(19)
(11) EP 0 338 277 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.10.1989  Patentblatt  1989/43

(21) Anmeldenummer: 89105145.0

(22) Anmeldetag:  22.03.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65H 54/80
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE ES FR GB IT LI

(30) Priorität: 11.04.1988 CH 1321/88

(71) Anmelder: MASCHINENFABRIK RIETER AG
CH-8406 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Fritzsche, Peter
    CH-8405 Winterthur (CH)
  • Schwager, Martin
    CH-8405 Winterthur (CH)
  • Speich, Hans
    CH-8404 Winterthur (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum Füllen einer Kanne mit Faserband


    (57) Um ein Faserband (5) verzugsfrei und störungsfrei von einer Umlenkwalze (8) in eine Faserbandkanne (6) abzulegen, ist eine Ablegewalze (10) (Fig. 3) vorgesehen, welche das Faserband (5) zusammen mit einer Klemmwalze (11) durch einen Einlauftrichter (9) führt und direkt auf die, sich in der Kanne befindlichen Bindungen ablegt. Zu diesem Zwecke ragt der Umfang der Ablegewalze (10) um einen Betrag C, tiefer in die Faserbandkanne als eine Unterseite (13) der Ablegeplatte (14).







    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Füllen einer Kanne mit Faserband gemäss dem Oberbegriff des ersten Verfahrensanspruches und eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff des ersten Vorrichtungsanspruches.

    [0002] Aus dem Stand Technik ist es bekannt, dass Kannenfüll­vorrichtungen eine sogenannte Ablegeplatte umfassen, welche mit einem in der Regel s-förmigen Faserband­führungsrohr versehen ist, durch welches das Faser­band, zur Ablage in die sich unter der Ablegeplatte befindliche Kanne, geführt wird.

    [0003] Am Eingang des vorgenannten Faserbandführungsrohres ist in der Regel ein Walzenpaar vorgesehen, welches das Faserband durch die Eingangsmündung des Führungs­rohres in dieses hineinführt und nachschiebt.

    [0004] Aus der deutschen Offenlegungsschrift Nr. 35 24 601 ist eine solche Kannenfüllvorrichtung gezeigt und be­ schrieben. Daraus ist ersichtlich, dass das Faserband nach der Austrittsmündung des Faserbandführungsrohres direkt in die Kanne, d.h. auf die, sich in der Kanne bereits befindlichen Faserbandlagen abgegeben wird. Damit besteht das Erfordernis, dass das Faserband durch die Drehung des Drehtellers relativ zur Faser­bandablage in der Kanne und durch die Reibung zwischen dem in die Kanne zu legenden und dem bereits in der Kanne liegenden Faserband aus dem Führungsrohr gezogen werden muss, was zu einem, wenn auch kleinen, jedoch nicht genau definierten Verzug des Faserbandes im Führungsrohr führt. Daraus resultierende Unter­schiede des Verzuges müssen in den darauffolgenden Arbeitsgängen in der Verarbeitung des Faserbandes wie­der ausgeglichen werden.

    [0005] Im weiteren besteht noch ein für die vorgenannte Vor­richtung möglicher Nachteil, nämlich, dass sich das Faserband im Faserführungsrohr ausdehnt wodurch eine zusätzliche Reibung im Faserführungsrohr entsteht, was hauptsächlich bei Faserbändern mit einem hohen Kunstfaseranteil möglich ist.

    [0006] Um diesem Umstand abzuhelfen, wurde in einer in der deutschen Auslegeschrift Nr. 28 01 010 gezeigten und beschriebenen Faserbandablage ein zweites Walzenpaar im Drehteller vorgesehen und zwar derart, dass das Walzenpaar das Faserband durch den Faserführungskanal zieht. Die Walzen sind darin mit ihren Drehachsen in vertikaler Richtung angeordnet, und geben das Faser­band mit einem Abstand zwischen dem Drehteller und der Kanne in die letztgenannte ab.

