[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuerungs- und Führungseinrichtung, insbesondere für
Einschließ- und Abschlagplatinen bei maschenbildenden Textilmaschinen, mit Führungskanäle
aufweisenden Führungsmitteln, in deren Führungskanälen die zumindest längsverschieblich
gelagerten Platinen über wenigstens einen Teil ihrer Länge seitlich geführt sind,
sowie mit einer die Längsbewegung der Platinen erzeugenden Antriebseinrichtung, die
mit Teilen der Platinen in Eingriff stehende, im wesentlichen quer zu den Führungskanälen
verlaufende Steuerflächen aufweist, durch die den Platinen in Abhängigkeit von einer
Relativbewegung zwischen den Steuerflächen und den Führungskanälen eine Längsbewegung
erteilbar ist.
[0002] Außerdem bezieht sich die Erfindung auf eine Einschließ- und Abschlagplatine für
maschenbildende Textilmaschinen, die Einrichtungen zur Kopplung mit zumindest einer
Steuerfläche einer ihr wenigstens eine Längsbewegung erteilenden Antriebseinrichtung
aufweist.
[0003] Beispielsweise bei sogenannten glatten Rundstrickmaschinen mit beweglichem Abschlag
sind in radial verlaufenden Führungskanälen eines oberhalb des Nadelzylinders angeordneten
Platinenrings Einschließ- und Abschlagplatinen längsverschieblich gelagert, deren
Hin- und Herbewegung durch ein Platinenschloß gesteuert ist. Das Platinenschloß weist
in der Regel seitlich von Steuerflächen begrenzte Schloßkanäle auf, in die ein an
einem Schaftteil der Platinen angeordneter Steuerfuß eingreift, doch sind auch Ausführungsformen
bekannt, bei denen die Platinen in ihrem Schaftbereich eine randoffene Nut aufweisen,
in die erhabene Steuerkurven des Platinenschlosses ragen. Bei der Relativ-Drehbewegung
zwischen dem Platinenschloß und dem Platinenring wird von den Steuerflächen auf den
Platinenschaft nicht nur eine in Platinenlängsrichtung weisende Antriebskraftkomponente
ausgeübt, sondern auf die Platinen wirkt auch eine quer zu deren Längsrichtung gerichtete
seitliche Kraftkomponente ein, die davon herrührt, daß sich die Steuerflächen im wesentlichen
quer zu den die Platinen enthaltenden Führungskanälen bewegen. Durch diese Querkraft
werden die Platinen nicht nur einseitig an die Seitenwände ihrer Führungsnuten angedrückt,
sondern sie werden wegen des für ihre leichte Beweglichkeit erforderlichen seitlichen
Spiels in den Führungsnuten auch um ihre Längsachse etwas verdreht, d.h. seitlich
gekippt. Als Folge davon führen die Platinen ihrer Längsbewegung überlagerte unkontrollierte
Bewegungen aus, wobei es unter ungünstigen Verhältnissen sogar zum Verklemmen einzelner
Platinen in ihren Führungskanälen kommen kann. Da der bei der Maschenbildung mitwirkende
Platinenkopf mit seiner Abschlagkante, der Kehle und der Einschließnase diese unkontrollierten
Bewegungen mitmacht, wird die Fadenspannung bei der Maschenbildung beeinflußt, was
wiederum zu einem unruhigen Maschenbild und zu Streifenbildung in der Ware führen
kann. Bei der Verarbeitung von empfindlichem Garn können sogar Fadenbrüche, insbesondere
auch in den Maschen, im Kulierbereich auftreten.
[0004] Da die verhältnismäßig steifen Platinen bei ihrer Bewegung im wesentlichen über ihre
ganze Schaftlänge durch die Querkräfte an eine Seitenwand des jeweiligen Führungskanales
angepreßt werden, ergibt sich eine erhöhte Reibung und damit eine erhöhte Geräusch-
und Wärmeentwicklung.
