[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Frequenzmodulator, der hinsichtlich seiner
Ausgangsfrequenz durch eine Bezugsschwingung über eine Phasenregelschleife stabilisiert
ist. Ein solcher Frequenzmodulator ist beispielsweise durch die DE-PS 29 14 814 bekannt.
[0002] Die direkte Frequenzmodulation von Datensignalen erfordert die Umwandlung von binären
oder mehrwertigen Zeichen in definierte Frequenzabweichungen eines Hochfrequenzträgers
von seiner Mittenfrequenz. Vom phasengeregelten Frequenzmodulator wird dabei verlangt,
daß die Mittenfrequenz und möglichst auch die von der Modulation verursachten Frequenzabweichungen,
die als Frequenzhub bezeichnet werden, an eine Referenzfrequenz angebunden werden
und damit deren Frequenzgenauigkeit erreichen. Diese Anforderungen sind bei phasengeregelten
Modulatoren insbesondere dann schwer zu erfüllen, wenn das Datensignal auch sehr tieffrequente
Zeichenwechsel aufweist oder dessen Gleichstrommittelwert nicht Null ist, wie das
bei vielen Datencodes der Fall ist. Das liegt daran, daß bei Einkopplung des Modulationssignals
in einen spannungsgesteuerten Osziallator eines Phasenregelkreises die so vorgenommene
Frequenzmodulation vom Phasenregelkreis trotz entsprechender Vorkehrungen teilweise
als Störung erkannt und in unerwünschter Weise beeinflußt wird. Gleichstromanteile
des Modulationssignals führen dann zu Mittenfrequenzverschiebungen des HF-Trägers
oder tieffrequente Signalteile werden mehr oder weniger unterdrückt. Um diese Modulatoren
trotzdem einsetzen zu können, ist der nachteilige Übergang auf gleichstromfreie und
damit bitratenerhöhende Codes notwendig.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen phasengeregelten Frequenzmodulator
für digitale Modulationssignale zu schaffen, mit dem diese Probleme in einfacher
Weise gelöst werden. Klu 1 Hfe / 17.02.1988
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einem Frequenzmodulator der einleitend
beschriebenen Art in der Weise gelöst, daß innerhalb der Phasenregelschleife die Frequenz
des spannungsgesteuerten Oszillators (VCO) in einem Frequenzvervielfacher vervielfacht
und anschließend durch einen Swallow-Frequenzteiler bis zur Referenzfrequenz des Phasenvergleichers
heruntergeteilt und in diesem mit der Referenzfrequenz verglichen und mittels eines
Netzwerkes mit einem bestimmten Amplituden- und Phasenfrequenzgang in eine Regelspannung
umgewandelt und einem mit dem Steuereingang des Oszillators verbundenen Addierer zugeführt
wird, auf den zugleich das über ein frequenzbandbegrenzendes und überschwingfreies
Tiefpaßfilter und einen Amplitudeneinsteller geleitete Modulationssignal gleichstromgekoppelt
gegeben wird und daß das Modulationssignal vom Tiefpaßfilterausgang aus auch einer
Steuerschaltung zugeführt wird, die einen steuerbaren Frequenzteiler des Swallow-Frequenzteilers
entsprechend der augenblicklichen Amplitude des Modulationssignals und des gewünschten
Frequenzhubs umschaltet.
[0005] Swallow-Frequenzteiler sind durch Aufsätze in der Funkschau 8/1983, Seiten 73 bis
76 ("Der Synthesizer") und Fairchild "Progress" 8/1975, Seiten 10 bis 12 ("Pulse
Swallowing Revisited") bekannt.
[0006] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen wird erreicht, daß zum einen die direkte Frequenzmodulation
mit beliebig zusammengesetzten Digitalsignalen durch die Phasenregelschleife möglichst
ungestört bleibt und zum anderen die gewünschte Stabilisierung des Frequenzhubes und
der Mittenfrequenz des spannungsgesteuerten Oszillators durch die Regelschleife erfolgt
und außerdem die Modulationsfrequenz höher als der Frequenzhub gewählt werden kann.
Das ergibt sich hauptsächlich durch den Frequenzvervielfacher, die gleichstromgekoppelte
und im Pegel bestimmte Einspeisung des Modulationssignals in den VCO und die Anordnung
des Modulationstiefpasses am Modulationseingang. Darauf wird im folgenden näher eingegangen.
