[0001] Die Erfindung betrifft eine Schiene für Motorkettensägen mit einer Längsachse und
einer Breite quer zur Längsachse, mit am einen Ende ausgebildeten Anschlußorganen
für eine Schienenaufnahme, mit einer am anderen Ende ausgebildeten, einen Krümmungsradius
aufweisenden Spitze, die zwei auf je einer Seite der Achse liegende Teile aufweist,
mit einem zum einen Spitzenteil hinführenden und in dieses übergehenden, auf derselben
Seite der Achse wie dieses liegenden Einlaufabschnitt und mit einem vom anderen Spitzenteil
wegführenden, auf der anderen Seite der Achse liegenden Auslaufabschnitt.
[0002] Schienen dieser Art sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen bekannt. Sie unterscheiden
sich insbesondere hinsichtlich ihrer Breite, d.h. dem maximalen Abstand der Einlaufseite
von der Auslaufseite, der Anschlußorgane, deren Lage und Form durch die Schienenaufnahmen
der Motorkettensägen verschiedener Hersteller vorgegeben sind, dem Vorhandensein oder
Fehlen eines im Bereich der Spitze angeordneten Umlenksterns, dem Vorhandensein oder
Fehlen einer im Bereich der Spitze angebrachten Panzerung und der Breite der in ihrer
Umfangsfläche ausgebildeten Führungsnut, die zur Aufnahme der Treibglieder der Sägekette
dient, die in Abhängigkeit von der Kettenart unterschiedliche Breiten besitzen.
[0003] Das größte Problem bei der Anwendung von Motorkettensägen mit derartigen Schienen
ist der sog. Rückschlag (kick-back). Darunter wird ein unkontrolliertes Zurückschleudern
einer Motorkettensäge längs einer bogenförmigen Bahn in Richtung des Benutzers verstanden,
was zu ernsthaften Verletzungen und sogar Todesfällen führen kann. Rückschläge dieser
Art treten auf, wenn die Sägekette im Bereich der Einlaufseite der Schienenspitze
auf Holz oder einen anderen harten Gegenstand trifft. Von Fachleuten wurde ermittelt,
daß derartige Rückschläge in nur 2/10 Sekunden erfolgen können ("Arbeitssicherheit
aktuell - Waldarbeit", Herausgeber: Bundesverband der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften,
dem Bundesverband der Unfallversicherungsträger der Öffentlichen Hand und Kuratorium
für Waldarbeit und Forsttechnik, 10/1985).
[0004] Das Problem des Rückschlags, der nach Meinung von Kettensägenherstellern, insbesondere
im oberen Viertel der Schienenspitze auftritt, könnte dadurch vermieden werden, daß
die Schiene im Bereich der Spitze mit Abdekkungen versehen wird, die eine Berührung
der kritischen Bereiche der säge mit harten Gegenständen unmöglich machen. Hierdurch
würden jedoch einerseits die nutzbaren Sägebreiten verringert und andererseits besondere
Operationen wie beispielsweise das "Einstechen" in das Holz mit der Sägespitze unmöglich
gemacht. Derartige Sicherheitsmaßnahmen haben sich daher bisher nicht durchgesetzt.
Automatische Schnellbremsen, die durch das abrupte Rückschlagen der Motorkettensäge
ausgelöst werden und die Sägekette in kurzer Zeit zum Stillstand bringen sollen, können
das Problem der Rückschläge nicht vermeiden, sonderen allenfalls deren schädliche
Wirkung vermindern. Versuche, die Rückschläge durch spezielle Sägekettenkonstruktionen
auszuschalten, haben bisher allenfalls zu einer Minderung, nicht aber zu einer Beseitigung
der Rückschlaggefahr geführt. Dasselbe gilt schließlich für spezielle Schienenkonstruktionen.
