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EP 0 336 097 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.12.1991 Patentblatt 1991/51 |
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Anmeldetag: 23.02.1989 |
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Rahmenlose Verglasung
Structural glazing
Vitrage sans cadre
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Benannte Vertragsstaaten: |
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ES FR GB IT NL |
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Priorität: |
17.03.1988 DE 3808978
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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11.10.1989 Patentblatt 1989/41 |
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Patentinhaber: Josef Gartner & Co. |
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D-89421 Gundelfingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.
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Vertreter: Müller-Boré & Partner
Patentanwälte |
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Grafinger Strasse 2 81671 München 81671 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 251 834 GB-A- 2 167 784
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FR-A- 2 366 434
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine rahmenlose Verglasung (structural glazing) wie sie im
Oberbegriff des Anspruchs 1 beschrieben ist.
[0002] Bei der unter dem Fachbegriff "structural glazing" bekannten Bauweise ist eine Verglasung
rahmenlos an zwei oder vier Seiten an Elementen von Fassaden, insbesondere Fassadenpfosten
und Fassadenriegeln oder an Rahmen von Elementfassaden, siehe z.B. EP-A-0251839. Die
Verglasung besteht aus einer Scheibe oder einer isolierverglasung aus zwei oder mehreren
Scheiben und wird direkt auf die Elemente von Fassaden bzw. die Elemente von Elementfassaden
aufgesiegelt, wobei die versiegelung nicht nur Dichtfunktion ausübt, sondern auch
statische Funktionen erbringt, wie beispielsweise die Übertragung von Windlasten (Winddruck
und Windsog), und z.T. auch das Eigengewicht der Verglasung trägt. Die Versiegelung
erfolgt insbesondere mit einem Ein- bzw. Zweikomponenten-Silikonkautschuk.
[0003] Im Falle eines Brandes wird gefordert, das die bei structural glazing über Silikon
gehaltenen Glasscheiben nicht als intaktes Element herausfallen dürfen, d.h. die Glasscheibe
bzw. die Glasscheiben müssen zerstört sein, bevor die Verklebung versagt. Brandversuche
haben gezeigt, daß dies bei structural glazing allein von der tragenden Versiegelung
aus Silikonkautschuk nicht zu erreichen ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine rahmenlose Verglasung zu schaffen,
bei welcher gewährleistet ist, daß im Brandfall die Scheibe oder die Scheiben nicht
als Ganzes von dem Gebäude herabfallen können.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Verglasung durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0006] Es sind hochhitzebeständige, elastische Dichtstoffe bekannt, die bis zu 2000°C beständig
sind. Bei Verwendung derartiger hochhitzebeständiger elastischer Dichtstoffe an bestimmten
Bereichen neben der tragenden Versiegelung der rahmenlosen Verglasung wird gewährleistet,
daß im Brandfall nach Versagen der tragenden Versiegelung die Verglasungen dennoch
an den Fassaden gehalten werden, bis durch Hitzeeinwirkung ein Zerspringen der Verglasungen
erfolgt und diese in Stücken von der Fassade herabfallen und somit eine Beschädigung
von Person und Sachen vermieden bzw. verringert wird. Die Fläche der Verklebung mit
dem hochhitzebeständigen elastischen Dichtstoff wird dabei so dimensioniert, daß im
Brandfall die Scheibe nach Versagen der Silikonverklebung gehalten wird. Damit wird
eine wirtschaftliche Ausbildung der rahmenlosen Verglasung bei gleichzeitiger Erfüllung
der in Brandversuchen geforderten Bedingungen erreicht.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Bereiche hochhitzebeständigen Dichtstoffes
von der tragenden Versiegelung an mindestens zwei Seiten eingeschlossen.
[0008] Vorzugsweise ist die Verglasung als Stufenverglasung ausgebildet und die äußere Scheibe
ist bereichsweise über den hitzebeständigen, elastischen Dichtstoff verklebt.
[0009] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die äußere Scheibe bereichsweise
mit der inneren Scheibe und die innere Scheibe bereichsweise über den hochhitzebeständigen
elastischen Dichtstoff verklebt.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 und 2
- Ansichten rahmenloser Verglasungen mit bereichsweise angeordneten hochhitzebeständigen,
elastischen Dichtstoffen, und
- Fig. 3 bis 6
- Querschnitte durch Randbereiche rahmenloser Verglasungen.
