglichst geringe Reibung zu erreichen,
sind gemäß Fig. 1 Rollen 14 zur Überbrückung des Spieles 13 gegenüber dem Profil 2
vorgesehen.
[0027] Beim Vergleich der Figuren 2 und 3 wird deutlich, daß dabei die Vorrichtung 1 unterschiedliche
Profilquerschnitte berücksichtigen kann. Fig. 2 zeigt eine Anordnung für ein allseits
geschlossenes, in seinem Querschnitt vorsprungfreies Profil 2, während bei dem Profil
gemäß Fig. 3 die Seitenstege 2a über einen Quersteg 2b etwas verlängert sind. Zusätzlich
oder stattdessen kann eine weitere Anpaßmöglichkeit darin bestehen, daß die Profilführung
5 und insbesondere ihre Weite zur Anpassung an Profile unterschiedlicher Abmessungen
verstellbar sein kann.
[0028] Vorstehend wurde schon erläutert, in welcher Weise mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 beim Biegen eines Profiles 2 verfahren werden kann. Dabei erlaubt die
Vorrichtung 1 außerdem folgende Ausgestaltungen dieses Verfahrens:
Anfangs können die Biegebewegungen des Biegewerkzeuges 4 kleiner gewählt werden als
im weiteren Verlauf des Biegevorganges. Dies ist beispielsweise auch anhand der Fig.
6 erkennbar, wonach zu Beginn der Zeitachse geringere Hübe erkennbar sind, als wenn
nach einem gewissen Anschwingbereich dann das Biegewerkzeug ständig gemäß dem Pfeil
Pf3 in Fig. 1 hin- und herschwingen kann. Der Doppelpfeil in Fig. 1 verdeutlicht hingegen
einen Anschwingbereich, innerhalb welchem die Biegebacke 4 zunächst kleinere Hübe
durchführt, bis sie schließlich bei ihren Hin- und Herbewegungen auch das in Biegerichtung
äußerste Ende des Pfeiles Pf3 erreicht hat, von wo sie dann immer nur bis zu dem entgegengesetzten
Ende zurückschwingt. Rein schematisch sind dabei in Fig. 6 fünf Anschwing-Hübe und
danach fortlaufend gleichhohe Dauerschwing-Hübe mit konstanter Amplitude dargestellt.
[0029] In Fig. 5 ist ein abstandhaltender Rahmen aus einem gebogenen Profil 2 dargestellt,
bei welchem der Übergang 15 von einer geraden Rahmenseite 16 in eine gebogene oder
bogenförmige Rahmenseite 17 über eine scharfe Umbiegung oder Ecke oder nahezu über
einen Knick erfolgt.
In diesem Falle kann das erfindungsgemäße Verfahren derart ausgestaltet sein, daß
der Bogen 17 des Profiles 2 mittels des hin- und herbewegten Biegewerkzeuges 4 während
des Vorschubes des Profiles 2 gebogen wird und daß zur Bildung der scharfen Biegekante
an der Stelle 15 der Vorschub des Profiles vermindert oder gar unterbrochen und das
Biegewerkzeug bei stellstehendem oder nahezu stillstehendem Profil 2 betätigt wird.
[0030] Das entsprechende Zeit-Hubdiagramm ist in Fig. 7 dargestellt. Dabei erkennt man
zu Beginn des Zeitablaufes einen höheren Hub, welcher zur Bildung der schärferen Ecke
im Bereich 15 dient, während anschließend dann bei einem gleichmäßigen Hin- und Herschwingen
des Biegewerkzeuges 4 mit jeweils übereinstimmenden Hüben der Bogen 17 entsteht.
[0031] Schon aus diesem Beispiel gemäß Fig. 5 ergibt sich, daß also zur Veränderung des
Biegeradius im Verlauf der Biegung die Vorschubgeschwindigkeit für das Profil und/oder
die Frequenz der Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges 4 und/oder der jeweilige
Schwenkweg oder Hub des Biegewerkzeuges 4 verändert, vorzugsweise computergesteuert
werden können. Dabei kann die Frequenz der Hin- und Herbewegung zwischen 1 Hertz
und etwa 30 Hertz gewählt werden und - wie bereits erwähnt - unter Umständen auch
innerhalb dieses Bereiches variiert werden.
[0032] Zu den Doppelpfeilen Pf2 und Pf3 in Fig. 1 sei noch darauf hingewiesen, daß im Dauerschwingbereich
des Biegewerkzeuges 4 gemäß dem Doppelpfeil Pf3 dieses nach einer Anschwingphase
mit der gestrichelt dargestellten Ausgangslage um etwa 10° hin- und herbewegt werden
kann, wobei seine beiden Endpositionen, also die beiden Enden des Doppelpfeiles Pf3
z.B. zwischen etwa 10° und etwa 20° gegenüber der gestrichelt dargestellten Ausgangslage
zu Beginn des Biegevorganges gewählt werden können.
[0033] Es sei noch kurz erwähnt, daß Fig. 4 einen gegenüber Fig. 5 etwas abgewandelten abstandhaltenden
Rahmen zeigt, bei welchem der bogenförmige Übergang 17 tangential aus einem geraden
Rahmenteil 16 übergeht, wobei gegebenenfalls der erste Teil dieses Überganges auch
ein Stück einer allmählich enger werdenden Kurve sein kann, bis dann der Krümmungsradius
des Bogens 17 erreicht ist. Es ergäbe sich dann an dem Übergang zwischen dem Rahmenteil
16 und dem Bogen 17 noch ein kurzes Stück eines Spiral-Bogens.
