(19)
(11) EP 0 341 193 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
30.12.1992  Patentblatt  1992/53

(21) Anmeldenummer: 89710037.6

(22) Anmeldetag:  03.05.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E02D 5/04

(54)

Holmgurtabdeckung für eine Spundbohlen und Verfahren zur Anbringung einer Holmgurtabdeckung auf eine Spundwand

Head cover for a sheet pile, and method for installing a head cover on a sheet pile wall

Couvercle de tête pour palplanche et méthode pour installer un couvercle de tête sur un rideau de palplanches


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT LU NL

(30) Priorität: 05.05.1988 DE 3815235

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.11.1989  Patentblatt  1989/45

(73) Patentinhaber: Krupp Hoesch Stahl AG
44120 Dortmund (DE)

(72) Erfinder:
  • Pruchhorst, Manfred, Dipl.-Ing.
    D-4600 Dortmund 12 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 2 804 902
US-A- 2 865 180
US-A- 1 933 483
US-A- 4 674 921
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Holmgurtabdeckung in Form eines U-Profils aus Stahl mit parallelen Flanschen für eine aus Spundbohlen gebildete Spundwand, wobei das U-Profil mit seinen Flanschen auf die Spundwand aufsteckbar ist, und ein Verfahren zur Anbringung einer Holmgurtabdeckung auf eine Spundwand.

    [0002] Bei einer bekannten Holmgurtabdeckung der vorgenannten Art weist der hintere Flansch des die Holmgurtabdeckung bildenden U-Profils Ausnehmungen auf, mit deren Hilfe er sich auf den Steg der Spundwand abstützt, wobei der innere Übergang des vorderen Flansches zum Steg des U-Profils direkt auf der vorderen, oberen Kante des Flansches der Spundwand aufliegt (DE-PS 27 39 964). Diese Holmgurtabdeckung hat sich bewährt, da sie ganz ohne Schweiß- und/oder Schraubarbeiten leicht auch unter Wasser montiert werden kann. Die Holmgurtabdeckung selbst kann in Einzelelemente werksseitig vorbereitet werden; sie ist jedoch nur für unverankerte Spundwände geeignet.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend erläuterte bekannte Holmgurtabdeckung derart zu verbessern, daß sie auch Querkräfte auf die Spundwand übertragen und gleichzeitig als Gurt Verwendung finden kann.

    [0004] Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht darin, daß an der Innenseite des Steges des U-Profils in den Bereichen der Spundwandberge und -täler kurze Abschnitte eines weiteren U-Profils geringerer Breite befestigt, vorzugsweise angeschweißt sind, dessen Breite so bemessen ist, daß der Abstand zwischen den Flanschen des ersten U-Profils und den Flanschen des weiteren U-Profils etwas größer ist als die Dicke der Spundbohlen. Die erfindungsgemäße Holmgurtabdeckung ist leicht herzustellen und erfordert keine zusätzlichen Teile, wie Klammern o. dgl..

    [0005] Ein weiterer Schritt der Erfindung ermöglicht eine Verbesserung der Holmgurtabdeckung im Bereich eines Schrägankers und führt darüber hinaus zu einer Verbesserung der Spundwand selbst in diesem Bereich, und zwar dadurch, daß bei den im Bereich eines Schrägankers angeordneten Abschnitten des weiteren U-Profils jeweils der dem Schräganker zugewandte Flansch weit heruntergezogen und als Ankerplatte ausgebildet ist, wobei die Ankerplatte eine den Ankerpfahl des Schräglagers mit geringem Spiel umschließende Aussparung aufweist.

    [0006] In Ausgestaltung der Erfindung sind die Zwischenräume zwischen den Flanschen der die Holmgurtabdeckung bildenden U-Profile und den Spundbohlen durch einen Kleber ausgefüllt. Dadurch ergibt sich nach dem Ausreagieren des Klebers eine feste Verbindung zwischen Spundwand und Holmgurtabdeckung.

    [0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zwischen dem Ankerpfahl und der Ankerplatte sowie zwischen sämtlichen anderen Konstruktionsteilen des Schrägankers ein Kleber eingebracht. Somit ist durch die erfindungsgemäße Holmgurtabdeckung neben einer einwandfreien Übertragung der Querkräfte auch die einwandfreie Übertragung der Ankerzugkräfte sichergestellt.

