(19)
(11) EP 0 337 195 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.10.1989  Patentblatt  1989/42

(21) Anmeldenummer: 89105567.5

(22) Anmeldetag:  29.03.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H04R 25/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 11.04.1988 DE 8804743 U

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
D-80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Fuchs, Georg
    D-8551 Hemhofen (DE)
  • Helle, Roland, Dr.
    D-8525 Uttenreuth (DE)
  • Hohn, Werner, Dr.
    D-8525 Uttenreuth (DE)
  • Kern, Reinhard
    D-8500 Nürnberg 40 (DE)
  • Linke, Wilfried
    D-8520 Erlangen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Hörhilfegerät, insbesondere Hörgerät mit einem hinter dem Ohr zu tragendem Gehäuse


    (57) Das Hörhilfegerät umfaßt im wesentlichen ein Mikrofon, einen ein- oder mehrstufigen Verstärker, wenigstens einen Lautstärke­steller, einen oder mehrere Voreinsteller, einen Hörer und eine die Batterie aufnehmende Gehäusekammer. Für eine vorteilhafte Fertigung, für die kundendienstfreundliche Wartung, für eine variable Anpassung des Hörgerätes an bestimmte Leistungsstufen usw. zeichnet sich das Hörgerät nach der Erfindung dadurch aus, daß das Hörgerätegehäuse (9) aus mehreren, gegeneinander elek­trisch und mechanisch lösbar befestigbaren Gehäusebausteinen (10, 11, 13, 14) besteht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Hörhilfegerät, insbesondere Hörgerät mit einem hinter dem Ohr zu tragenden Gehäuse mit Schallei­tungsstutzen und einem daran ansetzbaren Ansatzstück, in Form eines Traghakens oder eines Brillenbügelstückes, mit einem Lufteinlaßstutzen, einem Mikrophon, einem ein- oder mehrstu­figen Verstärker, einem Lautstärkesteller, einem Voreinsteller, einem Hörer und einer eine Batterie aufnehmenden Gehäusekammer.

    [0002] Bekannte Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO-Hörgeräte) umfassen in der Regel am oberen Ende des Gehäuses ein Ansatzstück, das ent­weder als Traghaken dient oder an ein Brillenbügelstück ange­setzt wird (DE-A-36 27 117). Der Traghaken bzw. das Brillenbü­gelstück weisen einen Schalleitungskanal auf und sind an einen, dem Hörer zugeordneten Schalleitungsstutzen des Hörgerätegehäu­ses ansetzbar.

    [0003] Aus der DE-B-20 09 837 ist ein hinter dem Ohr zu tragendes Hör­gerät bekannt, bei dem sämtliche Teile, wie Mikrofon, Verstär­ker, Batterie und Hörer, in einem flachen sichelförmigen Ge­häuse untergebracht sind und an dessen Gehäuse ein Ohrbügel oder Traghaken mittels einer Steckkupplung lösbar befestigt ist.

    [0004] Ferner ist aus der DE-A-35 02 178 ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät bekannt, bestehend aus einem Akustikteil - in dem die Schall­wandler angeordnet sind - und einem Verstärkerteil. Die zwei Gehäuseteile sind elektrisch und mechanisch lösbar miteinander verbunden. Durch die Unterteilung in ein Akustikteil und ein Verstärkerteil kann eine in einem Teil auftretende Störung durch Austausch des betreffenden Teils behoben werden und die Höreigenschaften sind durch Austauschen des Akustikteiles an­paßbar.

    [0005] Die Anpassung der Hörgeräte an Gehörschäden durch verschiedene Leistungsstärken einerseits und die Forderung nach kleinen Bau­größen andererseits zwingt die Hersteller zu einer breiten Ge­rätepalette von unterschiedlichen Baugrößen mit unterschiedli­chen Leistungsstufen.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hörhilfegerät, insbesondere ein Hinter-dem-Ohr-Hörgerät zu schaffen, das in kleiner Gehäuseform auf verschiedene Leistungsstärken ausgelegt und vorteilhaft hergestellt werden kann.

    [0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 ge­kennzeichneten Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfingung sind in den Ansprüchen 2 bis 9 gekennzeichnet. Das erfindungsgemäße, modular aufgebaute Hörgerät ermöglicht eine wirtschaftliche Gerätefertigung, wobei die Einzelgeräte den Anforderungen entsprechend aus vorgefertigten Bausteinen bestimmter Leistungsstufen zusammensetzbar sind. Das Hörgerät ermöglicht ferner eine kundendienstfreundliche Wartung.

    [0008] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung, die eine Draufsicht auf ein hinter dem Ohr zu tragendes Hörgerät zeigt, wobei teilweise die obere Ge­häuseabdeckung abgenommen ist.