[0011] Die in Fig. 1 in Ansicht gezeigte rahmenlose Verglasung 10 ist an Fassadenpfosten
12 und Fassadenriegeln 14 über tragende Versiegelungen beispielsweise aus Silikonkautschuk
befestigt. Die Verglasung 10 ist als Stufenverglasung ausgebildet, so daß die Abmessungen
der äußeren Scheibe größer sind als die der inneren Scheibe und eine direkte Verbindung
der äußeren Scheiben über eine tragende Versiegelung mit den Fassadenpfosten 12 und
-Riegeln 14 erfolgen kann. Zur Sicherung der äußeren Scheibe der Verglasung 10 im
Brandfall sind zwischen der Rückseite der äußeren Scheibe und der Vorderseite der
Fassadenriegel 14 Bereiche 16 aus hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff angeordnet.
Wenn im Brandfall die im Randbereich der äußeren Scheibe umlaufende tragende Versiegelung
18 versagt, übernehmen die Bereiche 16 aus hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff
die Tragfunktion, bis infolge der Hitzeeinwirkung die Scheiben der Verglasung 10 zerspringen.
Damit wird gewährleistet, daß die Verglasung nach Versagen der tragenden Versiegelung
nicht als Ganzes von der Fassade herabstürzen kann, sondern daß Bruchstücke der Verglasung
herabfallen. Die Bereiche 16 aus hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff sind
auf drei Seiten von der tragenden Versiegelung 18 eingeschlossen.
[0012] Die in Fig. 2 in Ansicht gezeigte Verglasung 20 ist über eine umlaufende tragende
Versiegelung 22 an Fassadenpfosten 24 und Fassadenriegeln 6 befestigt. Zur Sicherung
der als Stufenverglasung ausgebildeten Verglasung 20 im Brandfall sind Bereiche 28
aus einem hochhitzebeständigen, elastischen Dichtstoff zwischen der Rückseite der
Verglasung 20 und der Vorderseite der Fassadenriegel 26 angeordnet. Die Bereiche 28
aus hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff unterbrechen die tragende Versiegelung
22 an den waagerechten Rändern der Verglasung 20.
[0013] Fig. 3 zeigt im Querschnitt eine Verglasung 30 bestehend aus einer äußeren Scheibe
32 und einer inneren Scheibe 34, die über einen Abstandhalter 36 und eine tragende
Versiegelung 38 miteinander verbunden sind. Die Verglasung 30 ist als Stufenverglasung
ausgebildet und an einem abgestuften Fassadenelement 40 über tragende Versiegelungen
42 zwischen der Rückseite der inneren Scheibe 34 und der Rückseite der äußeren Scheibe
32 und dem Fassadenprofil 40 befestigt. Zwischen der Scheibe 34 und dem Fassadenprofil
40 ist ein Abstandhalter 44 aus einem Elastomer angeordnet.
[0014] Zur Sicherung der Verglasung 30 im Brandfall sind Bereiche 46 der tragenden Versiegelung
zwischen der äußeren Scheibe 32 und dem Fassadenprofil 40 ausgespart und mit einem
hochhitzebeständigen, elastischen Dichtstoff ausgefüllt. Bei der in Fig. 3 gezeigten
Ausführungsform sind die Bereiche 46 aus hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff
genauso breit ausgebildet wie die tragende Versiegelung an den waagerechten Rändern
der äußeren Scheibe 32 der Verglasung 30.
[0015] Die in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform entspricht im wesentlichen der in Fig. 3 gezeigten
Ausführungsform mit dem Unterschied, daß eine zwischen der äußeren Scheibe 32 und
dem Fassadenprofil 40 angeordnete tragende Versiegelung 48 an der Außenseite Bereiche
50 aus hochhitzebeständigem Dichtstoff umschließt. Die Verglasung und die Befestigung
der Verglasung sowie die Funktion des hochhitzebeständigen elastischen Dichtstoffes
entsprechen dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3.
[0016] Fig. 5 zeigt eine Verglasung 66, deren Außenscheibe 52 die gleichen Abmessungen aufweist
wie die der Scheibe 54. Die Scheiben 52 und 54 sind über einen Abstandhalter 56 und
eine tragende Versiegelung miteinander verbunden.
[0017] Die Befestigung der Verglasung 50 an dem Fassadenprofil 58 erfolgt über einen Abstandhalter
60 aus einem Elastomer und einer tragenden Versiegelung. Die tragenden Versiegelungen
zwischen den Scheiben 52 und 54 und zwischen der inneren Scheibe 54 und dem Fassadenprofil
58 sind unterbrochen und an den ausgesparten Bereichen 62 bzw. 64 ist ein hochhitzebeständiger
elastischer Dichtstoff angeordnet, welcher gewährleistet, daß im Brandfall nach Versagen
der tragenden Versiegelungen die Scheiben 52 und 54 der Verglasung 50 an dem fassadenprofil
58 gehalten werden, bis die Scheiben infolge der Hitzeeinwirkung zerbrechen und in
Stücken herabfallen. Die Bereiche 62 und 64 aus hochhitzebeständigem elastischem Dichtstoff
weisen die gleiche Breite auf wie die umlaufende tragende Versiegelung.
