(19)
(11) EP 0 333 974 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.09.1989  Patentblatt  1989/39

(21) Anmeldenummer: 89100431.9

(22) Anmeldetag:  11.01.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B27B 17/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 21.03.1988 DE 8803810 U

(71) Anmelder: Kesper, Heinrich
D-34311 Naumburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Kesper, Heinrich
    D-34311 Naumburg (DE)

(74) Vertreter: Freiherr von Schorlemer, Reinfried 
Karthäuser Strasse 5A
D-34117 Kassel
D-34117 Kassel (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schiene für Motorkettensägen


    (57) Um eine Schiene (2) für Motorkettensägen zu schaffen, die das Problem des Rückschlagens aufgrund ihrer besonde­ren Form und Geometrie beseitigt, ohne dadurch die Ge­brauchsfähigkeit der Schiene (2) oder der mit ihr ausge­rüsteten Motorkettensäge in irgendeiner Weise zu be­schränken, wird vorgeschlagen, bei einer Schiene (2) für Mo­torkettensägen vorzusehen, daß das auf derselben Seite der Achse (18) wie der Einlaufabschnitt (12) liegende Spitzenteil (20) der Spitze (21) einen kleinen Krümmungsradius, der kleiner oder gleich einem Viertel der Breite (R2 ≦ 0,25 B) ist, aufweist und der Einlaufabschnitt (12) über eine Einlauf­schräge (22) in dieses Spitzenteil (20) übergeht, die tangential in dieses Spitzenteil (20) mündet und mit der Achse einen spitzen Winkel α bildet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schiene für Motorketten­sägen mit einer Längsachse und einer Breite quer zur Längsachse, mit am einen Ende ausgebildeten Anschluß­organen für eine Schienenaufnahme, mit einer am ande­ren Ende ausgebildeten, einen Krümmungsradius aufwei­senden Spitze, die zwei auf je einer Seite der Achse liegende Teile aufweist, mit einem zum einen Spitzen­teil hinführenden und in dieses übergehenden, auf der­selben Seite der Achse wie dieses liegenden Einlauf­abschnitt und mit einem vom anderen Spitzenteil weg­führenden, auf der anderen Seite der Achse liegenden Auslaufabschnitt.

    [0002] Schienen dieser Art sind in einer Vielzahl von Aus­führungsformen bekannt. Sie unterscheiden sich insbe­sondere hinsichtlich ihrer Breite, d.h. dem maximalen Abstand der Einlaufseite von der Auslaufseite, der Anschlußorgane, deren Lage und Form durch die Schienen­aufnahmen der Motorkettensägen verschiedener Hersteller vorgegeben sind, dem Vorhandensein oder Fehlen eines im Bereich der Spitze angeordneten Umlenksterns, dem Vorhandensein oder Fehlen einer im Bereich der Spitze angebrachten Panzerung und der Breite der in ihrer Um­fangsfläche ausgebildeten Führungsnut, die zur Aufnahme der Treibglieder der Sägekette dient, die in Abhängig­keit von der Kettenart unterschiedliche Breiten besitzen.

    [0003] Das größte Problem bei der Anwendung von Motorkettensägen mit derartigen Schienen ist der sog. Rückschlag (kick-back). Darunter wird ein unkontrolliertes Zurückschleudern einer Motorkettensäge längs einer bogenförmigen Bahn in Rich­tung des Benutzers verstanden, was zu ernsthaften Ver­letzungen und sogar Todesfällen führen kann. Rückschläge dieser Art treten auf, wenn die Sägekette im Bereich der Einlaufseite der Schienenspitze auf Holz oder einen anderen harten Gegenstand trifft. Von Fachleuten wurde ermittelt, daß derartige Rückschläge in nur 2/10 Se­kunden erfolgen können ("Arbeitssicherheit aktuell - Waldarbeit", Herausgeber: Bundesverband der Landwirt­schaftlichen Berufsgenossenschaften, dem Bundesverband der Unfallversicherungsträger der Öffentlichen Hand und Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik, 10/1985).