[0005] Diese Erscheinungen fallen noch mehr ins Gewicht bei Maschinen, bei denen die Einschließ-
und Abschlagplatinen zusätzlich zu der Längsbewegung noch eine Schwenk- oder Kippbewegung
ausführen, wie dies bspw. in der DE-PS 31 08 041 beschrieben ist. In diesem Falle
wirken die Platinen nämlich nicht nur mit Steuerflächen zusammen, die ihnen ihre Längsbewegung
erteilen, sondern es sind noch zusätzliche Steuerflächen vorhanden, die die Kippbewegung
erzeugen, so daß auch die Querkraftkomponente der eine Platine ausgesetzt ist, entsprechend
erhöht ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, hier abzuhelfen und einen Weg zu weisen, der
es gestattet, unregelmäßige Bewegungsverhältnisse im Bereiche des der Maschenbildung
zugeordneten Teiles der Einschließ- und Abschlagplatinen,herrührend von den von Platinenschloßteilen
auf die Steuerelemente der Platinen ausgeübten Querkräfte, weitgehend auszuschalten
und gleichzeitig die bei der Platinenbewegung auftretende Geräusch- und Wärmeentwicklung
zu verringern.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die eingangs genannte Steuerungs- und Führungseinrichtung
erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die Platinen zweiteilig mit einem der
Maschenbildung zugeordneten Arbeitsteil und einem den Steuerflächen zugeordneten
Steuerteil ausgebildet sind, von denen zumindest der Steuerteil in jeweils einem
Führungskanal geführt ist, und daß die beiden Platinenteile um eine im wesentlichen
in Führungskanallängsrichtung sich erstreckende Achse begrenzt gegeneinander verdrehbar
miteinander verbunden sind.
[0008] Durch diese zweiteilige Ausbildung der Platine können von dem Platinenschloß herrührende
und auf das Steuerteil der Platine einwirkende Querkräfte nicht auf das Arbeitsteil
der Platine übertragen werden. Die bei der Maschenbildung mitwirkenden Platinenelemente
werden nicht verkippt oder verkantet, sondern führen eine ruhige, gleichmäßige Bewegung
aus. Da der Steuerteil, in den über den Steuerfuß die Querkräfte eingeleitet werden,
mit geringer Schaftlänge ausgebildet werden kann, ist auch die bei der Platinenbewegung
auftretende Geräusch- und Wärmeentwicklung entsprechend klein. Es wird nämlich durch
die Querkräfte im wesentlichen lediglich der Steuerteil gegen eine Führungskanalseitenwand
angedrückt, da über die Verbindungsstelle mit dem Arbeitsteil kaum Querkräfte auf
diesen übertragen werden.
[0009] Die verdrehbare Verbindung der beiden Platinenteile kann konstruktiv in verschiedener
Weise gelöst sein. Denkbar sind dabei auch Ausführungsformen, bei denen zwischen den
beiden Platinenteilen ein tordierbares Verbindungselement angeordnet ist, das aus
einem dafür besonders geeigneten Material, bspw. Kunststoff oder dergl., besteht
oder durch eine entsprechende Querschnittsverjüngung in dem Bereich zwischen den
beiden Platinenteilen gebildet ist. Besonders einfache konstruktive Verhältnisse ergeben
sich aber, wenn die beiden Platinenteile formschlüssig miteinander verbunden sind.
Der Steuer- und/oder der Arbeitsteil der Platine können Aussparungen oder Ausnehmungen
aufweisen, um damit die träge Masse und gegebenenfalls die Reibungsfläche zu verkleinern
oder aber um die Gleit- und Führungsverhältnisse zu verbessern. Dazu kann wenigstens
einer der Platinenteile mit Vorteil zumindest eine dem Grund der Führungsnut zugewandte
randoffene Ausnehmung aufweisen.
[0010] Bei Einschließ- und Abschlagplatinen, die betriebsmäßig außer ihrer Längsbewegung
noch eine Kipp- oder Schwenkbewegung ausführen, ist die Anordnung mit Vorteil derart
getroffen, daß die beiden Platinenteile gegeneinander begrenzt verschwenkbar, gelenkig
miteinander verbunden sind, während die Antriebseinrichtung mit dem Arbeitsteil in
Eingriff bringbare und diesem eine Schwenk- oder Kippbewegung um eine querverlaufende
Schwenkachse erteilende Steuermittel aufweist. Dazu kann der Arbeitsteil wenigstens
ein angeformtes Steuerelement aufweisen, das mit Steuerflächen der Steuermittel in
Eingriff bringbar ist. Dies kann auf zwei alternativen Wegen geschehen: Entweder kann
der Arbeitsteil mit den Steuerflächen der Steuermittel durch eine ihm von dem Steuerteil
erteilte Längsbewegung in bzw. außer Eingriff gebracht werden, oder aber es kann
durch entsprechende Ausbildung der Steuermittel und der erwähnten Gelenkverbindung
zwischen den beiden Platinenteilen der Arbeitsteil unabhängig von der Längsverschiebebewegung
schwenk- oder kippbar ausgebildet sein. Während somit bei der ersten Alternative die
Schwenk- oder Kippbewegung des Arbeitsteiles von der Längsbewegung der Platine zwangsläufig
abgeleitet ist, kann bei der zweiten Alternative der Arbeitsteil unabhängig von der
im Verlaufe der Längsbewegung jeweils erreichten Stellung verschwenkt oder gekippt
werden.