Die Steuerung des Frequenzteilers durch das Modulationssignal kann nicht ideal erfolgen,
da dieser prinzipiell frühestens nach einer Periode des Bezugssignals auf einen neuen
Teilungsfaktor umgestellt werden kann. Wechselt das Modulationssignal während dieser
Zeit seinen Zustand, so ergibt sich für die Zeit vom Modulationszeichenwechsel bis
zum Periodenende des Bezugssignals ein falsches Teilungsverhältnis für den Frequenzteiler
und somit eine Störgröße im Regelkreis und damit in der Modulation. Diese Störgröße
wird umso größer, je kleiner das Verhältnis von Bezugssignalfrequenz zu Modulationsfrequenz
gewählt wird. Ohne den Frequenzvervielfacher würde die Schaltung bereits bei einem
Verhältnis von 1 vollkommen versagen. Durch den Frequenzvervielfacher wird die durch
das nicht ideale Umschalten des Frequenzteilers hervorgerufene Störung der Modulation
um den Vervielfachungsfaktor verbessert. Das ergibt sich daraus, daß die Bezugssignalfrequenz
um den Vervielfachungsfaktor höher gelegt werden kann und damit die Zeit zwischen
Sollund Istwert der Umschaltung des Frequenzteilers um den gleichen Faktor verringert
wird. Bei einer gleichstromfreien Einkopplung des Modulationssignals in den Phasenregelkreis
würde der Gleichstromanteil im modulierten Signal allein durch den vom Modulationssignal
gesteuerten Frequenzteiler erzeugt. Da aber, wie vorher dargelegt, die Frequenzteilersteuerung
nicht vollkommen fehlerfrei realisiert werden kann, würden sich entsprechend zusätzlich
unerwünschte Störungen des modulierten Signals ergeben. Die Regelzeitkonstante des
Phasenregelkreises müßte dann ausschließlich nach der Änderungsgeschwindigkeit des
Gleichstromwertes des Modulationssignals gewählt werden. Die gleichstromgekoppelte
Einspeisung des Modulationssignals in den Phasenregelkreis vermeidet diesen Nachteil
und ermöglicht es, die Regelkonstante des Phasenregelkreises allein hinsichtlich
der durch die Umschaltung des Frequenzteilers verbleibenden Reststörung zu optimieren.
Für die richtige Funktion der Schaltung muß der durch das Modulationssignal im VCO
und der in der gesteuerten Frequenzteilerschaltung erzeugte Frequenzhub gleich sein.
Andernfalls treten Frequenzhubänderungen bei unterschiedlich lang andauernden Modulationssignalzuständen
auf. Deshalb ermöglicht die erfindungsgemäße Schaltung den notwendigen Abgleich des
Frequenzhubs, der durch die direkte Frequenzmodulation des VCO mittels Umod entsteht
nach der Bedingung Δ f = Fref · Δ A/V.
[0007] Ferner werden durch die Anordnung des Modulationstiefpasses vor die Signalaufteilung
in die beiden Modulationszweige unterschiedliche Signallaufzeiten in diesen und damit
zusätzliche Störungen vermieden. Bei der Verwendung des Frequenzmodulators sowohl
für digitale als auch für analoge Modulationssignale wird in den Zeitabschnitten der
analogen Modulation der steuerbare Frequenzteiler auf ein festes Teilungsverhältnis
entsprechend der Trägermittenfrequenz geschaltet. Dies für analoge Sprachsignale
oder Tonsignale möglich, weil dafür keine gleichstromgekoppelte Übertragung erforderlich
ist.
[0008] Der erfindungsgemäße Frequenzmodulator ist sowohl für digitale als auch für analoge
Modulationssignale verwendbar, was ihn für einen Mischbetrieb, wie er z. B. im Netz-C
(Mobiltelefon) gegeben ist, besonders interessant macht. Dabei wird in den Zeitabschnitten
der analogen Modulation der steuerbare Frequenzteiler des Swallow-Frequenzteilers
auf ein festes Teilungsverhältnis entsprechend der Trägermittenfrequenz geschaltet.
[0009] Nachstehend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0010] Es zeigen
Fig. 1 einen Frequenzmodulator im Blockschaltbild und
Fig. 2 einen Swallow-Frequenzteiler mit Vervielfacher im Block schaltbild.
[0011] Beim Frequenzmodulator nach Fig. 1 ist der Modulator-Eingang mit E, der HF-Ausgang
mit A bezeichnet. Im Eingangsweg liegt ein frequenzbandbegrenzendes und überschwingfreies
Tiefpaßfilter (Modulationstiefpaß) 1. Am Ausgang dieses Modulationstiefpasses 1 erfolgt
eine Signalaufteilung, wobei in dem einen Signalweg ein Amplitudeneinsteller 2, ein
Addierer 11 und ein spannungsgesteuerter Oszillator (VCO) 3 angeordnet sind, der
mit dem HF-Ausgang A verbunden ist. Der Oszillator 3, ein Frequenzvervielfacher 4,
der Swallow-Frequenzteiler 5, ein Phasenvergleicher 9 und das Netzwerk 10 mit einem
bestimmten Amplituden- und Phasenfrequenzgang bilden eine Phasenregelkreis. Der Swallow-Frequenzteiler
5, der in Fig. 2 in einer Einzeldarstellung gezeigt ist, besteht aus einem Vorteiler
6, einem Hauptteiler 7 und einem Steuerteiler 8, der von einer im zweiten Signalweg
liegenden Steuerschaltung angesteuert und entsprechend der augenblicklichen Amplitude
des Modulationssignals und des gewünschten Frequenzhubs umgeschaltet wird. Der Vorteiler
6 mit den umschaltbaren Teilungsfaktoren m und m+1 ist mit dem Frequenzvervielfacher
4 verbunden, dessen Vervielfachungsfaktor V beträgt. Ein zweiter Eingang des Vorteilers
6 ist mit dem Steuerteiler 8 verbunden, dessen Teilungsfaktor A ist. Ausgangsseitig
ist der Vorteiler 6 mit dem Hauptteiler 7 (Teilungsfaktor B) und dem Steuerteiler
8 verbunden. Ein erster Ausgang des Hauptteilers 7 ist mit dem Steuerteiler 8, ein
zweiter Ausgang mit dem Phasenvergleicher 9 verbunden, an dem zugleich die Referenzfrequenz
Fref anliegt.