    [0004] Das Problem des Rückschlags, der nach Meinung von Ketten­sägenherstellern, insbesondere im oberen Viertel der Schienenspitze auftritt, könnte dadurch vermieden wer­den, daß die Schiene im Bereich der Spitze mit Abdek­kungen versehen wird, die eine Berührung der kritischen Bereiche der säge mit harten Gegenständen unmöglich machen. Hierdurch würden jedoch einerseits die nutz­baren Sägebreiten verringert und andererseits besondere Operationen wie beispielsweise das "Einstechen" in das Holz mit der Sägespitze unmöglich gemacht. Derar­tige Sicherheitsmaßnahmen haben sich daher bisher nicht durchgesetzt. Automatische Schnellbremsen, die durch das abrupte Rückschlagen der Motorkettensäge ausgelöst werden und die Sägekette in kurzer Zeit zum Stillstand bringen sollen, können das Problem der Rückschläge nicht vermeiden, sonderen allenfalls deren schädliche Wirkung vermindern. Versuche, die Rückschläge durch spezielle Sägekettenkonstruktionen auszuschalten, haben bisher allenfalls zu einer Minderung, nicht aber zu einer Beseitigung der Rückschlaggefahr geführt. Dasselbe gilt schließlich für spezielle Schienenkonstruktionen. Obwohl bekannt bzw. vermutet wird, daß kleine Um­lenkradien im Bereich der Spitze und/oder Unsymme­trien bzw. Abflachungen der Schiene in dem an das Auslaufende der Spitze grenzenden Bereich und/oder Wölbungen der Einlauf- bzw. Auslaufseiten der Schiene die Rückschlaggefahr vermindern können, ist bisher keine Motorkettensäge bekannt geworden, bei deren Anwendung Rückschläge generell vermieden werden. Dies ergibt sich aus der Tatsache, daß alle Her­steller von Motorkettensägen ihre Produkte allen­falls als "rückschlagarm" bezeichnen und wie die Berufsgenossenschaften in ihren Prospekten, Bedie­nungsanleitungen od.dgl. stets auf das Problem des Rückschlagens hinweisen.

    [0005] Angesichts dieser aktuellen Situation besteht ein erheblicher Bedarf an Motorkettensägen, die nicht nur als "rückschlagarm" bezeichnet werden können, sondern bei denen Rückschläge, die zu ernsthaften Verletzungen führen könnten, nicht mehr auftreten.

    [0006] Vorgeschlagen worden ist bereits eine Kettensäge, deren Ausbildung das Problem lösen soll, daß sich die Zähne der Sägekette leicht verhaken, wobei die Kettensäge so ausgebildet werden soll, daß sie sich auch zum Einbohren von Löchern in Holz eignet. Hierzu ist vorgeschlagen worden, daß für die Ver­wendung der Säge im Spannbetrieb und zum Einbohren die Krümmung des freien äußeren Endes des Schneid­ blattes im Bereich der Rücklaufseite größer als im Bereich der Schneidführungsseite ist, so daß die Kette am freien äußeren Ende zuerst gemäß einer fla­chen Kurve verläuft und in den Endteil des äußeren Endes im Bereich der Rücklaufseite mit kleinem Krüm­mungsradius übergeht, wobei die Rücklaufseite rela­tiv geradlinig verläuft. Eine Spitze ist hierbei je­doch nicht vorgesehen (DE-PS 15 03 968).

    [0007] Eine andere bekannte Lösung stellt sich die Aufgabe, eine Kettensäge zu schaffen, bei der u.a. die Gefahr des Rückschlages bzw. des Rückstoßes im Einsatz stark reduziert wird und besteht darin, daß der verhältnis­mäßig lange Basisteil derart symmetrisch zur Längs­richtung aufgebaut ist, daß wechselweise beide Längs­kanten als Führungskante für die Sägekette auf der Schneidseite des Schwertes Verwendung finden können, und daß die verhältnismäßig kurze, auf das vordere Ende des Basisteils aufsteckbare Schwertnase eine mit verhältnismäßig starker Krümmung in das Umlenk­rad übergehende und der Rücklaufseite des Schwertes zugeordnete Führungskante sowie eine mit verhältnis­mäßig allmählicher Krümmung von dem Umlenkrad ablau­fende und der Schneidseite des Schwertes zugeordnete Führungskante hat (DE-OS 27 51 061).

