[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fördern eines feinkörnigen bis staubförmigen
Brennstoffes in einen unter erhöhtem Druck stehenden Vergasungsreaktor, bei dem der
zu vergasende Brennstoff in einem Schleusbehälter durch Beaufschlagung mit einem
Gas auf Vergasungsdruck gebracht und von dort über einen Zuteilbehälter mit Hilfe
eines Trägergasstromes den Brennern des Vergasungsreaktors zugeführt wird, wobei
der Schleusbehälter wechselweise unter Druck gesetzt und wieder entspannt wird.
[0002] Für das Fördern von feinkörnigen bis staubförmigen Brennstoffen in einen unter erhöhtem
Druck stehenden Vergasungsreaktor ist die vorstehend beschriebene Arbeitsweise bereits
seit längerer Zeit bekannt. Hierbei wurde bisher das gesamte System vor allem unter
Verwendung von Inertgas, insbesondere von Stickstoff, betrieben. Aus der DE-OS 28
31 208 ist ferner eine Variante dieses Verfahrens bekannt, bei dem die Bespannung
des Schleusbehälters mit Stickstoff oder technischem Kohlendioxid erfolgt, während
als Fördergas für den Transport des Brennstoffes vom Zuteilbehälter zu den Brennern
des Vergasungsreaktors ein brennbares Gas verwendet wird, bei dem es sich auch um
ein Gas aus eigener Erzeugung handeln kann. In gleicher Weise arbeitet auch das in
der EP-PS 0 101 098 beschriebene Verfahren, wobei als brennbares Gas Synthesegas
oder ein Restgas aus einer Kohlenwasserstoffsynthese verwendet werden soll.
[0003] Die Tatsache, daß in diesem Falle der Schleusbehälter mit inertem Gas und der Zuteilbehälter
mit brennbarem Gas beaufschlagt wird, führt dazu, daß während des Füllvorganges aus
diesen Behältern ein Mischgas verdrängt wird, welches neben inerten Gasbestandteilen
auch brennbare Gasbestandteile enthält. Die weitere Nutzung dieses Gases, z.B. in
der Kohleaufbereitungsanlage, wird deshalb durch die in diesem Falle erforderlichen
Sicherheitsmaßnahmen erschwert. Ebenso ist es aus Sicherheitsgründen nicht ohne weiteres
möglich, dieses Gas in die Atmosphäre abzuleiten. Der hohe Gehalt an inerten Gasbestandteilen
macht es aber auch praktisch unmöglich, dieses Gas ohne den Einsatz von Zusatzbrennstoffen
durch Verbrennung zu vernichten oder zu verwerten.
[0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, das Verfahren der eingangs genannten
Art dahingehend weiterzuentwickeln, daß die vorstehend beschriebenen Nachteile vermieden
werden und gleichzeitig eine vollständige Rückführung aller während des Füllvorganges
aus den Behältern verdrängten Gase ermöglicht wird.
[0005] Das der Lösung dieser Aufgabe dienende Verfahren ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
daß der Brennstoff mittels eines inerten Fördergases von der Aufbereitungsanlage
in einen Zyklonfilter mit erweitertem Abscheideraum gefördert und von dort im Schwerkraftfluß
in den Schleusbehälter gelangt, wobei für die Beaufschlagung des Schleusbehälters
und des Zuteilbehälters sowie die Zuführung des Brennstoffes zu den Brennern des Vergasungsreaktors
ein brennbares Gas verwendet wird, dessen Inertgasanteil nicht mehr als 1 Vol.-% beträgt.