Obwohl bekannt bzw. vermutet wird, daß kleine Umlenkradien im Bereich der Spitze
und/oder Unsymmetrien bzw. Abflachungen der Schiene in dem an das Auslaufende der
Spitze grenzenden Bereich und/oder Wölbungen der Einlauf- bzw. Auslaufseiten der Schiene
die Rückschlaggefahr vermindern können, ist bisher keine Motorkettensäge bekannt geworden,
bei deren Anwendung Rückschläge generell vermieden werden. Dies ergibt sich aus der
Tatsache, daß alle Hersteller von Motorkettensägen ihre Produkte allenfalls als
"rückschlagarm" bezeichnen und wie die Berufsgenossenschaften in ihren Prospekten,
Bedienungsanleitungen od.dgl. stets auf das Problem des Rückschlagens hinweisen.
[0005] Angesichts dieser aktuellen Situation besteht ein erheblicher Bedarf an Motorkettensägen,
die nicht nur als "rückschlagarm" bezeichnet werden können, sondern bei denen Rückschläge,
die zu ernsthaften Verletzungen führen könnten, nicht mehr auftreten.
[0006] Vorgeschlagen worden ist bereits eine Kettensäge, deren Ausbildung das Problem lösen
soll, daß sich die Zähne der Sägekette leicht verhaken, wobei die Kettensäge so ausgebildet
werden soll, daß sie sich auch zum Einbohren von Löchern in Holz eignet. Hierzu ist
vorgeschlagen worden, daß für die Verwendung der Säge im Spannbetrieb und zum Einbohren
die Krümmung des freien äußeren Endes des Schneid blattes im Bereich der Rücklaufseite
größer als im Bereich der Schneidführungsseite ist, so daß die Kette am freien äußeren
Ende zuerst gemäß einer flachen Kurve verläuft und in den Endteil des äußeren Endes
im Bereich der Rücklaufseite mit kleinem Krümmungsradius übergeht, wobei die Rücklaufseite
relativ geradlinig verläuft. Eine Spitze ist hierbei jedoch nicht vorgesehen (DE-PS
15 03 968).
[0007] Eine andere bekannte Lösung stellt sich die Aufgabe, eine Kettensäge zu schaffen,
bei der u.a. die Gefahr des Rückschlages bzw. des Rückstoßes im Einsatz stark reduziert
wird und besteht darin, daß der verhältnismäßig lange Basisteil derart symmetrisch
zur Längsrichtung aufgebaut ist, daß wechselweise beide Längskanten als Führungskante
für die Sägekette auf der Schneidseite des Schwertes Verwendung finden können, und
daß die verhältnismäßig kurze, auf das vordere Ende des Basisteils aufsteckbare Schwertnase
eine mit verhältnismäßig starker Krümmung in das Umlenkrad übergehende und der Rücklaufseite
des Schwertes zugeordnete Führungskante sowie eine mit verhältnismäßig allmählicher
Krümmung von dem Umlenkrad ablaufende und der Schneidseite des Schwertes zugeordnete
Führungskante hat (DE-OS 27 51 061).
[0008] Die Erfindung bezweckt daher, das Problem des Rückschlagens bei Motorkettensägen
zu beseitigen. Die spezielle Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Schiene für
Motorkettensägen zu schaffen, die das Problem des Rückschlagens aufgrund ihrer besonderen
Form und Geometrie beseitigt, ohne dadurch die Ge brauchsfähigkeit der Schiene oder
der mit ihr ausgerüsteten Motorkettensäge in irgendeiner Weise zu beschränken.
[0009] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das auf derselben Seite der Achse wie der
Einlaufabschnitt liegende Spitzenteil der Spitze einen kleinen Krümmungsradius,
der kleiner oder gleich einem Viertel der Breite (R2 ≦ 0,25 B) ist, aufweist und der
Einlaufabschnitt über eine Einlaufschräge in dieses Spitzenteil übergeht, die tangential
in dieses Spitzenteil mündet und mit der Achse einen spitzen Winkel α bildet.
