[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen
Art sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Fadenspeicher- und -liefervorrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 8.
[0002] Gemäß EP B1 01 74 039 wird die Aufwickelgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Differenz
zwischen einem vorbestimmten Soll-Wert und einem Ist-Wert der Anzahl der auf der Speicherfläche
vorliegenden Fadenwindungen derart verstellt, daß die Differenz in einem begrenzten
Bereich zwischen einem positiven und einem negativen Wert schwankt. Der Soll-Wert
entspricht der Anzahl der Fadenwindungen zur Deckung eines durchschnittlichen Verbrauchs.
Wenngleich damit bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit im Verhältnis zu einem niedrigeren
Durchschnittsverbrauch ein passender Fadenvorrat entsteht, so ist dieser bei hohen
Aufwickelgeschwindigkeiten dann gleich große Fadenvorrat unnötig. Bei einem Gleichgewichtszustand
zwischen der Aufwickelgeschwindigkeit und dem durchschnittlichen Verbrauch wird bei
höherer Aufwickelgeschwindigkeit, bei einer Verbrauchszunahme aufgrund des bereits
schnell laufenden Aufwickelantriebs der Fadenvorrat rascher ergänzt als bei niedriger
Aufwickelgeschwindigkeit. Ein zu großer Fadenvorrat ist jedoch insbesondere im höheren
Aufwickelgeschwindigkeitsbereich unerwünscht, weil die Gefahr sich übereinanderlegender
Windungen größer ist, weil ferner die Aufwickelgeschwindigkeit beim Ergänzen des Fadenvorrats
auf die unnötige Größe zum Durchgehen nach oben tendiert (Übergeschwindigkeit), weil
weiterhin beim Ergänzen des unnötig großen Fadenvorrats das Einschwingen der Aufwickelgeschwindigkeit
auf einen neuen Gleichgewichtszustand nach einer Verbrauchsänderung lange dauert,
weil ferner bei Übergeschwindigkeit die mechanische Belastung des Fadens unzweckmäßig
ansteigt und zu Fadenbrüchen, insbesondere auf der Zuführseite führen kann, und weil
nach einer Verzögerung aufgrund einer Verbrauchsabnahme ausgehend von dem unnötig
großen Fadenvorrat der Fadenvorrat in seiner Größe noch weiter und zu stark anwächst.
Die vielen Windungen im zu großen Vorrat hemmen das Vorwärtsschieben des Fadenvorrats.
Infolge der zeitweisen Übergeschwindigkeit und des zumeist zu großen Fadenvorrats
wird Leistung unnötig verbraucht.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Fadenspeicher- und -liefervorrichtung
anzugeben, die einen optimal kleinen Fadenvorrat auf der Speicherfläche gewährleisten.
[0004] Diese Aufgabe wird verfahrensgemäß mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 und vorrichtungsgemäß mit den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 11 angegebenen
Merkmalen gelöst.
[0005] Das angestrebte Ziel wird verfahrens- und vorrichtungstechnisch einfach durch Berücksichtigung
der Erkenntnis erreicht, daß der Aufwickelantrieb bei höherer Aufwickelgeschwindigkeit
in der Lage ist, bei einer Verbrauchszunahme den Fadenvorrat schneller auf die notwendige
Größe zu ergänzen als bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit, und zwar ohne die Gefahr
eines gänzlichen Leerens des Fadenvorrats, so daß der Vorrat bei höherer Auwickelgeschwindigkeit
kleiner sein kann als bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit. Dem trägt die Änderung
des Soll-Werts Rechnung. Bei einer Verbrauchsabnahme wird mit der Änderung des Soll-Werts
die Vorratsgröße nicht unzweckmäßig erhöht, sondern durch den Soll-Wert nur auf die
für den niedrigeren Verbrauch notwendige Mindestgröße gebracht. Auf welche Weise oder
mit welcher Gesetzmäßigkeit der Soll-Wert verändert wird, richtet sich unter anderem
nach der Leistungsfähigkeit des Aufwickelantriebs, die sich durch eine bekannte, vorrichtungsspezifische
Kennlinie darstellen läßt. Diese Kennlinie kann beispielsweise die Beschleunigungskurve
des Aufwickelantriebs sein. Der Verbrauch bzw. die Charakteristik des Verbrauchs ist
ebenfalls für die Veränderung des Soll-Werts wichtig. Es ist aber davon auszugehen,
daß die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung von vornherein so auf den Verbraucher
abgestimmt ist, daß sie ihn unter allen zu erwartenden Betriebszuständen zuverlässig
versorgen kann. Von besonderer Bedeutung ist die Veränderung des Soll-Werts nicht
nur bei Normalbetrieb, sondern auch in der Anlauf- und der Auslaufphase bis zum Stillstand,
weil der Sollwert dann insofern eine Rolle spielt, als er Übergeschwindigkeit und
beim Auslaufen die Bildung eines zu großen Vorrats unterdrückt. Durch die optimale
Kleinheit des Fadenvorrats bei jedem Verbrauch werden verschiedene Vorteile erreicht.
