[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum aseptischen bzw. sterilen Abfüllen
von flüssigem Füllgut in Behälter, insbesondere in Flaschen, entsprechend Oberbegriff
Patentanspruch 1 sowie auf eine Vorrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens entsprechend
Oberbegriff Patentanspruch 15.
[0002] In der Getränkeindustrie besteht vielfach das Problem, Trinkflüssigkeiten, wie beispielsweise
Fruchtsäfte usw. in nicht-erhitztem Zustand und ohne Verwendung von chemischen Zusätzen
in Behälter bzw. Flaschen derart abzufüllen, daß eine ausreichende Haltbarkeit des
abgefüllten und verschlossenen Produktes gewährleistet ist. Dies setzt u.a. voraus,
daß die Behälter beim Einbringen des flüssigen Füllgutes ein hohes Maß an Sterilität
bzw. Keimfreiheit besitzen und dieses Maß an Sterilität auch bis zum Verschließen
der Behälter aufrechterhalten bleibt.
[0003] Bekannt ist u.a. ein Verfahren zum Füllen von Flaschen mit einem unter Druck stehenden
flüssigen Füllgut und unter Verwendung eines Gegendruckfüllers (US-PS 2 695 743),
bei dem (Verfahren) die jeweils zu füllende und aufrechtstehend unter einem Füllelement
angeordnete Flasche in einer der Füllphase vorausgehenden Sterilisationsphase mit
dem die Behälter- bzw. Flaschenmündung aufweisenden Teil ihres Flaschenhalses in einer
geschlossenen Kammer angeordnet ist und bei dem über ein Füllrohr, welches allerdings
wegen der Steuerung des Flüssigkeitsventils des Füllelementes nur eine sehr kurze
Länge aufweisen kann, in das Innere der Flasche ein Sterilisationsmedium in Form
von Wasserdampf eingebracht wird. Der Wasserdampf strömt hierbei durch die Flaschenmündung
und um diese Flaschenmündung herum auch in die geschlossene Kammer und kann aus dieser
über ein Rückschlagventil an die Umgebung entweichen. Eine Erwärmung der Flaschen
vor der Sterilisationsphase erfolgt bei diesem bekannten Verfahren nicht.
[0004] Nachteilig ist bei diesem bekannten Verfahren u.a., daß von der geschlossenen, sehr
kleinvolumigen Kammer nur der an die Mündung der Flasche unmittelbar anschließende
Teilbereich des Flaschenhalses aufgenommen ist und insbesondere das Füllrohr während
der Sterilisationsphase nur mit einer ganz geringen Teillänge in das Innere der Flasche
hineinreicht, so daß das untere, offene Ende des Füllrohres einen Abstand vom Boden
der Flasche aufweist, der um ein Vielfaches größer ist als der Abstand zwischen dem
offenen Ende des Füllrohres und der Flaschenmündung. Schon hierdurch sowie durch die
Tatsache bedingt, daß in der kleinvolumigen Kammer nur der sich an die Mündung der
Flasche unmittelbar anschließende Teilbereich des Flaschenhalses aufgenommen ist,
ergibt sich nur eine ungenügende Sterilisation der jeweiligen Flasche, und zwar u.a.
dadurch, daß nur eine ungenügende Umströmung der behandelten Flaschen mit dem Sterilisationsmedium
sowie eine ungenügende Erhitzung der behandelten Flasche an ihren kritischen Flächen
bzw. Bereichen erzielt werden. Schließlich erfordert dieses bekannte Verfahren für
seine Durchführung auch eine relativ aufwendige Konstruktion, und zwar durch die Notwendigkeit
einer Vielzahl von beweglichen Teilen am Füllelement sowie auch dadurch, daß ein spezielles
Halteelement für den Flaschenverschluß in der Sterilisationskammer erforderlich ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs geschilderten
Art aufzuzeigen, mit welchem ein aseptisches Abfüllen von flüssigem Füllgut unter
Gegendruck in Behälter, insbesondere in Flaschen ohne Einsatz von chemischen Hilfsmitteln
in vereinfachter Weise besonders zuverlässig möglich ist.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren entsprechend dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruches 1 ausgebildet.
[0007] Da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren während der Sterilisationsphase das heiße
Sterilisationsmedium, welches bevorzugt Wasserdampf und dabei vorzugsweise gesättigter
Wasserdampf ist, durch das Füllrohr in den Behälterinnenraum derart eingeleitet wird,
daß es unmittelbar am Boden des Behälters aus dem Füllrohr austritt, ergibt sich während
der Sterilisationsphase ein gleichmäßiger und intensiver Strom des heißen Sterilisationsmediums
entlang sämtlicher, für die Keimfreiheit des Behälters kritischer Behälterflächen
bzw. -bereiche, so daß insbesondere auch unter Berücksichtigung einer bevorzugt durchgeführten
Erwärmung der Behälter in einer Vorwärmphase ein hohes Maß an Keimfreiheit in einem
kurzen Behandlungszeitraum erreicht wird. Hierzu trägt vor allem auch bei, daß die
Kammer zumindest während eines Teils der Sterilisationsphase geschlossen ist und sich
während der Sterilisationsphase bzw. während dieses Teils der Sterilisationsphase
ein relativ hoher Sterilisationsmediumdruck und damit auch eine hohe Sterilisationsmediumtemperatur
in der Kammer einstellen können. Wesentlich bei der Erfindung ist aber auch, daß während
der sich an die Sterilisationsphase anschließenden Füllphase die Kammer ebenfalls
geschlossen ist, so daß das Abfüllen des flüssigen Füllgutes unter Gegendruck dadurch
erfolgen kann, daß hierfür der in der Kammer herrschende bzw. eingestellte Druck verwendet
wird. Hierdurch ergeben sich während der Sterilisationsphase und der Füllphase jeweils
die gleichen Verhältnisse in bezug auf die Positionierung des Behälters insbesondere
auch in Relation zu dem jeweiligen Füllelement und dessen Teilen. Hierdurch wird eine
besonders einfache Steuerung der jeweils verwendeten Füllmaschine möglich und es ist
insbesondere auch nicht notwendig, den Behälter mit seiner Behältermündung für die
Füllphase und ein vorausgehendes Vorspannen in Dichtlage mit dem Füllelement oder
einer das Füllrohr umschließenden Fläche dieses Füllelementes zu bringen.
[0008] Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird der für die Füllphase notwendige Gegendruck
von dem Druck des Sterilisationsmediums gebildet, der sich am Ende der Sterilisationsphase
in der Kammer eingestellt hat. In diesem Fall schließt sich dann die Füllphase unmittelbar
an die Sterilisationsphase an.
[0009] Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung wird das Sterilisationsmedium nach
Beendigung der Sterilisationsphase aus der Kammer entfernt oder abgelassen, und zwar
entweder durch Öffnen der Kammer zur Atmosphäre hin oder aber dadurch, daß die Kammer
mit einem Unterdruck beaufschlagt wird. Bevorzugt werden dabei beide, vorgenannten
Verfahrensschritte zeitlich aufeinander folgend angewandt, wobei durch die Beaufschlagung
der Kammer mit Unterdruck bzw. durch das Anschließen der Kammer an eine Unterdruckquelle
auch nach dem Ablassen des Sterilisationsmediums an die Umgebung ev. noch in der Kammer
oder im Behälterinnenraum verbliebene Reste an Sterilisationsmedium oder an Kondensat
(Wasser) des Sterilisationsmedium mit Sicherheit restlos entfernt werden. Nach dem
Ablassen bzw. Entfernen des Sterilisationsmediums erfolgt dann bei geschlossener Kammer
ein Vorspannen dieser Kammer mit einem unter Druck stehenden Vorspannmedium, nämlich
mit einem Inertgas (z.B. CO₂) oder mit steriler Luft. Nach diesem Vorspannen der Kammer
wird dann die Füllphase eingeleitet.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin, eine Vorrichtung aufzuzeigen, die in besonders
vorteilhafter Weise zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Vorrichtung entsprechend dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruches 15 ausgebildet.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 in schematischer Darstellung und in Draufsicht eine Flaschenfüllmaschine zum
aseptischen Abfüllen von Flüssigkeiten in Flaschen;
Fig. 2 in schematischer Darstellung und in Seitenansicht, teilweise auch geschnitten
die Flaschenfüllmaschine gemäß Fig. 1;
Fig. 3 in vereinfachter Darstellung eines der am Umfang des um eine vertikale Drehachse
umlaufenden Rotors vorgesehenen Füllelemente im Schnitt, zusammen mit einer Flasche
sowie den wesentlichen, die Sterilisations- und Füllphase steuernden Elementen, die
in dieser Figur zum besseren Verständnis funktionsmäßig wiedergegeben sind;
Fig. 4 in einer tabellarischen Aufstellung verschiedene Betriebszustände einer Steuerventileinrichtung.