[0006] Das heißt, beim erfindungsgemäßen Verfahren wird der inerte, nahezu drucklose Gasbereich
eindeutig vom brennbaren Gasbereich getrennt, wobei die Verwendung von brennbarem
Gas auch für die Beaufschlagung des Schleusbehälters vorgesehen ist, und inertes
Gas nur im nahezu drucklosen Bereich verwendet wird. Bei der erfindungsgemäßen Arbeitsweise
gelangt daher entsprechend dem jeweils angewandten Druck nur sehr wenig inertes Gas
aus dem Schleusbehälter in den Zuteilbehälter, so daß auf ein Spülen des Zuteilbehälters
zwischen den einzelnen Befüllungsvorgängen verzichtet werden kann. Wegen des geringen
Inertgasanteiles ist es auch möglich, die während des Füllvorganges aus den Behältern
verdrängten Gase in den Prozeß zurückzuführen. In welcher Weise das geschieht, hängt
von der Art der Verwendung des im Vergasungsreaktor erzeugten Partialoxidationsgases
ab.
[0007] Grundsätzlich sind für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zwei Varianten
möglich:
[0008] Bei der ersten Variante wird das im Vergasungsreaktor erzeugte Partialoxidationsrohgas
durch die nachfolgende Gasbehandlung zu Synthesegas weiterverarbeitet. In diesem
Falle verwendet man als inertes Fördergas staubfreies und trockenes Kohlendioxid,
das gegebenenfalls auch aus der für die Synthesegaserzeugung erforderlichen CO₂-Wäsche
des Partialoxidationsrohgases stammen kann. Das verwendete Kohlendioxid wird dabei
nach dem Austritt aus dem Zyklonfilter nach entsprechender Reinigung in die Atmosphäre
abgestoßen. Die während des Füllvorganges aus dem Schleusbehälter und dem Zuteilbehälter
verdrängten Gase werden dagegen in den Prozeß zurückgeführt und dem erzeugten Partialoxidationsrohgas
vor dessen Gasbehandlung zugesetzt. Als brennbares Gas für die Beaufschlagung des
Schleusbehälters und des Zuteilbehälters sowie für die Zuführung des Brennstoffes
zu den Brennern kann hierbei vorzugsweise ein Teilstrom des erzeugten, bereits getrockneten
und staubfreien Synthesegases verwendet werden. Es kann für diesen Zweck aber auch
ein Restgas, wie z.B. aus der Ammoniaksynthese, zum Einsatz gelangen. Sofern es sich
hierbei um ein SO₂-haltiges Restgas handelt, wie z.B. das SO₂- und COS-haltige Restgas
aus der Gasbehandlung, muß das Gas zwecks Vermeidung von Korrosion auf einer Temperatur
gehalten werden, die deutlich über dem Taupunkt liegt. In Abweichung von der weiter
oben beschriebenen Arbeitsweise kann es in diesem Falle zweckmäßig sein, das in den
Prozeß zurückgeführte Gas direkt am Brenner zuzusetzen, um den SO₂-Anteil mit dem
Brennstoff in der Reaktionszone des Vergasungsreaktors sicher und vollständig zu
reduzieren.
[0009] Bei der zweiten Variante wird das im Vergasungsreaktor erzeugte Partialoxidationsgas
als Brenngas für die Gasturbine eines nachgeschalteten Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
benutzt. Bei dieser Arbeitsweise steht nicht die Entlastung des Vergasungsprozesses
von inertem Ballastgas im Vordergrund, sondern die Verringerung der Verdichterleistung
für die im System benötigten Gase. Deshalb wird in diesem Falle Stickstoff als inertes
Fördergas verwendet. Hierbei kann es sich vorzugsweise um relativ unreinen Stickstoff
mit einem Sauerstoffgehalt von 3 - 5 Vol.-% handeln, der als Nebenprodukt in der Luftzerlegungsanlage
anfällt, die den für die Vergasung benötigten Sauerstoff liefert. Der als inertes
Fördergas verwendete Stickstoff wird nach der Förderung und Abscheidung des Brennstoffes
im Zyklonfilter gemeinsam mit dem Entspannungsgas aus dem Schleusbehälter und dem
Zuteilbehälter der Gasturbine des nachgeschal teten Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
zugeführt. Als brennbares Gas für die Beaufschlagung des Schleusbehälters und des
Zuteilbehälters sowie die Zuführung des Brennstoffes zu den Brennern kann in diesem
Falle ein Teilstrom des gereinigten Partialoxidationsgases und/oder ein Restgas verwendet
werden.
