[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumschaltkammer mit einem aus zwei Zylinderhälften
zusammengesetzen Keramikkörper, der beidseitig von Metalldeckeln verschlossen ist,
welche von relativ zueinander beweglichen, Schaltkontakte tragenden Leiterbolzen
durchgriffen werden. Der Keramikkörper weist entlang seiner umlaufenden Trennstelle
eine Innennut zur Halterung eines die Schaltstelle umgebenden zweiteiligen Schirmes
auf, dessen abgewinkelte benachbarte Enden in die Innennut eingreifen.
[0002] Bei einer solchen, aus der JP-OS 58-181217 bekannten Schaltkammer, dienen die in
radialer Richtung hin abgebogenen, in die Innennut ragenden Enden des Schirmes lediglich
Befestigungszwecken.
[0003] Eine Variante des Bekannten besteht darin, den Schirm einteilig auszuführen und mit
einer umfänglichen Ausdrückung in die Innennut ragen zu lassen. Hierbei ist die Trennstelle
des Keramikkörpers von dem axialen Abschnitt der Ausdrückung überbrückt. Auch diese
Ausbildung dient der Befestigung des Schirmes.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs beschriebene Vakuumschaltkammer so
auszubilden, daß neben einer zweckmäßigen Befestigung des Schirmes, dieser auch für
die Zentrierung der Zylinderhälften der Isolierkeramik sorgen kann.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1, wobei
axial ausgerichtete, die Trennstelle des Keramikkörpers überbrückende, ineinandergreifende
Enden vorhanden sind, und das außenliegende Ende zum Keramikkörper hin gerichtete,
umfänglich verteilte Laschen trägt.
[0006] Mit den ausgestellten Laschen ist eine zuverlässige zentrische Ausrichtung der Zylinderhälften
durch den Schirm zusätzlich ermöglicht. Sie werden zu einem geringfügig größeren Durchmesserkreis
als die sie aufnehmende Innennut ausgestellt. Die Montage geschieht dann mit einer
gewissen Vorspannung und garantiert festen Sitz.
[0007] Die Ausdehnungsunterschiede bei Wärmeeinwirkung, insbesondere bei Löttemperatur,
zwischen dem metallischen Schirm sowie der Isolierkeramik werden durch die sich zurückstellenden
Laschen kompensiert. Bei der Wahl des Schirmmaterials braucht daher auf einer bestimmten
Ausdehnungskoeffizienten keine Rücksicht genommen werden. Somit kann dafür relativ
preiswerter Edelstahl zum Einsatz gelangen.
[0008] Die Ineinanderstecken der Schirmteile bewirkt einen für die Montage stabilen Schirm
einerseits; anderseits sind damit die Laschenöffnungen von dem innenliegenden Schirmteilende
abgedeckt, und der Keramikkörper ist zuverlässig gegen Lichtbogeneinwirkungen geschützt.
[0009] Die Unteransprüche enthalten zweckmäßige Weiterbildungen des Gegenstandes des Anspruches
1.
[0010] Die ein- oder mehrarmigen Laschen werden in vorteilhafter Weise aus dem Schirmmaterial
herausgearbeitet. Dazu werden entsprechende Trennschnitte gelegt.
[0011] Sind die Ausnehmungen der Zylinderhälften für die Bildung der Innennut mit Toleranzen
behaftet, so können diese zur Herbeiführung einer glatten äußeren Keramikfläche durch
Verwendung von Laschen für jeden einzelnen Keramikzylinder ausgeglichen werden. Diese
dürfen dann die Trennstelle nich übergreifen.
[0012] Zur Veranschaulichung der Erfindung dient die anliegende beispielhafte Darstellung.
[0013] Es zeigen:
Figur 1 Einen Halbschnitt durch eine Vakuumschaltkammer,
Figur 2 und 3 vergrößerte Ausschnitte im Bereich der Schirmbefestigung gemäß Einkreisung
in Figur 1,
Figur 4 den gesamten Schirm im Schnitt und
Figur 5 die Ansicht des Schirmes gemäß Ansichtslinie AB der Figur 4.
[0014] Die isolierende Mantelhülle der Vakuumschaltkammer ist von einem aus zwei Zylinderhälften
1, 2 zusammengesetzen Keramikkörper gebildet. Diese Hälften stehen axial ausgerichtet
aufeinander und sind an ihrer Trennstelle 3 durch Lötung fest zusammengefügt. Beiderseits
der Trennstelle sind die Hälften zur Bildung einer Innennut 4 stufenförmig, d.h.
mit einem größeren Durchmesser, ausgenommen.
[0015] Eine innerhalb der Vakuumschaltkammer angeordneter, die Schaltkontakte koaxial umgebender,
metallischer Schirm ist aus glockenförmigen Teilen 5, 5a gebildet. Deren kelchartig
sich erweiternden Enden 6, 6a sind ineinander steckbar. Das außenliegende Ende 6 mit
größerem Durchmesser umgreift das innenliegende Ende 6a.