[0011] Die eingangs genannte Einschließ- und Abschlagplatine selbst ist entsprechend dadurch
gekennzeichnet, daß sie zweiteilig mit einem der Maschenbildung zugeordneten Arbeitsteil
und einem den Steuerflächen zugeordneten Steuerteil ausgebildet ist und daß die beiden
Platinenteile um eine im wesentlichen in Längsrichtung des Arbeits- und/oder des
Steuerteiles sich erstreckende Achse gegeneinander verdrehbar miteinander verbunden
sind.
[0012] Weitere Ausgestaltungen der Steuerungs- und Führungseinrichtung sowie der Einschließ-
und Abschlagplatine sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0013] Der erfindungsgemäße Gedanke ist nicht speziell auf Einschließ- und Abschlagplatinen
beschränkt, sondern ganz allgemein für in Führungsnuten längsverschiebliche oder schwenk-
oder kippbar gelagerte Strickwerkzeuge geeignet, denen durch eine Relativbewegung
von im wesentlichen querverlaufenden Steuerflächen eine Antriebsbewegung erteilt wird
und die dadurch, bezogen auf ihre Längsbewegungsrichtung , quergerichteten Kraftkomponenten
ausgesetzt sind, die bestrebt sind, das Strickwerkzeug in der Führungsnut zu kippen
oder einseitig an deren Seitenwände anzudrücken.
[0014] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Steuerungs- und Führungseinrichtung für die Einschließ-
und Abschlagplatinen bei einer Rundstrickmaschine mit einer Nadelreihe, unter Veranschaulichung
des Nadelzylinders und des Platinenringes dieser Rundstrickmaschine, in einem Radialschnitt,
in einer Seitenansicht und in einem schematischen Ausschnitt,
Fig. 2 die Anordnung nach Fig. 1, geschnitten längs der Linie II-II der Fig. 1, in
einer Seitenansicht und in einem anderen Maßstab, sowie im Ausschnitt,
Fig. 3 eine Steuerungs- und Führungseinrichtung gemäß der Erfindung, bei einer Rundstrickmaschine,
mit zu der Nadelbewegung gegenläufig gesteuerten Einschließ- und Abschlagplatinen,
unter Veranschaulichung des Nadelzylinders und des Platinenschloßmantels der Strickmaschine,
in einem Radialschnitt, in einer Seitenansicht und in einer schematischen Teildarstellung,
Fig. 4 eine Steuerungs- und Führungseinrichtung gemäß der Erfindung, ähnlich jener
nach Fig. 3, in einer abgewandelten Ausführungsform und in einer entsprechenden Darstellung,
Fig. 5 die Steuerungs- und Führungseinrichtung nach Fig. 4, in einer abgewandelten
Ausführungsform und in einer entsprechenden Darstellung, und
Fig. 6 ein Prinzipbild zur Veranschaulichung der Wirkungsweise der erfindungsgemäßen
Steuerungs- und Führungseinrichtung bzw. der erfindungsgemäßen Einschließ- und Abschlagplatine,
in schematischer, perspektivischer Teildarstellung.
[0015] In Fig. 1 sind von einer sogenannten glatten Rundstrickmaschine mit einer Nadelreihe
lediglich die für die Maschenbildung wesentlichen Teile im Ausschnitt veranschaulicht.
Der grundsätzliche Aufbau einer solchen Maschine ist bekannt und braucht deshalb
im einzelnen nicht erläutert zu werden.
[0016] In die äußere Mantelfläche eines Nadelzylinders 1 sind achsparallele Stege 2 im Abstand
eingesetzt, die zwischen sich Führungsnuten begrenzen, in denen Zungennadeln 3 längsverschieblich
geführt sind. Die die Längsbewegung der Zungennadeln 3 steuernden Nadelschloßteile
sind nicht dargestellt.
[0017] Den Nadelzylinder 1 umgibt oben im Abstand ein Platinenring 4, der mit dem Nadelzylinder
1 konstruktiv in nicht weiter dargestellter Weise verbunden ist und auf seiner Oberseite
eingefräste, radial verlaufende Führungsnuten aufweist, die Führungskanäle 5 bilden,
welche seitlich durch zwischen den Führungskanälen 5 verlaufende Stege 6 begrenzt
sind. Oberhalb des Platinenringes 4 ist eine zu dem Nadelzylinder 1 und dem Platinenring
4 koaxiale Platinenschloßscheibe 7 vorgesehen, die einen Platinenschloßkanal 8 aufweist,
der seitlich durch Steuerflächen 9 in an sich bekannter Weise begrenzt ist.