Zunächst wird mit dem jeweils in der Größe passenden Fadenvorrat die Gefahr sich übereinanderlegender
Windungen reduziert. Es läßt sich der Fadenvorrat mit sehr wenig Widerstand vorwärts
schieben. Ferner ergibt sich eine geringere Maximalgeschwindigkeit des Aufwickelantriebs,
weil die Aufwickelgeschwindigkeit bei einer Verbrauchszunahme nicht mehr nach oben
durchgeht, um für diese hohe Aufwickelgeschwindigkeit den unnötig großen Fadenvorrat
zu bilden. Durch Vermeidung solcher Übergeschwindigkeiten wird die mechanische Belastung
des Fadens insbesondere auf der Zuführseite reduziert und damit die Tendenz zu Fadenbrüchen
in diesem Bereich verringert. Das bisher zwangsweise in Kauf zu nehmende Einschwingen
der Aufwickelgeschwindigkeit auf den Verbrauch entfällt, weil sich die Aufwickelgeschwindigkeit
anhand der Soll-Werte harmonisch an den Verbrauch anpaßt. Durch Wegfall des Einschwingens
wird der jeweilige Gleichgewichtszustand sehr rasch erreicht. Nach verbrauchsbedingtem
Absinken der Aufwickelgeschwindigkeit paßt die Größe des Fadenvorrats sofort wieder
zum neuen Verbrauch, weil die Aufwickelgeschwindigkeit beim Absinken anhand der Soll-Wert-Änderung
ohne spürbares Einschwingen angeglichen wird. Insgesamt resultiert aus dem Verfahren
und der Ausbildung der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung eine höhere Qualität
der Fadenlieferung mit günstiger Leistungsnutzung und weniger Störungen.
[0006] Die Verfahrensform gemäß Anspruch 2 ergibt auf einfach realisierbare Weise die jeweils
optimale Kleinheit des Fadenvorrats. Je höher die Aufwickelgeschwindigkeit bei einem
Gleichgewichtszustand ist, desto kleiner ist der Fadenvorrat. Da die Änderung des
Soll-Werts automatisch erfolgt, braucht von außen nicht eingegriffen zu werden.
[0007] Auch die Maßnahme gemäß Anspruch 3 ist zweckmäßig, weil hiermit berücksichtigt wird,
daß bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit ohnedies ein relativ großer Fadenvorrat
benötigt wird, weil der Aufwickelantrieb bei einer Verbrauchszunahme den Vorrat nur
langsam zu ergänzen vermag.
[0008] Eine wichtige Maßnahme geht ferner aus Anspruch 4 hervor. Die Startanzahl trägt dem
Umstand Rechnung, daß der Aufwickelantrieb ausgehend vom Stillstand am längsten braucht,
um bei einer Verbrauchszunahme die jeweils notwendige Größe des Fadenvorrats aufzubauen.
Die Startanzahl kann dabei dem Soll-Wert für die niedrigste Aufwickelgeschwindigkeit
(Stillstand) entsprechen. Denkbar ist es aber auch, die Startanzahl höher zu wählen
und mit der Einstellung der Aufwickelgeschwindigkeit nach der Soll-Wert-Änderung erst
ab einer vorbestimmten Aufwickelgeschwindigkeit oder nach dem ein Gleichgewichtszustand
erreicht ist zu beginnen. Die Startanzahl ist auch für das erstmalige Auffüllen des
Vorrats erforderlich. Unter der Voraussetzung eines bekannten in etwa konstanten Durchschnittsverbrauches
kann das gesetzte Ziel auch mit wenigstens einer Änderung des Soll-Werts erreicht
werden, d.h., der Steuerung wird relativ zur Startanzahl wenigstens ein geänderter
Soll-Wert gegeben, der auf den bekannten Durchschnittsverbrauch abgestimmt ist und
dafür sorgt, daß der Fadenvorrat bei diesem Durchschnittsverbrauch optimal klein ist,
d.h. kleiner als beim Anlaufen. Der Soll-Wert bzw. die Soll-Wert-Änderung wird zweckmäßigerweise
für die Steuerung dann wirksam, wenn nach dem Anlaufen des Antriebs der Gleichgewichtszustand
erreicht wird. Es läßt sich so eine Einschwingphase unterdrücken, weil diese Einstellung
der Aufwickelgeschwindigkeit nach Verlassen der Startanzahl bald unter Anpassung an
den Sollwert erfolgt.
[0009] Gerade den letztgenannten Anforderungen wird die Verfahrensvariante gemäß Anspruch
5 gerecht.
[0010] Wenn gemäß Anspruch 6 durch die Steuerung der Aufwickelgeschwindigkeit anhand der
Soll-Werte stets die optimale Kleinheit des Fadenvorrats gewährleistet ist und die
Geschwindigkeitssteuerung harmonisch verläuft, werden nicht nur die mechanische Belastung
des Fadens sondern auch die Spannungsänderungen auf der Zulaufseite begrenzt.
[0011] Die Verfahrensvariante gemäß Anspruch 7 hat sich als zweckmäßig erwiesen. Die Beschleunigungskennlinie
des Aufwickelantriebs ist eine gut brauchbare Grundlage zur Bestimmung der verschiedenen
Soll-Werte. Denn vom Beschleunigungs- bzw. Verzögerungs-Verhalten des Aufwickelantriebs
hängt es unter anderem ab, wie rasch der Fadenvorrat ergänzt bzw. verringert wird.
Dabei wird davon ausgegangen, daß der jeweilige Durchmesser der Speicherfläche, der
auch verstellbar sein kann, oder die Fadenqualität nur eine sekundäre Rolle spielen.
[0012] Gemäß Anspruch 8 wird der Soll-Wert in Abhängigkeit vom bekannten Durchschnittsverbrauch
ermittelt, d.h. entweder errechnet oder empirisch gesucht, und der Steuereinheit zur
Benutzung aufgegeben.
[0013] Eine feinfühlige Steuerung läßt sich bei der Verfahrensdurchführung gemäß Anspruch
9 erreichen. Mit welchem Takt die Informationsvergleiche wiederholt werden, richtet
sich nach den jeweiligen Betriebsbedingungen. Die Frequenz kann aber auch höher oder
niedriger gewählt werden, z.B. mittels eines einstellbaren Taktgebers für die Steuereinheit.
[0014] Günstig ist in diesem Zusammenhang die Vorgangsweise gemäß Anspruch 10, weil mit
dem geschlossenen Regelkreis, der durch die Soll-Werte als Führungsgrößen dominiert
wird, eine feinfühlige Steuerung erzielt wird.