    [0007] Diese gegenüber dem erstgenannten Stand Technik ver­besserte Ausführungsform, beinhaltet jedoch immer noch den Nachteil eines möglichen Verzuges im Faser­führungsrohr und ausserdem den Nachteil, dass ein zweites angetriebenes Walzenpaar vorgesehen werden muss, was zu einer komplizierten und teureren Vor­richtung führt.

    [0008] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine Faserband­ablage zu schaffen, welche im wesentlichen das Faser­band verzugsfrei in die Kanne ablegt. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dies auf möglichst wenig auf­wendige Weise durchzuführen.

    [0009] Die Erfindung löst diese Aufgaben verfahrensmässig ge­mäss dem Kennzeichen des ersten Verfahrungsanspruches und vorrichtungsmässig gemäss dem Kennzeichen des ersten Vorrichtungsanspruches.

    [0010] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile bestehen in der optimalen Führung des Faserbandes bis und mit der Ablage auf die bereits in der Kanne liegenden Fa­serbandlagen.

    [0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich Ausführungswege darstellenden Zeichnungen näher er­läutert. Es zeigt

    Fig. 1 Eine erfindungsgemässe Faserbandablagevor­richtung, im Schnitt und halbschematisch dargestellt,

    Fig. 2 Eine Draufsicht der Vorrichtung von Fig. 1,

    Fig. 3 Ein Detail der Vorrichtung von Fig. 1 ver­grössert und mit Blick in Pfeilrichtung A (Fig. 1) dargestellt,

    Fig. 4 Eine Variante des Details von Fig. 3 im gleichen Massstab dargestellt,

    Fig. 5-7 Je eine Variante der Ausführungsart eines Details der Vorrichtungen der vorgenannten Figuren, vergrössert und halbschematisch dargestellt,

    Fig. 8-10 Details der erfindungsgemässen Vorrichtung in verschiedenen Varianten, halbschema­tisch dargestellt,

    Fig. 11 Eine weitere Variante des Details von Fig. 3, gemäss Ausschnitt II-II (Fig. 12).

    Fig. 12 Einen Teil der Vorrichtung von Fig. 1, vergrössert und mit dem Detail von Fig. 11 dargestellt.

    Fig. 13/15 Je eine Variante der Figuren 1 und 2

    Fig. 14 Eine Draufsicht in Richtung II-II, ver­grössert dargestellt



    [0012] Eine Kannenablage 1 (Fig. 1) umfasst ein Maschinenge­häuse 2 mit einem Antriebsteil 3 und einem, im Ge­häuseteil 2, vom Antriebsteil 3 drehbar angetriebenen Ablegeteil 4.

    [0013] Mittels diesem Ablegeteil 4 wird ein Faserband 5 in eine Faserbandkanne 6 eingelegt. Dabei rotiert die Faserbandkanne 6 mittels eines Drehtellers (nicht gezeigt) oder eines anderen dazu verwendbaren Elemen­ tes. Gleichzeitig dreht der Ablegeteil um die Rota­tionsachse 7, wodurch das Band in an sich bekannter­weise in fortlaufenden zykloidenförmigen Schleifen in die Kanne 6 abgelegt wird.

    [0014] Das Faserband 5 wird dem Ablegeteil 4 mittels einer Umlenkwalze 8 zugefördert und im Anschluss daran von einem Einlauftrichter 9 mit einem Mündungsteil 58 (Fig. 3) und einem Trichterteil 59, welcher Bestand­teil des Ablegeteiles 4 ist, übernommen.

    [0015] Der Umlenkwalze 8 kann eine zweite Walze 8.1 zugeord­net werden, so dass das Faserband 5 zwischen diesen beiden Walzen geklemmt dem Einlauftrichter 9 zugeför­dert werden kann. Dabei soll sich die Klemmlinie (nicht dargestellt) dieser beiden Walzen mit der Dreh­achse 7 des Ablegeteils 4 schneiden und vorteilhafter­weise senkrecht zur Drehachse 7 liegen.

    [0016] Nach dem Einlauftrichter 9 wird das Faserband 5 von einer Ablegewalze 10 (siehe auch Fig. 3 und weitere) und einer, dieser zugeordneten Klemmwalze 11 übernom­men.