[0010] Die Erfindung bringt mehrere erhebliche Vorteile mit sich. Zunächst kann durch bloße
Ausgestaltung der Schiene das Rückschlagen praktisch völlig verhindert werden. Untersuchungen
haben ergeben, daß bei Anwendung der erfindungsgemäßen Schiene problemlos mit der
Schienenspitze gesägt werden kann, was bisher aus Sicherheitsgründen ausdrücklich
verboten war. Auch das Sägen mit der Oberseite der Schiene ist mit der neuen Schiene
völlig ungefährlich, da keine oder nur so geringe Rückschläge auftreten, daß diese
kaum bemerkt werden und auch beim Sägen über Schultrehöhe nicht zu Verletzungen führen
können. Weiterhin haben sich bei Anwendung der neuen Schiene auch das Entasten und
das Einstechen als völlig ungefährlich erwiesen. Alle bisher bekannt gewordenen Ratschläge
zur Verhütung von Unfällen erweisen sich dadurch als praktisch überflüssig, insbesondere
die Anweisung, die Säge fest mit beiden Händen zu halten, das Verbot, mit der Spitze
oder über Schulterhöhe zu sägen, oder die Warnung, beim Einbringen der Schiene in
einen bereits begonnenen Schnitt vorsichtig zu sein. Schließlich besteht ein besonders
wichtiger Vorteil der Erfindung darin, daß alle herkömmlichen Motorkettensägen durch
bloßen Einbau einer erfindungsgemäßen Schiene gegen Rückschläge geschützt werden
können, so daß Schnellbremsen od.dgl. nicht mehr erforderlich sind.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Krümmungsradius der
Spitze 10-30 mm beträgt, wobei vorteilhafterweise der Winkel der Einlaufschräge mit
der Längsachse 10° bis 40° beträgt.
[0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Auslaufabschnitt symmetrisch
zum Einlaufabschnitt, das auf der Seite des Auslaufabschnittes liegende Spitzenteil
der Spitze symmetrisch zum anderen Spitzenteil und die Einlaufschräge symmetrisch
zu einer den Auslaufabschnitt und das andere Spitzenteil verbindenden Auslaufschräge
ausgebildet.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Einlaufschräge bzw.
die Auslaufschräge geradlinig ausgebildet ist, oder daß die Einlaufschräge bzw. die
Auslaufschräge gekrümmt ausgebildet ist und einen Radius von wenigstens 150 mm aufweist,
wobei die Einlaufschräge bzw. die Auslaufschräge eine Länge von wenigstens 20 mm aufweist.
Vorteilhafterweise ist dabei vorgesehen, daß der Einlaufabschnitt kontinuierlich über
einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in die Einlaufschräge übergeht
und daß der Auslaufabschnitt kontinuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem
Krümmungsradius in die Auslaufschräge übergeht.
[0014] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit bevorzugten Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Motorkettensäge üblicher Bauart in starker Verkleinerung,
Fig. 2 eine übliche Schiene für die Motorkettensäge nach Fig. 1 in etwas größerem Maßstab,
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Schiene in einem Maßstab entsprechend Fig. 2 mit den für
die Erfindung wichtigen Teilen,
Fig. 4a den Vorderabschnitt einer herkömmlichen Schiene und Fig. 4b im Vergleich zu Fig.
4a den Vorderabschnitt einer entsprechenden Schiene mit der erfindungsgemäßen Form
und Geometrie in einem etwas kleineren als dem natürlichen Maßstab, und
Fig. 5 und Fig. 6 in der Fig. 4 entsprechenden Ansichten jeweils herkömmliche Schienen (Fig.5a
+ 6a) und erfindungsgemäße Schienen (Fig. 5b + 6b) unterschiedlicher Größen.