[0018] Die Führungskanäle 5 des Platinenringes 4 sind allgemein mit 10 bezeichnete Einschließ-
und Abschlagplatinen längsverschieblich eingesetzt, von denen jede einen Steuerfuß
11 trägt, der in den Platinenschloßkanal 8 ragt und mit den Steuerflächen 9 zusammenwirkt.
[0019] Bei einer Relativdrehbewegung zwischen der Platinenschloßscheibe 7 und dem Platinenring
4 (und dem Nadelzylinder 1) wird den Einschließ- und Abschlagplatinen 10 von den
Steuerflächen 9 in bekannter Weise eine hin- und hergehende Bewegung erteilt.
[0020] Jede Einschließ- und Abschlagplatine 10 ist zweiteilig ausgebildet; sie besteht
aus einem Steuerteil 12 und einem Arbeitsteil 13. Der Steuerteil 12 umfaßt im wesentlichen
den Platinenschaft mit den zueinander parallelen Schaftober- und -unterkanten sowie
den an diesen angeformten Steuerfuß 11 und die sogenannte Nachführung 14, d.h. die
im Zusammenwirken mit den Steuerflächen 9 die Antriebsbewegung der Platine erzeugenden
Elemente.
[0021] Der Arbeitsteil 13 enthält demgegenüber die zur Maschenbildung erforderlichen Elemente,
nämlich eine Einschließkehle 15, eine daran anschließende Abschlagkante 16 etc. und
ein in seinen Abmessungen mit dem Steuerteil 12 zusammenstimmendes, im Querschnitt
rechteckiges Schaftteil 17, mit dem der Arbeitsteil 13 in dem zugeordneten Führungskanal
5 seitlich geführt ist.
[0022] Die beiden Platinenteile 12, 13 sind stirnseitig aneinanderstoßend angeordnet und
an einer Verbindungsstelle 180 formschlüssig miteinander verbunden. Zu diesem Zwecke
ist an dem Steuerteil 12 stirnseitig ein im wesentlichen teilkreisförmig begrenzter
Vorsprung 18 angeschnitten, der in eine entsprechend teilkreisförmig gestaltete Ausnehmung
19 im Bereiche der Stirnseite des Arbeitsteiles 10 eingefügt ist. Wie insbesondere
aus Fig. 2 zu entnehmen, ist zwischen den einander gegenüberstehenden Flächen des
Vorsprungs 18 und der Ausnehmung 19 zumindest im Bereiche der Schnittlinie II-II
der Fig.1 ein kleines Spiel 20 vorhanden, das eine begrenzte Drehbeweglichkeit um
eine bei 21 (Fig. 1) angedeutete Längsachse zwischen den beiden Platinenteilen 12,
13 ergibt. Die Längsachse 21 erstreckt sich parallel zur Bodenfläche des jeweiligen
Führungskanales 5; bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist sie die Längssymmetrieachse
des Steuerteiles 12 und gleichzeitig des Schaftteiles 17 des Arbeitsteils 13. Sie
verläuft mittig durch den Vorsprung 18.
[0023] Die Bedeutung dieser begrenzten Verdrehbarkeit zwischen den beiden Platinenteilen
12, 13 ist insbesondere aus Fig. 6 verständlich, in der die Verbindungsstelle bei
180 lediglich schematisch unter Verzicht auf die konstruktiven Einzelheiten angedeutet
ist:
[0024] Im Betrieb werden durch die Relativdrehbewegung zwischen dem Platinenring 4 und der
Platinenschloßscheibe 7 über die im wesentlichen querverlaufenden Steuerflächen 9
etwa rechtwinklig zu den Führungskanälen 5 gerichtete Querkräfte 22 auf den Steuerfuß
11 ausgeübt, die den Steuerfuß 11 zur Seite drücken. Wegen des betriebsnotwendigen
seitlichen Spiels zwischen den Seitenwänden 23 des Führungskanals 5 und den Flanken
des Schaftteiles der Einschließ- und Abschlagplatine 10 wird dadurch der Platinenschaft
nicht nur etwas um die Längsachse 21 gekippt, sondern auch gegen die Seitenwände
23 des Führungskanales 5 seitlich angepreßt, wie dies in Fig. 6 der Deutlichkeit halber
übertrieben veranschaulicht ist.