[0010] Weitere Einzelheiten des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den vorliegenden
Unteransprüchen und sollen nachfolgend an Hand der in den Abbildungen dargestellten
Fließschemata erläutert werden. Hierbei zeigen:
Fig. 1 ein Fließschema für die Verfahrensvariante, bei der das erzeugte Partialoxidationsrohgas
zu Synthesegas weiterverarbeitet werden soll und
Fig. 2 ein Fließschema für die Verfahrensvariante, bei der das erzeugte Partialoxidationsrohgas
als Brenngas für die Gasturbine eines nachgeschalteten Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
verwendet werden soll.
[0011] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Fließschema wird der feinkrönige bis staubförmige
Brennstoff aus dem Vorratsbunker 1 der Aufbereitungsanlage über die Leitung 2 mittels
Kohlendioxid als inertem Fördergas pneumatisch bei einem niedrigen Druck von 2 - 4
bar in den Zyklonfilter 3 gefördert. Der Zyklonfilter 3 weist dabei einen erweiterten
Abscheideraum 4 auf. Das für die Förderung benötigte Kohlendioxid wird über die Leitung
5 in das System eingeführt und verläßt den nahezu drucklos arbeitenden Zykonfilter
3 über die Leitung 6. Nach Passieren eines Filters 7 oder eines Molekularseals kann
es in die Atmosphäre abgelassen werden. Der im Abscheideraum 4 nahezu drucklos gesammelte
und durch ständige Nachförderung ergänzte Brennstoff gelangt mittels Schwerkraftfluß
uber die Leitung 8 in den nahezu drucklosen Schleusbehälter 9. Zur Vermeidung von
Brückenbildung am Auslauf des Abscheideraumes 4 wird über die Leitung 10 zusatzliches
Kohlendioxid in den Bereich des Auslaufes eingeblasen. Während des Füllvorganges
herrscht im Schleusbehälter 9 praktisch kein Überdruck. Der Behälter ist jedoch mit
brennbarem Gas gefüllt, das durch den einfallenden Brennstoff verdrängt wird und
über die Leitung 11 abfließt. Dieses verdrängte Gas gelangt nach Abreinigung im Filter
65 über die Leitung 12 in den Gasometer 13, der bei leichtem Überdruck arbeitet.
Dieser Überdruck muß allerdings immer etwas niedriger sein als der Betriebsdruck
im Zyklonfilter 3, damit niemals brennbares Gas im Gegenstrom zum Brennstoff aus
dem Schleusbehälter 9 in den Abscheideraum 4 und den damit verbundenen Zyklonfilter
3 gelangt. Es wird jedoch eine systembedingte Verunreinigung des über die Leitung
11 abgezogenen brennbaren Gases mit bis zu 25 Vol.-% Kohlendioxid zugelassen.
[0012] Nachdem der Schleusbehälter 9 im erforderlichen Maße mit Brennstoff gefüllt worden
ist, wird die Brennstoffzufuhr durch Schließen des Ventils 14 in der Leitung 8 unterbrochen
und gleichzeitig auch das Ventil 15 in der Leitung 11 geschlossen. Der Schleusbehälter
9 wird nun auf Druckgleichheit mit dem Zuteilbehälter 16 gebracht. Dies erfolgt durch
Zufuhr eines brennbaren Gases über die Leitungen 17 und 18. Um was für ein brennbares
Gas es sich hierbei handeln kann, ist bereits weiter oben erläutert worden. Wie aus
der Abbildung zu ersehen ist, wird dieses Gas gleichzeitig von oben und unten in den
Schleusbehäl ter 9 eingeblasen. Die Leitung 17 weist dabei mehrere Austrittsöffnungen
auf, die im Bereich der trichterförmigen Verjüngung gleichmäßig über den Umfang verteilt
in den Schleusbehälter 9 münden. Die Gaszufuhr über die Leitungen 17 und 18 kann
durch die Ventile 19 und 20 geregelt werden. Durch diese Gaszufuhr wird das im Schleusbehälter
9 nach Beendigung des drucklosen Füllvorganges vorhandene Gasgemisch, das noch maximal
25 Vol.-% CO₂ enthalten kann, durch das zugeführte brennbare Gas so stark verdünnt,
daß der Inertgasanteil (CO₂-Anteil) schließlich bei den für das Verfahren üblichen
Betriebsdrücken nicht mehr als 1 Vol.-% beträgt. Sobald der Druck im Schleusbehälter
9 nahezu dem Druck im Zuteilbehälter 16 entspricht, wird das Ventil 19 in der Leitung
17 geschlossen und der Feinausgleich der Druckregelung erfolgt über das Ventil 20
in der Leitung 18 für die Gaszufuhr und das Ventil 21 in der Leitung 22 für die Gasabfuhr.
