[0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät, insbesondere Hörgerät mit einem hinter
dem Ohr zu tragenden Gehäuse mit Schalleitungsstutzen und einem daran ansetzbaren
Ansatzstück, in Form eines Traghakens oder eines Brillenbügelstückes, mit einem Lufteinlaßstutzen,
einem Mikrophon, einem ein- oder mehrstufigen Verstärker, einem Lautstärkesteller,
einem Voreinsteller, einem Hörer und einer eine Batterie aufnehmenden Gehäusekammer.
[0002] Bekannte Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO-Hörgeräte) umfassen in der Regel am oberen
Ende des Gehäuses ein Ansatzstück, das entweder als Traghaken dient oder an ein Brillenbügelstück
angesetzt wird (DE-A-36 27 117). Der Traghaken bzw. das Brillenbügelstück weisen
einen Schalleitungskanal auf und sind an einen, dem Hörer zugeordneten Schalleitungsstutzen
des Hörgerätegehäuses ansetzbar.
[0003] Aus der DE-B-20 09 837 ist ein hinter dem Ohr zu tragendes Hörgerät bekannt, bei
dem sämtliche Teile, wie Mikrofon, Verstärker, Batterie und Hörer, in einem flachen
sichelförmigen Gehäuse untergebracht sind und an dessen Gehäuse ein Ohrbügel oder
Traghaken mittels einer Steckkupplung lösbar befestigt ist.
[0004] Ferner ist aus der DE-A-35 02 178 ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät bekannt, bestehend
aus einem Akustikteil - in dem die Schallwandler angeordnet sind - und einem Verstärkerteil.
Die zwei Gehäuseteile sind elektrisch und mechanisch lösbar miteinander verbunden.
Durch die Unterteilung in ein Akustikteil und ein Verstärkerteil kann eine in einem
Teil auftretende Störung durch Austausch des betreffenden Teils behoben werden und
die Höreigenschaften sind durch Austauschen des Akustikteiles anpaßbar.
[0005] Die Anpassung der Hörgeräte an Gehörschäden durch verschiedene Leistungsstärken einerseits
und die Forderung nach kleinen Baugrößen andererseits zwingt die Hersteller zu einer
breiten Gerätepalette von unterschiedlichen Baugrößen mit unterschiedlichen Leistungsstufen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hörhilfegerät, insbesondere ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät
zu schaffen, das in kleiner Gehäuseform auf verschiedene Leistungsstärken ausgelegt
und vorteilhaft hergestellt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmale
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfingung sind in den Ansprüchen 2 bis 9
gekennzeichnet. Das erfindungsgemäße, modular aufgebaute Hörgerät ermöglicht eine
wirtschaftliche Gerätefertigung, wobei die Einzelgeräte den Anforderungen entsprechend
aus vorgefertigten Bausteinen bestimmter Leistungsstufen zusammensetzbar sind. Das
Hörgerät ermöglicht ferner eine kundendienstfreundliche Wartung.
[0008] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung, die eine Draufsicht
auf ein hinter dem Ohr zu tragendes Hörgerät zeigt, wobei teilweise die obere Gehäuseabdeckung
abgenommen ist.
[0009] Das erfindungsgemäße Hörgerät, dessen Gesamtgehäuse die Bezugsziffer 9 trägt, besteht
nach dem vorliegenden Ausführungsbeispiel aus mehreren, gegeneinander mechanisch
und elektrisch befestigten Modulen, die Gehäuseabschnitte zur Bildung des Gesamtgehäuses
9 aufweisen und deshalb als Gehäusebausteine 10, 11, 13, 14 bezeichnet sind. Gemäß
der vorliegenden Ausführungsform ist in einen ersten Gehäusebaustein 10 ein Lufteinlaßstutzen
1 und ein Mikrophon 2, in einen zweiten Gehäusebaustein 11 ein Verstärker 3, eine
Hörspule 16 und ein Voreinsteller 5 integriert. Mittels des Voreinstellers 5 erfolgt
die Anpassung des Hörgerätes an den Gehörschaden des Patienten, nachdem oder bevor
der Patient das Hörgerät in üblicher Weise hinter dem Ohr angebracht hat.