[0012] Die in den Fig. 1-3 dargestellte Füllmaschine besitzt einen um eine vertikale Drehachse
V umlaufenden Rotor 1 (Pfeil A), der bei der dargestellten Ausführungsform im wesentlichen
zwei in vertikaler Richtung übereinander angeordnete Rotorteile 2 und 3 aufweist,
die durch mehrere vertikale Tragsäulen 4 vorzugsweise höhenverstellbar miteinander
verbunden sind. Durch eine am unteren Rotorteil 3 vorgesehene Kugeldrehverbindung
5 ist der Rotor 1 um die vertikale Drehachse V an einem ortsfesten Maschinengestell
6 im Bereich eines Fundamentenringes 7 dieses Maschinengestells drehbar gelagert.
Am Außenumfang des oberen Rotorteils 2 sind in gleichmäßigen Winkelabständen um die
Drehachse V gegeneinander versetzt mehrere, jeweils gleichartig ausgebildete Füllelemente
8 vorgesehen. Jedes Füllelement 8 besitzt ein Ventilgehäuse 9, in welchem ein zur
Oberseite sowie zur Unterseite dieses Ventilgehäuses 9 hin offener Kanal 10 gebildet
ist, der sich im wesentlichen aus den beiden Abschnitten 10′ und 10˝ zusammensetzt.
An der Oberseite, d.h. im Bereich des Abschnittes 10′ ist der Kanal durch ein Abschlußelement
11 dicht verschlossen, durch welches (beispielsweise unter Verwendung einer nicht
dargestellten Trennmembrane) ein Ventilstößel 12 hindurchgeführt ist, der mit seinem
oberen Ende mit einer einen Elektromagneten aufweisenden Betätigungseinrichtung 13
zusammenwirkt, die auf der Oberseite eines Gehäuseteils 14 befestigt ist, welches
auf der Oberseite des Ventilkörpers 9 sitzt. Beim Aktivieren der Betätigungseinrichtung
13 wird der Ventilstößel 12 mit Wirkung einer im Gehäuseteil 14 untergebrachten Druckfeder
15 aus seiner in der Fig. 3 wiedergegebenen Ruhestellung um einen bestimmten Betrag
nach oben bewegt. An seinem unteren, im Inneren des Ventilgehäuses 9 bzw. im Kanal
10 vorgesehenen Ende besitzt der Ventilstößel 12 einen Ventilkörper 16, der bei der
in der Fig. 3 dargestellten Ruhestellung des Ventilstößels 12 mit seiner in etwa
kegelstumpfförmigen Umfangsfläche gegen einen Ventilsitz 17 dichtend anliegt, welch
letzterer von einer kegelstumpfförmigen Fläche des Kanales 10 im Bereich einer Einschnürung
dieses Kanals zwischen den Abschnitten 10′ und 10˝ gebildet ist. In der in der Fig.
3 gezeigten Ruhestellung des Ventilstößels 2 ist das von dem Ventilkörper 16 und dem
Ventilsitz 17 gebildete Flüssigkeitsventil geschlossen. Durch Aktivieren der Betätigungseinrichtung
13 kann dieses Flüssigkeitsventil mit Wirkung der Druckfeder 15 geöffnet werden und
stellt dann eine Verbindung zwischen den Abschnitten 10′ und 10˝ her. Die einzelnen
Betätigungseinrichtungen 13 werden in einer noch später beschriebenen Weise von einer
Steuerelektronik 18 angesteuert.
[0013] Das obere Ende des Kanales 10 jedes Füllelementes 8 ist mit dem einen Ende einer
Leitung 19 verbunden, über die dem jeweiligen Füllelement 8 das in die Flaschen 20
abzufüllende flüssige Füllgut zugeführt wird, welches beispielsweise Fruchtsaft ist.
Sämtliche Leitungen 19 sind mit ihrem anderen Ende über einen im Bereich der Drehachse
V vorgesehenen Dreh-Verteiler 21 an eine gemeinsame, ortsfeste Füllgut- bzw. Flüssigkeitsleitung
22 angeschlossen, die über ein Absperrventil 23 zu einem nicht dargestellten Vorratsbehälter
für das abzufüllende Füllgut führt.
[0014] Am unteren Ende, d.h. im Bereich des Abschnittes 10˝ mündet in den Kanal 10 das obere,
offene Ende eines Kanales 24 eines an seinem unteren Ende ebenfalls offenen vertikalen
Füllrohres 25, welches im Bereich seines oberen Endes in geeigneter Weise (vorzugsweise
auswechselbar) am Ventilgehäuse 9 gehalten ist.
[0015] Bei der dargestellten Ausführungsform ist das Ventilgehäuse 9 zweiteilig ausgebildet,
d.h. dieses Ventilgehäuse besteht aus dem oberen, den Abschnitt 10′ des Kanales 10,
aber auch noch den Ventilsitz 17 aufweisenden Teil 9′ sowie aus einem unteren Teil
9˝, in welchem der Abschnitt 10˝ des Kanales 10 hauptsächlich gebildet ist und an
welchem auch das Füllrohr 25 mit seinem oberen Ende befestigt ist. Das untere Teil
9˝ ist an seiner dem oberen Teil 9′ abgewendeten Seite als eine nach unten hin offene,
das Füllrohr 25 auf seiner gesamten Länge konzentrisch umschließende Glocke 26 derart
ausgebildet, daß der Innenraum der Glocke 26 in vertikaler Richtung eine Höhe besitzt,
die etwas größer ist als die Höhe der aufrecht stehenden Flaschen 20 und im übrigen
der Innenquerschnitt der Glocke 26 an den Außenquerschnitt der Flaschen 20 derart
angepaßt ist, daß die Glocke 26 jedes Füllelementes 8 jeweils eine Flasche 20 auf
ihrer vollen Höhe und dicht umschließend aufnehmen kann, wie dies in der Fig. 3 dargestellt
ist.
[0016] Unter jedem Füllelement 8 ist ein Flaschenteller 27 vorgesehen, der mittels einer
an dem Rotorteil 3 vorgesehenen, an sich bekannten und in bekannter Weise gesteuerten
Hubeinrichtung 28 in vertikaler Richtung auf- und abbewegbar ist (Doppelpfeil B),
und zwar in der Form, daß der jeweilige Flaschenteller 27 in seiner obersten Hubstellung
mit der die Standfläche für die Flaschen 20 bildenden Oberseite bzw. mit einer dort
vorgesehenen Ringdichtung 29 abgedichtet gegen den die untere Öffnung der Glocke 26
umschließenden Rand dieser Glocke 26 anliegt und dadurch den Innenraum der Glocke
26 verschließt.
[0017] Im Bereich der horizontalen Trennebene zwischen den beiden Teilen 9′ und 9˝ des Ventilgehäuses
9 ist ein den Kanal 10 konzentrisch umschließender Ringkanal 30 gebildet, in welchen
mit ihrem oberen Ende mehrere Kanäle 31 münden, die im Teil 9˝ gleichmäßig um den
Abschnitt 10′ des Kanales 10 verteilt vorgesehen sind und mit ihrem unteren Ende jeweils
in unterschiedlichen Winkeln an der den Innenraum der Glocke 26 oben begrenzenden
Fläche des Teiles 9˝ münden, und zwar auch derart, daß diese Mündungsöffnungen der
Kanäle 31 um das Füllrohr 25 verteilt vorgesehen sind. Der Ringkanal 30 steht mit
einem Kanal 32 in Verbindung. Ein weiterer Kanal 33 steht mit einem Ende mit dem Abschnitt
10˝ des Kanales 10 in Verbindung, d.h. dieser Kanal 33 mündet bei der dargestellten
Ausführungsform in Strömungsrichtung, in der das flüssige Füllgut bei geöffnetem Flüssigkeitsventil
den Kanal 10 durchströmt, unmittelbar nach dem Ventilsitz 17 in den Abschnitt 10˝
des Kanales 10.
[0018] Jedes Füllelement 8 weist weiterhin einen Kanal 34 auf, der an das eine Ende einer
Leitung 35 angeschlossen ist, über die dem jeweiligen Füllelement 8 Wasserdampf zugeführt
wird und die mit ihrem anderen Ende über den Dreh-Verteiler 21 mit einer gemeinsamen,
ortsfesten Dampfleitung 36 verbunden ist, die über ein Absperrventil 37 an eine nicht
näher dargestellte Einrichtung zur Erzeugung von Wasserdampf (gesättigtem Wasserdampf)
angeschlossen ist. Die beiden Kanäle 33 und 34 sind über Ventile 38 und 39, die beiden
Kanäle 32 und 34 über ein Ventil 40 und die beiden Kanäle 32 und 33 über ein Ventil
41 miteinander verbindbar, wobei diese Ventile getrennt steuerbar sind und in der
von dem Ventil 38 gebildeten Verbindung eine Drosseleinrichtung 42 und in der von
dem Ventil 40 gebildeten Verbindung eine Drosseleinrichtung 43 vorgesehen sind. Die
beiden Drosseleinrichtungen 42 und 43 sind jeweils von wenigstens einer Düse oder
von einem einen verengten Querschnitt aufweisenden Kanalabschnitt gebildet.