Für die Entleerung des Schleusbehälters 9 wird das Ventil 23 in der Leitung 24 geöffnet.
Ebenso wird das Ventil 25 in der Druckausgleichsleitung 26 geöffnet, so daß entsprechend
dem Brennstoffauslauf Gas in den Schleusbehälter 9 nachströmen kann. Sobald die
Ventile 23 und 25 geöffnet sind und Brennstoff aus dem Schleusbehälter 9 fließt, wird
auch das Ventil 64 in der Leitung 63 geöffnet, so daß durch diese Leitung zusätzlich
brennbares Gas zur Vermeidung einer Brückenbildung beim Auslauf des Brennstoffes
aus dem Schleusbehälter 9 strömen kann. Dieses Gas bewirkt dabei eine Verringerung
der Schüttdichte des Brennstoff-Gasgemisches um 10 - 20 %. Grundsätzlich wird die
Gaszufuhr jedoch so begrenzt, daß eine wirbelbettähnliche Auflockerung des Brennstoffes
vermieden wird.
[0013] Der unter dem Einfluß der Schwerkraft in den Zuteilbehälter 16 fließende Brennstoff
verdrängt das dort über der Brennstoffrestschüttung befindliche brennbare Gas, das
über die Leitung 27 aus dem Zuteilbehalter 16 entweichen kann. Die Hauptmenge des
verdrängten Gases wird über die Druckausgleichsleitung 26 in den Schleusbehälter 9
eingeleitet, während ein kleiner Teil bei geöffnetem Ventil 28 in die Leitung 22
und von dort in den Pufferbehälter 29 gelangen kann. Infolge Vermischung des im Schleusbehälter
9 nach dem Druckaufbau befindlichen Gases mit dem über die Druckausgleichsleitung
26 zugeführten Gasstrom verringert sich der Inertgasanteil (CO₂-Anteil) in dem über
der Brennstoffschüttung im Zuteilbehälter 16 befindlichen brennbaren Gas nach Beendigung
des Füllvorganges des Zuteilbehälters soweit, daß er nur noch ca. 0,5 Vol.-% beträgt.
Nach vollständiger Entleerung des Schleusbehälters 9 werden die Ventile 20, 23, 25
und 64 geschlossen, während gleichzeitig das Ventil 21 zur Entspannung des Schleusbehälters
9 in den Pufferbehälter 29 geöffnet wird. Vor der Entspannung des Schleusbehälters
9 herrscht im Pufferbehälter 29 ein Druck, der ca. 15 % des Druckes im Schleusbehälter
9 entspricht. Durch die Entspannung wird der Druck im Schleusbehälter 9 um ca. 66
% auf z.B. 9 bar abgesenkt. Der überwiegende Teil des brennbaren Gases aus dem Schleusbehälter
9 wird daher bei hohem Druckniveau zurückgewonnen und kann über die Leitung 30 aus
dem Pufferbehälter 29 abgezogen werden. Nach entsprechender Verdichtung im Verdichter
31 wird das Gas über die Leitung 32 dem erzeugten Partialoxidationsrohgas vor der
Gasbehandlung 33 zugesetzt. Als letzter Schritt zur Entspannung des Schleusbehälters
9 wird das Ventil 15 in der Leitung 11 geöffnet und das restliche Gas mit überwiegend
brennbaren Bestandteilen über den Filter 65 und die Leitung 12 in den Gasometer 13
geleitet. Der im Filter 65 abgeschiedene Brennstoffstaub wird durch einen Teilstrom
des Kohlendioxids aus der Leitung 5, der über die Leitung 34 zugeführt wird, in
den Schleusbehälter 9 zurückgeführt. Hierzu wird das Ventil 37 in der Leitung 36
vorübergehend geöffnet, wenn der Schleusbehälter 9 vor dem Befüllen gerade drucklos
ist. Das im Gasometer 13 gesammelte Gas kann über die Leitung 38 abgezogen und dem
Verdichter 39 zugeführt werden, der auf gleicher Welle mit dem Verdichter 31 läuft.