[0010] Ein weiterer Gehäusebaustein 13 enthält einen Mehrstufenschalter 12, eine Batterie-Gehäusekammer
7 und eine Batteriekontaktanordnung 8. In die Gehäusekammer 7 ist eine Batterie 15
einsetzbar und dazu weist der Gehäusebaustein 13 eine aufklappbare Batterielade 18
auf. Durch den Mehrstufenschalter 12 kann beispielsweise das Hörgerät ein- oder abgeschaltet
oder das Hörgerät auf Telefonempfang umgestellt werden.
[0011] Schließlich umfaßt ein Gehäusebaustein 14 einen Lautstärkesteller 4 und einen Hörer
6. Der Gehäusebaustein 14 kann gleichzeitig einen sich am Ausgang des Hörers anschließenden
Schalleitungsstutzen 19 aufweisen, derart, daß ein Traghaken 17 auswechselbar an
den Schalleitungsstutzen 19 und den Gehäusebaustein 14 ansetzbar ist.
[0012] Das Hörgerät kann durch Aneinanderfügen der Module bzw. Gehäusebausteine, welche
einzeln vormontierbar sind, komplettiert werden. Da jeder Baustein auf die jeweils
erforderliche Leistungsstufe auslegbar ist, können Hörgeräteserien gefertigt werden,
die den verschiedensten Ansprüchen gerecht werden. Die Gehäusebausteine können in
der zusammengebauten Form ein selbsttragendes Hörgerät-Gesamtgehäuse bilden oder in
nicht dargestellter Ausführung an einem Gehäuserahmen befestigt werden. Durch elektrische
Kontaktierung ist für die Stromversorgung und ansonsten ist für die Schall- bzw.
Signalübertragung zwischen den Bauteilen Vorsorge getroffen.
1. Hörhilfegerät, insbesondere Hörgerät mit einem hinter dem Ohr zu tragenden Gehäuse
mit Schalleitungsstutzen und einem daran ansetzbaren Ansatzstück, in Form eines Traghakens
oder eines Brillenbügelstückes, mit einem Lufteinlaßstutzen, einem Mikrofon, einem
ein- oder mehrstufigen Verstärker, einem Lautstärkesteller, einem oder mehreren Voreinstellern,
einem Hörer und einer, eine Batterie aufnehmenden Gehäusekammer, dadurch gekennzeichnet, daß das Hörgerätegehäuse (9) aus mehreren, gegeneinander elektrisch und mechanisch
lösbar befestigbaren Gehäusebausteinen (10, 11, 13, 14) besteht.
2. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) mit dem Mikrofon (2) und/oder der Verstärker (3) und/oder
der Lautstärkesteller (4) und/oder der Voreinsteller (5) und/oder der Hörer (6) und/oder
die Batterie-Gehäusekammer (7) mit einer Kontaktanordnung (8) als Gehäusebausteine
(Module 10, 11, 13, 14) ausgebildet und zu einem Gehäuse (9) zusammengesetzt sind.
3. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) mit dem Mikrofon (2) und/oder der Verstärker (3) und/oder
der Lautstärkesteller (4) und/oder der Voreinsteller (5) und/oder der Hörer (6) und/oder
die Batterie-Gehäusekammer (7) mit einer Kontaktanordnung (8) als Gehäusebausteine
(Module 10, 11, 13, 14) ausgebildet und in einen Gehäuserahmen eingesetzt sind.
4. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß es aus vorgefertigten Bausteinen bestimmter Leistungsstufen zusammensetzbar
ist.
5. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) und das Mikrofon (2) einen Gehäusebaustein (10) bilden.
6. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstärker (3) und/oder der Voreinsteller (5) und/oder der Lautstärkesteller
(4) einen Gehäusebaustein (11) bilden.
7. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Batterie-Gehäusekammer (7) mit der Batteriekontaktanordnung (8) und/oder
einem Mehrstufenschalter (12) einen Gehäusebaustein (13) bildet.
8. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hörer (6) und/oder der Schalleitungsstutzen (19) einen Gehäusebaustein (14)
bildet.
9. Hörgerät nach den Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Module oder Gehäusebausteine (10, 11, 13, 14) durch mechanische Schraub-,
Steck-, Rastverbindungen oder dergleichen miteinander verbunden sind und elektrische
Kontaktierungen für die von der Batterie (15) mit Strom zu versorgenden Teile (16)
aufweisen.