[0016] Eine übliche Motorkettensäge enthält nach Fig. 1 ein Gehäuse 1, in dem der aus einem
Elektromotor oder einem Verbrennungsmotor bestehende Antrieb und eine Schienenaufnahme
für eine übliche Schiene 2 untergebracht sind. Ferner sind ein hinterer Handgriff
3, ein vorderer Handgriff 4 und ein Handschutz 5 vorgesehen. Die Schiene 2 ist in
ihrer Umfangsfläche mit einer nicht dargestellten Führungsnut versehen, die zur Führung
einer Sägekette 6 dienten, indem deren Treibglieder mit Gleitsitz in der Führungsnut
liegen und deren Kettenglieder sich auf der Umfangsfläche der Schiene 2 abstützen.
[0017] Die Schiene 2 weist an ihrem einen Ende Anschlußorgane 7 und 8 in Form von Schlitzen
und Bohrungen od. dgl. auf, die mit korrespondierenden Anschlußorganen der Schienenaufnahme
in Form von Aufnahmebolzen und Kettenspannern od.dgl. zusammenwirken. An der in Fig.
1 linken Seite der Schienenaufnahme läuft die Sägekette 6 über ein vom Antrieb angetriebenes
Kettenrad, das die Sägekette 6 in Richtung der aus Fig. 1 ersichtlichen Pfeile in
Umlauf versetzt.
[0018] Am anderen Ende weist die Schiene 2 nach Fig. 2 eine Spitze 9 auf, längs derer das
vorlaufende Trum der Sägekette 6 zum rücklaufenden Trum umgelenkt wird. Dieser Vorgang
kann durch einen am vorderen Ende der Schiene 2 drehbar gelagerten Umlenkstern 10
unterstützt werden. Im übrigen weist die Schiene 2 eine Achse 11 auf, auf deren einer
Seite ein Einlaufabschnitt 12 und auf deren anderer Seite ein Auslaufabschnitt 13
angeordnet ist. Dabei führt der Einlaufabschnitt 12 zu einem auf derselben Seite der
Achse 11 wie dieser liegenden Spitzenteil 14 hin, um allmählich in diesen überzugehen,
während der Auslaufabschnitt 13 von einem auf derselben Seite der Achse 11 wie dieser
liegenden unteren Spitzenteil 15 wegführt.
[0019] Der für das Rückschlagen herkömmlicher Motorkettensägen besonders kritische Bereich
ist in Fig. 2 durch das Bezugszeichen 16 angedeutet. Er umfaßt im wesentlichen das
ganze Spitzenteil 14. Wird die Sägekette in diesem Bereich an einen festen, harten
Gegenstand gehalten, ist selbst bei großem Kraftaufwand ein Rückschlagen der Motorkettensäge
kaum zu verhindern. Dies trifft selbst für solche Motorkettensägen zu, die im Bereich
der Spitze 9 einen vergleichsweise kleinen Radius aufweisen, obwohl bei diesen die
Rückschlagwirkung geringer ist.
[0020] Es hat sich nun überraschend gezeigt, daß derartige Rückschläge mit einer Schiene
17 (Fig. 3) praktisch völlig vermieden werden können, bei der ein auf derselben Seite
ihrer Achse 18 wie ein Einlaufabschnitt 19 liegendes Spitzenteil 20 einer Spitze 21
einen Krümmungsradius von nur 10 bis 30 mm aufweist und wenn der Einlaufabschnitt
19 über eine Einlaufschräge 22 zu diesem Spitzenteil 20 hinführt. Die Einlaufschräge
22 geht dabei als Tangente in dieses Spitzenteil 20 über, weist einen Radius von
wenigstens 150 mm auf und schließt mit der Achse 18 einen Winkel von 10° bis 40° ein.
Im übrigen kann die Schiene 17 entsprechend der Schiene 2 ausgebildet sein.