Anschließend wird dieses Gas über die Leitung 40 dem Gasstrom in der Leitung 30 zugesetzt.
Gegebenenfalls kann das über die Leitung 38 abgezogene Gas über die Leitung 66 ganz
oder teilweise auch einer anderen Verwendung, z.B. als Brenngas, zugeführt werden.
[0014] Der im Zuteilbehälter 16 befindliche Brennstoff wird über die Leitung 41 zu den Brennern
des Vergasungsreaktors 42 dosiert. Diese Dosierung erfolgt dabei nicht unter dem Einfluß
der Schwerkraft, sondern durch die den Massenstrom bestimmende Druckdifferenz zwischen
dem Zuteilbehälter 16 und dem Vergasungsreaktor 42. Diese Druckdifferenz wird durch
die Zufuhr von brennbarem Gas in den Zuteilbehälter 16 über die Leitungen 43, 44
und 45 erzeugt, wobei die Ventile 46, 47 und 48 entsprechend geöffnet werden. Der
Gasstrom, der über die Leitung 44 zugeführt wird, deckt hierbei ca. zwei Drittel des
Bedarfs. Die Einleitung in den Zuteilbehälter 16 erfolgt dabei über mehrere Austrittsöffnungen,
die im Bereich der trichterförmigen Verjüngung über den Umfang gleichmäßig verteilt
in den Zuteilbehälter 16 münden. Der Gasstrom in der Leitung 45 dient vor allem zur
Vermeidung von Brückenbildungen beim Auslauf des Brennstoffes aus dem Zuteilbehälter
16. Durch diesen Gasstrom wird auch eine Verringerung der Schüttdichte erreicht,
wobei jedoch eine wirbelbettähnliche Auflockerung des Brennstoffes vermieden werden
soll. Die durch die Leitung 43 zugeführte Gasmenge dient in erster linie zum Ausgleich
des Volumens bei der Entnahme von Brennstoff aus dem Zuteilbehälter 16, wenn nicht
gleichzeitig eine entsprechende Brennstoffmenge aus dem Schleusbehälter 9 nachströmt.
Wenn dies jedoch der Fall ist, dann bleibt das Ventil 46 in der Leitung 43 in der
Regel geschlossen. Das Ventil 49 im Anschlußstück 50, das den Zuteilbehälter 16 mit
der Leitung 41 verbindet, ist während der Brennstoffentnahme aus dem Zuteilbehälter
16 selbstverständlich geöffnet.
[0015] Das im Vergasungsreaktor 42 erzeugte Partialoxidationsrohgas wird im Abhitzekessel
51, der mit dem Vergasungsreaktor 42 eine bauliche Einheit bildet, gekühlt und gelangt
dann über die Leitung 52 in die einzelnen Stufen der Gasbehandlung 33, in denen die
Umwandlung des Partialoxidationsgases in Synthesegas erfolgt. Da es sich hierbei
um an sich bekannte und in der Technik allgemein übliche Verfahrensschritte handelt,
die nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind, braucht hierauf nicht näher
eingegangen zu werden. Das erzeugte Synthesegas wird über die Leitung 53 abgezogen
und seiner weiteren Verwendung zugeführt. Ein Teilstrom dieses Gases kann hierbei
über die Leitung 54 abgezweigt werden. Dieser Teilstrom wird durch stufenweise Verdichtung
in den Verdichtern 55 und 56 auf den erforderlichen Druck gebracht und gelangt anschließend
über die Leitung 57 zur Leitung 58, von der die Leitungen 17, 18, 63, 43, 44 und
45 abgehen.