[0018] Das in Fig. 6 gezeigte Ausführungsbeispiel der Befestigung einer Verglasung 70 an
einem Fassadenprofil 72 unterscheidet sich von dem in Fig. 5 gezeigten Ausführungsbeispiel
insofern, als Bereiche 74 aus hochhitzebeständigem elastischem Dichtstoff zwischen
der inneren Scheibe der Verglasung 70 und dem Fassadenprofil 72 und Bereiche 76 zwischen
den Scheiben der Verglasung an der Außenfläche von den tragenden Versiegelungen 78
bzw. 80 eingeschlossen werden. Die weiteren Funktionen und Wirkungsweisen des Ausführungsbeispiels
entsprechen dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5.
1. Rahmenlose Verglasung, wobei die Randbereiche von Ein- oder Mehrscheibenverglasungen
über tragende Versiegelungen, insbesondere aus Silikonkautschuk, an Elementen von
Fassaden, wie Fassadenpfosten und -riegeln, oder an Elementen von Elementfassaden
befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Verglasung (10; 20; 30; 66; 70) an ausgewählten Bereichen mit einem hochhitzebeständigen,
elastischen Dichtstoff (16; 28; 46; 50; 62, 64; 74, 76) verklebt ist.
2. Verglasung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche (16; 28) aus
hochhitzebeständigem, elastischem Dichtstoff wenigstens an zwei Seiten von der tragenden
Versiegelung (18; 22) eingeschlossen sind.
3. Verglasung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verglasung (30)
als Stufenverglasung ausgebildet ist und die äußere Scheibe (32) bereichsweise über
den hochhitzebeständigen, elastischen Dichtstoff verklebt ist.
4. Verglasung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Scheibe
(52) der Verglasung (50; 70) bereichsweise mit der inneren Scheibe (54) und die innere
Scheibe (54) bereichsweise über den hochhitzebeständigen, elastischen Dichtstoff verklebt
sind.
1. Structural glazing having edge areas of glazing with one or more panes which are
fixed by means of supporting seals, in particular made of silicon rubber, to elements
of frontages such as frontage uprights and horizontal members or to sections of sectional
frontages, characterised in that the glazing (10; 20; 30; 66; 70) is cemented at selected
areas with a highly heat-resistant, elastic sealant (16; 28; 46; 50; 62; 64; 74; 76).
2. Glazing according to Claim 1, characterised in that the areas (16; 28) of highly
heat resistant, elastic sealant are enclosed at least on two sides by the supporting
seal (18; 22).
3. Glazing according to Claim 1 or 2, characterised in that the glazing (30) is formed
as stage glazing and the outer pane (32) is cemented according to area by means of
the highly heat resistant, elastic sealant.
4. Glazing according to Claim 1 or 2, characterised in that the outer pane (52) of
the glazing (50; 70) is cemented according to area with the inner pane (54) and the
inner pane (54) is cemented according to area by means of the highly heat resistant,
elastic sealant.
1. Vitrage sans cadre, les zones des bords du vitrage, à une ou plusieurs vitres,
étant fixées par l'intermédiaire de scellements porteurs, en caoutchouc de silicone
notamment, sur des éléments de façade, à savoir des jambages ou des traverses de façade
ou sur des éléments de façade préfabriqués, caractérisé en ce que le vitrage (10; 20; 30; 50; 70) est, dans des zones choisies, scellé avec un matériau
étanche, élastique, réfractaire aux hautes températures (16; 28; 46; 50; 62; 64; 74;
76).
2. Vitrage selon la revendication 1, caractérisé en ce que les zones (16; 28) de matériau
étanche, élastique, réfractaire aux hautes températures sont incorporées dans au moins
deux côtés du scellement porteur (18; 22).
3. Vitrage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le vitrage (30) est
un vitrage à plusieurs épaisseurs et en ce que la vitre extérieure (32) est dans certaines
zones scellée au moyen d'un matériau étanche, élastique, réfractaire aux hautes températures.
4. Vitrage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que certaines zones de
la vitre extérieure (52) du vitrage (50; 70) sont scellées avec la vitre intérieure
(54) avec du matériau étanche, élastique, réfractaire aux hautes températures, ainsi
que certaines zones de la vitre intérieure.