[0021] Aus Fig. 4b lassen sich die für die Erfindung wesentlichen Merkmale etwas genauer
ersehen. Während die in Fig. 4a oben dargestellte herkömmliche Schiene 2 im Bereich
der Spitze 9 einen vergleichsweise großen Krümmungsradius R1 besitzt, weist die in
Fig. 4b Schiene 17 in diesem Bereich einen wesentlich kleineren Krümmungsradius R2
auf. Charakteristisch für die herkömmliche Schiene 2 ist ferner, daß sich die Krümmung
der Spitze 9 praktisch über die gesamte vordere Hälfte eines gestrichelt angedeuteten
Kreises mit dem Radius R2 bis zu einer Stelle 23 erstreckt, an welcher der häufig
leicht nach außen gewölbte Einlaufabschnitt 12 in die Spitze 9 übergeht, so daß zwischen
dem Einlaufabschnitt 12 und Spitze 9 allenfalls ein sehr kurzer, nicht deutlich ausgeprägter
Übergangsabschnitt vorhanden ist. Dagegen weist die erfindungsgemäße Schiene 17 zwischen
dem Einlaufabschnitt 19 und der Spitze 21 die deutlich ausgeprägte Einlaufschräge
22 auf, die aufgrund ihres großen Krümmungsradius allenfalls ganz schwach gewölbt
ist, aber auch völlig geradlinig verlaufen kann und zur Spitze 21 hin in das Spitzenteil
20 übergeht, das auf einem Teilkreis des gestrichelt angeordneten Kreises mit dem
Radius R2 liegt.
[0022] Die durch die Einlaufschräge 22 erzielte, nahezu völlige Ausschaltung der gefährlichen
Rückschlaggefahr läßt sich entsprechend auch bei Schienen anderer Größen realisieren,
indem deren Geometrie, wie die Fig.5a und 5b bzw. 6a und 6b zeigen, in entsprechender
Weise abgeändert wird. Dabei hat sich völlig überraschend ergeben, daß die für die
erfindungsgemäße Schiene 17 nach Fig. 4 angegebenen Maße auch bei den erfindungsgemäßen
Schienen nach Fig. 5b und 6b zur Ausschaltung der Rückschläge führen. Insbesondere
betragen auch bei diesen die Krümmungsradien R2 im Spitzenteil 20 etwa 10 bis 30 mm,
die Winkel zwischen der Einlaufschräge 22 und der Achse 18 etwa 10° bis 40° und die
Krümmungsradien der Einlaufschrägen 22 mehr als 150 mm. Hinsichtlich der Winkelangaben
ist dabei zu berücksichtigen, daß für den Fall, daß die Einlaufschrägen 22 nicht exakt
geradlinig, sonderen leicht konvex verlaufen, die ihre Enden verbindenden Sehnen zur
Winkelbildung herangezogen werden. Sind die Einlaufschrägen 22 dagegen völlig geradlinig,
dann ist es vorteilhaft, ihr an den Einlaufabschnitt 19 grenzendes Ende nicht, wie
bei 24 in Fig. 4 gezeigt ist, abrupt in diesen übergehen zu lassen, sondern einen
Übergangsbereich in Form eines schwach gekrümmten Bogens vorzusehen.
[0023] Größere Winkel als die angegebenen Winkel von 40° führen zur allmählichen Zunahme
der Rückschlagneigung, während kleinere Winkel als 20° das Einstechen der Spitze
21 in das zu bearbeitende Holz erschweren, obwohl sie aus Gründen der Vermeidung
von Rückschlägen noch durchaus geeignet sind. Daher werden für die praktische Anwendung
Winkel zwischen 20° und 40° bevorzugt, die in Fig. 4 mit gestrichelten Linien angedeutet
sind. Durch diese Winkel ist bei gegebener Breite der Schiene 17 und bei gegebenem
Radius R2 gleichzeitig die maximale Länge der Einlaufschräge 22 vorgegeben, die bis
dicht an den Einlaufabschnitt 19 heranreichen sollte.