    [0008] Das Anbringen der erfindungsgemäßen Holmgurtabdeckung erfolgt in Weiterbildung der Erfindung in der Weise, daß die Zwischenräume zwischen den Flanschen der die Holmgurtabdeckung bildenden U-Profile mit einem Kleber augefüllt werden und danach die Holmgurtabdeckung auf die durch die Spundbohlen gebildete Spundwand aufgesteckt wird. Dadurch ist sichergestellt, daß sämtliche Kontaktstellen der U-Profile und der Spundwand ausreichend mit Kleber versehen sind.

    [0009] Ein anderes erfindungsgemäßes Verfahren besteht darin, daß bei der Anbringung einer Holmgurtabdeckung auf eine Spundwand im Bereich eines Schrägankers vor dem Aufsetzen der Holmgurtabdeckung auf die Spundwand und vor dem Zusammenbau der Konstruktionsteile des Schrägankers auf sämtliche zu verbindenden Flächen der Ankerplatte und der Konstruktionsteile ein Kleber aufgebracht wird und erst danach die Konstruktionsteile zusammengefügt und an der Ankerplatte befestigt werden. Schräganker und Auflagerkonsolen sind im Werk miteinander verschweißt worden.

    [0010] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 einen Abschnitt einer Spundwand in einem Schnitt nach der Linie I - I in Fig. 2;

    Fig. 2 einen Querschnitt durch den oberen Teil der Spundwand gemäß Fig. 1 nach der Linie II - II in Fig. 1, in größerem Maßstab;

    Fig. 3 einen weiteren Querschnitt durch den oberen Teil der Spundwand gemäß Fig. 1, im Bereich eines Schrägankers, nach der Linie III - III in Fig. 1, ebenfalls in größerem Maßstab;

    Fig. 4 einen Querschnitt durch den Schräganker nach der Linie IV-IV in Fig. 3;

    Fig. 5 einen Schnitt durch die Anschlußstelle des Schrägankers nach der Linie V-V in Fig. 3.



    [0011] Die Spundwand gemäß Fig. 1, bei der die Schnittflächen mit Rücksicht auf den Maßstab durch dicke Vollinien dargestellt sind, besteht aus durch Schlösser 1 miteinander verbundenen Spundbohlen 2, auf die eine Holmgurtabdeckung 3 aufgesetzt ist (vgl. Fig. 2). Die Holmgurtabdeckung 3 ist durch ein U-Profil 3.1 gebildet, dessen parallele Flansche die Spundbohlen 2 mit Spiel umgreifen. An der Innenseite des Steges des U-Profls 3.1 sind in genau bemessenen, an den Verlauf der Spundwand angepaßten Abständen kurze Abschnitte eines weiteren U-Profil 3.2 geringerer Breite angeschweißt. Die Breite der Abschnitte des weiteren U-Profils 3.2 ist so bemessen, daß der Abstand zwischen den Flanschen des ersten U-Profils 3.1 und den Flanschen des weiteren U-Profils 3.2 etwas größer ist, als die Dicke der Spundbohlen 2. Die Zwischenräume zwischen den Flanschen der U-Profile 3.1 und 3.2 und den Spundbohlen 2 sind durch einen Kleber 4 ausgefüllt. Ein die Spundwand abstützender Schräganker 5 ist durch eine strichpunktierte Linie angedeutet.

    [0012] Vor dem Aufstecken der Holmgurtabdeckung 3 auf die Spundwand werden die Zwischenräume zwischen den Flanschen der die Holmgurtabdeckung 3 bildenden U-Profile 3.1 und 3.2 mit einem Kleber 4 ausgefüllt. Nach dem Ausreagieren des Klebers 4 entsteht eine feste Verbindung zwischen der Spundwand und der Holmgurtabdeckung, so daß eine einwandfreie Übertragung der Querkräfte gewährleistet ist.