[0019] Die vorgenannten Kanäle 32-34 sind in dem Ventilgehäuse 9 des jeweiligen Füllelementes
8 ausgebildet. Ebenso sind die Drosseleinrichtungen 42 und 43 in diesem Ventilgehäuse
9 vorgesehen. Auch die Ventile 38-41 sind bevorzugt nicht Einzelventile, sondern werden
von einer nach Art eines Flachschiebers ausgeführten und eine Schieberscheibe aufweisenden
Umschalt-Ventileinrichtung 44 gebildet, wobei diese Ventileinrichtung 44 bzw. deren
Schieberscheibe mehrere Betriebsstellungen aufweist, die den jeweiligen, später noch
beschriebenen Betriebs- bzw. Schaltzuständen der Ventile 38-41 entsprechen. Die Ventileinrichtung
44 bzw. ein mit deren Steuerscheibe verbundener Betätigungshebel wirken beim Umlauf
des Rotors 1 mit abstandsweise und/oder in unterschiedlichen Ebenen angebrachten
Steuerelementen, beispielsweise Steuerkurven oder Steuernocken an einem ortsfesten
Steuerring 45 zusammen, um die Ventileinrichtung 44 bzw. deren Schieberscheibe in
die jeweils erforderliche Betriebsstellung zu bringen. Selbstverständlich können
die Ventile 38-41 auch Einzel- oder Mehrfachventile sein, die mechanisch durch die
am Steuerring 45 vorgesehenen Steuerelemente, in diesem Fall aber bevorzugt elektrisch
oder pneumatisch gesteuert werden.
[0020] In den Innenraum der Glocke 26 jedes Füllelementes 8 münden noch zwei weitere Leitungen
46 und 47, von denen die Leitung 46 zur gesteuerten Beaufschlagung der jeweiligen
Glocke 26 mit einem Unterdruck bzw. Vakuum dient und die Leitung 47 eine Rückgas-
bzw. Rückdampfleitung bildet, die bevorzugt möglichst nahe am unteren, offenen Ende
der Glocke 26 in den Innenraum dieser Glocke 26 mündet. Jede Leitung 46, die bei der
dargestellten Ausführungsform oberhalb der Leitung 47 in die zugehörige Glocke 26
einmündet, ist über ein eigenes Ventil 48 mit einem am Rotor 1 bzw. am oberen Rotorteil
2 vorgesehenen ringförmigen und die Drehachse V konzentrisch umschließenden Sammelkanal
49 verbunden, der seinerseits über den Dreh-Verteiler 21 mit einer ortsfesten, an
eine Vakuumpumpe 50 angeschlossenen Leitung 51 verbunden ist. Es versteht sich, daß
der Dreh-Verteiler 21 so ausgebildet ist, daß in ihm eine sichere Trennung der einzelnen
Medien (Füllgut, Dampf sowie Unterdruck) gewährleistet ist.
[0021] Die Leitung 47 ist über eine Drossel- und Ventileinrichtung 52 und ein Rückschlagventil
53 mit einem ringförmigen, die Drehachse V konzentrisch umschließenden Sammelkanal
54 verbunden, der ebenfalls am oberen Rotorteil 2 vorgesehen ist. Die Drossel- und
Ventileinrichtung 52 besteht aus der Parallelschaltung einer Drosseleinrichtung 55
und einer Serienanordnung, die aus einer Drosseleinrichtung 56 und einem Ventil 57
besteht. Die beiden Drosseleinrichtungen 55 und 56 sind wiederum von wenigstens einer
Düse oder einem verengten Leitungsabschnitt gebildet, wobei beispielsweise die Drosseleinrichtung
55 einen Durchmesser von 0,71 mm und die Drosseleinrichtung 56 einen Durchmesser von
6 mm aufweisen. Die beiden Ventile 48 und 57 sind bei der dargestellten Ausführungsform
elektrisch betätigbare Ventile, die von der Steuerelektronik 18 angesteuert werden.
Die Verwendung der jeweils für sämtliche Füllelemente 8 gemeinsamen Sammelkanäle
49 und 54, von denen der Sammelkanal 54 einen Auslaß zur Atmosphäre hin aufweist,
hat neben einer Vereinfachung der Konstruktion unter anderem auch den Vorteil, daß
für alle Füllelemente 8 jeweils definierte Druckverhältnisse beim Öffnen der Ventile
48 und 57 vorliegen, wobei speziell der Sammelkanal 54 zusätzlich zu dem Rückschlagventil
53 auch sicherstellt, daß beim Abkühlen einer Glocke 26 (beispielsweise bei Maschinenstillstand)
keine Luft angesaugt wird.
[0022] Grundsätzlich ist es auch möglich, die Ventile 48 und 57 mechanisch durch entsprechende,
an einem ortsfesten Steuerring vorgesehene Steuerelemente beim Umlauf des Rotors
1 zu steuern, wobei die Funktion des Ventiles 48 und/oder 57 auch durch den Dreh-Verteiler
21 dadurch erreicht werden kann, daß dieser Dreh-Verteiler 21 als Dreh-Schieberventilanordnung
ausgebildet ist.
[0023] Die beiden Ventile 23 und 37 sind bei der dargestellten Ausführungsform von vorzugsweise
einstellbaren Druckreglern 59 und 60 gesteuert, und zwar derart, daß durch Öffnen
und Schließen des Ventiles 37 bzw. des Ventiles 23 sich in der Leitung 35 ein vorgegebener
bzw. eingestellter Dampfdruck und in der Leitung 22 ein vorgegebener bzw. eingestellter
Druck für das flüssige Füllgut ergeben, wobei das Ventil 23 über den Druckregler 59
auch in Abhängigkeit von dem Dampfdruck in der Leitung 35 gesteuert wird, und zwar
bevorzugt derart, daß das Ventil 23 erst dann öffnet, wenn in der Leitung 35 der vorgegebene
bzw. eingestellte Dampfdruck vorhanden ist, also ein Abfüllen des flüssigen Füllgutes
in die Flaschen 20 erst dann möglich ist, wenn durch einen genügenden Dampfdruck in
der Leitung 35 auch ein ausreichendes Entkeimen bzw. Sterilisieren der Flaschen 20
gewährleistet ist.
[0024] Die zu füllenden Flaschen 20 werden der Füllmaschine über einen nicht näher dargestellten
Transporteur aufrechtstehend zugeführt, wie dies in der Fig. 1 mit dem dortigen Pfeil
C angedeutet ist. Die Flaschen 20 bewegen sich dann zunächst durch eine tunnelartige
Vorwärmeinrichtung 61, in der die Flaschen 20 erwärmt bzw. erhitzt werden, was unter
anderem dazu dient, die dem Füllen der Flaschen 20 mit dem flüssigen Füllgut (Füllphase)
vorausgehende Sterilisationsphase zu verkürzen, aber auch einen ev. Flaschenbruch
durch Temperaturschock während der Sterilisationsphase zu vermeiden. Die vorgewärmten
Flaschen 20 werden dann über eine Transportstrecke 62 dem von einer Einteilschnecke
63 und einem Einschubstern 64 gebildeten Flascheneinschub zugeführt, an welchem die
zu füllenden Flaschen 20 nacheinander an jeweils einen abgesenkten Flaschenteller
27 übergeben werden. Diese Übergabeposition ist in der Fig. 1 mit I angegeben.
[0025] Die gefüllten Flaschen 20 werden am Flaschenausschub, d.h. an der in der Fig. 1 mit
III angegebenen Position von den abgesenkten Flaschentellern 27 abgenommen und gelangen
mittels eines Transportelementes 65 an einen Verschließer 66. Um Wärmeverluste vor
dem Verschließen der gefüllten Flaschen 20 zu vermeiden, ist die Transportstrecke
65 in einem nach außen hin abgeschlossenen Tunnel 67 ausgebildet, der bis an den Verschließer
66 reicht. Weiterhin ist auch aus dem gleichen Grunde der Ausschubbereich durch ein
haubenartiges Gehäuse 68 abgedeckt. In diesem Gehäuse können die von den Flaschentellern
27 abgenommenen, gefüllten Flaschen 20 auch eine Wärmebehandlung, bevorzugt durch
Gasflammen unterzogen werden.