    [0008] Die Erfindung bezweckt daher, das Problem des Rück­schlagens bei Motorkettensägen zu beseitigen. Die spezielle Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Schiene für Motorkettensägen zu schaffen, die das Problem des Rückschlagens aufgrund ihrer besonderen Form und Geometrie beseitigt, ohne dadurch die Ge­ brauchsfähigkeit der Schiene oder der mit ihr ausge­rüsteten Motorkettensäge in irgendeiner Weise zu be­schränken.

    [0009] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß das auf der­selben Seite der Achse wie der Einlaufabschnitt lie­gende Spitzenteil der Spitze einen kleinen Krümmungs­radius, der kleiner oder gleich einem Viertel der Breite (R2 ≦ 0,25 B) ist, aufweist und der Einlauf­abschnitt über eine Einlaufschräge in dieses Spitzen­teil übergeht, die tangential in dieses Spitzenteil mündet und mit der Achse einen spitzen Winkel α bildet.

    [0010] Die Erfindung bringt mehrere erhebliche Vorteile mit sich. Zunächst kann durch bloße Ausgestaltung der Schiene das Rückschlagen praktisch völlig verhindert werden. Untersuchungen haben ergeben, daß bei Anwen­dung der erfindungsgemäßen Schiene problemlos mit der Schienenspitze gesägt werden kann, was bisher aus Sicherheitsgründen ausdrücklich verboten war. Auch das Sägen mit der Oberseite der Schiene ist mit der neuen Schiene völlig ungefährlich, da keine oder nur so geringe Rück­schläge auftreten, daß diese kaum bemerkt werden und auch beim Sägen über Schultrehöhe nicht zu Verletzungen führen können. Weiterhin haben sich bei Anwendung der neuen Schiene auch das Entasten und das Einstechen als völlig ungefährlich erwiesen. Alle bisher bekannt ge­wordenen Ratschläge zur Verhütung von Unfällen erweisen sich dadurch als praktisch überflüssig, insbesondere die Anweisung, die Säge fest mit beiden Händen zu hal­ten, das Verbot, mit der Spitze oder über Schulterhöhe zu sägen, oder die Warnung, beim Einbringen der Schiene in einen bereits begonnenen Schnitt vorsichtig zu sein. Schließlich besteht ein besonders wichtiger Vorteil der Erfindung darin, daß alle herkömmlichen Motorketten­sägen durch bloßen Einbau einer erfindungsgemäßen Schie­ne gegen Rückschläge geschützt werden können, so daß Schnellbremsen od.dgl. nicht mehr erforderlich sind.

    [0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Krümmungsradius der Spitze 10-30 mm beträgt, wobei vorteilhafterweise der Winkel der Einlaufschräge mit der Längsachse 10° bis 40° beträgt.

    [0012] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Auslaufabschnitt symmetrisch zum Einlaufab­schnitt, das auf der Seite des Auslaufabschnittes liegende Spitzenteil der Spitze symmetrisch zum anderen Spitzenteil und die Einlaufschräge symmetrisch zu einer den Auslaufabschnitt und das andere Spitzenteil verbinden­den Auslaufschräge ausgebildet.

    [0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Einlaufschräge bzw. die Auslaufschräge geradlinig ausgebildet ist, oder daß die Einlaufschräge bzw. die Auslaufschräge gekrümmt ausgebildet ist und einen Radius von wenigstens 150 mm aufweist, wobei die Einlaufschräge bzw. die Auslaufschräge eine Länge von wenigstens 20 mm aufweist. Vorteilhafterweise ist dabei vorgesehen, daß der Einlaufabschnitt kontinuierlich über einen Übergangs­abschnitt mit kleinem Krümmungsradius in die Einlaufschräge übergeht und daß der Auslaufabschnitt kontinuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in die Auslaufschräge übergeht.

    [0014] Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprü­chen gekennzeichnet.