[0024] Hinsichtlich der Krümmungsradien R2 konnte bisher keine Abhängigkeit von der Breite
der Schienen 17 festgestellt werden, d.h. sowohl bei sehr breiten Schienen (Fig.
4) als auch bei sehr schmalen Schienen (Fig. 6) können vom Prinzip her gleiche Krümmungsradien
R2 vorgesehen werden. Um ausreichend Platz für die Einlaufschräge 22 zu schaffen,
ist es jedoch zweckmäßig, bei schmalen Schienen einen kleineren Krümmungsradius als
bei sehr breiten Schienen vorzusehen.
[0025] Die maximale Länge der Einlaufschräge 22 ist im wesentlichen durch die Wahl des Radius
R2, den Winkel zwischen ihr und der Schienenachse sowie die Breite der Schiene 17
festgelegt. Praktische Versuche haben allerdings gezeigt, daß die Länge der Einlaufschräge
22, von dem der Spitze zugewandten Ende an gemessen, auch kürzer sein kann, sofern
ihre Länge wenigstens etwa 20 mm beträgt. Bei noch kürzeren Einlaufschrägen wird der
für das Rückschlagen kritische Bereich lediglich von der Spitze in Richtung des an
die Einlaufschräge angeschlossenen Einlaufabschnitts verlagert. Aus diesem Grund
ist es zweckmäßig, die Einlaufschräge größer als 20 mm und in Anbetracht der übrigen
Maße jeweils relativ lang, den Übergangsbereich zwischen ihr und dem anschließenden
Einlaufabschnitt 19 dagegen relativ kurz zu wählen, damit die Einlaufschräge vorzugsweise
länger als der Übergangsabschnitt ausgebildet ist.
[0026] Ein wichtiges Merkmal der Erfindung besteht schließlich darin, daß die Einlaufschräge
22 einen Krümmungsradius aufweisen sollte, der wenigstens 150 mm beträgt. Unter halb
dieses Wertes steigt die Rückschlagneigung stark an, während oberhalb dieses Wertes
bis hin zu unendlich großen Krümmungsradien, d.h. bis zu geradlinigen Einlaufschrägen
22, keine Zunahme der Rückschlagneigung beobachtet werden konnte. Selbst geringe negative
Krümmungsradien, d.h. leicht konkave statt konvexe Wölbungen der Einlaufschrägen 22
sind möglich, obwohl dies zur Vermeidung von Ungleichförmigkeiten beim Kettenlauf
nicht unbedingt erwünscht ist.
[0027] Bei der bisher besten Ausführungsform beträgt die Breite der Schiene 65 mm bei einem
Radius R1 von 150 mm, einem Radius R2 von 15 mm, einem Winkel zwischen der Sehne der
Einlaufschräge 22 und der Achse 18 der Schiene von 20° und einer Länge der Einlaufschräge
22 von 50 mm. Bei Anwendung einer Sägekette mit einer Teilung von 3/8" wurden keinerlei
Rückschläge beobachtet, wie immer die Motorkettensäge auch an den zu bearbeitenden
Holzkörper herangeführt wurde.
[0028] Die Ausgestaltung des Auslaufabschnitts 25 ist für die Zwecke der Erfindung unbedeutend.
Dennoch wird für eine bevorzugte Ausführungsform der Schiene vorgeschlagen, den Auslaufabschnitt
25 spiegelsymmetrisch zum Einlaufabschnitt 19, ein auf derselben Seite der Achse 18
wie dieser gelegenes Spitzenteil 26 spiegelsymmetrisch zum Spitzenteil 20 und eine
zwischen beiden befindliche Einlaufschräge 27 spiegelbildlich zur Einlaufschräge
22 auszubilden, wobei die Achse 18 die Symmetrieachse ist. Dadurch ergibt sich der
Vorteil, daß die erfindungsgemäße Schiene auch in einer um die Achse 18 um 180° gedrehten
Lage eingebaut und ohne jede Rückschlagneigung verwendet werden kann, so daß beim
Befestigen der Schiene 17 in der Schienenaufnahme nicht auf eine besondere Schienenlage
geachtet werden braucht. Allerdings ist es innerhalb der angegebenen Grenzen auch
möglich, den Einlaufschrägen 22 und 27, den Spitzenteilen 20 und 26 und den Einlauf-
bzw. Auslaufabschnitten 29 und 25 unterschiedliche Maße und Formen zu geben.