[0015] In der Fadenspeicherund -liefervorrichtung gemäß Anspruch 11, deren Merkmale für
sich alleine erfindungswesentlich sind, beeinflußt der Führungsgrößengeber die Steuereinheit
bei der Geschwindigkeitssteuerung, um die optimale Kleinheit des Fadenvorrats bei
jedem Aufwickelgeschwindigkeitswert aufzusuchen oder einzuhalten. Da sich die Steuereinheit
an den Soll-Werten orientiert, wird das Durchgeben der Aufwickelgeschwindigkeit nach
oben bei einer Verbrauchszunahme genauso vermieden, wie eine unzweckmäßige Vergrößerung
des Fadenvorrats bei einer Verzögerung. Die mechanische Belastung für den Faden bleibt
so gering wie möglich. Trotz der optimalen Kleinheit des Fadenvorrats in jedem Aufwickelgeschwindigkeitsbereich
wird ein vollständiges Leeren des Fadenvorrats bei einer Verbrauchszunahme zuverlässig
vermieden.
[0016] Zweckmäßig ist ferner die Ausführungsform gemäß Anspruch 12, weil die Beschleunigungskurve
des Aufwickelantriebs eine bekannte Referenzlinie ist, anhand derer sich die Soll-Werte
ermitteln oder bestimmen lassen.
[0017] Eine weitere, vorteilhafte Ausführungsform, mit einem Mikroprozessor in der Steuereinheit
und mit der Steuereinheit Informationen über die Anzahl der aufgewickelten und die
Anzahl der verbrauchten Windungen und über mindestens einen Soll-Wert bereitstellenden
Fühleinrichtungen, geht aus Anspruch 13 hervor. Der Mikroprozessor wird hierbei zweckmäßigerweise
analog über den Ist-Wert informiert, z.B. durch Zählen der Windungen. Unter bestimmten
Voraussetzungen könnte es ausreichen, den Ist-Wert mittels einer Vielzahl von Fadenfühlern,
vorzugsweise mindestens drei, direkt an der Speicherfläche abzugreifen und daraus
eine fast analoge Information für die Steuereinheit zu bilden. Der Mikroprozessor
in der Steuereinheit ist mit einer zusätzlichen Funktion betraut, die er jedoch problemlos
auszuführen vermag. Es wird die Aufwickelgeschwindigkeit in Abhängigkeit von den Soll-Werten
so eingestellt, daß bei höheren Aufwickelgeschwindigkeitswerten die Größe des Fadenvorrats
in dem Maße abnimmt, wie der Aufwickelantrieb in zunehmendem Maße in der Lage ist,
den Fadenvorrat rascher zu ergänzen. Auch bei einer Verzögerung wird über den Mikroprozessor
dafür gesorgt, daß der Fadenvorrat nicht unzweckmäßig vergrößert wird.
[0018] Regeltechnisch besonders zuverlässig und einfach ist die Ausführungsform gemäß Anspruch
14. In dem Tabellenspeicher sind die Soll-Werte als Reihe vorhanden, deren Dichte
so hoch sein kann, daß sich praktisch eine kontinuierliche Soll-Wertkurve ergibt.
Der aufwickelgeschwindigkeitsabhängig verstellbare Abfragezeiger tastet jeweils nur
einen Soll-Wert ab und übermittelt die daraus abgeleitete Information an die Steuereinheit.
Für einfachere Anwendungsfälle reicht es aber auch aus, die Soll-Werte in einer groben
Stufung vorzusehen, so daß nur ausgewählte Aufwickelgeschwindigkeitswerte betroffen
sind und zwischen diesen signifikante Soll-Wertänderungen auftreten. Bei bekanntem
Durchschnittsverbrauch reicht nur eine Stufe aus, d.h., der dann zutreffende Soll-Wert
ist auf diesen Verbrauch abgestimmt.
[0019] Eine weitere alternative Ausführungsform geht aus Anspruch 15 hervor. Durch Umschalten
von einem Fadenfühler auf den nächsten wird der jeweils neue Soll-Wert selbsttätig
wirksam. Es ergibt sich zwar eine Soll-Wertkurve mit der Anzahl der Fadenfühler entsprechenden
Stufen im Kurvenverlauf. Dies reicht aber zum Erreichen des gestellten Ziels ohne
weiteres aus, insbesondere bei einer großen Anzahl solcher Fühler. Die Abstände zwischen
den einzelnen Fadenfühlern können individuell eingestellt werden. Es ist nicht notwendig,
genau exakt gleiche Abstände zu wählen.
[0020] Einer weitere, alternative Ausführungsform mit einer annähernd stetigen Veränderung
des Soll-Werts geht aus Anspruch 16 hervor. Da der Fadenfühler in Abhängigkeit von
der Aufwickelgeschwindigkeit in Längsrichtung der Speicherfläche verstellt wird, ändert
sich der Soll-Wert, nach dem sich die Steuereinheit bei der Einstellung der Aufwickelgeschwindigkeit
zu richten hat.
[0021] Vorteilhaft ist ferner die Ausführungsform gemäß Anspruch 17, bei der der Soll-Wert
auf elektronische Weise durch Verstellen des begrenzten Teilfühlbereichs eines Breitbandfühlers
verändert wird. In vereinfachter Form würde es auch ausreichen, bei einem Breitbandfühler
eine Blendenöffnung zu verschieben, um den Bereich, in dem der Breitbandfühler die
Speicherfläche abtastet, mit sich ändernder Aufwickelgeschwindigkeit zu verstellen
und den Soll-Wert zu verändern.
[0022] Wichtig ist ferner der Gedanke gemäß Anspruch 18, weil in gleichen Abständen ausgewählte
Aufwickelgeschwindigkeitswerte für ein stabiles Steuerverhalten günstig sind.