    [0013] Wie Fig. 3 zeigt, ist im Bereich eines Schrägankers 5 bei den Abschnitten des U-Profils 3.2 der dem Schräganker 5 zugewandte Flansch weit heruntergezogen und dient als Ankerplatte 6. Die Ankerplatte 6 weist eine Aussparung 6.1 auf (Fig. 5), die den Ankerpfahl 5.1 des Schrägankers 5 mit geringem Spiel umschließt, damit eine möglichst große Dichtigkeit der Spundwand erhalten bleibt. Der Rücken der Spundbohle 2 ist mit einem Fenster 2.1 versehen. Die beiden seitlichen Auflagerkonsolen 7 sind keilförmig und werden so der geplanten Ankerneigung angepaßt.

    [0014] Die Verbindung sämtlicher Konstruktionsteile des Schrägankers 5 miteinander und mit der Ankerplatte 6 erfolgt mittels eines Klebers, der vor dem Aufstecken der Holmgurtabdeckung und vor dem Zusammenbau der Konstruktionsteile auf die beteffenden Stellen der Ankerplatte 6 und der Konstruktionsteile aufgebracht wird.


    Ansprüche

    1. Holmgurtabdeckung (3) in Form eines U-Profils (3.1) aus Stahl mit parallelen Flanschen für eine aus Spundbohlen (2) gebildete Spundwand, wobei das U-Profil (3.1) mit seinen Flanschen auf die Spundwand aufsteckbar ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß an der Innenseite des Steges des U-Profils (3.1) in den Bereichen der Spundwandberge und -täler kurze Abschnitte eines weiteren U-Profils (3.2) geringerer Breite befestigt, vorzugsweise angeschweißt sind, dessen Breite so bemessen ist, daß der Abstand zwischen den Flanschen des ersten U-Profils (3.1) und den Flanschen des weiteren U-Profils (3.2) etwas größer ist als die Dicke der Spundbohlen (2).
     
    2. Holmgurtabdeckung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei den im Bereich eines Schrägankers (5) angeordneten Abschnitten des weiteren U-Profils (3.2) jeweils der dem Schräganker (5) zugewandte Flansch weit heruntergezogen und als Ankerplatte (6) ausgebildet ist, wobei die Ankerplatte (6) eine den Ankerpfahl (5.1) des Schrägankers (5) mit geringem Spiel umschließende Aussparung (6.1) aufweist.
     
    3. Holmgurtabdeckung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenräume zwischen den Flanschen der die Holmgurtabdeckung (3) bildenden U-Profile (3.1; 3.2) und den Spundbohlen (2) durch den Kleber (4) ausgefüllt sind.
     
    4. Holmgurtabdeckung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Ankerpfahl (5.1) und der Ankerplatte (6) sowie zwischen sämtlichen anderen Konstruktionsteilen des Schrägankers (5) ein Kleber eingebracht ist.
     
    5. Verfahren zur Anbringung einer Holmgurtabdeckung nach Anspruch 1 auf eine Spundwand, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenräume zwischen den Flanschen der die Holmgurtabdeckung (3) bildenden U-Profile (3.1; 3.2) mit einem Kleber (4) ausgefüllt werden und danach die Holmgurtabdeckung (3) auf die durch die Spundbohlen (2) gebildete Spundwand aufgesteckt wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Anbringung einer Holmgurtabdeckung (3) auf eine Spundwand im Bereich eines Schrägankers (5) vor dem Aufsetzen der Holmgurtabdeckung (3) auf die Spundwand und vor dem Zusammenbau der Konstruktionsteile des Schrägankers (5) auf sämtliche zu verbindenden Flächen der Ankerplatte (6) und der Konstruktionsteile ein Kleber aufgebracht wird und erst dann die Konstruktionsteile zusammengefügt und an der Ankerplatte (6) befestigt werden.
     


    Claims

    1. Head cover (3) in the form of a U-section (3.1) made from steel having parallel flanges for a sheet pile wall constructed from sheet piling (2), where the U-section (3.1) can be fitted by means of its flanges onto the sheet pile wall, characterised in that short serpents of another not so wide U-section (3.2) are attached, preferably welded, to the inside of the cross piece of the U-section (3.1) in the regions of the peaks and troughs of the sheet pile wall, where the width of the other U-section (3.2) is designed so that the distance between the flanges of the first U-section (3.1) and the flanges of the other U-section (3.2) is slightly greater than the thickness of the sheet piling (2).
     
    2. Head cover for sheet piling according to claim 1, characterised in that, with the serpents of the other U-section (3.2) located in the region of the diagonal tie rod (5), the flange facing the diagonal tie rod (5), is pulled right down and is designed as an anchor plate (6), where the anchor plate (6) has a recess (6.1) surrounding the anchor pole (5.1) of the diagonal tie rod (5) with little clearance.
     
    3. Head cover for sheet piling according to claim 1 or 2, characterised in that the gaps between the flanges of the U-sections (3,1; 3.2) forming the head cover (3) for sheet piling and the sheet piling (2) are filled with the adhesive (4).
     
    4. Head cover for sheet piling according to claim 1 or 2, characterised in that an adhesive is introduced between the anchor pole (5.1) and the anchor plate (6) as well as between all the other structural members of the diagonal tie rod (5).
     
    5. Process for fitting a head cover for sheet piling as claimed in claim 1 to a sheet pile wall, characterised in that the gaps between the flanges of the U-sections (3.1; 3.2) forming the head cover for sheet piling are filled with adhesive and afterwards the head cover for sheet piling (3) is fitted to the sheet pile wall formed by means of the sheet piling (2).
     
    6. Process according to claim 5, characterised in that, when fitting the head cover (3) for sheet piling on a sheet pile wall in the region of a diagonal tie rod (5), an adhesive is applied to all the surfaces of the anchor plate (6) and the structural members to be joined together prior to fitting the head cover (3) for sheet piling on the sheet pile wall and prior to assembling the structural members of the diagonal tie rod (5) and only then are the structural members joined together and attached to the anchor plate (6).
     


    Revendications

    1. Couvercle de tête (3) sous forme d'un profilé en U (3.1) en acier, à ailes parallèles, pour un rideau de palplanches formé de palplanches (2), dans lequel le profilé en U (3.1) peut être placé avec ses ailes sur le rideau de plaplanches, caractérisé en ce que, du côté interne de l'âme du profilé en U (3.1), dans les zones en saillie ou en creux du rideau de palplanches, sont fixées, de préférence soudées, de courtes sections d'un second profilé en U (3.2) de largeur réduite, dont la largeur est déterminée de telle sorte que l'intervalle entre les ailes du premier profilé en U (3.1) et les ailes du second profilé en U (3.2) soit légèrement supérieur à l'épaisseur du métal de la palplanche (2).
     
    2. Couvercle de tête selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans les sections du second profilé en U (3.2) prévues dans la zone d'un étai d'ancrage oblique (5), l'aile tournée vers l'étai d'ancrage oblique (5) est chaque fois suffisamment allongée jusque sous l'ancrage et est formée comme un plateau d'ancrage (6), le plateau d'ancrage (6) présentant une découpe (6.1) entourant avec un faible jeu le pieu (5.1) de l'étai d'ancrage oblique (5).
     
    3. Couvercle de tête selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les interstices entre les ailes des profilés en U (3.1 et 3.2) qui forment le couvercle de tête (3), et les palplanches (2), sont remplis de colle (4).
     
    4. Couvercle de tête selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'une colle est appliquée entre le pieu d'ancrage (5.1) et le plateau d'ancrage (6), comme entre les autres parties constitutives de l'étai d'ancrage oblique (5).
     
    5. Procédé d'installation d'un couvercle de tête selon la revendication 1, sur un rideau de palplanches, caractérisé en ce que les interstices entre les ailes des profilés en U (3.1 et 3.2) formant le couvercle de tête (3) sont remplis de colle (4), et qu'ensuite le couvercle de tête (3) est emboîté sur le rideau de palplanches (2).
     
    6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que, lors de l'installation d'un couvercle de tête (3) sur un rideau de palplanches, dans la zone d'un étai d'ancrage oblique (5), avant la pose du couvercle de tête (3) sur le rideau et avant l'assemblage des pièces de l'étai d'ancrage oblique (5), de la colle est déposée sur l'ensemble des surfaces du plateau d'ancrage (6) et des pièces à assembler, et alors seulement les pièces sont assemblées et fixées au plateau d'ancrage (6).
     




    Zeichnung