[0016] Alternativ kann beispielsweise auch das SO₂- und COS-haltige Restgas aus der Gasbehandlung
33 über die Leitung 59 den Verdichtern 55 und 56 zugeführt und danach in der vorstehend
beschriebenen Weise in den Prozeß zurückgeführt werden. Der Wärmetauscher 60 dient
dabei der erforderlichen Temperatureinstellung des rückgeführten Gasstromes. Durch
die Leitung 61 wird der für die Vergasung erforderliche Sauerstoff bzw. ein Sauerstoff-Wasserdampfgemisch
in den Vergasungsreaktor 42 eingeleitet. Die Brenner des Vergasungsreaktors 42 sind
so konstruiert, daß sie ein Rückströmen des Sauerstoffs bzw. des Sauerstoff-Wasserdampfgemisches
in die Leitung 41 nicht zulassen. Auf Einzelheiten des Vergasungsreaktors 42 braucht
hier nicht näher eingegangen zu werden, da es sich hierbei ebenfalls um eine bekannte
Konstruktion handeln kann. Vorzugsweise wird man einen Reaktortyp wählen, bei dem
die Vergasung in einer Flugstaubwolke erfolgt.
[0017] Während des Anfahrens der Anlage steht normalerweise kein Synthesegas oder Restgas
und auch kein Kohlendioxid zur Verfügung. Die Versorgung des Schleussystems erfolgt
dann vorübergehend mit Stickstoff, der über die Leitung 62 zugeführt wird. Während
der Anfahrphase wird dabei die Gaszufuhr zum Gasometer 13 und zum Pufferbehälter
29 gesperrt und die Entspannungsgase werden abgefackelt.
[0018] Im Fließschema in Fig. 1 ist nicht dargestellt, daß im Gasweg zwischen dem Schleusbehälter
9 und dem Pufferbehälter 29 ein Filter angeordnet sein kann, durch das die Entspannungsgase
von mitgerissenen Brennstoffteilchen befreit werden. Das Filter wird dann beim nächsten
Druckaufbau durch das in den Schleusbehälter 9 strömende brennbare Gas wieder freigespült.
Im Fließschema ist außerdem nicht dargestellt, daß bei Verwendung eines großen Vergasungsreaktors
2 mit Durchsatzleistungen von > 10 t Brennstoff pro Stunde gegebenenfalls auch zwei
oder mehr Schleusbehälter 9 vorgesehen sein können, die zeitlich zueinander versetzt
befüllt und entleert werden. Dadurch vergleichmäßigt sich die Brennstoffzufuhr zum
Zuteilbehalter 16, der auch in diesem Falle ebenso wie der Gasometer 13 und der
Pufferbehälter 29 nur einmal vorgesehen ist.