[0023] Da die Fähigkeit des Aufwickelantriebs, den Fadenvorrat bei höherer Geschwindigkeit
schneller zu ergänzen als bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit, mit der Geschwindigkeit
nach einer nicht-linearen Gesetzmäßigkeit wachsen kann, ist die Ausführungsform gemäß
Anspruch 19 zweckmäßig. Zwischen niedrigeren Aufwickelgeschwindigkeitswerten können
die Soll-Wertunterschiede klein sein. Bei höheren Aufwickelgeschwindigkeitswerten
sind die Unterschiede der Sollwerte verhältnismäßig größer.
[0024] Gemäß Anspruch 20 kann der elektronischen Steuereinheit der Soll-Wert für den bekannten
Durchschnittsverbrauch auf baulich einfache Weise angeboten werden. Der Soll-Wert
läßt sich individuell verstellen und wird von der Steuereinheit automatisch benutzt,
um im Normalbetrieb den Fadenvorrat klein zu halten.
[0025] Anhand der Zeichnungen werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung,
Fig. 2 ein Diagramm zum Verlauf der Soll-Werte,
Fig. 3 ein Diagramm mit zwei verschiedenen Verläufen der Soll-Werte,
Fig. 4 im Diagramm eine Beschleunigungskennlinie bzw. Geschwindigkeitskurve eines
Aufwickelantriebes einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung,
Fig. 5 in schematischer Darstellung die Fadenspeicher- und -liefervorrichtung von
Fig. 1 während einer Betriebsphase,
Fig. 6 die Vorrichtung von Fig. 1 während einer anderen Betriebsphase,
Fig. 7 eine Detailvariante, und
Fig. 8 eine weitere Detailvariante.
[0026] Bei einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 1 gemäß Fig. 1 wird ein Faden 2 von
einer nicht-dargestellten Vorratsspule abgezogen und durch ein Eintrittsende 3 mittels
eines Aufwickelelementes 4 auf einer stillstehenden Speicherfläche 6 in Form von Windungen
W aufgewickelt. Die Anzahl der Windungen W im Fadenvorrat ist mit n bezeichnet. Aus
dem Fadenvorrat wird der Faden 2 über das Stirnende der Speicherfläche 6 durch ein
Austrittsende 7 von einem Verbraucher C abgezogen, der beispielsweise eine Webmaschine
ist. Das Aufwickelelement 4 wird mittels eines Antriebes 5 mit einer Aufwickelgeschwindigkeit
V angetrieben. Der Antrieb 5 steht mit einer Steuereinheit 8 in Verbindung, die Signale
einer schematisch angedeuteten Fühleinrichtung 9 sowie von einem Fühlelement 10 erhält.
[0027] Mit der Fühleinrichtung 9 (z.B. Hall-Element) kann das Aufwickelorgan 4 abgetastet
werden, so daß die Steuereinheit 8 bei jedem Durchgang des Aufwickelelementes 4 oder
des Fadens 2 wenigstens einen Impuls erhält, der z.B. eine aufgewickelte Windung W
repräsentiert. Ähnlich könnte beim Abwickeln bei Durchgang des Fadens unter der Fühleinrichtung
10 jeweils wenigstens ein Signal erzeugt werden. Die Steuereinheit 8 kann durch Vergleich
der Signale den Ist-Wert der Anzahl n der auf der Speicherfläche 6 vorhandenen Windungen
W ermitteln. Es wäre denkbar, daß die Fühleinrichtung 9 auch andere nicht-dargestellte
Fühlglieder enthält, die die Anzahl der Fadenwindungen W bzw. die axiale Dimension
des Fadenvorrats auf fast analoge Weise feststellen und der Steuereinheit 8 entsprechende
Informationen geben.
[0028] Die Steuereinheit 8 paßt die Aufwickelgeschwindigkeit V an den Verbrauch an, derart,
daß ab Erreichen eines Gleichgewichtszustandes zwischen dem durchschnittlichen Verbrauch
und der Aufwickelgeschwindigkeit gleich viel Faden in einer Zeiteinheit (z.B. m/min)
aufgewickelt, wie abgewickelt wird.
[0029] Ist der Faden 2 ein Schußfaden für eine Webmaschine, dann ergibt sich abhängig von
dem Webverfahren der Webmaschine ein Durchschnittsverbrauch, da der Schußfaden mit
gleichmäßigen kürzeren oder längeren (Mischwechsel- oder regelmäßiges Farbwebverfahren)
oder mit ungleichmäßigen kürzeren oder längeren Zwischenabständen (freies Muster-Webverfahren)
abgezogen wird. Wenngleich bei jedem Eintragvorgang der Schußfaden stärker beschleunigt
und stärker verzögert wird, als der Antrieb 5 seiner Beschleunigungskennlinie entsprechend
beschleunigt oder verzögert paßt die Steuerung sich an den Durchschnittsverbrauch
so an, daß bei einer hohen Schußfrequenz der Antrieb 5 dauernd relativ schnell und
bei unregelmäßiger oder niedriger Schußfrequenz dauernd entsprechend langsamer läuft.
Bei Änderungen des Durchschnittsverbrauchs im Normalbetrieb wird die Aufwickelgeschwindigkeit
über die Steuereinheit 8 verstellt, bis sich jeweils ein Gleichgewichtszustand einstellt.
Im Gleichgewichtszustand muß die Aufwickelgeschwindigkeit nicht notwendigerweise bei
jedem Schuß verändert werden, weil bei den Schuß-Pausen die eingestellte Aufwickelgeschwindigkeit
ausreicht, den Fadenvorrat jeweils entsprechend zu ergänzen.