[0026] Ist bei dem Füllen der Flaschen 20 eine der eigentlichen Füllphase vorausgehende
Vorspannphase vorgesehen, bei der die Glocke 26 und damit auch die jeweilige Flasche
20 mit einem Inertgas (z.B. CO₂) oder mit steriler Luft vorgespannt wird, so ist der
Kanal 32 jedes Füllelementes 8 über ein weiteres Ventil 69 mit einer Leitung 70 verbunden.
Diese ist dann über den Dreh-Verteiler 21 an eine ortsfeste Leitung 72 angeschlossen,
die über ein Absperrventil 71 zu einer nicht dargestellten Druckquelle für sterile
Luft oder für Inertgas führt. Dem Ventil 71 ist ein vorzugsweise einstellbarer Druckregler
73 zugeordnet, mit dem durch entsprechendes Öffnen und Schließen des Ventiles 71 ein
vorgegebener oder eingestellter Druck in der Leitung 72 eingeregelt wird. Der Druckregler
73 spricht aber auch auf den Druck in der Leitung 22 an, d.h. durch den Druckregler
73 wird das Ventil 71 so gesteuert, daß der Druck in der Leitung 72 um einen vorgegebenen
oder eingestellten Betrag über dem Druck in der Leitung 22 liegt.
[0027] Bei der dargestellten Ausführungsform ist zwischen den Positionen III und I noch
ein ortsfestes Blech 75 vorgesehen, welches an dem Maschinengestell 6 so gehalten
ist, daß dieses Blech 75 mit seinen Oberflächenseiten in horizontalen Ebenen und geringfügig
unterhalb der Bewegungsbahn der Glocken 26 liegt.
[0028] Bei einer Ausführungsform erfolgt beim Umlauf des Rotors 1 in Richtung des Pfeiles
A während der Positionen I und III das Sterilisieren sowie Füllen der Flaschen 20
in einer Weise entsprechend dem nachfolgenden Beispiel I.
Beispiel I
[0029]
1. Nach der Übergabe einer zu füllenden Flaschen 20 an der Position I an einen Flaschenteller
27 wird diese Flasche 20 mit dem Flaschenteller 27 soweit angehoben, daß das Füllrohr
25 durch die Mündung in das Innere der Flasche 20 hineinreicht, der Flaschenteller
27 jedoch noch nicht dicht gegen den unteren Rand der Glocke 26 anliegt, zwischen
dem unteren Rand der Glocke 26 und dem Flaschenteller 27 also noch eine Öffnung zur
Umgebung hin in Form eines ringförmigen Spaltes verbleibt. Bei diesem ersten Verfahrensschritt
erfolgt ständig eine reduzierte Dampf zuführung über das Füllrohr 25 in das Innere
der Flasche 20 sowie über die Kanäle 31 in das Innere der Glocke 26, wobei hierfür
die Ventile 38 und 40 über die Drosseleinrichtungen 42 und 43 geöffnet, das Flüssigkeitsventil
des betreffenden Füllelementes 8, aber auch die Ventile 39, 41, 48 und 79 geschlossen
sind.
2. Der Flaschenteller 27 wird weiter nach oben bewegt. Kurz vor dem Abschließen der
Glocke 26 erfolgt bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil eine nicht reduzierte
Dampfzuführung ausschließlich über das Füllrohr 25, wofür das Ventil 39 geöffnet ist
und die Ventile 38, 40, 41, 48 und 57 geschlossen sind.
Durch die beiden bisher beschriebenen Verfahrensschritte 1 und 2 ist einmal eine weitere
schonende Vorwärmung der Flaschen 20 sichergestellt. Zum anderen wird auch ev., sich
an den Flächen der Flasche 20 niederschlagendes Kondensat (Wasser) und beim Verfahrensschritt
2 auch solches Kondensat, welches sich ev. im Inneren der Flasche 20 gebildet hat,
vom Dampfstrom durch die zwischen der Glocke 26 und dem Flaschenteller 27 gebildeten
Öffnung nach außen abgeführt, und zwar zusammen mit in der Flasche 20 oder in der
Glocke 26 vorhandener Luft.
3. Sobald der Flaschenteller 27 dicht gegen die Glocke 26 anliegt und diese abdichtet,
werden die Flasche 20 und die Glocke 26 bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil
mit Wasserdampf vorgespannt, wobei die Ventile 38-41, 48 und 57 die gleiche Stellung
wie beim Verfahrensschritt 2 aufweisen. Es erfolgt hier dann bei geschlossener Glocke
26 ein Dampfaustritt über die Drosseleinrichtung 55 in den Sammelkanal 54.
4. Der Zustand gemäß dem Verfahrensschritt 3 wird über eine Zeitdauer bzw. über einen
dieser Zeitdauer entsprechenden Drehwinkelbereich des Rotors 1 aufrecht erhalten,
bis eine einwandfreie Sterilisation der Flasche 20 unter dem hohen, in der Glocke
26 herrschenden Dampfdruck sichergestellt ist.
5. In einem weiteren Verfahrensschritt wird dann bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil
der in der Glocke 26 vorhandene Dampf abgelassen, was beispielsweise durch erneutes,
geringfügiges Absenken des Flaschentellers 27 und über den dadurch gebildeten Ringspalt
zwischen der Glocke 26 und dem Flaschenteller 27 erfolgt. Sämtliche Ventile 38-41,
48 und 57 sind hierbei geschlossen.
Das Ablassen des Dampfes kann aber auch bei weiterhin dicht gegen die Glocke 26 anliegendem
Flaschenteller 27 über die Leitung 46 erfolgen, wobei in diesem Fall dann das Ventil
48 kurz geöffnet wird.
6. Bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil und wiederum durch den Flaschenteller
27 verschlossener Glocke 26 wird dann der Innenraum der Glocke 26 mit Unterdruck beaufschlagt,
und zwar derart, daß der Druck in der Glocke 26 etwa 0,5 bar aufweist. Bei diesem
Verfahrensschritt, bei dem das gesamte Restkondensat (Wasser) aus der Glocke 26 und
Flasche 20 entfernt wird, sind die Ventile 38-41, 57 und 65, aber auch das Rückschlagventil
53 geschlossen.
7. Bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil erfolgt ein Vorspannen der geschlossenen
Glocke 26 und damit auch der Flasche 20 mit einem Inertgas (z.B. CO₂) oder mit steriler
Luft. Hierbei sind die Ventile 38-41, 48 und 57 geschlossen und das Ventil 69 geöffnet,
wobei sich ein reduzierter Strom an steriler Luft bzw. an Inertgas über die Drosseleinrichtung
55 und das Rückschlagventil 53 aus der Glocke 26 einstellt.
8 Mit den vorbeschriebenen Verfahrensschritten sind die Sterilisationsphase (Verfahrensschritte
1-5) sowie die der eigentlichen Füllphase auch vorausgehende Vorspannphase (Verfahrensschritte
6 und 7) abgeschlossen, so daß etwa an der Position II der Fig. 1 die Füllphase dadurch
eingeleitet wird, daß das Füllventil des betreffenden Füllelementes 8 durch Aktivieren
der Betätigungseinrichtung 13 durch die Steuerelektronik 18 geöffnet wird. An diesem
Beginn der Füllphase sind alle Ventile 38-41, 48, 57 und 69 geschlossen, so daß das
flüssige Füllgut über das Füllrohr 25 in die Flasche 20 zufließt, und zwar unter entsprechender
Verdrängung des dort vorhandenen Inertgases bzw. der vorhandenen sterilen Luft, das
bzw. die über die Drosseleinrichtung 55 in den Sammelkanal 54 abfließt, wodurch sich
zunächst ein langsames Zufließen des flüssigen Füllgutes, d.h. ein Füllen mit geringer
Füllgeschwindigkeit ergibt.
9. Nach dem Eintauchen des unteren Endes des Füllrohres 25 in den Flüssigkeitsspiegel
erfolgt dann bei weiterhin geöffnetem Flüssigkeitsventil ein Füllen mit erhöhter Füllgeschwindigkeit,
und zwar bei geschlossenen Ventilen 38-41, 48 und 69 und geöffnetem Ventil 57, so
daß das von dem Füllgut verdrängte Inertgas- oder Luftvolumen über beide Drosseleinrichtungen
55 und 56 in den Sammelkanal 54 abfließen kann.
10. Nach der Beendigung der Schnellfüllphase (Verfahrensschritt 9) wird bei weiterhin
geöffnetem Flüssigkeitsventil die Bremsphase eingeleitet, und zwar durch Schließen
des Ventiles 57 und bei weiterhin auch geschlossenen Ventilen 38-41, 48 und 69.
11. Nach dem Ansprechen eines die Steuerelektronik 18 ansteuernden Füllstandssensors,
der bei der dargestellten Ausführungsform von einem in der jeweiligen Glocke 26 vorgesehenen
und durch die Mündung in die zu füllende Flasche 20 hineinreichenden Sensor 74 gebildet
ist, erfolgt bei weiterhin geöffnetem Flüssigkeitsventil und geschlossenen Ventilen
38-41, 48, 57 und 69 eine Korrekturfüllphase, beispielsweise in der Form, daß über
eine vorgegebene Zeitdauer die Steuerelektronik 18 das Flüssigkeitsventil noch geöffnet
hält.
