[0001] Die Erfindung betrifft eine Büchse zum Aufnehmen Kernbrennstoff enthaltender Brennstäbe
entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine derartige Büchse ist aus FIG 3 der deutschen Offenlegungsschrift 35 06 584
bekannt. Der Büchsenmantel dieser bekannten Büchse ist unlösbar am Büchsenkopf befestigt,
während der Büchsenfuß ein Verrastorgan aufweist, das unter Einwirkung einer Rückstellfeder
in eine Verrastöffnung am Büchsenmantel einrasten kann.
[0003] Die leere Büchse wird zunächst an einem Hebe- und Transportgerät hängend mit ihrem
Bodenteil unter Wasser in eine Ausnehmung am Boden eines Haltekorbes eingesetzt.
Dort durchgreift eine Betätigungsstange das Verrastorgan des Büchsenfußes und löst
die Verrastung dieses Büchsenfußes mit dem Büchsenmantel. Hierauf wird der Büchsenkopf
und der an ihm befestigte Büchsenmantel mit dem Hebe-und Transportgerät wieder aus
dem Haltekorb herausgezogen und zur Seite transportiert, während der Büchsenfuß in
der Ausnehmung am Boden des Haltekorbes durch die Betätigungsstange festgehalten wird.
[0004] Sodann wird ein Bündel z.B. abgebrannter, Kernbrennstoff enthaltender Brennstäbe
mit vertikaler, d.h. zum Büchsenfuß rechtwinkliger Längsachse in dichter Packung
auf dem BüchsenfuB aufgesetzt und durch seitlich im Haltekorb an Kolbenstangen von
Zylindern aus- und einfahrbar angebrachte Druckleisten in dieser dichten Packung gehalten.
Anschließend wird der mit dem Büchsenkopf am Hebe- und Transportgerät hängende, unten
offene Büchsenmantel über die in dichter Packung im Haltekorb gehaltenen Brennstäbe
von oben nach unten geschoben, wobei die seitlich im Haltekorb angebrachten Druckleisten
entsprechend sukzessive von oben nach unten vom Brennstabbündel weggefahren werden.
Schließlich wird der Büchsenmantel noch über den Büchsenfuß in der Aussparung am Boden
des Haltekorbes gestülpt und das Verrastorgan von der Betätigungsstange freigegeben,
so daß der Büchsenfuß wieder mit dem Büchsenmantel verrastet.
[0005] Da die wieder mit dem Büchsenfuß verschlossene Büchse mit den Brennstäben in dichter
Packung gefüllt ist, kann es Schwierigkeiten bereiten, diese Brennstäbe beispielsweise
im Zuge ihrer Entsorgung wieder aus der Büchse zu entladen, da sie in der Regel nach
dem Entfernen des Büchsenfußes nicht mehr ohne weiteres von selbst aus dem Büchsenmantel
der Büchse herausfallen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte Büchse weiterzubilden, so
daß in ihr in dichter Packung eingefüllte Brennstäbe auch wieder problemlos und sicher
entladen werden können.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe hat eine Büchse der eingangs erwähnten Art erfindungsgemäß
die Merkmale des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches 1.
[0008] Zum Entladen in dichter Packung in diese Büchse eingefüllter Brennstäbe kann die
Büchse in eine Wanne gelegt werden. Nach Lösen der Befestigung des kopfseitigen Endes
der Zugstange vom Büchsenkopf werden Büchsenkopf und Büchsenfuß auseinandergezogen,
so daß die in der Büchse in dichter Packung eingefüllten Brennstäbe mit der Schubplatte
aus dem Büchsenmantel geschoben und in der Wanne aufgefangen werden.
[0009] Die Patentansprüche 2 bis 5 sind auf vorteilhafte Ausgestaltungen der Büchse gerichtet.
[0010] Die Erfindung und ihre Vorteile seien anhand der Zeichnung an einem Ausfährungsbeispiel
näher erläutert:
FIG 1 zeigt eine Büchse im Längsschnitt entsprechend der strichpunktierten Linie I-I
in FIG 2.
FIG 2 zeigt eine Draufsicht auf den Büchsenkopf der Büchse nach FIG 1.
FIG 3 zeigt eine Draufsicht auf den Büchsenfuß der Büchse nach FIG 1.
FIG 4 zeigt schematisch und im Längsschnitt einen Haltekorb zum Einfüllen von Brennstäben
in eine Büchse nach den Figuren 1 bis 3.
