(19)
(11) EP 0 335 114 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.10.1989  Patentblatt  1989/40

(21) Anmeldenummer: 89103337.5

(22) Anmeldetag:  25.02.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H01H 33/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE GB NL SE

(30) Priorität: 03.03.1988 DE 3806921

(71) Anmelder: Calor-Emag Elektrizitäts-Aktiengesellschaft
D-40878 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Pilsinger, Günter
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Lipperts, Joseph H.F.G.
    Venlo (NL)

(74) Vertreter: Rupprecht, Klaus, Dipl.-Ing. et al
c/o ABB Patent GmbH, Postfach 10 03 51
68128 Mannheim
68128 Mannheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vakuumschaltkammer


    (57) Bei einer Vakuumschaltkammer ist der isolie­rende Keramikkörper aus zwei Zylinderhälften (1, 2) zu­sammengesetzt. An der Trennstelle (3) sind diese Hälften zur Bildung einer Innennut (4) ausgenommen. Ein metalli­scher, aus zwei Teilen (5, 5a) bestehender, die Schalt­kontakte umgebender Schirm ragt zur Befestigung mit sei­nen einander zugewandten Enden (6, 6a) in diese Nut.
    Zum Zwecke einer guten Montage sowie einer einfachen Zentrierung des Keramikkörpers sieht die Erfindung vor, die Enden (6, 6a) des Schirmes mit axialen, in die Nut ragenden, ineinander steckbaren Abschnitten auszuführen und vom außenliegenden Ende (6) Zentrierlaschen (9, 9a, 9b) auszustellen.
    Die Erfindung erlaubt es, ohne zusätzliche Zentriervor­richtungen für die Keramikkörper zu arbeiten.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumschaltkammer mit einem aus zwei Zylinderhälften zusammengesetzen Keramikkörper, der beidseitig von Metalldeckeln verschlossen ist, wel­che von relativ zueinander beweglichen, Schaltkontakte tragenden Leiterbolzen durchgriffen werden. Der Keramik­körper weist entlang seiner umlaufenden Trennstelle eine Innennut zur Halterung eines die Schaltstelle umgebenden zweiteiligen Schirmes auf, dessen abgewinkelte benach­barte Enden in die Innennut eingreifen.

    [0002] Bei einer solchen, aus der JP-OS 58-181217 bekannten Schaltkammer, dienen die in radialer Richtung hin abge­bogenen, in die Innennut ragenden Enden des Schirmes le­diglich Befestigungszwecken.

    [0003] Eine Variante des Bekannten besteht darin, den Schirm einteilig auszuführen und mit einer umfänglichen Aus­drückung in die Innennut ragen zu lassen. Hierbei ist die Trennstelle des Keramikkörpers von dem axialen Ab­schnitt der Ausdrückung überbrückt. Auch diese Ausbil­dung dient der Befestigung des Schirmes.

    [0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs beschrie­bene Vakuumschaltkammer so auszubilden, daß neben einer zweckmäßigen Befestigung des Schirmes, dieser auch für die Zentrierung der Zylinderhälften der Isolierkeramik sorgen kann.

    [0005] Gelöst wird diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merk­malen des Anspruches 1, wobei axial ausgerichtete, die Trennstelle des Keramikkörpers überbrückende, ineinan­dergreifende Enden vorhanden sind, und das außenliegende Ende zum Keramikkörper hin gerichtete, umfänglich ver­teilte Laschen trägt.

    [0006] Mit den ausgestellten Laschen ist eine zuverlässige zen­trische Ausrichtung der Zylinderhälften durch den Schirm zusätzlich ermöglicht. Sie werden zu einem geringfügig größeren Durchmesserkreis als die sie aufnehmende Innen­nut ausgestellt. Die Montage geschieht dann mit einer gewissen Vorspannung und garantiert festen Sitz.

    [0007] Die Ausdehnungsunterschiede bei Wärmeeinwirkung, insbe­sondere bei Löttemperatur, zwischen dem metallischen Schirm sowie der Isolierkeramik werden durch die sich zurückstellenden Laschen kompensiert. Bei der Wahl des Schirmmaterials braucht daher auf einer bestimmten Aus­dehnungskoeffizienten keine Rücksicht genommen werden. Somit kann dafür relativ preiswerter Edelstahl zum Einsatz gelangen.

    [0008] Die Ineinanderstecken der Schirmteile bewirkt einen für die Montage stabilen Schirm einerseits; anderseits sind damit die Laschenöffnungen von dem innenliegenden Schirmteilende abgedeckt, und der Keramikkörper ist zu­verlässig gegen Lichtbogeneinwirkungen geschützt.

    [0009] Die Unteransprüche enthalten zweckmäßige Weiterbildungen des Gegenstandes des Anspruches 1.

    [0010] Die ein- oder mehrarmigen Laschen werden in vorteilhaf­ter Weise aus dem Schirmmaterial herausgearbeitet. Dazu werden entsprechende Trennschnitte gelegt.

    [0011] Sind die Ausnehmungen der Zylinderhälften für die Bil­dung der Innennut mit Toleranzen behaftet, so können diese zur Herbeiführung einer glatten äußeren Keramik­fläche durch Verwendung von Laschen für jeden einzelnen Keramikzylinder ausgeglichen werden. Diese dürfen dann die Trennstelle nich übergreifen.

    [0012] Zur Veranschaulichung der Erfindung dient die anliegende beispielhafte Darstellung.

    [0013] Es zeigen:

    Figur 1 Einen Halbschnitt durch eine Vakuum­schaltkammer,

    Figur 2 und 3 vergrößerte Ausschnitte im Bereich der Schirmbefestigung gemäß Einkreisung in Figur 1,

    Figur 4 den gesamten Schirm im Schnitt und

    Figur 5 die Ansicht des Schirmes gemäß Ansichts­linie AB der Figur 4.