[0012] Die erfindungsgemäße Schaltung funktioniert wie folgt: Die Frequenz des spannungsgesteuerten
Oszillators (VCO) 3 wird im Frequenzvervielfacher 4 vervielfacht und dann durch den
Swallow-Frequenzteiler 5 bis zur Referenzfrequenz Fref des Phasenvergleichers 9
heruntergeteilt, im Phasenvergleicher 9 mit der Referenzfrequenz Fref verglichen und
mit Hilfe des Netzwerkes 10 in eine Regelspannung Ur umgewandelt und dem Addierer
11 zugeführt. Das Modulationssignal wird über das Tiefpaßfilter 1 und den Amplitudeneinsteller
2 zum Addierer 11 gleichstromgekoppelt geführt und außerdem auch der Steuerschaltung
12 zugeführt, die den programmierbaren Frequenzteiler (Steuerteiler) 8 des Swallow-Frequenzteilers
5 entsprechend der augenblicklichen Amplitude des Modulationssignals und des gewünschten
Frequenzhubs umschaltet. Das Ausgangssignal des Addierers 11, in dem eine Summierung
der Regelspannung Ur und des Modulationssignals Umod erfolgt, wird dem Steuereingang
des Oszialltors 3 zugeführt, an dessen Ausgang das modulierte HF-Signal zur Verfügung
steht.
[0013] Im Blockschaltbild nach Fig. 2, das den Swallow-Frequenzteiler mit Vervielfacher
zeigt, sind mit a das Umschaltsignal für den Teilungsfaktor im Vorteiler 6, mit b
das Freigabesignal für den Steuerteiler 8 und mit s vom Modulationssignal abgeleitete
Umschaltsignale für den Steuerteiler 8 bezeichnet.
[0014] Der Zusammenhang zwischen der Trägerfrequenz F mit dem Frequenzhub +/- Δ f am Ausgang
des VCO und dem Vervielfachungsfaktor V der Teilungsfaktoren des Swallow-Frequenzteilers
A+/- Δ A,B,m sowie der Referenzfrequenz Fref ergibt sich aus
F+/- Δ f = (A+/- Δ A + m x B) x Fref / V
mit Δ f = Δ A x Fref / V
oder Fref = V x Δ f / Δ A
[0015] Daraus folgt z. B. für Δ A = V = 1
Δ f = Fref
und z. B. für Δ A = 1 und V > 1
Δ f < Fref
1. Frequenzmodulator, bestehend aus einem in seiner Frequenz modulierbaren Oszillator
(VCO), der hinsichtlich seiner Ausgangsfrequenz durch eine Bezugsschwingung über
eine Phasenregelschleife stabilisiert ist,
dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb der Phasenregelschleife die Frequenz des spannungsgesteuerten Oszillators
(VCO) in einem Frequenzvervielfacher vervielfacht und anschließend durch einen Swallow-Frequenzteiler
bis zur Referenzfrequenz des Phasenvergleichers heruntergeteilt und in diesem mit
der Referenzfrequenz verglichen und mittels eines Netzwerkes mit einem bestimmten
Amplituden- und Phasenfrequenzgang in eine Regelspannung umgewandelt und einem mit
dem Steuereingang des Oszillators verbundenen Addierer zugeführt wird, auf den zugleich
das über ein frequenzbandbegrenzendes und überschwingfreies Tiefpaßfilter und einen
Amplitudeneinsteller geleitete Modulationssignal gleichstromgekoppelt gegeben wird,
und daß das Modulationssignal vom Tiefpaßfilterausgang aus auch einer Steuerschaltung
zugeführt wird, die einen steuerbaren Frequenzteiler des Swallow-Frequenzteilers
entsprechend der augenblicklichen Amplitude des Modulationssignals und des gewünschten
Frequenzhubs umschaltet.
2. Frequenzmodulator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß bei seiner Verwendung für analoge Modulationssignale der steuerbare Frequenzteiler
auf ein festes Teilungsverhältnis entsprechend der Trägermittenfrequenz geschaltet
wird.