    [0015] Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit be­vorzugten Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

    Fig. 1 eine Motorkettensäge üblicher Bauart in star­ker Verkleinerung,

    Fig. 2 eine übliche Schiene für die Motorkettensäge nach Fig. 1 in etwas größerem Maßstab,

    Fig. 3 eine erfindungsgemäße Schiene in einem Maß­stab entsprechend Fig. 2 mit den für die Erfindung wichtigen Teilen,

    Fig. 4a den Vorderabschnitt einer herkömmlichen Schiene und Fig. 4b im Vergleich zu Fig. 4a den Vorderabschnitt einer entsprechenden Schiene mit der erfindungsgemäßen Form und Geometrie in einem etwas kleineren als dem natürlichen Maßstab, und

    Fig. 5 und Fig. 6 in der Fig. 4 entsprechenden An­sichten jeweils herkömmliche Schienen (Fig.5a + 6a) und er­findungsgemäße Schienen (Fig. 5b + 6b) unterschiedlicher Größen.



    [0016] Eine übliche Motorkettensäge enthält nach Fig. 1 ein Gehäuse 1, in dem der aus einem Elektromotor oder ei­nem Verbrennungsmotor bestehende Antrieb und eine Schienenaufnahme für eine übliche Schiene 2 unterge­bracht sind. Ferner sind ein hinterer Handgriff 3, ein vorderer Handgriff 4 und ein Handschutz 5 vorgesehen. Die Schiene 2 ist in ihrer Umfangsfläche mit einer nicht dargestellten Führungsnut versehen, die zur Führung einer Sägekette 6 dienten, indem deren Treib­glieder mit Gleitsitz in der Führungsnut liegen und deren Kettenglieder sich auf der Umfangsfläche der Schiene 2 abstützen.

    [0017] Die Schiene 2 weist an ihrem einen Ende Anschlußor­gane 7 und 8 in Form von Schlitzen und Bohrungen od. dgl. auf, die mit korrespondierenden Anschlußorganen der Schienenaufnahme in Form von Aufnahmebolzen und Kettenspannern od.dgl. zusammenwirken. An der in Fig. 1 linken Seite der Schienenaufnahme läuft die Sägekette 6 über ein vom Antrieb angetriebenes Kettenrad, das die Sägekette 6 in Richtung der aus Fig. 1 ersicht­lichen Pfeile in Umlauf versetzt.

    [0018] Am anderen Ende weist die Schiene 2 nach Fig. 2 eine Spitze 9 auf, längs derer das vorlaufende Trum der Säge­kette 6 zum rücklaufenden Trum umgelenkt wird. Dieser Vorgang kann durch einen am vorderen Ende der Schiene 2 drehbar gelagerten Umlenkstern 10 unterstützt werden. Im übrigen weist die Schiene 2 eine Achse 11 auf, auf deren einer Seite ein Einlaufabschnitt 12 und auf deren anderer Seite ein Auslaufabschnitt 13 angeordnet ist. Dabei führt der Einlaufabschnitt 12 zu einem auf derselben Seite der Achse 11 wie dieser liegenden Spitzenteil 14 hin, um allmählich in diesen überzugehen, während der Auslaufabschnitt 13 von einem auf dersel­ben Seite der Achse 11 wie dieser liegenden unteren Spitzenteil 15 wegführt.

    [0019] Der für das Rückschlagen herkömmlicher Motorkettensä­gen besonders kritische Bereich ist in Fig. 2 durch das Bezugszeichen 16 angedeutet. Er umfaßt im wesent­lichen das ganze Spitzenteil 14. Wird die Sägekette in diesem Bereich an einen festen, harten Gegenstand gehalten, ist selbst bei großem Kraftaufwand ein Rückschlagen der Motorkettensäge kaum zu verhindern. Dies trifft selbst für solche Motorkettensägen zu, die im Bereich der Spitze 9 einen vergleichsweise kleinen Radius aufweisen, obwohl bei diesen die Rück­schlagwirkung geringer ist.