[0025] Da die Einschließ- und Abschlagplatine 10 geteilt ist, können die Querkräfte 22 lediglich
den verhältnismäßig kurz ausgebildeten Steuerteil 12 in der beschriebenen Weise kippen
und gegen die Führungskanalseitenwände 23 andrücken. Die "Drehkupplung" an der Verbindungsstelle
180 verhindert die Übertragung dieser Kippbewegung auf den Arbeitsteil 13, der damit
unbehindert und lagerichtig in dem Führungskanal 5 geführt seine ihm von dem Steuerteil
12 erteilten Längsbewegung ausführen kann. Das hat zur Folge, daß auch die an der
Maschenbildung beteiligten, am Platinenkopf des Arbeitsteiles 13 angeordneten Elemente
15, 16 keinerlei unkontrollierte Bewegungen ausführen, wie sie sonst von den Querkräften
22 ausgelöst werden. Außerdem ist die zwischen den Führungskanalseitenwänden 23 und
den Einschließ- und Abschlagplatinen 10 auftretende Reibung im wesentlichen auf den
verhältnismäßig kurzen Steuerteil 12 beschränkt; der Schaftteil 17 des Arbeitsteiles
13 wird wegen des Spiels 20 in der Verbindungsstelle 180 von den Querkräften 22 nicht
seitlich belastet.
[0026] Die beschriebene Aufteilung der Einschließ- und Abschlagplatinen 10 in einen Steuerteil
12 und einen Arbeitsteil 13 ist insbesondere auch für solche Strickmaschinen von Bedeutung,
bei denen die Einschließ- und Abschlagplatinen nicht nur eine Längsbewegung, sondern
zusätzlich noch eine querverlaufende Schwenk- oder Kippbewegung ausführen, wie dies
bspw. in der DE-PS 31 08 041 beschrieben ist.
[0027] Ausführungsbeispiele für die unter Verwendung des anhand der Fig. 1 geschilderten
Prinzips ausgebildeten Steuerungs- und Führungseinrichtungen an solchen Maschinen
sind in den Fig. 3 bis 5 veranschaulicht. Mit den bereits beschriebenen Fig. 1, 2
und 6 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen und nicht nochmals erläutert.
[0028] In die von den Stegen 2 begrenzten Führungsnuten des Nadelzylinders 1 sind abwechselnd
mit den in den Fig. 3 bis 5 nicht näher dargestellten Zungennadeln Einschließ- und
Abschlagplatinen 10a,b,c längsverschieblich geführt.
[0029] Koaxial zu dem umlaufenden Nadelzylinder 1 ist ein stationärer Platinenschloßmantel
24 angeordnet, auf dessen Innenseite Platinenschloßteile 25, 26 befestigt sind, von
denen die Platinenschloßteile 25 wiederum einen Platinenschloßkanal 8a mit Steuerflächen
9a begrenzen, der mit den Steuerfüßen 11a der Einschließ- und Abschlagplatinen 10a
zusammenwirkt.
[0030] Jede Einschließ- und Abschlagplatine 10a ist wieder zweiteilig mit einem Steuerteil
12a und einem Arbeitsteil 13a ausgebildet; beide Platinenteile 12a, 13a sind mit
Durchbrechungen 27 versehen, durch die ihre träge Masse verringert wird. Randoffene
Ausnehmungen 28 des Steuerteiles 12a verkleinern die Gleitfläche auf dem Boden des
Führungskanals 5 bzw. an dem Platinenschloßteil 25.
[0031] Das die Kehle 15a und die Abschlagkante 16a aufweisende Arbeitsteil 13a ist bei
180 wiederum mit dem Steuerteil 12a um die Längsachse 21 begrenzt verdrehbar verbunden.
Die formschlüssige Verbindung ist,ähnlich jener nach Fig. 1,mit dem kreisrunden Vorsprung
18a und der entsprechenden Ausnehmung 19a ausgebildet und deshalb nicht weiter zu
erläutert. Abweichend könnte der Vorsprung 18a auch kugelig ausgebildet sein, wobei
die Ausnehmung 19a dann nach Art einer Kugelpfanne gestaltet ist.
[0032] Die Verbindungsstelle 180 bildet hierbei gleichzeitig eine Gelenkstelle mit einer
rechtwinklig auf der Zeichenebene stehenden, bei 29 angedeuteten Schwenkachse, die
die die Längssymmetrieachse des Steuerteiles 12a bildende Längsachse 21 schneidet,
welche gleichzeitig auch die Längssymmetrieachse des Schaftteiles 17a des Arbeitsteiles
13a ist.