    [0017] Die Ablegewalze 10 weist dabei einen Durchmesser D (Fig. 3) auf, welcher derart gewählt ist, dass der Um­fang der Ablegewalze 10 bei einer gegebenen Lage der die Ablegewalze 10 aufnehmende Welle 12, um einen vorgegebenen Betrag C tiefer gegen die Faserbandkanne reicht, als die Unterseite 13 einer Ablegeplatte 14. Dadurch, dass der Umfang der Ablegewalze 10 um den Betrag C tiefer in die Kanne 6 ragt, legt das Ablegerad lO das Faserband direkt auf die, sich bereits in der Kanne befindlichen Faserbandschlingen 5.1 (auch Faserbandschleifen oder Faserbandlagen ge­ nannt).

    [0018] Der Betrag C kann beispielsweise im Bereich von 1 bis 10 mm gewählt werden. Das Mass des Betrages C hängt jedoch vom gewünschten Mass des Andrückens des abzule­genden Bandes 5 auf die bereits in der Kanne 6 liegen­den Bandlagen 5.1 ab und wird nach Gutdünken gewählt.

    [0019] Die Ablegeplatte 14 hat die an sich bekannte Aufgabe, das in die Kanne 6 abgelegte Faserband 5.1 in Kombi­nation mit einem federbelasteten Federteller 15 zu verdichten. Die Feder zur Belastung des Federtellers 15 ist mit 16 gekennzeichnet und liegt in an sich be­kannterweise am Boden (nicht gezeigt) der Kanne 6 auf.

    [0020] Es versteht sich dabei, dass die Umfangsgeschwindig­keit des Ablegerades 10 derart gewählt wird, dass kei­ne Relativgeschwindigkeit zwischen dem abzulegenden Band 5 und sich bereits in der Kanne befindlichen Fa­serbandschlinge 5.1 entsteht. Die Kanne 6 dreht dabei in Richtung B (Fig. 3) und der Ablegeteil 4 in Rich­tung A. Die Art der Schlingenbildung in der genannten Faserbandkanne, bei drehender Kanne 6 und drehender Ablegeplatte 14, ist zykloidisch.

    [0021] Um zu vermeiden, dass Fasern an der Ablegewalze 10 haften, ist ein Abstreifer 17 vorgesehen.

    [0022] Die für den Antrieb der Ablegewalze 10 vorgesehene Welle 12 ist einerseits in einem Lager 18, unmittel­bar bei der Ablegewalze 10 selbst, und andererseits in einem Lager 19 drehbar gelagert, wobei die Lager 18 und 19 auf der Ablegeplatte 14 befestigt sind. In unmittelbarer Nähe des Lagers 19 ist auf der Welle 12 ein Kegelrad 20 drehfest montiert, welches im Ein­griff mit einem weiteren Kegelrad 21 steht. Das Kegel­rad 21 ist auf einer Welle 22 drehfest aufgezogen, auf welcher ebenfalls ein Antriebsrad 23 drehfest an­geordnet ist.

    [0023] Beim Antriebsrad 23 handelt es sich um ein Zahnrad, welches seinerseits im Eingriff mit einem Innenzahn­kranz 24 (in Fig. 1 auf der rechten Seite gekennzeich­net) steht, welcher Bestandteil des Maschinengehäuses 2 ist.

    [0024] Im Antriebsteil 3, welches ebenfalls fest dem Ma­schinengehäuse 2 zugeordnet ist, sind die Getrieberä­der 25.1 und 25.2 drehbar gelagert, wobei das Getrie­berad 25.2 drehfest auf einer Antriebswelle 26 vorge­sehen ist, welche durch einen Antriebsmotor (nicht ge­zeigt) angetrieben wird. Die Getrieberäder 25.1 und 25.2 sind Zahnräder und stehen miteinander im Ein­griff.

    [0025] Andererseits steht das Getrieberad 25.1 im Eingriff mit einem der Ablegeplatte zugeordneten Zahnkranz 27 (auf der rechten Seite von Fig. 1 gekennzeichnet), so­dass damit die Ablegeplatte 14 um die Drehachse 7 in Drehung versetzt werden kann, was andererseits das An­triebsrad 23 und über die Welle 22 das Kegelrad 21 an­treibt, welches das Kegelrad 20 und damit die Welle 12 und mit dieser die Ablegewalze 10 in Drehung ver­setzt.