    [0020] Es hat sich nun überraschend gezeigt, daß derartige Rückschläge mit einer Schiene 17 (Fig. 3) praktisch völlig vermieden werden können, bei der ein auf derselben Seite ihrer Achse 18 wie ein Einlaufabschnitt 19 liegendes Spitzenteil 20 einer Spitze 21 einen Krümmungsradius von nur 10 bis 30 mm aufweist und wenn der Einlaufabschnitt 19 über eine Einlaufschräge 22 zu diesem Spitzenteil 20 hinführt. Die Einlauf­schräge 22 geht dabei als Tangente in dieses Spitzen­teil 20 über, weist einen Radius von wenigstens 150 mm auf und schließt mit der Achse 18 einen Winkel von 10° bis 40° ein. Im übrigen kann die Schiene 17 ent­sprechend der Schiene 2 ausgebildet sein.

    [0021] Aus Fig. 4b lassen sich die für die Erfindung wesentli­chen Merkmale etwas genauer ersehen. Während die in Fig. 4a oben dargestellte herkömmliche Schiene 2 im Bereich der Spitze 9 einen vergleichsweise großen Krümmungs­radius R1 besitzt, weist die in Fig. 4b Schiene 17 in diesem Bereich einen wesentlich klei­neren Krümmungsradius R2 auf. Charakteristisch für die herkömmliche Schiene 2 ist ferner, daß sich die Krümmung der Spitze 9 praktisch über die gesamte vordere Hälfte eines gestrichelt angedeuteten Krei­ses mit dem Radius R2 bis zu einer Stelle 23 er­streckt, an welcher der häufig leicht nach außen gewölbte Einlaufabschnitt 12 in die Spitze 9 über­geht, so daß zwischen dem Einlaufabschnitt 12 und Spitze 9 allenfalls ein sehr kurzer, nicht deutlich ausgeprägter Übergangsabschnitt vorhanden ist. Dagegen weist die erfindungsgemäße Schiene 17 zwischen dem Einlaufabschnitt 19 und der Spitze 21 die deutlich ausgeprägte Einlaufschräge 22 auf, die aufgrund ihres großen Krümmungsradius allenfalls ganz schwach gewölbt ist, aber auch völlig geradlinig verlaufen kann und zur Spitze 21 hin in das Spitzenteil 20 übergeht, das auf einem Teilkreis des gestrichelt angeordneten Kreises mit dem Radius R2 liegt.

    [0022] Die durch die Einlaufschräge 22 erzielte, nahezu völlige Ausschaltung der gefährlichen Rückschlaggefahr läßt sich entsprechend auch bei Schienen anderer Größen realisieren, indem deren Geometrie, wie die Fig.5a und 5b bzw. 6a und 6b zeigen, in entsprechender Weise abgeändert wird. Dabei hat sich völlig überraschend ergeben, daß die für die erfindungs­gemäße Schiene 17 nach Fig. 4 angegebenen Maße auch bei den erfindungsgemäßen Schienen nach Fig. 5b und 6b zur Ausschaltung der Rückschläge führen. Insbesondere betragen auch bei diesen die Krümmungsradien R2 im Spitzenteil 20 etwa 10 bis 30 mm, die Winkel zwischen der Einlaufschräge 22 und der Achse 18 etwa 10° bis 40° und die Krümmungsradien der Ein­laufschrägen 22 mehr als 150 mm. Hinsichtlich der Winkelangaben ist dabei zu berücksichtigen, daß für den Fall, daß die Einlaufschrägen 22 nicht exakt geradlinig, sonderen leicht konvex verlaufen, die ihre Enden verbindenden Sehnen zur Winkelbildung herangezogen werden. Sind die Einlaufschrägen 22 dagegen völlig geradlinig, dann ist es vorteilhaft, ihr an den Einlaufabschnitt 19 grenzendes Ende nicht, wie bei 24 in Fig. 4 gezeigt ist, abrupt in diesen übergehen zu lassen, sondern einen Übergangsbereich in Form eines schwach gekrümmten Bogens vorzusehen.

