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EP 0 338 972 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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15.05.1991 Patentblatt 1991/20 |
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Anmeldetag: 17.02.1989 |
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Kragplattenanschlusselement
Connecting element for cantilever panel
Elément de raccordement pour panneau en porte-à-faux
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
22.04.1988 CH 1505/88
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.10.1989 Patentblatt 1989/43 |
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Patentinhaber: BAU-BOX EWIAG |
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CH-3515 Oberdiessbach (CH) |
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Erfinder: |
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- Witschi, Heinz
CH-3037 Herrenschwanden (CH)
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Vertreter: Feldmann, Clarence Paul et al |
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Patentanwaltsbüro FELDMANN AG,
Kanalstrasse 17 8152 Glattbrugg 8152 Glattbrugg (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 403 537 DE-U- 8 700 301
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DE-U- 8 417 440
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kragplattenanschlusselement zum isolierten,
kraftschlüssigen Verbinden einer Bodendeckenplatte mit einer auskragender Platte,
mit einem quaderförmigen Isolationskörper und diesen durchsetzenden Armierungsstäben.
[0002] Kragplattenanschlusselemente der obengenannten Bauart sind in verschiedenen Ausführungen
seit wenigen Jahren bekannt. So wurde in der DE-A 3116 381 (Schöck) erstmals ein Kragplattenanschlusselement
der obengenannten Art beschrieben, wobei zusätzlich zu den die Fuge überquerenden
Zugstäben auch noch im Isolationskörper Druckelemente eingelegt sind, die die Uebertragung
der Druckkräfte übernehmen. Eine zweite Ausführungsform gemäss der EP-A 0119165 (W.
Egger) verwendet in Schlaufen geformte Stäbe ohne jedoch zusätzlich Querkraftstäbe
zu verwenden. Je ein Zug- und ein Druckstab bilden zusammen eine Schlaufe. Gegen die
Spreizwirkung der beiden Stäbe sind beidseitig der Fuge Bügel angebracht, die in der
Einbaulage des Elements in den entsprechenden Platten einbetoniert sind.
[0003] Neuerdings sind auch noch Kragplattenanschlusselemente auf dem Markt, die ebenfalls
keine Druckelemente aufweisen, jedoch zusätzlich zu den Zug- und Druckstäben auch
noch Querkraftstäbe besitzen. Die DE-A 34 46006 schlägt ferner vor, die Stäbe im Fugenbereich
mit korrosionsbeständigen Manschetten zu versehen.
[0004] Bei der Beurteilung eines Kragplattenanschlusselementes spielen insbesonders drei
Punkte eine Bedeutung:
a) Die Statik, die durch Materialwahl und Dimensionierung beeinflusst wird,
b) die Lebensdauer und damit die Sicherheit, welche durch die Materialwahl und den
Korrosionsschutz beeinflusst wird und
c) schliesslich die Wirtschaftlichkeit, die den vorgenannten Kriterien diametral gegenüber
steht.
[0005] Die vorliegende Erfindung stellt sich zur Aufgabe eine bezüglich den drei Kriterien
optimierte Lösung zu schaffen. Diese Aufgabe löst ein Kragplattenanschlusselement
gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1, welches sich dadurch auszeichnet, dass
mindestens jeweils zwei Armierungsstäbe in vertikaler Anordnung übereinander, je beidseitig
des Isolationskörpers in Stirnplatten aus korrosionsbeständigen Material gehalten
sind.
[0006] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt
und anhand der nachfolgenden Beschreibung eläutert.
[0007] Es zeigt:
Figur 1 Ein Ausführungsbeispiel mit Zug- und Druckstäben in perspektivischer Darstellung,
teilweise in eingebauter Lage;
Figur 2 Eine Seitenansicht eines Elementes in grösserem Massstab und
Figur 3 einen Vertikalschnitt durch ein Element mit einem Armierungsstab für die Querkräfte,
im eingebauten Zustand.