    [0026] Die Ablegeplatte 14 ist mittels einem, dem Innengehäu­se 2 festzugeordnetem, Drehlager 28 in ihrer vertika­len Lage fixiert und drehbar gelagert.

    [0027] Die Klemmwalze 11 ist mittels einer Welle 29 drehend gelagert und kann entweder freidrehend, d.h. über die Reibung zwischen Faserband 5 und Klemmwalze 11 oder als Variante durch einen Uebertrieb (nicht gezeigt) von der Welle 12 angetrieben. Solche Uebertriebe kön­nen direkt durch Zahnräder, wie dieses später für die Walzen 8 und 8.1 erklärt wird, oder über Riementriebe oder Zahnriemenantriebe angetrieben werden.

    [0028] Als Beispiel eines solchen Uebertriebes zeigt die Fig. 2 die Lagerung einer die Umlenkwalze 8 antreiben­den Welle 30, welche einerseits in Lagern 31 und 32 drehbar gelagert ist, und andererseits ein darauf drehfest angeordnetes Antriebszahnrad 33 aufweist, welches im Eingriff mit einem Zahnrad 34 steht, das auf einer Welle 35 drehfest angeordnet ist, um die Walze 8.1 anzutreiben, falls eine solche vorgesehen ist.

    [0029] Die Lager 31 und 32 sind einem auf der Ablegeplatte fest angeordneten Support (nicht gezeigt) zugeordnet, während die Welle 35 in den Lagern 36 und 37 drehbar vorgesehen ist, und diese Lager in einem um eine zur Ablegeplatte 14 senkrecht stehenden Drehachse 38 (nur symbolisch dargestellt) schwenkbaren Support (nicht gezeigt) vorgesehen sind, sodass die Walze 8.1 von der Umlenkwalze 8 weggeschwenkt werden kann. Die An­presskraft zwischen beiden Walzen geschieht mittels Federbelastung (nicht gezeigt).

    [0030] In gleicher Weise wie die Lager 36 und 37 können die Lager der Welle 29 in einem schwenkbaren Support vor­gesehen sein, welcher federbelastet (nicht gezeigt) ist, sodass die Klemmwalze 11 mit einer dieser genann­ten Federlast entsprechenden Anpresskraft gegen die Ablegewalze 10 angedrückt wird, um die notwendige Rei­bung zwischen Faserband 5 und den Walzen 10 und 11 zu erzeugen. Ebenfalls ist es, wie für die Wellen 30 und 35 beschrieben, möglich, die Wellen 12 und 29, je mit einem Zahnrad zu versehen, welche wie für die Zahnrä­der 33 und 34 beschrieben ineinandergreifen, um einen formschlüssigen Antrieb der Klemmwalze 11 zu erhal­ten, anstelle eines reibschlüssigen Antriebes mittels der Reibung zwischen der Klemmwalze 11 und dem Faser­band 5. Dabei kann der die Lager der Welle 29 aufneh­mende Support ebenfalls, wie für die Drehachse 38 be­schrieben, um eine zur Ablegeplatte 14 senkrechtste­hende Schwenkachse (nicht gezeigt) schwenkbar gela­gert sein, so dass die Walzen 8 und 8.1 vorbeschriebe­ne federbelastete Anpressung ebenfalls für die Walzen 10 und 11 durchführbar ist.

    [0031] Die Fig. 4 zeigt eine Variante der Walzen von Fig. 3, in denen eine Ablegewalze 39 nicht wie in Fig. 3 ge­zeigt, einen wesentlich grösseren Durchmesser auf­weist als die Klemmwalze 11, sondern derart angeord­net ist, dass deren Umfang ebenfalls um den Betrag C in die Kanne 6 ragt, wie der Umfang der Ablegewalze 10. Die Welle 40 für das Antreiben der Ablegewalze 39 ist in der gleichen Art gelagert, wie die Welle 12. Es versteht sich, dass durch das Tieferliegen der Wel­le 40 gegenüber der Welle 12 entsprechende Aenderun­gen in der in Fig. 1 gezeigten Getriebeanordnung, in Bezug auf die Lage der Kegelräder 20 und 21 vorgese­hen werden müssen.