    [0023] Größere Winkel als die angegebenen Winkel von 40° führen zur allmählichen Zunahme der Rückschlagnei­gung, während kleinere Winkel als 20° das Einstechen der Spitze 21 in das zu bearbeitende Holz erschwe­ren, obwohl sie aus Gründen der Vermeidung von Rück­schlägen noch durchaus geeignet sind. Daher werden für die praktische Anwendung Winkel zwischen 20° und 40° bevorzugt, die in Fig. 4 mit gestrichelten Linien angedeutet sind. Durch diese Winkel ist bei gegebener Breite der Schiene 17 und bei gegebenem Radius R2 gleichzeitig die maximale Länge der Einlauf­schräge 22 vorgegeben, die bis dicht an den Einlauf­abschnitt 19 heranreichen sollte.

    [0024] Hinsichtlich der Krümmungsradien R2 konnte bisher keine Abhängigkeit von der Breite der Schienen 17 festge­stellt werden, d.h. sowohl bei sehr breiten Schienen (Fig. 4) als auch bei sehr schmalen Schienen (Fig. 6) können vom Prinzip her gleiche Krümmungsradien R2 vor­gesehen werden. Um ausreichend Platz für die Einlauf­schräge 22 zu schaffen, ist es jedoch zweckmäßig, bei schmalen Schienen einen kleineren Krümmungsradius als bei sehr breiten Schienen vorzusehen.

    [0025] Die maximale Länge der Einlaufschräge 22 ist im wesentlichen durch die Wahl des Radius R2, den Winkel zwischen ihr und der Schienenachse sowie die Breite der Schiene 17 festgelegt. Praktische Versuche haben allerdings gezeigt, daß die Länge der Einlaufschräge 22, von dem der Spitze zugewandten Ende an gemessen, auch kürzer sein kann, sofern ihre Länge wenigstens etwa 20 mm beträgt. Bei noch kürzeren Einlaufschrägen wird der für das Rückschlagen kritische Bereich ledig­lich von der Spitze in Richtung des an die Einlauf­schräge angeschlossenen Einlaufabschnitts verlagert. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, die Einlaufschräge größer als 20 mm und in Anbetracht der übrigen Maße jeweils relativ lang, den Übergangsbereich zwischen ihr und dem anschließenden Einlaufabschnitt 19 dagegen relativ kurz zu wählen, damit die Einlaufschräge vorzugsweise länger als der Übergangsabschnitt ausge­bildet ist.

    [0026] Ein wichtiges Merkmal der Erfindung besteht schließlich darin, daß die Einlaufschräge 22 einen Krümmungsradius aufweisen sollte, der wenigstens 150 mm beträgt. Unter­ halb dieses Wertes steigt die Rückschlagneigung stark an, während oberhalb dieses Wertes bis hin zu unendlich großen Krümmungsradien, d.h. bis zu geradlinigen Ein­laufschrägen 22, keine Zunahme der Rückschlagneigung beobachtet werden konnte. Selbst geringe negative Krümmungsradien, d.h. leicht konkave statt konvexe Wölbungen der Einlaufschrägen 22 sind möglich, obwohl dies zur Vermeidung von Ungleichförmigkeiten beim Kettenlauf nicht unbedingt erwünscht ist.

    [0027] Bei der bisher besten Ausführungsform beträgt die Breite der Schiene 65 mm bei einem Radius R1 von 150 mm, einem Radius R2 von 15 mm, einem Winkel zwischen der Sehne der Einlaufschräge 22 und der Achse 18 der Schiene von 20° und einer Länge der Einlaufschräge 22 von 50 mm. Bei Anwendung einer Sägekette mit einer Teilung von 3/8" wurden keinerlei Rückschläge beobachtet, wie immer die Motorkettensäge auch an den zu bearbeitenden Holz­körper herangeführt wurde.

    [0028] Die Ausgestaltung des Auslaufabschnitts 25 ist für die Zwecke der Erfindung unbedeutend. Dennoch wird für eine bevorzugte Ausführungsform der Schiene vorge­schlagen, den Auslaufabschnitt 25 spiegelsymmetrisch zum Einlaufabschnitt 19, ein auf derselben Seite der Achse 18 wie dieser gelegenes Spitzenteil 26 spiegel­symmetrisch zum Spitzenteil 20 und eine zwischen beiden befindliche Einlaufschräge 27 spiegelbildlich zur Ein­laufschräge 22 auszubilden, wobei die Achse 18 die Symmetrieachse ist. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß die erfindungsgemäße Schiene auch in einer um die Achse 18 um 180° gedrehten Lage eingebaut und ohne jede Rückschlagneigung verwendet werden kann, so daß beim Befestigen der Schiene 17 in der Schienenaufnahme nicht auf eine besondere Schienenlage geachtet wer­den braucht. Allerdings ist es innerhalb der ange­gebenen Grenzen auch möglich, den Einlaufschrägen 22 und 27, den Spitzenteilen 20 und 26 und den Ein­lauf- bzw. Auslaufabschnitten 29 und 25 unterschied­liche Maße und Formen zu geben.