[0034] Selbstverständlich erlaubt die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 und das erfindungsgemäße
Verfahren auch die Fertigung vollständig runder oder ovaler abstandhaltender Rahmen
oder aber auch alle dazwischen liegenden denkbaren Variationen, so daß eine entsprechend
vielfältige Gestaltung von Isolierglasscheiben ermöglicht wird, ohne daß dies bezüglich
der Rahmenfertigung unbezahlbar wird.
1. Verfahren zum Biegen von hohlen, insbesondere mit Trockenmittel gefüllten Abstandhalterprofilen
für auf Abstand zu haltende Glasscheiben, vorzugsweise Isolierglascheiben, wobei
das Profil vorgeschoben und beim Biegen gegen ein Widerlager angedrückt und hinter
diesem Widerlager mit einem Biegewerkzeug oder einer Biegebacke umgebogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Profil (2) während des Biegens vorgeschoben und das Biegewerkzeug (4) oszillierend
zum Widerlager (3) hin- und von ihm wegbewegt wird und insbesondere während seiner
Wegbewegung das Profil (2) weiterbewegt und bei der nächsten Bewegung zum Widerlager
hin eine Nachbarstelle des Profiles (2) gegenüber der vorher gebogenen Stelle beaufschlagt
und gebogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß anfangs die Biegebewegungen
des Biegwerkzeuges (4) kleiner gewählt werden als im weiteren Verlauf des Biegevorganges.
3. Verfahren zu Herstellen eines abstandhaltenden Rahmens aus einem gebogenen Profil,
bei welchem der Übergang von einer Rahmenseite in eine gebogene Rahmenseite über einen
Knick od.dgl. scharfe Umbiegung erfolgt, nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bogen (17) des Profiles (2) mittels des hin- und herbewegten Biegewerkzeuges
(4) während des Vorschubes des Profiles (2) gebogen wird und daß zur Bildung der scharfen
Biegekante (15) der Vorschub des Profiles vermindert oder unterbrochen und das Biegewerkzeug
bei stillstehendem oder nahezu stillstehendem Profil (2) betätigt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Veränderung
des Biegeradius im Verlaufe der Biegung die Vorschubgeschwindigkeit und/oder die
Frequenz der Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges und/oder der jeweilige Schwenkweg
des Biegewerkzeuges verändert, vorzugsweise computergesteuert werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz
der Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges (4) zwischen etwa 1 Hertz und etwa 30
Hertz gewählt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Dauerschwingbereich
(Pf3) des Biegewerkzeuges (4) dieses nach einer Anschwingphase (Pf2) um etwa 10°
hin- und herbewegt wird, wobei seine beiden Endpositionen z.B. vorzugsweise zwischen
etwa 10° und etwa 30°, insbesondere etwa 20° oder 25°, geggenüber der Ausgangslage
zu Beginn des Biegevorganges gewählt werden.
7. Vorrichtung zum Biegen von hohlen, vorzugsweise mit Trockenmittel gefüllten Abstandhalterprofilen
für auf Abstand zu haltende Glasscheiben, vorzugsweise Isolierglasscheiben, mit einem
Widerlager und einem das Profil gegenüber dem Widerlager umbiegenden schwenkbaren
Biegewerzeuges od.dgl., dadurch gekennzeichnet, daß ein Vorschubantrieb für das Profil (2) - insbesondere in Vorschubrichtung vor
dem Widerlager (3) - vorgesehen ist und daß das Biegewerkzeug (4) einen oszillierenden,
umsteuerbaren Schwenkantrieb (6) für eine hin- und hergerichtete Biegeschwenkbewegung
aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Biegewerkzeug (4)
einen auf der geometrischen Biegeachse (7) über oder unter dem Widerlager angeordneten
Welle (8) wirkenden umsteuerbaren Antrieb (6) für den schrittweisen Vor- und Rückwärtshub
aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Biegeachse
(7) oder deren Ver längerung angeordnete Welle (8) für die Hin- und Herschwenkbewegung
des Biegewerkzeuges (4) von einem mit einem Mikroprozessor (9) oder Computer verbundenen
Drei weggeber (10) impulsweise steuerbar und umsteuerbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Drehwegsgeber (10) koaxial zu der Welle (8) für die Hin- und Herbewegung des Biegewerkzeuges
(4) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Drehweggeber (10) und der die Biegebacke (4) od.dgl. insbesondere über einen Hebelarm
(11) od.dgl beaufschlagenden, in der Biegeachse (7) oder deren Verlängerung angeordneten
Welle (8) ein vorzugsweise pneumatischer Schwenkantrieb (6) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß für
die Zufuhr und Ausrichtung des Profiles (2) eine Profilführung ( 5) vor dem Biegebereich
und dem Widerlager (3) angeordnet ist und das Profil (2) in einer Profilführung (
5) vorzugsweise ein Spiel (13) hat.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
Profilführung (5 ) Rollen (14) od.dgl. zur Überbrückung ihres Spieles (13) und zur
Verminderung des Reibungswiderstandes gegenüber dem Profil (2) aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Profilführung ( 5) und insbesondere ihre Weite verstellbar ist.