[0019] Fig. 2 zeigt das Fließschema für die Verfahrensvariante, bei der das erzeugte Partialoxidationsrohgas
als Brenngas für die Gasturbine eines nachgeschalteten Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
genutzt werden soll. Dieses Fließschema stimmt im wesentlichen mit dem Fließschema
in Fig. 1 überein, und gleiche Bezugszeichen haben in beiden Fließschemata selbstverständlich
die gleiche Bedeutung. Daher kann auf eine eingehende Erläuterung dieses Fließschemas
unter Hinweis auf die vorstehenden Ausführungen verzichtet werden. Da in diesem Falle
nicht die Entlastung des Vergasungsprozesses von inerten Ballaststoffen, sondern eine
Verringerung der Verdichterleistung im Vordergrund steht, wird hier Stickstoff als
inertes Fördergas über die Leitung 5 in das System eingespeist. Hierbei kann es sich
vorzugsweise um unreinen Stickstoff mit einem Sauerstoffgehalt von 3 - 5 Vol.-% handeln,
der als Nebenprodukt in der Luftzerlegungsanlage anfällt, die den für die Vergasung
benötigten Sauerstoff liefert. Durch diesen Stickstoff wird der Brennstoff vom Vorratsbunker
1 über die Leitung 2 pneumatisch zum Zyklonfilter 3 transportiert, in dem der Brennstoff
vom Stickstoff getrennt wird. Der über die Leitung 6 abgezogene Stickstoff wird in
diesem Falle nicht in die Atmosphäre abgeleitet, sondern gelangt in den Gasometer
13. Das beim Befüllen des Schleusbehälters 9 über die Leitung 11 verdrängte brennbare
Gas gelangt in diesem Falle in den Zyklonfilter 3 und wird gemeinsam mit dem Stickstoff
über die Leitung 6 in den Gasometer 13 eingeleitet. Aus diesem wird das Gasgemisch
über die Leitung 38 abgezogen. Nach entsprechender Verdichtung in den Verdichtern
31 und 39 wird es zusammen mit dem aus dem Pufferbehälter 29 abgezogenen Gas über
die Leitung 32 der Brennkammer der Gasturbine des nachgeschalteten Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
zugeführt. Dorthin gelangt auch das erzeugte Partialoxidationsgas, das im Anschluß
an die Gasbehandlung 33 über die Leitung 53 abgezogen wird. Der im Abhitzekessel
51 erzeugte Dampf kann in diesem Falle - gegebenenfalls nach entsprechender Überhitzung
- in der Dampfturbine des Gas-Dampfturbinenkraftwerkes genutzt werden.
1. Verfahren zum Fördern eines feinkörnigen bis staubförmigen Brennstoffes in einen
unter erhöhtem Druck stehenden Vergasungsreaktor, bei dem der zu vergasende Brennstoff
in einem Schleusbehälter durch Beaufschlagung mit einem Gas auf Vergasungsdruck gebracht
und von dort über einen Zuteilbehälter mit Hilfe eines Trägergasstromes den Brennern
des Vergasungsreaktors zugeführt wird, wobei der Schleusbehälter wechselweise unter
Druck gesetzt und wieder entspannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff
mittels eines inerten Fördergases von der Aufbereitungsanlage in einen Zyklonfilter
mit erweitertem Abscheideraum gefördert und von dort im Schwerkraftfluß in den Schleusbheälter
gelangt, wobei für die Beaufschlagung des Schleusbehälters und des Zuteilbehälters
sowie die Zuführung des Brennstoffes zu den Brennern des Vergasungsreaktors ein
brennbares Gas verwendet wird, dessen Inertgasanteil nicht mehr als 1 Vol.-% beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als brennbares Gas für die
Beaufschlagung des Schleusbehälters und des Zuteilbehälters sowie die Zuführung des
Brennstoffes zu den Brennern Synthesegas und/oder ein Restgas verwendet wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das verwendete
brennbare Gas aus dem bei der Vergasung erzeugten Partialoxidationsrohgas gewonnen
wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung
von SO₂-haltigem Restgas als brennbarem Gas die Temperatur oberhalb des Taupunktes
gehalten wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der dem Schleusbehälter
und Zuteilbehälter zugeführte Volumenstrom an brennbarem Gas ausschließlich dem Bedarf
für den Druckaufbau, die Druckhaltung und Zuführung des Brennstoffes zum Vergasungsreaktor
angepaßt ist und eine wirbelbettähnliche Auflockerung der Brennstoffschüttung im
Schleusbehälter und Zuteilbehälter unterbleibt.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als inertes
Fördergas staubfreies und trockenes Kohlendioxid verwendet wird, das nach der Förderung
und Abscheidung des Brennstoffes im Zyklonfilter in die Atmosphäre abgeleitet wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das als inertes
Fördergas verwendete Kohlendioxid aus dem bei der Vergasung erzeugten Partialoxidationsrohgas
abgetrennt wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als inertes
Fördergas Stickstoff verwendet wird, der nach der Förderung und Abscheidung des Brennstoffes
im Zyklonfilter gemeinsam mit dem Entspannungsgas der Gasturbine eines Gas-Dampfturbinenkraftwerkes
zugeführt wird.