    [0029] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Aus­führungsbeispiele beschränkt, die sich auf vielfache Weise abwandeln lassen. So wurden z.B. im Hinblick auf die Einlaufschrägen und die angegebenen Maße bisher keine Unterschiede zwischen Schienen mit oder ohne Umlenkstern bzw. mit oder ohne zusätzliche Pan­zerung im Bereich der Spitzen festgestellt. Auch im Hinblick auf die im Einzelfall erwünschten Kettentei­lungen können im Rahmen der angegebenen Grenzen alle bisher üblichen Maßnahmen bzw. Auswahlen getroffen werden. Schließlich ist es möglich, die Einlaufschräge durch Umlenksterne entsprechend dem Umlenkstern 10 nach Fig. 2 festzulegen, indem die Kettensäge beispiels­weise jeweils am Anfang der Einlaufschräge über einen ersten Umlenkstern und am Ende der Einlaufschräge über einen wie üblich in der Spitze gelagerten zweiten Um­lenkstern geleitet wird.


    Ansprüche

    1. Schiene für Motorkettensägen mit einer Längsachse und einer Breite (B) quer zur Längsachse, mit am einen Ende ausgebildeten Anschlußorganen für eine Schienenaufnahme, mit einer am anderen Ende ausgebildeten, einen Krümmungsradius aufweisenden Spitze, die zwei auf je einer Seite der Achse lie­gende Teile aufweist, mit einem zum einen Spitzen­teil hinführenden und in dieses übergehenden, auf derselben Seite der Achse wie dieses liegenden Einlaufabschnitt und mit einem vom anderen Spitzen­teil wegführenden, auf der anderen Seite der Achse liegenden Auslaufabschnitt,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das auf derselben Seite der Achse (18) wie der Einlaufabschnitt (19) liegende Spitzenteil (20) der Spitze (9) einen kleinen Krümmungsradius (R2), der kleiner oder gleich einem Viertel der Breite (B) (R2 ≦ 0,25 B) ist, aufweist und der Einlaufab­schnitt (19) über eine Einlaufschräge (22) in dieses Spitzenteil übergeht, die tangential in dieses Spit­zenteil mündet und mit der Achse einen spitzen Win­kel α bildet.
     
    2. Schiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius (R2) 10-30 mm beträgt.
     
    3. Schiene nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel α 10° bis 40° beträgt.
     
    4. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaufabschnitt (25) symmetrisch zum Einlaufabschnitt (19), das auf der Seite des Auslaufabschnittes (25) liegende Spitzen­teil (26) der Spitze (9) symmetrisch zum anderen Spitzenteil (20) und die Einlaufschräge (22) symme­trisch zu einer den Auslaufabschnitt (25) und das andere Spitzenteil (26) verbindenden Auslaufschräge (27) ausgebildet ist.
     
    5. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaufschräge (22) bzw. die Auslaufschräge (27) geradelinig ausgebildet ist.
     
    6. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaufschräge (22) bzw. die Auslaufschräge (27) gekrümmt ausgebildet ist und einen Radius von wenigstens 150 mm aufweist.
     
    7. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein­laufschräge (22) bzw. die Auslaufschräge (27) eine Länge von wenigstens 20 mm aufweist.
     
    8. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaufabschnitt (19) konti­nuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in die Einlaufschräge (22) übergeht.
     
    9. Schiene nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaufabschnitt (25) konti­nuierlich über einen Übergangsabschnitt mit kleinem Krümmungsradius in die Auslaufschräge (27) übergeht.
     




    Zeichnung