[0033] An dem Schaftteil 17a ist auf der dem Nadelzylinder 1 zugewandten Seite eine Steuernase
30 angeformt, die einem auf der gegenüberliegenden Seite angeformten Vorsprung 31
zugeordnet ist und mit einer ringsumlaufend an dem Nadelzylinder 1 angeordneten kegelförmigen
Steuerfläche 32 zusammenwirkt. In entsprechender Weise wirkt der Vorsprung 31 mit
einer ebenfalls kegeligen Steuerfläche 33 des Platinenschloßelementes 26 zusammen.
[0034] Wird der Einschließ- und Abschlagplatine 10a bei der Relativdrehung des Nadelzylinders
1 gegenüber dem Schloßmantel 24 von dem Platinenschloßelement 25 eine auf- und abgehende
Schiebebewegung erteilt, so wird über die Steuerflächen 32,33 dabei zwangsläufig
von dieser Verschiebebewegung eine Kipp- oder Schwenkbewegung des Arbeitsteiles 12a
um die Schwenkachse 29 abgeleitet. Bei der Aufwärtsbewegung des Steuerteiles 12a (Fig.
3) läuft die Nase 30 auf die Steuerfläche 32 auf, während gleichzeitig das Platinenschloßelement
26 den Arbeitsteil 12a auf der Rückseite freigibt. Damit wird der Arbeitsteil 13a,
bezogen auf Fig. 3, im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt, wobei die Punkte der Abschlagkante
16a auf Kreisbögen um die gemeinsame Schwenkachse 29 laufen. Wird der Steuerteil 12a
wieder abgezogen, so leitet die Steuerfläche 33 über den Vorsprung 31 jede der Einschließ-
und Abschlagplatinen 10a wieder in die Ausgangsstellung nach Fig. 3 zurück.
[0035] Während bei der Ausführungsform nach Fig. 3 die Schwenkbewegung des Arbeitsteiles
13a somit von der Längsbewegung der Einschließ- und Abschlagplatine 10a zwangsläufig
abhängt, ist bei den Ausführungsformen nach den Fig. 4,5 die Anordnung derart getroffen,
daß die Verschwenkuno. des Arbeitsteiles 13b bzw. 13c unabhängig von der im Verlaufe
der Längsverschiebebewegung erreichten Stellung in der Führungsnut des Nadelzylinders
1 ist. Zu diesem Zwecke ist der Arbeitsteil 13b auf seiner dem Schloßmantel 24 zugewandten
Seite mit zwei im Abstand angeordneten Nasen 30b versehen, die jeweils mit eigenen,an
dem Schloßmantel 24 innen befestigten Platinenschloßteilen 26b bzw. c zusammenwirken,
welche lediglich die Verschwenkbewegung des Arbeitsteiles 13 um die bei 29 angeordnete
querverlaufende Schwenkachse steuern.
[0036] Die Schwenkachse 29 liegt hierbei in der Mitte zwischen den beiden Nasen 30b bzw.
c auf deren gegenüberliegenden Seite, derart, daß sie seitlich an dem Schaftteil
17b bzw. 17c des Arbeitsteiles 13b bzw. 13c angeordnet ist. Die Verbindungsstelle
180 zwischen dem Arbeitsteil 13b bzw. 13c und dem Steuerteil 12b bzw. 12c mit dem
Steuerfuß 11b bzw. 11c ist ähnlich wie bei der Ausführungsform nach Fig. 3 gestaltet;
der kreisrunde oder kugelige Vorsprung 18b bzw. 18c gestattet in der kreisförmigen
oder kugeligen Ausnehmung 19b bzw. 19c zusätzlich zu der Kippbewegung um die Schwenkachse
29 eine begrenzte Verdrehbarkeit zwischen den beiden Platinenteilen 12b bzw. c und
13b bzw. c, um die durch die Schwenkachse 29 gehende Längsachse 21. Die die Platinenlängsbewegung
steuernden Schloßelemente sind mit 25 bezeichnet; die den Schloßkanal 8b bzw. 8c begrenzenden
Steuerflächen tragen die Bezeichnung 9b bzw. 9c.