FIG 5 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine Büchse nach den Figuren 1 bis
3 mit in dichter Packung eingefüllten Brennstäben.
[0011] Die Büchse nach den Figuren 1 bis 3 hat einen plattenartigen Büchsenkopf 2 und einen
Büchsenfuß 3, der eine zum Büchsenkopf 2 parallele Platte 3a aufweist. Der Querschnitt
des Büchsenkopfes 2 und der Platte 3a des Büchsenfußes 3 ist quadratisch. Büchsenkopf
2 und Platte 3a haben ferner deckungsgleiche Kontur. Der Büchsenfuß 3 hat außerdem
an der Außenseite der Platte 3a einen Mantel 3b ebenfalls mit quadratischem Querschnitt.
[0012] Ein Büchsenmantel 4 mit quadratischem Querschnitt ist sowohl über den Büchsenkopf
2 als auch über den Büchsenfuß 3 gestülpt und sitzt jeweils in einer Abstufung an
der Mantel fläche des Büchsenkopfes 2 bzw. des Büchsenfußes 3. Während der Büchsenmantel
4 am Büchsenkopf 2 festgeschweißt ist, ist dieser Büchsenmantel 4 über den Büchsenfuß
3 nur lose gestülpt.
[0013] Eine Zugstange 5 weist an beiden Enden ein Gewinde auf. Mit einem Ende, dem kopfseitigen
Ende, durchgreift die Zugstange 5 lose den Büchsenkopf 2. Auf dem anderen Ende, dem
fußseitigen Ende, ist die Zugstange 5 in eine Flanschmutter 6 eingeschraubt, die die
Platte 3a und damit den Büchsenfuß 3 lose, aber spielfrei durchgreift. Diese Flanschmutter
6 ist mit als Schrauben 7 ausgebildeten Stiften gegen Verdrehen gesichert. Diese Schrauben
7 greifen durch den Flansch der Flanschmutter 6, der auf der Außenseite der Platte
3a und damit des Büchsenfußes 3 anliegt, hindurch in die Platte 3a des Büchsenfußes
3, in die sie eingeschraubt sind und an der der Flansch und damit die Flanschmutter
6 mit ihnen festgeschraubt ist. Durch eine Querbohrung in den Köpfen der Schrauben
7 auf der Außenseite der Platte 3a greift ein Sicherungsdraht 8.
[0014] Zwischen den Gewinden an beiden Enden der Zugstange 5 befindet sich am kopfseitigen
Ende der Zugstange 5 eine Abstufung 9. Über diese Abstufung 9 ist lose eine Hülse
10 geschoben, die an ihrem dem Büchsenfuß 3 zugewandten Ende eine an diesem Ende außen
festgeschweißte Schubplatte 11 durchgreift. Diese zur Zugstange 5 im rechten Winkel
angeordnete Schubplatte 11 hat ebenfalls quadratischen Querschnitt und reicht mit
deutlichem Spiel bis zur Innenseite des Büchsenmantels 4. An der die Hülse 10 und
damit auch die Schubplatte 11 lose durchgreifenden Zugstange 5 ist die Hülse 10 mit
der Schubplatte 11 mit einem Anschlagkörper befestigt, der eine Mutter 12 ist, die
auf der Innenseite des Büchsenkopfes 2 auf das Gewinde auf dem kopfseitigen Ende
der Zugstange 5 aufgeschraubt ist.
[0015] Auf der Außenseite des Büchsenkopfes 2 ist der Büchsenkopf 2 mit einer weiteren Mutter
13 befestigt, die ebenfalls auf das Gewinde am kopfseitigen Ende der Zugstange 10
aufgeschraubt und gegen selbständiges Lösen durch ein an der Mutter 13 angearbeitetes
Sicherungsblech 14 gesichert ist. Dieses Sicherungsblech 14 befindet sich an der
Mutter 13. Eine Erhebung auf der Außenseite des Büchsenkopfes 2 wird vom kopfseitigen
Ende der Zugstange 5 durchgriffen. Das Sicherungsblech 14 liegt an einer Schräge an,
die am Mantel dieser Erhebung ausgebildet ist.