[0030] Da bei höherem Durchschnittsverbrauch und höherer Aufwickelgeschwindigkeit im Gleichgewichtszustand
der Fadenvorrat schneller ergänzt wird als bei niedrigerem Durchschnittsverbrauch
und einer niedrigeren Aufwickelgeschwindigkeit, erfolgt die Steuerung so, daß der
Fadenvorrat mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit kleiner wird und stets nur so
groß ist, daß er unter Verbrauch nicht unter ein funktionsnotwendiges Maß geleert
wird.
[0031] Bei der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung 1 gemäß Fig. 1 wird der Soll-Wert nV
für die Anzahl n der Windungen W auf der Speicherfläche 6 gemäß Fig. 2 mit sich ändernder
Aufwickelgeschwindigkeit verändert, derart, daß der Sollwert nV mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit
V ab- und mit fallender Aufwickelgeschwindigkeit V zunimmt (Fig. 2). Im Diagramm der
Aufwickelgeschwindigkeit V über der Anzahl n der Windungen W ergibt sich damit eine
von Punkten 12 bestimmte Soll-Wertkurve 11, die ausgehend von einem Sollwert nST gekrümmt
nach links verläuft. Der Sollwert nST ist eine Startanzahl, die in Abhängigkeit von
der Beschleunigungskennlinie des Antriebs 5 und/oder des maximalen Verbrauches so
festgelegt ist, daß der Fadenvorrat ausgehend von der Aufwickelgeschwindigkeit Null
gerade nicht geleert wird. Wie in Fig. 2 mit nST′ angedeutet ist, könnte die Startanzahl
auch höher sein, d.h., daß dann die Steuereinheit 8 die Sollwerte der Kurve 11 erst
ab einem bestimmten Aufwickelgeschwindigkeitswert berücktsichtigt und die Steuerung
des Antriebs 5 erst ab diesem Aufwickelgeschwindigkeitswert entsprechend der Kurve
11 vornimmt, um bei den den Punkten 12 entsprechenden Werten jeweils eine vorbestimmte
Kleinheit des Fadenvorrats einzustellen. Damit die Steuereinheit 8 im letztgenannten
Fall die Startanzahl nST′ der Windungen einstellen kann, ist beispielsweise gemäß
Fig. 5 ein Start-Fühler ST vorgesehen, der z.B. nur für diese Phase oder zum erstmaligen
Auffüllen des Vorrats in die Steuerung eingreift.
[0032] Fig. 3 verdeutlicht ein Diagramm ähnlich dem von Fig. 2, wobei allerdings nur drei
Punkte 12
F3, 12
F2 und 12
F1 für drei Soll-Werte vorherbestimmt sind. Es ergibt sich hierbei nur eine gestufte
Kurve 11′. Auch mit den Soll-Werten entlang dieser Kurve 11′ wird erreicht, daß die
Größe des Fadenvorrats mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit abnimmt. Ferner ist
in Fig. 3 als Alternative angedeutet, den Soll-Wert, ausgehend von nST für die Startanzahl,
in nur einer Stufe auf einen niedrigeren Soll-Wert nC zu verändern. Die den geänderten
Soll-Wert repäsentierende vertikale Kurve (strichliert) ist nach dem in diesem Fall
in etwa bekannten und annähernd konstanten Durchschnittsverbrauch so gewählt, daß
der Fadenvorrat bei diesem Verbrauch C (horizontale strichlierte Linie) so klein wie
möglich bleibt. Obwohl der geänderte Sollwert nC von der Geschwindigkeit Null ausgehend
gezeichnet ist, richtet sich die Steuerung erst nach der Anlaufphase nach dem Soll-Wert
nC, so daß ein Einschwingen weitgehend unterbleibt. Diese einfache Lösung ist z.B.
bei Farbund/oder Mischwechsel-Webverfahren brauchbar. Der Soll-Wert nC wird der Steuereinheit
8, z.B. mit einem Code-Schalter direkt zugeführt.
[0033] Der Soll-Wert ist hiermit individuell einstellbar, ehe er von der Steuereinheit vorzugsweise
automatisch berücksichtigt wird.
[0034] Die Kurve 11 in Fig. 2 ist beispielsweise von der Beschleunigungskennlinie 13 des
Antriebs 5 abgeleitet, die in Fig. 4 für einen speziellen Antriebsmotor gezeigt ist.
Die Beschleunigung verläuft gemäß Fig. 4 mit einem relativ starken Anstieg, um dann
mit allmählich nachlassendem Anstieg bei ca. 500 msek. eine maximale Aufwickelgeschwindigkeit
von 6250 rpm zu erreichen. Der Verlauf der Kurve 11 gemäß Fig. 2 kann in Abhängigkeit
vom Verlauf der Kurve 13 gemäß Fig. 4 ermittelt werden. Die Kurve 11 kann sogar eine
mathematisch darstellbare Funktion der Kurve 13 sein.
[0035] Fig. 2 zeigt, daß bei der ausgewählten Ausführungsform der Soll-Wert nV für die Anzahl
n der Windungen W auf der Speicherfläche 6 bei geringen Aufwickelgeschwindigkeiten
nur schwach abnimmt, um mit höheren Aufwickelgeschwindigkeiten immer stärker abzunehmen.
Die Punkte auf der Kurve 11 bzw. auf der Kurve 11′, die die jeweiligen Soll-Werte
repräsentieren, können berechnet oder sogar empirisch vorbestimmt werden.
[0036] Fig. 5 und 6 verdeutlichen das Verfahren zur Steuerung der Fadenliefer- und -speichervorrichtung
1 gemäß Fig. 1 in zwei Betriebsphasen während des Normalbetriebs, d.h. jeweils bei
Vorliegen eines Gleichgewichtszustandes zwischen dem Durchschnittsverbrauch und der
Aufwickelgeschwindigkeit, d.h., bei einem Zustand, bei dem in einer Zeiteinheit die
gleiche Anzahl an Windungen auf die Speicherfläche 6 aufgebracht wird, wie sie in
dieser Zeiteinheit abgezogen wird (m/min).