[0037] Die an den Platinenschloßteilen 26b bzw. 26c angeordneten, mit den Nasen 30b bzw.
c in Eingriff stehenden Steuerflächen 32b, 33b bzw. 32c, 33c verlaufen in diesem
Fall in Form geschlossener Kurvenflächen auf der Innenumfangsfläche der ringförmigen
Platinenschloßelemente 26b bzw. 26c. Sie weisen Bereiche unterschiedlicher radialer
Abstände zu der Nadelzylinder-Achse auf und sind im übrigen in Axialrichtung mit einer
solchen Breite ausgebildet, daß eine unbehinderte Längsverschiebebewegung der Arbeitsteile
13b bzw. 13c möglich ist.
[0038] Bei den beschriebenen Ausführungsformen ist die begrenzte Verdrehbarkeit der beiden
Platinenteile 12, 12a, 12b, 12c and 13, 13a, 13b, 13c gegeneinander dadurch gegeben,
daß die beiden Teile an der Verbindungsstelle 180 in der jeweils geschilderten Weise
formschlüssig mit Spiel miteinander verbunden sind. Grundsätzlich sind aber auch alternative
Ausführungsformen denkbar, bei denen zur Verbindung der beiden Platinenteile an der
Verbindungsstelle 180 ein tordierbares Element vorgesehen ist, das bspw. aus Kunststoff
etc. besteht und stirnseitig mit den beiden Platinenteilen verbunden ist. Ein solches
Element ist schematisch in Fig. 6 bei 40 angedeutet. Es könnte auch durch eine ringsumlaufende,
nutenartige Querschnittsverringerung des Platinenschaftes gebildet sein, derart,
daß das in Fig. 6 bei 40 zylindrisch angedeutete, endseitig an den Platinenteilen
angeformte Verbindungselement übrig bleibt, dessen Durchmesser so klein gewählt ist,
daß die erforderliche Drehbeweglichkeit der beiden Platinenteile gegeneinander gewährleistet,
andererseits es aber stabil genug ist, um die Längsbewegung von dem Steuerauf den
Arbeitsteil zu übertragen, ohne dabei auszuknicken oder Schaden zu nehmen.
[0039] Die Anwendung des erläuterten Prinzips der zweiteiligen Ausbildung einer Platine
ist unabhängig davon ob die Ebenen, in denen die Platinen ihre Längsbewegung ausführen,
im wesentlichen horizontal oder vertikal oder schrägliegend angeordnet sind. Auch
läßt sich dieses Prinzip auch auf andere Strickwerkzeuge übertragen, die eine hin-
und hergehende Bewegung ausführen und auf die von den Antriebseinrichtungen quergerichtete
Kraftkomponenten ausgeübt werden.
[0040] In Fig. 3 ist die die Abschlagkante 16a enthaltende Fadenauflagefläche des Arbeitsteiles
13a im wesentlichen eben und rechtwinklig zu der Symmetrieachse des Arbeitsteiles
13a orientiert. Dies bedingt, daß bei der Schwenkbewegung des Arbeitsteils 13a um
die Schwenkachse 29 der auf der Fadenauflagefläche aufliegende Faden eine Spannungsveränderung
und insbesondere Spannungserhöhung erfährt. Um dies zu verhindern, kann die Fadenauflagefläche
im wesentlichen kreisförmig gekrümmt sein, wie dies in Fig. 3 gestrichelt angedeutet
ist. Der Krümmungsmittelpunkt liegt vorzugsweise auf der Schwenkachse 29, doch kann
er auch etwas neben dieser Schwenkachse liegen. Damit kann sogar eine Entlastung des
aufliegenden Fadens bei der Einschließ-Schwenkbewegung des Arbeitsteiles 13a erreicht
werden. Grundsätzlich Gleiches gilt auch für die Ausführungsformen nach den Fig. 4,
5, die auch mit einer entsprechend gekrümmten Fadenauflagefläche des Arbeitsteils
13b bzw. 13c ausgebildet sein könnten.