[0008] Ein besonders wichtiges Anwendungsgebiet für Kragplattenanschlusselemente sind Balkone.
Der Balkon ist somit die auskragende Platte oder kurz Kragplatte 1, die mit dem Gebäude,
insbesondere mit der in derselben Ebene liegenden Bodendeckenplatte 2 verbunden sein
muss. Diese Verbindung stellt das Kragplattenanschlusselement her. Die erforderliche
Wärme- und Schallisolation zwischen den beiden betonierten Platten 1 und 2 wird mittels
eines Isolationskörpers 3 erstellt.
[0009] Die Bodendeckenplatte 2 liegt auf dem entsprechenden Mauerwerk 4 auf, während die
Kragplatte 1 an den Armierungsstäben 5 hängt. Je nach ihrer Belastung nennt man die
Armierungsstäbe 5 Druck- oder Zugstäbe. Dabei sind die in der Einbaulage oberen Stäbe
vorwiegend Zugkräften und die unteren Stäbe vorwiegend Druckkräften ausgesetz, die
durch das Drehmoment des Eigengewichts und der Belastung der Kragplatte 1 bewirkt
werden. Je ein Zug- und ein Druckstab 5, die in der Einbaulage mindestens annähernd
vertikal übereinander angeordnet sind, sind mittels korrosionsbeständigen Stirnplatten
6 paarweise zusammengefasst. Die Stirnplatten 6 liegen, im eingebauten Zustand des
Elementes, einseitig in der Stirnfläche der jeweiligen Betonplatte 1, beziehungsweise
2 und mit der anderen Seite direkt am Isolationskörper 3 zusammengefasst und bilden
zusammen mit diesem das Kragplattenanschlusselement. Zur Versteifung des Elementes
und zur Verbindung desselben mit den Armierungsnetzen in der Bodendeckenplatte 2 beziehungsweise
der Kragplatte 1, können sowohl sämtliche Zug- wie auch sämtliche Druckstäbe eines
Elementes mit je mindestens einem parallel zur Längsrichtung des Isolationskörpers
3 verlaufenden Querstabes 7 verbunden sein.
[0010] In der einfachsten Ausführungsform können sämtliche Zug- und Druckstäbe aus preiswertem
Baustahl sein, und lediglich durch eine Beschichtung gegen Korrosion geschützt werden.
Hingegen müssen die Stirnplatten aus korrosionsbeständigem Material, wie z.B. rostfreiem
Stahl gefertigt werden. Die Stirnplatten 6 haben eine Mehrfachfunktion. Zum einen
dienen sie wie bereits beschrieben, um je einen Zug- und einen Druckstab zu halten.
Ferner wirken sie, ähnlich dem Bügeln in der eingangs zitierten E-A 0119165, der Spreizwirkung
der Druck- und Zugstäbe 5 im Fugenbereich entgegen. Dabei sind sie jedoch günstiger
angebracht wie die genannten Bügel, da sie direkt bei der Fuge liegen, und daher früher
wirksam sind. Eine weitere Funktion hat sich als besonders effektiv erwiesen. Durch
die wechselnde Belastung auf der Kragplatte 1 werden die Armierungsstäbe 5, wenn auch
nur in begrenztem Rahmen, elastisch verformt. Dabei sind im Bereich der Einführung
der Armierungsstäbe in die Betonplatten immer wieder Betonteilchen abgeplatzt. Dies
schuf zwei gravierende Probleme, zum einen tritt an diesen Stellen vermehrt eine Korrosion
der Stäbe auf und zum zweiten eine Betonerosion, die ein weiteres Abplatzen von Beton
zur Folge hat, und zum anderen verändern sich die statischen Kräfte je länger der
nicht mehr im Beton gehaltene Teil der Armierungsstäbe ist. Durch die Verwendung der
erfindergemässen Stirnplatten lassen sich diese Probleme vermeiden, ohne dass man
auf überdimensionierte und rostfreie Armierungsstäbe ausweichen muss. Somit lässt
sich die Sicherheit und die Lebensdauer erhöhen, ohne die Wirtschaftlichkeit des Kragplattenanschlusselementes
erheblich zu belasten.