[0016] Die Enden bilden einen in radialer Richtung abstehenden Kranz, mit dem der Schirm
zur Fixierung in die Nut 4 des Keramikkörpers eingreift. Das außenliegende Ende 6
des Teiles 5 überdeckt mit seinem in axialier Richtung sich erstreckenden Abschnitt
die Trennstelle 3. Von diesem Ende sind einarmige zurückdrückbare Laschen 9 nach außen
in Richtung des Keramikkörpers ausgestellt. Wie in Figur 1 und 2 dargestellt, überdecken
auch diese, am Umfang verteilten Laschen die Trennstelle 3. Der von den Enden der
ausgestellten Laschen sich ergebende Durchmesserkreis ist etwas größer gewählt als
der Innendurchmesser der Nut 4 im Keramikkörper.
[0017] Bei der Montage der sogenannten Lötgruppe der Vakuumschaltkammer werden zunächst
die Zylinderhälften 1, 2 des Keramikkörpers über den zusammengesteckten Schirm gestülpt.
Dazu müssen die ausgestellten elastischen Laschen 9 ein klein wenig in Richtung Kreismitte
zurückgedrückt werden. Dies garantiert einen strammen Sitz des Schirmes im Keramikkörper.
Als zusätzliche Befestigungsmaßnahme ist es möglich, die Laschenenden an der Trennstelle
3 mit festzulöten. Damit ist ein sicherer Potentialausgleich zwischen Schirm und
leitender, nach außen geführter Trennstelle 3 bewirkt.
[0018] Mit Hilfe der ausgestellten Laschen 9 lassen sich die Zylinderhälften 1, 2 ohne weiteres
schon bei der Montage von der Innennut her zentrieren. Diese Zentrierung bleibt selbst
bei Löttemperatur trotz unterschiedlicher Temperaturkoeffizenten erhalten; die Laschen
geben einfach weiter nach innen nach.
[0019] In Figur 3 sind die Zylinderhälften mit unterschiedlichen Durchmessern zur Bildung
der Innennut 4 ausgenommen. Um diese Toleranzen zur Bildung eines zur Außenseite
hin bündigen Keramikkörpers ausgleichen zu können, sind zwei in axialer Richtung übereinander
liegende Laschen 9a, 9b vorgesehen. Diese Laschen sind jeweils einer der Zylinderhälften
1 oder 2 als Zentrierhilfen zugeteilt und von der Trennstelle 3 zurückversetzt -
d.h. von dieser einen Abstand haltend - angeordnet. In Figur 3 ist sichtbar der Toleranzausgleich
dadurch hergestellt, daß die Lasche 9b um ein größeres Maß nach innen gedrückt wurde
als die darüber liegende Lasche 9a. Diese Laschen, sowie die in den anderen Figuren
gezeigten Laschen 9, sind vorzugsweise, wie in Figur 4 und 5 erkennbar, aus dem
Material des außenliegenden Endes 6 des einen Schirmteiles durch entsprechend gelegte
Trennschnitte herausgearbeitet und ausgestellt.
[0020] Der Vollständigkeithalber sind in Figur 1 noch die ausgeschalteten Schaltkontakte
7, 7a sowie deren Leiterbolzen 8, 8a der Vakuumschaltkammer dargestellt.
1. Vakuumschaltkammer mit einem aus zwei Zylinderhälften zusammengesetzten Keramikkörper,
der beidseitig von Metalldeckeln verschlossen ist, welche von relativ zueinander beweglichen,
Schaltkontakte tragenden Leiterbolzen durchgriffen werden und der Keramikkörper entlang
seiner umlaufenden Trennstelle eine Innennut zur Halterung eines die Schaltstelle
umgebenden zweiteiligen Schirmes aufweist, dessen abgewinkelte benachbarte Enden in
die Innennut eingreifen, dadurch gekennzeichnet, daß axial ausgerichtete, die Trennstelle (3) des Keramikkörpers überbrückende, ineinandergreifende
Enden (6, 6a) vorhanden sind, und das außenliegende Ende (6) zum Keramikkörper hin
gerichtete, umfänglich verteilte Laschen (9, 9a, 9b) trägt.
2. Schaltkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einarmigen Laschen
(9, 9a, 9b) aus den Schirmmaterial herausgearbeitet sind.
3. Schaltkammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß für jede einzelne
Zylinderhälfte (1, 2) die Trennstelle (3) des Keramikkörpers nich übergreifende Laschen
(9a, 9b) vorhanden sind.
4. Schaltkammer nach einem Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschenenden
an der Trennstelle (Lötstelle) (3) des Keramikkörpers festgelötet sind.