[0016] Nach FIG 4 befindet sich auf dem Boden 21 eines mit Wasser gefüllten Beckens ein
im Längsschnitt dargestellter Haltekorb 22 mit quadratischem Querschnitt. An allen
vier Innenseiten dieses Haltekorbes 22 sind übereinander Zylinder 23 mit nicht zu
erkennenden verschiebbaren Kolben mit Kolbenstangen 24 angeordnet, die jede eine horizontale
Druckleiste 25 tragen. In einer Querschnittsebene des Haltekorbes 22 sind jeweils
zwei Zylinder mit sich paarweise gegenüber befindlichen Druckleisten 25 angeordnet.
Diese Zylinder sind beiderseits des jeweils in ihnen befindlichen Kolbens mit einem
Hydraulikmedium beaufschlagbar.
[0017] Ein über dem Becken befindlicher Handhabungsgreifer 26 kann den Büchsenkopf 2 der
Büchse nach den Figuren 1 bis 3 durch zwei zur Zugstange 5 parallelen Durchführungen
15 im Büchsenkopf 2 hintergreifen und die Büchse aufheben, so daß sie mit vertikaler
Längsachse der Zugstange 5 am Handhabungsgreifer 26 hängt. Eine solche am Handhabungsgreifer
26 hängende Büchse wird zunächst in den leeren Haltekorb 22, in dem alle Kolbenstangen
24 in die Zylinder 23 eingefahren sind, hinabgelassen und der Büchsenfuß 3 zentriert
in eine Ausnehmung 28 am Boden des Haltekorbes 22 eingesetzt. Sodann wird zunächst
die Mutter 13 vom kopfseitigen Ende der Zugstange 5 gelöst und der Büchsenkopf 2 mit
dem an ihm angeschweißten Büchsenmantel 4 vom Büchsenfuß 3 abgehoben, aus dem Haltekorb
22 herausgezogen und zur Seite transportiert. Anschließend wird die Mutter 12 am kopfseitigen
Ende der Zugstange 5 gelöst und die Hülse 10 mit der Schubplatte 9 mit Hilfe eines
anderen Handhabungsgreifers von der Zugstange 5 abgezogen und zur Seite transportiert.
[0018] Anschließend wird ein Bündel Brennstäbe mit abgebranntem Kernbrennstoff in dichter
Packung mit einer nicht näher dargestellten Dichtsetzvorrichtung vertikal auf die
Innenseite des Büchsenfußes 3 im Haltekorb 22 aufgesetzt und durch die Druckleisten
25 an den aus den Zylindern 23 ausgefahrenen Kolbenstangen 24 in dieser dichten Packung
gehalten. Falls erforderlich kann hierbei auch die Zugstange 5 ohne weiteres zunächst
aus der Flanschmutter 6 herausgeschraubt und vom Büchsenfuß 3 entfernt und später
wieder wie die Brennstäbe 27 mit der Dichtsetzvorrichtung auf den Büchsenfuß 3 aufgesetzt
und in die Flanschmutter 6 am Büchsenfuß 3 eingeschraubt werden.
[0019] Sodann wird der Handhabungsgreifer mit der an ihm hängenden Hülse 10 einschließlich
der Schubplatte 11 über den Haltekorb 22 gefahren und die Hülse 10 wieder über das
kopfseitige Ende der Zugstange 5 geschoben und durch Aufschrauben der Schraube 12
auf die Zugstange 5 befestigt.
[0020] Sodann wird der Handhabungsgreifer 26 mit dem Büchsenkopf 2 und dem Büchsenmantel
4 über den Haltekorb 22 gefahren und der Büchsenmantel 4, wie in FIG 4 dargestellt,
über das Bündel dichtgepackter Brennstäbe 27 im Haltekorb 22 von oben nach unten geschoben.
Hierbei werden die die Druckleisten 25 tragenden Kolbenstangen 24 sukzessive von oben
nach unten in die Zylinder 23 eingefahren, jeweils kurz bevor das Unterende, d.h.
das fußseitige Ende des Büchsenmantels 4 die betreffenden Druckleisten erreicht hat.
[0021] Schließlich wird der Büchsenmantel 4 über den Büchsenfuß 3 gestülpt, und der Handhabungsgreifer
26 kann vom Büchsenkopf 2 gelöst werden. Sodann wird die Mutter 13 mit dem Sicherungsblech
14 wieder auf dem kopfseitigen Ende der Zugstange 10 festgeschraubt.