1. Steuerungs- und Führungseinrichtung, insbesondere für Einschließ- und Abschlagplatinen
bei maschenbildenden Textilmaschinen, mit Führungskanäle aufweisenden Führungsmitteln,
in deren Führungskanälen die zumindest längsverschieblich gelagerten Platinen über
wenigstens einen Teil ihrer Länge seitlich geführt sind, sowie mit einer die Längsbewegung
der Platinen erzeugenden Antriebseinrichtung, die mit Teilen der Platinen in Eingriff
stehende, im wesentlichen quer zu den Führungskanälen verlaufende Steuerflächen aufweist,
durch die den Platinen in Abhängigkeit von einer Relativbewegung zwischen den Steuerflächen
und den Führungskanälen eine Längsbewegung erteilbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Platinen (10, 10a, 10b, 10c) zweiteilig mit einem der Maschenbildung zugeordneten
Arbeitsteil (13a, 13b, 13c) und einem den Steuerflächen (9a, 9b, 9c) zugeordneten
Steuerteil (12, 12a, 12b, 12c) ausgebildet sind, von denen zumindest der Steuerteil
in jeweils einem Führungskanal (5) geführt ist und daß die beiden Platinenteile
(13,13a, 13b, 13c; 12, 12a, 12b, 12c) um eine im wesentlichen in Führungskanallängsrichtung
sich erstreckende Achse (21) begrenzt gegeneinander verdrehbar miteinander verbunden
sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Platinenteile
(13, 13a, 13b, 13c; 12, 12a, 12b, 12c) formschlüssig miteinander verbunden sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Platinenteilen
(13, 13a, 13b, 13c; 12, 12a, 12b, 12c) ein tordierbares Verbindungselement (40) angeordnet
ist.
4. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Steuer- und/oder der Arbeitsteil (12, 12a, 12b, 12c; 13, 13a, 13b, 13c) Aussparungen
(28) oder Ausnehmungen (27) aufweist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens der Steuerteil
dem Grund der Führungsnut (5) zugewandte, randoffene Ausnehmungen (28) aufweist.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Platinenteile (13a, 13b, 13c; 12a, 12b, 12c) zusätzlich gegeneinander begrenzt
verschwenkbar miteinander verbunden sind und die Antriebseinrichtung (7; 24a, 24b,
24c) mit dem Arbeitsteil (13a, 13b, 13c) in Eingriff bringbare und diesem eine Schwenk-
oder Kippbewegung um eine querverlaufende Schwenkachse (29) erteilende Steuermittel
(32, 33; 32b, 33b; 32c, 33c) aufweist.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsteil (13a,
13b, 13c) wenigstens ein angeformtes Steuerelement (30, 30b, 30c) aufweist, das mit
Steuerflächen der Steuermittel in Eingriff bringbar ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsteil (13a)
mit den Steuerflächen (32, 33) der Steuermittel durch eine ihm von dem Steuerteil
(12a) erteilte Längsbewegung in bzw. außer Eingriff bringbar ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß durch entsprechende Ausbildung
der Steuermittel (26b; 26c) und der Gelenkverbindung zwischen den beiden Platinenteilen
(13a, 13b, 13c; 12a, 12b, 12c) der Arbeitsteil (13a, 13b, 13c) unabhängig von der
Längsverschiebebewegung schwenk- oder kippbar ausgebildet ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Platinenteile
(13a, 13b, 13c; 12a, 12b, 12c) an einer Gelenkstelle mit die Schwenkachse (29) bildender,
querverlaufender Gelenkachse (29) miteinander verbunden sind.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkstelle ein
die begrenzte gegenseitige Verdrehung der beiden Platinenteile (13a, 13b, 13c; 12a,
12b, 12c) um die Längsachse (21) erlaubendes Spiel (20) aufweist.
12. Einrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkstelle
im Bereiche einander benachbarter Stirnseiten der beiden Platinenteile (13a, 12a)
angeordnet ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkstelle
seitlich an einem der beiden Platinenteile (13b, 13c; 12b, 12c) angeordnet ist.
14. Einrichtung nach den Ansprüchen 7 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenkstelle
mittig zwischen zwei an dem Arbeitsteil (13b, 13c) angeformten Steuerelementen (30b,
30c) angeordnet ist.
15. Einschließ- oder Abschlagplatine für maschenbildende Textilmaschinen, die Einrichtungen
zur Kopplung mit zumindest einer Steuerfläche einer ihr wenigstens eine Längsbewegung
erteilenden Antriebseinrichtung aufweist, insbesondere zur Verwendung bei einer Steuerungs-
und Führungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie zweiteilig mit einem der Maschenbildung zugeordneten Arbeitsteil (13, 13a,
13b, 13c) und einem den Steuerflächen (9, 9a, 9b, 9c) zugeordneten Steuerteil (12,
12a, 12b, 12c) ausgebildet ist und daß die beiden Platinenteile um eine im wesentlichen
in Längsrichtung des Arbeits- und/oder des Steuerteils sich erstreckende Achse (21,
21a, 21b, 21c) gegeneinander verdrehbar miteinander verbunden sind.
16. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsteil (13a,
13b, 13c) eine im wesentlichen kreisförmig gekrümmte Fadenauflagefläche (16a) aufweist,
deren Krümmungsmittelpunkt auf der Schwenkachse (29) oder in deren Nähe liegt.