[0011] Auf diesen Ueberlegungen basierend ist man, sodann noch einen Schritt weiter gegangen.
In der Figur 2 in dem eine Seitenansicht dargestellt ist, sieht man deutlich, dass
die Armierungsstäbe 5 jeweils mit einer Hülse 8 ummantelt sind. Diese Hülsen sind
wiederum aus nichtkorrodierendem Material, beispielweise rostfreiem Stahl. Die Hülsen
8 liegen nicht auf den Armierungsstäben 5 auf. Es verbleibt somit ein Hohlraum, der
mit einem härtenden Material 9 ausgefüllt ist. Gute Erfahrungen hat man insbesondere
mit kunststoffvergütetem Mörtel gemacht, der eine sehr grosse Druckfestigkeit aufweist.
Die Druckfestigkeit des Materials muss auf jeden Fall gleich oder höher als diejenige
von Beton sein. Vorzugsweise sollte die Härte mehr als 500 kg/cm² betragen. Die Hülsen
8 sind so dimensioniert, dass sie im eingebauten Zustand in die Betonplatten 1 und
2 beidseitig hineinragen. Mit dieser Ausgestaltung lässt sich die Korrosionsgefahr
der Stäbe 5 vollständig vermeiden, ohne dass man auf den teuren, rostfreien Stahl
für die gesamten Stäbe ausweichen muss.
[0012] Die "Sandwichkonstruktion" der Stäbe im Fugenbereich verbessert aber ganz besonders
die Festigkeit der auf Druck belastenden Armierungsstäbe. Selbstverständlich durchstossen
die Hülsen 8 nun auch die Stirnplatten 6.
[0013] Die in der Figur 3 letztlich noch dargestellte Variante unterscheidet sich lediglich
durch den Querkraftstab 10 von der Ausführung nach den Figuren 1 und 2. Der Querkraftstab
10 muss jedoch im Gegensatz zu den anderen Stützen 5 vollständig aus rostfreiem Stahl
gefertigt sein. Die Verwendung eines Querkraftstabes 10, der die Stirnplatte 6 bodendeckenplattenseitig
knapp unterhalb des oben liegenden Zugstabes und kragplattenseitig knapp oberhalb
des unten liegenden Druckstabes durchsetzt, erlaubt eine geringe Reduzierung des Durchmessers
der übrigen Armierungsstäbe. In manchen Optimierungsfällen kann diese Lösung bevorzugt
werden. Der Isolationskörper kann wie bekannt aus Steinwolle oder geschäumten Kunststoff
sein. Bei der Verwendung von obengenanntem Kunststoff kann der Isolationskörper 3
bei der Fertigung direkt auf das Kragplattenanschlusselement aufgeschäumt werden.
1. Kragplattenanschlusselement zum isolierten, kraftschlüssigen Verbinden einer Bodendeckenplatte
(2) mit einer auskragender Platte (1), mit einem quaderförmigen Isolationskörper (3)
und diesen durchsetzenden Armierungsstäben (5), dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
jeweils zwei Armierungsstäbe (5) in vertikaler Anordnung übereinander, je beidseitig
des Isolationskörpers (3) in Stirnplatten (6) aus korrosionsbeständigem Material gehalten
sind.
2. Kragplattenanschlusselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Armierungsstäbe
(5) mindestens im Isolationskörper (3) durchsetzenden Bereich mit korrosionsbeständigen
Hülsen (8) umgeben sind, wobei jeweils jeder Zwischenraum zwischen einer Hülse (8)
und dem Armierungsstab (5) mit einer aushärtenden Masse (9), die eine grössere Härte
als Beton aufweist, ausgefüllt ist, und dass die Hülsen (8) die Stirnplatten (6) durchsetzen.
3. Kragplattenanschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich
zu den mit Hülsen (8) ummantelten Armierungsstäbe, noch Armierungsstäbe (10) aus korrosionsbeständigem
Material vorhanden sind, die der Aufnahme der Querkräfte dienen und ebenfalls in den
Stirnplatten (6) gehalten sind.
4. Kragplattenanschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum
mit einem kunststoffvergüteten Mörtel gefüllt ist.
5. Kragplattenanschlusselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Isolationskörper
(3) aus einem direkt aufgeschäumten Material besteht.
6. Kragplattenanschlusselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum
mit einem Material gefüllt ist, welches eine Härte von mehr als 500 kg/cm² aufweist.
1. Cantilever panel attachment element for the insulated, force-engaging connection
of a floor cover panel (2) with a protruding panel (1), having an insulating body
(3) of parallelepipedic form and reinforcing rods (5) piercing this, characterised
in that at least two reinforcing rods (5) in each case are held in vertical arrangement
one above the other, each on both sides of the insulating body (3), in face plates
(6) of corrosion-proof material.
2. Cantilever panel attachment element according to Claim 1, characterised in that
the reinforcing rods (5) are surrounded, at least in the region piercing the insulating
body (3), with corrosion-proof sleeves (8), each interspace between a sleeve (8) and
the reinforcing rod (5) being filled out with a hardening composition (9) having a
hardness greater than that of concrete, and in that the sleeves (8) penetrate the
face plates (6).
3. Cantilever panel attachment element according to Claim 2, characterised in that
in addition to the reinforcing rods jacketed with sleeves (8), reinforcing rods (10)
of corrosion-proof material are also present which serve to take up the transverse
forces and are likewise held in the face plates (6).
4. Cantilever panel attachment element according to Claim 2, characterised in that
the interspace is filled with a synthetic plastics-improved mortar.
5. Cantilever panel attachment element according to Claim 1, characterised in that
the insulating body (3) consists of a directly foamed-up material.
6. Cantilever panel attachment element according to Claim 2, characterised in that
the interspace is filled with a material which has a hardness of more than 500 kg./cm.².
1. Elément de raccordement pour panneau en porte-à-faux pour liaison mécanique isolée
d'une plaque de plafond (2) avec une plaque en porte-à-faux (1), avec un corps isolant
rectangulaire (3) et des barres d'armature le traversant (5), caractérisé en ce qu'il
y a au moins deux barres d'armature (5) disposées l'une au-dessus de l'autre en matériau
résistant à la corrosion (3) de chaque côté du corps isolant (3) dans des plaques
frontales.
2. Elément de raccordement pour panneaux en porte-à-faux selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les barres d'armatures (5) sont entourées de douilles (8) résistantes
à la corrosion au moins dans la zone traversant le corps isolant (3), en remplissant
chaque intervalle entre une douille (8) et la barre d'armature (5) d'une masse durcissable
(9) qui a une plus grande dureté que le béton et que les douilles (8) traversent les
plaques frontales.
3. Elément de raccordement pour panneaux en porte-à-faux selon la revendication 2,
caractérisé en ce qu'en plus des barres d'armature entourées de douilles (8), sont
prévues des barres d'armature (10) en matériau résistant à la corrosion, qui servent
à reprendre les faces transversales et sont également maintenues dans les plaques
frontales (6).
4. Elément de raccordement pour panneaux en porte-à-faux selon la revendication 2,
caractérisé en ce que l'espace intermédiaire est rempli de mortier traité par de la
matière plastique.
5. Elément de raccordement pour panneaux en porte-à-faux, caractérisé en ce que le
corps isolant (3) se compose d'un matériau directement expansé.
6. Elément de raccordement pour panneaux en porte-à-faux, caractérisé en ce qu'on
remplit l'espace intermédiaire avec un matériau qui présente une dureté supérieure
à 500 kg/cm².