[0022] Wie FIG 5, in der gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen wie in den Figuren 1 bis
4 versehen sind, zeigt, ist die Büchse nach den Figuren 1 bis 3 nunmehr mit Brennstäben
27 in dichter Packung gefüllt. Mit dem Handhabungsgreifer 26 kann die Büchse jetzt
aus dem Haltekorb 22 herausgehoben und weitertransportiert werden. Das tragende Element
der Büchse ist hierbei die Zugstange 5, die, wenn erforderlich, auch eine in FIG 5
angedeutete dezentrale Lage haben kann.
[0023] Zum Entleeren der in dichter Packung mit den Brennstäben 27 gefüllten Büchse nach
den Figuren 1 bis 3 brauchen nur die Mutter 13 vom kopfseitigen Ende der Zugstange
5 gelöst und Büchsenkopf 2 und Büchsenfuß 3 mit Handhabungsgreifern auseinandergezogen
zu werden.
[0024] Dies wird vorteilhaft in einer Wanne durchgeführt, in der die Büchse nach den Figuren
1 bis 3 liegt, so daß die durch die Schubplatte 11 aus dem Büchsenmantel 4 herausgedrückten
Brennstäbe direkt in die Wanne fallen. Anschließend kann die Büchse wieder durch
Aufsetzen des Büchsenkopfes 2 mit leerem Büchsenmantel 4 auf die Zugstange 5 und Aufschrauben
der Mutter 13 auf das kopfseitige Ende dieser Zugstange 5 zusammengesetzt werden.
[0025] Nach Abschrauben der Flanschmutter 6 vom fußseitigen Ende einer mit Brennstäben 27
gefüllten Büchse nach den Figuren 1 und 3 und Abheben des Büchsenfußes 3 von der auf
dem Kopf stehenden Büchse mit Hilfe eines Handhabungsgreifers, der den Büchsenfuß
3 in den Durchführungen 30 im Mantel 3b hinter greift, können bei Bedarf auch einzelne
Brennstäbe 27 mit einem geeigneten Ziehwerkzeug aus der Büchse herausgezogen werden.
Anschließend kann die Büchse durch Aufsetzen des Büchsenfußes 3 auf das fußseitige
Ende der Zugstange 5 und Festschrauben der Flanschmutter 6 wieder verschlossen werden.
[0026] Büchsenkopf 2, Schubplatte 11 und das fußseitige Ende des Büchsenmantels 4 können
mit Durchtrittsöffnungen (32 und 33) für ein Kühlmittel zum Abführen von Nachzerfallswärme
versehen sein, die die in der Büchse nach den Figuren 1 bis 3 eingesetzten Brennstäbe
abgeben können.
1. Büchse zum Aufnehmen eines Bündels Kernbrennstoff enthaltender Brennstäbe mit
einem Büchsenkopf, an dem ein Büchsenmantel befestigt ist, sowie mit einem Büchsenfuß,
über den der Büchsenmantel lose gestülpt ist, dadurch gekennzeichnet, daß sich innerhalb des Büchsenmantels (4) eine Zugstange (5) befindet, die mit
einem kopfseitigen Ende lösbar am Büchsenkopf (2) und mit dem anderen fußseitigen
Ende am Büchsenfuß (3) befestigt ist, und daß die Zugstange (5) innerhalb des Büchsenmantels
(4) eine zur Zugstange (5) im rechten Winkel angeordnete Schubplatte (11) lose durchgreift,
der innerhalb des Büchsenmantels (4) ein am kopfseitigen Ende der Zugstange (5) lösbar
angebrachter Anschlagkörper (12) zugeordnet ist.
2. Büchse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstange (5) auch am Büchsenfuß (3) lösbar befestigt ist.
3. Büchse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlagkörper eine Mutter (12) ist, die auf die Zugstange (5) aufgeschraubt
ist.
4. Büchse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugstange (5) den Büchsenkopf (2) lose durchgreift und mit einer Mutter
(13) gehalten ist, die an der Außenseite des Büchsenkopfes (2) auf das kopfseitige
Ende der Zugstange (5) aufgeschraubt ist.
5. Büchse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß am fußseitigen Ende der Zugstange (5) eine Flanschmutter (6) aufgeschraubt ist,
die mit ihrem Flansch an der Außenseite des Büchsenfußes (3) anliegt und mit einem
in den Flansch und in den Büchsenfuß (3) greifenden Stift (7) gegen Verdrehen gesichert
ist.