[0029] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, die
sich auf vielfache Weise abwandeln lassen. So wurden z.B. im Hinblick auf die Einlaufschrägen
und die angegebenen Maße bisher keine Unterschiede zwischen Schienen mit oder ohne
Umlenkstern bzw. mit oder ohne zusätzliche Panzerung im Bereich der Spitzen festgestellt.
Auch im Hinblick auf die im Einzelfall erwünschten Kettenteilungen können im Rahmen
der angegebenen Grenzen alle bisher üblichen Maßnahmen bzw. Auswahlen getroffen werden.
Schließlich ist es möglich, die Einlaufschräge durch Umlenksterne entsprechend dem
Umlenkstern 10 nach Fig. 2 festzulegen, indem die Kettensäge beispielsweise jeweils
am Anfang der Einlaufschräge über einen ersten Umlenkstern und am Ende der Einlaufschräge
über einen wie üblich in der Spitze gelagerten zweiten Umlenkstern geleitet wird.
1. Schiene für Motorkettensägen mit einer Längsachse und einer Breite (B) quer zur
Längsachse, mit am einen Ende ausgebildeten Anschlußorganen für eine Schienenaufnahme,
mit einer am anderen Ende ausgebildeten, einen Krümmungsradius aufweisenden Spitze,
die zwei auf je einer Seite der Achse liegende Teile aufweist, mit einem zum einen
Spitzenteil hinführenden und in dieses übergehenden, auf derselben Seite der Achse
wie dieses liegenden Einlaufabschnitt und mit einem vom anderen Spitzenteil wegführenden,
auf der anderen Seite der Achse liegenden Auslaufabschnitt,
dadurch gekennzeichnet,
daß das auf derselben Seite der Achse (18) wie der Einlaufabschnitt (19) liegende
Spitzenteil (20) der Spitze (9) einen kleinen Krümmungsradius (R2), der kleiner oder
gleich einem Viertel der Breite (B) (R2 ≦ 0,25 B) ist, aufweist und der Einlaufabschnitt
(19) über eine Einlaufschräge (22) in dieses Spitzenteil übergeht, die tangential
in dieses Spitzenteil mündet und mit der Achse einen spitzen Winkel α bildet.
2. Schiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius (R2) 10-30
mm beträgt.
3. Schiene nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel α 10° bis
40° beträgt.
4. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaufabschnitt
(25) symmetrisch zum Einlaufabschnitt (19), das auf der Seite des Auslaufabschnittes
(25) liegende Spitzenteil (26) der Spitze (9) symmetrisch zum anderen Spitzenteil
(20) und die Einlaufschräge (22) symmetrisch zu einer den Auslaufabschnitt (25) und
das andere Spitzenteil (26) verbindenden Auslaufschräge (27) ausgebildet ist.
5. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaufschräge
(22) bzw. die Auslaufschräge (27) geradelinig ausgebildet ist.
6. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaufschräge
(22) bzw. die Auslaufschräge (27) gekrümmt ausgebildet ist und einen Radius von wenigstens
150 mm aufweist.
7. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einlaufschräge (22) bzw. die Auslaufschräge (27) eine Länge von wenigstens
20 mm aufweist.
8. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaufabschnitt
(19) kontinuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in
die Einlaufschräge (22) übergeht.
9. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaufabschnitt
(25) kontinuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in
die Auslaufschräge (27) übergeht.