12. Nach Ablauf der Korrekturzeit wird bei weiterhin geschlossenen Ventilen 38-41,
48, 57 und 69 auch das Flüssigkeitsventil des betreffenden Füllelementes 8 geschlossen,
wobei sich dann auch der Druck in der Glocke 26 über die Drosseleinrichtung 55 abbaut.
Wie vorstehend beschrieben, leitet der Sensor 74 über die Korrekturphase das Schließen
des Flüssigkeitsventiles des betreffenden Füllelementes 8 ein. Bei entsprechender
Ausbildung kann dieser Sensor auch dazu dienen, die Bremsphase (Verfahrensschritt
10) füllständsbezogen einzuleiten. Ist der Sensor 74 als Leitwertkontakt ausgebildet,
so weist dieser Sensor 74 in diesem Fall neben einer gemeinsamen Elektrode zwei Steuerelektroden
auf, die in vertikaler Richtung übereinander vorgesehen sind und von denen die untere
beim Eintauchen in den Flüssigkeitsspiegel die Bremsphase und die obere beim Eintauchen
in den Flüssigkeitsspiegel über die Korrekturphase das Schließen des Flüssigkeitsventils
einleiten.
13. Bei geschlossenem Flüssigkeitsventil, geschlossenen Ventilen 38, 39, 48, 57 und
69 und geöffneten Ventilen 40 und 41 erfolgt dann das Entleeren des Füllrohres 25
bei gleichzeitiger reduzierter Dampfzuführung in die Glocke 26, und zwar über das
geöffnete Ventil 40 und die Drosseleinrichtung 43, wobei sich in der Glocke 26 ein
ansteigender Dampfdruck ergibt, da der Dampf über die Drosseleinrichtung 55 nur reduziert
abfließen kann.
14. Bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil und geschlossenen Ventilen 38,
39, 48, 57 und 69 wird auch das Ventil 41 geschlossen, während das Ventil 40 offen
bleibt und sich somit weiterhin ein reduzierter Dampfstrom in die Glocke 26 ergibt.
Anschließend wird der Flaschenteller abgesenkt.
15. Sind der Flaschenteller 27 und damit auch die gefüllte Flasche 20 soweit abgesenkt,
daß das untere Ende des Füllrohres 25 aus dem Flüssigkeitsspiegel austritt, wird bei
weiterhin bestehendem reduziertem Dampfstrom in die Glocke 26, d.h. bei weiterhin
geöffnetem Ventil 40 auch das Ventil 38 geöffnet, so daß sich dann auch zur vollständigen
Entleerung des Füllrohres 25 ein reduzierter Dampfstrom durch den Kanal 24 dieses
Füllrohres 25 ergibt, und zwar vorzugsweise während des weiteren Absenkens des Flaschentellers
27 und der gefüllten Flasche 20. Die Ventile 39, 41, 48, 57 und 69 sind geschlossen.
16. Die gefüllte Flasche 20 wird an der Position III ausgeschoben und über die Transporteinrichtung
65 dem Verschließer 66 zugeführt. Bei diesem Ausschieben der gefüllten Flasche 20
verbleiben die Ventile 38-41, 48, 57 und 69 in ihrer für den Verfahrensschritt (15)
angegebenen Stellung, so daß weiterhin ein reduzierter Dampfstrom durch die Kanäle
31 und den Kanal 24 des Füllrohres 25 besteht.
17. Zwischen den Positionen III und I ist die jeweilige Glocke 26 bis auf einen engen,
zwischen ihrem unteren offenen Ende und dem ortsfesten Blech 75 gebildeten Ringspalt
verschlossen. Die für den Verfahrensschritt (15) beschriebene Stellung der Ventile
38-41, 48, 57 und 69 bleibt aufrechterhalten, so daß weiterhin ein reduzierter Dampfstrom
durch die Kanäle 31 und den Kanal 24 des Füllrohres 25 besteht und hierdurch eine
Beaufschlagung der Glocke 26 an ihren Innenraum und Innenflächen sowie des Füllrohres
25 an seinen Außen- und Innenflächen durch den über den Ringspalt zwischen der Glocke
26 und dem Blech 75 austretenden Dampf erfolgt. Die Verwendung des Bleches 75 hat
insbesondere den Vorteil, daß bei diesem Verfahrensschritt die Dampfatmosphäre im
Innenraum der jeweiligen Glocke 26 aufrechterhalten bleibt und somit auch unter Berücksichtigung
der Bemessung bzw. Breite des zwischen dem unteren Glocke 26 und dem Blech 75 gebildeten
Ringspaltes keine Umgebungsluft, Keime, Verunreinigungen usw. von außen her in die
Glocke 26 eintreten können.
[0030] Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht
sich, daß Änderungen sowie Abwandlungen insbesondere auch hinsichtlich des beschriebenen
Verfahrens möglich sind, ohne daß dadurch der die Erfindung tragende Erfindungsgedanke
verlassen wird. So werden bei einer gegenüber dem Beispiel I vereinfachten Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens der Füllbeginn bzw. die Füllphase nach dem Verfahrensschritt
4 eingeleitet, d.h. unter Verzicht auf die Verfahrensschritte 5-7 schließen sich die
Verfahrensschritte 8-17 unmittelbar an den Verfahrensschritt 4 an, d.h. der Dampfdruck,
der sich am Ende des Verfahrensschritt 4 in der Glocke 26 eingestellt hat, bildet
bei dieser vereinfachten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens den Gegendruck
am Beginn der Füllphase. Bei dieser Ausführung werden dann selbstverständlich auch
die Ventile 69 und 71, die Leitungen 70 und 72, der Druckregler 73 sowie die Quelle
für das unter Druck stehende Inertgas oder die unter Druck stehende sterile Luft nicht
benötigt. Das Vorspannen der jeweiligen Glocke mit Dampf bzw. mit Inertgas vor dem
Einleiten der Füllphase hat gegenüber dem Vorspannen mit steriler Luft den besonderen
Vorteil, daß praktisch kein Sauerstoff in die Glocke 26 gelangt und demnach auch keine
Sauerstoffaufnahme durch das Füllgut beim Abfüllen erfolgt, wodurch sich u.a. auch
die Haltbarkeit des abgefüllten Füllgutes wesentlich verbessert.
[0031] Bei dem vorbeschriebenen, auch die Verfahrensschritte 5-7 des Beispiels I aufweisenden
Verfahren werden für die von den Ventilen 38-41, 48, 57 und 69 gebildete Steuerventilanordnung
insgesamt acht unterschiedliche Betriebsstellungen benötigt, während bei dem vereinfachten
Verfahren ohne die Verfahrensschritte 5-7 und ohne die Ventile 48 und 69 insgesamt
fünf unterschiedliche Betriebsstellungen für die Steuerventilanordnung ausreichend
sind.
[0032] In der Fig. 4 sind für die einzelnen Verfahrensschritte 1 bis 17 der Ausführungsform
nach Beispiel I die jeweiligen Betriebsstellungen der Steuerventilanordnung und die
zugehörigen Schaltstellungen der Ventile 38 -41, 48, 57 und 69 in tabellarischer
Form wiedergegeben. In dieser Darstellung bedeuten jeweils "X" den geöffneten Zustand
und "O" den jeweils geschlossenen Zustand der Ventile in den einzelnen Verfahrensschritten
bzw. in den einzelnen, diesen Verfahrensschritten entsprechenden Betriebsstellungen
a - h der von den Ventilen 38 - 41, 48, 57 und 69 gebildeten Steuerventilanordnung.
[0033] Bei einer weiteren Ausführungsform erfolgt das Sterilisieren sowie Füllen der Flaschen
20 in einer Weise entsprechend dem nachfolgenden Beispiel II.
Beispiel II
[0034]
1. Nach der Übergabe einer zu füllenden Flaschen 20 an der Position I an einen Flaschenteller
27 wird diese Flasche 20 mit dem Flaschenteller 27 soweit angehoben, daß das Füllrohr
25 durch die Mündung in das Innere der Flasche 20 hineinreicht, der Flaschenteller
27 jedoch noch nicht dicht gegen den unteren Rand der Glocke 26 anliegt, zwischen
dem unteren Rand der Glocke 26 und dem Flaschenteller 27 also noch eine Öffnung zur
Umgebung hin in Form eines ringförmigen Spaltes verbleibt. Bei diesem ersten Verfahrensschritt
erfolgt ständig eine rudzierte Dampfzuführung über das Füllrohr 25 in das Innere
der Flasche 20 sowie über die Kanäle 31 in das Innere der Glocke 26, wobei hierfür
die Ventile 38 und 40 über die Drosseleinrichtungen 42 und 43 geöffnet, das Flüssigkeitsventil
des betreffenden Füllelementes 8, aber auch die Ventile 39, 41, 48 und 79 geschlossen
sind.