    [0009] Das erfindungsgemäße Hörgerät, dessen Gesamtgehäuse die Bezugs­ziffer 9 trägt, besteht nach dem vorliegenden Ausführungsbei­spiel aus mehreren, gegeneinander mechanisch und elektrisch be­festigten Modulen, die Gehäuseabschnitte zur Bildung des Gesamt­gehäuses 9 aufweisen und deshalb als Gehäusebausteine 10, 11, 13, 14 bezeichnet sind. Gemäß der vorliegenden Ausführungsform ist in einen ersten Gehäusebaustein 10 ein Lufteinlaßstutzen 1 und ein Mikrophon 2, in einen zweiten Gehäusebaustein 11 ein Verstärker 3, eine Hörspule 16 und ein Voreinsteller 5 inte­griert. Mittels des Voreinstellers 5 erfolgt die Anpassung des Hörgerätes an den Gehörschaden des Patienten, nachdem oder be­vor der Patient das Hörgerät in üblicher Weise hinter dem Ohr angebracht hat.

    [0010] Ein weiterer Gehäusebaustein 13 enthält einen Mehrstufenschal­ter 12, eine Batterie-Gehäusekammer 7 und eine Batteriekontakt­anordnung 8. In die Gehäusekammer 7 ist eine Batterie 15 ein­setzbar und dazu weist der Gehäusebaustein 13 eine aufklappbare Batterielade 18 auf. Durch den Mehrstufenschalter 12 kann bei­spielsweise das Hörgerät ein- oder abgeschaltet oder das Hör­gerät auf Telefonempfang umgestellt werden.

    [0011] Schließlich umfaßt ein Gehäusebaustein 14 einen Lautstärkestel­ler 4 und einen Hörer 6. Der Gehäusebaustein 14 kann gleichzei­tig einen sich am Ausgang des Hörers anschließenden Schallei­tungsstutzen 19 aufweisen, derart, daß ein Traghaken 17 aus­wechselbar an den Schalleitungsstutzen 19 und den Gehäusebau­stein 14 ansetzbar ist.

    [0012] Das Hörgerät kann durch Aneinanderfügen der Module bzw. Gehäu­sebausteine, welche einzeln vormontierbar sind, komplettiert werden. Da jeder Baustein auf die jeweils erforderliche Lei­stungsstufe auslegbar ist, können Hörgeräteserien gefertigt werden, die den verschiedensten Ansprüchen gerecht werden. Die Gehäusebausteine können in der zusammengebauten Form ein selbsttragendes Hörgerät-Gesamtgehäuse bilden oder in nicht dargestellter Ausführung an einem Gehäuserahmen befestigt wer­den. Durch elektrische Kontaktierung ist für die Stromversor­gung und ansonsten ist für die Schall- bzw. Signalübertragung zwischen den Bauteilen Vorsorge getroffen.


    Ansprüche

    1. Hörhilfegerät, insbesondere Hörgerät mit einem hinter dem Ohr zu tragenden Gehäuse mit Schalleitungsstutzen und einem daran ansetzbaren Ansatzstück, in Form eines Traghakens oder eines Brillenbügelstückes, mit einem Lufteinlaßstutzen, einem Mikrofon, einem ein- oder mehrstufigen Verstärker, einem Laut­stärkesteller, einem oder mehreren Voreinstellern, einem Hörer und einer, eine Batterie aufnehmenden Gehäusekammer, da­durch gekennzeichnet, daß das Hörgeräte­gehäuse (9) aus mehreren, gegeneinander elektrisch und mecha­nisch lösbar befestigbaren Gehäusebausteinen (10, 11, 13, 14) besteht.
     
    2. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekenn­zeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) mit dem Mikro­fon (2) und/oder der Verstärker (3) und/oder der Lautstärke­steller (4) und/oder der Voreinsteller (5) und/oder der Hörer (6) und/oder die Batterie-Gehäusekammer (7) mit einer Kontakt­anordnung (8) als Gehäusebausteine (Module 10, 11, 13, 14) aus­gebildet und zu einem Gehäuse (9) zusammengesetzt sind.
     
    3. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekenn­zeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) mit dem Mikro­fon (2) und/oder der Verstärker (3) und/oder der Lautstärke­steller (4) und/oder der Voreinsteller (5) und/oder der Hörer (6) und/oder die Batterie-Gehäusekammer (7) mit einer Kontakt­anordnung (8) als Gehäusebausteine (Module 10, 11, 13, 14) aus­gebildet und in einen Gehäuserahmen eingesetzt sind.
     
    4. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekenn­zeichnet, daß es aus vorgefertigten Bausteinen bestimm­ter Leistungsstufen zusammensetzbar ist.
     
    5. Hörgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekenn­zeichnet, daß der Lufteinlaßstutzen (1) und das Mikro­fon (2) einen Gehäusebaustein (10) bilden.
     
    6. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Verstärker (3) und/oder der Vorein­steller (5) und/oder der Lautstärkesteller (4) einen Gehäuse­baustein (11) bilden.
     
    7. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Batterie-Gehäusekammer (7) mit der Batteriekontaktanordnung (8) und/oder einem Mehrstufenschalter (12) einen Gehäusebaustein (13) bildet.
     
    8. Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Hörer (6) und/oder der Schallei­tungsstutzen (19) einen Gehäusebaustein (14) bildet.
     
    9. Hörgerät nach den Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Module oder Gehäuse­bausteine (10, 11, 13, 14) durch mechanische Schraub-, Steck-, Rastverbindungen oder dergleichen miteinander verbunden sind und elektrische Kontaktierungen für die von der Batterie (15) mit Strom zu versorgenden Teile (16) aufweisen.
     




    Zeichnung