[0037] Gemäß Fig. 5 laufen Antrieb 5 und Aufwickelorgan 4 mit einem Aufwickelgeschwindigkeitswert
V1. Die Fühleinrichtung 10 für die abgezogenen Windungen ist über eine Steuerleitung
14 mit der Steuereinheit 8 verbunden. In der Fühleinrichtung 9 kann ein Sensor enthalten
sein, der die Bewegung des Aufwickelorgans 4 abtastet und über eine Steuerleitung
15 Signale an die Steuereinheit 8 gibt. Ferner erhält die Steuereinheit 8 die Information
zum Aufwickelgeschwindigkeitswert V1, z.B. über eine Steuerleitung 16. Die Information
könnte von der Fühleinrichtung 9 oder vom Antrieb 5 direkt stammen, mit dem die Steuereinheit
8 über eine Leitung 17 in Verbindung steht. Die Steuereinheit 8 enthält einen Mikroprozessor
MP. Dieser kann aus den Informationen analog den Ist-Wert der Anzahl der Windungen
W ermitteln.
[0038] Die Steuereinheit 8 bzw. der Mikroprozessor MP in der Steuereinheit 8 enthält einen
Tabellenspeicher 18, der die Soll-Werte nV, beispielsweise als Diagramm 19 mit der
Kurve von Fig. 2, an vorbestimmten Speicherplätzen enthält. Eine strichpunktiert angedeutete
Steuerleitung 20 ist für den Tabellenspeicher 18 als mit der Aufwickelgeschwindigkeit
verstellbarer Abfragezeiger anzusehen, der bei vorbestimmten Aufwickelgeschwindigkeitswerten
jeweils vorbestimmte Speicherplätze des Tabellenspeichers 18 abfrägt, und nun den
Soll-Wert nV1 beim Aufwickelgeschwindigkeitswert V1 an den Mikroprozessor MP übermittelt.
Durch Informationsvergleich stellt der Mikroprozessor MP fest, ob der Ist-Wert dem
Soll-Wert nV1 entspricht, der in Fig. 5 die axiale Lage der letzten Windung W des
Fadenvorrats auf der Speicherfläche 6 angibt. Ist das Resultat des Informationsvergleichs
Null oder ein Wert innerhalb eines zulässigen Toleranzbereiches, dann wird die Aufwickelgeschwindigkeit
V1 beibehalten. Ergibt der Informationsvergleich eine zu starke Abweichung, dann veranlaßt
die Steuereinheit 8 eine Beschleunigung oder Verzögerung des Antriebs 5, um eine Angleichung
zwischen dem Ist-Wert und dem Soll-Wert herbeizuführen. Dieser Informationsvergleich
wird in vorbestimmten Zeitabständen (z.B. durch einen Taktgeber für den Mikroprozessor
bestimmt) wiederholt.
[0039] Gemäß Fig. 6 wird der Informationsvergleich bei höherem Aufwickelgeschwindigkeitswert
V2 durchgeführt, bei dem aus dem Tabellenspeicher 18 der kleinere Sollwert nV2 gefunden
wird. Es ist erkennbar, daß der Fadenvorrat bei der Aufwickelgeschwindigkeit V2 kleiner
ist als in Fig. 5.
[0040] Ist das Resultat des Informationsvergleichs Null oder ein Wert innerhalb eines zulässigen
Toleranzbereiches, dann wird die Aufwickelgeschwindigkeit V2 beibehalten. Ist das
Resultat eine nicht tolerierbare Abweichung, dann stellt die Steuereinheit 8 die Aufwickelgeschwindigkeit
höher oder niedriger ein und führt weitere Informationsvergleiche durch, um den Ist-Wert
wieder am Soll-Wert zu halten.
[0041] Im Ergebnis steuert die Steuereinheit die Aufwickelgeschwindigkeit in Abhängigkeit
von den Soll-Werten, um zumindest bei ausgewählten Aufwickelgeschwindigkeitswerten
jeweils eine optimale Kleinheit des Fadenvorrats zu erhalten.
[0042] Die Steuerung erfolgt in einem geschlossenen Regelkreis, wobei die Soll-Werte Führungsgrößen
für die Regelung darstellen. Bei der vorbeschriebenen Ausführungsform Fig. 1 bis 6
wird der Soll-Wert als fiktive Größe verändert, ohne den Fadenvorrat auf der Speicherfläche
im Hinblick auf den Ist-Wert direkt abzutasten.
[0043] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 7 ist der Speicherfläche 6 eine längsverlaufende
Führung 21 zugeordnet, an der eine Faden-Fühleinrichtung 23 mit engem Fühlbereich
parallel zur Speicherfläche 6 verstellbar ist. Die Fühleinrichtung 23 ist mit einem
Spindelantrieb 22 gekoppelt, der von einem Verstellantrieb 24 beaufschlagt wird. Über
eine Steuerleitung 25 - entweder über die Steuereinheit 8 oder direkt - ist der Verstellantrieb
24 entsprechend der Aufwickelgeschwindigkeit des Antriebs 5 so betätigbar, daß der
Abstand s der Fühleinrichtung 23 vom Beginn der Führung 21 eine Funktion der gegenwärtigen
Aufwickelgeschwindigkeit V2 ist. Wird die Aufwickelgeschwindigkeit erhöht, dann verfährt
die Fühleinrichtung 23 näher zum linken Ende der Führung 21; wird die Aufwickelgeschwindigkeit
geringer, dann verfährt die Fühleinrichtung 23 entsprechend in die entgegengesetzte
Richtung. Über eine Steuerleitung 26 ist die Fühleinrichtung 23 mit der Steuereinheit
8 für den Antrieb 5 in signalübertragender Verbindung. Auf nicht dargestellte, aber
übliche Weise steuert die Steuereinrichtung 8 die Aufwickelgeschwindigkeit des Aufwickelorgans
4 so, daß die Größe des Fadenvorrats dem jeweils einer bestimmten Aufwickelgeschwindigkeit
entsprechenden Soll-Wert, d.h. Abstands der Fühleinrichtung 23 vom linken Ende der
Führung 21, entspricht.