2. Der Flaschenteller 27 wird weiter nach oben bewegt. Kurz vor dem Abschließen der
Glocke 26 erfolgt bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil eine nicht reduzierte
Dampfzuführung ausschließlich über das Füllrohr 25, wofür das Ventil 39 geöffnet ist
und die Ventile 38, 40, 41, 48 und 57 geschlossen sind.
Durch die beiden bisher beschriebenen Verfahrensschritte 1 und 2 ist einmal eine schonende
Vorwärmung der Flaschen 20 sichergestellt, zum anderen wird auch ev., sich an den
Flächen der Flasche 20 niederschlagendes Kondensat (Wasser) durch den Dampfstrom durch
die zwischen der Glocke 26 und dem Flaschenteller 27 gebildeten Öffnung nach außen
abgeführt, und zwar insbesondere bei dem vorbeschriebenen Verfahrensschritt 2 auch
solches Kondensat, welches sich ev. im Inneren der Flasche 20 gebildet hat.
3. Sobald der Flaschenteller 27 dicht gegen die Glocke 26 anliegt und diese abdichtet,
werden die Flasche 20 und die Glocke 26 bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil
mit Wasserdampf, beispielsweise Sattdampf von 130 °C vorgespannt, wobei die Ventile
38-41, 48 und 57 die gleiche Stellung wie beim Verfahrensschritt 2 aufweisen. Es erfolgt
hier dann bei geschlossener Glocke 26 ein Dampfaustritt über die Drosseleinrichtungen
55 und 56 in den Sammelkanal 54.
4. Der Zustand gemäß dem Verfahrensschritt 3 wird über eine Zeitdauer von beispielsweise
3 Sekunden bzw. über einen dieser Zeitdauer entsprechenden Drehwinkelbereich des Rotors
1 aufrecht erhalten, bis eine einwandfreie Sterilisation der Flasche 20 unter dem
hohen, in der Glocke 26 herrschenden Dampfdruck, z.B. 1,7 bar sichergestellt ist,
wobei die Drosseleinrichtung 56 nach etwa 1 Sekunde geschlossen wurde.
5. Bei weiterhin geschlossenem Flüssigkeitsventil erfolgt ein Vorspannen der geschlossenen
Glocke 26 und damit auch der Flasche 20 mit einem Inertgas (z.B. CO₂) oder mit steriler
Luft. Hierbei sind die Ventile 38 - 41, 48 und 57 geschlossen und das Ventil 69 geöffnet,
wobei sich ein reduzierter Strom an steriler Luft bzw. an Inertgas über die Drosseleinrichtung
55 und das Rückschlagventil 53 aus der Glocke 26 einstellt.
6. Mit den vorbeschriebenen Verfahrensschritten sind die Sterilisationsphase (Verfahrensschritte
1 - 4) sowie die der eigentlichen Füllphase auch vorausgehende Vorspannphase (Verfahrensschritt
5) abgeschlossen, so daß etwa an der Position II der Fig. 1 die Füllphase dadurch
eingeleitet wird, daß das Füllventil des betreffenden Füllelementes 8 durch Aktivieren
der Betätigungseinrichtung 13 durch die Steuerelektronik 18 geöffnet wird. An diesem
Beginn der Füllphase sind alle Ventile 38 - 41, 48, 57 und 69 geschlossen, so daß
das flüssige Füllgut über das Füllrohr 25 in die Flasche 20 zufließt, und zwar unter
entsprechender Verdrängung des dort vorhandenen Inertgases bzw. der vorhandenen sterilen
Luft, das bzw. die über die Drosseleinrichtung 55 in den Sammelkanal 54 abfließt,
wodurch sich zunächst ein langsames Zufließen des flüssigen Füllgutes, d.h. ein Füllen
mit geringer Füllgeschwindigkeit ergibt.
7. Nach dem Eintauchen des unteren Endes des Füllrohres 25 in den Flüssigkeitsspiegel
erfolgt dann bei weiterhin geöffnetem Flüssigkeitsventil ein Füllen mit erhöhter Füllgeschwindigkeit,
und zwar bei geschlossenen Ventilen 38 - 41, 48 und 69 und geöffnetem Ventil 57, so
daß das von dem Füllgut verdrängte Inertgas- oder Luftvolumen über beide Drosseleinrichtungen
55 und 56 in den Sammelkanal 54 abfließen kann.
8. Nach der Beendigung der Schnellfüllphase (Verfahrensschritt 7) wird bei weiterhin
geöffnetem Flüssigkeitsventil die Bremsphase eingeleitet, und zwar durch Schließen
des Ventiles 57 und bei weiterhin auch geschlossenen Ventilen 38-41, 48 und 69.
9. Nach dem Ansprechen eines die Steuerelektronik 18 ansteuernden Füllstandssensors,
der bei der dargestellten Ausführungsform von einem in der jeweiligen Glocke 26 vorgesehenen
und durch die Mündung in die zu füllende Flasche 20 hineinreichenden Sensor 74 gebildet
ist, erfolgt bei weiterhin geöffnetem Flüssigkeitsventil und geschlossenen Ventilen
38 - 41, 48, 57 und 69 eine Korrekturfüllphase, beispielsweise in der Form, daß über
eine vorgegebene Zeitdauer die Steuerelektronik 18 das Flüssigkeitsventil noch geöffnet
hält.
10. Nach Ablauf der Korrekturzeit wird bei weiterhin geschlossenen Ventilen 38 -
41, 48, 57 und 69 auch das Flüssigkeitsventil des betreffenden Füllelementes 8 geschlossen,
wobei sich dann auch der Druck in der Glocke 26 über die Drosseleinrichtung 55 abbaut.
Wie vorstehend beschrieben, leitet der Sensor 74 über die Korrekturphase das Schließen
des Flüssigkeitsventiles des betreffenden Füllelementes 8 ein. Bei entsprechender
Ausbildung kann dieser Sensor auch dazu dienen, die Bremsphase (Verfahrensschritt
8) füllstandsbezogen einzuleiten. Ist der Sensor 74 als Leitwertkontakt ausgebildet,
so weist dieser Sensor 74 in diesem Fall neben einer gemeinsamen Elektrode zwei Steuerelektroden
auf, die in vertikaler Richtung übereinander vorgesehen sind und von denen die untere
beim Eintauchen in den Flüssigkeitsspiegel die Bremsphase und die obere beim Eintauchen
in den Flüssigkeitsspiegel über die Korrekturphase das Schließen des Flüssigkeitsventils
einleiten.
11. Bei geschlossenem Flüssigkeitsventil, geschlossenen Ventilen 38, 39, 48, 57 und
69 und geöffneten Ventilen 40 und 41 erfolgt dann das Entleeren des Füllrohres 25
bei gleichzeitiger reduzierter Dampfzuführung in die Glocke 26, und zwar über das
geöffnete Ventil 40 und die Drosseleinrichtung 43, wobei sich der in der Glocke 26
während der Füllung vorhandene Gegendruck über die Drosseleinrichtung 55 abbaut. Anschließend
wird der Flaschenteller 27 abgesenkt.
12. Sind der Flaschenteller 27 und damit auch die gefüllte Flasche 20 soweit abgesenkt,
daß das untere Ende des Füllrohres 25 aus dem Flüssigkeitsspiegel austritt, wird bei
weiterhin bestehendem reduziertem Dampfstrom in die Glocke 26, d.h. bei weiterhin
geöffnetem Ventil 40 auch das Ventil 38 geöffnet, so daß sich dann auch zur vollständigen
Entleerung des Füllrohres 25 ein reduzierter Dampfstrom durch den Kanal 24 dieses
Füllrohres 25 ergibt, und zwar vorzugsweise während des weiteren Absenkens des Flaschentellers
27 und der gefüllten Flasche 20. Die Ventile 39, 41, 48, 57 und 69 sind geschlossen.
13. Die gefüllte Flasche 20 wird an der Position III ausgeschoben und über die Transporteinrichtung
65 dem Verschließer 66 zugeführt. Bei diesem Ausschieben der gefüllten Flasche 20
verbleiben die Ventile 38 - 41, 48, 57 und 69 in ihrer für den Verfahrensschritt (12)
angegebenen Stellung, so daß weiterhin ein reduzierter Dampfstrom durch die Kanäle
31 und den Kanal 24 des Füllrohres 25 besteht.