    [0032] Im weiteren weist die Ablegewalze 39 ebenfalls einen Abstreifer 17.1 auf.

    [0033] Die Fig. 5 zeigt eine zylindrische Umfangsfläche 41, welche für die Walzen 10, 11 und 39 verwendet werden kann. Das gleiche gilt für eine Konkave Umfangsfläche 42 der Fig. 6, während eine mit Kanälen 43 (auch Kane­luren genannt) vorgesehene Oberfläche nur für ange­triebene Walzen verwendet werden kann. Dabei kann die Anzahl der Kanäle, am Umfang verteilt, verschieden sein, bspw. können zwei Kanäle um 180 Grad versetzt genügen, um das Faserband zu fördern.

    [0034] Die Fig. 8 zeigt ein der Ablegeplatte 14 zugeordnetes Faserbandführungselement 44, welches mit einer, der Umfangsfläche der Ablegewalze 10 resp. 39 zugewandten Faserbandführungsfläche 45, welche das Faserband 5 ge­gen die Ablegewalze 10 respektive 39 lenkt. Das Füh­rungselement ist aus einem statisch nicht aufladbaren Kunststoff hergestellt und mit der Ablegeplatte 14 fest verbunden.

    [0035] Die Fig. 9 zeigt ein Faserbandführungselement 46 mit einer Faserbandführungsfläche 47 und einem zusätz­lichen Abstreifer 48, welcher das Ansetzen von Fasern an der Klemmwalze 11 verhindert. Um das Faserbandfüh­rungselement 46 optimal gegen die Klemmwalze 11 an­stellen zu können, ist dieses mittels einer Schraube 49, welche in einem im Führungselement 46 vorgesehen­en Schlitz (mit gestrichelten Linien angedeutet) in der Ablegeplatte 14 derart befestigt, dass die Lage des Elementes 46 in einem durch den Schlitz vorgege­benen Bereich wählbar ist.

    [0036] Die Fig. 10 zeigt ein, mittels einer Schwenkachse 50 schwenkbar gelagertes Faserbandführungselement 51, welches eine Abstreifkante 52 aufweist. Die Schwenk­achse 50 ist dabei in einem Trägerelement 53 angeord­net, welches fest mit der Ablegeplatte 14 verbunden ist. Im weiteren weist das Faserbandführungselement 51 eine Faserbandführungsfläche 54 auf.

    [0037] Der Vorteil des Faserbandführungselement 51 besteht darin, dass dieses derart angeordnet ist, dass es durch das Eigengewicht in die in Fig. 10 mit strich­punktierten Linien dargestellte Lage kippt, solange, dass kein Faserband in der Kanne 6 liegt. Da in der mit strichpunktierter Linie gezeigten Lage die Füh­rungsfläche 54 eine wesentlich grössere Steigung auf­weist als in der, mit ausgezogenen Linie gezeigten Lage, liegt der Vorteil im wesentlichen darin, dass mit Sicherheit vermieden wird, dass das Faserband auf der Führungsfläche 54 gestaut wird, und andererseits darin, dass die Abstreifkante 52 in der Betriebsstel­lung des Führungselementes 51 die Funktion des Ab­streifers ausüben kann.

    [0038] Die Fig. 11 zeigt eine Variante der Anordnung von Fig. 3, indem anstelle des ganzen Trichters 9 ledig­lich dessen Mündungsteil 58 vorgesehen ist und der Trichterteil 59 durch ein Riemchenpaar 60, bestehend aus einem Riemchen 61 und einem Riemchen 62, ersetzt ist. Dabei ist das Riemchen 61 um die Ablegewalze 10 sowie um eine Umlenkrolle 63 und das Riemchen 62 um die Klemmwalze 11 und um eine Umlenkrolle 64 geführt. Mit Hilfe des Riemchenpaares 60 wird das Faserband durch den Mündungsteil 58 gezogen werden, dabei soll der Oeffnungswinkel des Riemchenpaares 60 so klein als möglich, d.h. nur wenige Winkelgrade (z.B. 6 Grad) sein.