    [0014] Die isolierende Mantelhülle der Vakuumschaltkammer ist von einem aus zwei Zylinderhälften 1, 2 zusammengesetzen Keramikkörper gebildet. Diese Hälften stehen axial aus­gerichtet aufeinander und sind an ihrer Trennstelle 3 durch Lötung fest zusammengefügt. Beiderseits der Trenn­stelle sind die Hälften zur Bildung einer Innennut 4 stufenförmig, d.h. mit einem größeren Durchmesser, aus­genommen.

    [0015] Eine innerhalb der Vakuumschaltkammer angeordneter, die Schaltkontakte koaxial umgebender, metallischer Schirm ist aus glockenförmigen Teilen 5, 5a gebildet. Deren kelchartig sich erweiternden Enden 6, 6a sind ineinander steckbar. Das außenliegende Ende 6 mit größerem Durch­messer umgreift das innenliegende Ende 6a.

    [0016] Die Enden bilden einen in radialer Richtung abstehenden Kranz, mit dem der Schirm zur Fixierung in die Nut 4 des Keramikkörpers eingreift. Das außenliegende Ende 6 des Teiles 5 überdeckt mit seinem in axialier Richtung sich erstreckenden Abschnitt die Trennstelle 3. Von diesem Ende sind einarmige zurückdrückbare Laschen 9 nach außen in Richtung des Keramikkörpers ausgestellt. Wie in Figur 1 und 2 dargestellt, überdecken auch diese, am Umfang verteilten Laschen die Trennstelle 3. Der von den Enden der ausgestellten Laschen sich ergebende Durchmesser­kreis ist etwas größer gewählt als der Innendurchmesser der Nut 4 im Keramikkörper.

    [0017] Bei der Montage der sogenannten Lötgruppe der Vakuum­schaltkammer werden zunächst die Zylinderhälften 1, 2 des Keramikkörpers über den zusammengesteckten Schirm gestülpt. Dazu müssen die ausgestellten elastischen La­schen 9 ein klein wenig in Richtung Kreismitte zurückgedrückt werden. Dies garantiert einen strammen Sitz des Schirmes im Keramikkörper. Als zusätzliche Be­festigungsmaßnahme ist es möglich, die Laschenenden an der Trennstelle 3 mit festzulöten. Damit ist ein siche­rer Potentialausgleich zwischen Schirm und leitender, nach außen geführter Trennstelle 3 bewirkt.

    [0018] Mit Hilfe der ausgestellten Laschen 9 lassen sich die Zylinderhälften 1, 2 ohne weiteres schon bei der Montage von der Innennut her zentrieren. Diese Zentrierung bleibt selbst bei Löttemperatur trotz unterschiedlicher Temperaturkoeffizenten erhalten; die Laschen geben ein­fach weiter nach innen nach.

    [0019] In Figur 3 sind die Zylinderhälften mit unterschiedli­chen Durchmessern zur Bildung der Innennut 4 ausgenom­men. Um diese Toleranzen zur Bildung eines zur Außen­seite hin bündigen Keramikkörpers ausgleichen zu können, sind zwei in axialer Richtung übereinander liegende La­schen 9a, 9b vorgesehen. Diese Laschen sind jeweils ei­ner der Zylinderhälften 1 oder 2 als Zentrierhilfen zu­geteilt und von der Trennstelle 3 zurückversetzt - d.h. von dieser einen Abstand haltend - angeordnet. In Figur 3 ist sichtbar der Toleranzausgleich dadurch herge­stellt, daß die Lasche 9b um ein größeres Maß nach innen gedrückt wurde als die darüber liegende Lasche 9a. Diese Laschen, sowie die in den anderen Figuren gezeigten La­schen 9, sind vorzugsweise, wie in Figur 4 und 5 erkenn­bar, aus dem Material des außenliegenden Endes 6 des einen Schirmteiles durch entsprechend gelegte Trenn­schnitte herausgearbeitet und ausgestellt.

    [0020] Der Vollständigkeithalber sind in Figur 1 noch die aus­geschalteten Schaltkontakte 7, 7a sowie deren Leiter­bolzen 8, 8a der Vakuumschaltkammer dargestellt.


    Ansprüche

    1. Vakuumschaltkammer mit einem aus zwei Zylinder­hälften zusammengesetzten Keramikkörper, der beidseitig von Metalldeckeln verschlossen ist, welche von relativ zueinander beweglichen, Schaltkontakte tragenden Leiter­bolzen durchgriffen werden und der Keramikkörper entlang seiner umlaufenden Trennstelle eine Innennut zur Halte­rung eines die Schaltstelle umgebenden zweiteiligen Schirmes aufweist, dessen abgewinkelte benachbarte Enden in die Innennut eingreifen, dadurch gekennzeichnet, daß axial ausgerichtete, die Trennstelle (3) des Keramikkör­pers überbrückende, ineinandergreifende Enden (6, 6a) vorhanden sind, und das außenliegende Ende (6) zum Kera­mikkörper hin gerichtete, umfänglich verteilte Laschen (9, 9a, 9b) trägt.
     
    2. Schaltkammer nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die einarmigen Laschen (9, 9a, 9b) aus den Schirmmaterial herausgearbeitet sind.
     
    3. Schaltkammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß für jede einzelne Zylinderhälfte (1, 2) die Trennstelle (3) des Keramikkörpers nich über­greifende Laschen (9a, 9b) vorhanden sind.
     
    4. Schaltkammer nach einem Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschenenden an der Trennstelle (Lötstelle) (3) des Keramikkörpers festgelö­tet sind.
     




    Zeichnung