[0044] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 7 kann die Steuerung mit dem sich ändernden Soll-Wert
und anhand des analogen Ist-Werts, ähnlich wie zu Fig. 5 und 6 angedeutet, vorgenommen
werden.
[0045] In Fig. 7 ist es wichtig, daß der Verstellantrieb 24 die Fühleinrichtung 23 nicht
linear verstellt, sondern mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit zunehmend stärker
in Richtung zum linken Ende der Führung 21 hin verschiebt.
[0046] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 8, zu der das Diagramm (ausgezogene Kurve 11′)
von Fig. 3 paßt, sind an der Führung 21 parallel zur Speicherfläche 6 und in Längsrichtung
mit Zwischenabständen drei Fühleinrichtungen F1, F2, F3 angebracht. Die Steuerleitung
26 zur Steuereinheit 8 ist über eine Umschalteinrichtung 27 in drei Steuerleitungszweige
26₁, 26₂, 26₃ aufgezweigt. Die Umschalteinrichtung 27 ist über eine Steuerleitung
28 in Abhängigkeit von der Aufwickelgeschwindigkeit des Antriebs 5 umschaltbar, derart,
daß jeweils nur eine der Fühleinrichtungen F1, F2, F3 in signalübertragender Verbindung
mit der Steuereinheit 8 steht. Mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit wird von der
Fühleinrichtung F1 zunächst auf die Fühleinrichtung F2 und später auf die Fühleinrichtung
F3 umgeschaltet, und zwar jeweils bei einem vorbestimmten Wert der Aufwickelgeschwindigkeit.
Gemäß Fig. 8 ist bei der Aufwickelgeschwindigkeit V2 die Fühleinrichtung F2 aktiv,
deren Signale von der Steuereinheit 8 dazu benutzt werden, die letzte Windung W des
Fadenvorrats bei der Position der Fühleinrichtung F2 zu halten, d.h., entsprechend
dem Soll-Wert nV2 für die Aufwickelgeschwindigkeit V2. Den jeweiligen Gegebenheiten
angepaßt lassen sich die Fühleinrichtungen auf der Führung 21 individuell versetzen.
Es können auch mehr als drei Fühleinrichtungen vorgesehen sein, um zu einer feineren
Abstufung zwischen den Soll-Werten zu gelangen.
[0047] Es wäre ferner denkbar, einen festinstallierten Breitbandfühler, vorzugsweise einen
sogenannten CCD-Opto-Sensor oder eine Fotozellenmatrix, vorzusehen, der den ganzen
oder zumindest einen überwiegenden verbrauchsseitigen Teil des Fadenvorrats überwacht,
und den Breitbandfühler elektronisch so zu steuern, daß ein Fühlteilbereich in Abhängigkeit
von der Aufwickelgeschwindigkeit mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit in Richtung
auf eine Verkleinerung des Fadenvorrats innerhalb des Fühlbereichs verstellt wird.
Eine blendenartige Öffnung könnte auch vor dem Breitbandfühler entsprechend verstellt
werden.
[0048] Bei allen Ausführungsformen wird die Größe des Fadenvorrates, der bei einem Gleichgewichtszustand
zwischen dem Durchschnittsverbrauch und der Aufwickelgeschwindigkeit vorliegen muß,
mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit verringert, um bei höheren Aufwickelgeschwindigkeiten
den Effekt zu nutzen, daß der Aufwickelantrieb bei höherer Aufwickelgeschwindigkeit
einen Fadenvorrat schneller zu ergänzen vermag als bei niedriger Aufwickelgeschwindigkeit.
Durch Vorgabe eines Soll-Wertes für die Größe des Fadenvorrates und durch Zurücknehmen
oder Ändern des Soll-Wertes mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit wird dies entweder
auf elektronischem Weg in der Steuereinheit oder auf halb-mechanischem Weg über entsprechend
verstellbare oder umschaltbare Fühleinrichtungen durchgeführt.
1. Verfahren zum Steuern einer Fadenspeicher- und -liefervorrichtung, inbesondere für
eine Webmaschine, auf deren Speicherfläche der Faden in Windungen aufwickelbar und
von einem Verbraucher abziehbar ist, bei dem eine Steuereinheit eines Aufwickelantriebs
zumindest anhand des Ist-Werts der Anzahl der Windungen auf der Speicherfläche die
Aufwickelgeschwindigkeit verbrauchsabhängig verstellt, um die Windungsanzahl einem
vorbestimmten Soll-Wert anzugleichen, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert bei wenigstens einer Änderung der Aufwickelgeschwindigkeit verändert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert umgekehrt wie die Aufwickelgeschwindigkeit und automatisch verändert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert zumindest oberhalb einer vorbestimmten Aufwickelgeschwindigkeit
umgekehrt wie die Aufwickelgeschwindigkeit verändert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert (nV, nC, nST) ausgehend von einer vorrichtungs- und/oder verbrauchsabhängigen
Startanzahl umgekehrt wie die Aufwickelgeschwindigkeit oder in wenigstens einer Stufe
verändert wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Startanzahl (nST, nST′) in Abhängigkeit von einer antriebsspezifischen Kennlinie
des Aufwickelantriebs, vorzugsweise vom Beschleunigungsverhalten und/oder von einer
verbrauchsspezifischen Kennlinie, vorzugsweise dem maximalen Verbrauch eingestellt
wird.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert (nV) im Verhältnis zur oder als Funktion der Aufwickelgeschwindigkeit
verändert wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sollwert (nV) als Funktion der Beschleunigungskennlinie (13) des Aufwickelantriebs
(5) verändert wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ausgehend von der Startanzahl in Abhängigkeit von einem bekannten Durchschnittsverbrauch
der Sollwert ermittelt und eingestellt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ausgewählten Aufwickelgeschwindigkeitswerten (V1, V2) unterschiedliche
Sollwerte (nV1, nV2) zugeordnet werden, daß die Steuereinheit (8) bei den ausgewählten
Aufwickelgeschwindigkeitswerten jeweils eine Sollwert-Information erhält und diese
mit einer Ist-Wert-Information vergleicht, daß in Abhängigkeit vom Resultat des Informationsvergleichs
die Aufwickelgeschwindigkeit gesteigert oder verringert wird, und daß der Informationsvergleich
zumindest beim nächsten ausgewählten Aufwickelgeschwindigkeitswert wiederholt wird.
10. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufwickelgeschwindigkeit in einem geschlossenen Regelkreis unter wiederholtem
Informationsvergleich den Sollwert entsprechend eingestellt wird, daß jeder Sollwert
vorrichtungs- und verbrauchsspezifisch vorgewählt ist, und daß der Ist-Wert aus den
aufgewickelten und den verbrauchten Windungen ermittelt wird.
11. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung, insbesondere für eine Webmaschine (T), mit
einer Speicherfläche (6) für Fadenwindungen (W) mit einem Aufwickelantrieb (5) und
mit einer Steuereinheit (8) zur verbrauchsabhängigen Steuerung der Aufwickelgeschwindigkeit
(V) anhand wenigstens eines Sollwerts (nV, nST) für die Anzahl der Fadenwindungen
(W), dadurch gekennzeichnet, daß der Steuereinheit (8) ein Führungsgrößengeber (18, 23, 36) für mehrere variierende
Sollwerte (nV, nST) zugeordnet ist, und daß die Sollwerte (nV, nST) mit steigender
Aufwickelgeschwindigkeit (V) abnehmen.
12. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Führungsgrößengeber (18, 23, 26) bereitgestellten Sollwerte mit steigender
Aufwickelgeschwindigkeit (V) proportional zur Beschleunigungskurve (13) des Aufwickelantriebs
oder als Funktion der Beschleunigungskurve (13) abnehmen.
13. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach Anspruch 11, mit einem Mikroprozessor
(MP) in der Steuereinheit (8), mit der Steuereinheit (8) Informationen über die Anzahl
der aufgewickelten und der Anzahl der verbrauchten Windungen und über mindestens einen
Sollwert bereitstellenden Fühleinrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß dem Mikroprozessor (MP) ein abfragbarer Speicher für eine Reihe von aufwickelgeschwindigkeitsabhängigen
Sollwerten (nV) zugeordnet ist, daß im Speicher jeweils bei einem ausgewählten Aufwickelgeschwindigkeitswert
(V, V1, V2) ein Sollwert (nV, nST) abfragbar ist, und daß im Mikroprozessor (MP) aus
den Informationen der Istwert (n) der Anzahl der Windungen ermittelbar und zur Einstellung
der Aufwickelgeschwindigkeit (V) mit dem abgefragten Sollwert vergleichbar ist.
14. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollwerte in einem Tabellenspeicher (18) gespeichert sind, dessen Speicherplätze
mit einem aufwickelgeschwindigkeitsabhängig verstellbaren Abfragezeiger (20) abfragbar
sind.
15. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß in der Fadenspeicher- und -liefervorrichtung (1) in Längsrichtung der Speicherfläche
(6) verteilt mehr als zwei auf die Speicherfläche ausgerichtete und mit der Steuereinheit
verbundene Fadenfühler (26₁, 26₂, 26₃) vorgesehen sind, daß jeder Fadenfühler auf
einen vorbestimmten Sollwert der Anzahl der Windungen (W) eingestellt ist, und daß
eine Umschaltvorrichtung (27) vorgesehen ist, mit der in Abhängigkeit von der Aufwickelgeschwindigkeit
zwischen den Fadenfühlern umschaltbar ist.
16. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß ein in Längsrichtung der Speicherfläche (6) verstellbar gelagerter Fadenfühler
(23) vorgesehen ist, der mit einem Verstellantrieb (24) verbunden ist, und daß der
Fadenfühler mit dem Verstellantrieb in Abhängigkeit von der Aufwickelgeschwindigkeit
verstellbar ist.
17. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß ein in Längsrichtung der Speicherfläche (6) ausgerichteter Breitbandfadenfühler,
vorzugsweise ein sogenannter CCD-Fühler oder eine Fotozellen-Matrix, mit einem in
Längsrichtung begrenzbaren Teilfühlbereich vorgesehen ist, und daß der Teilfühlbereich
innerhalb des Breitband-Fühlbereichs elektronisch und in Abhängigkeit von der Aufwickelgeschwindigkeit
verschiebbar ist.
18. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollwerte in gleichen Abständen ausgewählten Aufwickelgeschwindigkeitswerten
zugeordnet sind.
19. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach den Ansprüchen 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Sollwerten innerhalb der Sollwertreihe
mit steigender Aufwickelgeschwindigkeit zunehmen.
20. Fadenspeicher- und -liefervorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsgrößengeber ein Code-Schalter ist, in dem der Sollwert, vorzugsweise
verstellbar, auf einen bekannten Durchschnittsverbrauch eingestellt ist.