    [0039] Die Fig. 12 zeigt einen Lagersupport 65, welcher die Umlenkrollen 63 und 64 aufnimmt. Der Lagersupport ist ebenfalls, wie das Lager 18 auf der Ablegeplatte 14 fest angeordnet.

    [0040] Die Figuren 13 bis 15 zeigen insofern eine Variante zu den Figuren 1 und 2, indem in diesen Figuren das Faserband 5 nicht mehr ungeschützt von den Umlenk­respektive Förderwalzen 8 respektive 8.1 bis zum Ein­lauftrichter 9 geführt ist, sondern ein Führungskanal 66 vorgesehen ist, welcher mit dem Einlauftrichter 9 verbunden ist. Der Führungskanal 66 weist in einer Va­riante die Kanalöffnung 67 an der der Bewegungsrich­tung A (Fig. 14) entgegengesetzten Windschattenseite auf.

    [0041] Die Innenweite d des Kanales 66 entspricht dem zwei bis vierfachen Durchmesser des Faserbandes 5 um sicherzustellen, dass das Faserband nicht durch den Kanal in seinem Lauf behindert, sondern lediglich geschützt wird.
    Diese Weite kann aber beliebig vergrössert werden, wo­bei die maximale Weite sich entweder von der zu bewe­genden Masse des Kanales oder der unnötigen Grösse her selbst in ein vernünftiges Mass einpendelt.

    [0042] Im weiteren versteht es sich, dass die Innenfläche des Kanales einen üblichen Oberflächen-Finish auf­weist, welcher verhindert, dass Fasern des Faserban­des 5 an der Kanalinnenwand hängenbleiben.

    [0043] Ebenso ist es nicht wesentlich, dass der Kanal den in Fig. 14 gezeigten Querschnitt aufweist, grundsätzlich sind eliptische oder rechteckige Querschnittsformen ebenfalls möglich. Die innere Querschnittsform des Ka­nales sowie diejenige des Einlauftrichters werden in der Regel aufeinander abgestimmt.

    [0044] Wie in Fig. 14 mit dem Bewegungspfeil A.1 gezeigt, ist es als weitere Variante auch möglich, die Kanal­öffnung 67 in Bewegungsrichtung gesehen, auf der vor­deren d.h. Windseite des Führungskanales vorzusehen, sodass ein sich im Führungskanal bildender Staudruck und der daraus folgenden Strömungsrichtung dieser Luft in Richtung Einlauftrichter 9, das Faserband mit Luft umhüllt und entsprechend begleitet. Wird die Ka­nalöffnung 67 auf der Windseite vorgesehen, so hängt die entwickelte Luftströmung von dem Verhältnis der Kanalöffnungsweite und der Weite d des Führungskana­les, bei gegebener Umlaufgeschwindigkeit ab, was vor­teilhafterweise empirisch festgelegt wird.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Füllen einer Faserbandkanne (6) mit Faserband (5), in welchem ein Walzenpaar (10, 11; 39) das Faserband in die Kanne abgibt,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass eine der Walzen als Ablegewalze (10; 39) be­zeichnet, das Faserband direkt und unmittelbar auf die bereits in der Kanne vorhandenen Faser­bandlagen (5.1) ablegt.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1., dadurch gekennzeich­net, dass das Faserband mit einem vorgegebenen Druck auf die vorhandenen Faserbandlagen abgege­ben wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1., dadurch gekennzeich­net, dass das Faserband (5) unmittelbar vor der Ablegewalze (10; 39) durch ein bewegtes Faserband­führungsmittel mit im wesentlichen gleicher Ge­schwindigkeit geführt wird, wie die Umfangsge­schwindigkeit der Ablegewalze.
     