14. Zwischen den Positionen III und I ist die jeweilige Glocke 26 bis auf einen engen,
zwischen ihrem unteren offenen Ende und dem ortsfesten Blech 75 gebildeten Ringspalt
verschlossen. Die für den Verfahrensschritt (12) beschriebene Stellung der Ventile
38 - 41, 48, 57 und 69 bleibt aufrechterhalten, so daß weiterhin ein reduzierter Dampfstrom
durch die Kanäle 31 und den Kanal 24 des Füllrohres 25 besteht und hierdurch eine
Beaufschlagung der Glocke 26 an ihren Innenraum und Innenflächen sowie des Füllrohres
25 an seinen Außen- und Innenflächen durch den über den Ringspalt zwischen der Glocke
26 und dem Blech 75 austretenden Dampf erfolgt. Die Verwendung des Bleches 75 hat
insbesondere den Vorteil, daß bei diesem Verfahrensschritt die Dampfatmosphäre im
Innenraum der jeweiligen Glocke 26 aufrechterhalten bleibt und somit auch unter Berücksichtigung
der Bemessung bzw. Breite des zwischen dem unteren Glocke 26 und dem Blech 75 gebildeten
Ringspaltes keine Umgebungsluft, Keime, Verunreinigungen usw. von außen her in die
Glocke 26 eintreten können.
[0035] Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, ist bei dem Verfahren nach Beispiel II,
bei dem auf die Leitung 46 verzichtet ist, am Ende der Sterilisationsphase ein Ablassen
des Sterilisationsmediums nicht erforderlich. Vielmehr erfolgt hier unmittelbar nach
der Sterilisationsphase bzw. nach dem Verfahrensschritt 4 das Vorspannen.
[0036] Anstelle des oben beschriebenen Bleches 75 kann auch ein anderes Element vorgesehen
sein, welches beim Beispiel I im Verfahrensschritt (17) bzw. beim Beispiel II im Verfahrensschritt
(14) den Ringspalt bildet. Weiterhin ist es auch möglich, anstelle des Bleches 75
ein wannenförmiges, zwischen den Positionen III und I angeordnetes Element mit einem
Abfluß vorzusehen. Erfolgt zwischen den Positionen III und I ein Reinigen der jeweiligen
Glocke 26 sowie des Füllrohres 25 mit einer Reinigungsflüssigkeit (Wasser), so entfällt
das Blech 75 oder anstelle des Bleches 75 ist das bereits angesprochene wannenförmige
Element zum Auffangen und Abführen der Reinigungsflüssigkeit vorgesehen.
[0037] Anstelle der Dichtung 29 an dem jeweiligen Flaschenteller 27 kann auch eine entsprechende
Dichtung am unteren offenen Ende der jeweiligen Glocke 26 vorgesehen sein. Weiterhin
ist es auch möglich, anstelle der Sonde 74 das Füllrohr 25 als Sonde auszubilden bzw.
mit einem entsprechenden Sondenkontakt zu versehen.
1. Verfahren zum aseptischen Abfüllen von flüssigem Füllgut unter Gegendruck in Behälter,
beispielsweise in Flaschen, bei dem (Verfahren) der jeweils zu füllende Behälter zumindest
während eines Teils einer dem Füllen mit dem flüssigen Füllgut (Füllphase) vorausgehenden
Sterilisationsphase in einer zur Umgebung hin geschlossenen Kammer an dem den Behälterinnenraum
begrenzenden Innenflächen, an der Behältermündung sowie an der sich an die Mündung
anschließenden Außenfläche mit einem unter Druck stehenden heißen gas- oder dampfförmigen
Sterilisationsmedium beaufschlagt wird, wobei die Kammer unterhalb eines Füllelementes
gebildet ist, welches in der Füllphase über ein durch die Behältermündung in den Behälterinnenraum
hineinreichendes Füllrohr das Füllgut in den Behälterinnenraum abgibt, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter sowohl während der Sterilisationsphase als auch während der Füllphase
vollständig in der Kammer bzw. in deren Innenraum derart untergebracht ist, daß der
Behälterinnenraum über die Behältermündung mit dem Innenraum der Kammer in Verbindung
steht, daß das Sterilisationsmedium während der Sterilisationsphase über das in den
Behälterinnenraum hineinreichende Füllrohr in diesen Behälterinnenraum mit Abstand
von der Behältermündung eingeleitet wird, und daß in der Füllphase bei ebenfalls zur
Umgebung hin geschlossener Kammer die Abgabe des Füllgutes in den Behälter gegen einen
in dem Innenraum der Kammer herrschenden Gegendruck erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sterilisationsphase
eine Vorwärmphase vorgeschaltet ist, während der der von dem Innenraum der Kammer
aufgenommene Behälter über das Füllrohr mit dem Sterilisationsmedium beaufschlagt
wird und dieses Sterilisationsmedium aus dem Innenraum der Kammer an einer unterhalb
der Behältermündung liegenden und den Behälter umschließenden Öffnung drucklos zur
Umgebung hin entweicht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest am Beginn der
Vorwärmphase die den Behälter aufnehmende Kammer über wenigstens einen der Behältermündung
gegenüberliegenden Austrittskanal mit dem Sterilisationsmedium beaufschlagt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Sterilisationsmedium
zumindest während des Beginns der Vorwärmphase dem Füllrohr und ggf. dem wenigstens
einen Austrittskanal über eine den Druck und/oder die Menge bzw. den Volumenstrom
des Sterilisationsmediums reduzierende Einrichtung, vorzugsweise Drosseleinrichtung
zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß während der
Sterilisationsphase das Sterilisationsmedium aus dem Innenraum der Kammer über eine
eine Druckdifferenz zwischen dem Innenraum der Kammer und der Umgebung bewirkende
Einrichtung, z.B. Drosseleinrichtung oder Düse entweicht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllphase
unmittelbar an die Sterilisationsphase anschließend eingeleitet wird, und daß der
am Ende der Sterilisationsphase in dem Innenraum der Kammer herrschende Druck des
Sterilisationsmediums als Gegendruck bei der Abgabe des Füllgutes an den Behälter
verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende der
Sterilisationsphase, vor dem Einleiten der Füllphase die zur Umgebung hin geschlossene
Kammer mit einem unter Druck stehenden gasförmigen Medium, beispielsweise mit Inertgas
oder steriler Luft vorgespannt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende der Sterilisationsphase
das Sterilisationsmedium an einer unterhalb der Behältermündung liegenden und den
Behälter umschließenden Öffnung drucklos an die Umgebung abgelassen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Ablassen oder
Entfernen des Sterilisationsmediums aus dem Innenraum der Kammer dieser Innenraum
mit einem Unterdruck beaufschlagt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß nach Beendigung der Sterilisationsphase
das im Innenraum der Kammer vorhandene Sterilisationsmedium durch die unterhalb der
Behältermündung liegende und den Behälter umschließende Öffnung drucklos in die Umgebung
abgelassen wird, und daß anschließend der Innenraum der wieder geschlossenen Kammer
mit einem Unterdruck beaufschlagt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-10, dadurch gekennzeichnet, daß während
der Füllphase das von dem dem Behälter zufließenden Füllgut verdrängte Volumenanspanngas
aus der geschlossenen Kammer über eine eine Druckdifferenz zwischen dem Innenraum
dieser Kammer und der Umgebung bewirkende Einrichtung, z.B. Drosseleinrichtung oder
Düse abgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-11, dadurch gekennzeichnet, daß nach Erreichen
eines vorgegebenen bzw. angestrebten Füllstandes im Behälter das Füllrohr durch Beaufschlagung
mit dem Sterilisationsmedium vollständig entleert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-12, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem
Abschluß der Füllphase und nach dem Abziehen des gefüllten Behälters von dem Füllelement
der Innenraum der Kammer sowie das Füllrohr durch Spülen des Füllrohres mit dem Sterilisationsmedium
sowie durch Beaufschlagung der Kammer mit dem Sterilisationsmedium über wenigstens
einen zusätzlichen Austrittskanal gereinigt werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-13, dadurch gekennzeichnet, daß als Sterilisationsmedium
gesättigter Wasserdampf, bevorzugt Wasserdampf mit einer Temperatur von 130-140°C
verwendet wird.
15. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-14, mit
einem Behältereinlauf zum Zuführen der zu füllenden Behälter, beispielsweise Flaschen,
mit einem Behälterauslauf zum Abführen der gefüllten und verschlossenen Behälter,
mit einem um eine vertikale Drehachse umlaufenden Rotor, der an seinem Umfang eine
Vielzahl von Füllelementen aufweist, die jeweils zur steuerbaren Abgabe des flüssigen
Füllgutes über einen Flüssigkeitskanal und über ein an diesen angeschlossenes Füllrohr
in dem Flüssigkeitskanal ein Flüssigkeitsventil besitzen und denen jeweils eine relativ
zum Füllelement in vertikaler Richtung auf- und abbewegbare Behälterstandfläche zugeordnet
ist, und dem (Rotor) die zu füllenden Behälter an einer Aufgabeposition (Behältereinschub)
zugeführt und an einer Abgabeposition (Behälterausschub) entnommen werden, mit jeweils
einer am Rotor unter jedem Füllelement gebildeten Kammer, mit einer wenigstens eine
Steuerventileinrichtung aufweisenden Sterilisationsmediumzuführung an jedes Füllelement
zur Beaufschlagung des Behälters sowie der Kammer mit einem Sterilisationsmedium während
einer der Füllphase vorausgehenden Sterilisationsphase, sowie mit einer Einrichtung
zum Verschließen der Behälter nach dem Füllen mit dem flüssigen Füllgut, wobei die
Kammer an jedem Füllelement von einer unter diesem Füllelement vorgesehenen Glocke
gebildet ist, die an ihrem oberen, dem Füllelement benachbarten Ende geschlossen und
an ihrem unteren, dem Füllelement entfernt liegenden Ende offen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum jeder Glocke (26) eine Höhe aufweist, die zumindest etwas größer
ist als die Höhe der zu füllenden Behälter (20), daß die Glocke (26) an ihrem unteren,
offenen Ende durch die Behälterstandfläche (27) zur Umgebung hin verschließbar ist,
und daß ein in Strömungsrichtung des Füllgutes hinter dem Flüssigkeitsventil (16,
17) liegender Abschnitt (10˝) des Flüssigkeitskanals (10) über einen ersten Steuerabschnitt
(38, 39, 42) der Steuerventileinrichtung mit der Sterilisationsmediumzuführung (34,
35) verbindbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Steuerabschnitt
von einem ersten Ventil (38) gebildet ist, welchem vorzugsweise ein zweites Ventil
(39) in Serie mit einer Drosseleinrichtung (42) parallel geschaltet ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß an einer der
offenen Seite der Glocke (26) gegenüberliegenden Innenfläche dieser Glocke wenigstens
ein zusätzlicher Austrittskanal (31) vorgesehen ist, der über einen zweiten, von einem
dritten Ventil (40) gebildeten Steuerabschnitt der Steuerventileinrichtung mit der
Sterilisationsmediumzuführung (34, 35) verbindbar ist, wobei vorzugsweise in Serie
mit dem dritten Ventil (40) eine Drosseleinrichtung (43) liegt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere an einem gemeinsamen
Kanal (30) angeschlossene Austrittskanäle (31) vorgesehen sind, die vorzugsweise unter
jeweils einem unterschiedlichen Winkel in den Innenraum der Glocke (26) münden, und
daß dieser gemeinsame Kanal (30) mit dem zweiten Steuerabschnitt (40) der Steuerventileinrichtung
verbunden ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15-18, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens
eine Austrittskanal (31) sowie der in Strömungsrichtung des Füllgutes hinter dem Flüssigkeitsventil
(16, 17) liegende Abschnitt (10˝) des Flüssigkeitskanals (10) über einen dritten,
von wenigstens einem vierten Ventil (41) gebildeten Steuerabschnitt der Steuerventileinrichtung
verbindbar sind.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15-19, dadurch gekennzeichnet, daß das Innere
der Glocke (26) über wenigstens ein fünftes Ventil (69) mit einer Zuführung (70, 72)
zum Zuführen eines unter Druck stehenden Spanngases, z.B. Inertgas oder steriler Luft
verbindbar ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15-20, dadurch gekennzeichnet, daß der Innenraum
jeder Glocke an eine wenigstens eine Drosseleinrichtung (55, 56) aufweisende Rückgasleitung
angeschlossen ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu der wenigstens
einen Drosseleinrichtung ein Leitungsabschnitt vorgesehen ist, der wenigstens ein
sechstes Ventil (57), vorzugsweise ein sechstes Ventil (57) in Serie mit einer Drosseleinrichtung
(56) aufweist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückgasleitungen
(27) sämtlicher Glocken (26) vorzugsweise über jeweils ein Rückschlagventil (53)
an einen gemeinsamen Sammelkanal (54) angeschlossen sind.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-23, dadurch gekennzeichnet, daß an jede
Glocke eine mit einem siebten Ventil (48) versehene und mit einer Quelle (50) für
Unterdruck in Verbindung stehende Leitung (46) angeschlossen ist.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem siebten
Ventil versehenen Leitungen (46) sämtlicher Glocken (26) an einen gemeinsamen Sammelkanal
(49) angeschlossen sind, der seinerseits mit der Quelle (50) für den Unterdruck verbunden
ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 20-25, dadurch gekennzeichnet, daß das fünfte,
sechste und/oder siebte Ventil (69, 57, 48) ebenfalls einen Steuerabschnitt der Steuerventileinrichtung
bildet.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16-26, dadurch gekennzeichnet, daß die die
Steuerabschnitte bildenden Ventile (38-41, 69, 57, 48) Einzelventile sind.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16-26, dadurch gekennzeichnet, daß die die
Steuerabschnitte bildenden Ventile (38, 41, 69, 57, 48) zumindest zum Teil von einem
gemeinsamen Ventilelement, z.B. von einer Schieberscheibe eines mehrere Arbeits- oder
Betriebsstellungen aufweisenden Steuerventils gebildet sind.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 28, gekennzeichnet durch eine Vorwärmeinrichtung
(61), die zwischen dem Behältereinlauf und der Aufgabeposition (I) des Rotors (1)
vorgesehen ist und über die die vorgewärmten Behälter (20) der Aufgabeposition (I)
zugeführt werden.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß die
Behälterstandflächen (27) relativ zu dem jeweiligen Füllelement (8) in vertikaler
Richtung zwischen wenigstens drei Stellungen derart bewegbar sind, daß der jeweilige,
auf einer Behälterstandfläche (27) stehende Behälter (20) in einer ersten Stellung
sich mit seiner Behältermündung unterhalb des unteren Endes des Füllrohres (25) sowie
der Glocke (26) befindet, daß in einer zweiten Stellung bei im Inneren der Glocke
(26) angeordneten Behälter (20) zwischen dem unteren Ende der Glocke (26) und der
Behälterstandfläche (27) ein Ring spalt gebildet ist, und daß in der dritten Stellung
die Behälterstandfläche dicht gegen die untere Seite der Glocke (26) anliegt.
31. Vorrichtung nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, daß jede Behälterstandfläche
(27) die zugehörige Glocke (26) zumindest während eines Teils der Sterilisationsphase
sowie während der Füllphase verschließt.
32. Vorrichtung nach Anspruch 30 oder 31, dadurch gekennzeichnet, daß jede Standfläche
(27) am Beginn der Sterilisationsphase oder während einer der Sterilisationsphase
vorausgehenden Vorwärmphase mit Abstand von dem unteren offenen Ende der zugehörigen
Glocke (26) angeordnet ist.
33. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 32, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verschließeinrichtung (66) außerhalb des Rotors (1) in Förderrichtung der Behälter
(20) vor dem Behälterauslauf vorgesehen ist, und daß zwischen der Abgabeposition (3)
des Rotors (1) und der Verschließeinrichtung (66) eine Einrichtung (68) zum zusätzlichen
Beaufschlagen der gefüllten Behälter (20) mit Wärme vorgesehen ist.
34. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 33, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sterilisationsmediumzuführung (34, 35) mit einer Quelle für Wasserdampf, vorzugsweise
für gesättigten Wasserdampf verbunden ist.
35. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 34, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerventileinrichtung wenigstens sechs Betriebsstellungen aufweist, nämlich eine
erste Betriebsstellung, bei der sämtliche Ventile (38-41, 48, 57, 69) geschlossen
sind, sowie fünf weitere Betriebsstellungen, bei denen bei ansonsten geschlossenen
Ventilen jeweils lediglich folgende Ventile geöffnet sind:
2. Betriebsstellung: 1. und 3. Ventil (38, 40) geöffnet
3. Betriebsstellung: 2. Ventil (39) geöffnet
4. Betriebsstellung: 3. und 4. Ventil (40, 41) geöffnet
5. Betriebsstellung: 3. Ventil (40) geöffnet
6. Betriebsstellung: 6. Ventil (57) geöffnet.
36. Vorrichtung nach Anspruch 35, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerventileinrichtung
zusätzlich eine siebte und achte Betriebsstellung aufweist, bei denen bei ansonsten
geschlossenen Ventilen folgende Ventile geöffnet sind:
7. Betriebsstellung: 5. Ventil (69) geöffnet
8. Betriebsstellung: 7. Ventil (48) geöffnet.
37. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15-36, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Behälterausschub (III) und dem Behältereinschub (I) ein ortsfestes Element, vorzugsweise
ein Blech (75) derart angeordnet ist, daß jede Glocke (26) zwischen dem Behälterausschub
(III) und dem Behältereinschub (I) bis auf einen engen, zwischen ihrem unteren offenen
Ende und dem Element (75) gebildeten Ringspalt verschlossen ist.