    4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den vorangehenden Ansprüchen, mit einer Kannen­füllvorrichtung, auch Kannenablage (1) genannt, mit einer primären Faserbandführung (8, 8.1) zur Führung des Faserbandes (5) in der Drehachse (7) eines zur Kannenablage gehörenden Ablegeteiles (4) und einem mit dem Ablegeteil (4) umlaufenden Walzenpaars (10, 11; 39) zur Abgabe des Faserban­des in eine sich darunter befindliche Kanne (6), dadurch gekennzeichnet, dass eine Walze als Fa­serbandablegewalze (10; 39) in die Kanne (6) ragt.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass die Faserbandablegewalze derart mit ihrer Umfangsfläche um einen vorgegebenen Be­trag C aus dem Ablegeteil (4) heraus in die Kanne ragend angeordnet ist, dass diese Walze das Faser­band (5) unmittelbar auf die bereits in der Kanne (6) vorhandenen Bandlagen (5.1) ablegt.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass eine der Ablegewalze (10; 39) ge­genüberliegende, gegen den Umfang der Ablegewalze (10; 39) gerichtete Faserband-Hilfsführung (44; 46; 51) vorgesehen ist.
     
    7. Vorrichtung nach Anspruch 6., dadurch gekenn­zeichnet, dass die Hilfsführung (44; 46; 51) für das Einbringen des Faserbandes (5) von der Ablege­walze (10; 39) wegbewegbar ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 6. und 7., dadurch ge­kennzeichnet, dass die Hilfsführung (44; 46; 51) zusätzlich einen Faserbandabstreifer aufweist und dadurch gleichzeitig Faserabstreifer (48; 52) für die mit der Ablegewalze (10; 39) zusammenarbeiten­de Walze (11) ist.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass ein Faserabstreifer für die Ablege­walze (10; 39) vorgesehen ist.
     
    10. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass mindestens eine Walze (10; 11; 35) eine konkave Faserbandführungsfläche (42) auf­weist.
     
    11. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass mindestens eine Walze mindestens stellenweise mit Kanälen (43) versehen ist.
     
    12. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass vor dem Walzenpaar (10; 11; 39), in Faserbandlaufrichtung gesehen, eine trichter­förmige Faserbandführung (58; 59; 60) vorgesehen ist.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekenn­zeichnet, dass die trichterförmige Faserbandfüh­rung ein fester Trichter (58; 59) ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekenn­zeichnet, dass die trichterförmige Faserbandfüh­rung ein mit dem Walzenpaar (10; 11; 39) zusammen­wirkendes Riemchenpaar (60) ist.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekenn­zeichnet, dass zusätzlich zur trichterförmigen Faserbandführung (58) ein mit dem Walzenpaar (10; 11; 39) zusammenwirkendes Riemchenpaar (60) zur Führung des Faserbandes (5) vor dem Walzenpaar, in Faserbandlaufrichtung gesehen, vorgesehen ist.
     
    16. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass die Ablegewalze (10) einen grösse­ren Durchmesser aufweist als die Gegenwalze.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass beide Walzen (10; 11; 39) des Wal­zenpaares im wesentlichen denselben Durchmesser aufweisen, jedoch derart angeordnet sind, dass eine der Walzen als Ablegewalze (39) verwendet wird.
     
    18. Vorrichtung nach Anspruch 4., dadurch gekenn­zeichnet, dass ein offener Führungskanal (66) zur Führung des Faserbandes 5 zwischen der primären Faserbandführung (8, 8.1) und dem Walzenpaar (10, 11; 39) vorgesehen ist.
     
    19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Kanalöffnung (67) des Führungs­kanales (66) auf der, in Bewegungsrichtung (A) des Kanales gesehen, hinteren Seite vorgesehen ist, und zwar derart, dass das Faserband im we­sentlichen windgeschützt durch den Führungskanal (66) geführt wird.
     
    20. Vorrichtung nach Anspruch 18., dadurch gekenn­zeichnet, dass die Kanalöffnung (67) des Führungs­kanales (66) auf der vorderen Seite, mit Blick­richtung auf Fig. 14 und in Bewegungsrichtung (A.1) gesehen, vorgesehen ist.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht